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Antworten im Thema: 128 » Der letzte Beitrag (17. November 2016, 16:03) ist von diaconus.

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diaconus

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101

Dienstag, 24. Mai 2016, 16:36

Hochfest des Leibes und Blutes Christi
Fronleichnam

1. Lesung: Gen 14,18-20
2. Lesung: 1 Kor 11,23-26
Evangelium: Lk 9,11b-17

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Liebe Leser!

In der ersten alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Genesis wird von der Rückkehr Abram von seinem Kampf gegen die vereinigten Könige berichtet, der jedoch in der verkündeten Lesung selbst nicht erwähnt wird.

„Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes. Er segnete Abram und sagte: Gesegnet sei Abram, vom Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, und gepriesen sei der Höchste Gott, der deine Feinde an dich ausgeliefert hat. Darauf gab ihm Abram den Zehnten von allem.“

Also schon im Alten Testament werden Brot und Wein als priesterliche Gaben erwähnt. Natürlich war und ist das Brot zu jeder Zeit die wesentlichste Gabe Gottes, die ER dem Menschen als wichtigstes Nahrungsmittel gibt. Und der Wein ist jene Gabe Gottes, „die das Herz des Menschen erfreut“ (vgl. Ps 104,15a). Außerdem wird der Weinstock, der Rebstock, im Alten Testament an vielen Stellen für positive Vergleiche herangezogen, wie zBspl. „Israel war ein üppiger Weinstock, der seine Frucht brachte“ (Hos 10,1) oder „Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau drinnen in deinem Haus“ (Ps 128,3) um nur zwei Stellen aus den vielen zu zitieren. Auch Jesus bezeichnete sich selbst als Weinstock und alle, die an IHN glauben als die Rebzweige, die an IHM wachsen und Frucht bringen sollen.

In der zweiten Lesung berichtet der Apostel Paulus über das Handeln Jesu beim Letzten Abendmahl.

„Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe.“ (1 Kor 11,23) Und daran schließt er die Wandlungsworte an und endet mit dem Vers 26: „Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn bis er wiederkommt.“ Der folgende Vers 27, der die Konsequenzen erwähnt, wird leider nicht mehr verkündet. Dieser lautet: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.“

Mit diesem Vers 27 weist der Apostel Paulus darauf hin, dass jeder nur würdig den Leib und das Blut des Herrn empfangen darf/soll. D. h. wer schwer gesündigt hat, ist verpflichtet, vor dem Kommunionempfang eine sakramentale Lossprechung von seinen Sünden im Sakrament der Versöhnung, der Beichte, zu erbitten. Wer also im Stand der schweren Sünde, früher als Todsünde bezeichnet, die Kommunion empfängt macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Der Begriff „Todsünde“ war jedoch richtiger und glaubwürdiger, den eine so bezeichnete Sünde schloss von der Aufnahme in das Reich Gottes und das Ewige Leben bei Gott aus und führte damit zum ewigen Tod.

Leider gibt es seit dem 2. Vatikanischen Konzil viele Irrlehrer, die die bedingungslose Barmherzigkeit Gottes entgegen der Heiligen Schrift vertreten, egal welche Sünde es betrifft und die damit im Widerspruch zur Lehre Jesu stehen. Denn Jesus hat an vielen Stellen seiner Lehre, und das wurde auch in den Evangelien schriftlich dokumentiert, von der Umkehr und Abkehr von der Sünde gesprochen um die Barmherzigkeit Gottes und damit das Ewige Leben zu erlangen. Lasst Euch, liebe Gläubige, also von diesen Irrlehrern nicht irreführen und bleibt der unverkürzten und unverfälschten Lehre Jesu wie es in der Tradition gelehrt wird treu.

Die Perikope aus dem Lukas-Evangelium ist der Bericht über die wunderbare Brotvermehrung durch Jesus.

„Jesus aber nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, segnete sie und brach sie; dann gab er sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Und alle aßen und wurden satt.“


Im Vers 14 wird die Anzahl der anwesenden Männer mit Fünftausend angegeben. Nachdem sicher nicht nur Männer anwesend waren, sondern auch Frauen und Kinder müssen zur Zahl der Männer noch weitere Tausende Frauen und Kinder dazugerechnet werden.

Die Jünger bzw. Apostel, die die Hilfsdienste dabei leisten und mit der Gruppierung der anwesenden Menschen und dem Austeilen der Gaben tätig waren, sind jene, die dann nach der Auferstehung des Herrn selbst als Verkünder der Heilsbotschaft Jesu und Vorsteher der Eucharistiefeiern ihrer Gemeinden der ihnen von Jesus übertragenen Aufgabe nachgehen, indem sie die gesprochenen Worte Jesu beim Letzten Abendmahl in den Feiern für die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu verwenden.

Und wenn ein Katholik zur Kommunion hintritt, ist das nicht ein normales Mahl, indem das Brot oder der Wein geteilt werden, wie es heute so oft bezeichnet wird, sondern es der Empfang des Leibes und Blutes Christi in denen ER real also wirklich anwesend ist (Realpräsenz). Es sind jene Eucharistischen Gaben, die uns Menschen auch als Stärkung unserer Seele dienen, um IHM nachfolgen zu können und in IHM den Lebenssinn zu finden.

Und wenn die Gläubigen nach der Wandlung auf den Zuruf des Priesters oder des Diakons „Geheimnis des Glaubens!“ mit „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir bis zu kommst in Herrlichkeit!“ antworten und am Ende des Hochgebets in voller Überzeugung ihres Glaubens das „Amen“ sagen, so bestätigen sie, dass sie wirklich glauben, dass Jesus das Brot und den Wein in Seinen Leib und in Sein Blut verwandelt hat und ER leiblich anwesend ist.

Das Hochfest selbst geht auf die Augustinernonne Juliane von Lüttich, die 1209 eine Vision hatte, zurück: Eingeführt wurde das Fest für das Bistum Lüttich von Bischof Robert im Jahre 1246 und 1252 ordnete der Dominikanerkardinal Hugo das Fest für Westdeutschland und die Niederlande an. Bereits 1264 führte dann Papst Urban IV. das Fest für die ganze Kirche ein. Eine Prozession wurde für Köln bereits im Jahr 1279 bezeugt.

Der unverkennbare österliche Charakter dieses Hochfestes stellt den Herrn in den Mittelpunkt, der Brot und Wein zum Zeichen SEINER Gegenwart gemacht hat, der sich für unsere Erlösung in den Tod gegeben hat, aber auch durch die Gewissheit SEINER Auferstehung uns Menschen die Hoffnung auf ein Leben bei Gott nach dem irdischen Tod gibt.

Und als das pilgernde Volk Sions können wir singen oder beten „Deinen Heiland, Sion, preise, lobe Ihn in Wort und Weise, der dir Hirt und Führer ist.“ jetzt und in Ewigkeit.

Amen
Preis den Herrn!

diaconus

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102

Freitag, 27. Mai 2016, 16:25

9. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 1 Kön 8,41-43
2. Lesung: Gal 1,1-2.6-10
Evangelium Lk 7,1-10

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Ersten Buch der Könige ist dem Weihegebet Salomos nach dem Tempelbau und dessen Segnung entnommen

„Auch Fremde, die nicht zu deinem Volk Israel gehören, werden wegen deines Namens aus fernen Ländern kommen; denn sie werden von deinem großen Namen, der starken Hand und deinem hoch erhobenen Arm hören, Sie werden kommen und in diesem Haus beten.“

Prophetisch hat Salomo erkannt, dass auch Heiden, also jene, die nicht zum Volk Israel gehören, Gott anbeten werden. Und durch den menschgewordenen Sohn Gottes, Jesus, werden alle Menschen zu Gott geführt, die bereit sind zu glauben und die Gnade Gottes anzunehmen. Gott zwingt niemand zu glauben, aber wenn der Mensch von der Existenz Gottes weiß und den Glauben nicht annehmen will, hat er die dadurch entstehenden Konsequenzen auch zu tragen.

Im engen Zusammenhang zu diesem Weihegebet Salomos steht auch die Lesung aus dem Galaterbrief des Apostel Paulus, in dem es heißt:

„Doch es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verfälschen wollen, Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündet, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht.“

Und zum Evangelium, das der Apostel Paulus verkündet hat, gehört auch das Alte Testament, denn Jesus hat deutlich gesagt: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen“ (Mt. 5,17).

Diese Aussage bedeutet, dass das Alte Testament mit den Geboten und Anweisungen Gottes unverändert gilt, außer jenen Stellen, die Jesus aufgehoben hat, wie zBspl. die vorgesehenen Todesstrafen im AT indem er zur Ehebrecherin sagte: „Ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige nicht mehr“ (vgl. Joh 8,11). . Im Gegenteil, Jesus hat so manche Bestimmungen des Alten Testamentes eher noch verschärft, wenn man bedenkt, dass er die Ehescheidung total ablehnt und die Wiederverheiratung als Ehebruch verurteilt (vgl. Mt 5,31-32), während die Thora die Ehescheidung erlaubt.

Wer also als Katholik Änderungen bzw. zeitgeistig bedingte Reformen der Offenbarung und der darauf basierenden Lehre der Kirche fordert, sollte das in der Lesung verkündete Zitat aus dem Galaterbrief beachten. Er gehört nämlich zu jenen Menschen, die die Gläubigen, die sich an Offenbarung und Lehre der Kirche halten, verwirren und vom geoffenbarten Glauben abbringen wollen. Auch das Schlagwort, dass die Kirche „barmherziger“ werden muss, ist ein faules Ei, das vom Vater der Lüge stammt. Wer also die Sakramentenspendung für geschiedene Wiederverheiratete und für jene mit schweren Sünden behaftete, unter dem Titel der „Barmherzigkeit“ fordert, besorgt, das Geschäft des Teufels, der den Menschen in seine Fänge ziehen will. Denn im 1 Korintherbrief heißt es sehr klar zum unwürdigen Kommunionempfang, „denn wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn und zieht sich das Gericht zu.“ (vgl. 1 Kor 11,27-30).

Also Katholik bedenke, wem Du glauben willst - jenen, die die gesunde, wahre und reine Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) der unverkürzten und unverfälschten Offenbarung und Lehre der Kirche verkünden oder jenen „Reformern“, die nämlich in Wirklichkeit Irrlehrer und das Werkzeug des Vaters der Lüge sind.

Beachte als Katholik auch, dass das so gerne strapazierte eigenverantwortliche Gewissen auch nicht zum Tragen kommt, denn in Nr. 1792 des Katechismus (KKK) über das irrende Gewissen wird festgestellt, dass es eine falsch verstandene Gewissensautonomie gibt, die im Zusammenhang mit der Zurückweisung der Autorität der Kirche und ihrer Lehre steht, denn das wohlgebildete Gewissen eines Katholiken basiert auf der Offenbarung und Lehre der Kirche. Wer also die Lehre der Kirche ablehnt, kann sich nicht auf ein wohlgebildetes Gewissen berufen, ja der lehnt in Wirklichkeit sogar Jesus und Seine Lehre ab, denn dieser hat klar zu Petrus gesagt: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben, was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was due auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16,18-19). Und auf dieser von Jesus dem Petrus und seinen Nachfolgern übergebenen Binde- und Lösegewalt basiert auch auf der Offenbarung und der darauf basierenden Lehre der Kirche. Wenn der derzeitige Papst immer auf die Barmherzigkeit verweist und sich nicht genau an die Lehre der Kirche hält, sondern durch unklare und zweideutige Sprüche die Lehre durch die „Hintertür“ aushebeln will, kann er nicht mehr die Binde- und Lösegewalt im Sinne der Offenbarung und bisherigen Kirchenlehre in Anspruch nehmen sondern er rückt sich persönlich in die Aussagen von Thomas von Aquin und Robert Bellarmin, die feststellten, dass es auch einmal einen Papst geben könnte, der Irrlehrer, Häretiker oder sogar der Antichrist sein könnte.

Und der Kirchenvater Ambrosius hat es kurz, aber deutlich gegen die Irrlehrer seiner Zeit gesagt: „Ubi Petrus, ibi Ecclesia“ (wo Petrus ist, da ist die Kirche), wobei jedoch feststeht, dass der Papst die unverkürzte und unverfälschte Lehre der Kirche weiterführt. Auch Papst Gregor der Große hat in seiner Pastoralregel festgestellt, dass jeder Vorsteher, also auch der Papst, der der oberste Vorsteher der Kirche ist, verpflichtet ist die Lehre der Kirche einzuhalten und bei Abweichungen jeder Gläubige verpflichtet ist, diese Lehre vom Vorsteher einzufordern. Wer also die unklaren und nicht eindeutigen Aussagen des Papstes berechtigt kritisiert, folgt daher nur der Pastoralregel Gregor des Gr.

Auch der verkündete Evangeliumsabschnitt über den Hauptmann von Kafarnaum und seinem kranken Diener ist ein tiefes Glaubenszeugnis, das Lukas aus der Logienquelle in sein Evangelium übernahm.

„Als Jesus nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.“ Darauf stellte Jesus fest: „Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.“

Der Hauptmann zeigte also jenen Glauben und die Demut, die der Mensch Gott immer schuldet. Dieser heidnische Offizier hatte diese Demut, während Jesus letztlich darauf hinwies, dass die damaligen Juden einen solchen Glauben nicht hatten und diese Kritik ist die Kernaussage an diesem Evangelium. Ähnliches gilt in der heutigen Zeit für jene Christen, die sich zwar als solche bezeichnen, aber einen Glauben haben, der aber in der Praxis jenem der damaligen Juden gleicht, also Taufscheinchristen oder Reformmodernisten sind oder sogar neuheidnisch im Zeitgeist agieren. Denn wer dem Mainstream huldigt und nicht den Mut hat gegen die unverfälschte und unverkürzte Offenbarung und der daraus resultierenden Lehre der Kirche aufzutreten, dessen Glauben ist längst „verschüttet“ und der hat sich in Wahrheit bereits von Gott getrennt weil er nicht das vom Glauben verlangte echte Zeugnis gibt.

Herr Jesus Christus, gib uns immer einen so festen Glauben, dass wir immer bereit sind, immer und überall jenes unverkürzte und unverfälschte Zeugnis der Offenbarung und der Lehre dere Kirche zu geben, auch dann wenn uns der Gegenwind ins Gesicht bläst. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

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103

Donnerstag, 2. Juni 2016, 16:48

10. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 1 Kön 17,17-24
2. Lesung: Gal 1,11-19
Evangelium: Lk 7,11-17

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Während in der ersten Lesung aus dem ersten Buch der Könige und im Evangelium von Gebetserhörungen bzw. Totenaufweckungen die Rede ist und verkündet werden, wird in der zweiten Lesung aus dem Galaterbrief des Apostels Paulus die Verkündigung über seine Berufung berichtet

Im Galaterbrief erzählt Paulus von seiner Berufung.
„Das Evangelium, das ich verkündet habe, stammt nicht von Menschen; ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen.“

Dieser Satz des Apostels Paulus hat auch in der Gegenwart seine Berechtigung, wenn auch diese Feststellung auf den ersten Blick einen Widerspruch zu enthalten scheint.

Sicher jeder von den heutigen Christen hat von einem oder mehreren Menschen das Evangelium gehört und dadurch das Leben Jesu und sein Wirken für die Menschheit kennengelernt. Analog gilt dies für die gesamte Heilige Schrift, also dem Alten und Neuen Testament.

Selbst beim Apostel Paulus war es nicht anders, wenn man sein Leben vor seiner Berufung betrachtet, wie er als Pharisäer nach der Schrift lebte, dann die Christen verfolgte bis er vor Damaskus als letztes die Berufung durch Jesus erhalten hat.

Daher ist der Satz „.... nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen“ vollkommen anders zu verstehen.

Paulus meint damit, dass das offene und hörende Herz eines Menschen dafür maßgeblich ist, dass dieses die Offenbarung Jesus Christi in sich aufnimmt und der Mensch dann danach lebt. Daher kann sehr wohl ein Mensch, auch wenn er sich als Christ oder Katholik bezeichnet, den Text der Heiligen Schrift zwar physisch also theoretisch kennen, aber den Inhalt der Schrifttexte trotzdem „nicht inhaliert“, „nicht aufgenommen“ und icht begriffen haben.

Nur mit der Gnade Jesus kann ein Mensch die Offenbarung Gottes aufnehmen, verstehen und versuchen auch danach zu leben. Auf das Alte Testament ist dabei besonders hinzuweisen, denn Jesus sagte: „Denkt nicht, ich bin gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen.“ (Mt 5,17-18 ).. Die erwähnten Verse gehören zu den Antithesen der Bergpredigt.

Der Apostel Paulus hat es in den Briefen 1 Tim, 2 Tim und Tit so formuliert, dass die Einhaltung der wahren, gesunden und reinen Lehre für das Leben maßgebend ist.

Daher sind alle Aussagen bzw. Worte Jesu auch immer auf der Basis des Alten Testaments zu betrachten und dürfen nicht vom diesem getrennt werden. Also gilt das Alte Testament noch immer bis auf jene Stellen, die Jesus durch seine Handlungen verändert hat, auch wenn „Modernisten“ sich nur auf das Neue Testament berufen wollen.

Daher sind die Aussagen von Christen: Neues Testament ja – es wird angenommen, Altes Testament nein – es gilt nicht mehr bzw. es ist überholt, wie es heute oft viele Christen behaupten, daher nicht der Offenbarung Jesu entsprechend.

Dass ist eindeutig eine Relativierung der Heiligen Schrift, also eine Anpassung an den Zeitgeist, der nicht im Einklang mit den folgenden Worten Jesu über das Wesen der Christen steht: „Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin“ (Joh 17,16). Wer also eine zeitgemäße Anpassung der Heiligen Schrift bzw. deren Auslegung fordert, steht nicht auf der Grundlage der Lehre Jesus sowie steht auch nicht auf der Lehre und Tradition der Hl. Mutter Kirche.

Der Brief an Diognet, der einer der Lehrer Mark Aurels (+ 180) war, wurde vermutlich um 200 nChr. verfasst, und erläuterte es so:

„Das, was im Leibe die Seele ist, das sind in der Welt die Christen. Die Seele durchdringt alle Glieder des Leibes, die Christen alle Städte der Welt. Die Seele wohnt im Leib, ist aber nicht vom Leib. Die Christen leben sichtbar in der Welt und sind doch nicht von dieser Welt (1 Kor 4,12). Die Seele ist unsichtbar, durchdringt aber den sichtbaren Leib. Man sieht, dass die Christen in der Welt sind, aber ihre Frömmigkeit ist verborgen. Das Fleisch steht gegen die Seele. Die Welt hasst die Christen, obwohl ihr nichts Böses geschieht, nur weil die Christen sich der ungeordneten Lust und dem Ausleben widersetzen….

Die Seele ist im Leib eingeschlossen und doch hält sie ihn zusammen. Die Christen sind im Gewahrsam der Welt und halten sie doch zusammen. Die Seele ist unsterblich und wohnt in einem sterblichen Zelt. Auch die Christen wohnen im Vergänglichen, aber sie erwarten die Unsterblichkeit im Himmel. .... Gott hat sie auf eine hohe Warte gestellt, sie dürfen ihr nicht entfliehen.“

Nun noch kurz zur ersten Lesung und dem Evangelium, deren Zusammenhang durch die Totenerweckungen des Knaben der Witwe aus Sarepta und des Knaben aus Nain gegeben ist.

„Der Herr erhörte das Gebet Elijas. Das Leben kehrte in den Knaben zurück“ und die Frau sagte zu Elija: „Jetzt weiß ich, dass du ein Mann Gottes bist“ so die Worte aus der ersten Lesung und im Evangelium sagte Jesus: „Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.“

Der Evangelist Lukas erwähnt dieses Wunder Jesu aus seinem Sondergut. Er verdeutlicht damit, dass „Gott sein Volk heimgesucht hat“ und dass in Jesus Gottes Vollmacht wirkt, Tote auferstehen zu lassen. Gleichzeitig wird aber damit auch verkündet, dass in Jesus der endzeitliche Prophet, der Messias, gekommen ist.

Sicher hatte auch Jesus vorher still gebetet, bevor er dem jungen Mann seinen Befehl: „Steh auf!“ erteilt hat.

Auch jedes unserer Gebete wird von Gott erhört, doch ist damit dessen Erfüllung nicht automatisch verbunden. Denn es ist im unbegreiflichen Ratschluss Gottes gelegen, ob er unsere Bitten erfüllt oder nicht, sondern nur Gott allein weiß, was für uns und unser Leben gut ist.

Unsere Gebete sollen jedoch nicht nur Bitten erhalten, wie es meist der Fall ist, sondern wir sollen auch immer wieder, ja täglich, danken, dass er uns diesen Tag geschenkt hat.

Herr, erhöre unsere Gebete und führe uns auf dem Weg, der der richtige für unser Leben ist, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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104

Donnerstag, 9. Juni 2016, 16:25

11. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 2 Sam 12,7-10.13
2. Lesung: Gal 2,16.19-21
Evangelium: Lk 7,36 – 8,3 oder 7,36-50

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der alttestamentlichen Lesung aus dem zweiten Buch Samuel wird von dem Besuch Natans berichtet, nachdem David mit der Frau des Hetiter Urija gesündigt, d. h. Ehebruch begangen, hatte und David den Befehl gegeben hatte den Hetiter im Kampf des Heeres so zu stellen, dass er fallen musste.

„Darauf sagte David zu Natan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Natan antwortete David;: Der Herr hat dir deine Sünde vergeben, du wirst nicht sterben.“

Ja, Gott hat David diese Sünde vergeben. Aber diese Sünde hatte doch ihre Konsequenzen, die jedoch in der Lesung leider nicht mehr verkündet werden. David blieb am Leben, und das in der Sünde gezeugte Kind wurde krank und starb.

Was wollen die Redakteure der beiden Samuel-Bücher den damaligen Menschen sagen? Einerseits war es eine Zusammenfassung über die geschichtliche Entstehung des Königtums in Israel aus dem Übergang aus der Richterzeit zum Königtum, und andererseits wurden aber auch wesentliche Erfahrungen von Personen, die schon In Israel bekannt waren, hineinverflochten.

Für uns Menschen der Gegenwart will die Lesung sagen, dass jede Sünde ihre Konsequenzen hat, nämlich entweder sofort, dann merken wir es sofort, oder aber oft auch erst nach längerer Zeit, sodass wir ein negatives Ereignis in unserem Leben oft damit gar nicht mehr in einen Zusammenhang mit dieser getätigten Sünde bringen. Der Mensch bestraft sich also selbst durch sein Fehlverhalten.

Das Evangelium des Sonntag besteht aus zwei Abschnitten. Der erste Abschnitt berichtet von der Begegnung Jesu mit der Sünderin und der zweite Abschnitt, der nur aus drei Versen besteht und in der Praxis sehr oft nicht mehr verkündet wird, betrifft die Frauen im Gefolge Jesu.

„Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, das er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl und trat von hinten an ihn heran,. Dabei weinte sie und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.“

Lukas berichtet hier aus seinem Sondergut. Er will damit einerseits auf das Skandalöse dieses Vorgangs für den Pharisäer hinweisen .bei dem Jesus zu Gast war und andererseits aber auch auf die ungastliche Haltung des Pharisäers gegenüber Jesu.

ER, Jesus, lässt sich von einer Frau, die als Sünderin in der Stadt, also wohl als eine Prostituierte, bekannt war, berühren. Damit wird Jesus faktisch unrein, denn die Berührung durch Sünder machte unrein.

Der Gastgeber, der Pharisäer, vermutet, dass Jesus die Sündhaftigkeit der Frau nicht durchschaut und zieht für sich daraus den Schluss, dass Jesus kein Prophet sein kann, sondern nur ein Rabbi, also ein Lehrer, denn ein Prophet würde die Sündhaftigkeit der Frau erkennen.

Jesus durchschaut die Gedanken des Gastgebers und antwortet einerseits mit Gleichnis des Geldverleihers, der den zahlungsunfähigen Schuldnern ihre Schuld erlässt und rügt gleichzeitig die unterlassene Höflichkeit des Hausherrn. Denn ER sagte zum Hausherrn:

„Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben .... Du hast mir (zur Begrüßung) keinen Kuss gegeben.... Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt…. “

Alle drei von Jesus aufgezählten Unterlassungen des Hausherrn waren üblich bei der Begrüßung eines Gastes, vor allem wenn es ein hoher Gast, und dass waren Propheten, aber auch Rabbiner, also Gesetzeslehrer, zu Besuch kamen.

Die Reinigung der Füße wurde entweder von einem Haussklaven oder je nach Wichtigkeit des Gastes sogar vom Gastgeber vorgenommen. Der Willkommenskuss war das Zeichen des Friedens, des umfassenden Shaloms, das der Gastgeber dem Gast bot. Und die Salbung des Hauptes war als Hinweis zu verstehen, dass der Gast für den Gastgeber wie ein König sei, der ja gesalbt wurde. Diese drei Handlungen bei der Begrüßung waren ein Zeichen jener Liebe, die der Gastgeber dem Gast entgegenbringen wollte, also war zugleich auch die Wertschätzung des Gastes.

Nachdem der Gastgeber dies alles bei der Begrüßung Jesus unterlassen hatte, war es eigentlich ein Zeichen von großer Missachtung, eine Nichtwertschätzung, dem Gast, also Jesus, gegenüber.

Auf was will uns Lukas mit diesem Evangeliumsabschnitt aufmerksam machen? Er will uns darauf aufmerksam machen, dass die Sünderin mehr Wertschätzung, also Liebe, gegenüber Jesu gezeigt hat, als der Pharisäer. Sie hatte instinktiv begriffen, dass ER der Sohn Gottes ist, dass ER ihr die Sünden vergeben konnte, wie es Jesus ihr ja auch zusagte.

Für uns Katholiken der heutigen Zeit ist es wichtig zu beachten, dass in der Hostie der Kommunion, auch in einem kleinen Teilstück von dieser, immer der gesamte Jesus real anwesend (Realpräsenz) ist und somit zu uns als Gast kommt. Wichtig ist daher, dass wir IHM die Gastfreundschaft erweisen, die IHM zukommt und vor allem, dass wir wissen, dass ER das Opfer für uns gebracht, hat um uns zu erlösen, indem er unsere Sünden, die damaligen, jetzigen und auch die zukünftigen, auf das Kreuz von Golgota getragen hat.

Im zweiten Teil des Evangeliums lautet der Schlüsselsatz: „Die Zwölf begleiteten ihn, außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalena, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere.“

Aus dem ganzen Neuen Testament geht hervor, dass Jesus keine Berührungsängste gegenüber Frauen hatte. Dass er aber nur Männer als Apostel, also als Gesandte, berufen, ihnen die Sorge für die Verkündigung Seiner Botschaft und damit auch die Kirche anvertraut hat, weist darauf hin, dass ER bewusst so gehandelt hat, denn ein Gesandter stellt immer die Person des Sendenden dar in dessen Namen er handelt. Und die Apostel handelten genauso indem sie zuerst die Sieben beriefen und dann weitere Älteste. Dieser Vorgang setzt sich bis zum heutigen Tag und auch in Zukunft fort und wird die Apostolische Sukzession genannt. Wer also ein Weiheamt für Frauen fordert, der handelt eindeutig gegen Jesus selbst, der immer der Sendende ist. Dieser Fordernde beweist damit, dass er nicht wirklich im festen Glauben an Jesus steht sondern sich den Glauben nach seinem „Geschmack“ selbst richtet und außerdem meint, Jesus Lehre und Handlungen in seiner persönlichen Meinung manipulieren zu können.

Herr Jesus Christus, Du bist als Brot des Lebens derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Dein ist die Macht und die Herrlichkeit.

Amen.
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Donnerstag, 16. Juni 2016, 16:02

12. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Sach 12,10-11;13,1
2. Lesung: Gal 3,26.-29
Evangelium. Lk 9,18-24

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch des Propheten Sacharja weist auf die endzeitliche Dimension des Volkes Israels hin und zieht einen Vergleich mit einem heidnischen Götzen.

„Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. An jenem Tag wird die Totenklage in Jerusalem so laut sein wie die Klage um Hadad-Rammon in der Ebene von Megiddo.“

Hadad war ein babylonischer Wetter- und Vegetationsgott während Rammon das aramäische Pendant war und denen zum Beginn der Trockenzeit im Sommer eine große kultische Totenklage von der heidnischen Bevölkerung gewidmet war.

Der Prophet setzt diese Totenklage an den heidnischen Gott jener Klage gleich, die das auserwählte Volk Israel dann anstimmen wird, wenn es begriffen hat, dass „sie auf den blicken, den sie durchbohrt haben“, nämlich auf den von ihnen erwarteten Messias. Jener Messias, der gekommen ist und all das erlitten hat, was über ihn in der Schrift des Alten Bundes vorhergesagt worden war, der auferstand, aber vom Volk der Juden abgelehnt wurde und jene, die an ihn glauben, die er in seine Nachfolge als Jünger berief, nämlich unser Herr Jesus Christus, der der Messias ist.

An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner Jerusalems eine Quelle fließen zur Reinigung von Sünde und Unreinheit.“

Aus dem durchbohrten Herzen Jesu entspringen die Sakramente der Kirche, wie es in der Herz-Jesu Präfation heißt, die uns Christen das Heil vermitteln. Denn die Sakramente, die Jesu eingesetzt hat, sind jene Quelle, die zur Reinigung von Sünde, zur Befreiung von jeder Unreinheit und für die richtige Gestaltung des christlichen Lebens erforderlich sind.

Die neutestamentliche Lesung aus dem Galaterbrief des Apostels Paulus betrifft die Zusammengehörigkeit von Glauben und Gottessohnschaft.

„Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.“

Doch diese Worte des Apostels Paulus dürfen nicht nur in den obigen Worten gelesen werden, sondern müssen im Kontext der gesamten Offenbarung betrachtet werden.

Natürlich jeder, der getauft ist, wurde durch die Taufe in Seinen Leib eingegliedert. Aber damit wurde nur die Grundlage für die Rettung vor der Verdammnis gelegt und nicht mehr. Erst dadurch wie der Getaufte sein weiteres Leben gestaltet, ob er nach den Geboten und Anweisungen Gottes und der Lehre der Kirche lebt oder nicht, ergibt sein sich endgültiges Urteil für das Ewige Leben bei Gott.

Jesus hat es sehr deutlich gesagt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21). Und nachdem Jesus die Binde- und Lösegewalt dem Petrus, und somit auch Seinem jeweiligen Stellvertreter auf Erden, dem Hl. Vater, dem Papst, übertragen hat, wird der Wille des Vaters nicht nur durch die Einhaltung der Gebote des Dekalog erfüllt sondern erfordert auch die Einhaltung der von der Kirche vorgegebenen Auslegung der Heiligen Schrift sowie der Lehre der Kirche. Zu beachten ist dabei jedoch auch, dass nur die unverkürzte und unverfälschte Lehre der Kirche aufgrund der Offenbarung wichtig ist und nicht wie es dieser derzeitige Pontifex macht, der die Offenbarung und damit auch die Lehre der Kirche durch die Hintertür aus falsch verstandener Barmherzigkeit verwässert und den Menschen im Zeitgeist nach dem Mund redet und die wahren Gläubigen, die treu zur Offenbarung und Kirchenlehre stehen als Pharisäer beschimpft. Schon die Pastoralregel Gregor des Gr. hat festgestellt, dass der Gläubige gegenüber dem Oberen vorsichtig sein muss, wenn dieser Änderungen, Ergänzungen oder ähnliches gegenüber der bisherigen tradierten Lehre vornimmt und sich dementsprechend äußert.

Im weiteren Text des Galaterbriefes warnt Paulus vor Irrlehren und den Abfall vom wahren Glauben. (Gal. 3,1 – 5,12).

Also alles Vorgänge und Handlungen, die es schon in der apostolischen Zeit gegeben hat und die auch in der heutigen Zeit existent sind du in den letzten drei Jahren besonders verstärkt auftreten.

Nur wer als Katholik, der Lehre der Kirche folgt, die im Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) für alle Gläubigen vorgegeben ist, steht voll zur Heiligen Mutter Kirche. Wer also davon abweicht geht auf Irrwegen, sofern er nicht, unter gewissen Umständen, sogar als Häretiker zu betrachten ist. Daher ist jede Selbstauslegung der Hl. Schrift oder der Lehre der Kirche, auch wenn es durch einen Oberen erfolgt, der falsche Weg, der eindeutig in die Irre führt. Der Katechismus sollte daher in keinem katholischen Haushalt fehlen und im Zweifelsfall immer zu Rate gezogen werden.

Auch das Evangelium spricht in deutlichen Worten von dem Weg, den Sein Jünger gehen muss.

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Diese Worte Jesu sind Schlüsselworte des von ihm verkündeten Evangeliums.

„Selbstverleugnung“ ein Unwort der heutigen Zeit, wo es doch nur so von „Selbst“-Begriffen wimmelt, wie Selbstverwirklichung, Selbstentscheidung, Selbstwillen, Sich-Selbst-Behalten, Selbstrettung und was es sonst so an anderen „Selbst“-Begriffen gibt.

„Selbstverleugnung“ - nicht mein Wille geschehe, sondern der Wille Gottes soll an mir und in mir geschehen, dass ist die Botschaft Jesu, der der Mensch folgen soll. Das bedeutet das Kreuz, das jedem Menschen zugeteilt wurde, anzunehmen, es zu umarmen, es zu tragen und durchzuhalten. Gott gibt die Kraft dazu, wenn wir Ihn darum bitten. Niemand wird ein größeres Kreuz zugemutet als er selbst tragen kann und für das Gott dem Menschen auch die nötige Kraft gibt.

Immer wieder muss wiederholt werden, dass Gott dem Menschen die freie Entscheidung gegeben hat, sich FÜR oder GEGEN Gott zu entscheiden. Eine Entscheidung „für Gott, aber....“, die gibt es nicht, denn diese Entscheidung widerspricht Jesus, der in den Antithesen zur Bergpredigt klar gesagt hat: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein sei ein Nein, alles andere stammt vom Bösen“ (Mt 5,37).

Jeder Mensch muss daher auch die Konsequenzen aus dieser Entscheidung tragen. Wer sich gegen Gott entscheidet, dem zwingt ER nichts auf. Wer sich aber für IHN im festen Glauben entscheidet, der wird alles annehmen, was in seinem Leben passiert. Wer sich „für Gott, aber.....“ entscheidet, wendet sich zwar Gott zu, aber nur in jenen Bereichen, die ihm passen, während er jene Worte der Offenbarung, die ihm nicht passen, er sich seinen Glauben so zurechtlegt, dass es für ihn wieder stimmig wird. Nur das entspricht nicht der Nachfolge, wie sie Jesus von seinen Jüngern verlangt.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft zur Entscheidung für Dich und dass wir Deine Lehre voll akzeptieren ohne Anpassung an den Zeitgeist oder an den eigenen Willen vornehmen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit, der du mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist lebst und herrscht in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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106

Donnerstag, 23. Juni 2016, 16:17

13. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 1 Kön 19,16b.19-21
2. Lesung: Gal 5,1.13-18:
Evangelium: Lk 9,51-62

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem ersten Buch der Könige hat die Berufung des Elischas durch Elija zum Inhalt.

„Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn. Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach und bat ihn: Lass mich noch meinem Vater und meiner Mutter den Abschiedskuss geben; dann werde ich dir folgen.“

Dass Elija seinen Mantel über Elischa wirft, ist für diesen ein Signal und auch en Symbol. Elischa versteht sofort die Bedeutung des Mantelüberwurfes: Der, der mich mit seinem Mantel bekleidet, ihn mir überwirft, der macht mich zu dem was er selbst ist.

Nachdem Elija als Prophet bekannt war, ist es dem Elischa klar, dass der Elija einen Auftrag des Herrn bekommen hat, denn ansonsten würde er nicht so handeln und dass damit auch er, Elischa, vom Herrn zum Propheten berufen ist und daher dem Elija unbedingt folgen muss.

Nur gewährt Elija dem Elischa die Bitte sich von seiner Familie verabschieden zu dürfen und erst dann ihm zu folgen, während Jesus viel radikaler ist und dem von ihm berufenen Jünger antwortete, der ihn bittet vorher noch seinen Vater begraben zu dürfen: „Folge mir nach; lass die Toten ihre Toten begraben!“ (Mt. 8,21-22). In der Auslegung des Evangeliums wird genaueres erörtert.

In der Lesung aus dem Galaterbrief heißt es: „Lasst euch vom Geist leiten, dann werdet ihr das Begehen des Fleisches nicht erfüllen. Denn das Begehren des Fleisches richtet sich gegen den Geist, das Begehren des Geistes aber gegen das Fleisch.“

Und in den Versen 19 bis 21, die nicht mehr verkündet werden, sind die Werke des Fleisches vom Apostel Paulus aufgezählt: „.... Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und Ähnliches mehr“

Im heutigen Leben der Kirche sind vor allem die „Spaltungen, Parteiungen“ sehr stark existent, wobei die Spalter jene Gläubigen sind, die die Offenbarung verändern bzw. der heutigen Zeit anpassen wollen oder jene die die Lehre der Hl. Mutter Kirche nicht annehmen und diese nach ihrem Gutdünken auszulegen versuchen wie es ihnen in den Zeitgeist passt ohne die bisherige Lehre und Tradition der Kirche zu berücksichtigen. Also sind die Verfechter von „Wir sind Kirche“, „Kirche von unten“, Laien- und Priesterinitiative usw. jene, die den Werken des Fleisches gehorchen indem sie eine Spaltung und Parteiung innerhalb der Kirche hervorrufen. Selbst wenn diese Abweichler den Hinweis äußern würden, dass die Hl. Mutter Kirche eine „ecclesia semper reformanda“ ist und auch Heilige Reformen angestrebt haben, geht diese Begründung insofern fehl, da diese Heiligen immer mit ihren Reformwünschen auf der Lehre und der Tradition der Kirche aufgebaut und diese berücksichtigt haben, während diese Spalter in Wirklichkeit eine totale Veränderung der Kirche in Richtung Protestantismus anstreben.

Wie so oft geht es auch im heutigen Evangelium wieder um die Aufforderung Jesu, die er an seine Jünger, also auch an uns, richtet: "Folge mir nach!"

Die so angesprochenen Jünger wollen ihm zwar nachfolgen, doch jeder will zuerst noch etwas anderes erledigen. Einer sagt: „Lass mich zuerst heimgehen meinen Vater begraben!" und Jesus antwortet ihm: „Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkündige das Reich Gottes!" oder ein anderer, den Er zur Nachfolge auffordert, sagt zu ihm: „Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen." Darauf antwortet ihm Jesu: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes!"

So sind diese Worte Jesu in der Frohen Botschaft radikale, ja, vielleicht für so manche von uns, sogar fast erschreckende Worte, die Jesus im Hinblick auf die Nachfolge sagt.

Was will Jesus uns mit diesen Worten sagen? Die Antwort ist eigentlich sehr einfach. Jesus meint damit: „Alles oder Nichts", denn das ist der Weg der Nachfolge, der Weg zum himmlischen Jerusalem, der Weg in das Reich Gottes.

„Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkündige das Reich Gottes!"

Die selige Edith Stein hat diesen Ruf Gottes gehört und ist ihm gefolgt. Auch sie musste sich radikal entscheiden zwischen ihrem jüdischen Glauben und dem christlichen, dem katholischen, Glauben. Um ihrer Mutter, einer eifrigen Jüdin, kein Leid zuzufügen, wollte sie mit ihrem Übertritt warten, bis diese nicht mehr lebte. Aber, sie durfte nicht warten. Und so konvertierte sie, trotz des Schmerzes ihrer Mutter, bat um die Taufe, wurde Ordensschwester und schließlich als Märtyrerin ermordet. So aber ging sie in das himmlische Jerusalem ein.

Jerusalem ist also nicht nur ein Ort, der erreicht werden soll, sondern auch der Weg dahin und ist somit das Programm, das Jesus uns vorlebte und das ER in der Nachfolge von uns fordert.

Ein bequemer Weg ist das sicher nicht. Aber einen bequemen Weg hat uns Jesus auch nie versprochen. Das Gegenteil hat er uns versprochen. Denn Jesu Worte waren, „Wer mir nachfolgt, nehme täglich sein Kreuz auf sich" (vgl. Mt 10,38; Mk 8,34).

Sein Jünger sein, heißt: Mich von Jesus zu Gott führen zu lassen, IHM voll zur Durchdringung der Welt mit SEINEM Geist zur Verfügung zu stehen. Das heißt aber auch, in die Ablehnung, die seine Frohe Botschaft und in die Angriffe, die er und seine Kirche erfährt, hineingezogen zu werden.

Diese Frohe Botschaft zu verkünden, dazu ist jeder von uns als Christ durch die Taufe berufen. Und diese Frohbotschaft wird auch dann nicht zur „Drohbotschaft", wie es die besonders Fortschrittlichen immer meinen, wenn etwas unangenehmes verkündet wird, was ihnen an ihrem bequemen Weg nicht passt. Denn Jesus hat sehr wohl an mehreren Stellen der Frohen Botschaft von der Hölle, vom Satan oder vom Tod durch die Sünde gesprochen. Aber wer heute darüber spricht, dem wird sofort von den Fortschrittlichen unterstellt, er möchte den Menschen drohen. Denn diese Fortschrittlichen sind der Meinung es soll nur das verkündet werden, was die Mehrheit der Menschen hören will, oder was besonders laute Schreier durchsetzen wollen. Außerdem sind diese Modernisten der Meinung, dass Gott in seiner Liebe sowieso alles verzeiht, egal wie einer lebt und sündigt.

Aber so „spielt“ es sich nicht ab, denn in Wirklichkeit wird hier eine umfassende Verkürzung, ja sogar Verfälschung, der Botschaft und Lehre Jesu vorgenommen, denn Jesu hat an vielen Stellen seiner Lehre von der Umkehr und Abkehr von den Sünden gesprochen, wenn er sagte „Geh hin und sündige nicht mehr!“

Was bedeutet das heutige Evangelium für jeden von uns?

Die Gottes- und Nächstenliebe sollte die Basis für das Leben des Christen sein. Und in diesen beiden Geboten Jesu sind alle 10 Gebote des Alten Bundes voll berücksichtigt. Aber nicht die falsch verstandene Nächstenliebe, die alles erlaubt bzw. nichts kritisiert, ist damit gemeint, sondern jene Nächstenliebe, die den Sünder, auch, wenn erforderlich, mit harten Worten vom falschen Weg zurückholt. Dietrich Bonhoeffer hat es treffend so ausgedrückt: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“ Und Jesus hat festgestellt, „wen dein Bruder sündigt, gehe zu ihm und weise ihn zurecht“ (vgl. Mt 18,15)

Weiter sollte der Jünger die Frohe Botschaft in der Familie, im Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz usw. nicht nur unverkürzt verkünden, sondern auch danach leben und diese somit bezeugen. Auch auf die Tradition und die Lehre der Kirche kann/muss/darf der Jünger bauen und diese berücksichtigen, denn sowohl die Lehre der Kirche als auch die Tradition basieren auf der Frohen Botschaft Jesu.

Eines ist uns dabei gewiss. Jesus geht uns immer voraus, wir folgen ihm. Wir gehen also nie diesen Weg allein, sondern immer mit ihm, so wie er es verheißen hat, indem er sagte: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20)

Eines ist auch noch zu beachten, dass unter diesem Papst als Barmherzigkeit tituliert wird, das praktische eine Verwässerung der bisherigen Lehre der Kirche gleichkommt. Hier ist der Gläubige aufgerufen, der bisherigen Lehre wie sie im Katechismus der Kirche festgelegt ist zu folgen und zu beachten.

Herr Jesus Christus, gib uns immer den Willen und die Kraft als Dein Jünger Dir nachzufolgen und der Lehre Deiner Kirche treu zu sein und diese in der Welt zu bezeugen. Dir sei Lob und Preis jetzt und in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

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107

Donnerstag, 30. Juni 2016, 16:09

14. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jes 66,10-14c
2. Lesung Gal 6,14-18
Evangelium: Lk 10,1-12.17-20 oder 10,1-9

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung ist aus der Endzeitbeschreibung des Trito-Jesaja entnommen.

„Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. ..... Ihre Kinder wird man mit den Armen tragen und auf den Knien schaukeln. Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch, in Jerusalem findet ihr Trost.“

Dass sind die tröstlichen Worte des Propheten für jene, die in das himmlische Jerusalem aufgenommen werden und die hier auf Erden so leben, dass sie das verheißene Ziel anstreben können. Sie können und dürfen jubeln, da sie dann das Ziel ihres Lebens - die himmlische Stadt, das himmlische Jerusalem, erreicht haben. Und dann folgen die Worte des Trostes für das Leiden auf dem irdischen Lebensweg. Als Kinder Gottes werden sie auf den Armen getragen und auf den Knien geschaukelt und Gott selbst wird sie trösten, wie auf Erden eine Mutter ihren Sohn tröstet.

In der zweiten Lesung aus dem Galaterbrief wird der Schluss dieses Briefes, jener Teil des Briefes, den der Apostel Paulus eigenhändig geschrieben hat, verkündet. Im nicht verkündigten Vers 11 weist der Apostel darauf hin: „Seht, ich schreibe euch jetzt mit eigener Hand, das ist meine Schrift.“

„Ich will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“

Paulus betont bewusst die Kreuzesnachfolge, denn würde er der jüdischen Religion anhängen, wäre er als Mitglied einer Minderheitenreligion des Römischen Reiches vor Verfolgung geschützt. Aber die Christen waren nicht als Minderheitenreligion anerkannt und wurden darum verfolgt.

Jenen Christen, die der Lehre Jesu folgen, muss immer klar sein, dass diese Nachfolge immer eine Kreuzesnachfolge ist, denn Jesus hat es eindeutig gesagt: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34).

Daher soll der Mensch immer bedenken nur im Kreuz ist jederzeit Heil.

Das Evangelium des 14. Sonntag im Jahreskreis beginnt mit dem Satz: „Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.“

Diese zweiundsiebzig Jünger werden zusätzlich ausgesandt, nachdem die Apostel bereits gesendet wurden. Auch sie sollen das Reich Gottes verkünden, also eine Mission erfüllen.

Sie sollen zu zweit in alle jene Ortschaften und Städte gehen, in die ER selbst gehen wollte. Dass sie zu zweit gehen sollen, hat mit dem jüdischen Zeugnisrecht zu tun, das zwei Zeugen für den Wahrheitsbeweis erfordert. Und er sagte zu ihnen, dass die Ernte groß ist, der Arbeiter aber wenige sind.

Wer waren diese Jünger? Es waren Jünger, die dem Herrn auf seinen Wegen gefolgt sind und begleitet haben.

Jeder Christ ist solch ein Jünger, der dem Herrn nachfolgt. Durch die Taufe sind wir Christen mit Jesus verbunden. Durch die Firmung wurden wir mit dem Heiligen Geist gestärkt, dass wir mit unserem Leben Zeugnis für unseren Glauben abgeben sollen und können. Dass ist auch der Auftrag für jeden Christen und die Erfüllung dieses Auftrages ist jedem Christen möglich.

Wenn Jesus sagt, dass Gott als der "Herr der Ernte" gebeten werden soll, dass genügend Arbeiter ausgesendet werden können, liegt es an jedem Christen immer wieder dafür zu beten, dass es einerseits genügend Gläubige gibt, die die Botschaft vom Reiche Gottes verkünden, aber andererseits jeder Christ um die Kraft bittet dass er selbst diese Botschaft vom Reiche Gottes verkünden kann.

So wie damals die Jünger den Mut haben mussten, in einer feindlichen Umwelt diese Botschaft zu verkünden, sollte auch heute jeder Christ diesen Mut haben, diese Botschaft Jesu in einer säkularisierten Welt zu verkünden.

Aber haben wir diesen Mut? Wir gehen in die Kirche, wir gehen zu den Sakramenten, wir erfüllen unsere Pflichten im Beruf und im Leben. Wir versuchen im eigenen Leben Christ zu sein. Haben wir aber den Mut im Gespräch mit Fernstehenden im Beruf, auf der Straße und an jedem Ort unseres Lebens sich zu unserem Glauben zu bekennen und die Botschaft vom Reiche Gottes zu verkünden? Legen wir mit unserem Leben in der Öffentlichkeit Zeugnis ab über unseren Glauben an Christus und als Glieder seines Leibes, der Kirche?

Diese Aufgabe ist uns Christen heute genauso gestellt, wie damals jenen 72 Jüngern. Nur ist es heute schwerer als vor fast 2.000 Jahren. Damals wurde das Neue Testament als Zeugnis jener niedergeschrieben, die das Wirken Jesu und seine Auferstehung selbst miterlebt hatten. Damals entstand unsere Kirche auf dem Felsen Petrus, die die Liebe und Barmherzigkeit Gottes und die Auferstehung Jesu Christi als Sohn Gottes und unseres Erlösers verkündete.

Und diese Botschaft ist auch heute unverändert und unverfälscht zu verkünden, sie ist dem heutigen Menschen nahe zu bringen.

Nicht der Bequemlichkeit der Menschen kann und darf diese Botschaft angepasst werden, wie es heute oft gefordert wird, wenn einzelne Punkte für den heutigen Menschen als beschwerlich gehalten werden. Diese Botschaft war auch damals für viele Menschen nicht bequem.

Seit mehreren Jahren wird auch auf Auftrag der Österreichischen Bischofskonferenz auf „Dialog“ gesetzt und i der damals veröffentlichten Erklärung heißt es unter anderem, dass ein „neues Pfingsten, ein neues Verstehen “ erhofft wird und in dieser Erklärung heißt es wörtlich: „ Ein neues Pfingsten wird nur möglich sein, wenn wir den Dialog mit allen Menschen suchen und ihre Anliegen zu unseren machen.“

Dies war von Beginn dieser Kampagne an wieder ein Schritt, der gegen Gott Vater, Jesus, den Heiligen Geist und die Lehre der Kirche gerichtet ist, denn der Dialog mit allen Menschen bringt nichts außer eine weitere „Quatschbude“, die gegen die Heilige Mutter Kirche gerichtet ist. So wird nicht ein neues Pfingsten möglich, sondern eine weitere zeitgeistige Entwicklung und die hl. Mutter Kirche, die römisch-katholische, wird vollends zum politischer Sozialverein wie es die Evangelischen, insbesondere die EKD, es uns vormachen und wo die Offenbarung nach „Geschmack“ verändert wird. Aber dies scheint ja das Ziel zu sein, dem unsere Kirche nacheifern will. Nur das ist nicht die Kirche, die Jesus mit den Aposteln gegründet hat und die nur dadurch eine zweitausendjährige Tradition erreicht hat Ja; Jesus hat erklärt, dass die Mächte der Unterwelt die Kirche nicht überwältigen werden (vgl. Mt 16,18 ), aber ER hat auch erklärt: „Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben finden?“ (Lk 18,8 ) und damit ist jener Glauben gemeint wie Jesus ihn gelehrt hat, von den Aposteln in der Welt verkündet wurde und der in die Lehre der Kirche eingegangen ist, aber nicht ein selbstgestrickter, zeitgeistig angepasster Glaube, der den Menschen so passt wie sie ihn wollen. Ich kenne keine Stelle im Neuen Testament an der Jesus Seine Lehre im Dialog verkündet hat und die Menschen dabei mitdiskutiert haben, sondern Jesus hat allein gelehrt und die Menschen haben schweigend zugehört, höchstens ergänzende Fragen haben sie gestellt. Wer also meint, dass die Lehre Jesu diskutabel ist, der ist bewusst oder unbewusst ein Werkzeug des Teufels, denn schon Papst Paul VI. hat 1970 festgestellt, „dass der Rauch Satans in die Kirche eingedrungen ist“ und dieser Rauch von damals hat seitdem zur vollkommenen personifizierten Inbesitzergreifung jener geführt, die die Kirche auf menschlicher Basis ohne Gott „reformieren“ wollen. Und diese Inbesitznahme durch den Teufel betrifft sowohl Laien als auch Kleriker bis in die höchsten Kreise. Es ist ja eine alte Taktik des Teufels mit Hinterlist scheinbar Positives und Gutes anzukündigen bzw. anzuzeigen um die Menschen in die Falle zu locken. Der beste Beweis dafür ist der Sündenfall im Paradies, dem #Adam und Eva gefolgt sind.

Ja wir Christen sollen wie Jesus zu jenen Menschen gehen, die heute in schwierigen Situationen leben, und ihnen mit jener Barmherzigkeit begegnen, wie Jesu den Sündern und Ausgestoßenen begegnet ist. Aber die Sünde dürfen wir nicht tolerieren oder „runterreden“, sondern wir müssen deutlich darauf aufmerksam machen wo es Sünde, vor allem die schwere Sünde (Todsünde), gibt. Denn auch Jesus hat die Sünder aufgefordert umzukehren und von der Sünde zu lassen, und festgestellt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! Wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ (Mt 7,21) und das heißt, dass Gottes Gebote und Seine Anweisungen, die in der Bibel festgelegt sind, einzuhalten sind.

Gehen wir also hinaus zu den Menschen und verkünden wir ihnen die unverkürzte und unverfälschte Botschaft Gottes, von der Auferstehung unserer Herrn Jesus Christus, von seiner Barmherzigkeit mit jenen Sündern, die umkehren und die Geboten Gottes einhalten. Seien wir also jene Arbeiter im Weinberg des Herrn, die Jesus und Seiner Lehre ohne Wenn und Aber nachfolgen, Und beten wir immer dafür, dass genügend Priester, aber auch Diakone, von Gott berufen werden, die treu und verlässlich SEINE Botschaft unverkürzt und unverfälscht verkünden.

Herr, gibt uns immer den Mut ein Arbeiter in Deinem Weinberg zu sein und Deine Lehre immer authentisch zu verkünden. Lass uns immer den Versuchungen des Teufels widerstehen. Dir sei der Lobpreis und die Herrlichkeit in Ewigkeit
.

Amen.
Preis den Herrn!

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108

Donnerstag, 7. Juli 2016, 15:37

15. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Dtn 30,10-14
2. Lesung: Kol 1,15-20
Evangelium: Lk 10,25-37

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leser und Leserinnen!

Die erste, also die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Deuteronomium ist eine der Verheißungen die Gott jenen Menschen gibt, die sich an Seine Gebote und Anweisungen halten.

„Er wird dir Gutes tun, wenn Du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst, und auf seine Gebote und Gesetze achtest, die in dieser Urkunde der Weisung einzeln aufgezeichnet sind, und wenn du zum Herrn, deinem Gott mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele zurückkehrst.“

Gott nennt in diesem, also in SEINEM, Text die Voraussetzungen für das Heil des Menschen auf Erden sowie für das spätere Leben, das Ewige Leben, bei IHM. Die Umkehr bzw. die Rückkehr des Menschen zu IHM mit ganzem Herzen und ganzer Seele, dass ist der wahre Weg des Menschen, den er gehen sollte und dieser Weg der Umkehr zu Gott sowie der Abkehr von der Sünde ist auch die zentrale Botschaft, die Jesus, der Sohn Gottes, den Menschen gebracht hat.

„Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir.“

Diese Verpflichtung zur Einhaltung der Gebote geht sicher nicht über die Kraft des Menschen, dafür hat Gott dem Menschen genug Werkzeuge in die Hand gegeben wie das Gebet, die Sakramente, aber auch den Willen des Menschen. Und genau, dass ist das Problem des Menschen, dass Gott dem Menschen die Freiheit gegeben hat, so zu handeln wie er will. Denn vor allem sämtliche schwere Sünden, früher auch als Todsünden bezeichnet, werden bewusst und aus dem freien Willen und mit bewusster Planung des Menschen gemacht. Der Mensch sündigt also in diesen Fällen bewusst, weil er sich daran erfreut, weil es ihm „taugt“.

Gott liebt alle Menschen, aber ER zwingt niemanden seinen Willen auf. ER bietet seine Liebe an und hofft, dass der Mensch sich IHM aus freien Willen durch die Einhaltung Seiner Gebote und Anweisungen zuwendet.

In der zweiten, der neutestamentlichen, Lesung aus dem Kolosserbrief des Apostel Paulus wird jener Hymnus zitiert, der Christus als den Mittler der Schöpfung und Erlösung preist und der vermutlich aus der frühchristlichen Liturgie stammt und von Paulus in den Brief übernommen worden ist.

„Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten, so hat er in allem den Vorrang.“

Dieses Loblied auf Christus sagt alles aus, was dieser für die Kirche und die Kirche für IHN ist. Nachdem Jesus SEINER Kirche die Bindungs- und Lösungsgewalt übertragen hat und damit auch die Lehrgewalt, so handelt daher jeder Mensch, der nicht der Lehre der Kirche folgt, nicht nur gegen die Kirche sondern direkt gegen Jesus selbst. Dies sollten daher alle jene Menschen bedenken, die Forderungen stellen, die auf die Abänderung der Offenbarung sowie der darauf basierenden Lehre der Kirche abzielen, denn das Verbot der Frauenordination, der Priesterzölibat, das Kommunionverbot für geschiedene Wiederverheiratete sind eindeutig aus der Offenbarung, also direkt aus der Bibel, abgeleitet und dort nachweisbar. Ebenso ist zu beachten, dass auch zeitgeistige Relativierungen der Offenbarung, selbst wenn sie durch Kleriker der höchsten Hierarchie erfolgen, nicht als Lehre der Kirche zu betrachten sind.

Das Evangelium dieses Sonntags, dem 15. im Jahreskreis des Lesejahres C, ist das Gleichnis des barmherzigen Samariters, das aber in der Tiefe des Gleichnisses weit mehr beinhaltet als nur die soziale Komponente, die heute meist im Vordergrund allein gesehen wird. Denn es geht vor allem um die Gottes- und richtige Nächstenliebe. Darum auch die Rückfrage des Pharisäers: „Wer ist mein Nächster?“

Auf die Frage des Pharisäers, der Jesus auf die Probe stellen wollte, antwortete der Herr:

„Was steht im Gesetz` Was liest du dort? Er (der Pharisäer) antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit alle deiner Kraft und deinen Gedanken und: deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.“

Schon im Alten Testament ist sowohl im Buch Deuteronomium als auch im Buch Levitikus dieses Gebot der Gottes- und Nächstenliebe gegeben, das auf dem Dekalog, den 10 Geboten, beruht.

Jesus hat also nicht neu das Gebot der Nächstenliebe gebracht, aber er hat es im Geist Gottes präzisiert und erfüllt. Er hat ja an einer anderen Stelle des Evangelium deutlich und klar gesagt: „Ich bin nicht gekommen das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen!“ (vgl. Mt 5,17).

Die Antwort auf die Frage des Gesetzeslehrer: „Wer ist mein Nächster?“, muss daher lauten: „JEDER“.

Aber das Gebot der Gottesliebe relativiert das gleichgestellte Gebot der Nächstenliebe unter bestimmten Voraussetzungen.

Dazu ein Beispiel: Werde ich angebettelt, mit dem Hinweis, „ich brauche etwas zum Essen“, so ist es besser, diesem im nächsten Geschäft zBspl. Wurstsemmeln und Alkoholfreies zu kaufen, als ihm Bargeld zu geben, das evt. vertrunken wird oder dass damit Drogen gekauft werden. Ist diese Notlage wirklich so gegeben, wie sie angesprochen wird, wird sie auch dankbar angenommen werden.

Nächstenliebe bedeutet also immer: Hilfe im Sinne der Gebote Gottes und der Gottesliebe zu geben, aber nicht die Unterstützung zu einem Fehlverhalten, also keine Unterstützung der Sünde. .

Leider wird heute das Gebot der Nächstenliebe sehr oft falsch ausgelegt indem die Meinung vertreten wird, dass mit der Nächstenliebe alles zu vertreten ist, sogar die Sünde.

Einen Sünder auf seine Sünden nicht aufmerksam zu machen, ist nicht Nächstenliebe sondern sogar ein richtiger und wesentlicher Verstoß gegen die Nächstenliebe. . Denn Jesus sagt: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn zurecht.“ (vgl. Mt 18,15).

Dietrich Bonhoeffer hat es noch deutlicher ausgedrückt: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“

Für uns wirkliche Christen muss es klar sein, dass es Nächstenliebe nur in Verbindung mit der Gottesliebe geben kann.

Nächstenliebe ohne Gottesliebe ist reiner „Humanismus“, der alles gutheißt, was ihm zeitgeistig passt, auch wenn damit gegen die Gebote Gottes verstoßen wird, wie es zBspl. bei Euthanasie, Abtreibung, PID und dergleichen mehr der Fall ist.

So ist im Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“ also wesentlich Tieferes und Wichtigeres für uns Christen enthalten, als es auf den ersten Blick sichtbar ist. Nämlich, dass die Gottes- und Nächstenliebe im Sinne Jesu immer eine radikale Gratwanderung ist und nicht so vereinfacht dargestellt werden kann wie es heute oft geschieht.

Herr Jesus Christus, hilf uns immer bei dieser Gratwanderung der Gottes- und Nächstenliebe den richtigen Weg zu erkennen. Dir sei Lob und Preis!

Amen.
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109

Donnerstag, 14. Juli 2016, 15:43

16. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Gen 18,1-10a
2. Lesung: Kol 1,24-28
Evangelium: Lk 10,38-42

Liebe Gläubige, liebe Leser!

Sowohl die erste Lesung als auch das Evangelium berichten von den Vorbereitungen zu einem Gastmahl. Jedoch sind die Voraussetzungen für das jeweilige Gastmahl sehr unterschiedlich.

In der Lesung aus dem Buch Genesis wird berichtet von Abraham, der bei den Eichen von Mamre saß, als drei Männer vor ihm auftauchten. Für Abraham ist es Gott begleitet von zwei Engeln. Und es beginnt die ganze Zeremonie eines Gastmahls.

„Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen.“

Dem Gast wird Wasser gegeben damit er sich die Füße waschen kann oder sie werden ihm gewaschen. Denken wir an Jesus, der den Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, rügte, weil er ihm kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben hat. Siehe dazu auch das Evangelium vom 11. Sonntag im Jahreskreis wo Jesus den gastgebenden Pharisäer rügte, weil er ihm kein Wasser zum Füße waschen angeboten hatte..

Anschließend werden die Vorbereitungen für das Gastmahl geschildert. Abraham beauftragt Sara Brotfladen zu backen und den Jungknecht ein Kalb zu bereiten. Abraham setzt dann das Vorbereitete den Gästen vor wie es Aufgabe des Gastgebers im Orient war und heute auch noch ist. Vielleicht hat Abraham einen besonderen Bissen jedem seiner Gäste in den Mund gegeben um ihnen seine Hochachtung und Ehrerbietung zu beweisen.

Und dann sagte der Herr zu Abraham: „In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.“

Nicht mehr in der Lesung wird dann die Reaktion von Sara zu dieser Verheißung verkündet – sie lachte, weil beide Abraham und Sara schon in die Jahre gekommen waren. Und diese Verheißung erfüllte sich wie der Herr gesagt hatte und Sara gebar einen Sohn, dem sie den Namen Isaac gaben. Auf Gottes Verheißungen dürfen wir vertrauen, dass sie erfüllt werden.

Im Kolosserbrief der zweiten, der neutestamentlichen, Lesung schreibt der Apostel Paulus über den Dienst durch das Amt in der Kirche.

„Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkünde, jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verbogen war.“

Der Apostel weist damit daraufhin, dass die Ämter in der Kirche von Gott übertragen werden und nicht Menschenwerk sind. Auch heute ist jeder, dem ein Amt in der Kirche, das sind Bischof, Priester und Diakon, übertragen ist von Gott berufen und gerufen. Vor allem die Zeit bis zur Diakonenweihe ist jene Zeit in der genau geprüft wird, ob die Berufung von Gott ausgeht oder ob es eine Selbstberufung ist. Daher werden in den Jahren, meist drei oder vier, bis zur Diakonenweihe immer wieder Anwärter ausgeschieden. Auch in meinem Jahrgang waren es zwei Kollegen, die uns verlassen mussten.

Das Evangelium selbst erzählt die Geschichte von Maria und Martha bei denen Jesus zu Gast ist.

„Marta, Marta, du machst dir zu viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden".
So spricht Jesus in dieser Evangelienperikope..

In knappen und nicht einmal sehr deutlichen Worten berichtet der Evangelist Lukas diese Begebenheit im Leben Jesu.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie das Ganze abgelaufen sein könnte?

Ich möchte Euch dazu meine Vorstellungen zu diesem Evangeliumsabschnitt sagen:

Jesus kommt mit seinen Jüngern, möglicherweise mit fast 100 Personen, in dieses Dorf. Fast 100 Personen haben ihn begleitet?, werden Sie fragen. 72 Jünger hat er in die Dörfer vorausgesandt, die zu ihm zurückkehrten, seine 12 Apostel, die unmittelbar immer bei ihm sind sowie einige Frauen, die ihn immer begleiteten.

Er betritt das Haus von Marta und Maria, er begrüßt sie sicher mit „Shalom“, also mit dem umfassenden Frieden Gottes für dieses Haus und seine Bewohner. Marta und Maria begrüßen ihn und bitten ihn mit seinen Begleitern im Innenhof Platz zu nehmen. Vielleicht kommen noch einige Nachbarn dazu. Marta verschwindet in den Wirtschafträumen des Hauses und beginnt mit den Vorbereitungen für das Gastmahl.

Die anderen setzen sich im Halbkreis um Jesus, auch Maria setzt sich dazu. Jesus beginnt zu lehren, er spricht über das angebrochene Reich Gottes und den Weg dahin.

Marta schießt in den Wirtschaftsräumen herum und als die Vorbereitungen zum Mahl beendet sind, und sie nun kocht, kommen ihr die Gedanken: „Die Maria überlässt mir die ganze Arbeit und sitzt draußen. Jesus ist doch genauso ihr Gast, wie meiner!“ Dieser Gedanke und damit ihre Frustration wird immer stärker. Plötzlich der Gedanke: „Jesus ist ein Gerechter, er wird mich verstehen und mir helfen, dass Maria mich unterstützen muss!“

Marta geht also zu Jesus und sagt zu ihm: „Herr kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mir allein die ganze Arbeit überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!“ Gedanken, die für jeden von uns in dieser Situation ganz natürlich wären.

Marta bekommt aber eine andere Antwort als die, die sie sich von Jesus erwartet hat. Sicher wird ihr Jesus dazu noch einige tröstende Worte gesagt haben, die der Evangelist nicht für so wichtig hielt, diese aufzuschreiben.

Soweit das Bild, dass ich Euch vermitteln wollte.

Maria hört also auf das Wort des Herrn und sie hat das Bessere gewählt, während Marta voll Aktivität ist, also keine Zeit hatte das Wort des Herrn zu hören.

Das Wort Gottes hören oder unsere Arbeit, was ist wichtiger? Diese Frage wird in diesem Text an jedem von uns gerichtet.

Die Antwort kann nur lauten: Beides. Dazu kommt noch das Gebet.

Der Prolog der „Sancta Regula“, der Regel des Hl. Benedikt, für die Mönche des Benediktinerordens beginnt mit den Worten: „Höre, mein Sohn, auf die Worte des Meisters“.

Das "ora et labora", also das "Bete und arbeite" in der Regel der Benediktiner, ist die Antwort, die nicht nur die Mönche betrifft, sondern jeden von uns. Aber dieses Kurzmotto des Ordens wird noch ergänzt mit dem Wort „lege“, also „lese“. „Ora et labora et lege“, also „bete, arbeite und lese“, wobei im Wort „Lese“ auch das Wort „Hören“ eingeschlossen ist und das Lesen bzw. Hören auf die Heilige Schrift gemeint ist.

Dieses Schlagwort der Regel des Hl. Benedikt finden wir jedoch nirgends in der Mönchsregel, denn es ist die Zusammenfassung ihres gesamten Inhalts.

Das Wort „Hören“ kommt einige Hundertmal in der Bibel vor. Es ist also ein äußerst wichtiger Begriff. Denn wenn ich das Wort Gottes in der Offenbarung, der Bibel, lese, höre ich die Stimme Gottes.

Ich soll daher jeden Tag einen kurzen Abschnitt in der Bibel lesen. Danach soll ich, nach einem Gebet, versuchen die Worte des Abschnittes als Grundlage für eine Meditation von einigen Minuten verwenden.

Am Anfang wird es sicher nicht leicht sein, aber bei genügend Übung und nach einiger Zeit, werde ich dann aus der Schrift die Stimme des Herrn vernehmen, was er mir sagen will. Und die formulierten Gebet wie „Vaterunser, Ave Maria“ usw. sollen ergänzt werden durch freiformulierte Gebete, Bitten und Fürbitten.

Jeder muss also aufpassen, dass ihm alles andere Irdische nicht so wichtig wird, dass ihm keine Zeit zum Beten und Lesen der Heiligen Schrift bleibt, und so das Wort Gottes immer mehr verschüttet wird.

Denn Überaktivitäten, vor allem für weltliche Dinge, bergen die Gefahr in sich, dass auf Gott vergessen wird. Dass ist auch eine Gefahr in der sich die Kirche immer wieder befindet. Vor allem in jenen Pfarren, die oft ein Überangebot von Aktivitäten haben, kommt meist die spirituelle Seite zu kurz, oft wird sie ganz vergessen.

Denn nur wenn wir auf das Wort Gottes hören und täglich beten, nach Möglichkeit mehrmals am Tag, werden wir jene Liebe und Lebenseinstellung bekommen, die uns auf den Weg Jesu führt.

Dass also wollte uns Jesus mit der Antwort auf Martas Frage sagen.

Denken Sie einmal nach: Wann habe ich mich bildlich zum letzten Mal wirklich in Ruhe zu den Füßen des Herrn gesetzt und auf sein Wort gehört? Wann habe ich das letzte Mal zugleich mit den Worten Jesu auch auf die Lehre der Kirche gehört, wie diese Worte Jesu zu verstehen sind?

Herr gib‘, dass wir über unsere irdischen Aktivitäten nicht das Lesen der Schrift und das Gebet vergessen. Dir sei der Lobpreis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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110

Donnerstag, 21. Juli 2016, 16:17

17. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Gen 18,20-32
2. Lesung: Kol 2,12-14
Evangelium: Lk 11,1-13

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die erste, also die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Genesis ist die Fortsetzung der Lesung vom letzten Sonntag.

Der Herr befindet sich im Weggehen von Abraham und sagt zu ihm: „Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, ja, das ist laut geworden, und ihre Sünde, ja die ist schwer.“

Und darauf beginnt Abraham mit dem Herrn zu rechten, also zu verhandeln, in dem er darauf hinwies: „Willst du auch den Gerechten mit den Ruchlosen wegraffen?“

Der Dialog zwischen Abraham und dem Herrn ist ein richtiges Feilschen über die Zahl der Gerechten, um den Untergang von Sodom und Gomorra abzuwenden. Dieser Dialog endet mit den Worten des Herrn: „Ich werde sie um der zehn willen nicht vernichten.“

Mit diesem Dialog zeigt sich einerseits die Lebendigkeit und Unmittelbarkeit der Beziehung, die Abraham mit Gott hatte und andererseits die Güte des Herrn.

Ob sich diese zehn Gerechten sich auch heute in jeder größeren Stadt finden lassen? Denn wenn man diese Zahl ins Verhältnis zur Einwohnerzahl einer Millionenstadt setzt, handelt es sich in der Regel nur um einen Prozentsatz, der mit der Null beginnt und sich mit vier oder fünf Nachkommanullen fortsetzt bis er in einer Zahl endet.

Es liegt im Glauben eines jeden Christen ob derartige Katastrophen, wie sie Sodom und Gomorra damals getroffen haben, und sich als Naturkatastrophen darstellen, auch heute noch als Reaktion Gottes auf die Sünde der Menschen, der Menschheit, denkmöglich sind oder nicht. Hier werden sich die Geister der Menschen, je nach deren Glauben und auch dessen Tiefe bzw. Stärke, scheiden

Die verkündeten Verse der zweiten Lesung aus dem Kolosserbrief des Apostel Paulus sind eindeutig christozentrisch.

„Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat.“

Paulus weist damit darauf hin, dass in der Taufe die Erbsünde abgewaschen, d. h. begraben, und der Mensch zu einem christlichen Leben durch den Glauben an die Kraft Gottes auferweckt wird. Diese Auferweckung in der Taufe zu einem christlichen Leben bedeutet nicht Sündenlosigkeit sondern nur die Zuerkennung der Gnade Gottes, dass der Mensch berufen ist und die Kraft hätte ein solches sündenfreies Leben zu führen.

Aber Gott gibt jedem Menschen die Freiheit wie er sein Leben gestalten will. Gott zwingt niemanden ein Leben auf, das der Mensch nicht führen will. Nur die aus den Sünden entstehenden Konsequenzen hat der Mensch dann selbst zu tragen, teils schon im irdischen Leben, aber spätestens beim göttlichen Gericht.

Die Wörter „Frevel“ und „Sünde“ sowie die dazugehörigen Verben sind in der Offenbarung mehr als 600-mal enthalten. Allein diese hohe Zahl weist darauf hin wie wichtig für Gott diese Begriffe sind, da sie den Menschen von IHM trennen.

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist auch die Kapitelüberschrift in dem die Verse dieser Lesung enthalten sind. Sie lautet „Warnung vor Irrlehren“ und der Abschnitt beginnt mit den Worten: „Gebt Acht, dass euch niemand mit seiner Philosophie und falschen Lehre verführt, die sich nur auf menschliche Überlieferung stützen.“ (Vers 8 des Kapitels)

Dies ist einerseits ein deutlicher Fingerzeig darauf, dass nur die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung und die darauf basierende Lehre der Kirche sowie die kirchliche Schriftauslegung für den Gläubigen maßgeblich is und andrerseits darauf, dass auch der heutigen Zeit auch derartige Irrlehrer unter dem Deckmantel der „Barmherzigkeit“ in der heutigen Kirche bis in die höchsten hierarchischen Stufen vorhanden sind, die die Gläubigen in die Irre führen. Ebenso ist zu beachten: Wer sich also seine eigene Interpretationen der Heiligen Schrift „zusammenzimmert“, der begibt sich auf gefährliche, ja sogar häretische, Wege. Dasselbe gilt auch für jene, die gegen die Lehre der Kirche auftreten und Reformen sowie zeitgeistige Anpassungen fordern, die nicht mit der Offenbarung und Lehre der Kirche im Einklang stehen. Wer derartige Reformen fordert ist schlichtweg ein Irrlehrer, die die Gläubigen ins Verderben führen wollen. Und wer die Menschen ins Verderben führen will, dass ist der „Vater der Lüge“, der Teufel, der sich gewisser Menschen als sein Werkzeug bedient, die auf seine Einflüsterungen hören.

Das verkündigte Evangelium hat drei Abschnitte mit den Überschriften: „Das Gebet des Herrn“, „Das Gleichnis vom bittenden Freund“ und „Vom Vertrauen beim Beten“. Jesus spricht im heutigen Evangelium also vom Beten und unserer Beziehung zu Gott.

Das Gleichnis vom bittenden Freund stammt aus dem lukanischen Sondergut und hat eine tiefere Bedeutung als dies auf den ersten Blick erkennbar ist. Es geht hier in Wirklichkeit nicht um irdische Dinge sondern um göttliche. Wenn nicht schon aus Freundschaft so doch wegen der Zudringlichkeit wird wohl der angesprochene Freund den Freund die drei Brote für den unerwarteten Besucher leihen. Außerdem weist das Gleichnis darauf hin, wenn schon sich Menschen gegenseitig helfen, um wie viel mehr wird Gott den Menschen helfen, ungeachtet der Motivation ihrer Bittrufe, denn er ist die Güte.

Auf das Vertrauen im Beten weisen die folgenden Worte hin: „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.“
Auf das beharrliche Bitten, Klopfen und Suchen gibt uns Jesus die Verheißungen vom Empfangen, Öffnen und Finden.

Dabei müssen wir Menschen jedoch eines beachten: Sicher Gott hört jedes Gebet, aber erhören und erfüllen wird ER nur jenes Gebet, jene Gebete, die in SEINEM Lebensplan für den einzelnen Menschen passen.

Jeder Mensch sollte daher in Ruhe darüber nachzudenken, wie lebendig seine persönliche Beziehung zu Gott ist. Beschränkt sich diese Beziehung auf die rein formalen Gebete oder wird auch in freien Worten der Bitte, der Fürbitte, des Dankes, der Freude, des Leides usw. mit Gott gesprochen.

Darum denkt daran: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

Amen.
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diaconus

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111

Donnerstag, 28. Juli 2016, 16:21

18. Sonntag im Jahrskreis

1. Lesung: Koh 1,2;2,21-23
2. Lesung: Kol 3,1-5.9-11
Evangelium: Lk 12,13-21

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Sowohl in den Lesungen als auch im Evangelium dieses Sonntags geht es vor allem um den Reichtum und um die Gier danach, also die Habgier.

„Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines Vermögens in Überfluss lebt."

Wieder einmal lesen wir in der Frohen Botschaft vom Gegensatz des Reiches Gottes und des Reichtums. Ein Gegensatz, der von Jesus immer wieder thematisiert wird und von dem an vielen Stellen der Frohen Botschaft geschrieben steht. Denken wir zBspl. an die Stelle, dass ein Kamel eher durch das Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt (Mt 19,24). Das Nadelöhr war ein enges Tor in der Stadtmauer von Jerusalem, das ein Kamel nicht passieren konnte.

Jesus, ER kennt die Gefahren, die mit dem Reichtum verbunden sind, aber ER lehnt den Reichtum nicht grundsätzlich ab, sondern ER fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Reichtum.

Denn Geld und Reichtum haben immer eine Faszination auf den Menschen ausgeübt. Daher wird schon im 7. und 10. Gebot des Dekalogs das Eigentum geschützt und davor gewarnt nach dem Besitz des anderen zu streben.

"Hütet euch vor jeder Art von Habgier.“

Habgier ist das ungeordnete Streben nach Geld, Reichtum, aber auch nach Macht, vor allem wenn dies auf Kosten der Mitmenschen geht. Dazu kommen noch der Neid und der Geiz.

Wie viele Streitigkeiten, ja oft sogar Kriege, wurden durch diese Habgier in der Vergangenheit ausgelöst und werden auch heute noch begonnen. Denken wir auch an die Erbschaftsstreitigkeiten in den Familien, die schon oft sogar zum Mord oder andere Verbrechen aus dieser Habgier geführt haben.

Denn wo der Reichtum oder die Habgier zum alleinigen Lebenszweck wird, wird der Sinn des eigentlichen Lebens in Frage gestellt, da beginnt die Leere im Sinn des Lebens eines Menschen und dann beherrscht nichts anderes mehr das menschliche Leben als diese seelische Leere, die durch die Habgier ausgefüllt wird. Psychisch eng verwandt mit der Habgier ist der Neid, der dem anderen Menschen nicht das gönnt was er selbst nicht hat oder auch nicht erreichen kann.

Und Jesus hat es im Hinblick auf den Reichtum und die Habgier im Lukas-Evangelium klar und deutlich gesagt: „Niemand kann zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon.“ (Lk 16,13c)

Auch in der Lesung aus dem Kolosserbrief des Apostels Paulus wird auf die Habgier hingewiesen, denn darin heißt es: „Darum tötet, was irdisch an euch ist; die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden und die Habgier, die ein Götzendienst ist.“

Für Paulus ist die Habgier also ein Götzendienst, der eines Christen unwürdig ist, wie es im Text der Lesung steht. Aber der Apostel weist im Kolosserbrief gleichzeitig auch darauf hin, dass die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft genauso vom Reich Gottes trennen wie die Habgier.

Daher sind derartige Events, um den heutigen Begriff zu verwenden, wie die Loveparade, der Christopher Street Day oder ähnliche Veranstaltungen, die die Unzucht, die Schamlosigkeit, die ungeordnete bzw.. abartige Sexualität und die Drogensucht fördern oder diese direkt oder indirekt bewerben, für jene, die daran teilnehmen, eine Sünde, die von Gott trennt. Und dass dies so ist, zeigen auch die in den Medien veröffentlichten Bilder wie tief der Mensch sinken kann, tiefer als en Tier, wo doch der Mensch das Abbild Gottes ist, aber wenn seine Vernunft und Intelligenz nur mehr in das Organ unter dem Nabel gerutscht ist und die bösen Begierden in den Mittelpunkt des Lebens gestellt werden.

Nachdem Gott den Menschen die Freiheit für ihr Handeln gegeben hat, so nehmen sowohl die Teilnehmer, aber auch die Zuschauer, derartiger Veranstaltungen bewusst die Sünde in Kauf.

Gott ist zwar ein barmherziger, sicher kein strafender Gott, aber wer sündigt, muss die seine persönlichen Konsequenzen dafür tragen. Und Jesus sagt: „Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde.“ (Joh 8,34b).

An dieser Stelle möchte ich eine sehr bekannte Geschichte erzählen. Eine reiche Frau hatte einen Traum in dem Jesus seinen Besuch ankündigte. Sie säuberte die ganze Wohnung, richtete ein Super-Menu her und wartete. Da klopfte es an ihrer Tür. Draußen stand ein Bettlers und bat um etwas Geld. Sie sagte zu ihm: „Verschwinde, ich erwarte hohen Besuch.“ Nach einiger Zeit klopfte ein hungriges Kind und es bekam zur Antwort. „Ich habe zwar ein Essen hergerichtet, aber das ist für einen wichtigen und hohen Besuch vorbereitet.“ Wieder nach einiger Zeit klopfte ein Behinderter an die Tür, der um Hilfe in Form von Geld und etwas zum Essen bat. Wieder schickte sie den Bittenden weg. Sie wartete, wartete, wartete und so verging der Tag. und Jesus war nicht gekommen. Im Schlaf erschien ihr wieder Jesus und sie machte ihm Vorwürfe: „Ich habe den ganzen Tag auf Dich gewartet. Alles habe ich für Dich hergerichtet und Du bist nicht gekommen!“ Da antwortete ihr Jesus: „Ich war doch dreimal bei Dir und Du hast mich immer fortgeschickt.“

Daher sollen wir es so betrachten: Alles was wir besitzen sind Mittel zum Leben, nicht die Mitte des menschlichen Lebens. Die Mitte unseres Lebens ist die Einhaltung der Gebote und der Anweisungen Gottes sowie das Meiden der bewussten Sünde. Als schwache Menschen werden wir sowieso immer wieder unbewusst sündigen.

In der Lesung aus dem Buch Kohelet wird das alles für das irdische Leben so zusammengefasst und davor gewarnt: „Windhauch, Windhauch, das alles ist Windhauch.“

Denn der Sinn des Lebens besteht nicht im Horten von Reichtum irdischer Güter, sondern dass der Mensch sich als Christ Schätze im Himmel sammelt, wo sie nicht von Wurm oder Motte zerfressen werden (vgl. Mt 6,19). Denn die irdischen Güter kann der Mensch im Tod nicht mitnehmen. Die himmlischen Güter sind es, mit denen der Mensch vor Gott trete und die zählen werden.

Daher lautet auch die Warnung im letzten Absatz des heutigen Evangeliums, das von der Selbstsicherheit des reichen Mannes im Gleichnis berichtet: „Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist."

Herr gib, dass wir Menschen die irdischen Güter so in rechter Weise gebrauchen, damit die himmlischen Güter nicht verloren gehen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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112

Donnerstag, 4. August 2016, 15:25

19. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Weish 18,6-9
2. Lesung: Hebr 11,1-2.8-19 oder 11,1-2.8-12
Evangelium: Lk 12,32-48 oder 12,35-40

Liebe Christen! Liebe Leser!

Während die alttestamentliche, Lesung aus dem Buch der Weisheit auf die ägyptische Plage des Todes der Erstgeborenen hinweist, ist die neutestamentliche Lesung das Kapitel 11 aus dem Hebräerbrief und beginnt mit den Worten.

„Glaube aber ist: Feststehen in dem was man erhofft, Überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.“


Eine andere Übersetzungsmöglichkeit wäre: „Der Glaube aber ist die Grundlage dessen, was man erhofft, und die Gewissheit über Dinge, die man nicht sieht“

Mit Sicherheit stammt der Hebräerbrief nicht direkt vom Apostel Paulus, sondern von einem griechisch gebildeten Judenchristen, der über sehr gute Kenntnisse des Alten Testamentes verfügte und stark vom paulinischen Gedankengut beeinflusst war. Geschrieben wurde dieser Brief erst in der nachapostolischen Zeit, so zwischen 85 und 95 nChr.

Insgesamt gesehen ist der Hebräerbrief jedoch ein seelsorgliches Mahnschreiben an Christen, die in Gefahr sind, vom Glauben abzufallen.

Nachdem auch heute viele Christen in dieser Gefahr sind vom gesunden, wahren und reinen Glauben abzufallen und die sich einen eigenen Glauben aus jenen Teilen, die ihnen passen selbst „zurechtbasteln“ wollen, ist dieser Brief hochaktuell.

Glaube ist nicht nur das Feststehen in dem was man erhofft und die Gewissheit über Dinge die man nicht sieht, sondern auch die Bereitschaft sein Leben nach dieser Botschaft auszurichten.

Die erste Grundlage des Glaubens ist die Hoffnung auf ein Ewiges Leben bei Gott, wenn der Christ die Gebote Gottes einhält. Die zweite Grundlage ist das Wissen darüber, dass Gott, dem man ja nicht sieht, existiert und in das Leben des Menschen eingreifen kann und wird. Wobei das Eingreifen Gottes auch im Zulassen oder Unterlassen von Handlungen bestehen kann, die vom Menschen in der beschränkten Betrachtungsweise seines Lebens sowohl als ein Vorteil oder auch als ein Nachteil gesehen werden können.

Die dritte Grundlage des Feststehen im Glauben bedeutet, dass der Mensch die Offenbarung Gottes (Altes und Neues Testament) als das unverrückbare Wort Gottes annimmt und die dazugehörige Lehre SEINER Kirche, die auf dieser Offenbarung basiert und in der Römisch-katholischen Kirche in voller Fülle vorhanden und überliefert ist und diese Lehre der Kirche ohne Wenn und Aber akzeptiert. Bereits wenn der Mensch einen Punkt aus dieser Offenbarung oder der Kirchenlehre bezweifelt, steht er nicht mehr fest im katholischen Glauben sondern macht sich seinen Glauben selbst indem er nur bereit bin, dass anzunehmen, was ihm in sein Leben passt und alles das wegschiebt, was ihn in seinem Leben stören würde. Dasselbe gilt auch für jene Glaubensverwässerungen die der jetzige Papst bereits mehrmals von sich gegeben hat und die eindeutig in Richtung Häresie, wenn auch verdeckt, gehen.

Wenn daher jemand behauptet, „ich bin katholisch“, aber gleichzeitig gewisse Punkte vom Glauben oder der Lehre der Kirche nicht annehmen kann oder will bzw. diese ablehnt, der betrügt sich selbst, denn er relativiert nämlich Offenbarung und Lehre und erhebt sich selbst darüber.

Das Evangelium dieses Sonntags spricht vom wahren Schatz und erzählt auch das Gleichnis vom treuen und vom schlechten Knecht.

„Verschafft euch einen Schatz, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz."

Das Evangelium dieses Sonntags ist faktisch eine Fortsetzung des Evangelium vom letzten Sonntag, wo es, unter anderem, geheißen hat: „Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines Vermögens in Überfluss lebt."

Heute lenkt Jesus unser Denken also darauf, dass unser Schatz im Himmel ist, den wir sammeln und vermehren sollen.

Erst wenn wir uns Schätze im Himmel sammeln, dann wird auch unser Herz auf die himmlischen Güter gerichtet sein, und nicht auf den irdischen Reichtum. Diese Schätze im Himmel zu sammeln ist eigentlich einfach. Dies sind zBspl. die guten Werke der Nächstenliebe, die Gebete, die ich verrichte und jemand zueigne, aber auch durch die Treue zu Jesus und seiner Lehre, die sowohl auf dem Neuen aber auch auf dem Alten Testament basiert.

Das ist dann der Schatz im Himmel, der mir nicht gestohlen oder von Motten und Rost zerfressen werden kann. Und wenn dieser Schatz im Himmel ist, so wird auch mein Herz dort sein. Wenn mir also die himmlischen Güter wichtiger sind als die irdischen Güter, bin ich auf dem Weg in das Reich Gottes. Aber dieser Weg wird die ganze Zeit meiner ganzen irdischen Pilgerschaft dauern.

So sagt Jesus auch im heutigen Evangelium: „Haltet euch bereit! Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet!"

Damit macht uns der Herr darauf aufmerksam, dass wir nicht wissen, wann er kommt. Daher sollten wir also täglich so leben, dass er jederzeit kommen könnte. Denn wir Menschen können jederzeit abberufen werden und wissen nicht diese Stunde unseres irdischen Todes.

Aber Jesus weiß auch um unsere Schwachheit, um die Schwachheit des Menschen. ER weiß, dass wir in unserem Leben immer wieder vom geraden Weg zu ihm abkommen und einen Nebenweg gehen werden. Aber in seiner Barmherzigkeit verzeiht er immer, wenn wir auf den geraden Weg zurückkehren und zu ihm umkehren.

Daher müssen wir uns täglich bewusst werden, dass wir jederzeit vom geraden Weg zu Jesus abkommen können, also gesündigt haben, und dass wir immer bereit sein müssen, wieder zu ihm umzukehren. Begehen wir jedoch schwere Sünden (früher als Todsünden bezeichnet) dann hat uns Jesus das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, hinterlassen, das uns reinigt, uns mit IHM versöhnt und auf den richtigen Weg zurückführt.

Wenn wir so leben, dann dürfen und können wir ohne Sorge jederzeit die Ankunft des Herrn erwarten und auch unser irdisches Leben beenden.

Herr Jesus Christus, gibt uns die Kraft jederzeit auf Deinem Weg zu bleiben und wenn wir doch abweichen immer wieder zu dir umzukehren. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen
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113

Donnerstag, 11. August 2016, 16:12

20. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung Jer 38,4-6.8-10
2. Lesung: Hebr 12,1-4
Evangelium: Lk 12,49-53

Liebe Christen! Liebe Leser!

Sowohl die Lesungen als auch das Evangelium dieses Sonntags werden jene Christen erschüttern, die sich ein modernes „Wohlfühlchristentum“ zusammengebastelt haben und alles Unangenehme ausblenden, das nicht in ihr Gottesbild passt, die sofort schreien, das ist eine „Drohbotschaft“ und keine „Frohbotschaft“ wenn die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung und Lehre Gottes verkünden Denn es geht um die Wahrheit so wie sie von Gott kommt und damit stark und frei macht.

In der alttestamentlichen Lesung verkündete im Vers vor der verkündeten Lesung der Prophet Jeremia im Namen Gottes, dass Jerusalem in die Hand des Königs von Babel fallen werde. Und dieses Unheil zeichnete sich schon deutlich ab, nämlich durch eine Hungersnot in der Stadt und auch die Zahl der verfügbaren Krieger war schon gering. Die Beamten des König sagten: „Denn dieser Mensch sucht nicht Heil, sondern Unheil für dieses Volk.“ Die Beamten des Königs wollten die Wahrheit, die der Prophet im Namen Gottes verkündet hatte nicht hören sondern das was ihnen passte. Genauso wie Jeremia ist es auch anderen Propheten Israels wie etwa Nathan oder Elischa ergangen. Und diese Vorgangsweise ist bis zum heutigen Tag gleich. Wer die Wahrheit sagt, die der Mehrheit nicht passt, wird „heruntergemacht“, gemobbt, verleumdet usw.

Und in der neutestamentlichen Lesung heißt es im vorletzten Vers des verkündeten Abschnittes: „Denkt an den, der von den Sündern solchen Widerstand gegen sich erduldet hat; dann werdet ihr nicht ermatten und den Mut nicht verlieren.“

Hier wird auf das Leiden Jesu Bezug genommen und seine Jünger aufgefordert auf dessen Schicksal zu blicken und in seiner Nachfolge es ebenfalls zu erdulden und dabei nicht zu ermatten oder den Mut zu verlieren.

Also wer die Botschaft Jesu als „Schönwetterreligion“, als „Friede-Freude-Eicrkuchen“-Nachricht betrachtet oder meint „Wir haben uns alle so lieb egal was kommt“, der hat die Botschaft Jesu nicht verstanden. Ja, die Botschaft Jesu ist eine Frohbotschaft für jene, die umkehren, sich von der Sünde abwenden und Gott zuwenden. Wer dies aber nicht tut, hat mit jenen Konsequenzen zu rechnen, die Jesus ausgesprochen hat als er in den Antithesen zur Bergpredigt verkündete: „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm“ (Mt 7,13) und „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.“ (Mt 10,28 ).

Noch deutlicher wird Jesus im heutigen Evangelium wo er auf dem Weg nach Jerusalem sagt: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ und „Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondere Spaltung. Denn von nun an wird es so sein. Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen.“ Und dann zählt Jesus auf, dass selbst die Familienmitglieder gegeneinander stehen werden.

Bei diesen Worten geht es wie immer um die richtige Nachfolge von Jesus. Diese Nachfolge Jesu ist radikal und keine „Ja, aber…“ Nachfolge, die es praktisch gar nicht geben kann.

Mit dem „Feuer auf die Erde werfen“ meint Jesus, dass er von Gott Vater den Auftrag hat, die Reich-Gottes-Verkündigung und die Umkehr der Sünder zu Gott zu veranlassen, die mit einer Abkehr von den Sünden verbunden ist. Wobei zu beachten ist, dass eine Sünde, die zum Nachteil des Nächsten ist, wesentlich schwerer wiegt als wenn sich der Mensch mit seiner Sünde selbst schadet. Und wer meint, wenn ich zum Nachteil des Nächsten sündige, dann gehe ich beichten und sündige weiter, der ist sicher auf dem Holzweg, denn die Lossprechung im Sakrament der Versöhnung ist verbunden mit dem festen Willen zur Abkehr von den Sünden. Wer also beichtet und schon weiß, dass er weiter sündigen wird, dem ist die Vergebung verweigert. Daher sind auch aus diesem Grund die kirchlich verheirateten aber staatlich wiederverheirateten Geschiedenen von den Sakramenten ausgeschlossen, weil sie weiter durch ihren ständigen Ehebruch sündigen.

Und wenn Jesus im Evangelium von Spaltung redet, weist er darauf hin, dass sich an seinem Wort die Geister der Menschen scheiden werden und daraus entsteht die Spaltung. Auch ein künstlich geschaffener Friede kann diese nicht verhindern. Denn in der Nachfolge Jesu muss sogar der Familienzusammenhalt geopfert werden. Darauf hat Jesus hingewiesen als von der Bestattung des Vaters (Lk 9,59) und vom Familienabschied (Lk 8,60) die Rede war.

Es geht also in diesem Evangelium nicht um eine Generationenkonflikt in der Familie, trotz der Erörterung Jesu im Evangelium, sondern es geht um die radikale Entscheidung auf allen Ebenen für die Nachfolge Jesu. Und diese radikale Nachfolge Jesu lässt keine Neutralität oder eine Verwässerung zu. Daher erlaubt die Botschaft Jesu und die Nachfolge nicht einen „Frieden unter allen Umständen“ oder einen „Frieden als höchstes Ziel“ sondern nur einen Frieden, der im Kontext zur Nachfolge Jesu mit allen radikalen Konsequenzen steht.

Daher sagt Jesus auch in einer weiteren Antithese zur Bergpredigt: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein sei ein Nein, alles andere stammt vom Bösen.“ (Mt 5,37). Von einem „Ja, aber …“ ist und kann in der Nachfolge keine Rede sein.

In der Offenbarung des Johannes spricht der Seher deutlich in den Worten an die Gemeinde von Ladiozäa über dieses Problem: „Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärst du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien.“ (Offb 3,15-16)

Jeder, der Reformen fordert, die nicht im Einklang mit der unverkürzten und unverfälschten Lehre Jesu stehen, schließt sich nach dem heutigen Evangelium von der Nachfolge selbst aus, auch wenn er diese Reformen mit „Barmherzigkeit“ begründet. Die Barmherzigkeit Gottes ist dadurch begründet, dass ER jeden Sünder, der von der Sünde ablässt und zu Ihm umkehrt, verzeiht nach den Worten „wenn du die Sünden nicht vergessen könntest, wer könnte dann noch vor dir bestehen.“ (vgl. Ps 130,3). Barmherzigkeit ist also nicht, dass Gott die Sünde akzeptieren muss wie es IHM von Menschen vorgeschrieben wird sondern dass der Sünder umkehrt. Dietrich Bonhoeffer hat es deutlich ausgedrückt mit den Worten: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“ Bonhoeffer hat genau verstanden wie Nachfolge Jesu zu betrachten ist und er sagte dazu: „Billige Gnade ist Gnade ohne Nachfolge, Gnade ohne Kreuz, Gnade ohne den lebendigen, menschgewordenen Christus. Ihr seid um einen teuren Preis erkauft. weil uns nicht billig sein kann, was Gott teuer ist.“

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft dir so nachzufolgen wie du es gemeint hast. Dass wir immer deutlich das „Ja“ zu dir sagen und kein „Ja, aber ….“. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit!

Amen.
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114

Samstag, 13. August 2016, 17:07

Maria, Aufnahme in den Himmel
Maria Himmelfahrt

1. Lesung: Offb 11,19a; 12,1-6a.10ab
2. Lesung. 1 Kor 15,20-27a
Evangelium: Lk 1,39-56

Liebe Christen! Liebe Leser!

Das Hochfest Maria Himmelfahrt beginnt bereits mit der Vorabendmes,, sie bereits am Sonntagabend gefeiert wird.

Die erste Lesung aus der Offenbarung des Johannes stellt visionshaft den Kampf des Satans gegen die Kirche und das Volk Gottes dar.

„Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. .... Ein anderes Zeichen erschien am Himmel; ein Drache groß und feuerrot“

Sowohl die Frau als auch der Drache sind symbolische Gestalten, wobei die Frau Sinnbild für das Gottesvolk und die Kirche ist, während der Drache den Satan darstellt.

Die Frau wird besonders auch auf Maria, die Gottesmutter, bezogen, die ja in dem oben beschriebenen Bild oft so dargestellt wird und die durch die Worte Jesu am Kreuz zum Jünger, den er liebte: „Sieh, deine Mutter“ (Joh 19,25) auch uns zur Mutter und zur Mutter der Kirche gegeben wurde.

Der folgende Kampf zwischen dem Erzengel Michael und seinen Engel und dem Satan (Vers 9) und dessen Engeln sowie der Sturz Satan und der mit ihm verbundenen Engeln auf die Erde wird in der Lesung nicht mehr verkündet.

Dieser Sieg über den Satan wird verkündet mit den Worten: „Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seine Gesalbten.“

Ja, dieser Sieg über den Satan ist schon erfolgt und sein Gesalbter, Jesus, unser Herr, hat die Vollmacht für die Menschen erhalten.

Durch den Sturz Satans auf die Erde ist sein Wirken in Form der Sünde existent geworden. Aber Jesus, hat mit seinem Tod am Kreuz die Sünde besiegt und damit die Vollmacht erhalten für die Menschen einzutreten.

Satan selbst kann der Kirche als Ursakrament des Heiles nichts anhaben, aber jeden Einzelnen der Kirchenmitglieder versucht er zu Fall zu bringen, während jenen Gläubigen, die im Glauben bei Jesus Schutz suchen, durch dessen Vollmacht Sicherheit und Geborgenheit gegeben ist, wenn sie die Sünde meiden. Denn wer die Sünde meidet, über den hat Satan keine Macht.

Der Seher Johannes versucht mit diesen Bildern der Offenbarung auf dieses Heil durch Jesus und die durch Satan verursachte Sünde des einzelnen Menschen, die auch der Kirche schadet, hinzuweisen.

Der Apostel Paulus hat es in seinem 1 Korintherbrief so ausgedrückt.

„Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.“

Durch die Ursünde Adams kam der Tod ist die Welt. Durch Christus werden aber alle, die an IHN glauben wieder lebendig gemacht im Ewigen Leben nach dem irdischen Tod.

Auch hier ist ein Bild dargestellt. Die Sünde ist der Tod des Menschen für das Ewige Leben, dem Leben bei Gott, und wer zu Christus kommt, der wird wieder lebendig gemacht, der wird zum Leben bei Gott geführt.

Dasselbe wie Paulus meint der Prophet Ezechiel wenn er im Namen Gottes spricht. „Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk aus euren Gräbern herauf.“ (Ez 37,12).

Das Evangelium des Hochfestes ist immer der Besuch Mariens bei Elisabeth. Als die schwangere Elisabeth den Gruß von Maria bei deren Eintritt hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib und sie sagte vom Heiligen Geist erfüllt: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Muttermeines Herrn zu mir kommt?“

Diese Worte der Begrüßung durch Elisabeth werden meist nicht sehr beachtet und sind doch ein großes Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes. Denn wie konnte Elisabeth davon wissen, dass auch Marias Leib gesegnet war? Post, Telefon usw., also alle modernen Kommunikationsmittel, gab es damals nicht und die Verkündigung an Maria durch den Engel erfolgte erst einige Tage zuvor.

Und Maria erwidert den Gruß Elisabeths mit dem Magnifikat: „Meine Seele preist die Größe des Herrn!“ und weist damit darauf hin, dass der Lobpreis die einzige und richtige Antwort auf das Wirken Gottes ist.

Und mit dem Vers: „Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut“, weist Maria auf die Demut hin, die die Annahme des Willen Gottes als Voraussetzung für unser Leben ist.

Nur mit dem Wort „Demut“ wird heute vieles missdeutet und vieles fälschlicherweise gefordert.

Demut ist aber nur, wenn ich mich in den Willen Gottes hingebe, wie es im „Vater unser“ ausgedrückt ist mit „Dein Wille geschehe“. Wenn ich den Willen Gottes annehme und auch vollziehe, so wie sich Maria dem Willen Gottes unterworfen hat.

En Mensch begeht mit den Wort „Demut“ Missbrauch, wenn er in diesem Sinn von anderen unter dieser Prämisse etwas fordert, das nicht im Einklang mit der Heiligen Schrift und dem Wort Gottes steht, also eine Unterwerfung unter seinen Willen von einem anderen fordert.

Frère Roger von Taize machte dazu eine Aussage und meinte: „In Maria zeigen sich die beiden wesentlichen Wirklichkeiten der Kirche in inniger Verbindung: Mütterlichkeit und Katholizität. Geht eine dieser beiden Wirklichkeiten verloren, verflüchtigt sich zusehends auch die andere. Das gleiche gilt auch im persönlichen Leben. Wenn der Geist eines Menschen die wohlwollende Güte Gottes nicht kennt, erwartet er auch von der Kirche keine weitherzige Mütterlichkeit".

Frère Roger spricht damit den Grund für die Probleme zwischen der Kirche und Welt an, nämlich dass es zur heutigen Zeit eine fehlende, schlechte oder fehlerhafte Beziehung zwischen den Menschen und Gott gibt.

Denn der Mensch glaubt heute, alles ohne Gott selbst machen zu können, ja er will selbst den Schöpfer spielen, er will heute der Herr über Leben und Tod sein. Dazu gehören vor allem die Bereiche Gentechnik, bei der sogar Menschen als „Ersatzteillager“ für Geschwister geklont werden sollen, das Recht auf Euthanasie und auf Abtreibung; dies sind nur einige jener Punkte wo sich der Mensch als Gott aufspielen will. Denken wir nur an die Worte der Schlange,, des Teufels, an Eva: „Ihr werdet wie Gott sein!“ (Gen 3,5c)

Und auch im geistlichen Bereich meint der Mensch die Worte Gottes, die er uns im Alten und Neuen Bund gegeben hat, nach seinem, dem menschlichen und zeitgeistigen Sinn verändern zu können. Alles was ihm nicht passt soll wegfallen oder so verändert werden, wie er es will. Vor allem jene Punkte, die die Sünden betreffen sollen „reformiert“ werden. In den vielen protestantischen Gemeinschaften ist dieser Prozess die Worte der Schrift zu relativieren voll im Gange, sodass man sich frägt, ob dort die Bibel überhaupt noch akzeptiert wird und wo noch auf die Bibel hingewiesen wird, wird sofort ergänzt, dass in der heutigen Zeit und für den heutigen Menschen diese so nicht mehr gelten, das ja eine andere Zeit ist. Besonders hervorstehend ist diese Haltung der protestantischen Gemeinschaften im Hinblick auf die Ehe und das Zusammenleben der Menschen. Das beste Beispiel dafür ist das vor längerer Zeit veröffentlichte Familiendokument der EKD, das alles gutheißt, was nur irgendwie den Geruch eines menschlichen Zusammenlebens hat, so auch die Schwulen- und Lesbenehe. Dass damit einer der drei Grundpfeiler der evangelischen Konfession, nämlich das „sola scriptura – allein die Schrift“ ad absurdum geführt wird, sei nur am Rande erwähnt und die EKD beweist damit der Welt, dass sie nicht mehr auf ihrer religiösen Grundlage steht. nämlich dem unveränderbaren Wort Gottes in der Heiligen Schrift Die protestantische EKD seht damit voll im zeitgeistigen Relativismus und nicht mehr im christlichen Glauben.

Denn durch eine Veränderung, Anpassung oder Relativierung der Heiligen Schrift oder deren Auslegung ist diese nicht mehr die unverfälschte und unverkürzte Lehre Gottes sondern reines Menschenwerk.

Was ebenso vermisst wird, ist das Auftreten der Christen in der Welt. Nur innerhalb der Kirche wird „aufgetreten statt ausgetreten“ um die Kirche so zu verändern, dass sie nicht mehr der Offenbarung, der, Bibel sowie der Lehre und Tradition der Kirche entspricht. Diese Haltung entspricht nicht dem Katholischen sondern dem Protestantismus. Und wenn sich diese „Reformforderer“ auf das 2. Vaticanum berufen wollen, so ist dies eine bewusste Fehlinterpretation der Konzilsdokumente, denn das Konzil wollte die Laien für ihren Dienst in der Welt stärken. Aus Feigheit gegenüber der Welt wird mutig gegen die Kirche innerhalb der Kirche aufgetreten. Und das ist eine Sünde gegen das Ursakrament, die Hl. Mutter Kirche sowie gegen den Heiligen Geist, wobei Jesus festgestellt hat, dass die Sünde gegen die Heiligen Geist nicht vergebbar ist (vgl. Mt 12,31). .

Nicht das Zurückziehen in den geschützten Raum der Kirche um dort, wie in einer politischen Partei, Opposition zu betreiben, wird Änderungen in der Welt im Sinne Gottes bringen, sondern nur das bewusste und feste Auftreten der Christen als Katholiken mit Energie und kraftvollem Zeugnis für den unverkürzten und unverfälschten Glauben gemäß der Offenbarung, wird die Welt aufrütteln und christlich verändern. So war es auch in der Urkirche und so hat sich der Glauben an Gott und Jesus Christus in der ganzen Welt verbreitet. So ist auch der seinerzeitige Ruf von Papst Benedikt XVI. nach Entweltlichung und Neuevangelisation zu verstehen. Mit dem Barmherzigkeitsfimmel des derzeitigen Pontifex wird der Sünde nicht von der Sünde zurückgerufen wie es Jesus in seiner Lehre von der Sündenabkehr forderte.

Maria, Du Schutzfrau und Mutter der Kirche, erflehe der Kirche und den Gläubigen den Heiligen Geist, damit ein neuer gemeinsamer Aufbruch möglich wird. Komm, Heiliger Geist, komm, erfülle die Herzen der Gläubigen mit dem Feuer zur Neuevangelisation in der Welt und der Abkehr von der Sünde. Dir sei der Lobpreis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 18. August 2016, 15:31

21. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jes 66,18-21
2. Lesung: Hebr 12,5-7.11-13
Evangelium: Lk 13,22-30

Liebe Schwestern und Brüder im christlichen Glauben! Liebe Leser!

Aus der Beschreibung der Endzeit (Kap. 66) durch den Propheten Jesaja (Tritojesaja) ist die alttestamentliche Lesung dieses Sonntags entnommen.

„Ich kenne ihre Taten und ihre Gedanken und komme, um die Völker aller Sprachen zusammenzurufen und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen. .... Und auch aus ihnen werde ich Männer als Priester und Leviten auswählen, spricht der Herr.“

Nicht nur das Volk des Alten Bundes ist von Gott gerufen sondern schon damals hatte der Prophet die Vision, dass alle Völker in der Endzeit gerufen werden um das Heil Gottes zu erlangen. Und auch aus diesen Völkern werden Priester und Diakone (Leviten) für den Dienst vor Gott gerufen.

Dieser Vers 21 aus dem 66. Kapitel kann neben mehreren anderen Versen in der Heiligen Schrift, die sich sowohl im Alten auch im Neuen Testament befinden, sehr wohl auch als einer jener biblische Hinweise gesehen werden, dass nur Männer den Dienst am Altar Gottes vollziehen dürfen. Wer daher das Frauenpriestertum fordert, steht somit eindeutig im Gegensatz zur Heiligen Schrift, die das Wort Gottes ist und den Menschen als Richtlinie für ihr Leben gegeben ist. Und wenn die Evangelischen Kirchen Frauen ordinieren, verstoßen sie damit sowohl gegen die Heilige Schrift als auch gegen ihren Konfessionsgründer Martin Luther, der im Zuge der Reformation festgestellt hat: „Ich verbiete, dass eine Frau predigt.“

Auch die zweite, die neutestamentliche Lesung aus dem Hebräerbrief ist für die heutige Zeit ein Skandalon, denn sie lautet:

„Ihr habt die Mahnung vergessen, die euch als Söhne anredet. Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn, verzage nicht, wenn er dich zurechtweist. Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er, er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat. ..... Jede Züchtigung scheint zwar für den Augenblick nicht Freude zu bringen, sondern Schmerz; später aber schenkt sie denen, die durch diese Schule gegangen sind, als Frucht den Frieden und die Gerechtigkeit.“

Leider ist diese Wahrheit, die in dieser Lesung verkündet wird, in der Glaubensverkündigung der heutigen Zeit unmodern geworden, denn es wird ja oft nur mehr von einem überaus liebenden und barmherzigen Gott erzählt, der alles toleriert, alles verzeiht und somit werden die Menschen bewusst in die Irre geführt. Eine solche Irreführung habe ich schon vor mehr als zwanzig Jahren erlebt, als mir im Zivilberuf ein Kollege in einer Diskussion erklärte: „Warum soll ich denn gut sein, nicht sündigen? Ihr verkündet doch, dass Euer Gott alles in seiner Liebe und Barmherzigkeit verzeiht. Also lebe ich so wie ich will und mir wird dann alles verziehen werden.“

Während vor dem 2. Vaticanum vor allem der strafende Gott, weniger seine Barmherzigkeit und Liebe, betont wurde, also das eine Extrem, wird seither nur mehr die Barmherzigkeit und verzeihende Liebe betont, also das andere Extrem. Jedoch beides ist zutreffend für diesen Allmächtigen Gott, der der Schöpfer des gesamten Universums ist. Sowohl die Barmherzigkeit und verzeihende Liebe unseres Gottes ist gegeben, wenn man auf dem richtigen Weg Seiner Gebote und Anweisungen geht und bei Fehlern zu Ihm umkehrt, aber ER ist auch der „strafende“ Gott wenn man auf dem falschen irdischen Weg ist und gegen seine Gebote verstößt. Und diese Konsequenzen, die sich aus dem falschen Weg ergeben, hat auch Jesus an vielen Stellen der Heiligen Schrift den Menschen verkündet. Und dass Jesus jedoch so radikal anders gesprochen hat, dass wird heute und seit dem 2. Vaticanum bewusst unterschlagen. Nicht nur, dass ER zu den Geheilten immer wieder gesagt hat, aber auch zur Ehebrecherin: „Geh hin und sündige nicht mehr“ so spricht ER im heutigen Evangelium sinngemäß sogar vom Verderben, wenn ER auf die enge Tür verweist, die von vielen nicht durchschritten werden kann.

„Bemüht euch mit allen Kräften durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.“

Dass ist das Ziel unseres Lebens: Durch die enge Tür zu gelangen, die zu Gott, zum Ewigen Leben, führt. Und durch die enge Tür kommt der Mensch nur dann wenn er die Gebote und Anweisungen Gottes einhält. Vor allem Verstöße gegen jene Gebote, die die Rechte von Mitmenschen beschneiden oder verletzen, ihm zustehendes vorenthalten usw. sind ein doppelter Verstoß, nämlich sowohl gegen die Gottesliebe als auch gegen die Nächstenliebe.

Viele werden sich vor dieser engen Tür drängen, um durch diese enge Tür zu Gott zu gelangen. Wahrscheinlich werden sich viele vor dieser Tür drängen, die in ihrem ganzen Leben Gott als Gott sein ließen, seine Gebote und Anweisungen als hinderlich für ihr Leben betrachteten, den Weg der Umkehr, die Abkehr von den Sünden für unnötig fanden und somit nicht mehr in das Reich Gottes gelangen können. Sie haben die Worte Jesu vergessen oder für ihr Leben als Hindernis betrachtet, die ER in den Antithesen zur Bergpredigt gesagt hat: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur werden den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ (Mt 7,21).

Weiter sagte Jesus im heutigen Evangelium: „Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht woher ihr seid.“

Es ist ein Festmahlgleichnis, das Jesus hier erzählt. Der Herr selbst verschließt die Tür und antwortet den Klopfenden, dass er sie nicht kennt.

In dem nachfolgenden Dialog weisen die Draußenstehenden darauf hin, dass sie mit dem irdischen Jesus gegessen und getrunken haben. Dieses Essen und Trinken kann auch im Sinne der Eucharistie so verstanden werden, dass die Teilnahme an derselben nicht unbedingt die Garantie ist, in das Reich Gottes zu gelangen, wenn das übrige Leben nicht dementsprechend war, wie es Gott von den Menschen durch seine Gebote und Anweisungen fordert.

„Und man wird vom Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.“

Aus allen Himmelsrichtungen der Erde werden die Menschen kommen, die durch die Mission der Kirche diesen Weg in das Reich Gottes gefunden haben. Dieser letzte sehr bekannte Satz „von den Ersten und Letzten“ ist keine zeitbedingte Unterscheidung sondern es geht um die Unterscheidung zwischen Gerechte und Ungerechte, um jene die nach Gottes Gebote lebten oder nicht, die zu Gott umkehrten oder nicht umkehrten.

Herr, Stärke und führe uns in unserem irdischen Leben immer auf diesen engen Weg, der zu dieser engen Tür führt, damit wir einst eintreten dürfen in das Reich Gottes. Dir sei Lob und Preis in der Einheit mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist!

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 25. August 2016, 15:33

22. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Sir 3,17-18.20.28-29
2. Lesung: Hebr 12,18-19.22-24a
Evangelium: Lk 14,1.7-14

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Aus der alttestamentlichen Lesung des Buches Sirach will ich den Vers 20 entnehmen.

„Denn groß ist die Macht Gottes und von den Demütigen wird er verherrlicht.“

Das Buch Sirach fand keine Aufnahme mehr in den jüdischen Schriftenkanon, da es erst um 180 vChr, also sehr spät entstanden ist. Es ist eine lockere Sammlung von Lebens- und Verhaltensregeln, die jedoch eines gemeinsam haben: die Haupttugend ist die Gottesfurcht.

Gottesfurcht, ein unmoderner Begriff im heutigen Glauben, der meist weit von sich gewiesen wird und es wird gerne gesagt: Gott ist doch ein liebender und barmherziger Gott, der doch alles verzeiht, so tönt es meist aus den vielen modernen Ecken der Kirche. Warum soll daher ein Mensch also die Gottesfurcht haben?

Gottesfurcht ist vor allem, wenn und dass der Mensch weiß, dass er gegen den Allmächtigen und Allwissenden Gott nur ein Staubkorn ist. Eng damit verbunden ist damit auch die Demut. Auch so ein Begriff, der heute gerne missinterpretiert wird. Demut ist, wenn der Mensch Gott gefallen will in jener „Position oder Stellung“ zu sein, die ER ihm zugewiesen hat und der sich nicht anmaßt darüber hinauszugehen.

Früher wurde bei der Weihe bzw. Ordensaufnahme eine Antiphon gesungen, die ähnlich lautete: „Nicht wer sich selbst beruft, sondern der (die), den (die) Gott beruft.“

Diese Antiphon sagte alles aus, was das wahre Wesen einer Berufung in ein Amt der Kirche oder bei der Aufnahme in einen Orden ist. Nur Gott beruft, niemand anderer. Wer also gegen einen von Gott in ein Amt oder eine Funktion Berufenen auftritt, der stellt sich Gott gleich und hat daher in Wahrheit keine Gottesfurcht und keine Demut. Mit diesem „Auftritt“ gegen einen von Gott Berufenen ist vor allem eine persönliche Sache gemeint und nicht eine berechtigte und fundierte Kritik an diesen, wenn er gegen Offenbarung und/oder gegen die gesunde, wahre und reine Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) sowie der Lehre der Kirche verstößt. Hier wird die offene Kritik auch in den Schriften der Kirchenväter gefordert sowie auch in der Pastoralregel Gregor d. Gr.

Und ein weiterer Vers aus der alttestamentlichen Lesung: „Für die Wunde des Übermütigen gibt es keine Heilung, denn ein giftiges Kraut hat in ihm seine Wurzeln.“

Übermütig ist auch derjenige/diejenige, der/die meint, dass er/sie keine Gottesfurcht und wahre Demut vor Gott braucht, und diese Fehlhaltung mit dem Spruch „Ich bin doch ein mündiger Christ“ dokumentiert. Damit wird aus der Offenbarung und der Lehre der Kirche eine Weisung oder ein Gebot zurückgewiesen, die demjenigen/derjenigen nicht passt. Und wer so handelt in dem hat ein giftiges Kraut seine Wurzel und die Wunde, die er sich selbst mit dieser Haltung zufügt, hat keine Aussicht auf Heilung solange er in dieser Haltung verharrt und nicht zur Demut und Gottesfurcht zurückkehrt.

Im Abschnitt der zweiten Lesung aus dem Hebräerbrief wird Gegenwärtiges und Zukünftiges geschildert.

„Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engel, zu einer festlichen Versammlung.“

Durch die Taufe sind wir Christen zum Berg Zion hingetreten und haben dadurch die Hoffnung in das himmlische Jerusalem aufgenommen zu werden, wenn der Mensch den Geboten Gottes folgt. Dieses Versprechen ist uns gegeben, aber dazu brauchen wir Gottesfurcht und die richtige Demut.

Aber der Apostel warnt in 1 Kor 12 vor der Anmaßung von Tätigkeiten in der Kirche, die nicht auf einer Berufung durch die Hirten (Bischöfe) der Kirche basieren.

So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer...". (V 28 ) und „Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer?“ (V29a).

Damit wird vom Apostel Paulus deutlich gesagt, dass wer nicht von Gott berufen ist, sich zurückhalten soll.

In der Verkündigung des Evangeliums werden jene beiden Abschnitte verkündet, die ebenfalls einen Bezug zu den Lesungen haben.

Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du.“

In diesem Gleichnis Jesu, das aus der Sondergut-Rede des Lukas stammt, wird aus einer ursprünglichen Tischregel ein eschatologisches Gleichnis.

Nicht wer auf seine Verdienste vor Gott, auf seine Frömmigkeit und dgl. pocht, darf schon einen Ehrenplatz einnehmen. Eine Bewohnerin im Altersheim, das im Bereich meiner Pfarre lag, empfing mich bei einem Besuch immer mit der Aufzählung, was sie an diesem Tag schon gebetet habe: 6 Rosenkränze, 3 Novenen usw. usw. Aber über ihre Nachbarin und andere Mitbewohner des Heimes schimpfte sie bei jeder Kleinigkeit, die ihr nicht passte und scheute auch nicht vor Lügen über diese Mitbewohner zurück,

Manche „Christen“ scheinen zu glauben, dass Gott ein Buchhalter ist, der alles aufzeichnet und danach seine Handlungen richtet. Was für ein Gedanke den allmächtigen Gott so kleinkrämerisch zu sehen. Gott wäre es sicher lieber gewesen, wenn diese Frau nicht über die anderen geschimpft hätte.

Zu unterscheiden von dieser Handlungsweise ist jedoch, wenn ein Mitbruder, eine Mitschwester auf eine Sünde aufmerksam gemacht werden muss, um diesen, diese zur Umkehr zu bringen. Jesus hat es so gesagt: „Wenn dein Bruder sündigt gehe zu ihm und weise ihn zurecht.“ (vgl. Mt 18,15). Aber wenn er von dieser Sünde umgekehrt ist, darf ich sie ihm nicht mehr vorhalten.

Und nun auf die Ehrenplätze bei Gott zurückzukommen. Diese Plätze vergibt Gott als der Gastgeber. So antwortet auch Jesus auf die Frage der Söhne des Zebedäus, Jakobus und Johannes: „Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.“ (Mk 10,40).

Uns Christen sollte es schon genügen, wenn uns Gott nach unserem irdischen Tod in Sein Reich aufnimmt.

Daher sollen wir Forderungen nach einem „Ehrenplatz“ gar nicht stellen oder diesen auch nur anstreben, denn eine derartige Haltung würde der Demut und der Gottesfurcht widersprechen, die uns aufgetragen ist.

Mein Ausbildungspriester sagte nur immer: „Gott möchte mich vor der Hölle bewahren, um anderes bitte ich nicht. Dass ist mir wichtig.“ In diesem Ausspruch des Priesters ist alles enthalten, was wir Christen anstreben sollten. So hat es auch die Teresa von Avila gemeint, als sie sagte: „Gott allein genügt.“

Herr Jesus Christus, gib, dass wir die Gottesfurcht und Demut wirklich verstehen und danach entsprechend handeln, dass wir diene Offenbarung und die darauf basierende Lehre deiner Kirche beachten. Dir sei Lob und Preis jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 1. September 2016, 15:56

23. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Weish 9,13-19
2. Lesung: Phlm 9b-10.12-17
Evangelium: Lk 14,25-33

Liebe Gläubige! Liebe Leser

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch der Weisheit ist eine Richtlinie und Wegweisung für jeden Menschen, der guten Willen ist.

„Denn welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen oder wer begreift, was der Herr will?“

So lautet der erste Vers dieser Lesung und führt uns sofort in das Wesentliche des Textes ein. Die Antwort des Menschen darauf kann nur sein: Aber kein Mensch kann von sich aus den Plan Gottes erkennen und begreifen was der Herr von ihm als Mensch will.

Gott aber hat mit seiner Hl. Schrift, die auch den Dekalog (Zehn Gebote) von IHM an die Menschen beinhaltet, jene Richtlinie gegeben, die, bei deren Einhaltung, den Menschen begreifen lassen, was der Herr von und für jeden einzelnen Menschen will. Dazu reicht allein das menschliche Wissen und der Verstand des Menschen jedoch nicht aus, um diesen Willen Gottes zu begreifen.

„Wer hat je deinen Plan erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt hat?“

Daher weist dieser zweite Vers, darauf hin, dass dieser Plan Gottes nur dann annähernd vom Menschen begriffen werden kann, wenn dem Menschen Weisheit und Sein Heiliger Geist gegeben ist.

Wobei zur Weisheit auch die Unterordnung gegenüber Gott, also die Demut gegenüber Gott, mit seinen Geboten und Anweisungen zu verstehen ist. Und dieser Heilige Geist wird von Gott dann gegeben, wenn der Mensch die Hl. Schrift Gottes, das Alte und Neue Testament, gut kennt, immer wieder liest, diese bedenkt und dabei die Auslegung der Hl. Mutter Kirche mitberücksichtigt und sich auch daran hält.

Nicht die eigene. womöglich auch noch zeitgeistige, Auslegung der Hl. Schrift durch den einzelnen Menschen ist maßgebend und was dieser Mensch in die Schrift nach seinem eigenen Gusto hineininterpretiert, sondern dass die Interpretation im Einklang mit der Lehre und der Tradition hergestellt ist.

Selbst wenn ein Mensch daher zwar die gesamte oder große Teile der Heiligen Schrift auswendig zitieren könnte, aber nur seine eigene Interpretation gelten und die Lehre der Kirche beiseitelässt, befindet er sich auf einem Irrweg und wenn er dazu noch andere mit seiner Interpretation überzeugen will, d. h. diesen Irrweg gegenüber anderen vertritt, dann ist er ein Irrlehrer, wenn nicht sogar ein Häretiker.

Die zweite Lesung stammt aus dem Brief an Philemon. Dies ist ein sehr persönliches Schreiben des Apostel Paulus, geschrieben um 55 nChr., an Philemon in dessen Haus sich eine christliche Gemeinde versammelt. Philemon war sicher nicht der Vorsteher und Presbyter dieser Gemeinde ansonsten hätte es Paulus sicher erwähnt. Es geht um den Sklaven Onesimus, der entlaufen und dem Paulus dienstbar war und von diesem zurückgeschickt wird mit dem Hinweis, ihn als christlichen Bruder aufzunehmen. Damit spricht Paulus auch das bedrückende Sklavenproblem und dessen Lösung innerhalb einer christlichen Gemeinde an.

Der Abschnitt aus dem Lukasevangelium spricht vom Ernst der Christus-Nachfolge und zeigt damit eine der radikalen Forderungen Jesu auf, die heute so gerne unter den Tisch gekehrt werden.

„Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.“

Die Worte „gering achten“ heißen im Original „misei“, das bedeutet sogar „hassen“, wobei das Wort „hassen“ im Sinn von „nachordnen“ zu verstehen ist. Im Matthäus-Evangelium (10,37-39) ist diese Stelle so abgeschwächt indem sie faktisch darauf hinweist, dass man die Familie nicht mehr lieben darf als Jesus.

Grundsätzlich soll damit auch ausgedrückt werden, dass die Jüngerschaft zu Jesu eine nüchterne Berechnung, Prüfung der eigenen Möglichkeiten und Kräfte erfordert, um das Angefangene vollenden zu können und nicht in das Schwärmerische zu verfallen.

Die Werbung zur Jüngerschaft und Nachfolge Jesu darf nicht über die dazu erforderlichen oft harten Bedingungen hinwegtäuschen, sondern diese Bedingungen müssen von Anfang an den Menschen klargemacht werden. So haben es auch die Apostel verkündet und nicht wie es heute oft gemacht wird: ein „Weichspülchristentum“ als Lehre verkündet. Wer diese Verkündigung annahm wurde gerettet, wer nicht, der blieb eben verloren. Und die Apostel schüttelten den Staub von den Füßen und gingen weiter.

Die letzten Verse aus dieser Evangeliums-Perikope lauten:

„Das Salz ist etwas Gutes. Wenn aber das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man ihm die Würze wiedergeben? Es taugt weder für den Acker noch für den Misthaufen, man wirft es weg. Wer Ohren hat zum Hören, der höre!“

Ebenfalls ein radikales Gleichnis Jesu. Natürlich ist nicht damit das Salzen des Essens gemeint, sondern der Jünger Christi soll in der Nachfolge das Salz und die Würze in der Gemeinde und vor allem in der Gesellschaft sein.

Damit ist eindeutig gemeint, dass der Jünger Christi in der Nachfolge Jesu, das christliche Gedankengut und die Lehre Jesu unverkürzt und unverfälscht in der Gesellschaft vertritt, sie verbreitet und dafür auch eintritt, und wenn es erforderlich ist auch bis zum Martyrium. Diesbezüglich sind uns die heiligen Märtyrer das große Vorbild, denn sie waren das Salz in der Gesellschaft und haben dafür mit ihrem Leben bezahlt, aber gleichzeitig die Krone des Glaubens erhalten.

Und wenn die Christen in der heutigen Zeit lau geworden sind und das christliche Gedankengut in der Gesellschaft nicht mehr mit entsprechender Vehemenz vertreten, dann sind sie als Salz schal geworden und nach den Worten Jesu eigentlich nur mehr zum Wegwerfen zu gebrauchen. Der Seher und Apostel Johannes hat es in seiner Apokalypse im Kapitel 3 (V 14-22) an die Gemeinde von Ladiozäa es so ausgedrückt:

„Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärst du doch kalt oder heiß. Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien.“

Johannes sagt hier in anderen Worten dasselbe wie Jesu im Evangelium-Gleichnis vom Salz.

Eines muss uns als Menschen klar sein: Gott liebet zwar jeden Menschen, aber die Nachfolge Jesu ist kein Spaziergang, der Glaube an Gott ist keine Schönwetterreligion, wo alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern das Tragen des Kreuzes wie bei Jesus und ist mit allem verbunden, was auch Jesus erlitten hat. Gott verzeiht und vergisst alle Sünden, aber nur dann wenn der Mensch umkehrt und in der Folge die bewusste Sünde meidet. Sogar derjenige, der seine Sünden gebeichtet hat, wird nicht absolviert wenn er von vornherein denkt, dass er wieder diese Sünde bewusst begehen wird. Und dies ist auch der Grund warum staatlich geschiedene Wiederverheiratete, aber noch sakramental Verheiratete sind, sich selbst von den Sakramenten ausschließen, weil sie ständig Ehebruch begehen und damit in ständiger Sünde leben.

Das ist keine Unbarmherzigkeit der Kirche sondern die Durchführung einer direkten Feststellung und Anweisung Jesu in den Antithesen zur Bergpredigt: „Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.“ Natürlich gilt dies auch für den umgekehrten Fall – also auch für den Mann. Und wenn Papst Franziskus in einer seiner Aussagen meinte, dass diese Haltung in der Barmherzigkeit „tolerierbar“ sei, so bewegt er sich knapp an der Häresie da er eine direkte Weisung Jesu missachtet.

Vor allem das Evangelium dieses Sonntags müsste daher jeden Christen aufrütteln und ihm bzw. ihr klarmachen, dass nur die radikale Nachfolge Jesu, so wie Er es fordert, richtig ist und dass der Weg schmal ist und das Tor eng ist (Mt 7,13), die in das Reich Gottes führen.

Herr Jesus, gibt uns immer die Kraft zur Nachfolge, damit wir das Salz in der Gesellschaft sind um die Menschen durch die unverkürzte und unverfälschte Frohbotschaft und Lehre der Kirchen auf den rechten Weg zu führen. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
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118

Donnerstag, 8. September 2016, 15:23

24. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Ex 32,7-11.13-14
2. Lesung: 1 Tim 1,12-17
Evangelium: Lk 15,1-32 oder 15,1-10

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

Die Lesung aus dem Buch Exodus ist die Erzählung über die Anbetung des goldenen Kalbes.

Nicht verkündet wird in dieser Lesung die Entstehungsgeschichte des goldenen Kalbes. Aaron, der spätere Priester des Herrn, ist daran nicht ganz unbeteiligt, ja er ist sogar der Initiator und jener, der dem „Götzen“ Kalb einen Altar baut sowie ein Fest ausruft.

„Da sprach der Herr zu Mose: Geh, steigt hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten herausgehrt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden.“

Diese Erzählung des schnellen Abfallens vom Weg des Herrn wiederholt sich immer wieder in der Menschheit auf ihrem Weg mit Gott.

Nach einer längeren oder kürzeren Zeit in der der Mensch seinen Weg mit Gott gegangen ist, folgt immer wieder eine Zeit wo der Mensch der Meinung ist, dass er den lebendigen Gott nicht braucht und sich seine „Götter“, die jedoch „Götzen“ sind selber sucht.

Eigene Interpretationen der Hl. Schrift und das Negieren der Lehre SEINER Kirche und deren Tradition sind das typische Anzeichen dafür.

Seit einigen Jahrzehnten sind viele Menschen wieder auf Götzentrip, diesmal sogar unterstützt von den „modernen“ Theologen, die ihren eigenen Weg ohne der Hl. Mutter Kirche gehen. Sie wollen sich ihren Gott so richten wie es ihnen passt. Dies entspricht jedoch nicht der Hl. Schrift und der Weisung des lebendigen Gottes, da diese unveränderbar und unverfälscht und unverkürzt zu verkünden sind.

Erschwerend kommt diesmal dazu, dass zum Unterschied in der Vergangenheit, viele der Priester diese Abweichung mittragen bzw. sogar fördern, sich also als Irrlehrer betätigen. Damit erfüllen diese somit das Schriftwort: „Viele falsche Propheten werden auftreten, und sie werden viele irreführen.“ (Mt 24,11)

Der Apostel Paulus sieht im ersten Timotheusbrief seine Berufung so: „Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen, obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte.“

Paulus spricht hier ein wichtiges Wort über die Handlungsweise Gottes aus. Nicht was in der Vergangenheit eines Menschen war, zählt, sondern was nach seiner Umkehr zu Gott in seinem Leben passiert, das ist wesentlich. Wer also meint, dass die Vergangenheit eines Menschen, von der er sich abgekehrt hat, noch immer für dessen Einschätzung entscheidend ist, maßt sich an über Gott zu stehen. Denn für die Indienstnahme durch Gott ist die derzeitige und reale Einstellung wesentlich, nicht das, was in der Vergangenheit war.

Ähnlich sieht es auch das Evangelium vom heutigen Sonntag indem das Jesu-Gleichnis vom verlorenen Sohn eine wesentliche Aussage darstellt. Leider wird es heute oft nur als Gleichnis vom „barmherzigen Vater“ dargestellt, das jedoch den Inhalt und den Sinn des Gleichnisses eindeutig verkürzt und verfälscht.

„Der jüngere (Sohn) sagte zu seinem Vater: Vater gibt mir das Erbteil, das mir zusteht.“

Diese Haltung des jüngeren Sohn ist das Bild eines Gläubigen, der um einer Sünde willen auf die Verheißung Gottes verzichtet und seinen eigenen Weg gehen will. In der Folge wird dieser Sohn auf den schlechten Weg geführt und die erwähnte Hungersnot kann auch als eine geistige Not verstanden werden.

„Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.“


Dass ist die Haltung, die Gott von uns Menschen erwartet. Die Umkehr bzw. Rückkehr zu IHM: Das Einsehen bzw. die Erkenntnis, dass der Mensch gefehlt hat, dass er von seinem bewussten fehlerhaften, d. h. sündhaften, Tun ablässt und zu Gott zurückkehren will. Und dass sich der Mensch dazu auf den Weg zu Gott macht und nicht in seinem fehlerhaften bzw. sündhaften Treiben verbleibt.

Dieser Vers des Evangeliums ist die zentrale Aussage und zugleich die Aufforderung an alle Menschen den Weg der Umkehr zu Gott zu gehen. Es ist die Voraussetzung für die folgende Aussage im Evangelium.

„Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm.“

Wird nur dieser Vers in den Mittelpunkt gestellt, dann wird die Aussage des Evangeliums verfälscht und verkürzt und es wird nur die Barmherzigkeit des Vater dargestellt, aber auf die Voraussetzung, was zu dieser Barmherzigkeit geführt hat, wird nicht hingewiesen - nämlich die Umkehr und Reue.

Wer nämlich glaubt ohne Reue und Umkehr von seinem sündhaften Tun die Barmherzigkeit und Vergebung Gottes zu erreichen, geht eindeutig fehl. Die verzeihende Barmherzigkeit des Vaters erfordert also nur eines, nämlich Umkehr und mit dieser ist immer die Reue verbunden.

Jesus hat es eindeutig so formuliert: „Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, dies es nicht nötig haben, umzukehren.“ (Lk 15,7)

Wobei zu dem Begriff „Gerechte“ festzustellen ist, dass es gegenüber Gott nur einen einzigen Gerechten gegeben hat, nämlich Jesus, der als einziger sündenlos war und ist. Jeder andere Mensch, der sich als Gerechter ansieht ist in Wirklichkeit ein Selbstgerechter, denn jeder Mensch ist ein Sünder. Ja, selbst wenn ein Mensch vor der Messe beichtet, nach der Lossprechung aus dem Beichtstuhl kommt, kann er bis zum Bußakt in der Messe oder bis zur Kommunion in der Messe bereits wieder gesündigt haben. Dieser Tatsache sollte sich jeder Christ bewusst sein.

„Da wurde er (der ältere Bruder) zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater kam aber heraus und redete ihm gut zu.“

Der ältere Bruder reagiert mit einer der Hauptsünden im täglichen Leben der meisten Menschen, nämlich dem Neid. Und diese Hauptsünde des Neides, beruhend auf das Vergehen gegen das 9. und 10. Gebot des Dekalogs, ist nicht nur Auslöser vieler weiterer Sünden sondern auch vieler strafbarer Vergehen und Verbrechen, ja sogar bis zum Mord in Erbschafts- oder Vermögensstreitigkeiten.

Wenn der Apostel Paulus im ersten Korintherbrief im Kapitel 12 Vers 26 darauf hinweist: „Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit, wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm.“, dann meint er damit, dass im Leiden des Einen bei den Anderen Mitleid nötig ist, und in der Ehrung des Einen bei den Anderen Mitfreude sein sollte, und nicht Neid.

Jeder Mensch muss sich also hüten sich an dem Vermögen/Reichtum/Besitz eines anderen zu messen oder auch an den erhaltenen Gaben eines anderen zu hadern oder sogar zu versuchen diese herabzusetzen. Hier ist vor allem die Selbstzufriedenheit, mit dem was einem Menschen gegeben wurde, wesentlich.

Herr, mache mich einem Deiner Diener und dafür will ich Dir dankbar sein. Dir sein Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 15. September 2016, 16:16

25. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Am 8,4-7
2. Lesung: 1 Tim 2,1-8
Evangelium: Lk 16,1-13 oder 16,10-13

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Sowohl die erste Lesung aus dem Buch des Propheten Amos als auch das Evangelium beschäftigt sich mit der rechten Nutzung des Reichtum und des Besitzes.

Amos selbst war bis zu seiner Berufung durch Gott zum Propheten ein Viehzüchter und Maulbeerfeigenpflanzer gewesen. Er ist der älteste Schriftprophet und richtet einen Teil seiner Prophetien gegen die Missstände im Staat, der Verwaltung, des Gerichtswesen sowie in der Wirtschaft. Vor allem die Missstände in der Wirtschaft sind ein Teil der verkündeten Lesung.

„Wir wollen die Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen, die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen den Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.“

Mit diesen Worten geißelt Amos den Betrug der Händler und die damals herrschende Korruption. Dass war vor rd. 2.770 Jahren, den damals sprach er diese Worte als er als Prophet in das Nordreich Israel gesandt worden war. Und auch in der heutigen Zeit treffen dieWorte Amos zu.

Das Maß kleiner machen, aber den vollen Preis verlangen, gilt auch heute bei den vorverpackten Waren im Handel. Die darin befindlichen Gewichte sind dabei sogar offiziell gefälscht, denn jede Packung weist das entsprechende offizielle Cirka-Zeichen „e“ auf. Wenn nur pro Packung um ein Gramm weniger in der Packung ist, hat der Erzeuger beim Verkauf von 1.000 Packungen den Preis für einem weiteren Kilo eingenommen ohne jedoch eine Leistung zu erbringen. Und beim Verkauf der Tausenden Packungen eines Produktes läppert es sich schon sein schöner Betrag ohne Gegenleistung zusammen. Und dass in einer Packung mehr drinnen ist als das angegebene Gewicht, dass verhindert schon die entsprechend eingestellte Abfüllmaschine.

Die Aussage „mit Geld den Hilflosen kaufen“, geht in die Richtung, dass man dem Armen etwas gibt, was man ihm schon vorher unbewusst weggenommen hat. Das trifft vor allem dann zu wenn der Staat eine oder mehrere Massensteuern erhöht, die alle Arme und Reiche treffen, aber das Vermögen und den daraus entstehenden Nutzen nicht oder nur wenig besteuert. Damit ist nicht das Vermögen des einzelnen Menschen hinsichtlich jener Güter, die er zum Leben braucht, wie Auto, Eigenheim und ähnliches gemeint, sondern jenes, das in Stiftungen usw. steuerschonend „geparkt“ ist.

Dem fürbittenden Gebet für alle Menschen ist die zweite Lesung aus dem ersten Brief des Apostels an Timotheus gewidmet. Und den Grund hierfür, erläutert der Apostel im Vers 3 und 4, der da lautet:

„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen …. Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“

Sicher, Gott will als ein die Menschen liebender Gott, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Dafür hat er aber dem Menschen seine Gebote und Anweisungen in der Bibel gegeben. Denn nur durch die Einhaltung dieser Gebote und Anweisungen kommt der Mensch zur Erkenntnis der Wahrheit und er lebt dann ein entsprechend gottgefälliges Leben, das den Menschen letztendlich auch zur Verheißung Gottes, dem ewigen Leben bei Ihm, führt.

Auch im Evangelium dieses Sonntags geht es, wie so oft, um den rechten Umgang mit dem Reichtum. Daraus können wir schon ersehen, dass dieses Problem ein zentrales Thema unseres Lebens ist, sonst würde es Jesus nicht so oft erwähnen.

„Keiner kann zwei Herren dienen, er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“

Die Worte Jesu sind eindeutig und können nicht missverstanden werden. Grundsätzlich ist Jesus nicht gegen den Reichtum, wenn mit diesem in richtiger Form umgegangen wird.

Aber es geht Jesus um den Götzendienst, der mit und um den Reichtum gemacht wird. Und dieser Götzendienst „Reichtum“ beginnt bereits damit, wenn der Mensch das Geld, das Vermögen, den Besitz, in die Mitte seines Lebens stellt und nur darin den Sinn seines Lebens findet. Wenn das vom Menschen erstrebenswerte Lebensziel „Reichtum und Macht“ ist, dem er alles andere unterordnet, dann macht der Mensch sein Leben abhängig von den irdischen Gütern, und vergisst auf die wahren Güter, die ihm von Gott verheißen sind.

Und zu diesem Götzendienst „Reichtum und Macht“ gehört auch die Unzufriedenheit.

Wenn der Mensch unzufrieden ist, weil er alles besser und schöner haben will, als der Andere, zBspl. ein größeres, schnelleres Auto, weiter zu reisen im Urlaub als der Nachbar, oder wenn er alle Anstrengungen unternimmt um seine Mitmenschen in den verschiedensten Lebensbereichen zu übertrumpfen.

In diesem Fall ist der Mensch dem Götzen „Mammon“ verfallen und dieser bestimmt sein Leben. Und der Mensch wird in seinem Leben nie wirklich zufrieden sein, denn der Götze „Mammon“ ist eng verbunden mit den Götzen „Neid“ und „Geiz“. Und für den Menschen ist dann sein Lebensziel „mehr, mehr, noch mehr“, dem er alles unterordnet, auch auf Kosten seines Nächsten.

Der richtige Umgang mit Reichtum im Sinne Jesu ist daher, dass der Mensch sich mit dem was möglich ist und was er erreicht hat, bescheidet. Nicht ein hoher Verdienst, ein großer Besitz ist also schlecht, sondern wie ein Mensch damit umgeht.

Die wichtige Frage, die Jesus jedem von uns stellt ist: Bin ich mit dem zufrieden, was ich zum Leben unbedingt brauche und was ich erreicht habe oder bin ich es nicht?

Das wirkliche und angestrebte Lebensziel des Menschen sollte daher vor allem im geistigen-religiösen Bereich liegen. Dazu ist es wichtig, dass der Mensch in Zufriedenheit lebt, wenn er also bereit ist, sich zu bescheiden, und wenn er mit dem zufrieden ist, was er erreicht hat. Dann sind für den Menschen die himmlischen Güter, die Gott uns Menschen verheißen hat und wie Jesus immer wieder betonte, in Reichweite. Denn wir sind nur Pilger auf Erden und unser eigentliches Lebensziel ist das Reich Gottes. Und dorthin können wir nichts Materielles mitnehmen, sondern nur die guten Werke, die wir in unserem Leben gemacht haben.

Herr, gib uns das rechte Verhalten zum Reichtum und lass uns nicht den Götzen „Mammon“ anbeten. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 22. September 2016, 15:32

26. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Am 6,1a.4-7
2. Lesung: 1 Tim 6,11-16
Evangelium: Lk 16,19-31

Liebe Christen! Liebe Leser!

Ein Vers aus der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Amos lautet:
„Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, ihr salbt euch mit feinstem Öl und sorgt euch nicht über den Untergang Josefs.“

„Sorgt euch nicht über den Untergang Josefs“ ist die wichtige Aussage in dieser Lesung. Mit dem Untergang Josefs wurde der Untergang des Nordreichs Israels prophezeit.

Dieser oben zitierte Vers sollte auch uns zur Warnung dienen, denn er beinhaltet das Wohlleben und ist zugleich auch der Hinweis darauf, dass wer die Grundlagen vergisst oder verändert auf dem das menschliche Leben basiert, in den Untergang geht. Denn die Grundlagen des menschlichen Lebens sind für immer von Gott vorgegeben.

Der Volksmund sagt es einfacher, aber genauso wirkungsvoll: „Mit Speck fängt man Mäuse“ und oder wie früher in der Antike „Panem et. circenses – Brot und Spiele“. Genau nach diesem Motto handeln die Atheisten und Linken, die dem Volk damit ihre Ziele unterschwellig verkaufen, wie Freiheit im Leben, keine Unterdrückung durch die christliche Religion, Lebensgestaltung wie jeder will, also Wohlleben ohne Ende und ohne Grenzen. Der Preis, der dafür bezahlt werden muss, ist nicht offen sichtbar, denn darüber sprechen die Verfechter dieses Kurses nicht. Einschränkung der Meinungs- und Redefreiheit, denn erlaubt zu reden ist nur das was ihnen passt und von der Mainstream-Presse vorgegeben wird, die längst von diesen Vertretern unterwandert ist. Momentan wird einer, der es wagt dagegen aufzutreten, nur psychisch in der Öffentlichkeit und beruflich fertiggemacht, Beispiele dafür gibt es zur Genüge in den letzten Jahren und die Namen kennt jeder, der mit offenen Augen die Welt beobachtet, und später folgt dann wahrscheinlich auch die physische Vernichtung wie im Kommunismus. Unter den Titeln „Volksverhetzung“ und „Diskriminierung“ lässt sich vieles subsummieren um den Menschen einen Maulkorb umzuhängen. Erste wesentliche Anzeichen einer Christenverfolgung gibt es bereits in Westeuropa, wie zBspl. schon vor einigen Jahren Gefängnis für einen Bischof, der es wagte die Lehre der Kirche bezüglich Homosexualität offen zu vertreten. Und das Ziel dieser Redefreiheitunterdrücker ist es und wird es immer sein, die katholische Kirche und ihre Lehre bzw. jene Menschen, die diese Lehre, zuerst öffentlich und dann auch im kleinen Kreis, vertreten, zu diskriminieren und damit auch zu verfolgen. Denn es darf nur diejenige Meinung vertreten werden, die diesen Atheisten und Linken passt, also wie im Kommunismus.

Aber Jesus hat es eindeutig und klar gesagt: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.“ (Mt 10,28 ).

Dieser Trost ist uns gegeben, da wir uns als aufrechte Katholiken ja nur als Pilger auf dem Weg zu Gott sehen und ER und das Ewige Leben bei IHM unser Lebensziel ist.

Ähnlich sieht es auch der Apostel Paulus in seinem ersten Timotheus-Brief, der als zweite Lesung verkündet wird.

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden ist, und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast. .... Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel..“

Dieser Auftrag ist jedem Christen durch die Sakramente der Taufe und der Firmung gegeben worden. Jedoch nicht der Empfang dieser Sakramente genügt, sie sind nur die Zusage der Gnade für das entsprechende Leben, sondern der Auftrag ist, diese Lehre Gottes zu bekennen und zu bezeugen, auch gegen jeden Widerstand. Hier weist auch die Aussage Jesu darauf hin, dass es mehr bedarf als nur der Empfang dieser Sakramente:

„Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, nur wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21)

„Der Wille des Vaters im Himmel“ ist nicht nur die Einhaltung der Gebote des Dekalogs, sondern auch sich ohne Wenn und Aber in jeder Situation zu IHM und seinen Weisungen, die im AT und durch Jesus im NT festgelegt sind, zu bekennen.

In der Frohen Botschaft von diesem Sonntag stellt uns Jesus den Gegensatz von Reich und Arm gegenüber. Die Perikope ist eine Fortsetzung zum Evangelium des letzten Sonntags. Es verkündet das Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus. Der Evangelist Lukas übernimmt dieses Gleichnis aus seinem Sondergut.

Jesus will in diesem Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus vor allem darauf hinweisen, dass die jetzige Existenz, also das irdische Leben, bereits die Grundlage für das Kommende, das ewige Leben, die Vollendung, in Gott ist.

Der Reiche wird nicht gequält, weil er reich war, sondern weil er im Überfluss lebte und für das Wort Gottes taub war. Er war blind für die Not des Nächsten, aber auch für sein eigenes Leben nach dem Tod. Seine Hoffnung war allein im irdischen Wohlstand begründet und alles andere hat er unberücksichtigt gelassen, so nach dem Motto: „Was man nicht sieht oder angreifen kann, interessiert nicht!“

Jesus weist an vielen Stellen des Evangeliums auf dieses Problem hin: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt" (Mk 10,25) oder "Weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost zu erwarten" (Lk 6.24) sind nur zwei solcher Aussagen.

Jesus verurteilt nicht den Besitz oder den Reichtum als solchen, wie bereits in der vorigen Woche erwähnt. Sondern es geht darum, wie geht der Mensch mit dem Reichtum um. Lässt sich der Mensch vom Reichtum egoistisch beherrschen, oder handelt er verantwortungsvoll mit diesem.

Jesus sieht also vor allem im Reichtum die Gefahr einer oberflächlichen, rücksichtslosen, verantwortungslosen und einer rein diesseitigen Lebensführung, die immer weiter in die endgültige Gottesferne führt und letztendlich von Gott trennt.

Als Christ ist jeder von uns aufgerufen, sich jederzeit dem Willen und dem Wort Gottes zuzuwenden.

Der reiche Prasser im Gleichnis meinte: Nur wenn einer der Toten zu den Menschen zurückkommt, werden sie umkehren. Und Abraham antwortet darauf, dass wenn sie schon nicht auf Mose und die Propheten hören, sich auch dann nicht überzeugen lassen werden, wenn einer von den Toten zurückkommt.

Und dieses Wort Jesu gilt besonders heute für viele Mitmenschen: "Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, werden sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht".

Wer auf Jesus, den auferstandenen Herrn, nicht hört und schaut, der läuft Gefahr das Zukünftige, das Ewige Leben, das ja die Vollendung in Gott ist, zu verspielen.

Hellhörige Christen sind immer bereit umzukehren. Sie lassen sich heilen, in der Nächstenliebe erneuern und sich so retten. Um das zu erreichen, braucht der Mensch nicht viel, als auf Jesus stets zu hören, den Geboten und Weisungen von Gott Vater zu folgen, sich seiner Fehler und Sünden einzugestehen und diese zu bereuen, Zeugnis zum Glauben in aller Öffentlichkeit abzulegen und nicht nur im Verborgenen Christ sein. Dann wird jedem Christen das Reich Gottes dazugegeben werden.

[/b[b]]Herr Jesus, lass uns immer hellhörig sein und auf Deine sowie des Vaters Worte zu hören, damit wir das Reich Gottes erreichen dürfen. Dir sei die Ehre und der Lobpreis in Ewigkeit
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Amen.
Preis den Herrn!