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Antworten im Thema: 23 » Der letzte Beitrag (31. März 2017, 15:31) ist von diaconus.

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diaconus

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Donnerstag, 24. November 2016, 16:27

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Lesejahr A
1. Adventsonntag

1. Lesung: Jes 2,1-5
2, Lesung: Röm 13,11-14a
Evangelium : Mt 24,29-44 oder Mt 24,37-44 (Kurzfassung)

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche 1. Lesung aus dem Buch Jesaja, weist auf dessen Vision über das himmlische Jerusalem als Mittelpunkt des messianischen Reiches hin.

„Viele Nationen machen auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wie ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs.“

Das himmlische Jerusalem, das auch vom Seher Johannes in seiner Offenbarung, der Apokalypse, so beschrieben wird: „Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem von Gott her aus dem Himmel herabkommen.“ (Off. 21,2), Sie ist das Ziel jener Menschen, die an Gott glauben.

Nicht alle Menschen werden zu diesem himmlischen Jerusalem kommen, darauf weist der Text hin mit den Worten „viele Nationen“. „Viele“ das sind nicht alle Nationen, sondern nur jene, die das Evangelium angenommen haben und aus diesen Nationen sind es nur jene Menschen, die dem Evangelium entsprechend gelebt und auf Gott vertraut haben. Darauf weist auch der folgende Vers aus der Lesung hin:

„Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen.“

Welche Pfade und welche Wege sollen wir gehen? Jene, die uns der Herr in seinen Geboten und Anweisungen gegeben hat. Diese sind es, die uns auf den Weg zu Gott führen.

Jeder Mensch, der an Gott glaubt, IHM vertraut und nach den Geboten und Anweisungen lebt, wird sagen dürfen, wenn sein irdischer Weg zu Ende geht: „Ich ziehe zum Berg des Herrn und zum Haus Gottes“ und wird dort den Lohn für sein Leben, das Ewige Leben in der Stadt Gottes, dem neuen himmlischen Jerusalem, bekommen.

Aber der letzte Vers der verkündeten Jesaja-Lesung weist jedoch auf das irdische Leben.

„Ihr vom Haus Jakobs, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn:“

Das Haus Jakob sind im übertragenen Sinn alle jene Menschen, die getauft sind und damit Christus zugehörig sind. Aber auch dieser Vers weist darauf hin, dass die Taufe nicht allein entscheidend ist sondern ob der Mensch seinen Lebensweg im Licht des Herrn geht, d. h. dass er Jesus nachfolgt, die Gebote Gottes hält und sich dabei auch an die Lehre SEINER Kirche hält.

Nachdem alle Menschen schwach und damit Sünder sind, hat uns Jesus die Sakramente in SEINER Kirche hinterlassen. Vor allem das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, hilft dem Menschen wieder umzukehren und wieder zu dem Weg im Lichte des Herrn zu gelangen.

Die zweite Lesung aus dem Römerbrief des Apostels Paulus weist in dieselbe Richtung.

„Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht.“

Die Werke der Finsternis sind jene Werke, die durch eine Sünde entstehen und diese Werke abzulegen fordert uns der Apostel Paulus auf, wobei diese Aufzählung eher als eine demonstrative zu betrachten ist. Zusammenfassend ausgedrückt bedeutet dies, jede Sünde zu meiden und durch das Gebet sowie durch die Werke der Nächstenliebe die Waffen des Lichts anzulegen. Denn das Gebet ist die mächtigste Waffe des Lichts, das uns Gott gegeben hat. Eine ebenso starke Waffe des Lichtes sind jedoch auch die Werke, die ein Christ tun sollte. Denn der Apostel Jakobus hat es in seinem Brief so formuliert: „So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat,“ (Jak 2,17).

Und unter „Werke“ ist alles zu verstehen, was ein Christ für den Glauben und SEINE Kirche tätigen kann. Damit sind nicht nur Geldspenden zu verstehen, sondern auch für Gott, seinen eingeborenen Sohn Jesus und seine Kirche in aller Öffentlichkeit einzutreten, den Glauben zu bezeugen usw. Diese Werke können auch alle jene vollbringen, denen es an der materiellen Grundlage für Geldspenden mangelt.

Das Evangelium ist aus der Jesu-Rede über die Endzeit entnommen und kann in einer Kurzfassung oder in einer längeren Perikope verkündet werden.

Der erste Abschnitt, der in der Kurzfassung nicht verkündet wird, erläutert die Zeichen, die das Kommen des Menschsohnes ankündigen werden.

„... So wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.“

Diese Selektion, dass einer oder eine mitgenommen und der andere bzw. die andere zurückgelassen werden, weist darauf hin, dass das bisherige Leben des Menschen dafür maßgebend sein wird. Hat der Mensch nach den Geboten gelebt, für die Sünden in seiner Schwachheit die Vergebung durch die Beichte sowie die Sakramente empfangen oder hat er nach seinem eigenen Gutdünken gelebt. Hat der Mensch jedoch nach seinem Gutdünken gelebt, die Offenbarung mit ihren Geboten und Lehre der Kirche unbeachtet gelassen, dann wird er zurückgelassen werden. So der Sinn der Worte Jesu, die wie immer in ein Gleichnis gekleidet sind,

Und damit schließt sich der Kreis zur alttestamentlichen Lesung. Denn derjenige, der mitgenommen wird, der zieht zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs, zum himmlischen Jerusalem und wird mit dem Ewigen Leben belohnt werden.

„Denn ihr wisst nicht, an welchen Tag der Herr kommt.“ Mit diesen Versen will der Herr die Menschen aufmerksam machen, dass niemand die Ankunft des Herrn im Voraus weiß, nur der Vater. Daher sollte jeder Mensch jederzeit so leben, dass er mitgenommen werden kann wenn die Stunde anbricht, in der der Menschensohn kommt.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft Dir so nachzufolgen, dass wir zu den Auserwählten gehören. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

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2

Donnerstag, 1. Dezember 2016, 16:49

2. Adventsonntag

1. Lesung: Jes 11,1-10
2. Lesung: Röm 15,4-9
Evangelium: Mt 3,1-12

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentlichen Lesungen in der Adventzeit sind meist aus dem Buch Jesaja. So auch für den 2. Adventsonntag. Der verkündete Abschnitt kann direkt auf Jesus, den Gottessohn und Messias, bezogen werden.

Jesaja entwickelt in den Versen der Vision die Grundlagen des messianischen Reiches.

„Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm, der Geist der Weisheit und der Einsicht.“

Dieser junge Trieb, denn Jesaja in seiner Vision gesehen hat, ist Jesus, der eingeborene Sohn Gottes, der auf und in die Welt und für die Welt gesandt wurde, denn der Geist Gottes lässt sich auf ihn nieder als Geist der Weisheit und der Einsicht.

Aber dieser Geist der Weisheit und der Einsicht ist nicht mit menschlichen Kriterien vergleichbar, genauso wenig wie die Gerechtigkeit Gottes der Gerechtigkeit der Menschen entspricht. Und das wird in der heutigen Zeit oft vergessen oder wird sogar nicht zur Kenntnis genommen, denn man will Gott vorschreiben wie er handeln soll, ja sogar wie er handeln muss.

„Er schlägt den Gewalttätigen mit den Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes.“

Eine Aussage, die für viele, die der heutigern Zeit gemäß Jesus verkürzt nur als den Guten Hirten sehen wollen, unvorstellbar ist, daher oft unterdrückt wird und somit nicht verkündet wird.

Sicher Jesus geht als der Gute Hirte geht jeder Seele nach, aber ER zwingt niemand dazu ihm zu folgen, der dies nicht will. Aber ER stellt auch Forderungen, die heute oft aus falsch verstandener Seelsorge unterdrückt und damit ebenfalls nicht verkündet werden.

„Wenn du aber das Leben erlangen willst, dann halte die Gebote“ (Mt 19,17) und „Aber das Tor, das zum Leben führt ist eng“ (Mt. 7,14) so sind die Worte Jesus in der Frohen Botschaft. Jene, die ihr irdisches Leben so gestalten wollen wie es ihnen passt, sehen in diesen Worten Jesu gerne eine Drohbotschaft, weil sie deren Wunsch nach einem freien sündenhaften Leben einengt.

Weiter hat auch Jesus gesagt „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21) sowie „Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mt 12,50)

Nur die Lehre und Aufgabe Jesu ist es die Menschen zu Gott zu führen und sie so zu motivieren, dass sie diesen Weg beschreiten können,

Leider unterstützen viele der modernen Seelsorger noch diese Fehlentwicklung und machen sich damit zum Irrlehrer, indem sie die Frohe Botschaft verkürzt verkünden bzw. nur das verkünden, was den Menschen „unter die Nasepasst“ und deren Leben nicht stört. Sie verkünden nur die Liebe und Barmherzigkeit Gottes und erwähnen halt so nebenbei, dass Gott auch gerecht ist. Aber die Gerechtigkeit Gottes und die damit verbundenen Konsequenzen werden weggelassen und so mündet es dann in der modernistischen Theologie, die behauptet, dass die Hölle leer ist, obwohl dies der Aussage Jesu: entgegensteht „..fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.“ (Mt 10,28; Lk 12,5)

Die Lesung aus dem Römerbrief des Apostels Paulus weist ebenfalls in dieselbe Richtung.

„Und alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben.“

Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Satzteil „alles, was einst geschrieben worden ist“ und ist der Hinweis darauf, dass nicht eine Verkürzung der Schrift der wahre und richtige Weg ist. Genau dieser Satzteil weist auch darauf hin, dass die gesunde, wahre und reine Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) auf die der Apostel Paulus in diesen Briefen hinweist, nicht verkürzt oder verfälscht werden darf.

Nur durch die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung und Lehre wird mittels des Trostes der Schrift dem Menschen die Hoffnung auf das Ewige Leben bei Gott gegeben.

„Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“

Johannes der Täufer ist die Stimme in der Wüste, die auffordert dem Herrn den Weg zu bereiten. Diese Aufforderung gilt faktisch für jeden, der sich als Christ bezeichnet. Dem Herrn den Weg bereiten, heißt: Die Gebote und Anweisungen Gottes zu halten und die Tür des Herzen zu öffnen, damit ER bei jedem einzelnen Menschen eintreten kann.

„Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten.“ (Off ,3,20a-b)

Johannes sagt es noch deutlicher: „Ihr Schlangenbrut, wer hat euch den gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt.“

Umkehr ist das „Zauberwort“, das die Tür öffnet damit der Herr beim Menschen eintreten kann. Umkehr ist, wenn ich von meinen Sünden ablasse und bewusst den Weg der Nachfolge Jesu beschreite.

Wer sich darauf verlässt, dass ER sowieso barmherzig ist und dem Menschen alles verzeihen wird, ist auf dem falschen Weg. Und dieser falsche Weg auf den ich schon bei der alttestamentlichen Lesung hingewiesen habe, wird auch durch das Evangelium bestätigt.

Dass hier in den letzten Jahren viel falsch gelaufen ist, darauf weist der Hl. Vater, Papst emeritiert Benedikt XVI., im Buch „Licht der Welt“ (S. 43) darauf hin, indem er sagte: „Insofern gab es in der Vergangenheit eine Bewusstseinsveränderung, durch die eine Verdunkelung des Rechts und der Notwendigkeit von Strafe eingetreten ist - letztendlich auch eine Verengung des Begriffes von Liebe, die eben nicht nur Nettigkeit und Artigkeit ist, sondern die in der Wahrheit ist.“

Der Begriff „Nächstenliebe“ bzw. „Liebe“ wurde seit Jahrzehnten durch die modernistische Theologie falsch interpretiert, indem alles akzeptiert wurde, nach dem Motto, „in Liebe“ darf und kann es keine Kritik, keine Zurechtweisung geben. Nur das widerspricht den Aussagen Jesu, wie zBspl.: „Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht (= heute die Kirche) dann sei er für dich wie ein Heide oder Zöllner“ (Mt 18,17b)

Oder Dietrich Bonhoeffer hat es noch deutlicher in aller Klarheit gesagt: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“

Nächstenliebe beinhaltet also auch die harte Zurechtweisung, die ja selbst auch von Jesus öfters getätigt worden ist, wie ja auch sein Auftrag lautet „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn zurecht“ (vgl. Mt. 18,15), wo er über die Verantwortung des Einzelnen gegenüber dem Nächsten spricht.

Damit ist durch mehrere Aussagen bewiesen, dass die wahre Nächstenliebe nicht Nettigkeit, Artigkeit, alles Verzeihende oder alles erlaubt ist nach dem Motto „Friede-Freude-Eierkuchen“, sondern bei Notwendigkeit auch die harte Zurechtweisung geradezu fordert. In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass eine berechtigte Kritik keine Verurteilung ist, wie es heute von jenen gesagt wird, die nicht kritisiert werden wollen obwohl es eine Berechtigung zur Kritik gibt.

Das Papst-Dokument „Amoris latentia“ weist die Möglichkeiten auf verschieden interpretiert zu werden und es wird auch unterschiedlich interpretiert, weil es (bewusst) unklar formuliert ist und seit vielen Monaten gibt es diesbezüglich Streitigkeiten wie es in diesem Ausmaß es über ein Papstdokument noch nie gegeben hat. Und das ist das sechste Pontifikat, das ich erleben und so etwas hat es noch nie gegeben, Vollkommen berechtigt haben sich daher vier verdiente und lehrtreue Kardinäle zuerst intern an den Papst und als dieser nicht antwortete über die Öffentlichkeit brieflich an den Papst gewandt und bekamen wieder keine Antwort. Lediglich der Kurienerzbischof Pinto drohte ihnen sogar mit dem Entzug der Kardinalswürde. Der Papst ließ nur in einem Zeitungsinterview verlauten, „dass es manche nicht begreifen“ also auf gut deutsch „zu blöd“ zum Begreifen sind. Dass ist keine Antwort auf die richtige Fragen tausender Gläubige, die von diesen Kardinälen für die Allgemeinheit artikuliert wurden. M. M. hat der Papst bewusst so nnklar formuliert um diese freien Interpretationen zu ermöglichen ohne dass ihm Untreue zur Lehre vorgeworfen werden kann, das wäre echt jesuitisch wie es bei den Jesuiten seit dem .2. Vaticanum schon mehrmals vorgekommen ist.

Herr, hilf Deiner Kirche, dass diese Unklarheiten der Lehre unter diesem Papst beendet werden und wieder Lehrsicherheit einkehrt. Dir sei Lob und Preis in alle Ewigkeit.


Amen.
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3

Dienstag, 6. Dezember 2016, 16:44

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria – 8. Dezember

1. Lesung: Gen 3,9-15.20
2. Lesung: Eph 1,3-6.11-12
Evangelium: Lk 1,26-38

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser

Das Evangelium dieses Hochfestes ist immer die Verkündigung des Erzengels Gabriels an Maria. Im Volksmund wird das heutige Fest missverständlich „Maria Empfängnis“ genannt.

Das Festgeheimnis des heutigen Tages ist, dass Maria schon bei ihrer Zeugung von der Erbsünde bewahrt worden ist.

Dieses alte Fest der Kirche ist in der Ostkirche schon im 5. Jhdt. bezeugt, im Abendland erst seit dem 12. Jhdt. Bereits 1476 scheint es im römischen Kalender auf und wurde von Papst Clemens I. 1708 für die ganze Kirche vorgeschrieben. Und im Jahre 1854 wurde das Dogma, der unveränderliche Glaubenssatz, von Papst Pius IX in der Bulle „Ineffibilis Dei“ verkündet, dass „Maria vom Augenblick ihrer Empfängnis an von jedem Schaden der Erbsünde bewahrt worden ist“.

Wer das Neue Testament sehr gut kennt, wird den Hintergrund dieses Dogmas vergeblich suchen, denn auch die Namen Anna und Joachim sind darin nicht enthalten.

Anna war in ihrer Ehe mit Joachim kinderlos geblieben und hat bei einer Wallfahrt nach Jerusalem Gott um ein Kind gebeten und das Gelübde getan, dass sie dieses Kind Gott weihen wird. Anna hat also Maria empfangen, die ab der Zeugung ohne Erbsünde war. So das Festgeheimnis.

Dieses Wissen um Anna und Joachim, kennen wir aus dem apokryphen Protoevangelium des Jakobus. Apokryphe Schriften sind nicht geheime oder verbotene Schriften, sondern der Begriff weist nur auf die Tatsache hin, dass diese Schriften nicht in den Kanon, das Verzeichnis, aufgenommen worden sind. Als Mitte des 4. Jhdt. durch die Kirchenväter das Neue Testament seine heute gültige Gestalt angenommen hatte, wurde eine Reihe von Schriften, die nicht direkt mit der Lehre Jesu, seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung in Verbindung gebracht wurden, als „Apokryph“ bezeichnet. Dazu gehören neben dem erwähnten Jakobus-Evangelium auch noch eine Anzahl weiterer Schriften. Wenn man die apokryphen Schriften des Alten Testaments dazuzählt, ergibt dies ein Buch von fast 600 Seiten. Wichtig ist es die apokryphen Schriften von den gnostischen Schriften zu unterscheiden, die eindeutig Irrlehren sind.

„Der Engel trat bei ihr (Maria) ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete. der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.“

Dass Maria erschrocken war als sie der Engel so begrüßte, kann sich wohl jeder vorstellen. Ja, Maria, sie ist die Begnadete, denn sie ist die Mutter Jesu, des menschgewordenen Sohn Gottes, der unser Erlöser, Retter und Heiland ist. Damit ist sie unsere Fürsprecherin, unser Mittlerin bei ihrem Sohn und Gott Vater und sie ist unsere himmlische Mutter, aber auch die Mutter der Kirche. Jesus hat sie uns selbst als Mutter und auch als Mutter der Kirche gegeben, als ER vom Kreuz zu Maria und Johannes sagte: „Frau, siehe dein Sohn!“– Und zu dem Jünger: „Sieh, deine Mutter!“ (vgl. Mt 19,26-27).

Wir Menschen können jederzeit im Gebet um ihre Fürsprache, um ihre Hilfe, bitten und können gewiss sein, dass sie ihrem Sohn diese Bitte nahe bringt. Und wenn diese Bitte im Sinne des Lebensplanes ist, den Gott mit uns hat, dann können wir sicher sein, dass diese Bitte auch erfüllt wird.

Von der Erfüllung dieser Bitten zeigen die vielen Votivtafeln in den Marien-Wallfahrtsorten, die von den ehemaligen Hilfesuchenden gespendet wurden.

Am 9. Dezember, wird auch der Tag des Hl Johannes Didacus (Juan Diego) Cuauthlatoatz gefeiert dem „Unserer Lieben Frau von Guadeloupe“ an diesem Tag erschienen ist, während der liturgische Tag „Unserer Lieben Frau von Guadeloupe“ am 12. Dezember gefeiert wird..

Auch alle von der Kirche anerkannten Marien-Erscheinungen gelten als Privatoffenbarung und dies bedeutet, dass es im Glauben des einzelnen Gläubigen liegt, ob er diese Privatoffenbarungen annimmt oder nicht. Denn die Glaubensoffenbarungen sind durch Jesus und die Schriften des Neuen Testaments vollkommen abgeschlossen.

Grundsätzlich kann man feststellen, dass die Marienerscheinungen und die dabei erfolgten Botschaften nichts Neues verkünden. Sie fordern die Menschen immer wieder auf, Jesus zu folgen. Maria fordert uns darin immer wieder auf: zum Gebet, vor allem des Rosenkranzes, zum Fasten, zur Buße und zum Empfang der Sakramente. Und es wird in keiner Botschaft etwas verkündet, dass der Lehre der Kirche entgegensteht. Wo etwas in einer Botschaft enthalten ist, was der Lehre der Kirche entgegensteht, wie dies zBspl. bei der „Warnung“ der Fall ist, dann bedeutet dies, dass eine solche Erscheinung auf alle Fälle nicht echt ist.

Aber in den meisten Erscheinungen gibt es auch eine Botschaft, die auf die Echtheit der Erscheinung hinweisen.

Dazu zwei Beispiele. Lourdes. Bernadette wurde von allen als unglaubwürdig, als „geisteskrank“ oder „hysterisch“ bezeichnet. Ihr Pfarrer, dem sie von der schönen Dame, wie sie sie nannte, berichtete, forderte sie auf, die Frau solle ihr sagen, wer sie sei. Die Antwort die Bernadette erhielt war: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“, ließ den Pfarrer endgültig aufhorchen und ließ ihn erkennen, dass die Erscheinung echt sein konnte. Denn für ihn war klar, dass diesem einfache Mädchen der theologischen Begriff „Unbefleckte Empfängnis“, unbekannt sein musste, denn das Dogma war erst sehr kurz, genau 4 Jahre vorher, bekannt gemacht worden. Damit kam auch der kirchliche Untersuchungsprozess in Gang, der zur Anerkennung führte.

Bei Fatima war es das sogenannte „Sonnenwunder“, das hunderte Menschen sahen.

Dass Medjugorje noch nicht anerkannt ist, liegt vor allem daran, dass die Erscheinungen und Botschaften noch immer erfolgen. Untersuchungen sind im Gange. Und von Papst Johannes Paul II: wurde darauf hingewiesen, dass dort viele Früchte für die Kirche erfolgen.

Alle Anerkennungen werden von der Kirche immer erst dann ausgesprochen, wenn die Erscheinungen und ihre Botschaften abgeschlossen sind.

Am 31. Mai 2002 wurde eine neue Erscheinung anerkannt, wobei zu beachten ist, dass nur die Marienerscheinungen anerkannt wurden, nicht die Jesusbotschaften. Der Bischof von Haarlem/Amsterdam, Jozef Marianus Punt, hat die Erscheinungen Mariens bei Ida Peerdemann, die diese zwischen 25. März 1945 und 31. Mai 1959 hatte, anerkannt. Sie werden als die Erscheinungen von Amsterdam, obwohl nicht alle dort erfolgt sind, bezeichnet. Vielleicht haben Sie schon den Begriff „Frau aller Völker“ gehört, denn in der 24. Erscheinung am 16. 11. 1950 sagte Maria: „Ich stehe auf einer Erdkugel, weil ich Frau aller Völker genannt werden will.“

Der Inhalt dieser Botschaften ist immer, dass Maria alle Menschen zu Jesus führen will und fordert uns damit auf Jesus nachzufolgen. Das ist das Ziel aller Erscheinungen. Mit Maria zu Jesus.

Ich weiß, dass viele Gläubige diesen Erscheinungen und Botschaften skeptisch gegenüber stehen.

Auch ich war einst so ein Skeptiker. Für mich war Maria die Mutter von Jesus, die Gottesmutter, alles andere war Beiwerk, dass ich einerseits als unnötig und andererseits als überspitzt betrachtete. Leider tragen zu dieser Skepsis vor allem jene Gläubigen bei, die diese Erscheinungen so überbetonen, dass Jesus, der Gottes Sohn, unser Erlöser und Heiland, in den Hintergrund gedrängt wird und für diese Gläubige scheint nur Maria der wahre Mittelpunkt zu sein. Ja, derartige Gläubige stellen oft Maria über den Sohn Gottes, unseren Heiland und Retter.

Ein gutes Buch über die Marien-Erscheinungen ist von Jörg Müller „Warum erscheint Maria so oft?“ Dieses Buch kann jeden skeptischen Gläubigen eine Hilfe sein und ist sehr zu empfehlen.

Hören wir also auf die Botschaften der Muttergottes, die von sich zum Verkündigungsengel sagte „Ich bin die Magd des Herrn:; mir geschehe wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38 )

Denn „er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“ (Lk 1,54-55).

Diese Verse aus dem heutigen Evangelium entstammen dem Magnificat, dem Lobgesang Mariens, den diese auf den Gruß von Elisabeth erwiderte und der auch ein zentriertes Glaubensbekenntnis über die Möglichkeiten des Handelns Gottes in der Welt sind.

Amen.
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Freitag, 9. Dezember 2016, 17:18

3. Adventsonntag

1. Lesung: Jes 35,1-6a.10
2. Lesung: Jak 5,7-10
Evangelium: Mt 11,2-11

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Auch am 3. Adventsonntag stehen in der alttestamentlichen Lesung die Verheißungen des messianischen Heils aus dem Buch des Propheten Jesaja im Mittelpunkt.

„Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: habt Mut, fürchtet euch nicht!“

Diese Worte, die der Prophet Jesaja zwischen 740 – 700 vor Christus, dem Volk Juda verkündet hat, könnten direkt auch für die heutige Zeit und dem Abendland gesprochen worden sein.

Denn die Hände der meisten Katholiken im Abendland sind erschlafft und die Knie wanken vor dem Zeitgeist und seiner Protagonisten, die vor allem aus dem linken Spektrum kommen und denen das Christentum ein Dorn im Auge ist.

Jesus hat gesagt: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann“ (Mt 10,28 )

Jeder Christ, der fest im Glauben steht, braucht keine Furcht zu haben, wenn er unerschrocken und ohne Verzagtheit die Offenbarung Gottes und die Lehre der Kirche vertritt. Ja, der glaubenstreue Christ wird angegriffen, verspottet, verhöhnt und so manches anderes werden von den Atheisten getan, denen die Botschaft Gottes ein Widerspruch zu ihrem eigenen gottesfernen Leben ist und die die Welt mit ihrer Ideologie unterjochen wollen. Auch unser Herr Jesus wurde verspottet, verhöhnt, misshandelt und am Ende seines irdischen Lebens hat er unsere Sünden auf das Holz des Kreuzes genommen. Aber jeder dieser Christen, die glaubenstreu IHM nachfolgen und IHN verkünden, hat die Verheißung von IHM, dass sie durch das enge Tor gehen werden, das zum Leben führt. (vgl. Mt. 7,13-14).

Die neutestamentliche Lesung aus dem Jakobusbrief endet mit dem Satz: „Brüder, im Leiden und in der Geduld nehmt euch die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn gesprochen haben.“

Auch dieser Satz weist auf denselben Sachverhalt hin, der bereits bei der alttestamentlichen Lesung erörtert worden ist.

Die Nachfolge Jesu ist keine Schönwetterreligion und war es nie, sondern die Nachfolge ist ein Weg durch Leiden, Kreuz und Geduld, genauso wie es uns unser Herr Jesus vorgelebt hat. Denn was Jesus damals sagte, gilt auch heute unverändert: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34; Mt 16,24)

Wer nach der Zustimmung der Massen giert, befindet sich auf dem falschen Weg. Jesus hat so gesprochen: „Weh euch, wenn euch alle Menschen loben“ (Lk 6,26) und damit ist eindeutig darauf hingewiesen, dass wer nach der Zustimmung der Massen giert auf dem falschen Weg ist.

Auch Jesus hat damals maximal 10 Prozent der Menschen angesprochen und bei ihnen Verständnis gefunden. Trotzdem hat er Gottes Worte und Lehre ohne Furcht verkündet und ist dafür eingetreten. Und vor allem hat ER nicht nur die Worte verkündet, die heute den Menschen so gerne ins Ohr schmeicheln, sondern ER hat oft radikale und auch harte Worte gesprochen, wenn es um die Nachfolge und um die Einhaltung der Gebote Gottes ging.

Das Evangelium dieses Sonntags verkündet die Anfrage Johannes des Täufers und das Urteil Jesu über den Täufer.

„Bist du der, der kommen soll oder müssen wir auf einen anderen warten?“

Diese Frage, die Johannes der Täufer durch seine Jünger an Jesus richtet, scheint von einer gewissen Unsicherheit geprägt zu sein. Johannes ist ja im Kerker des Herodes, er weiß, dass er der Vorläufer für den Messias ist, aber er selbst kann durch seine Inhaftierung nicht selbst sehen welche Wunder geschehen. Johannes hatte ja seinen Jüngern gesagt: „Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.“ (Mk 17) und er will nun wissen ob seine Verheißung tatsächlich eingetreten ist. Aber der hl. Hieronymus sieht in der Hinsendung der Johannes-Jünger zu Jesus noch ein anderes Zeichen, nämlich, dass Johannes seinen Tod vorausahnt und seine Jünger von der Antwort des Meisters, also Jesus, lernen sollen und nach dem Tod des Johannes sich Jesus anschließen und diesem nachfolgen sollen.

Die Antwort Jesu an die Jünger des Johannes ist klar und eindeutig: „Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig wer an mir keinen Anstoß nimmt.“

Die Antwort ist etwas anders als die Jünger des Johannes erwarteten und ist eher an die umstehenden Menschen gerichtet bei denen es auch Zweifler gab. Und die Aufzählung der Wunder ist wirksamer als die zutreffendere Antwort „Ich bin es“, denn sie stellt das Wirken Gottes in den Vordergrund. So ähnlich hat es auch der hl. Chrysostomus gesehen.

Aber diese Worte Jesu sind sowohl damals als auch für heute geltend. Damals als Jesus seine Wunder an den Menschen gewirkt um sie zu bekehren und ihnen zu beweisen, dass ER der lang erwartete Messias und das Reich Gottes in die Welt gekommen ist. Heute gelten diese Worte für Menschen, die an geistigen Gebrechen leiden, die durch das Evangelium geheilt werden können.

Blinde sind jene, die nur irdisch denken können und daher blind sind für die Botschaft Gottes, sie werden durch das Evangelium wieder sehend, wenn sie es annehmen. Genauso ist es für Lahme, die sich vom Zeitgeist blockieren lassen, Aussätzige, die sich bewusst außerhalb der von Gott gegebenen Ordnung stellen, Taube, die Gottes leichte bzw. leise Anrufe nicht hören, weil ihr ungläubiges Herz verschlossen ist und daher nicht hört, Tote, die in ihrem Herzen und im Gefühlsleben tot sind und die Armen sind jene, die nur nach irdischen Gütern Ausschau halten. Sie alle werden durch das Evangelium von ihren Gebrechen geheilt, wenn sie bereit sind, die Worte Gottes anzunehmen, die sich in der Frohbotschaft manifestieren. Aber die Frohbotschaft verkündet an vielen anderen Stellen auch die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, wenn die Menschen nicht bereit sind auf die Forderungen der Frohbotschaft zu hören. Von jenen, die sich Christen nennen, aber bewusst nicht den Geboten und Anweisungen Gottes folgen wollen, weil sie nicht in ihr Leben passen, wird bei Erwähnung der Konsequenzen sofort die Frohbotschaft auf „Drohbotschaft“ verändert. Aber Gottes Wort darf und kann nicht verkürzt und verfälscht werden. Erfolgt eine Verkürzung und Verfälschung der Offenbarung, so sind die Konsequenzen eben inkludiert. Jeder Christ sollte diese Sachlage voll begreifen.

Herr Jesus, hilf uns, dass wir Deine Worte und die Worte Deines Vaters nicht in unserem irdischen Sinn so verfälschen oder verkürzen, wie es uns in unserem irdischen Leben angenehm ist. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
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5

Donnerstag, 15. Dezember 2016, 15:48

4. Adventsonntag

1. Lesung: Jes 7,10-14
2. Lesung: Röm 1,1-7
Evangelium Mt 1,18-24

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja endet mit der Weissagung über den Immanuel

„Darum wird der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.“

Nachdem der Prophet Jesaja diese Prophezeiung zwischen 740 – 701 vChr verkündet hat, ist diese erst nach langer Zeit in Erfüllung gegangen und bedeutet auch, dass das Volk Israel so lange auf den Messias warten musste bis die Zeit erfüllt war, dass der Sohn Gottes als Heiland und Erlöser als menschliches Kind auf die Welt kam, und es dauerte weitere dreißig Jahre bis ER seine Aufgabe in Angriff nahm das Reich Gottes zu verkündigen und die Menschen wieder mit Gott zu versöhnen. Das heißt, dass das Wirken des Messias mindestens 730, wenn nicht sogar 770 Jahre nach dem Spruch der Prophezeiung begann. Ein Beweis für uns Menschen, dass das Wirken Gottes nicht prompt erfolgt, sondern immer erst dann wenn ER es für erforderlich hält. „Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern vergangen ist“ (Ps 90,4) davon spricht schon der Psalmist, der das Lob Gottes ausspricht. Das müssen wir Menschen endlich begreifen lernen.

Die Lesung aus dem Römerbrief des Apostels Paulus umfasst die Anschrift und den Gruß an die Gemeinde in Rom, die damals schon existierte. Nachdem Paulus diesen Brief zwischen 56 und 58 nChr. geschrieben hat, wird damit nachgewiesen, dass es eine Gemeinde in Rom schon gab bevor Paulus von Jerusalem nach Rom überführt worden ist.

„Paulus, Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, auserwählt, das Evangelium Gottes zu verkündigen, das er durch seine Propheten im voraus verheißen hat in den heiligen Schriften: das Evangelium von seinem Sohn, der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkommen Davids, der den Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten, das Evangelium von Jesus Christus, unserem Herrn.“

Die Worte „der dem Fleisch nach geboren ist als Nachkommen Davids, der den Geist der Heiligkeit nach eingesetzt ist als Sohn Gottes in Macht seit der Auferstehung von den Toten“ sind ein urchristlicher Bekenntnissatz, den hier der Apostel Paulus zitiert und weist damit darauf hin, dass dieser Satz der Gemeinde in Rom offensichtlich bekannt war.

Die Worte des urchristlichen Bekenntnissatzes beinhaltet alles, was als wesentlich für und über den Sohn Gottes zu sagen ist und stellt damit im weitesten Sinn bereits ein Glaubensbekenntnis in den Urgemeinden dar.

Und dieses urchristliche Bekenntnis gilt heute noch genauso wie damals, denn alles was in der Offenbarung steht ist unveränderbar.

Eines ist auch noch zu beachten, obwohl es allgemein bekannt vorausgesetzt werden sollte, der Römerbrief ist die Zusammenfassung der Theologie und der Verkündigung des Apostels Paulus und kann somit auch als das Testament des Paulus betrachtet werden.

Der verkündete Abschnitt aus dem Evangelium von Matthäus beinhaltet die Vorgeschichte zur Geburt Jesu. Der Evangelist Matthäus hat, zum Unterschied von Lukas, diesen Bericht über die Geburt Jesu stark komprimiert, während Markus und Johannes sie überhaupt in ihren Evangelien nicht erwähnen.

„Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.“

Dass Josef bestürzt war als er Maria, die er noch nicht erkannt hatte, sie in anderen Umständen, also schwanger, sah, ist wohl verständlich. Sicher kannte er als guter Israelit die Weissagung des Jesaja, die in der alttestamentlichen Lesung verkündet worden war, und er wusste auch, dass Maria aus Isai stammte. Also war es für ihn als gläubigen Israeliten ziemlich klar, dass sich an Maria die Prophezeiung des Jesaja erfüllte. Warum sonst wollte Josef sich dann in aller Stille von Maria trennen, wenn er keinen Verdacht auf Ehebruch hatte? Der Kirchenvater Origenes hat es so interpretiert und darüber gesagt: „Er wollte sie entlassen, weil er in ihr ein großes Geheimnis erkannte, an dem teilzuhaben er sich für unwürdig hielt“ und auch Remigius stellte fest, dass Josef nicht zweifelte, dass sich diese Weissagung an ihr, Maria, in Erfüllung gegangen war.

„Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte Dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“

Der Name Jesus, hebräisch Jeschua, beinhaltet die Begriffe „Retter“ bzw. „Erlöser“ und deutet damit schon auf die Aufgabe hin, was dieses Kind für sein Volk bedeutet.

Nachdem wir Christen als das Nachfolgevolk Israels gelten und damit Jesus auch als den Messias anerkennen, sind wir für IHN SEIN Volk und ER ist unser Retter und Erlöser.

Jesus ist nicht der Sozialarbeiter wie ihn moderne Theologen und auch jene, die deren Meinung teilen, so gerne verkürzt und zeitgeistig sehen und damit alles ausblenden was nicht in deren reales Weltbild hineinpasst.

Jesus ist aber der Sohn Gottes, der zum Heil der Menschen gekommen ist. ER will die Menschen retten und ihnen das Heil bringen. Es ist vor allem SEINE vorrangige Aufgabe die Menschen auf den Weg des Heils und auf den Weg zu Gott zu bringen. Die Wunder, die ER vollbrachte, sind vor allem als die Beglaubigung zu betrachten, dass ER der menschgewordene Sohn Gottes ist, der den Menschen das Heil bringt und das Reich Gottes verkündet. Aus diesem Grunde sagte er auch immer wieder wenn er einen Menschen heilte oder befreite, „geh hin uns sündige nicht mehr“. Denn die bewusst getane Sünde trennt von Gott und je schwerer diese ist umso mehr trennt sie den Menschen von IHM. Je egoistischer für sich selbst und je größer zum Nachteil eines Nächsten eine bewusst getane Sünde ist umso schwerer wiegt diese Sünde. Das sollte jeder Mensch beachten: Eine diesbezügliche Beichte der Sünden rettet zwar vor der ewigen Verdammnis in der Hölle aber nicht vor der zeitlichen Sündenstrafe, der Reinigungszeit, dem Purgatorium, dem Fegefeuer, das jeder Sünder durchlaufen muss bis er Gottes Angesicht schauen darf.

Herr Jesus Christus, Du bist das Heil der Welt, unser Erlöser und Retter, Du hast uns den Weg zum Vater wieder geöffnet und mit deiner Lehre auf den richtigen Weg zu dem engen Tor geführt. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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6

Donnerstag, 22. Dezember 2016, 16:40

Hochfest der Geburt des Herrn
In der Heiligen Nacht

1. Lesung: Jes 9,1-6
2. Lesung: Tit 2,11-14
Evangelium: Lk 2,1-14

Liebe Schwestern und Brüder !Liebe Leser!

Zuerst ein gesegnetes Weihnachtsfest und „Christ ist uns geboren, kommt, wir beten ihn an!“

Im Jesaja-Text der alttestamentlichen Lesung wird die Verheißung der Geburt des göttlichen Kindes verkündet.

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter, man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende.“

Über 700 Jahre vor Christi Geburt hat der Prophet Jesaja schon diese Vision in Worte gefasst und prophezeit. Die Begriffe „Wunderbarer Ratgeber“, „starker Gott“, „Vater in Ewigkeit“ und „Fürst des Friedens“ kennzeichnen seine Königsherrschaft und weisen auch darauf hin, dass es Gottes Sohn ist, der als Messias, das Reich seines Vaters, Gottes Reich, auf Erden aufrichten wird.

Jesus, der eingeborene Sohn Gottes, wird daher Mensch und richtet mit seiner Frohen Botschaft das Reich Gottes auf Erden auf, aber in einer anderen Form als es die Menschen damals erwarteten und auch viele in der Jetztzeit erwarten.

Das Reich Gottes ist nicht ein Reich der Macht auf Erden wie es sich die Herrscher der Erde vorstellten oder vorstellen, seien es Kaiser, Könige, Fürsten oder Politiker, sondern dieses Reich Gottes beginnt in den Herzen der Menschen mit der Einhaltung der Gebote Gottes. Wenn auch Jesus in Bethlehem geboren ist aber nicht in deinem Herzen, dann ist er für dich nicht geboren, so ein abgewandelter Spruch, der für jeden Christen zutrifft.

Beachtet werden muss dabei jedoch, dass Jesus nicht nur auf die Barmherzigkeit und Nächstenliebe verkürzt wird sondern dass ER auch wesentliche, um nicht zu sagen, harte, Konsequenzen für jene verkündigt hat, die nicht die Gebote Gottes einhalten. Leider hat es sich in der Verkündigung der letzten Jahrzehnte eingebürgert nur den liebenden und barmherzigen Jesus in den Vordergrund zu stellen, aber die Worte Jesu, die auf diese Konsequenzen hinweisen, die bei der Nichteinhaltung der Gebote und Anweisungen Gottes eintreten, zu unterdrücken. Denn ER hat sehr wohl vom Verderben (vgl. Mt 7,13; Mt 10,28 ), von der Hölle (Mt 10,28; Mk 9.43) für jene hingewiesen, die sich außerhalb der Gebote Gottes bewegen, insbesondere in jenen Bereichen, der die schweren Sünden betrifft. Wird in der Verkündigung auf diese Konsequenzen hingewiesen, dann schreien sofort jene, die sich durch ihre Lebensart betroffen fühlen von einer „Drohbotschaft“, wo doch Jesus eine „Frohbotschaft“! gebracht hätte. Es ist richtig, dass Jesus eine Frohe Botschaft gebracht hat, nämlich, dass alle jene Menschen gerettet werden, die von der Sünde umkehren und danach nach den Geboten und Anweisungen Gottes leben. An unzähligen Stellen des Neuen Testaments ist erwähnt, dass Jesus zu den Menschen, die er geheilt oder befreit hatte, gesagt hat: „Geh hin und sündige nicht mehr!“ Jesus hat auch deutlich in den Antithesen der Bergpredigt gesagt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Wille meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21) Und der Wille des Vaters ist, dass die Menschen nach den Geboten und Anweisungen Gottes leben. Das sollten alle jene Christen beherzigen, die nach ihrer eigenen Fasson leben und selig werden wollen, die meinen, dass Jesus auf Grund seiner Liebe und Barmherzigkeit zu den Menschen alles tolerieren wird.-Wäre dem so, hätte ER nicht den vorstehend erwähnten Satz vom Willen des Vaters gesagt.

Ähnliches schreibt über die Sündenabkehr auch der Apostel Paulus in seinem Titus-Brief.

„Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben.“

Ja, nochmals, Jesus ist auf die Welt gekommen um alle Menschen zu retten. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder gerettet wird, vor allem dann nicht wenn er nicht entsprechend lebt. Jesus ist auf die Welt gekommen um jene Menschen zu retten und zu Seinem Vater zu führen, die an IHN glauben, die die Gebote Gottes einhalten und nach ihnen leben. Wer das nicht will, hat seinen Lohn schon erhalten wie es auch im Matthäus-Evangelium heißt.

Und so weist auch der Apostel Paulus mit seinem Titus-Brief auf das Leben in Christus hin. Damit gilt hier derselbe Kommentar wie zu der Jesaja-Lesung vom heutigen Tag.

Das Evangelium ist die Verkündigung der Geburt Jesu. Vor allem der Satz „Das geschah zum ersten Mal, damals war Quirinus Statthalter von Syrien“ wird gerne als Zweifel herangezogen, dass dieses Evangelium nicht ein wirkliches Geschehen erzählt.

Es ist richtig, dass Quirinus erst um 6/7 nChr. Statthalter von Syrien wurde, aber genauso ist bekannt, dass Quirinus bereits Jahre vorher zweimal als kaiserlicher Legat in Syrien war, darunter auch zur Zeit der Geburt Christi. Bereits in den 1960er-Jahren hat Keller in seinem Buch „Die Bibel hat doch recht“ auf diese Faktum hingewiesen und auch Michael Hesemann wies in einem Interview auf die gleiche Sachlage hin, dass Quirinus zur Zeit von der Geburt Christi im Land gewesen sei. Ein weiterer Beweis ist auch, dass Quirinus als Statthalter im Jahre 7 nChr. einen Zensus, das ist eine Steuerfeststellung, erhob und da dies in der Regel alle 14 Jahre geschah, sodass damit auch für das Jahr 6/7 vChr., dem Geburtsjahr Christi, ein Zensus erfolgt sein kann. Denn es ist allgemein bekannt und auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich der Mönch Dionysisu Exiguus, auf den die christliche Zeitrechnung zurückgeht, eindeutig um 5 - 7 Jahre verrechnet hat.

Außerdem weist der Kindesmord von Bethlehem in die gleiche Richtung, denn Herodes starb 4 vChr. und er lies alle Kinder bis 2 Jahre ermorden. Der Kindesmord geschah aber nicht im Todesjahr des Herodes, sondern mindestens 1 Jahr vorher, sodass man wieder auf 6/7 vChr. kommt. Auch hier also ist ein Hinweis darauf gegeben, dass das Evangelium sehr wohl wahr ist.

„Der Engel aber sagte zu ihnen (den Hirten): Fürchtet euch nicht, den ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll. Heute ist euch in der Stadt Davids, der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“

Der Hinweis für die Hirten auf die Stadt David war klar, da der Messias in Bethlehem werden sollte. Denn bei den Propheten hieß es. „Du. Bethlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda, denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ (Mt. 2,6).

Die Verkündigung des Engels an die Hirten war die langersehnte Botschaft für das Volk Israel, dass der langerwartete Messias, der Retter seines Volkes geboren worden war und dass diese Heilsbotschaft für Menschheit wichtig ist.

Doch dieses Heilsereignis verbirgt sich unter dem unscheinbaren Zeichen eines neugeborenen Kindes, das in Windeln gewickelt ist.

Doch ein weltbewegendes Wirken Gottes zeigt sich den Menschen meist nicht in Macht und mit irdischer Gewalt, sondern als leises Zeichen, als ein Anklopfen, das nicht immer von allen Menschen verstanden wird. Nur wer guten Willens ist, auf Gott vertraut und der ein offenes Herz hat, der wird dieses leise Wirken Gottes verstehen und auch darauf hören.

So war es damals in biblischer Zeit und so ist es auch heute noch, dass nur wer mit einem für Gott offenen Herzen lebt, kann diese leisen Anrufe Gottes hören.

Und die Geburt des Herrn kann für jene Christen ein neuer Anfang sein, dass sie sich von der Sünde dauerhaft abwenden, zu Gottes Geboten und Anweisungen wirklich umkehren und damit dem Herrn nachfolgen wollen.

Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn als Kind in die Welt gesandt und ihn zum Heiland und Retter der Menschheit gemacht. Gib, dass wir immer Deine leisen Anrufe in unserem Herzen hören und ihnen zu folgen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit. Gloria in excelsis Deo.

Amen.
Preis den Herrn!

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7

Sonntag, 25. Dezember 2016, 17:14

Stephanietag

1. Lesung: Sir 51,1-8
2. Lesung: Apg 6,8-10; 7,54-60
Evangelium: Mt 10,17-22

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Stephanus ist der erste Märtyrer der Kirche, so hören wir es in der Lesung aus der Apostelgeschichte. Aber Stephanus ist auch einer der ersten sieben Diakone, wie es im 6. und 7. Kapitel der Apostelgeschichte erzählt wird. Leider wird ein großer Teil dieses Abschnittes der Apostelgeschichte nicht verkündet.

„Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.“


Stephanus war sicher ein sehr tiefgläubiger Jesus-Anhänger und war daher voll mit dem Heiligen Geist erfüllt und so konnte er dadurch große Zeichen unter dem Volk tun.

Dass dies einen großen Neid unter gewissen Kreisen der Juden hervorrief, ist wohl klar, wer die Sündhaftigkeit der Menschen kennt. Denn der Neid ist für viele Menschen eines der größten Probleme in deren Leben und damit ist der Neid auch eine der größten Sünden für viele Menschen wobei diese Sünde meist auch mit der Sünde der Habgier kombiniert ist. Nicht umsonst wird im Neuen Testament an mehreren Stellen vor der Habgier gewarnt.

Dass der Neid und die Habgier sogar bis zum Mord führen kann, beweist immer wieder die Kriminalstatistik, die derartige Verbrechen in Familienkreisen kennt. Ludwig Anzengruber hat einen derartigen Sachverhallt in seinem Volksstück „Der Meineidbauer“ schön dargestellt.

Bei der Steinigung sagte Stephanus: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“. Er hatte also ein mystisches Bild, eine Vision, vor seinem inneren Auge.

Für viele Menschen, auch für Christen in der heutigen Zeit, etwas unvorstellbares. Nur wenn der Mensch von Jesus und seiner Lehre im Herzen voll erfüllt ist, kann sich der Mensch so etwas vorstellen. Christen, denkt doch an die vielen mystisch-begabten Heiligen, die in den vergangenen 2.000 Jahren gelebt haben. Auch in unserer Zeit gibt es immer wieder durch die Gnade Gottes mystisch begabte Menschen. Denkt an Sr. Faustina, an Pater Pio und die vielen Tiefgläubigen, die vom Heiligen Geist erfüllt sind

Karl Rahner hat gesagt: „Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird keiner sein.“ Er spricht damit an, dass jeder Christ eine persönliche Gotteserfahrung in seinem Leben für den festen Glauben braucht, um den richtigen Weg zu gehen.

Die erste Grundlage für diesen Weg ist das große Mysterium unseres Glaubens, die Eucharistie, dass bewusste Mitfeiern der Messe und dass Jesus sich für uns am Kreuz geopfert hat, um uns zu erlösen. Und dass ER in der Hostie leiblich anwesend ist und in der Kommunion zu uns kommt. Der zweite Teil ist das Lesen und Meditieren der Heiligen Schrift, aber auch des Katechismus der Kirche.

Den dritten Teil eines solchen Weges zeigt uns der Apostel Paulus. Hier wird er in der Apostelgeschichte noch als Saulus bezeichnet zu dessen Füssen die Kleidungsstücke der Steininger gelegt wurden und der den Mord gut geheißen hat. Erst durch das Erlebnis vor Damaskus, das seine Umkehr bewirkte, wurde aus dem Saulus der Paulus, jener Völkerapostel, der den Glauben an Jesus den heidnischen Völkern brachte.

Und diese Umkehr des Paulus ist auch für uns wichtig. Denn auch wir können und sollen umkehren zu Jesus.

Umkehr zu Jesus bedeutet, IHN in die Mitte des menschlichen Lebens zu stellen und im Herz des jeweiligen Menschen fest zu verankern. Seine Lehre unverkürzt und unverfälscht anzunehmen und nicht nur das aus der Lehre Jesu anzunehmen, was dem Menschen in sein Lebenskonzept passt.

Ich habe schon zu Beginn erwähnt, dass Stephanus der erste Märtyrer der Kirche und dass er auch einer der ersten sieben Diakone ist. Nachdem der Diakon für viele in der Kirche oft noch immer das „unbekannte Wesen“ ist, möchte ich etwas aus der Geschichte des Diakonats erzählen.

Wenn auch heute modernistische Theologen diese Tatsachen leugnen wollen, hat der Diakonat, nach einer fundierten Überlieferung, die schon vom hl. Irenäus von Lyon bezeugt worden ist, mit der Einsetzung der "Sieben" begonnen. Auch im 1. Timotheusbrief des Paulus werden bereits die Ämter der Bischöfe und der Diakone erwähnt. Die Literatur der Kirchenväter bestätigt weiter, dass von Anfang an die hierarchische Ämterstruktur der Kirche den Diakonat einschloss. Für Ignatius von Antiochien, der um 117 nChr. das Martyrium erlitten hat, erscheint eine Kirche ohne Bischof, Presbyter und Diakone undenkbar. Er unterstreicht auch, dass der Dienst des Diakons nichts anderes ist als der Dienst Jesu Christi. Außerdem erlitten viele Diakone das Martyrium in den Zeiten der Urkirche, wie der hl. Laurentius, Marcellus, Marianus und die vielen anderen.

Franz von Assisi war nie Priester, jedoch einige Jahre vor seinem Tod empfing er die Diakonenweihe, nachdem er die Stigmata erhalten hatte.

Theologisch stellt der Diakon also seit der Zeit der Urkirche den dienenden Christus dar, während der Priester Christus als den Hohepriester verkörpert.

Bis zum 5. Jhdt. war der Diakonat in der abendländischen Kirche eine blühende Einrichtung, die dann langsam zur Durchgangsstufe für Priester verblasste. An diesen Vorgang hat der hl. Hieronymus einen wesentlichen Anteil.

Das 2. Vatikanische Konzil hat die Dogmatische Konstitution „Lumen gentium“ über die Kirche beschlossen. Darin heißt es im Art. 29 über die Aufgaben der Diakone: "In der Hierarchie eine Stufe tiefer als die Priester stehen die Diakone, welche die Handauflegung nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung empfangen. Mit sakramentaler Gnade gestärkt, dienen sie dem Volk Gottes in der Diakonie der Liturgie, des Wortes und der Liebestätigkeit in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium. Sache der Diakone ist es, feierlich die Taufe zu spenden, die Eucharistie zu verwahren und auszuteilen, der Eheschließung im Namen der Kirche zu assistieren und sie zu segnen, die Wegzehrung den Sterbenden zu überbringen, vor den Gläubigen die Heilige Schrift zu lesen, das Volk zu lehren und zu ermahnen, dem Gottesdienst und dem Gebet der Gläubigen vorzustehen, Sakramentalien zu spenden und den Beerdigungsritus zu leiten."

Im Februar 1998 wurde das Direktorium für die Ständigen Diakone veröffentlicht. Darin werden die Aussagen des Konzils präzisiert. Der Dienst des Diakons ist das Lehren durch das Verkünden und Erläutern des Wortes Gottes; der Dienst des Heiligens durch die Spendung von Sakramenten und Sakramentalien, und der Dienst des Leitens als geistlicher Leiter entweder einer Gemeinde bzw. einer Gemeinschaft oder eines Bereiches des kirchlichen Lebens.

Da der Dienst des Diakons am Altar mit dem Weihesakrament verbunden ist, unterscheidet sich sein Dienst wesentlich von jedem liturgischen Dienst, der nicht geweihten Gläubigen anvertraut werden kann. Dasselbe gilt auch für die Seelsorgeaufgaben.

Das sind die wichtigsten Sätze aus dem 130 Seiten umfassenden Dokument. Der Diakon ist also weder ein "Laienpriester" oder ein "Hilfspriester", noch ist er ein Laie mit besonderen Aufgaben.

Und mit den Worten des Hl. Polykarp über die Eigenschaften der Diakone möchte ich diesen Bereich schließen: "Barmherzig, eifrig, wandelnd nach der Wahrheit des Herrn, der der Diener aller geworden ist." Soweit die Erläuterungen zum Weihe-Dienstamt des Diakons.

Im Evangelium spricht Jesus vom furchtlosen Bekenntnis für den Glauben: „Ihr werdet um meinetwillen vor Statthaltern und Könige geführt werden, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt, denn es wird euch in jenen Stunden eingeben, was ihr sagen sollt.“

Wer nicht bereit ist, die unverfälschte und unverkürzte Lehre Jesu, die im Neuen Testament festgeschrieben ist und die Lehre der Kirche in aller Öffentlichkeit, ob gelegen oder ungelegen, zu vertreten, der zu feig ist gegen den Zeitgeist zu schwimmen, der kann nicht als wirklicher Glaubenszeuge betrachtet werden. Ein solcher Mensch mag zwar versuchen sein Leben im Glauben, auch wenn dieser immer wieder zur Kirche geht, irgendwie zu leben, aber um als voller Gläubiger anerkannt zu werden, fehlt das unerschrockene Glaubenszeugnis., Im geschützten Raum der Kirche kann jeder „groß“ über seinen Glauben reden, aber ein wirklich Gläubiger gibt auch das Zeugnis wenn ihm der stürmischen Gegenwind entgegenweht.

Der Tag des ersten Märtyrers der Kirche und eines der ersten Diakone, dies ist der Tag darüber nachzudenken über das Glaubenszeugnis. Wie gebe ich Zeugnis für meinen Glauben? Nur im geschützten Raum der Kirche oder auch dann wenn es gegen das Zeugnis stürmt, Spott, Verachtung und Beschimpfung gibt?

Amen.
Preis den Herrn!

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8

Mittwoch, 28. Dezember 2016, 15:14

Fest der Heiligen Familie

1. Lesung: Sir 3,2-6.12-14
2. Lesung: Kol 3,12-21
Evangelium: Mt 2,14-15, 19-23

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Nachdem in diesem Jahr kein Sonntag in die Weihnachtsoktav fällt, wird am 30. Dezember das Fest der Heiligen Familie gefeiert. Das Fest stellt die Heilige Familie als Vorbild für die menschliche Familie in den Mittelpunkt. In einer Zeit in der das Wesen der Familie, auch in christlichen Kreisen, von den atheistischen und relativistischen Kräften immer weiter ausgehöhlt wird, ist es ein wesentlicher Punkt zur Erinnerung was Familie ist.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesus Sirach verkündet das wichtige, das zum Gelingen des gesamten Lebens eines Menschen erforderlich ist.

„Denn der Herr hat den Kindern befohlen, ihren Vater zu ehren, und die Söhne verpflichtet, das Recht ihrer Mutter zu achten. …. Wer den Vater achtet, wird lange leben, und wer seiner Mutter Ehre erweist, erweist sie dem Herrn.“

Das Buch Jesus Sirach gehört zur alttestamentlichen Weisheitsliteratur, das die Lebensregeln der damaligen Zeit zusammenfasst und verkündet. Aber diese Lebensregeln sind auch in der heutigen Zeit unverändert geltend. Wer meint, dass diese Lebensregeln überholt sind, wird es spätestens merken, wenn er nach dem irdischen Tod vor Gott steht.

Die zwei zitierten Verse aus der Lesung weisen darauf hin, dass eine enge Verbindung zwischen der familiären Einstellung und der Einstellung zu Gott gibt. Auch das 4. Gebot des Dekalogs „Du sollst Vater und Mutter ehren“ weist darauf hin, Wer Vater oder Mutter nicht ehrt, der wird auch Gott nicht ehren und ziemlich sicher seinen irdischen Weg auch ohne Gott gehen oder sich seinen „Gott“ und seine Lehre selbst zusammenbasteln, die aber dann nicht dem Gott der Bibel und dessen Lehre entsprechen wird.

Auch die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser weist in dieselbe Richtung und enthält ebenfalls Liebensregeln für Christen, ist also ein Pendant zum Inhalt der Lesung aus dem Buch Jesus Sirach.

„Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit!“ Die Weisheit, die hier angesprochen wird, ist jene, die sich aus den Worten und Anweisungen Gottes aus der Bibel ergibt und auf die sich .auch Jesus in seiner Lehre bezieht. Denn so spricht Jesus in den Antithesen zur Bergpredigt: „Denkt nicht ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.“ (Mt 5,17.19)

Auch in den letzten Versen des verkündeten Abschnittes aus dem Kolosserbrief wird darauf hingewiesen: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn gehört. Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht aufgebsacht gegen sie! Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem, denn so ist es gut und recht im Herrn.“

Worte, die in der heutigen Zeit so unmodern geworden sind, dass sie oftmals nicht einmal verkündet werden, um bei gewissen zeitgeistigen Menschen nicht „anzuecken“. Aber auch durch das Verschweigen der Wahrheit, die aus diesen Worten spricht, ändert man trotzdem nicht die Worte der Offenbarung, die ja von Gott inspiriert ist. Das Einzige was dadurch passiert, ist, dass die Menschen auf Irrwege geführt werden und damit der ewigen Seligkeit verlustig gehen könnten. In diesen Bereich fällt auch so manche problematische Entscheidung der kirchlichen Ehegerichte, die einzelne kirchenrechtliche>Paragraphen (Canones) so weitherzig auslegen um den Menschen zu gefallen, dass das Ehesakrament dadurch konterkariert wird. Es werden Ehen oft nach 30 und 40 Jahren wegen Eheunfähigkeit annulliert, weil sich die Partner im Laufe der Zeit verändert haben, was alterungsbedingt eben passiert. Und da wird dann auf das vor Jahrzehnten geschlossene Ehesakrament Bezug genommen, obwohl Jesus eindeutig gesagt hat „was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen.“ (vgl. Mt 19,6) Dass Menschen in Jahrzehnten gewisse Veränderungen erfahren, weiß jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht. Und so werden Ehe annulliert, die sakramental bestanden haben, Kinder in die Welt gekommen sind, aber sich dann ein Partner einen neuen Partner gesucht hat, den er wieder sakramental heiraten will. Dabei hat Papst Benedikt in seiner Jahresansprache 2007 oder 2008 an die Rota gewarnt Ehen leichtfertig zu annullieren sondern nur bei gewissenhaftester Prüfung. Nur diese Prüfung ist in den deutschsprachigen Ländern meist eine Farce, wie ich aus eigener seelsorglichere Erfahrung und Erfahrungen eines Priesters aus Deutschland weiß. Damit macht sich die katholische Kirche in diesen Ländern zur „Hure Babylons“ um den Menschen zu gefallen. Genauso steht es mit der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten. Wer so die Kirche durch „Tricks“ dem Zeitgeist anpassen will, sollte den redlichen Charakter haben, die Kirche, deren Lehre er nicht mehr vertritt, zu verlassen und Protestant zu werden. Denn Luther hat ja erkläret „Ehe ist ein weltlich‘ Ding.“ Schon in meiner theologischen schriftlichen Arbeit Mitte der 80er-Jahre zum Buch von Walter Kirchschläger, Professor in Luzern , „Ehe und Ehescheidung im Neuen Testament“ habe ich darauf hingewiesen, dass dieses Problem ein Faktum werden wird, an dem die Kirche unglaubwürdig werden könnte, wenn sie hier die Worte und Lehre Jesu aufweicht. Denn dieser Vorgang hat nichts mit der Binde-und Lösegewalt, die Jesus dem Petrus übertragen hat, zu tun, sondern diese Handlungsweise wird bei unveränderter Lehre durchgeführt. Ein guter Bekannter, der beim Ehegericht eingesetzt ist, hat mir bestätigt, dass bei einer geschiedenen Ehe immer etwas zu finden sein wird, was zu einer Annullierung führen wird. Und damit ist die Kirche eindeutig nicht mehr römisch-katholisch sondern eher protestantisch geworden.

Das Evangelium spricht von der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten und deren Zurückrufung nach dem Tod des Herodes.. Hier werden die Prophezeiungen der Propheten erfüllt, die diese Jahrhunderte vorher getan hatten.

„Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch die Propheten gesagt hat. Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“ und nachdem Josef in Nazareth Wohnsitz genommen hat „Er wird Nazoräer genannt werden,.“

Ein weiterer Beweis, dass sich Gottes Prophezeiungen erfüllen, wenn auch oft erst Jahrhunderte nachdem sie ausgesprochen wurden. Daher sollte man derartige prophetische Worte nicht geringschätzen sondern darauf vertrauen, dass sich diese dann erfüllen werden wenn Gott die Zeit für gegeben hält.

Herr Jesus Christus, hilf deiner Kirche die reine, gesunde, wahre unverfälschte und unverkürzte Lehre von dir zu verkündigen und diese nicht dem Zeitgeist anzupassen sondern diese Lehre ohne Angst und Schrecken in der .Öffentlichkeit zu vertreten. Du hast uns ja aus diesem Grund verheißen „Seid ohne Furcht!“ Dir sei Lob und Preis jetzt und in Ewigkeit
.

Amen.
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9

Freitag, 30. Dezember 2016, 17:48

Hochfest der Gottesmutter Maria
Oktavtag von Weihnachten - Neujahr

1. Lesung: Num 6,22-27
2. Lesung: Gal 4,4-7
Evangelium: Lk 2,16-21

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Liebe Lser!

Der Neujahrstag ist nicht nur ein weltlicher Feiertag sondern er ist vielmehr ein kirchlicher Festtag, nämlich das Hochfest der Gottesmutter Maria sowie auch der Oktavtag von Weihnachten, aber auch der Weltfriedenstag.

Während der Oktavtag bedeutet, dass es der letzte liturgische Tag des Hochfestes der Geburt des Herrn ist und diese Hochfestoktav im liturgischen Kalender der Kirche seit Jahrhunderten gefeiert wird, ist der Weltfriedenstag erst seit einigen Jahrzehnten eingeführt.

Das weltliche Jahr beginnt liturgisch in der Kirche mit dem Hochfest der Gottesmutter Maria, eines Festes, das bis in das 8. Jahrhundert zurückreicht und die Mutterschaft Mariens in den Mittelpunkt stellt.

Die erste und alttestamentliche Lesung ist der Priestersegen mit dem Gott sein Volk Israel im Alten Testament segnet und dieser Segen gilt auch heute noch für uns Christen.

„Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende dir sein Angesicht zu und schenke dir Heil.“

Der Begriff „Heil“ wird von vielen Menschen falsch verstanden. Heil bedeutet nicht, dass den Menschen keine Krankheit, kein Schicksalsschlag treffen kann oder dass der Mensch von Krankheiten geheilt wird, sondern dass das Leben des Menschen vor dem Angesicht Gottes „heil“ ist. Und Heil ist das Leben des Menschen vor Gott, wenn es im Einklang mit Ihm und seinen Geboten bzw. Anweisungen steht, dass der Mensch in der Furcht des Herrn lebt und dadurch Frieden in seinem Leben erlangt. Auch der Begriff in der „Furcht des Herrn“ wird oft falsch verstanden, denn es wird damit die Ehrfurcht vor dem Herrn, unserem Gott, gemeint.

Das Heil für den Menschen ist also mit Gott ehrfürchtig verbunden zu sein, das menschliche Leben mit Seinen Geboten zu gestalten und diese einzuhalten, denn nur dann wird der Mensch jenen Frieden in seinem Leben finden, nämlich jenen umfassenden Frieden, der auch mit dem jüdischen Gruß „Shalom“ bezeichnet wird.

„Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist der ruft: Abba, Vater. Daher bist Du nicht mehr Sklave; sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott“

So heißt es in der neutestamentlichen Lesung aus dem Galaterbrief. Natürlich sind die Frauen als Töchter des Herrn von der Verheißung des Erbes nicht ausgeschlossen.

Für uns Christen ist der allmächtige Gott der Vater, Abba, und so dürfen wir IHN nennen weil SEIN Sohn Jesus es uns im Gebet des Herrn so gelehrt hat und wird dadurch uns als Kinder Gottes betrachten dürfen..

Unser Verhältnis zu dem Allmächtigen Gott ist damit viel inniger geworden als es zu Zeiten des Alten Testaments gewesen ist. Wir dürfen uns an Gott wenden wie an unseren irdischen Vater, ja wir dürfen auch mit Angelegenheiten im Gebet zu ihm kommen, die wir unserem irdischen bzw. leiblichen Vater vielleicht nie anvertrauen würden.

„Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoße seiner Mutter empfangen wurde.“


So lautet der 21. Vers im 2. Kapitel des Lukas-Evangeliums. Und verweist auf diese urjüdische religiöse Handlung, die auf den Bund Gottes mit Abraham verweist. Und gegen diese urreligiöse Handlung der Beschneidung von Buben haben die Atheisten in den letzten Jahren große Angriffe geritten und haben dazu die Menschenrechte bemüht, die diesbezüglich gar nicht zuständig sind, da die Menschenrechte die Religionsfreiheit garantieren, Aber diesen Gottesleugnern ist jedes dämliche Argument recht, um gegen die Religion aufzutreten.

Es wird oft vergessen, dass die Wurzeln des Christentums im Volk Israel liegen und dass das Alte Testament die Grundlage für die Lehre Jesu ist.

Viele moderne Katholiken, die sich ihren Glauben selbst zusammenbasteln, lehnen das Alte Testament ab und lassen nur das Neue Testament gelten. Aber das Neue Testament kann nur wirklich verstanden werden, wenn auch das Alte Testament bekannt ist und verstanden wird. Ansonsten bleibt das Verständnis des Neuen Testaments nur bruchstückhaft. Darum hat ja auch Jesus gesagt: „Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um zu erfüllen“ (vgl. Mt 5,17.18 )

Wichtig sind aber auch die Verse 19. und 20 dieser Evangeliumsperikope, denn sie lauten:

„Maria aber bewahrte alles, was geschehen war in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten.“


Dass Maria alles bewahrte, wie es in der Schrift heißt, bedeutet auch sinnbildlich, dass Maria als Mutter der Kirche zu verstehen ist, einer Kirche, die das Evangelium bewahrt und bedenkt. Daher kann Maria bereits ab der Verkündigung durch den Engel als Mutter der Kirche verstanden werden, da sie von diesem Zeitpunkt an alles was geschehen war in ihrem Herzen bewahrte, bedachte und überlieferte, denn sie hat sicher den Aposteln alles erzählt, was dann von den Evangelisten aufgeschrieben worden ist. Und unter dem Kreuz hat sie Jesus dem Jünger als Mutter anvertraut und damit auch uns Christen.

Die Hirten aber kehrten in ihr Alltagsleben mit der Gewissheit und Verheißung zurück, dass durch das „Kind“ das eschatologische Heil und der Frieden auf die Erde gekommen sind.

Diese Verheißung des Heiles und des Friedens, die den Hirten gegeben worden war, ist auch uns Menschen gegeben, wenn wir bereit sind, mit offenem Herzen Jesu nachzufolgen und unser irdisches Leben mit IHM zu gehen.

Herr Jesus, Du hast uns Deine Mutter auch uns Menschen als Mutter gegeben. Gib, dass Deine
Mutter uns als Vorbild des Gehorsams gegenüber Deinem Vater und Dir dient, der Du mit Deinem Vater in der Einheit mit dem Heiligen Geist lebst und herrschst in Ewigkeit.

Amen.
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10

Mittwoch, 4. Januar 2017, 16:33

Epiphanie - Erscheinung des Herrn
Heilige Drei Könige

1. Lesung: Jes 60,1–6
2. Lesung: Eph 3,2-3a.5-6
Evangelium: Mt 2,1-12

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja ist von jenem Propheten, der in der Exegese als Tritojesaja bezeichnet wird und seine Worte an die Israeliten gerichtet hatte, die aus der Verbannung in Babylon nach Jerusalem zurückgekehrt waren und denen der Prophet den Mut zum Wiederaufbau Jerusalems machen wollte.

„Auf werde Licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir, Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.“

Die Herrlichkeit Gottes erscheint wieder über Jerusalem wenn die Stadt, insbesondere der Tempel, wieder aufgebaut ist. Diese Verheißung an die aus der Verbannung heimgekehrten Menschen waren ein wesentlicher Antrieb zum Wiederaufbau.

Aber der Prophet will jedoch nicht nur auf die unmittelbare damalige Zeit hinweisen sondern auch in die ferne Zukunft, dass Einer kommen wird, der das Licht und die Herrlichkeit Gottes zum Volk Israel bringen wird. Dieser wird dann kommen, wenn aufgrund ihrer Handlungen die Finsternis und das Dunkel die Völker der Erde bedeckt, dass sie sich selbst daraus nicht befreien können.

Und wenn es im Vers 4 heißt „Deine Söhne kommen von fern, deine Tochter trägt man auf den Armen herbei“ so meint die Verheißung des Propheten, dass dann die Söhne und Töchter des Volkes, das an Gott glaubt, die Herrlichkeit Gottes erkennen und IHN demütig annehmen.

In der Geburt Jesu ist dieses vom Propheten weit in der Vergangenheit angekündigte Ereignis (ca. 500 vChr) Wirklichkeit geworden. Denn ER, Jesus, ist als das Licht in die Finsternis dieser Welt gekommen und mit IHM hat das Reich Gottes auf Erden begonnen, das zwar noch nicht vollendet ist, aber dessen Grundlagen in den Herzen jener Menschen, die IHM nachfolgen, eingepflanzt ist. Auch damals als Jesus geboren wurde, bedeckte die Finsternis die Völker der Welt und selbst im Volk Israel war diese vorhanden, dass der reine Buchstaben des Gesetzes wichtiger genommen wurde als das was das Gesetz wirklich meinte.

Ein typischer Fall ist auch im Neuen Testament überliefert als die Schriftgelehrten Jesu zur Rede stellten weil ER an einem Sabbath einen Kranken geheilt hatte.

Dieses von Jesus verkündete Reich Gottes wird im himmlischen Jerusalem vollendet, jener Stadt, die der Apostel Johannes in seiner Prophetie vom Himmel herabkommen sah (vgl. Offb 21,2), denn in ihr ist die Herrlichkeit des Herrn leuchtend vorhanden.

Alle Völker und Nationen, die das Wort Gottes, das Wort des Menschensohnes, angenommen haben und IHM nachgefolgt sind, werden dann von überall, in der Schrift heißt es „Von ferne“, her kommen und darin Wohnung nehmen. Sie brauchen dann „weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne, denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten“ (Offb 22,5b).

Auch in der Gegenwart ist für weite Teile der Welt eine Zeit der Finsternis und des Dunkels für die Welt angebrochen. Wie immer machen sich die Menschen diese Finsternis und das Dunkel selbst indem sie gegen die Offenbarung Gottes durch ihre Sünden handeln. Die Menschen wollen gottgleich sein, über Leben und Tod durch Abtreibung und Euthanasie entscheiden, sie wollen entscheiden über lebenswert und lebensunwert durch Präimplantationdiagnose, indem sie in vielem Teilen des Lebens gegen die Anordnungen Gottes und seinen Geboten handeln, dass sie Homosexualität, die dem Herrn ein Gräuel ist (Lev 18,22, Lev 20,13, 1 Kor 6) und eine seelische Verirrung durch eine persönliche Fehlentwicklung ist als gottgewollt akzeptieren, ja sogar derartige Unzuchts-Partnerschaften einer Ehe, die für Frau und Mann von Gott geschaffen wurde, gleichstellen wollen und dgl. mehr.

Die Menschen werden sich in naher Zukunft entscheiden müssen, ob sie wieder zu den Geboten und Anordnungen Gottes zurückehren und damit durch das enge Tor in das Reich Gottes, in das Ewige Leben, nach dem irdischen Tod eingehen wollen oder ob sie weiter in ihrer Verblendung den ideologischen atheistischen Verführern folgen und damit in ihr Verderben, in die Hölle, nach dem irdischen Tod gehen werden.

Jesus hat eindeutig gesagt, dass das Tor zum Leben eng ist während das Tor weit ist, das zum Verderben führt (vgl. Mt 7,13-14).

Jeder einzelne Mensch und jedes der Völker werden sich entscheiden müssen ob sie den engen Weg ins Leben oder den weiten Weg ins Verderben gehen wollen.

Das Evangelium dieses Festes ist die Perikope nach Lukas, das die Huldigung des Jesukindes durch die Magier/Sterndeuter in Betlehem beinhaltet.

„Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe dar.“

Der Sinn dieser Gaben ist ja bekannt, er soll aber nochmals in Erinnerung gerufen werden: Gold dem König, Weihrauch dem Priester bzw. Gott, Myrrhe für den Tod. Mit Myrrhe wurden damals die Toten gesalbt.

Vieles ist in dieser Evangeliumsstelle nur angedeutet: Wieso waren es 3 Weise, Könige oder Magier bzw. Sterndeuter? Aus dem Text geht es nicht hervor. Aufgrund der Anzahl der Geschenke wird aber auf drei Personen geschlossen. Jeder brachte dem Kind ein Geschenk dar.

Die uns bekannten Namen sind schon vor Jahrhunderten vom Volk vergeben worden, denn auch sie sind in der Bibel nicht vorhanden. Diese Namen haben eine Verbindung mit den Buchstaben C+M+B, die auf die Türe mit der Jahreszahl geschrieben werden und die eigentlich die Anfangsbuchstaben des lateinischen Segenspruches „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne die Wohnung) darstellen. Daraus machte das Volk die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar.

Das wirklich große Geheimnis des Weihnachtsfestkreises ist jedoch, dass der allmächtige Gott in einem kleinen Kind, also als Mensch, auf die Erde kam, dass er sich nicht scheute ein Kind zu werden und um später dann die menschliche Last des Lebens und des Leidens auf sich zu nehmen. Und nur so konnte ER zum Licht der Welt, aber auch zum Heiland und Retter bzw. der Menschen werden, denn er lebte das Leben der Menschen außer der Sünde. Jesus, ja ER ist das Licht der Welt, wahrer Gott und wahrer Mensch, der ewige Hohepriester, der das menschliche Schicksal inklusive eine schmachvollen Todes auf sich genommen hat, um die Menschheit von ihrer Sündhaftigkeit zu erlösen, der uns durch sein Blut wieder mit dem Vater versöhnt hat und uns wieder zu Kindern Gottes machte. Die Voraussetzung, dass wir echte Kinder werden ist die Einhaltung der Gebote Gottes und die Nachfolge Jesu in unserem Leben.

Herr Jesus Christus, du hast dich nicht gescheut als Gottes Sohn das menschliche Fleisch angenommen um uns zu erlösen und mit Vater zu versöhnen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
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11

Samstag, 7. Januar 2017, 10:23

Taufe des Herrn

1. Lesung: Jes 42,5a.1-4.6-7
2. Lesung: Apg 10,34-38
Evangelium: Mt 3,13-17

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Mit dem Fest der Taufe des Herrn wird nunmehr der Weihnachtsfestkreis abgeschlossen. Vor der Liturgiereform war auch noch der 2. Februar, die Feier der Darstellung des Herrn, einbezogen, wobei dieses Fest um die Zeit des Konzils von Ephesus auch die Bezeichnung „Fest der Begegnung“ führte.

Die alttestamentliche Lesung ist aus dem ersten Gottesknechtslied des Propheten Jesaja entnommen.

„Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze, das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.“

So beginnen die Verse des ersten Gottesknechtsliedes, die der Prophet Jesaja über 700 Jahre vor Christi Geburt geschrieben hatte. Und doch sind diese prophetischen Worte schon auf die Ankunft und das Wirken Christi bezogen.

Und an anderer Stelle, bei der Berufung des Propheten, sagt Gott zu ihm: „Geh und sag diesem Volk: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen. Sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen.“ (Jes 6,9) Und Jesus sagt im selben Zusammenhang mit den Gläubigen „An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen.“ (Mt 13,14).

Und diese Worte Jesu treffen heute auf viele Gläubige zu, die zwar in der Bibel etwas lesen, aber nicht verstehen wollen oder können, die nur ihre eigenen laienhaften und daher falschen Interpretationen anerkennen wollen, obwohl ihnen von rechtgläubigen Theologen, die in der Lehre der Kirche stehen, die richtige Auslegung bzw. Begriffserklärung gegeben wird.

Diese Selbstauslegung der Offenbarung und von theologischen Begriffen, die damit verbunden sind, ist nicht wirklich katholisch sondern protestantisch, denn bei den Protestanten kann sich jeder alles so auslegen wie es ihm passt. Daher hatte die Kirche vor dem II. Vaticanum für die Gläubigen die Regel aufgestellt, dass die Auslegung nur den Geweihten zukommt. Auf heutige Verhältnisse übertragen, wo auch viele Geweihte nicht mehr voll in der Lehre der Kirche stehen, bedeutet dies, dass nur jenen zu folgen ist, die nachweislich voll in der Lehre der Kirche stehen.

Darum hat auch Jesus zu seinen Jüngern, die er, aussandte gesagt: „Wer euch hört, der hört mich“ (Lk 10,16) Und heute sind jene, die Gesendeten, die ihm durch das Dienstamt besonders verbunden sind.

Auf ähnliches weist die 2. Lesung aus dem Neuen Testament hin, als Petrus im Haus des Cornelius predigte.

„Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.“

Einerseits bedeutet, das Wort „Furcht“ in diesem Vers, die Ehrfurcht, die der Mensch vor Gott haben sollte, aber auch andererseits, dass es zu dieser Ehrfurcht auch gehört auf die Stimme jener zu hören, die die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung und die Lehre der Kirche vermitteln. Damit ist in dieser Lesung der Zusammenhang zur alttestamentlichen Lesung hergestellt.

Das Evangelium nach Matthäus hat natürlich am liturgischen Tag der „Taufe Jesu“ die Taufe Jesu zum Mittelpunkt.

Johannes weigerte sich zuerst Jesus zu taufen. „Jesus antwortete ihm:: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.“

Eines ist bei diesem Text zu berücksichtigen, dass der Text der Einheitsübersetzung, der in der Verkündigung verwendet wird, die Wiedergabe des griechischen Textes nur ungenau wiedergibt.

Wichtig ist jedoch darauf hinzuweisen, dass das Wort „Gerechtigkeit“ in der Heiligen Schrift nicht jener Gerechtigkeit entspricht, die im menschlichen Leben vergleichbar ist.

Es ist der Fehler vieler, die nicht fundierte theologische Kenntnisse haben, die Worte der Hl. Schrift mit jener Bedeutung des normalen menschlichen Lebens zu lesen. Nur das ist in vielen Fällen nicht der Fall.

Das Wort „Gerechtigkeit“ an dieser Stelle des Evangeliums bedeutet, dass der Höhere und das ist Jesus, sich unter dem Geringeren, das ist Johannes der Täufer, beugt und sich vom Geringeren taufen lässt.

Und nach der Taufe Jesu öffnete sich der Himmel und der Hl. Geist kam in der Gestalt einer Taube vom Himmel.

„Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“

Mit diesen Worten aus dem Himmel wird die Gerechtigkeit im menschlichen Sinne wieder hergestellt. Denn das Reich Gottes und dessen Gerechtigkeit ist in einer anderen Form verwirklicht, als es sich Johannes der Täufer in seiner menschlichen Vorstellung von Gerechtigkeit gedacht hat.

Und noch etwas manifestiert sich in dieser Begebenheit der Taufe Jesu. Die Heilige Dreifaltigkeit. Der heilige Hieronymus formulierte es so: Das Geheimnis der Dreifaltigkeit zeigt sich hier bei der Taufe, denn der Herr wird getauft, der Geist steigt in Gestalt einer Taube herab und man hört die Stimme des Vaters, der Zeugnis für den Sohn ablegt.

Dass ist die Lehre, die der Mensch aus dem Evangelium dieses Sonntags für sein religiöses Leben ziehen sollte.

Herr Jesus Christus, öffne allen Menschen das Ohr, dass sie auf jene hören, die Du berufen hast, Dein Wort auszulegen und die die wahre, gesunde und reine Lehre von Dir und Deiner Kirche verkünden. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
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12

Donnerstag, 12. Januar 2017, 15:32

2. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung Jes 49,3.5-6
2. Lesung: 1 Kor 1,1-3
Evangelium: Joh 1,29-34

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja stammt aus dem zweiten Gottesknechtlied des Deuterojesaja und weist auf die Macht Gottes hin jene zu Ehren, die den Willen Gottes befolgen.

„Er (Gott) sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will..... Jetzt hat der Herr zu mir gesprochen, der m ich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle.“


Mit Israel ist die gesamte Menschheit gemeint, die auf das Wort Gottes hört und hören will. An dem Wort Knecht darf sich der heutige Mensch nicht stören, denn damals war Juda im Babylonischen Exil, also in der Knechtschaft unter einem mächtigen König.

Die vier Gottesknechtslieder des Deuterojesaja über die Errettung Israels aus dieser Gefangenschaft weisen jedoch so weit in die Zukunft, dass das Kommen und Wirken Jesu auch schon vorausgesagt werden konnte, obwohl dieses Ereignis erst rd. 700 Jahre später eingetroffen ist.

Mit Jesus, ist diese Prophezeiung wahr geworden, denn ER hat die Aufgabe das Volk Gottes zu sammeln, zu Gott heimzuführen und bei IHM im Ewigen Leben zn versammeln

Die zweite, die neutestamentliche Lesung, aus dem Ersten Korintherbrief des Apostels Paulus umfasst in den verkündeten drei Versen nur die Anschrift und den Gruß am Beginn des Briefes. Mehr aus dem Korintherbrief wird an diesem Sonntag in der Lesung nicht verkündet.

Wie am vorigen Sonntag, der Taufe des Herrn, an dem das Matthäus – Evangelium über die Taufe Jesu verkündet wurde, hängt auch der heutige Abschnitt aus dem Johannes-Evangelium mit der Taufe des Herrn zusammen.

Johannes, der Evangelist, berichtet zwar dabei nicht im Detail von der Taufe Jesu im Jordan, denn zu dem Zeitpunkt, waren die Berichte über die Taufe Jesu im Matthäus- und Lukas-Evangelium in der Urkirche längst den Gläubigen bekannt.

Johannes der Täufer bezeugt aber, dass bei der Taufe Jesu der Heilige Geist in Gestalt der Taube herabgekommen ist. Und er sagt: „Das habe ich gesehen und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes!“

Der heilige Chrysostomus, ein wichtiger Kirchenvater, stellte sich die Frage, warum von den Juden nur ein geringer Teil Jünger Jesu wurden und gibt auch eine mögliche Antwort darauf, dass diese trotz der von Jesu getanen Wunder durch Neid und Missgunst diesen geistig die Wahrheit verschlossen geblieben ist und diese daher nicht Jesus annahmen und als seine Jünger folgten. Außerdem verweist Chrysostomus darauf, dass auch andere darauf hinwiesen, dass die Möglichkeit gegeben war, dass nicht alle das Herabkommen des Heiligen Geistes sahen konnten sondern nur Johannes und jene, die eine entsprechend fromme Gesinnung hatten. Also faktisch nur jene, die ein offenes Herz für den Anruf Gottes hatten, konnten damals die Herabkunft des Heiligen Geistes sehen. Auch heute können nur jene Menschen Gottes Anrufe „hören“, die ein offenes Herz und hörendes Ohr für Gott haben. Wer also einen lauen Glauben hat oder ungläubig ist, wird das Wirken Gottes weder hören noch spüren, da die wesentlichste Grundvoraussetzung fehlt, nämlich Glaube und Vertrauen zu Gott.

Zurück zum Evangelium: Wichtig war für Johannes, dem Evangelisten, dass der Täufer gesagt hat, als er Jesus zum Jordan kommen sah: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“

Ja, Jesus, Er ist das wahre Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Jesus nimmt unsere Sünden von uns weg, wenn wir ihm diese in der Beichte bekennen. Denn Jesus hat unsere Sünden auf das Kreuz von Golgota mitgenommen und uns durch sein Blut mit dem Vater versöhnt.

Er ist unser Heiland und unser Retter. Seine Liebe und Barmherzigkeit, sind auch für uns die Garantie, dass er uns hilft, denn er weiß um unsere Schwachheit, um unsere Sündhaftigkeit. So dürfen wir immer wieder zu ihm kommen, um seine Vergebung zu erhalten.

Wenn uns Jesus in Seiner Barmherzigkeit die Sündenvergebung verspricht, bedeutet das nicht, dass wir „frisch fröhlich“ sündigen dürfen, denn Jesus fordert in diesem Zusammenhang immer wieder die Umkehr und Abkehr von den Sünden, denn wiederholt steht im Evangelium, dass Jesus gesagt hat: „Geh hin und sündige nicht mehr!“ Jener Satz, der heute nicht gern gehört wird und auch bei der Verkündigung immer wieder unterdrückt wird.

Aber Jesus, das Lamm Gottes und der Sohn Gottes, ruft uns auch in seine Nachfolge. „Wer mir nachfolgt, nehme täglich sein Kreuz auf sich“. (vgl. Mk. 8.34). Er verspricht uns nicht, ein Leben ohne Probleme, ohne Schwierigkeiten, ohne Katastrophen.

Zur Nachfolge gehört, dass wir vor allem auf das Wort Gottes hören und damit zu hörenden Menschen werden. Und hörende Menschen werden wir nur, wenn wir auch betende Menschen sind. Denn unser Herz wird durch das Gebet offen.

Jesus steht vor der Tür unseres Herzen, klopft an und wartet, ob wir ihm öffnen.

Zu dieser Nachfolge gehört auch, dass wir uns Jesus und seiner Kirche zur Verfügung stellen. Aber das zur Verfügung stellen bedeutet nicht, dass wir sofort das machen können und dürfen, was wir wollen.

Zur Verfügung stellen in der Nachfolge Christi bedeutet also, zu sagen, ich bin bereit für das Reich Gottes zu arbeiten, und dann zu warten, welche Tätigkeiten mir zugeteilt werden. Aber in jeder dieser Tätigkeiten habe ich die Offenbarung und Lehre der Kirche zu verkünden und nicht meine eigene Meinung. Wer also meinst in diesem Fall seine eigene persönliche Meinung zu vertreten, die von der Lehre der Kirche abweicht, der ist einer bzw. eine, der/die gegen die Kirche und den Glauben an Jesus arbeitet und sollte den redlichen Charakter haben, eine solche Aufgabe nicht zu übernehmen. Denn in Wirklichkeit ist derjenige/diejenige einer jener Mietlinge von denen Jesus spricht, die die Herde Gottes nicht weiden sondern auf Irrwege führt (vgl. Joh 10,12ff)

Jesus, das Lamm Gottes, führt uns in seiner Nachfolge auf jenen Weg, den er für uns vorgezeichnet hat. Und dieser Weg kann ganz anders sein als der Mensch es erwartet und erhofft.

Herr Jesus Christus. Lass mich ein betender und hörender Mensch sein, der in Deiner Nachfolge jenen Platz einnimmt, auf den er von Dir gestellt wird, der Du lebst und herrschest mit Gott, dem Vater, in alle Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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13

Donnerstag, 19. Januar 2017, 16:10

3. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jes 8,23b-9,3
2. Lesung: 1 Kor 1,10-13.17
Evangelium: Mt 4,12-23 oder 4,12-17

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

Auch die heutige alttestamentliche Lesung stammt, wie so oft, aus dem Buch Jesaja, aber aus jener Zeit (734/733 vChr) wo der Prophet die Israelis vor dem Bündnis mit den Assyrern warnt und wo er in seiner Prophetie schon die Geburt des Heilskönig verkündet, der das Volk aus der Finsternis in dem es lebt ins Licht führen wird.

„Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht; über denen die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“

Diese Prophezeiung Jesaja aus dem 8. Jhdt. vor Christi gilt faktisch für das Volk Israel die ganze Zeit bis zu Geburt Jesu. Denn in all diesen Jahren ist das Volk Israel weitgehend im Dunkeln, nur unterbrochen von kurzen Zeiten wo es nicht unterdrückt wird. Sowohl die eigenen Könige handeln meist nicht am eigenen Volk in Recht und Gerechtigkeit als auch die Unterdrückung durch Fremdherrscher belasten Israel. Und über all diese Jahrhunderte ist die Prophezeiung Jesaja gegenwärtig, dass es für das Volk Israel eine Zukunft im Licht geben wird.

Die neutestamentliche Lesung aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus hat ebenfalls einen Bezug zur heutigen Zeit.

„Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid eines Sinnes und einer Meinung“.

Seit dem II. Vaticanum gibt es Kräfte in der Kirche, die meinen, dass mit diesem Konzil alles neu in der Hl. Mutter Kirche geschaffen werden muss. Diese Kräfte vergessen nur eines, dass das 2. Vaticanum in der Tradition der Kirche zu betrachten ist, dass das Konzil auf dieser Tradition aufbaut und die vorhergehenden Konzilen sowie die bisherige Lehre der Kirche daher nicht hinfällig gemacht hat. Der immer beschworene „Geist des Konzils“ ist eine von modernistischen Theologen geschaffene Chimäre, die keine Grundlagen in den Dokumenten des Konzils hat. Diese Chimäre wurde erfunden, weil diese Theologen die Hl. Mutter Kirche dem Protestantismus angleichen wollten.

Die Aussprüche von den Päpsten dazu weisen auch in diese Richtung, wenn Paul VI. sagte: „Der Rauch Satans ist in die Kirche gedrungen“ und Benedikt XVI. meinte „Die Sünde in der Kirche belastet den Glauben“ sowie sinngemäß, dass „die Feinde der Kirche in deren Innern sind.“

Denn alle diese Verstöße gegen die Lehre der Kirche sind eine Sünde gegen das 1. und 2. Gebot des Dekalogs und sind auch in Dokumenten der Kirche sowie im Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) nachlesbar.

Und seitdem vor rund 7 Monaten die Enzyklika Amors latentia von Papst Franziskus veröffentlicht wurde ist dieser Untergrabung der Lehre ein weiteres Kettenglied beigefügt worden. Obwohl namhafte Theologen und Kardinäle Klarstellungen verlangten hat dieser Papst keine Klarstellungen abgegeben. Wer schweigt stimmt zu, - also der Untergrabung der Lehre. Da kann dieser Papst noch so oft beteuern „er sei ein Sohn der Kirche“ und so frägt man sich als Theologe, Kleriker und als Gläubiger „welcher Kirche“??? und bekommt im Glauben als Botschaft die Antwort „jener Kirche, in der der Rauch Satans eingedrungen ist und sich unter diesem Papst immer weiter ausbreitet.“ Also ist dieser Papst eher ein Sohn des Satans als der Kirche, denn in diesen Jahren des Pontifikats von Franziskus gibt es eine Anzahl Handlungen, die der Kirche, der Lehre und dem Glauben der Menschen geschadet haben - um nur einige zu erwähnen: Franziskaner der Immakulata, Enzyklika AL und deren Auswirkungen und unterschiedliche Interpretationen bis zur schismatischen Auslegung der Bischöfe Maltas, die Malteser-Ordens-Einmischung, die der Kirche nichts angeht und noch einiges mehr. Dazu passt auch das Schweigen des Papstes zu AL, denn würde der Papst die Klarstellungen aussprechen, die seiner Intentionen zu diesem Dokument entsprechen, müsste er als solcher zurücktreten, da er der Lehre deren Hüter er eigentlich sein sollte widerspricht. Auf diesen Papst treffen die Aussagen von Thomas von Aquin und Robert Bellarmin zu, dass auch einmal ein Papst ein Häretiker, ja sogar ein Antichrist sein kann. Die Kirche soll wohl aus „Barmherzigkeit“ protestantiert - Version 2,0 – werden, wie es ein Diskutant auf einer Plattform geschrieben hat.

Nun zurück zum Evangelium. Das Evangelium dieses Sonntags berichtet über das erste Auftreten Jesu und hat damit einen direkten Bezug zur alttestamentlichen Lesung, denn es zitiert auch Jesaja, wobei zusätzlich die folgenden Worte verkündet werden, die in der Lesung selbst nicht gesprochen wurden, aber einige Verse vorher darin stehen.

„Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa... “

Die jüdischen Stämme Sebulon und Naftali wurden 722 vChr. von den Assyrern verschleppt und ihr Land mit Heiden besiedelt.

Jesus lebte nach der Verhaftung Johannes des Täufers vor seinem Auftreten in Karfanaum in Galiläa, also im Gebiet von Sebulon und Naftali. Und hier begann Jesus seine Tätigkeit und zu verkünden:

„Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“

Und diese Aufforderung an die Menschen zur Umkehr zu Gott, und dass das Himmelreich nahe ist, dass ist die wesentliche und zentrale Aufgabe der Verkündigung Jesu. Und in diesem Zusammenhang ist auch die Barmherzigkeit Jesu klar in der Heiligen Schrift erörtert und zu verstehen. Wer glaubt, dass die Barmherzigkeit Jesu automatisch ohne Umkehr zu Gott gegeben ist, verkürzt und verfälscht die Sendung Jesu, denn ER hat deutlich gesagt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21) Und der Wille des Vaters m Himmel ist, dass der Mensch die Gebote und Anweisungen Gottes einhält und sein Leben danach ausrichtet. Denn Jesus hat die Menschen vor den Konsequenzen gewarnt, wenn sie nicht den Willen Gottes erfüllen: „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.“ (Mt 7,13.14) Das enge Tor ist der Eingang zum Ewigen Leben bi Gott. Also soll deer Mensch sein Leben so gestalten, dass er dieses Ziel erreicht.

Wenn nur die Kurzfassung des Evangeliums verkündet wird, wird die Berufung der ersten Jünger nicht mehr verkündet.

„Als Jesus am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder, Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“

Dann werden noch die Söhne des Zebedäus Jakobus und Johannes berufen, die ihren Vater verließen und IHM nachfolgten.

Und genauso wie Jesus diese berufen hat, beruft ER auch heute Menschen IHM nachzufolgen. Wer IHM nachfolgt und Seine Lehre beachtet wird in seinem Leben nicht fehlgehen und das verheißene ewige Leben gewinnen, auch wenn er von der Mehrheit der Menschen nicht begriffen, ja sogar angegriffen werden wird. Denn „Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.“ (Joh 12,25).

Herr, sende Deinen Heiligen Geist, mit Macht in Deine Kirche denn in dieser sind unter diesem Pontifikat Kräfte am Werk, die nicht deiner Lehre entsprechen und diese ad absurdum führen.

Amen.
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Donnerstag, 26. Januar 2017, 16:54

4. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Zef 2,3;3,12-13
2. Lesung: 1 Kor 1,26-31
Evangelium: M 5,1-12a

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die erste Lesung aus dem kleinen prophetischen Buch Zefanjas, das nur knapp 60 Verse umfasst, weist ebenfalls auf das kommende Gericht hin.

„Sucht den Herrn, ihr Gedemütigten im Land, die ihr nach dem Recht des Herrn lebt. Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut! Vielleicht bleibt ihr geborgen am Tag des Zornes des Herrn!“


Geschichtlich passt das Buch in die Folgezeit der langen Regierung (über 50 Jahre, 699 – 643 vChr) des gottuntreuen Königs Manasse in der ein sittlicher, sozialer und religiöser Verfall erfolgt ist. Zefanja muss als Prophet in dieser Zeit (um 603 vChr) mit den reformwilligen Kräften zusammengearbeitet haben, die gegen diesen Verfall auftraten und gegensteuerten.

Auch heute werden jene, die die Lehre Gottes vertreten und gegen Abtreibung, Euthanasie, Ehebruch und Scheidung, Homo-Ehe oder Lebensgemeinschaften usw. auftreten angegriffen, gedemütigt und geschmäht.

Und genau für diese Menschen, die die Lehre Gottes vertreten hat Zefanja Worte des Trostes in seiner Prophetie.

„Selig die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die trauernden, denn sie werden getröstet werden. ...“

Das Evangelium dieses Sonntags ist die Bergpredigt, deren kompletter Text als bekannt vorausgesetzt wird. Diese könnte man als das Programm Jesu für den Weg des Menschen in das Reich Gottes betrachten. Es ist aber zugleich ein Bild der Gegensätze.

Jede einzelne der Seligpreisungen ist nicht nur Trost, sondern jede von ihnen beinhaltet auch eine radikale Forderung an den Christen für sein Leben. Es sind ebensolche radikale Forderungen, wie sie Jesus an den reichen Jüngling gerichtet hat, als er sagte: "Verkaufe alles und gib das Geld den Armen und dann folge mir nach!" (vgl. Mt 19,21)

Aber jede der Seligpreisungen stellt auch eine Konfliktsituation im Leben des Menschen dar, in der er sich entscheiden muss, welchen Weg er in seiner Schwachheit vor Gott gehen will. Gott lässt, in seiner Liebe, dem Menschen die Freiheit dieser Entscheidung.

Wenn Jesus sagt, selig die arm sind vor Gott, so ist darin die Forderung an jeden Christen enthalten: Führe ein einfaches und bescheidenes Leben und verlass dich auf die Gnade und Liebe Gottes. Gott weiß, was du unbedingt brauchst und er will von dir nur, dass du an ihn glaubst und dass er die Mitte in deinem Leben ist. Und wird die Last des Lebens einmal zu groß, so sollte jeder an das Leiden Christi denken, das er auf sich genommen hat für unsere Erlösung. Jesus hatte diese Kraft, weil er seinem und unserem Vater voll vertraute. Und wenn ich als Mensch dieses Vertrauen zu Gott habe, wird jede Last, die mich in meinem Leben trifft, zwar nicht ungeschehen gemacht, aber ich werde jene Kraft von Gott bekommen, dass ich diese Last tragen kann.

Gott will von jedem Menschen dieses uneingeschränkte Urvertrauen in Seine Liebe und Barmherzigkeit, ein Vertrauen ohne Wenn und Aber?

Als Christ kann ich also arm sein an materiellen Gütern, aber reich sein durch das Wissen, dass mich Gottes Liebe überall begleitet und mich umfängt, dass ich in Gott jederzeit und überall geborgen bin. Ein materiell Reicher kann aber arm sein, wenn er die Augen nur auf die irdischen Dinge richtet und so im inneren seines Lebens eine Leere fühlt, die selbst mit den größten Lebensgenüssen nicht ausgefüllt werden kann.

Und wenn Jesus, jene selig preist, die um seinetwillen beschimpft und verfolgt werden, so ist darin die vielleicht radikalste Forderung für einen Menschen enthalten. Denn Jesus fordert dabei jeden Christen auf, ihm nachzufolgen auf dem Weg in das Reich Gottes, egal was im Leben kommt. Und diese Forderung zu erfüllen, ist wahrscheinlich die schwerste Entscheidung des Menschen.

Die Märtyrer in den Christenverfolgungen der Urkirche erfüllten diese Forderung. Denn sie blieben ihrem Glauben und ihrem Lebensvollzug, der anders war als jener ihrer Umgebung, bis in den Tod treu. Auch heute gibt es viele Länder, wo Christen verfolgt und für ihren Glauben sogar getötet werden.

Bei uns im westlichen Europa gibt es keine Christenverfolgungen. Und trotzdem wollen viele Christen nicht als solche erkannt werden oder sich als solche zu erkennen geben. Denn es könnten doch Nachteile entstehen, wenn ich mich als überzeugter Christ zu erkennen gebe. Es ist doch angenehmer, wenn ich, wie es heute heißt, "angepasst" bin, wenn ich mit dem Strom mitschwimme, von den Mitmenschen voll anerkannt werde, weil ich in allem so bin wie sie.

Sogar die Kirche wird laufend aufgefordert, die Lehre Jesu so anzupassen, dass sie in das heutige Leben passt. Jene, die diese Forderungen stellen, vergessen, dass Jesus Botschaft die Botschaft seines und unseres Vaters ist, die dieser vor aller Zeit in ihren Grundaussagen gegeben hat und die nicht veränderbar sind.

Jesus hat uns nicht zu einem angepassten Leben gerufen, sondern zu einem Leben, dass oft dem "Zeitgeist" widerspricht. Er selbst führte ein Leben, das dem damaligen Zeitgeist widersprach. Darum wurde er beschimpft, verfolgt und schließlich getötet, aber er wusste sich in der Liebe seines Vaters geborgen. Und dieser hat ihn auferweckt und verherrlicht.

Jesus hält uns also mit seiner Bergpredigt jenes Bild vor Augen so wie der Christ sein sollte, der IHM nachfolgt.

Damit sind aber auch Fragen an jeden Menschen verbunden. Will ich als Christ überhaupt dem Bild eines solchen Christen entsprechen? Wie weit gleiche ich diesem von Jesus gezeichnetem Bild? Bekenne ich mich gegenüber der Welt als Christ? Lebe ich so, dass ich als Christ erkennbar bin? Schaue ich diesem von Jesus gezeichneten Bild überhaupt ähnlich?

Jeder Christ sollte also sein eigenes Spiegelbild betrachten. Er wird sich darin selbst sehen. Und muss sich dabei selbst prüfen, wie weit er dem von Jesus gezeichneten Bild entspricht.

Sicher, durch unsere menschliche Schwachheit wird kein Mensch dem von Jesu gezeichneten idealen Bild vollkommen entsprechen können. Selbst den Heiligen ist es nicht gelungen.

Aber es liegt an jedem von uns, ob wir bereit sind, den Versuch zu wagen, diesem Bild näher zu kommen.

Entscheiden wir uns für das von Jesu gezeichnetem Bild, so dürfen wir gewiss sein, dass der allmächtige Gott mit seiner Liebe immer bei uns ist und uns auch die Kraft für diesen Weg geben wird.

Soweit gilt diese Predigt wenn Sie bereit sind die Lehre Jesu und seiner Kirche nachzufolgen, die jedoch vom derzeitigen Papst als gesetzlich und ähnliches bezeichnet wird, denn in der Barmherzigkeitsfimmelei desselben ist dies nicht adäquat christlich denn dieser geht gegen alle vor, die die bisherige Lehre einhalten und nicht verwässern so wie es dieser tut. Dieser Papst ist nichts andres als ein eindeutig verdeckter Anhänger der Befreiungstheologie und führt die Kirche auf den Weg des Protestantismus wobei er so unbarmherzig ist und alle, die diesen Weg nicht gehen wollen rigoros bekämpft und absetzt. Dafür gibt es in den vergangenen Jahren mehrere Beweise wie zBspl. der Orden der Franziskaner der Immakulata, der faktisch zerstört wurde, mehre Absetzungen .und Versetzungen und so manches andere mehr, die alle genau in der Lehre und Tradition der Kirche standen. . Hier handelt dieser Papst wie der ärgste Despot, den es in der Kirche gibt Jetzt muss sich der Einzelne entscheiden: Bleibe ich der bisherigen Lehre und Tradition der Kirche treu oder renne ich einem Zeitgeist nach, der sich zwar Sohn der Kirche nennt aber eher eine Werkzeug des Teufels ist und der die gesunde, wahre und reine Lehre und somit die Kirche zerstört. ES ist faktisch der Beginn einer zweiten Reformation, die schon seit längerem im Untergrund bei den Jesuiten schwellte.

Bleibt dem wirklich katholischen treu, sammelt euch um die treuen Priester der Kirche und seid liebe eine kleine Herde als ein Teil jener, die die Kirche modernisieren und „barmherziger“ machen wollen und das wirklich katholische zerstören wollen.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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15

Donnerstag, 2. Februar 2017, 16:12

5. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jes 58,7-10
2. Lesung: 1 Kor 2,1-5
Evangelium: Mt 5,13-16

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesaja kommen Verse zur Verkündigung, die von jenem Propheten, der der Tritojesaja genannt wird und sie sind für jene Israeliten bestimmt, die aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt sind und nunmehr Hilfe benötigen um wieder Fuß zu fassen. .

„an den Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen in dein Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst ihn zu bekleiden“

Und dann gibt er die Verheißung „Deine Gerechtigkeit geht dir voran; die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach.“

Unter Gerechtigkeit versteht er, dass das Leben derjenigen gut gelingen wird, die die Hilfe geleistet haben und als Herrlichkeit des Herrn, dass ihnen vom Herrn diese Hilfe vergolten wird. Diese Verheißung gilt auch für die Menschen der heutigen Zeit genauso wie damals.

Auch der Apostel Paulus spricht deutliche Worte in dem verkündeten Abschnitt aus dem Ersten Korintherbrief:

„Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.“

Die unverkürzte und unverfälschte Verkündigung, die sich auf die Worte Gottes in dessen Vorgaben in der Bibel stützt, ist nicht auf Menschenweisheit gestützt sondern basiert auf die Kraft Gottes, die ER den Menschen in seinen Worten zum Gelingen des Lebens gegeben hat.“

Wenn, wie in den letzten Tagen, einige Bischöfe aus Deutschland und der Schweiz diese Worte Gottes relativeren oder sogar dagegen sprechen, so sind diese Bischöfe keine Hirten, die die ihnen anvertraute Herde weiden, sondern Mietlinge, die die Herde verlassen, wenn der Wolf kommt und gegen die anvertraute Herde agiert (vgl. Joh 10.12). Denn der Wolf, der heute gegen die Herde, das ist das Volk Gottes, die Gläubigen, angeht, ist der Zeitgeist und jene Menschen, die diesem Zeitgeist unterworfen sind und diesem huldigen. Wenn daher solche Bischöfe dem Zeitgeist huldigen, dementsprechende Aussagen gegen die Lehre der Kirche machen und damit gegen die wahre, reine und gesunde Lehre Christi (vgl. 1 Tim, 2 Tim, Tit) verstoßen bzw. diese nicht verkündigen, sind diese genauso solche erbärmliche Verräter so wie es seinerzeit Judas war, der den Herrn verraten hat.

„Ihr seid das Salz der Erde - Ihr seid das Licht der Welt" so sagt Jesus zu seinen Jüngern im Evangelium dieses Sonntags.

Er sagt nicht, dass wir Salz oder Licht werden sollen, sondern er betont ausdrücklich, dass wir, also jeder von uns Christen, bereits das Salz und das Licht der Welt sind.

Salz ist ein Gewürz, das alles verfeinert; aber auch ein Konservierungsmittel, das jene Produkte schützt, die mit ihm in Berührung kommen. Ein Produkt, das schale oder tote Produkte wieder lebendig machen kann. So berichtet 1 Kön des AT, dass der Prophet Elischa mit Salz schales Wasser wieder lebendig gemacht hat.

"Ihr seid das Salz der Erde - Ihr seid das Licht der Welt", diese Sätze könnten wir also als Kompliment an uns Christen verstehen.

Aber wie so oft sind diese Sätze eine radikale Herausforderung Jesu an uns. Er meint damit: Wenn der Christ, also jeder von uns, das Wirken des Hl. Geistes in seinem Leben zulässt, dann wird er zu einem Träger und Überbringer der Botschaft Christi. Wenn wir uns von Jesu, seinem Glauben an Gott Vater, seiner Liebe und Barmherzigkeit, von seinem Lebensprogramm anstecken lassen, dann wird mein Glaube so sein, dass ich allein durch mein Leben meinen Glauben weitergebe und andere, also die Fernstehenden und Ungläubigen, daran teilhaben lasse.

Damit meint Jesus aber nicht, dass wir im Glauben vollkommen und als Menschen perfekt sein müssen. Er ist sich unserer Schwachheit und Unvollkommenheit vollkommen bewusst.

Wie kann diese Herausforderung Salz und Licht der Welt zu sein, heute von uns erfüllt werden? Jeder von uns kann diese Herausforderung erfüllen, wenn er aus seinem Glauben heraus zu den Problemen der Welt Stellung nimmt und nicht schweigt. Derzeitige Probleme wären zBspl. die Abtreibungspille und die Fristenlösung, die Stärkung der Ehe und der Familie, die sogenannte Sterbehilfe, die Armut der Dritten Welt, die Menschenrechte und vieles anderes mehr.

Würde jeder von uns Christen sich in diesen Problemen engagieren und die Lehre Christi und Seiner Kirche verkünden, ja dann würden wir das Salz und das Licht dieser Welt sein und diese schal gewordene, ja satt gewordene Welt wieder lebendig machen. So sind es nur einzelne, oft nur wenige, Christen, die sich in diesen Problemen engagieren. Diese können zwar manches bewirken. Aber oft werden diese Christen als Spinner verschrien, weil die Mehrheit der Christen nichts tut und lethargisch satt im Zeitgeist dahinlebt. Und dadurch ist auch die Wirkung des Christentums in der heutigen Welt so gering geworden. Das Christentum ist daher heute nicht mehr das starke Salz der Erde und das überragende Licht der Welt.

Sicher ist, dass ein derartiges Einsetzen für die Lösung der Probleme dieser Welt auch mit Belastungen und Angriffen verbunden sein kann und sein wird. Wenn daher einem Christen die Karriere oder das ruhige Mitschwimmen mit der Mehrheit der Menschen wichtiger ist, so werden keine Veränderungen möglich werden. Christentum bedeutet Anecken in der Welt, wie auch Jesus in seiner Zeit immer angeeckt ist.

Die Christen der Urkirche waren Salz und Licht der Welt, denn sie lebten die Lehre Jesu in einer heidnischen Welt und gingen für diesen Glauben sogar in den Tod.

Und wie ist die heutige Entwicklung in der Kirche?

Gewisse Kreise in der Kirche, die behaupten, das Wohl des Christentums im Auge zu haben, behaupten, dass das Christentum sich der Zeit anpassen müsse und damit auch die Offenbarung entsprechend verändert werden muss. Wenn daher eheähnliche Lebensgemeinschaften, wo es Treue und Kinder gibt, anerkannt werden sollen oder geschiedene Wiederverheiratete zu den Sakramenten zugelassen werden sollen, dann muss dieses Kräften klar sein, dass diese Forderung kontraproduktiv ist. Denn mit derartigen Stellungnahmen wird nur jenen Kräften in der Welt Vorschub geleistet, denen die Familie als Gemeinschaft ein Dorn im Auge ist und die sie zerstören wollen. Und dass der Sinn und die Wirkung der von Jesus eingesetzten Sakramente damit hinfällig wird.

Würden jene Christen, die so laut für Änderungen in der Kirche schreien, ihre Energie dafür aufwenden, sich mit derselben Energie für die Lösung der weltlichen Probleme einsetzen, wäre vielleicht so manches in der Welt anders. Dann wären sie nämlich jenes Salz und Licht in der Welt, das Jesus von den Menschen, den Christen, fordert Aber in der Kirche meinen diese Kräfte so schön nach Änderungen schreien zu müssen damit ihnen die Zustimmung Welt gewiss ist. Außerdem ecken diese nicht in der Welt an vor der sie Angst haben und die Kirche, die hält es schon aus, so deren Gedanke. Leider werden diese Kräfte auch .noch von Bischöfen, ja unterschwellig sogar vom Papst, unterstützt, die eher die protestantische als katholische Lehre vertreten.

Herr Jesus, gibt jedem von uns die Kraft Salz und Licht in dieser Welt zu sein, damit Dein Reich hier in der Welt sichtbar wird. Und gib uns Bischöfe, die wahre Hirten sind und der Lehre Deiner Kirche treu sind, Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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16

Donnerstag, 9. Februar 2017, 18:24

6. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Sir 15,15-20
2. Lesung: 1 Kor 2,6-10
Evangelium: Mt 5,17-37 oder 5,20-22a.27-28.33-34a.37

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Liebe Leser!

Die Worte der alttestamentlichen Lesung sind dem Buch Jesus Sirach entnommen und weist auf die die Verantwortung des Menschen hin.

„Wenn du willst, kannst du das Gebot halten, Gottes Willen zu tun ist Treue.“

In der Vulgata gibt es zu diesem Vers noch eine Einleitung, die lautete: „ER (Gott) gab ihm (dem Menschen) seine Gebote und Vorschriften:“

Mit diesem Vers der Einleitung wird ganz klar ausgedrückt, dass es sich beim Gebot, das zu halten ist um den Dekalog, um die 10 Gebote, handelt. Und jeder Mensch, der diese Gebote hält ist treu gemäß dem Willen Gottes.

„Der Mensch hat Leben und Tod vor sich, was er begehrt wird ihm zuteil.“


Mit den Worten „der Mensch hat Leben und Tod vor sich“, wird aber auch darauf hingewiesen, dass dies sowohl für das irdische Leben aber vor allem für das ewige Leben bei Gott gilt. Auch der letzte verkündete Vers dieser Lesung weist in diese Richtung:

„Keinem gebietet er (Gott) zu sündigen und die Betrüger unterstützt er nicht.“

Diese Worte weisen darauf hin, dass die Sünde nicht von Gott kommt sondern von seinem Widersacher, dem Satan und unter Berücksichtigung der Verheißungen Jesu bedeutet dies. „Meide die Sünde und du wirst das Leben bei Gott gewinnen“. (vgl. Mt. 19,17; Joh 5,24). Also liegt es in unserer Hand, in der Hand jeden Menschen, ob wir die Verheißungen Gottes erreichen oder nicht.

Auch die neutestamentliche Lesung aus dem Ersten Korintherbrief weist auf diese Verheißung hin, indem der Apostel Paulus verkündet:

„Wir verkündigen, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist; das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“

Dieser Satz des Apostels ist ein zusammengefasster Satz, dessen Teile im Alten Testament an mehreren Teilen verstreut stehen. Aber Paulus als ehemaliger Pharisäer und damit ein guter Kenner der Schrift hat in seinem festen Glauben die Stellen so zusammengefügt, dass sie der christlichen Verheißungen Jesu voll entsprechen. Denn die Verheißungen Gottes sind für den irdischen Menschen nur im Glauben zu begreifen und sind damit auch dere Lohn den Gott jenen Menschen geben wird, die seine Gebote und Anweisungen halten.

Das Evangelium dieses Sonntags umfasst den ersten Teil der Antithesen zur Bergpredigt. Leider werden in der Kurzfassung, wenn diese verkündet wird, sehr viele wichtige Punkte daraus nicht verkündet.

„Denkt nicht, ich sei gekommen um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“

Dieser wichtige Satz von Jesus wird bedauerlicherweise ebenfalls nicht verkündet. Denn Jesus weist mit diesem Satz darauf hin, dass ER das Gesetz (die Thora) und die Propheten, also das gesamte Alte Testament, wie wir es kennen, nicht aufhebt. Und damit gelten diese Bestimmungen des Alten Testamentes auch für uns Christen unverändert, auch wenn es in der heutigen Zeit modern geworden ist, dass das, was so manchem Menschen daraus nicht passt, so erklärt wird, dass es nicht eingehalten werden muss. Aber lediglich dort wo Jesus dezidiert eine Änderung in Seiner Lehre gegenüber dem Alten Testament verkündet hat, dort ist eine Anpassung zulässig. Vor allem Homosexuelle weisen gerne darauf hin, dass Jesus zu dieser Sexualität keine Aussage gemacht hat und daher sei sie zulässig.. Weist man sie auf den oben zitierten Satz Jesu hin, bekommt man meist die Antwort das Alte Testament sei durch das Neue Testament vollkommen aufgehoben, was eindeutig im Widerspruch zu Jesus Worten und seiner Lehre in diesem Satz steht. So ist es auch bei Ehebrechern, die, wenn man sie darauf aufmerksam macht, gerne mit „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ antworten und dabei vergessen diese, dass Jesus sich damit nur gegen das Todesurteil des Alten Testaments ausgesprochen hat und nicht für die Sünde, denn dass er zur Ehebrecherin gesagt hat „Geh hin, aber sündige nicht mehr!“ (Joh 8,11) wird gerne unterschlagen, Denn ansonsten würde Jesu auch nicht sagen „Wenn dein Bruder sündigt, geh hin und weise ihn zurecht“ (vgl. Mt 18,15, Lk 17,3b). Ja, Sünder wissen immer wieder gute Ausreden wie sie die Umgehung der Lehre Jesu begründen wollen bzw. können, denn da hilft ja der Diabolo dabei..

Das Wort Jesus vom „erfüllen“ weist also darauf hin, dass damals das Gesetz bereits unmenschlich ausgelegt worden ist und Jesus, ER will es mit Menschlichkeit erfüllen. Ein typischer Fall im Evangelium ist die Heilung des Blinden am Sabbath (vgl. Joh 9,1ff), die die Pharisäer Jesus zum Vorwurf machten weil ER am Sabbath diesen geheilt hatte, denn nach der Auslegung der Pharisäer war jede Tätigkeit am Sabbath verboten. Das Arbeitsverbot m Sabbath, das Gott am Sinai im Dekalog gegeben hat, betrifft jedoch ausschließlich knechtliche Arbeit und nicht Tätigkeiten für die Gemeinschaft und für den Menschen.

Dazu eine wahre Begebenheit aus dem heutigen Israel: In einer Ortschaft orthodoxer Juden bricht an einem Sabbath in einem Haus ein Brand aus. Die Juden laufen zum Rabbiner ob sie an einem Sabbath löschen dürfen und wie sie mit der Erlaubnis zum Löschen zurückkommen war das Haus bereits niedergebrannt. Ähnlich ist es mit dem Kochen von Essen, das von orthodoxen Juden für den Sabbath vorgekocht und warmgestellt wird, da am Sabbath kein Feuer gemacht und keine Tätigkeit, hier kochen, getan werden darf.

Dass ist das was Jesus mit „erfüllen“ gemeint hat: Menschlichkeit ist bei der Erfüllung der Gebote Gottes zu beachten. Natürlich ist dabei zu beachten, dass damit keine Sünde begangen wird. Wer diese Menschlichkeit Jesu so auslegt, dass eine Sünde, die gegen den Dekalog und Anweisungen Gottes verstößt, gefördert oder durchgeführt werden kann, ist auf dem Irrweg und ein Werkzeug des Bösen.

Ein weiterer wichtiger Vers aus diesem verkündeten Evangelium ist: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein sei ein Nein; alles andere ist vom Bösen.“

Jesus will mit diesen Worten, dass jene, die IHM nachfolgen ganz klare Aussagen machen und sich nicht „durchwinden“ wenn Fragen an sie persönlich oder an ihr Leben gerichtet werden. Jesus fordert vor allem von jedem Menschen eine klare deutliche Antwort auf die Fragen des Lebens, also ein „Ja“ oder „Nein“ und kein „Ja, aber….“. Ein „Ja, aber…“ widerspricht der Lehre und dem Willen Jesu.

Im Glauben der Christen spielt die Bergpredigt eine große Rolle, aber die nachfolgenden Antithesen werden eher „heruntergespielt“ oder sehr gerne in der Verkündigung unterschlagen, Dabei sind die Antithesen die Ergänzung, ja sogar die Deutung bzw. Auslegung der Bergpredigt in den erörterten Bereichen im Leben des Menschen und daher genauso wichtig wie die Bergpredigt selbst. Und dieser Zusammenhang von Bergpredigt und Antithesen wird oft nicht beachtet oder sogar bewusst negiert.

Der Mensch kann nicht eine von den Antithesen akzeptieren und eine oder auch mehrere von ihnen ablehnen. Die Antithesen sind im Glauben von jedem Christen zu akzeptieren, denn schon für den Evangelisten Matthäus waren sie bereits der Ausdruck der Bereitschaft zur größeren Gerechtigkeit und sie sind auch heute eine Anweisung zum konkreten Handeln und nicht nur ein Bewusstmachen der Sündhaftigkeit.

Außerdem ist es wichtig zu beachten, dass die Anwendung der Antithesen in erster Linie nicht nur mich selbst betreffen sondern dass Verstöße dagegen vor allem auch in das Leben des Anderen, des Nächsten, eingreifen und diesen schützen sollen. Dieses Faktum wird leider heute oft gerne übersehen, da sie gegen den Egoismus und Eigensinn des Menschen wirken.

Herr Jesus Christus, du hast uns mit der Bergpredigt eine wichtige Lehre für unser Leben als Christen gegeben. Lass uns aber auch die von dir verkündeten Antithesen nicht vergessen, die eine wesentliche Ergänzung zur Bergpredigt sind. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
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17

Donnerstag, 16. Februar 2017, 17:47

7. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Lev 19,1-2.17-18
2. Lesung: 1 Kor 3,16-23
Evangelium: Mt 5,38-48

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Levitikus werden bereits jene Grundlagen der Lehre Jesu über das Verhältnis der Menschen zu Gott sowie zu den Mitmenschen verkündet.

„Der Herr sprach zu Mose: Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten und sag zu ihnen; Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden. An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.“

Und genau auf diese Worte bezog sich Jesus als ER das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe verkündete als er sagte: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzen Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wir dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.“ (Mt. 22,37-40)

Jesus Aussage über das doppelte Liebesgebot ist daher jene klare Aussage zur oft strittigen Frage im Judentum, ob die zahlreichen Gebote und Vorschriften gleich wichtig seien. ER fasst sie in diesem doppelten Liebesgebot zusammen ohne jedoch die anderen Gebote Gottes und Anweisungen in Frage zu stellen. Wer also meint, dass damit Jesus die anderen Gebote und Anweisungen Gottes aufgehoben hat verkürzt und verfälscht die Lehre Jesu.

Also hat Jesus dieses Gebot zur Gottes- und Nächstenliebe nicht neu geschaffen sondern die Bestimmungen des Alten Testamentes prägnant zusammengefasst.

In der zweiten, der neutestamentlichen, Lesung aus dem ersten Korintherbrief geht es um den Tempel Gottes im Menschen.

„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig und der seid ihr.


Paulus macht mit seinem Brief den Korinthern klar, dass der Mensch Gottes Tempel auf Erden ist und der Geist Gottes im Menschen wohnt. Durch die Taufe wird der Christ zum Tempel Gottes und mit der Firmung wird ihm durch das Sakrament der Heilige Geist besonders geschenkt.

Nur der christliche Mensch vergisst oft, dass er ein Tempel Gottes ist und dass er sich daher dementsprechend verhalten sollte. Vor allem die bewusst getane Sünde, die verdirbt diesen Tempel Gottes.

Paulus weist in seinem Brief auch auf die Konsequenzen hin, wenn der Tempel Gottes im Menschen durch die Sünde verdorben wird, denn dann wird auch Gott den Menschen verderben. Jesus hat es mit dem Gleichnis vom Tor deutlich gemacht: „Geht durch das enge Tor!. Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt ... Aber das Tor, das zum Leben führt ist eng... (vgl. Mt. 7,13-14).

Mit dem Tor meinte Jesus jenes, durch das der Mensch am Ende seines irdischen Lebens schreiten muss. Nur durch das enge Tor gelangt der Mensch ins Ewige Leben bei Gott. Und dieses enge Tor ist nur durchschreitbar wenn der Christ sich an die Gebote Gottes gehalten und sich bemüht hat in der Nachfolge Jesu zu stehen. Um uns Menschen diesen Weg durch das enge Tor zu erleichtern hat uns Jesus das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, geschenkt. Wenn wir regelmäßig dieses Sakrament und damit die Vergebung unserer Sünden empfangen, dann hat der Mensch die Möglichkeit und die Chance durch das enge Tor gehen und den von Gott vorbereiteten Lohn zu empfangen.

Im Evangelium werden zwei der Antithesen Jesu zur Bergpredigt verkündet und zwar jene beiden über die Vergeltung und über die Liebe zu den Feinden. Damit hat sich der Kreis zur alttestamentlichen Lesung geschlossen.

Der letzte Vers aus diesem Evangelium ist eine radikale Forderung Jesu.

„Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“

So vollkommen wie der himmlische Vater? Welcher Mensch kann diese Vollkommenheit erreichen? Kann der Mensch überhaupt so leben, dass er dieses Ziel erreicht?

Sicher nicht, nicht einmal die größten Heiligen konnten diese vollkommene Vollkommenheit erreicht, denn auch sie hatten menschliche Fehler in ihrem Leben nicht ganz beseitigen können.

Darum hat auch Jesus von seiner und Gottes Barmherzigkeit gesprochen als ER sprach: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater im Himmel ist.“

Wobei das Wort Barmherzigkeit nicht falsch verstanden werden darf. Wirklich barmherzig ist zBspl. nicht einer, der den Nächsten in der Sünde lässt, die dieser macht oder getan hat, sondern barmherzig ist jener, der den Sünder aus der Sünde herausholt und ihn auf den richtigen Weg führt.

Jesus hat dazu gesagt: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht .... (Mt 18,15ff)

Dietrich Bonhoeffer hat es für die heutige Zeit so gesagt: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“

Ähnlich wie mit der Barmherzigkeit ist es mit der Nächstenliebe. Nicht derjenige hat die größere Nächstenliebe, der alles toleriert, was gegen die Gebote Gottes ist, sondern derjenige hat die größere Nächstenliebe, der den Nächsten auf den rechten Weg zurückführt.

Leider wird in der heutigen Zeit Barmherzigkeit und Nächstenliebe sehr oft in der falschen Form verstanden und dementsprechend gehandelt. .

Herr Jesus, lass uns die Barmherzigkeit und die Nächstenliebe in der rechten Form zu verstehen und diese nicht so zu verstehen, dass alle Verstöße gegen Gottes Gebote und Anweisungen tolerierbar sind. Dir sei die Ehre in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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18

Donnerstag, 23. Februar 2017, 17:09

8. Sonntag im Jahreskreis

1.. Lesung: Jes 49,14-15
2. Lesung: 1 Kor 4,1-5
Evangelium: Mt 6,24-34

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja besteht nur aus zwei Versen:

„Doch Zion sagt: Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. Kann den eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde, ich vergesse dich nicht.“

Das sind Gottes Trostworte an die im Exil in Babylon befindlichen Israeliten. Diese Worte, die Gott über den Propheten gesprochen hat, weisen darauf hin, dass Gott die Israeliten in Babylon nicht vergessen hat. Der Prophet schreibt sie als das Gleichnis, dass eine Mutter ihren leiblichen Sohn nicht vergessen kann und selbst dann wenn dieser äußerst seltene Fall eintreten würde, dass eine Mutter ihr Kind vergessen würde, aber Gott seine Kinder nie vergisst.

So wie damals gelten die Worte Gottes auch heute. Gott vergisst seine Kinder, die Menschen, nicht, das tut ER niemals, auch heute nicht.

Aber eines ist dabei zu beachten. Die Worte, die Gott in das Wort des Psalmisten gelegt hat: „Wenn meine Söhne meine Weisung verlassen, nicht mehr leben nach meiner Ordnung, wenn sie meine Gesetze entweihen, meine Gebote nicht mehr halten, dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute strafen und ihre Sünde mit Schlägen. Doch ich entziehe ihm nicht meine Huld, breche ihm nicht die Treue“ (Ps 89,31-34).

Natürlich darf der Mensch diese Worte nicht wörtlich nehmen. Gott wird keine Prügelstrafe vollziehen, aber der Mensch macht sich seine Strafe für seine Vergehen und Sünden selbst, die jedoch in verschiedener Weise zum Tragen kommen können und zwar oft erst zu einem Zeitpunkt, wenn der Mensch sein Vergehen oder seine Sünde bereits längst vergessen hat, dann wird er von dieser Fehlleistung, vom seiner Sünde, eingeholt.

Eines kann der Mensch jedoch sicher sein, dass ihm Gottes Treue sicher ist und dass er auf dessen Barmherzigkeit hoffen darf, wenn er zu Gott umkehrt und die Sünde in Zukunft meidet. Denn die Huld und Treue Gottes zum Menschen ist unveränderbar und bleibend.

Und hier hat es ein Mensch, der fest im Glauben zu Gott steht im Leben wesentlich leichter als einer, der Gott ablehnt oder nur eine sehr lose Verbindung zum Glauben hat. Der fest im Glauben stehende Mensch wird auf Grund der von Gott gegebenen Verheißungen leichter über diese „Schläge“ hinwegkommen als einer, der nur dem irdischen Begreifen anhängt.

Um die Treue geht es auch in der zweiten Lesung aus dem ersten Korintherbrief des Apostels Paulus. Dessen Worte richten sich zwar an alle Gläubigen aber im Besonderen aber an jene, die von Gott durch die Weihe in seinen Dienst gerufen wurden.

„Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter von Geheimnissen Gottes. Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich treu erweisen.“

Diese Diener Gottes erweisen sich dann als treu, wenn sie die Offenbarung und die Lehre der Kirche einhalten, das Kirchenrecht und die liturgischen Vorschriften genau beachten. Das bei der Weihe abgegebene Gehorsamsversprechen ohne Wenn und Aber zu befolgen, das ist jene Treue die Gott von seinen Dienern verlangt und die der Apostel Paulus in der Lesung anspricht.

Auch das Evangelium dieses Sonntag spricht vom Dienen. Jesus gibt dabei ein Gleichnis von verschiedenen Bereichen im menschlichen Leben, die sich jedoch alle auf die einführenden Worte Jesu zu den Gleichnissen reduzieren lassen, nämlich dass der Mensch nicht zwei Herren dienen kann.

„Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“

Direkt angesprochen wird hier Gott und der Mammon, jener Götze, der für den Reichtum steht. Jesus spricht nicht gegen den Reichtum, der redlich mit der Hände Arbeit und Geistesleistung erworben wurde sondern er spricht gegen jenen Reichtum, der vor allem durch Ausbeutung von anderen Menschen erworben wurde.

Augustinus hat dazu festgestellt, „wer dem Mammon dient, das heißt dem Reichtum, der dient letztlich dem, der auf Grund seiner Verdorbenheit über diese irdischen Dinge herrscht und vom Herrn „Fürst dieser Welt“ genannt wird“.

Indirekt spricht Jesus damit auch den Neid sowie den Geiz an, die jene Menschen beherrschen, die ihren Reichtum wie einen Götzen betrachten. nur für diesen leben und sich von diesem beherrschen lassen.

Jesus weist also darauf hin, dass man mit seinem Innersten, dem Herzen, nicht dem Besitz (aramäisch: mamona) anhängen kann und gleichzeitig dem angehören kann, der der Verschenkende, nämlich Gott ist, der alles geschaffen hat.

Außerdem spricht Jesus in diesem Evangeliumsabschnitt auch von der Schöpfung, der Natur, die Gott so wunderbar geschaffen und gestaltet hat. Und diese Schöpfung zu bewahren hat Gott auch dem Menschen aufgetragen. (vgl. Gen 1,26-30).

Jesus sagt auch: „Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht, Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.“


„Gott schenkt es in seinem unsichtbaren Wirken. In allem aber zeigt sich dieselbe Fülle, damit man nicht glaubt, sei seien durch Zufall entstanden, sondern erkennt, dass alles von der Vorsehung Gottes so eingerichtet ist“, so hat es zu diesem Vers der Pseudo-Chrysostomus den Gläubigen überliefert. Und dieses unsichtbare Wirken Gottes wird jener Gläubige bzw. jene Gläubige begreifen, die voll im Glauben und der Lehre Jesu stehen und nicht vom Zeitgeist angekränkelt sind Wer dem Nachjagen des Zeitgeistes huldigt, hat schon Gott den Platz in seinem Herzen aufgekündigt oder ihn sogar schon aus seinem Herzen hinausgeschmissen.

Dieses Gleichnis Jesu von den zwei Herren beinhaltet also viel, viel mehr als auf den ersten Blick festzustellen ist und dieser Inhalt geht meist verloren, weil die meisten Menschen Texte oft nur wörtlich erfassen können und den wahren Inhalt nicht begreifen können.

Herr Jesus, öffne die Augen unseres Herzen damit wir in rechter Weise erkennen wie wir mit der Schöpfung Deines Vaters in unserem Leben richtig umgehen sollen und nicht auf den falschen Weg geraten. Ebenso hilf uns deine Worte in der Heiligen Schrift richtig zu erfassen, damit wir sie wirklich begreifen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit
.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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19

Dienstag, 28. Februar 2017, 15:48

Aschermittwoch

1, Lesung Joel 2,12-18
2. Lesung 2 Kor 5,20-6,2
Evangelium Mt 6,1-6.16-18

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die erste Lesung stammt aus dem Buch Joel, das aus nur vier Kapiteln besteht. Dieser sogenannte kleine Prophet behandelt in den ersten zwei Kapiteln die Aufforderung zur Buße während er im dritten und vierten Kapitel eine Aussicht auf das kommende Heil gibt.

„Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider und kehrt um zum Herrn, eurem Gott.“

Diese zitierten Verse sind eine Aufforderung zur Umkehr, d.h. zur Abkehr von den Sünden und zum Tun von Buße sowie die Rückkehr zur unverfälschten und unverkürzten Lehre Gottes, die dieser in der Offenbarung gegeben hat..

Aber diese Umkehr, diese Abkehr von den Sünden soll nicht nur mit den Lippen erfolgen, sondern soll vor allem aus dem tiefsten Herzen kommen. Da nützt es auch nicht, wenn der Bußfertige nach außen hin formal seine Kleider zerreißt, wie es zur Zeit des Propheten damals geschah, ja üblich war, aber im Herzen sich nicht änderte. Denn nur wenn diese Umkehr zu Gott aus der Tiefe des Herzen kommt und mit dem Vorsatz verbunden ist, nicht mehr zu sündigen, ist die Umkehr IHM wohlgefällig. Unterstützt kann diese Umkehr werden durch ein Fasten sowie durch Weinen und Klagen vor dem Herrn. Aber dieses Fasten, Klagen und Weinen sollte nicht in aller Öffentlichkeit erfolgen, sodass es wieder viele oder alle sehen, denn das würde Gott nicht gefallen. Es sollte in aller Stille in „kleinen Kämmerlein“ erfolgen.

Für das Fasten wäre noch zu beachten, dass das Fasten von Nahrung bei bestimmten Krankheiten nicht erfolgen darf, da hier z. T. sogar Lebensgefahr eintreten könnte. Wer an solchen Krankheiten leidet kann jedoch Fasten durch das Nichtkonsumieren anderer Mitteln, zBspl. ein Sportfreak, dass er sich von den Sportsendungen zurückhält oder ein TV-Dauerseher, dass er für längere Zeit davon Abstand nimmt.

Auch die zweite Lesung aus dem zweiten Korintherbrief ist eine Mahnung: „Wir sind also Gesandte an Christi statt und Gott ist es, der durch uns mahnt.“ Einerseits ist die Mahnung an die Gläubigen, den zum Dienst für Gott berufenen zu folgen und andererseits, dass die Kleriker, die die unmittelbaren Diener Gottes sind, die unverfälschte Offenbarung ohne Wenn und Aber zu verkünden haben. Dasa heißt, es ist die Offenbarung und Lehre der Kirche zu verkündigen und sich jeder zeitgeistigen Anpassung gemäß dem Mainstream, zu enthalten. Ein Verkünder, der dem Zeitgeist wohlgefällig sein will, ist ein Mietling aber kein guter Hirte.

Das Evangelium des Aschermittwochs ist ein Abschnitt des Matthäus-Evangeliums und muss im Kontext der Antithesen zur Bergpredigt gesehen werden.

„Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.“


Jesus wendet sich damit nicht gegen das Gebet in den Kirchen und im Gottesdienst sondern gegen das „falsche“ Beten. „Falsches Beten“ gibt es denn das? Ja, auch das gibt es.

Wenn ein Mensch allein betet, so soll es in aller Stille und so geschehen, dass es andere Menschen oft gar nicht merken können. Natürlich darf jeder Mensch sich dazu in der Kirche und vor allem vor dem Allerheiligsten Altarsakrament hinknien und still beten. Dies ist natürlich mit dem „falschen Beten“ nicht gemeint.

„Falsches Beten“ ist vor allem, wenn ein Mensch zwar, vielleicht sogar gerne, betet, aber mit seinen Handlungen total im Widerspruch zu den Geboten Gottes steht, ja ständig bewusst, oft in aller Öffentlichkeit, sündigt und diese Sünden womöglich noch verteidigt. Ja, womöglich im Gebet noch um Unterstützung für seine falschen Handlungen erbittet, denn auch das gibt es.

Was jedoch auch unter diesen Vers subsummiert werden kann, ist das fromme und salbungsvolle Reden in aller Öffentlichkeit, das aber oft im Widerspruch zum tatsächlichen Handeln im Leben steht.

Auch wenn jeder Mensch schwach und ein Sünder ist, sollte er doch darauf achten, dass sein Reden und sein tatsächliches Handeln nicht offensichtlich im Widerspruch stehen, ja dass er die bewusste Sünde meidet.

Im Gottesdienst erfolgt nach der Predigt die Spendung des Aschenkreuzes, wobei die komplette Spendeformel bei der Austeilung des Aschenkreuzes lautet:

„Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst. Kehr um und glaub an das Evangelium!“

Leider wird oft nur ein Teil davon gesprochen, meist nur der Schluss der Spendeformel.

Diese Worte sollen uns daran erinnern, dass wir Menschen nur Pilger auf Erden sind, und diese Pilgerschaft mit dem körperlichen bzw. irdischen Tod endet. Unser wirkliches Ziel für das wir hier auf Erden leben sollen, ist das Ewige Leben bei Gott, in Seiner Herrlichkeit. Und nur auf dieses Ziel hin, muss unser Leben ausgerichtet sein.

Die Hilfe auf diesem Weg der Pilgerschaft ist das unverkürzte und unverfälschte Evangelium, das Jesus verkündet hat und in dem auch von der Hölle und vom Verderben und nicht nur vom liebenden und barmherzigen Gott die Rede ist sondern von einem gerechten Gott, der die Umkehr .zu seinen Geboten im irdischen Leben fordert. Hier wird auch die Verbindung zur ersten Lesung hergestellt.

Jener Glaube, wie es heute oft modern geworden ist, der das Evangelium auf jene Passagen verkürzt, die dem Menschen in seinen Lebensplan passen und alles andere was ihm nicht passt weglässt, ist nicht der wahre und echte Glaube, der auf der Offenbarung beruht.

Verlass dich nicht auf die Vergebung, füge nicht Sünde an Sünde, indem du sagst: Seine Barmherzigkeit ist groß, er wird mir viele Sünden verzeihen.“ (Sir 5,5-6).

Ja, die Barmherzigkeit Gottes ist groß, aber sie ist eng mit der Umkehr verbunden: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt 18,3). So lauten die Worte Jesu für diesen Punkt.

Die österliche Bußzeit, die mit dem heutigen Tag beginnt, soll uns an diese Umkehr zu Gott und Seinen Geboten erinnern. Er könnte ein neuer Anfang dafür sein, dass ich meine Wertigkeiten im Leben ändere und vor allem die bewusste Sünde in Zukunft meide.

Darum „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst. Kehr um und glaub an das unverkürzte und unverfälschte Evangelium, wie es Seine Kirche verkündet!“ und richte Dir nicht einen Glauben zurecht wie er Dir passt.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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20

Freitag, 3. März 2017, 14:49

1. Fastensonntag

1. Lesung: Gen 2,7-9; 3,1-7
2. Lesung: Röm 5,12-19 oder 5,12.17-19
Evangelium: Mt 4,1-11

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der alttestamentlichen Lesung aus dem 2. Kapitel des Buches Genesis wird die Erschaffung des Menschen sowie der Sündenfall von Adam und Eva beschrieben. Dazu zuerst ein kleiner Ausflug in die Entstehungsgeschichte des Alten Testaments. Diese Lesung ist die ältere Schöpfungsdarstellung und wird dem „Jahwisten“ zugeschrieben während die etwas abweichende Schöpfungsgeschichte des 1. Kapitels wesentlich später entstanden ist und als Priesterschrift in die Exegese einging.

Dieser Jahwist hat als Redakteur des Pentateuchs seine Spuren innerhalb der ersten fünf Bücher des Alten Testaments an vielen Stellen hinterlassen. Die Bezeichnung Jahwist ergibt sich daraus, dass dieser Redakteur den Namen Gottes mit „Jahwe“ festgelegt hat.

Der Endredaktor des Pentateuch, sein Name ist unbekannt und er wird daher so bezeichnet, hat diese beiden Schrifttexte, jene des Jahwisten, der bereits ca. 900 – 1000 vChr seinen Text geschrieben hat, und jene der Priesterschrift, die zwischen 587 und 538 vChr entstand, miteinander verwoben. Grundsätzlich sind die Abweichungen in den beiden Schriften nicht wesentlich, denn sie betreffen vor allem die Reihenfolge der Schöpfung und in beiden ist der Mensch die Krone der Schöpfung.

Wer also aus dem Unterschied zwischen den beiden Schriften schließt, dass die Bibel falsch ist, und Gott daher nicht existiert, der ist einer jener Menschen, der die Existenz Gottes leugnet und damit glaubt einen Beweis für die Nichtexistenz Gottes zu haben, der hat nichts vom Geheimnis der Bibel, die Gottes Wort ist, begriffen.

Beide Texte der Schöpfungsgeschichte sind nicht als naturwissenschaftliche Schilderungen zu betrachten sondern als ein hinweisender Text, dass alles von Gott erschaffen und auch die grundsätzliche Lebensordnung des Menschen von Gott gestiftet worden ist.

„Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren“.

Mit dem Essen der Frucht vom Baum der Erkenntnis, von einem Apfel ist in der Bibel nie die Rede, kam die Sünde in die Welt. Diese Ursünde, auch Erbsünde genannt, ist bis zum heutigen Tag noch immer wirksam, nämlich dadurch, dass der Mensch wie Gott sein will und wie in der Gegenwart sogar Geschöpfe schaffen (klonen) will und auch entscheiden will über lebenswertes und lebensunwertes Leben. Hier manifestiert sich der satanische Einfluss in der Welt als die Schlange sagte: „Nein ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“ Der Satan war von Anfang an der „Vater der Lüge“.

Auch in der neutestamentlichen Lesung aus dem Römerbrief des Apostels Paulus wird ebenfalls auf diese Urschuld des Menschen hingewiesen.

„Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten ..... Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern wurden, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.“

Diese Urschuld des Menschen wurde jedoch durch den Gehorsam des Einen, nämlich durch Jesus Christus, getilgt und wer IHM in der Sündenfreiheit nachfolgt, wird gerecht gemacht. Nachdem aber der Mensch in seiner Schwäche zum Sündigen neigt, hat ER das Sakrament der Versöhnung für den Menschen hinterlassen, indem der Mensch von der Sünde gereinigt wird.

Das Evangelium vom 1. Fastensonntag des Lesejahrs A verkündet die Versuchung Jesu durch den Satan und seine Antworten darauf.

„Der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort das aus Gottes Mund kommt.“

Das ist ein eindeutiger Hinweis von Jesus, dass der Mensch nicht allein von der Nahrung und den menschlichen Genüssen lebt sondern dass zum Leben des Menschen das Wort Gottes gehört damit dieses irdische Leben gelingt. Und das Wort Gottes ist in der Bibel, im Alten und Neuen Testament festgeschrieben, denn die Redakteure dieses Wortes Gottes haben es von diesem empfangen und aufgeschrieben.

Außerdem wer diesen Worten der Bibel folgt und dabei auch die Lehre der Kirche beachtet, der hat jenes wohlgebildete Gewissen, das der Menschen für sein irdisches Leben braucht damit er das verheißene Ewige Leben bei Gott nach dem irdischen Tod erreicht.

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“


Auch diese Aussage Jesus ist wesentlich für das menschliche Leben, dass der Mensch die Gefahr nicht mutwillig suchen soll. Auch der typische Autofahrerausspruch: „Mir kann nie ein Unfall passieren“ geht in diese Richtung, denn niemand ist so perfekt, dass er nie einen Fahrfehler macht oder dass er von Außenfaktoren nicht beeinflusst werden kann. Meist erfolgt dieser Spruch von jenen Autofahrern, die von sich besonders psychisch so eingenommen sind, dass sie sich für fehlerlos halten, aber zugleich eine Entschuldigung für ihr fehlerhaftes Verhalten brauchen.

„Vor dem Herrn, deinen Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“


Diese klaren und deutlichen Worte Jesu sollte der Mensch als einzige Maxime in seinem Leben haben. Nicht den falschen Göttern, den Götzen, egal wie sie sich nennen, ob Mammon, Atheismus, Freiheit von Gott (Freidenker), Selbstverwirklichung und allem ähnliches, sollte der Mensch folgen sondern allein dem Wort und den Geboten Gottes sollte der Mensch folgen, auch wenn der Mensch damit Reichtum und Ansehen bei diesen falsch denkenden Menschen nicht erreicht.

Der Psalmist hat es so formuliert: „Besser das Wenige, das der Gerechte besitzt als der Überfluss vieler Frevler.“ (Ps 37,16) oder „Seht, das ist der Mann, ... auf seinen großen Reichtum hat er sich verlassen und auf seinen Frevel gebaut.“ (Ps 52,9) sowie „Der Herr liebt die Gerechten, doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre“ (Ps 146,9).

Diese falsch denkenden Menschen, die das Wort Gottes ablehnen oder relativieren nennt der Psalmist Frevler und jene, die versuchen Gottes Geboten zu folgen bezeichnet er als die Gerechten.

Herr Jesus Christus, gibt uns immer die Kraft Gottes Geboten zu folgen, so wie du diesen gefolgt bist, damit unser Leben gelingt. Dir sei Lob und Preis, der du mit Gott dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und herrschst in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!