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Antworten im Thema: 128 » Der letzte Beitrag (17. November 2016, 16:03) ist von diaconus.

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diaconus

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Montag, 8. Februar 2016, 16:07

Aschermittwoch

1, Lesung Joel 2,12-18
2. Lesung. 2 Kor 5,20-6,2
Evangelium. Mt 6,1-6.16-18

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

„Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider und kehrt um zum Herrn, eurem Gott.“

So lautet der erste und zweite Vers aus der ersten Lesung aus dem Buch Joel, das lediglich aus nur vier verhältnismäßig kurzen Kapiteln besteht. Dieser sogenannte kleine Prophet behandelt in den ersten zwei Kapiteln die Aufforderung zur Buße und im dritten und vierten Kapitel eine Aussicht auf das kommende Heil.

Diese zitierten Verse sind eine Aufforderung zur Umkehr bzw. Abkehr von den Sünden und zum Tun von Buße.

Aber diese Umkehr, diese Abkehr von den Sünden soll nicht nur mit den Lippen erfolgen, sondern sollen vor allem aus dem tiefsten Herzen kommen. Da nützt es auch nicht, wenn der Bußfertige nach außen hin formal seine Kleider zerreißt wie es sehr oft im Volk Israel vorgekommen ist aber im Herzen sich nicht ändert. Denn nur wenn diese Umkehr zu Gott auch aus der Tiefe des Herzen kommt und mit dem Vorsatz nicht mehr zu sündigen verbunden ist, ist sie IHM wohlgefällig. Unterstützt kann diese Umkehr werden durch ein Fasten sowie durch Weinen und Klagen vor dem Herrn. Aber dieses Handeln mit Fasten, Klagen und Weinen sollte nicht in aller Öffentlichkeit erfolgen, sodass es wieder viele oder alle sehen, denn das würde Gott nicht gefallen. Es sollte in aller Stille im „kleinen Kämmerlein“ erfolgen.

Für das Fasten wäre noch zu beachten, dass das Fasten von Nahrung bei bestimmten Krankheiten nicht erfolgen darf, da hier z. T. sogar Lebensgefahr eintreten könnte und wer von derartigen Krankheiten betroffen ist weiß auch durch die ärztlichen Anweisungen Bescheid. Wer an solchen Krankheiten leidet kann jedoch Fasten durch das Nichtkonsumieren anderer Mitteln, zBspl. ein Sportfreak,, dass er sich zBspl. von den Sportsendungen zurückhält oder ein TV-Dauerseher, dass er für längere Zeit davon Abstand nimmt und sioh nicht TV berieseln lässt..

„Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.“

Der Abschnitt des Matthäus-Evangeliums aus dem dieser Vers stammt, trägt die Überschrift „Vom Beten“ und kann im Kontext der Antithesen zur Bergpredigt gesehen werden.

Jesus wendet sich damit nicht gegen das Gebet in den Kirchen und beim Gottesdienst sondern gegen das „falsche“ Beten. „Falsches Beten“ gibt es denn das? Ja, auch das gibt es und gar nicht so wenig.

Wenn ein Mensch allein betet, so soll es in aller Stille und so geschehen, dass es andere Menschen oft gar nicht merken können. Natürlich darf ich mich dazu in der Kirche und vor allem vor dem Allerheiligsten Altarsakrament hinknien und still beten.

„Falsches Beten“ ist vor allem, wenn ich zwar, vielleicht sogar gerne, bete, aber mit meinen Handlungen total im Widerspruch zu den Geboten Gottes stehe, ja ständig bewusst, oft in aller Öffentlichkeit, sündige und diese Sünden womöglich noch verteidige. Ja womöglich im Gebet noch um Unterstützung für meine falschen Handlungen erbitte, auch das gibt es.

Was jedoch auch unter diesen Vers subsummiert werden kann, ist das fromme und salbungsvolle Reden in aller Öffentlichkeit, das aber oft im Widerspruch zum tatsächlichen Handeln des „salbungsvollen“ Redners im Leben steht.

Und genau dieses Fehlverhalten meinte Jesus in dem zitierten Vers mit dem Begriff „Heuchler“.

Auch wenn jeder Mensch schwach und ein Sünder ist, sollte er doch streng darauf achten, dass sein Reden und sein tatsächliches Handeln nicht im Widerspruch stehen, ja dass er die bewusste Sünde meidet.

Die komplette Spendeformel bei der Austeilung des Aschenkreuzes lautet:

„Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst. Kehr um und glaub an das Evangelium!“

Leider wird oft nur ein Teil davon gesprochen, meist nur der Schluss der Spendeformel.

Diese Worte sollen uns daran erinnern, dass wir nur Pilger auf Erden sind, und diese Pilgerschaft mit dem körperlichen bzw. irdischen Tod endet. Unser wirkliches Ziel für das wir hier auf Erden leben, ist das Ewige Leben bei Gott, in Seiner Herrlichkeit. Und nur auf dieses Ziel hin, sollte und muss unser Leben ausgerichtet sein.

Die Hilfe auf diesem Weg der Pilgerschaft ist das unverkürzte und unverfälschte Evangelium, das Jesus verkündet hat und in dem auch von der Hölle und vom Verderben und nicht nur vom liebenden, barmherzigen Gott die Rede ist und der die Umkehr .zu seinen Geboten und Anweisungen im irdischen Leben fordert.

Jener Glaube, wie es heute oft modern geworden ist, der das Evangelium auf jene Passagen verkürzt, die dem Menschen in seinen Lebensplan passen und alles andere was diesem Menschen nicht passt weglässt, ist nicht der wahre und echte Glaube.

„Verlass dich nicht auf die Vergebung, füge nicht Sünde an Sünde, indem du sagst: Seine Barmherzigkeit ist groß, er wird mir viele Sünden verzeihen.“ (Sir 5,5-6).

Ja die Barmherzigkeit Gottes ist zwar groß, aber sie ist auch eng mit der Umkehr verbunden: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt 18,3).

Die österliche Bußzeit, die mit dem heutigen Tag beginnt, soll uns an diese Umkehr zu Gott und Seinen Geboten erinnern. Er könnte ein neuer Anfang dafür sein, dass der Mensch seine Wertigkeiten im Leben ändere und vor allem die bewusste Sünde in Zukunft meidet.

Darum „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst. Kehr um und glaub an das unverkürzte und unverfälschte Evangelium, wie es Seine Kirche verkündet!“

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 11. Februar 2016, 17:18

1. Fastensonntag

1. Lesung: Dtn 26,4-10
2. Lesung: Röm 10,8-13
Evangelium. Lk 4,1-13

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die erste Lesung aus dem Buch Deuteronomium sind jene Worte, die das Bekenntnis, das ein Jude, bei der Ablieferung des Zehnten Gott gegeben hat und das mit dem Satz begann: „Mein Vater war ein heimatloser Aramäer“ und den Weg das Volkes Israel in prägnanten Worten schilderte.

Am Ende dieser Lesung stehen unter anderem die Worte: „Heute an diesem Tag, verpflichtet dich der Herr, dein Gott, diese Gesetze und die Rechtsvorschriften zu halten. Du sollst auf sie achten und sie halten mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele. Heute hast du der Erklärung des Herrn zugestimmt. Er hat dir erklärt: Er will dein Gott werden und du sollst auf seinen Wegen gehen, auf seine Gesetze, Gebote und Rechtsvorschriften achten und auf seine Stimme hören. Und der Herr hat heute deiner Erklärung zugestimmt.“

Mit diesen kompakten Sätzen wird das Gesetz als Bund zwischen Gott und Israel interpretiert und beinhaltet damit die Verpflichtung Gottes als Bundesformel: Ihr seid mein Volk und ich bin euer Gott.

Auch wenn diese Worte vor allem für den Alten Bund galten, so ist der Neue Bund, den Jesus durch seinen Tod am Kreuz mit Gott für uns geschlossen und uns heutige Menschen mit Gott versöhnt hat, auf diesem Alten Bund aufgebaut.

Denn es ist derselbe Gott und es sind dieselben Gebote des Dekalogs, die auch für uns gelten. Und wenn wir ein offenes Herz und offenes Ohr haben, werden wir auch heute die Stimme des Herrn vernehmen, wenn er zu uns spricht.

Jesus hat diese Gebote zusammengefasst mit den Worten: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.“ (Mt 22, 37-39)

Und in den Antithesen zur Bergpredigt hat Jesus eindeutig gesagt: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ (Mt 5,17).

Mit diesen Worten hat ER, Jesus, eindeutig darauf hingewiesen, dass der Alte Bund die Grundlage für den Neuen Bund ist, den Gott durch Jesus mit Seiner Kirche geschlossen hat.

In der Evangeliumsperikope des Lukas lesen wir, dass nach der Taufe Jesu im Jordan, dieser in die Wüste ging.

„Erfüllt vom Heiligen Geist, verließ Jesus die Jordangegend, Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt.“

Die Versuchungen Jesus durch den Teufel und seine Antworten sind sicher allgemein bekannt bei jenen, die das Evangelium kennen. Sie sind in Lk 4,3 – 11 im Detail beschrieben.

Auch wir Christen werden immer wieder vom Teufel, vom Bösen, in Versuchung geführt und verfallen der Sünde. Vor allem die bewusste Sünde kann als das verführerische Werk des Bösen gesehen werden, denn in diesem Fall wird der Einflüsterung mit dem eigenem Willen gewollt und daher bewusst nachgegeben.

Vor allem muss jeder Mensch beachten, dass er nicht die Gelegenheit zu einer Sünde sucht und so daher sündig handelt, dass es seinem Nächsten einen Nachteil bringt und dabei auch noch gegen die Nächstenliebe verstößt.

Der Vers 12 lautet: „Da antwortete ihm (dem Teufel) Jesus. Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“

Diese Antwort Jesu bedeutet und stellt klar, dass auch ER als der Menschensohn, Gottes Allmacht und Schutzverheißung nicht sinnlos provozieren darf und will.

Und auch wir Menschen haben diesen Auftrag Gottes Allmacht und Schutzverheißung nicht auf die Probe zu stellen. Können wir Menschen denn Gott auf die Probe stellen? Sicher können wir das! Und zwar dadurch, dass sich jemand durch seine Handlung fahrlässig in eine Gefahr begibt, die ihm bekannt ist, er aber trotzdem diese Handlung durchführt. Ein sehr einfaches Beispiel: Ein Nichtschwindelfreier begibt sich auf einen Bergsteig, der nur von Schwindelfreien begangen werden kann und verlässt sich darauf, das schon nichts passieren wird. Dass ist eindeutig Gott auf die Probe stellen.

Benutzen wir daher diese Fastenzeit um vor allem unsere Beziehung zu Gott zu überprüfen du beachten wir das folgende Wesentliche.

Wer und was ist Gott für mich, wie stehe ich zu Ihm? Folge ich seinen Geboten oder folge ich nicht? Verlasse ich mich immer nur auf seine Barmherzigkeit und erwarte immer seine Vergebung, die ER mir zwar im Sakrament der Versöhnung zugesagt hat oder meide ich von vornherein bewusst alle Handlungen (Sünden), die ihn beleidigen würden?

Die Ergänzung und Antwort zu den oben von mir gestellten Fragen stelle ich fest:
Ich möchte alle Christen vor den modernistischen Irrlehrern in dieser Zeit warnen, die den Menschenschmeicheln und die meinen Gott ist so barmherzig, dass er alles verzeiht. Ja, Gott, ist barmherzig zu denjenigen, der umkehrt, d. h. sich von der Sünde abkehrt und Jesus nachfolgt. Jesus hat doch in den Evangelien viele Male die Forderung nach der Umkehr gestellt, und auch alle Sünder immer wieder aufgefordert: „Geh hin und sündige nicht mehr!“. Und Jesus hat auch gesagt: „Geht durch das enge Tor auf dem schmalen Weg ins Ewige Leben, denn der Weg ins Verderben ist breit und viele gehen ihn“ (vgl. Mt 7,13). Diese Warnung ist eine der Antithesen zur Bergpredigt, die gerne unterlassen werden den Menschen darauf aufmerksam zu machen, denn diese Modernisten reden gerne von der Bergpredigt doch die dazugehörigen Antithesen Jesu, die diese Bergpredigt auslegen, die unterschlagen sie gerne.

Denn Jesus hat auch gesagt; „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ Und das bedeutet die Gebote und Anweisungen Gottes zu befolgen und nichts anderes.

Herr Jesus, lass uns immer deine Lehre unverfälscht und unverkürzt den Menschen zu verkünden, damit wir die Menschen immer auf den rechten Weg führen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit-

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 18. Februar 2016, 16:16

2. Fastensonntag

1. Lesung: Gen 15,5-12.17-18
2. Lesung: Phil 3,17-4,1 oder 3,20 – 4,1
Evangelium Lk 9,28b-36

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung ist der Bundesschluss zwischen Abraham und Gott . Daraus sind die verkündeten Verse entnommen.

In der zweiten Lesung aus dem Philipperbrief des Apostels Paulus steht geschrieben:
„Denn viele - von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche - leben als Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn.“

Man könnte fast sagen, „wie sich die Bilder gleichen.“ Denn die Worte des Apostel Paulus treffen auch für die heutige Zeit zu. Also schon zur apostolischen Zeit hat es Probleme mit Christen in SEINER Kirche gegeben. Und heute ist es genauso.

Paulus bezeichnete jene, die vom Christentum abgefallen sind, als die Feinde des Kreuzes Christi. Er hat früher oft über diese bei den Glaubensgenossen erzählt und spricht nunmehr von diesen unter Tränen. Und er spricht davon, dass sie irdisches im Sinn haben. Übersetzt in die heutige Zeit bedeutet es einerseits, dass sie mit unmäßigen Essen und Trinken ihren Bauch füttern, andererseits, dass sie dem zeitgeistigem Mainstream folgen und diesen auch in die Kirche hineinbringen wollen, dass diese zBspl. Zölibataufhebung, Frauenordination, Abtreibung für gut heißen usw. usw. – also alles was der Offenbarung und Lehre der Kirche widerspricht.

Denn alles was gegen die Offenbarung (AT und NT) und die Lehre der Hl. Mutter Kirche steht, ist vom Irdischen nicht nur beeinflusst sondern ist eine Verweltlichung des Glaubens und stehen im Widerspruch zu den prophetischen Worten Jesu: über seine Jünger: „Sie sind nicht von dieser Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.“ (Joh 17,16)

In der Verteidigungsschrift des Origenes gegen Celsus (Kelsos) um ca. 180 nChr. schreibt er: „O möchte doch keiner sich finden lasse, der „die Liebe Gottes in Christus Jesu“ (Röm 8,39) nur in solchem Maß aufgenommen hat, dass er durch die Worte des Celsus oder eines seiner Gesinnungsgenossen wankend gemacht werden könnte....“

Kelsos war ein vornehmer, gebildeter Heide, kein Philosoph, der das wachsende Christentum in die Schranken verweisen wollte.

Dieser Kelsos kann also mit jenen in der heutigen Zeit verglichen werden, denen die katholische Kirche ein Dorn im Fleisch ist und die die Kirche aus der Öffentlichkeit verdrängen wollen.

Und diese Aufforderung Origenes, dass sich kein Christ von den Feinden des katholischen Glaubens wankend gemacht werden soll, gilt heute auch uns. Paulus schreibt ja auch im Philipperbrief, dass wer vom Kreuze Christi abfällt, deren Ende das Verderben ist.

Das Evangelium des zweiten Fastensonntags ist immer die Verklärung Jesu. Während voriges Jahr die Perikope aus dem Markusevangelium vorgetragen wurde, ist es heuer jene aus dem Lukasevangelium.

Jesus nimmt nur drei seiner Jünger auf den Berg mit. Petrus, Jakobus und Johannes und jeder dieser Drei hatte später eine besondere Stellung unter den Aposteln.

„Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Als sich die beiden von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hüten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht was er sagte.“


Das Erscheinen von Mose und Elija ist zugleich die Bestätigung Jesus als der Messias, denn im Judentum war das Erscheinen von Elija vor dem Kommen des Messias vorausgesagt (siehe dazu im Buch Maleachi).

Dass Petrus und seine Begleiter sicher Angst hatten, als sie Jesus in strahlendem Licht verklärt sahen und auch sprachlos waren, war sicher eine ganz normale menschliche Reaktion. Nur Petrus findet sofort wieder die Sprache, obwohl er nicht wusste was er sagte, so steht es in der Schrift.

Und diesen Petrus, der, wenn man die Aussagen des Neuen Testaments im Kontext betrachtet, sicher ein Hitzkopf und voll Widersprüche war, ihm vertraut Jesus seine Kirche an. Eigentlich ein Trost für uns alle. Denn eines ist für Jesus wichtig: Die grenzenlose Liebe und das vollkommene Vertrauen, dass Petrus trotz allem zu ihm hatte.

Und genau das fordert Jesus auch von uns Christen der heutigen Zeit. Kein Wenn und Aber, keine Anpassung an den Zeitgeist, sondern unbeschränktes Vertrauen in IHM und SEINE Lehre und der unverkürzten und unverfälschten Lehre der von IHM eingesetzten Kirche.

„Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst.“

Wer Bergsteiger ist, kann sich diese Situation wohl bildlich, aber auch real vorstellen. Du bist auf dem Berg, womöglich auf einem engen Steig, den du das erste Mal begehst, und dann fällt Nebel oder eine Wolke ein. Es ist nicht mehr sehr weit zu sehen, vielleicht nur noch einen Meter. Die natürliche Reaktion eines Menschen aufgrund des Selbsterhaltungstriebes ist in einem solchen Fall „Angst“. Wichtig ist in diesem Fall sofort stehen bleiben und warten bis die Sicht besser wird. Es gibt keine andere Möglichkeit, denn jede andere Reaktion könnte tödlich enden.

Die hier geschilderte Situation ist vergleichbar mit dem Leben im Glauben. Wer sich in seinem Glaubensleben von den Problemen der Welt blind machen lässt, der gleicht jenem Bergsteiger, dem der Nebel auf dem Steig einfällt und der nicht weitergehen kann und darf.

Nur wir haben in diesem Fall sofort jene Werkzeuge zur Hand, die uns aus diesem Nebel befreien können, die Heilige Schrift, das Gebet, christliche Literatur wie zBspl. die „Philothea“ von Franz von Sales oder die „Nachfolge Christi“ von Thomas von Kempen, usw.

Eine Frage stellt sich jedoch immer in unserem Leben: Hast Du grenzenloses Vertrauen zu Jesus und seinem Vater und bist Du bereit Deine Sündhaftigkeit, vor allem die bewusste Sünde, in Dir immer zu bekämpfen und nicht schon von vornherein zu sagen: „Wenn ich sündige, da gibt es ja die Beichte“?

Und hier schließt sich der Kreis zum Philipperbrief des Paulus, der vom Verderben am Ende spricht, d. h. vom Nichterreichen des Ewigen Lebens.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 25. Februar 2016, 15:56

3. Fastensonntag

1. Lesung: Ex 3,1-8a.13-15
2. Lesung: 1 Kor 10,1-6.10-12
Evangelium: Lk 13,1-9
oder
1. L: Ex 17,3-7 2. L: Röm 5,1-2.5-8 Ev Joh 4,5-42
Kurzfassung Joh 4,5-15.19b-26.39a.40-42

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Während vermutlich in den meisten Messen die Lesungen und das Evangelium der obigen „Oder-Angabe“ verkündet werden wird, die jedoch nur dort verkündet werden sollen wo Taufbewerber für die Osternachtfeier vorhanden sind, möchte ich hier auf die 1. Lesung aus dem Buch Exodus 3. Kapitel und das Evangelium nach Lukas eingehen also jene der „normalen“ Messe.

In der ersten Lesung, die vom brennenden Dornbusch handelt, wird vor allem die Berufung des Moses als Retter des Volkes Israel geschildert. Auf die Frage Moses nach den Namen Gottes bekommt er zur Antwort:

„Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der „Ich-bin-da“. Und er fuhr fort: Du sollst zu den Israeliten sagen: Der „Ich-bin-da“ hat mich zu euch gesandt.“

„Jahwe“, im Hebräischen normalerweise als Verbform der 3. Person also etwa „Er ist da“ bedeutet, wird damit nachdem Gott von sich selber spricht zum: „Ich bin da“.

Der „Ich-bin-da“, den unser Herr Jesus Vater nennt, ER ist auch unser Gott und Vater, dessen Kinder wir sind. Er ist nicht nur der Schöpfer des Himmels und der Erde sondern der sichtbaren und unsichtbaren Welt, wie es im Großen Glaubensbekenntnis heißt und gebetet wird.

Und wir Menschen sind Seine besondere Schöpfung in der sichtbaren Welt, denn zum Unterschied zur Tierwelt hat ER uns Menschen den Intellekt, den Verstand, die Vernunft, gegeben. Der Mensch ist also nicht nur auf die Instinkte beschränkt, sondern ER, Gott, hat uns vor allem die Freiheit gegeben sich für IHN oder auch gegen IHN zu entscheiden.

Egal wie sich der einzelne Mensch entscheidet, der „Ich-bin-da“ ist immer da, zwar unsichtbar, aber für Menschen mit einem offenen Herzen, die an IHN glauben, sehr oft spürbar. Und dieser „Ich-bin-da“ wird beim Menschen bleiben bis zum Ende der Welt.

Die Perikope aus dem Lukasevangelium ist jene, die vom Gleichnis über den Feigenbaum, der keine Früchte trägt, handelt.

„Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum und als er kam und nach sah, ob er Früchte trug, fand er keine. ...... Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.“

Wie so oft greift Jesus in einem Gleichnis auf eine Entwicklung in der Natur hin, um das Wort Gottes den Menschen verständlich zu machen.

Als erste ist dabei zu beachten, dass unter dem Begriff „Feigenbaum“ im Alten Testament sehr oft das Judentum damit verglichen wurde bzw. gemeint war.

Nachdem aber durch Jesus der neue Bund mit Gott für den Menschen geschlossen wurde, gilt also nunmehr dieser Begriff für die Menschheit, im besonderem jedoch für Seine Jünger, also für alle, die IHM nachfolgen wollten bzw. sollten, die dem neuen Israel entsprechen. Und die Früchte sind die Werke des Menschen, die für die das Ewige Leben nach dem irdischen Tod zählen.

Jene, die Gott von vornherein ablehnen, selbst wenn sie getauft sind, die also Atheisten (Gottesleugner) sind, sind daher jener Feigenbaum, der keine Früchte bringen kann und wird, und der beim Gericht umgehauen und ins Feuer geworfen wird. Daher wird selbst ein getaufter Atheist, und auch wen er gute Werke vollbringt, Gott niemals schauen, weil Gott niemanden zwingen wird IHN zu schauen.

Daher ist mit dem Feigenbaum, der Früchte bringen soll, alle jene gemeint, die Christen sind.

Die Worte des Weingärtners an den Weingartenbesitzer den Baum stehen zu lassen, damit er ihn düngen kann, in der Hoffnung, dass er dann doch Früchte bringen wird, kann als Appell an Gottes Geduld sein, der ja als der Weingartenbesitzer gemeint ist.

Gott gibt dem sündigen Menschen immer noch eine Chance in Form einer Gnadenfrist. ER weiß, dass vor allem sündige Menschen eine besondere Pflege brauchen um doch noch Frucht zu bringen.

Mit dem Weingärtner, der düngt, ist der Seelsorger gemeint bzw. die Seelsorge zu verstehen, deren Aufgabe es ist, den Menschen auf den rechten Weg zurückzuführen.

Grundvoraussetzung, dass diese Düngung Erfolg zeigen kann, ist jedoch der Wille des einzelnen Menschen, diese Düngung Das Wort und die Lehre Gottes in sich aufzunehmen.

Der Mensch ist daher vergleichbar mit einem Baum, der gedüngt wird. Wenn aber dessen Wurzeln verklebt bzw. gebrochen oder getrennt vom Stamm sind, dann wird die beste Düngung erfolglos sein, weil er die Nahrung nicht aufnehmen kann.

Die Düngung für den Menschen ist das Wort des Gottes in der Heiligen Schrift, die Lehre SEINER Kirche und die Auslegung in Form der Predigt. Je nachdem wie und in welchem Ausmaß diese „Düngung“ vom Menschen, bereitwillig oder mit Widerwillen, aufgenommen wird, im selben Ausmaß wird diese „Düngung“ auch erfolgreich oder nicht erfolgreich sein.

Kurz gefasst: Je mehr ein Mensch von der Offenbarung Gottes und der Lehre der Kirche als Nahrung bereitwillig aufnimmt und in seinem Leben umsetzt, umso mehr wird er seinem Leben Frucht bringen und umso fester ist er angewachsen im Humus des Reiches Gottes.

Nachdem der Mensch durch seine Schwachheit zugleich ein sündiger Mensch ist, so wird durch jede Sünde die Verankerung im Humus lockerer und die Wurzeln nehmen damit weniger Nahrung auf. Aber immer wenn er in seiner Leben zu Gott umkehrt und dies vor allem in der Beichte seine bewusst gemachten Sünden bekennt und bereut, umso mehr verankert er sich wieder fester im Humus und kann mehr Nahrung davon aufnehmen. Dass ist das Geheimnis des Feigenbaums und seiner Düngung, dass Jesus mit diesem Gleichnis dem Menschen sagen will..

Wenn Du daher besonders in der Fastenzeit über Deine Verankerung im Reich Gottes und über Deine Nahrungsaufnahme in Form des Wort Gottes nachdenkst, umkehrst zu Gott, wenn nötig sogar täglich und bewusst die Sünde meidest, dann wirst Du der Feigenbaum sein, der Frucht bringt und nicht umgehauen wird, sondern für das Ewige Leben blüht und gedeiht.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 3. März 2016, 16:01

4. Fastensonntag

1. Lesung: Jos 5,9a.10-12
2. Lesung: 2 Kor 5,17-21
Evangelium: Lk 15,1-3.11-32
oder
1. Lesung: 1 Sam 16,1b.6-7.10-13b
2. Lesung: Eph 5,8-14
Evangeilum: Joh 9,1-41 oder 9,1.6-9.13-17.34-38

Liebe Christen! Liebe Leser!
Die zweite Lesungsreihe wird meist gerne zur Verkündigung genommen und auf diese soll in der Predigt eingegangen werden.

Die Perikope aus dem Johannesevangelium für den 4. Fastensonntag ist die Heilung eines Blinden und die darauffolgenden Reaktionen der Pharisäer.

Auf den ersten Blick scheint es sich nur um die einfache Erzählung einer Heilung durch Jesus zu handeln, aber bei der näheren und vor allem einer genaueren Betrachtung ist die Heilung in ihrem Kontext, wie immer beim Johannesevangelium, hochtheologisch „durchkomponiert“ und unterscheidet sich damit wesentlich von den drei anderen Evangelien.

„Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“

Diese Aussage Jesu ist einer der Selbstoffenbarungen Jesu über sein Herkommen, sein Wirken und seine Aufgabe in der Welt.

Und im vorhergehendem nicht verkündetem Abschnitt des Evangeliums sagte ER: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 1b-1c).

Nachdem Jesus auch gesagt hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20) ist ER das Licht der Welt für immer und ewig, das immer in der Welt leuchtet.

Jesus will den Menschen damit sagen, dass sie, die Menschen, „das Licht der Welt“ empfangen, wenn sie seinen Worten vertrauen und ihm nachfolgen, und dass der Mensch damit ein wahres sinnerhelltes Leben empfängt.

Ein wesentlicher Punkt ist jedoch dabei zu beachten: Der Mensch muss das Evangelium Jesu unverkürzt und unverfälscht annehmen, d. h. auch jene Aussagen Jesu wo ER vom Verderben, der Umkehr und der Jünger-Nachfolge mit dem Kreuz spricht. Wer also nur die Barmherzigkeit Jesu sieht oder sehen will und nur diese verkündet ohne die anderen Aussagen von IHM zu berücksichtigen, der verkürzt und verfälscht die Frohe Botschaft Jesu wesentlich, ja er nimmt sich aus dieser nur das heraus was ihm in seinem Leben passt und macht damit Jesus zu dem ihm passenden Sozialarbeiter.

„Die Juden wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war.“

Dieser Satz aus dem Streitgespräch der Pharisäer mit dem Blindgeborenen, der sehend geworden war, ist ein Schlüsselsatz, der auch für uns gilt.

Es geht in dieser Auseinandersetzung um mehr als um die körperliche Blindheit und das leibliche Sehen durch die erfolgte Heilung.

In Wirklichkeit geht es um die Auseinandersetzung zwischen der Christusoffenbarung und dem Glauben auf der einen Seite und dem Unglauben auf der anderen Seite. Bildlich kann auch von einem Konflikt zwischen dem Licht und dem Sehen auf der einen Seite und der Finsternis und der Blindheit auf der anderen Seite gesprochen werden.

Auch in unserer Zeit ist diese Auseinandersetzung für den Menschen und sein Leben wesentlich. Es wird dabei an jeden Menschen die Frage gestellt, ob er mit seinem Herzen und seinem Verstand blind oder sehend ist. Blind und im Reich der Finsternis ist jener Mensch, der gar nicht oder nur beschränkt an das Wort Jesu glaubt. Sehend und im Reich des Lichtes ist jeder Mensch, der die Botschaft Jesu ohne Wenn und Aber annimmt.

Der Mensch kann nicht nur dort Christ sein, wo die Botschaft in seinen Lebensentwurf passt und die Teile, die ihm nicht passen, ganz einfach beiseitelässt.

Dazu hat sich Jesus in den Antithesen zur Bergpredigt eindeutig geäußert: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7.21)

„Wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ damit meint Jesus jeden Menschen, der die Gebote Gottes einhält und die bewusste Sünde meidet. Jesus weiß um die Schwachheit des Menschen, dass er immer wieder sündigt und auch unbewusst sündigen wird. Die bewusste Sünde, das ist die vorsätzliche und geplante Sünde, sie zu meiden ist das wesentliche, denn nachdem alle Menschen Sünder sind wird es immer wieder unbewusst und nicht vorsätzlich im Leben zum Sündigen kommen,

Außerdem: Wenn jemand von der bewussten Sünde ablässt und in der Folge nicht mehr sündigt, nach den Worten Jesu: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr“. (vgl. Joh 8,11b oder 5,14b) der folgt der Lehre Jesu.. Und genau hier wird die wahre Barmherzigkeit Jesu sichtbar. Wenn heute Modernisten behaupten Jesus bzw. Gott verzeihe in seiner Barmherzigkeit alles egal was ein Mensch macht so stimmt dies nicht, denn Jesus hat immer in seiner Lehre darauf aufmerksam gemacht, dass die Umkehr und Abkehr von der Sünde erforderlich ist um Seine Barmherzigkeit zu erreichen.

Anders ist es auch mit einem Menschen, der in schwerer Sünde ist, und darauf aufmerksam gemacht wird, sagt: „Wer ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein“ (Mt 8,7). Dieser Sünder benutzt ein Wort Jesu, das in einem ganz anderen Zusammenhang (Kontext) gesprochen wurde, dazu, um seine Sünde zu rechtfertigen und darin zu verharren. Außerdem wehrt er sich damit gegen den erteilten Auftrag Jesu von der Sünde abzulassen und umzukehren.

Denn es ist der Auftrag Jesu an jeden Christen, den Bruder, die Schwester, aufmerksam zu machen wenn er/sie sündigt, denn Jesus sagte: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht". (Mt 18,15)

„Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in die Welt gekommen, damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.“

Dieser Vers wird in der Kurzfassung der Evangeliumsverkündigung leider nicht mehr erwähnt, obwohl er sehr wesentlich ist. Denn dieser Vers ist faktisch eine theologische Zusammenfassung diese Evangeliumsperikope.

Jesus ist gekommen zum Gericht und zur Entscheidung für IHN oder gegen IHN. Aufgrund der Offenbarung und Lehre Jesu müssen sich die Menschen entscheiden, das heißt jeder Mensch muss sich persönlich entscheiden, ob er sich von Jesus „die Augen öffnen lassen“ und das „Licht des Lebens“ empfangen will, d. h. dass sie sehend werden oder ob sie weiter in der Blindheit und Finsternis des Unglaubens verharren wollen.

Jesus, der Du dem Menschen das Licht des Ewigen Lebens bringst, wenn er bereit ist, Dir nachzufolgen, Dir sei der Lobpreis jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 10. März 2016, 16:15

5. Fastensonntag

1. Lesung: Jes 43,16-21
2. Lesung: Phil 3,8-14
Evangelium: Joh 8,1-11
oder
1. Lesung: Ez 37,12b-14
2. Lesung. Röm 8,8-11
Evangelium: Joh 11,1-45
Evangelium Kurzfassung: Joh 11,3-7,17.20-27.33b-45

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!°

Sowohl in den Lesungen als auch im Evangelium steht am 5. Fastensonntag die Auferweckung im Vordergrund.

In der 1. Lesung aus dem Buch Ezechiel steht die Auferweckung des Volkes Israel im Zentrum dieses Abschnittes.

„Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig und ich bringe auch wieder in euer Land.“

Diese Verheißung des Propheten Ezechiels, der aus einer priesterlichen Familie stammte und nach Babylon in die Verbannung verschleppt worden war, hat einen doppelten Sinn, wie es so oft bei den Prophetien ist.

Einerseits ist es eine Verheißung für das Ende der Zeit, dass die Gräber Israels, also die Toten wiedererweckt und lebendig gemacht werden. Andererseits kann auch die Verbannung nach Babylon unter Nebukadnezar für das Volk Israel als ein Grab betrachtet werden, denn es ist aus dem Gelobten Land verschleppt worden und sie sind zu Sklaven geworden, über denen immer der Tod schwebte. Für das verschleppte Volk ist die Prophetie die Verheißung aus der Befreiung der Knechtschaft, die kommen wird und dann später auch erfolgte.

Für uns Christen ist die Verheißung Ezechiels auch ein Bild, dass Gott auch uns aus den Gräbern der Sünde herausholt und uns seinen Geist einhaucht, damit wir in das von ihm verheißene Land kommen können.

Wenn wir daher bewusst eine schwere Sünde begehen, werden wir tot für den Geist Gottes und fallen in das Grab, das die Sünde uns „geschaufelt“ hat. Und durch die Lossprechung im Sakrament der Versöhnung werden wir wieder aus dem Grab heraufgeholt und dann bekommen wir wieder seinen Geist, den Geist Gottes.

Ähnlich sieht es auch der Apostel Paulus, wenn er im Römerbrief der 2. Lesung schreibt:

„Wer vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.“

Wenn wir das Wort „Fleisch“ mit Sünde übersetzen, so wie es der Paulus in seiner Sprache meint, dann wohnt der Geist Gottes nicht in uns und wir gehören dann nicht zu Christus, auch wenn wir getauft sind, denn durch die Sünde trennen wir uns von IHM.

„Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen.“

Daher müssen wir ständig in unserem Leben schauen, dass der Geist Gottes in uns wohnt und das erfolgt immer dann, wenn wir die Sünde meiden.

Das Evangelium spricht zwar im Wesentlichen von der Aufweckung des Lazarus, aber beinhaltet doch wesentlich mehr.

Das Wort, das Marta als erste an Jesus richtet ist sowohl ein gewisser Vorwurf, aber auch ein Glaubensbekenntnis.

„Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“

Das ist der indirekte Vorwurf, dass Jesus so spät gekommen ist, um ihren Bruder von der Krankheit rechtzeitig zu heilen.

„Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.“

Diese Antwort Martas ist das urchristliche Glaubensbekenntnis, jenes Glaubensbekenntnis der Auferstehung der Toten am Letzten Tag, das die Christen aus dem alttestamentlichen Erbe empfangen und bis zum heutigen Tag haben und auch in Zukunft mit den Juden gemeinsam haben werden.

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“

Mit dieser Aussage Jesu erreicht sein Gespräch mit Marta den Höhepunkt.

Mit dem „Ich bin“-Wort, das im Johannesevangelium insgesamt siebenmal erwähnt wird, weißt Jesus daraufhin, dass ER der Messias ist und die Menschen nur durch IHN das wahre Leben erlangen können.

Jesus erklärt aber in diesem Satz noch viel mehr. Jeder, der an IHN glaubt, wird zwar den irdischen Tod sterben, aber in Ewigkeit bei Gott leben.

Aber Jesus lenkt diese Endzeitaussage aber auch in die Gegenwart herüber, indem er darauf hinweist, dass jeder Lebende, der an Jesus glaubt auf ewig nicht sterben wird.

Es geht also in diesem Halbsatz darum, dass der lebende Mensch sich entscheiden muss, ob er für Jesus oder gegen Jesus ist. Dass ist die wesentliche, die wichtigste, Aussage in diesem Satzteil.

Nur wer an Jesus glaubt, hat die Chance auf das Ewige Leben, wenn der Mensch IHM nachfolgt und die Gebote und Anweisungen Gottes hält.

Auch die Worte Jesu: „Lazarus komm heraus“ haben einen Bezug auf unser Leben.

Der in Binden gewickelte Lazarus kommt aus dem Grab heraus.

Siehe in den Binden des Lazarus unsere Sünden gegen die Gebote Gottes, aber auch unsere negativen Bindungen im Leben, die jedoch oft keine Sünden sind, wie zBspl. übermäßiges Rauchen, Trinken, Dauerfernsehen usw. usw.

Alles das sind jene Binden, die unser Leben negativ beeinflussen. Und aus diesen Binden ruft uns Jesus mit dem Ruf „Lazarus komm heraus“ wieder in das wirkliche Leben zurück.

Jeder Mensch sollte statt den Namen „Lazarus“ seinen eigenen Namen einsetzen und schon wird er begreifen, dass auch er damit gemeint ist, der aus diesen Bindungen der Welt befreit werden soll.

Jesus, ER will Dich retten aus diesen verderblich Bindungen und Dich auf den Weg des Lebens führen, ER, dem der Lobpreis und die Anbetung gehört, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 17. März 2016, 16:20

Palmsonntag

Palmweihe, feierlicher Einzug: Evangelium: Lk 19,28-40
Hl. Messe
1. Lesung: Jes 50,4-7
2. Lesung: Phil 2,6-11
Evangelium: Lk 22,14 – 23,56 (Leidensgeschichte nach Lukas)

Liebe Christen! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung ist bereits ein Gotteswort, das auch in der Zukunft wirkte:

„Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.“

Mit diesen Worten beginnt das dritte Gottesknechtlied des Propheten Jesaja, des Deuterojesaja. Es weist bereits auf das Leiden des kommenden Messias hin. Die Lesung endet mit dem 7. Vers und den Worten:

„Doch Gott, der Herr wird mir helfen, darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel, ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate. “

Der Prophet meint hier, dass jeder der auf Gott vertraut, nach seinen Geboten handelt und auf den Weg Gottes geht, nicht in Schande geraten wird, egal was die Welt auch meint und wie sie gegen ihn handelt.

Und das beweist ja auch das Geschehen um Jesus, das im Neuen Testament niedergeschrieben ist. IHN, Jesus, hat Gott auferweckt und in den Himmel aufgenommen, auch wenn die Menschen IHN zum Verbrecher gestempelt hatten und ihn hinrichten ließen.

Und so hat es der Apostel Paulus im Philipperbrief geschrieben:

„Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: ‚Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes des Vater.“

Paulus hat mit diesen Worten ein wesentliches Zeugnis des Glaubens in einem Hymnus zusammengefasst, der den Weg Christi von seinem vorzeitlichen Sein über seine Menschwerdung und den Tod bis zur Einsetzung als Herrscher des Alls beschreibt, und der mit dem Lobpreis „Jesus Christus ist der Herr, zur Ehre Gottes des Vaters“ endet.

Alles im Himmel, auf der Erde und unter der Erde muss die Knie beugen und bekennen: ER, Jesus, der menschgewordene Gottessohn, ist der Herr für immer und ewig.

Und zu diesem Bekenntnis ist jeder Christ aufgerufen. Jedoch zu diesem Bekenntnis gehört mehr als das Bekenntnis mit dem Mund. Jesus hat es so formuliert: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21)

Den Willen des Vaters erfüllt jeder, der die Gebote des Dekalogs einhält, wobei jedoch immer zu beachten ist, dass es auch hier einen Unterschied zwischen bewusster und unbewusster bzw. schwerer und leichter Sünde gibt. Sünden gegen das erste bis dritte Gebot sind immer schwere Sünden, wobei es bei Verstößen gegen die Sonntagspflicht (Messebesuch am Sonntag) nur eine Entschuldigung gibt: Krankheit. Bei den anderen Geboten sind vor allem jene Verstöße eine schwere Sünde, die gegen das ordnungsgemäße Verhalten bei der Sexualität sowie gegen Rechte von Mitmenschen handeln.

Die verkündeten Evangelienstellen bei der Palmweihe und in der Messe sind der Einzug Jesu in Jerusalem und Seine Leidensgeschichte. Obwohl zwischen dem triumphalen Einzug in Jerusalem und Seiner Verhaftung noch einiges Wichtiges passiert ist, gehören diese beiden Perikopen doch eng zusammen.

Beim Einzug Jesu in Jerusalem jubelt die Menge ihm zu. „Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn.“ Die „Hosanna“-Rufe sind nur im Johannesevangelium bezeugt.

Aber einige Tage später rufen dieselben Menschen „Ans Kreuz mit ihm!“

Und wie ist es heute? Genauso. Man könnte wie der Cavaradossi im 1. Akt der Oper „Tosca“ sagen: „Wie sich die Bilder gleichen“.

Vor mehr als zehn Jahren gab es die Zeitungs-Schlagzeile „Wir sind Papst“ bei der Wahl Kardinal Ratzingers zum Papst, Benedikt XVI., und einige Monate später wird nicht einmal ein Hirtenbrief des Heiligen Vaters anerkannt, ist jedes Wort und jeder Satz darin nicht entsprechend, weil er nicht dem Willen jener gefolgt ist, die die Offenbarung und Lehre der Kirche verkürzen bzw. verfälschen wollten.

Dasselbe geschah sofort nach der Wahl des Papstes Franziskus, dem sofort unbewiesen eine angebliche Nähe zum argentinischen Militärregime unterstellt wurde, auch wenn das Gegenteil von Menschen in Interviews bewiesen wurde.

Natürlich werden auch sofort wieder die Missbrauchsfälle instrumentalisiert. Sicher jeder einzelne Missbrauchsfall ist einer zu viel, aber wie ist es mit jenen Politikern, vor allem jenen der Grünen, wie Volker Beck und Cohn-Bendith, die eine Herabsetzung des Schutzalters sowie die Anerkennung der Pädophilie noch vor einem Jahrzehnt gefordert haben. Oder die Humanistische Union, die gleiches in ihrem Programm hatte wie auf ihrer Homepage noch vor einiger Zeit zu lesen war. Sie, die solches gefordert haben, sind es, die am meisten gegen die Kirche schreiben und schreien. Aber nicht weil sie die Opfer unterstützen, sondern weil es gegen die Kirche, die ihnen ein Dorn im Auge ist, geht. Da können noch so viele neutrale Fachleute, Psychologen, Gerichtsmediziner usw., ihre Meinungen sagen, alles wird abgelehnt, weil es nicht im Sinne der Kirchengegner ist. Außerdem ist bewiesen, dass es im zivilen Bereich, in Vereinen, in der Familie usw. perzentuell wesentlich mehr Missbräuche, ja ein Vielfaches, gibt als in der Kirche. Man möge nur an die vielen Missbräuche allein am Ort „der modernen Pädagogik“ durch Lehrer an der Odenwaldschule denken.

Eigentlich ist es jetzt die Zeit wo die Katholiken eng zusammenrücken sollten und müssten. Und die fest im Glauben stehenden Katholiken tun dies auch, sie unterstützen den Papst und die Kirche mit E-Mails an Zeitungsredaktionen, mit Beiträgen in kirchenfeindlichen Foren usw.

Leider gibt es aber genug sogenannte Katholiken, die eher Pseudokatholiken sind und mit den Wölfen im Schafspelz (vgl. Mt 7,15) mitheulen, die aber nicht erst jetzt ihre Münder gegen die Kirche und ihre Lehre aufreißen sondern dies schon seit Jahren tun und sich in verschiedenen Basisorganisationen zusammengerottet haben.

Es scheint so zu werden, wie der Traum des Don Bosco über die zwei Säulen im Meer es erzählt. Das Schiff Petri und die begleitenden Boote, die die Kirche darstellen, werden von einer von allen Seiten angreifenden feindlichen Flotte bedrängt, doch die kirchliche Flotte erreicht die zwei Säulen, die einerseits die Immaculata, die Gottesmutter, und andererseits die Eucharistie darstellen und geht zwischen den beiden Säulen vor Anker. So kurz zusammengefasst ist der Traum des Don Bosco, den er in den Tagen vor dem 30. Mai 1862 hatte.

Wir können auf das Wort Jesu für Seine Kirche vertrauen: „Die Mächte, der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18b).

Wie oft haben allein in den letzten drei Jahrhunderten diese Mächte der Unterwelt versucht die Kirche zu überwältigen beginnend von der Französischen Revolution über den Bismarckischen Kulturkampf, dem Nationalsozialismus und Kommunismus bis zum linken Sozialismus (heute verdeckt unter der Farbe Grün, der Melonenpartei – außen grün, innen hochrot), sie alle sind, bis auf den derzeit noch existenten linken Sozialismus, bereits gescheitert. Und diese Bastion bläst nun immer mehr offen zum Angriff.

Schließt euch zusammen, ihr Katholiken, wie es das Lied GL 822 (Österreichanhang)im Alten Gotteslob forderte:

1. Wacht auf, ihr Christen!, seid bereit in dieser neuen Gnadenzeit dem Herrn euch darzubringen, damit wir alle neu erlöst, am österlichen Freudenfest das Halleluja singen.

3. Wer jetzt von Erdenlust betört, des Heilands Stimme überhört, darf nimmer Christ sich nennen, wir müssen, durch sein Blut erkauft, in seinen Tod hineingetauft, zum Kreuz uns bekennen:

5. Ich widersage dem bösen Feind, der voller Arglist uns erscheint, in tausend Truggestalten. Ich glaube an Gottes Schöpfermacht, an Christus, der das Heil gebracht und an des Geistes Walten.

Auch der bekannte Historiker Michael Hesemann beweist im Epilog-Abschnitt seine Buches „Hitlers Religion“, dass jene, die auch heute gegen die Kirche auftreten, Jünger des Nationalsozialismus sind, die die nichtchristliche Religion dieser Ideologie durchsetzen wollen. Und jene sind es auch, die die glaubenstreuen Katholiken in das rechte Eck stellen wollen um von sich und ihrer faschistischen bzw. Nazi-Einstellung abzulenken – auch wenn sie sich unter der Melonenpartei tarnen und kommunistisches Gedankengut verbreiten. Denn zwischen dem Kommunismus und dem Nationalsozialismus gibt es außer der Rassenideologie keinen nennenswerten Unterschied - es ist dieselbe menschenfeindliche Ideologie nur etwas anders verpackt – einmal hochrot, einmal braun gefärbt.

Alle Menschen guten Willens mit Charakter und Menschenfreundlichkeit, wacht auf! Lasst Euch nicht von diesen Rotfaschisten, die sich überall breit gemacht haben, in die Irre führen und von ihnen manipulieren sondern bekennt Euch offen und stark zur wirklichen Menschlichkeit in der jeder von der Zeugung bis zum natürlichen Tod seinen Weg auf der Welt ohne Anfeindungen gehen darf und der nur im christlichen Glauben verwirklicht ist.

Amen.
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diaconus

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Dienstag, 22. März 2016, 16:16

Gründonnerstag
Messe vom Letzten Abendmahl

1. Lesung Ex 12,1-8.11-14
2. Lesung: 1 Kor 11,23-26
Evangelium: Joh 13,1-15

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Mit dem heutigen Tag beginnen die Hohen vorösterlichen Tage, die den Gründonnerstag, den Karfreitag und den Karsamstag umfassen – auch als Triduum bezeichnet.

Am Gründonnerstag gedenkt die Kirche vor allem der Einsetzung des Allerheiligsten Altarsakramentes durch unseren Herrn Jesus Christus.

In der ersten Lesung, der alttestamentlichen Lesung, hören wird von den Anweisungen, die Gott den Israeliten für das Pascha, jüdisch Pesach, gegeben hat.

„So sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füssen, den Stab in der Hand. Esst es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn!“

Diese Anordnung Gottes an die Israeliten gegürtet zu sein, mit Schuhen an den Füssen und den Stab in der Hand, bedeutete, sie sollen reisefertig für den Aufbruch aus Ägypten sein, weil der Herr sie aus der Knechtschaft des Pharao in dieser Nacht befreien wird. Und in Erinnerung an diesen Tag feiern unsere älteren Brüder noch heute diesen Tag mit dem Pascha.

Auch unser Herr Jesus hat diesen Erinnerungstag mit seinen Aposteln mit dem Mahl vor seinem Leiden gefeiert. Das Mahl hat jedoch beim Evangelisten Johannes im Gegensatz zu den anderen Evangelisten nur eine untergeordnete Bedeutung.

Während die anderen drei Evangelisten, die auch als Synoptiker bezeichnet werden, das Mahl als zentrales Geschehen Jesu in allen Einzelheiten mit der Einsetzung des Sakramentes des Leibes und Blutes des Herrn, also des Allerheiligsten Altarsakramentes, in allen Einzelheiten schildern und mit den Worten „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ auf den Auftrag Jesu hinweisen, so wird im heute verkündeten Johannesevangelium der Anfang des 13. Kapitels von der Fußwaschung berichtet.

Das anschließende Mahl nach der Fußwaschung wird vom Evangelisten Johannes in seinem Evangelium, das als letztes geschrieben wurde, nur kurz erwähnt. Nicht weil dieser Text für ihn so unwichtig gewesen wäre, aber Johannes wusste, dass die anderen Evangelisten das Geschehen in allen Einzelheiten geschildert haben, sodass er den Schwerpunkt seines Evangeliums auf die Fußwaschung richten konnte.

Die Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern ist eine starke Zeichenhandlung, die zweifach zu deuten ist.

Die erste Deutung ist, dass Jesus eine Handlung setzt, die ansonsten nur von den Sklaven des Hauses, eventuell noch von der Frau des Hauses, an den Gästen bei deren Ankunft getan wird. In diesem Sinn versteht sich die Fußwaschung auch als ein Zeichen der Selbsthingabe Jesu in seinen Tod und die Heilsbedeutung seines Todes für den Glaubenden. Sein bevorstehender Tod ist also die äußerste Konsequenz seines Lebens, sein Dienst an den Seinen. Und diese Handlung Jesu an den Aposteln wurde zur Erinnerung bisher immer dargestellt bei der Fußwaschung. Erst der jetzige Papst Franziskus hat diese Tradition gebrochen und hat auch Frauen für die Fußwaschung zugelassen ohne eine wirkliche theologische Begründung zu haben außer dass er den Modernisten nach jesuitischer Manier gefällig sein will. Damit ist das was seit Jahrhunderten mit der Fußwaschung als Symbol dargestellt worden ist, vollkommen entleert worden und zur Allgemeinheit verkommen.

Der Evangelist Markus weist in 10,45 mit seinem Text auf dieses Faktum hin: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“

Das Wort „für viele“ sollte besonders beachtet werden, d. h. gekommen ist Jesus nur für jene, die an IHN glauben und ihm nachfolgen. Würde es fälschlicherweise „für alle“ heißen, wären nämlich auch jene eingeschlossen, die nicht Jesus nachfolgen wollen und ihr Leben nach den eigenen Grundsätzen gestalten wollen. Jesus ist zwar gekommen um „alle“ Menschen zu erlösen aber das Heil wird nur jenen „vielen“ zu Teil, die an Ihn glauben und Ihm im Glauben nachfolgen. Hier wird in der heutigen Zeit leider oft bewusst kein Unterschied zwischen den Worten „viele“ oder „alle“ gemacht und damit das Evangelium sogar verfälscht. Auch wenn Papst Benedikt XVI. schon vor Jahren darauf hingewiesen hat, dass das Wort „viele“ bei der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi in der Messe zu verwenden ist, wird im deutschsprachigen Raum noch immer am Wort „alle“ festgehalten mit der fadenscheinigen Ausrede, dass es im Messbuch so steht. Dabei würde es nur einem Wort der Bischofskonferenzen bedürfen, dass das Wort „alle“ auf „viele“ im Messbuch handschriftlich zu ändern sei und der Wille des Papstes wäre vollzogen gewesen.

Die zweite Deutung der Fußwaschung ist, dass Jesus seinen Jüngern ein Beispiel gegeben hat und geben wollte. ER diente seinen Jüngern und so sollen seine Jünger einander dienen. Dahinter steht auch die Vorstellung, dass der Gesandte den Sendenden, also Jesus, repräsentiert, denn der Gesandte kommt ja im Namen des Sendenden. Denn wer den Gesandten aufnimmt, nimmt den Sendenden auf.

In der zweiten Lesung aus dem ersten Korintherbrief des Apostels Paulus wird auf die Eucharistie und besonders auf deren würdigen Empfang hingewiesen.

„Denn so oft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig von dem Brot isst und den Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn.“

Der Apostel macht klar, dass das Brot der Leib des Herrn und der Wein im Kelch das Blut des Herrn ist, indem er körperlich anwesend ist (Realpräsenz). Wenn also in der heutigen Zeit den Erstkommunikanten sehr oft nur vom „heiligen Brot“ erzählt wird, ist das eine eindeutige Verkürzung und Verfälschung der Begriffe und des Inhaltes über die Lehre von der wirklichen Anwesenheit Jesu in der Hostie. Es ist eine Ausrede, dass die Kinder die Realpräsenz nicht begreifen würden, denn auch wir haben als Kinder vor rd. 70 Jahre begriffen, dass in der Hostie Jesus wirklich anwesend ist ohne den Begriff „Realpräsenz“ zu kennen. Und die heutigen Kinder sind nicht dümmer als wir es gewesen sind. Der einzige Unterschied zu meiner Erstkommunionszeit ist der dass die heutige Katechese für die Kinder primitiver angelegt ist.

Und der Apostel verweist auch auf die Konsequenzen des Schuldigmachens am Leib und Blut des Herrn bei einer entsprechenden Unwürdigkeit des Kommunionsempfanges. Im leider nicht mehr verkündeten Vers 29 heißt es eindeutig:

„Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.“

Aber auch die Rede vom Gericht ist heute ja unmodern geworden und wird meist als Drohbotschaft von den Modernisten bezeichnet, die die unverkürzte und unverfälschte biblische Wahrheit nicht hören wollen, weil sie die Wahrheit nicht vertragen.

Unwürdig zum Kommunionempfang ist daher jeder, der eine schwere Sünde, früher Todsünde, begangen hat. In diesem Fall muss vorher das Sakrament der Versöhnung empfangen, also gebeichtet, worden sein.

Ebenso handelt unwürdig beim Kommunionempfang wer in der heiligen Eucharistie nur ein Mahl oder ein Gedächtnis sieht, indem Brot und Wein geteilt wird, und der also nicht aus tiefster innerster Überzeugung sagt und bekennt, dass hier der reale Leib und das reale Blut des Herrn Jesus Christus ist, der sich für unser Heil hingegeben hat.

Herr Jesus Christus, dem Willen des Vaters gehorsam, hast Du unsere Sünden auf das Kreuz von Golgotha getragen und uns mit dem Vater versöhnt und uns Menschen so aus der Knechtschaft der Sünde und des Teufels erlöst. Sende Deinen Heiligen Geist zu ihr, damit sie in Zukunft wieder Deine Wahrheit unverkürzt und unverfälscht verkündet. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
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89

Freitag, 25. März 2016, 16:29

Ostersonntag
Am Ostertag

1. Lesung: Apg 10,34a.37-43
2. Lesung: Kol 3,1-4 oder 1 Kor 5,6b--8
Evangelium: Joh 20,1-9 oder Lk 24,1-12

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Zuerst frohe und gesegnete Ostern!

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden!. Halleluja!

Jeder der vier Evangelisten schreibt über diesen Morgen nach der Kreuzigung und Grablegung Jesu in seiner eigenen Betrachtungsweise. Obwohl grundsätzlich jeder der vier das gleiche berichtet, wird der jeweilige Schwerpunkt auf besondere Fakten gelegt.

Um diesen Unterschied zu begreifen, muss immer berücksichtigt werden, für wen der Evangelist seine Frohe Botschaft geschrieben hat, je nachdem für welche Gemeinde der Bericht bestimmt ist, ob für Heiden- oder Judenchristen.

Johannes, er gilt als jener Jünger, den Jesus besonders liebte und er war sicher der Jüngste im Apostelkreis und starb im hohes Alter, zum Unterschied von den anderen Aposteln, die alle Märtyrer waren, eines natürlichen Todes, Er hat das „theologischeste“ Evangelium verfasst und er betont .in seiner Darstellung , dass Jesus der Messias, der „Sohn Gottes“ ist durch den die Glaubenden zum Heil und Ewigen Leben gelangen werden.

„Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein.“

Nachdem Maria von Magdala, die übrigens von allen Evangelisten erwähnt wird, die Botschaft vom leeren Grab den Aposteln überbrachte hatte, liefen Simon Petrus und Johannes zum Grab. Natürlich war Johannes als der wesentlich Jüngere und damit der Schnellere am Grab, aber er ging nicht hinein sondern wartete bis Petrus angelangt war, dem er als den Ersten der Apostel den Vortritt ließ. Erst nach Petrus ging Johannes in das Grab. Damit bezeugte Johannes, dass er Petrus als „den ersten Papst“ anerkannte.

Der Lauf zum Grab von Petrus und Johannes kann auch theologisch gedeutet werden, hat also einen Hintergrund. Die beiden Apostel sind als Repräsentanten in der Urkirche zu betrachten, Johannes, der Jüngere und damit der Agilere, und Petrus, der Ältere und wahrscheinlich der Bedächtigere. Aber der Agilere lässt dem Bedächtigeren den Vorrang, denn er weiß instinktiv, dass sie einander brauchen.

„Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen haben, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er auferstehen musste.“

Während von einer Reaktion Petrus nichts berichtet wird, wird vom anderen Jünger, also von Johannes, festgestellt, dass „er sah und glaubte.“

Johannes glaubte also allein auf Grund der ordnungsgemäß gebundenen liegenden Leinenbinden und im Unterbewusstsein seiner Liebe zu Jesus, dass der Herr auferstanden sein musste. Denn etwaige Räuber des Leichnams Jesu hätten die Binden sicher nicht zusammengebunden.

Und die Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet von der Rede des Petrus im Haus des Kornelius, eines Heiden.

„Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat, wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen für alles, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat: Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet. Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben. Und er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen: Das ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und Toten.“

Wesentlich ist jedoch, dass diese Liebe zu Jesus und SEINER Kirche im Glauben von jedem einzelnen Menschen, der Christ sein will, ohne großes Wenn und Aber gewünscht ist, aber auch gefordert. Nur dann kann der HERR im Leben des Menschen so wirken wie er will. Wer in irgendeiner Form von Zweifeln geplagt ist, der richtet für den Herrn eine oft unüberwindliche Wand auf. Und der Herr wird diese Wand nie gegen den Willen des Menschen durchbreche, denn diese Freiheit des Menschen sich für oder gegen IHN zu entscheiden, achtet ER. Denn er sagt ja: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten.“ (Offb3,20).

Der Christ sollte daher die Tür seines Herzens jederzeit für den Herrn offen halten, damit ER jederzeit zu ihm und seinem Herzen Zugang hat und im Glaubenden wirken kann.

Und diese Liebe zu Jesus wird nur dort entstehen und von Dauer sein wenn diese auf der Grundlage der Bibel, der Lehre und Tradition der Kirche basiert du nicht Marke „Eigenbau“ des Menschen ist. Modernistische Theologie und zeitgeistige Reformen wie sie heute oft verkündet werden, können diese Grundlage für eine dauerhafte Nachfolge Jesu nicht bringen sondern führen nur zur Verwirrung und zu einer zeitgeistigen und nicht dauerhaften Nachfolge.

Nur wer die unverfälschte und unverkürzte Offenbarung, das heißt sowohl Altes und Neues Testament, akzeptiert und die Lehre sowie der Tradition der Kirche folgt hat die Garantie auf dem richtigen Weg zu sein, dass er nach dem irdischen Tod durch das enge Tor zum Ewigen Leben (vgl. Mt 7,13 ff) bei Gott gehen kann wenn er in seinem irdischen Leben die Gebote und Anweisungen Gottes zu folgen und dabei vor allem die bewusste und geplante Sünde zu meiden. Denn vieles hat Jesus in seiner Lehre im Neuen Testament nicht besonders erwähnt, weil es für die gläubigen Juden durch die Thora selbstverständlich war und keiner besonderen Erläuterung bedurfte. Darauf weisen auch die Worte Jesu hin, als er sagte: „Denkt nicht, ich sei gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben.“ (vgl. Mt 5,17).

Herr Jesus Christus, Du bist für unser Sünden auf das Kreuz genommen, bist dafür gestorben und hast uns durch Dein But von den Sünden erlöst und mit dem Vater versöhnt. Gib, dass wir diese große Heilstat für uns Menschen immer besser und tiefer begreifen und so das Ewige Leben gewinnen. Dafür sei Dir Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
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Samstag, 26. März 2016, 17:49

Ostermontag

1. Lesung: Apg 2,14.22-33
2. Lesung: 1 Kor 15,1-8.11
Evangelium: Lk 24,13-35

Liebe Schwestern und Brüder Liebe Leser!

Die erste Lesung aus der Apostelgeschichte ist die Pfingstpredigt des Petrus vor den Juden und in der er auf die Auferstehung Jesu mit den folgenden Worten hinweist.

„Ihn, der nach Gottes beschlossenen Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an Kreuz geschlagen und umgebracht. Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt, denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.“

Auf diese Predigt des Petrus geschahen die ersten Bekehrungen zum Glauben an Christus und laut dem nicht verkündigten Vers 41 wurden der Gemeinschaft rund dreitausend Menschen hinzugefügt. Diese Menschen hatten das Wirken Jesu, Seine Worte und Handlungen miterlebt, glaubten den Worten des Petrus und ließen sich taufen auf den Namen Jesu.

Die zweite Lesung aus dem 1. Korintherbrief ist eine urchristliche Glaubensformel, die Paulus verwendet und den Korinthern in Erinnerung ruft. Sie lautet:

„Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift. Und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.“


Diese alte urchristliche Glaubensformel gilt es nach dem Wortlaut auch heute festzuhalten, damit das Glaubensgut unverfälscht und unverkürzt bewahrt wird. Nur wer diese urchristliche Glaubensformel mit ganzem Herzen bejahen kann, dürfte sich als Christ bezeichnen. Wer nur einen kleinen Abstrich von diesen Worten macht oder nur etwas daran anzweifelt, steht nicht voll zum Christentum und macht sich seinen Glauben selbst so wie es in der heutigen Zeit oft gerne von den Pseudochristen gemacht wird.

Als Evangelium vom Ostermontag wird meist der Emmausgang, wie dieser Evangelium-Abschnitt von den meisten Christen kurz genannt wird.

Der Inhalt dieser Evangeliumsperikope vom Emmausgang wird daher bei allen Lesern dieser Predigt vorausgesetzt.

Dieses Evangelium hat ach unmittelbar mit dem Leben jedes Christen zu tun, denn jeder Christ ist in seinem Leben genauso auf dem Weg wie diese Jünger auf dem Weg nach Emmaus.

Dieser Weg eines Christen beginnt mit seiner Taufe und endet jedoch aber nicht mit dem irdischen Tod, sondern im Ewigen Leben bei Gott, der das verheißene Ziel ist.

Das irdische Leben, so wie es ein Christ lebt, ist aber die Entscheidung ob er dieses von Gott angebotene Ziel erreichen wird oder nicht.

Jeder Christ, der in seiner Schwachheit auch ein Sünder ist, ist auf diesem Weg, der mehr oder weniger vom Glauben jedes einzelnen geprägt ist. Und dieser Glauben, der auch die Gestaltung des Lebensweges jedes Menschen beinhaltet, ist ein wesentlicher Teil dieses Lebensweges.

Jeus fordert uns auf durch das enge Tor zum Ewigen Leben zu gehen, denn der Weg ins Verderben ist breit und viele gehen ihn (vgl. Mt 7,13-14).

Wenn Jesus auch für viele Menschen zwar kein Unbekannter ist, so bedarf es doch großer persönlicher Anstrengungen im Glauben Ihn wenigstens teilweise zu erkennen. Denn Jesus ist eigentlich für jeden von uns ein großer bekannter Unbekannter.

Jeder von uns Menschen wird Jesus nur bruchstückhaft erkennen können, nie werden wir IHN in seiner vollen und ganzen Fülle begreifen. Um wenigstens große Teile von ihm zu erkennen, hat uns Gott viele Hilfsmittel gegeben.

Zu diesen Hilfsmitteln gehört als Erstes die Heilige Schrift, und zwar sowohl das Alte als auch das Neue Testament. Denn das Neue Testament baut auf dem Alten Testament auf. Ja, in vielen Texten des Neuen Testaments werden Aussagen des Alten Testamentes sogar wörtlich zitiert.

Als weitere Hilfen auf unserem Weg durch das Leben hat Jesus uns die Sakramente gegeben, die ER uns zum Heil hinterlassen hat. Die heilige Mutter Kirche ist nur die Verwalterin und Ausspenderin dieser Geheimnisse.

Obwohl die Kirche eine „semper reformanda", eine sich immer wieder erneuerbare Kirche, ist, ist sie aber nicht berechtigt, den in der Hl. Schrift überlieferten Glauben zu verändern. Eine Änderung der Lehre der Kirche kann daher nur unter Einhaltung der unverkürzten und unverfälschten Heiligen Schrift erfolgen, wobei auch die ständige Lehre und die Tradition der Kirche berücksichtigt werden muss. In diesem Sinne sind auch die Dokumente des 2. Vatikanischen Konzils zu betrachten. Daher ist es falsch, wenn behauptet wird, dass das 2. Vaticanum einen Bruch in der Lehre gebracht hat und dadurch eine neue Kirche geschaffen habe.

Und die Lehre der Kirche ist für alle verständlich im Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) festgeschrieben und jeder Katholik ist verpflichtet diese im Gehorsam anzunehmen. Und diese Verpflichtung ist auch im Katechismus selbst festgeschrieben.

Daher ist eine Anpassung der Heiligen Schrift und der Lehre der Kirche an den sogenannten Zeitgeist wie ihn heute viele Christen leben und auch fordern, sicher nicht im Sinne Jesu. Denn Jesus hat eindeutig gesagt: "Ich bin nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben!" (Mt 5,17) und hat dem Petrus zugesagt. „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben¸ was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16,19). Diese Binde- und Lösegewalt beinhaltet jedoch keine Veränderung der Heiligen Schrift, denn diese ist von Gott gegeben und deren Schreiber haben nur im Geiste Gottes sie in irdische Worte gefasst.

Daher steht jeder Mensch immer wieder vor der Entscheidung, wie er seinen Lebensweg gehen will. Geht der Menschen entweder den Weg mit nach Emmaus in der Nachfolge des Herrn, auf Basis der Heiligen Schrift sowie der Lehre und Tradition der Kirche oder macht er es sich seinen Weg bequem, in dem er den irdischen Weg des Zeitgeistes geht.

Wenn der Mensch den Weg mit Jesus nach Emmaus geht und nimmt er täglich sein Kreuz auf sich, dann wird der Mensch von IHM ständig auf diesem Weg begleitet werden.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft, dass wir die Heilige Schrift immer unverkürzt und unverfälscht anerkennen und begreifen sowie der Lehre und Tradition der Kirche folgen damit uns die von dir verheißene Frucht, das Ewige Leben, zu teil wird. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 31. März 2016, 16:45

2. Sonntag der Osterzeit
Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit
Weißer Sonntag

1. Lesung: Apg 5,12-16
2. Lesung: Offb1,9-11a,12-13,17-19
Evangelium: Joh 20,19-31

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der Lesung aus der Apostelgeschichte, die ja den Beginn der Kirche, der Urkirche, dokumentiert, lautet die Überschrift des verkündeten Abschnittes „Zeichen und Wunder der Apostel“

„Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk“ so lautet der erste Satz der Lesung. „Selbst die Kranken trug man auf die Straßen hinaus und legte sie auf Betten und Bahren, damit, wenn Petrus vorüberkam, wenigstens sein Schatten auf einen von ihnen fiel.“

Mit diesen Sätzen weist der Autor der Apostelgeschichte, Lukas, darauf hin, dass durch die Apostel Heilungen geschehen sind.

„Immer mehr wurden zum Glauben geführt, Scharen von Männern und Frauen.“

Der Hinweis in der Apostelgeschichte, dass die Urgemeinde immer mehr wuchs, dass die von den Aposteln verkündete Botschaft von Jesus, dem auferstandenen Messias, viele Menschen zum Glauben geführt wurden. Auf einen besonderen Umstand weist jedoch ein Satz der Lesung hin.

„Von den übrigen wagte niemand, sich ihnen anzuschließen; aber das Volk schätzte sie hoch.“

Mit den übrigen waren jene Juden gemeint, die sich wegen der Pharisäer, den Schriftgelehrten und den Hohenpriestern, nicht trauten sich der Urgemeinde anzuschließen.

Heute kann man den umgekehrten Weg sehen. Alle jene Katholiken, die der Hetze der Medien gegen die Kirche glauben und diesen Lügen verfallen sind, weichen zurück statt die Kirche zu verteidigen. Ja, oft treten sie aus. Damit beweisen sie nur, dass sie sich vom Glauben an Gott und Seiner Kirche in Wirklichkeit längst entfernt haben.

Ähnlich ist es damit, dass in regelmäßigen Abständen, auch ohne Anlass, immer wieder die Missbräuche in der Kirche aufs Tapet gebracht werden. Sicher jeder Missbrauchsfall in der Kirche war zwar einer zu viel, aber dass dazu Ereignisse von vor 50, 60 Jahren herangezogen werden müssen, die oft schon längst gesühnt sind, beweist nur, dass es nicht um die Missbrauchsfälle geht sondern dass es nur um ein Angriff gegen Glauben, Religion und Kirche geht und wirklich um nichts anderes.

Zu den Missbrauchsfällen in der Familie, in stattlichen Institutionen usw., die fast 99 % aller Fälle betreffen, wird geschwiegen. Ja, die heutigen größten Schreier gegen die Kirche sind vor allem jene, die in ihrem grünen Parteiprogramm der 1980er-Jahre sogar die Herabsetzung des Schutzalters für Kinder forderten, selbst an Missbräuchen, nach ihren eigenen Erklärungen, beteiligt waren und vor noch gar nicht so langer Zeit auch der Pädophilie das Wort redeten. Auch, die seit Jahren bekannten Tatsachen, wie zBspl. jene in der Odenwaldschule, wurden von den Medien bewusst verschwiegen um die „Reformpädagogik“ nicht in Verruf zu bringen. Und die jungen Grünen haben erst vor einigen ‚Wochen gefordert, dass der Inzest freigegeben werden soll.

Diese ganze antikirchliche Propaganda ist also in Wirklichkeit nichts anderes als ein durchsichtiger Angriff gegen die einzige Institution der westlichen Welt, die den Plänen der Atheisten und Relativisten entgegensteht, die den Menschen auf die niedrigsten Instinkte herabmindern wollen. Denn um nichts anderes geht es in dieser Kampagne. Wer diese Argumente der Melonenpartei, außen grün, innen hochrot, wiederholt, beweist nur, dass in seiner geistigen Beengtheit, auch sollte er sogar ein Akademiker sein, nicht die Fakten sondern nur die Ideologie gegen die Religion und Kirche zählt. Ein weiterer Beweis für diese Tatsache ist auch,, dass es auch im evangelischen Bereich derartige Missbräuche gegeben hat, die aber unter den Tisch gekehrt wurden,, denn die EKD ist ja längst zur rot-grünen Parteivorfeldorganisation mutiert was bei der römisch-katholischen Kirche noch nicht gelungen ist.

Ähnliches ergibt sich auch aus der Lesung des Textes aus der Offenbarung des Johannes.

„Ich, euer Bruder Johannes, der wie ihr bedrängt ist, der mit euch in Jesus standhaft ausharrt, ich war auf Insel Patmos um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus.“

Auch hier ist die Rede von Bedrängnis der Christen, diesmal jedoch durch die damaligen Heiden. Denn die ersten blutigen Christenverfolgungen im römischen Reich waren bereits erfolgt. Und diese Verfolgung sollten noch rd. 2 Jahrhunderte, einmal mehr, einmal weniger, weitergehen

Wie die Geschichte beweist, ist also die Bedrängnis bzw. die Verfolgung der Christen bzw. von der Kirche Gottes durch die Heiden nicht neues. Immer dann wenn die Heiden eine gewisse Stärke bzw. Macht hatten und dies womöglich noch zusätzlich in eine Ideologie verpackten wurden die Christen und die Kirche verfolgt.

Und die heutige Zeit ist, vor allem in Westeuropa, als neuheidnisch zu betrachten. Die Atheisten und ihre politischen Handlanger haben nicht vergessen, dass es Papst Johannes Paul II. war und die Kirche in den kommunistischen Länder, die den Sturz dieser Ideologie verursacht haben. Und nachdem sie seit Jahrzehnten, so ab 1960/1970, auch in Westeuropa die Institutionen systematisch unterwandert haben, sehen sie jetzt die Gelegenheit ihre Meinungsdiktatur neu aufzurichten, wie zBspl. durch Einschränkung der Meinungsfreiheit mittels sogenannte „Diskriminierungsgesetze“, die jedoch in der Praxis eindeutig nur Diskriminierungen der göttlichen Wahrheiten und des Naturrechtes, das zugleich göttliches Recht sind, beinhalten. Schon Cicero hat in seinem Buch über die Gesetze davor gewarnt, dass ein Staat, der Gesetze beschließt, die gegen das göttliche Recht gerichtet sind, auch wenn dessen Mehrheit zustimmt, dass dieser Staat praktisch ein Tyrannenstaat ist.

Nachdem heute der Sonntag der Barmherzigkeit ist, der durch Papst Johannes Paul II am 5. Mai 2000 eingeführt wurde, möchte ich einige Sätze aus der Privatoffenbarung Jesu an die Schwester Faustyna erwähnen.

Am 10. Januar 1934 sagte Jesus zu Sr. Faustyna:
„Ich möchte, dass am ersten Sonntag nach Ostern das Fest meiner Barmherzigkeit begangen wird.“

Jesus spricht von Seiner Barmherzigkeit für alle, die sich an Ihn wenden, aber ER spricht aber auch davon, dass ER niemand diese Barmherzigkeit aufzwingt, der es nicht will.

Und Jesus sprach dazu folgende wichtige Sätze
„Ich strafe nur, wenn man Mich zwingt. Ich will, dass die Sünder zu mir kommen ohne jede Furcht. Die größten Sünder haben ein ganz besonderes Anrecht auf Meine Barmherzigkeit. ... Ich kann den nicht strafen, der sich Meiner Barmherzigkeit anvertraut“

„Wenn sie aber alle Meine Gnaden abweisen, überlasse ich sie sich selbst und gebe ihnen noch, was sie wünschen.“

„Wer durch die Tür Meiner Barmherzigkeit nicht eingehen will, muss durch die Tür Meiner Gerechtigkeit.“

Aber um die Barmherzigkeit Jesu zu erlangen ist eines besonders wichtig. Der uneingeschränkte Glaube an IHN, dass er Gottes Sohn ist, dass ER uns erlöst und von den Sünden befreit hat, dass ER der Gekreuzigte aber zugleich auch der Auferstandene ist.

Ohne Karfreitag kein Ostersonntag, ohne Kreuzigung keine Auferstehung, dass ist das Kurzmotto des Glaubens an Jesus und an Gott Vater.

Wer also heute, wie es schon oft geschieht, behauptet, wie kann ein Vater (Gott) seinen Sohn einem so schmählichen Tod ausliefern, der leugnet d a s wesentliche Merkmal des Glaubens

Und hier schließt sich der Kreis zum Evangelium des ungläubigen Thomas.

Mit diesem Abschnitt des Evangeliums wird bewiesen, dass die Apostel keinesfalls unkritische oder leichtgläubige Menschen gewesen sind, die das Opfer ihrer eigenen Wünsche oder Einbildungen geworden sind und wie es heute Atheisten und Pseudochristen gerne behaupten, die die Offenbarung als Wunschdenken der Apostel und Evangelisten bezeichnen.

Die Apostel mussten von ihren Zweifeln und von ihrer anfänglichen Ungläubigkeit befreit werden. Jesus, der Herr, nimmt diese Zweifel sehr ernst und ist bereit sich vom Thomas sogar berühren zu lassen, indem er sagt:

„Streck deine Finger aus - hier sind meine Hände! Strecke deine Hand aus und leg sie meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“

Und Thomas antwortet überwältigt vom angebotenen Beweis: und ruft ohne dass er den Auferstandenen berührt: hat: „Mein Herr und mein Gott!“

Im vorhergehenden Evangeliumabschnitt zum heutigen Evangelium beauftragt Jesus die Apostel:

„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch".
Bei Matthäus lautet diese Stelle: "Gehet hin zu allen Völkern, macht sie zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes".

Und dieser Auftrag gilt heute verstärkt für uns Christen, ja fast so wie in der Urkirche, denn die Welt, vor allem in jenem Weltbereich, der eigentlich bisher als abendländisch-christlich zu betrachten gewesen ist, dieser Bereich ist wieder im Begriff heidnisch zu werden.

Daher soll jeder fest im Glauben stehender Christ sagen: „Mein Herr und mein Gott! Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.“

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 7. April 2016, 16:49

3. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 5,27b-32.40b-41
2. Lesung: Offb 5,11-14
Evangelium: Joh 21,1-19 oder 21,1-14

Liebe Brüder und Schwestern im Glauben! Liebe Leser!

In der ersten Lesung aus der Apostelgeschichte werden aus dem Kapitel „Die Apostel vor dem Hohen Rat“ nur jene Verse gelesen, die unmittelbar mit dieser Begebenheit zusammenhängen.

„Der Hohepriester verhörte sie und sagte: Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren, ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.“

Der Hohepriester verkörpert damit jene Welt, die das Wort Gottes, das das Volk Israel erhalten hatte, so verändert hatte, dass es nur mehr nach dem Buchstaben handelte und nicht mehr nach dem Sinn des Gesetzes fragte. Über 600 Verbots-Bestimmungen mussten die Israeliten einhalten um gerechtfertigt zu werden, wie zBspl. am Sabbath nicht mehr als 2000 Schritte zu gehen oder dass an diesem Tag überhaupt keine Tätigkeiten gemacht werden dürfen, auch keine Erstellung der Mahlzeiten, denn das würde der Heiligung des Sabbath widersprechen.

Jesus selbst hat diese Auslegungen mit seinen Worten „Denkt nicht ich sei gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben sondern um zu erfüllen“ (Mt 5,17) gerügt, indem er darauf hinwies: „Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat.“ (Lk 14,5), also eine Tätigkeit, die am Sabbat eigentlich verboten war. Oder wie oft wurde Jesus gerügt, weil er am Sabbath geheilt hatte. Und genau das meinte Jesus mit dem Wort „erfüllen“ um dem Gesetz wieder jene menschliche Dimension zurückzugeben, das es ursprünglich im Sinn Gottes hatte.

Und diesen Vorwurf an die Apostel, „ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt“, dass sie also im Namen Jesu gelehrt haben, macht der Hohepriester. Die Antwort der Apostel ist mutig und eindeutig klar:

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt. Ihn hat Gott als Herrscher und Richter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken.“

Die Apostel geben dem Hohepriester jene Antwort, die auch Jesus vermutlich sicher auch gegeben hätte.

Eines ist jedoch dabei zu beachten, dass das Wort Gottes nicht im eigenen Ermessen so interpretiert werden darf, dass Sünde nicht mehr Sünde wäre, sondern dass eine Sünde eben Sünde ist und bleibt. Sünde ist daher, was den Geboten und Anweisungen Gottes widerspricht und nicht wie es sich ein Mensch selbst in seinem Interesse für sein Leben auslegt.

Gegen das Tötungsvorhaben des Hohen Rates an den Apostel tritt der Gesetzeslehrer Gamaliel auf indem er darauf hinweist, „Wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen stammt, wird es zerstört, stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten, sonst werdet ihr noch als Kämpfer gegen Gott dastehen“ (vgl. Apg 5,38-39). Leider werden diese Verse in der Lesung nicht mehr erwähnt.

Diese Worte des Gesetzeslehrer Gamaliel sollten wohl der beste Beweis für alle Zweifler an der Bibel sein, dass diese das Wort Gottes und Sein Werk ist, denn sonst hätte diese es nicht 2.000 Jahre überdauert und eine solche Verbreitung gefunden, dass es sogar das meist verbreitete Buch geworden ist.

Das Evangelium dieses Sonntags ist ein Nachtrag zum Evangelium des Johannes, stammt aus dem Schülerkreis des Evangelisten Johannes und verkündet die dritte Erscheinung des auferstandenen Jesus am See von Tiberias für einen Teil der Apostel.

Vermutlich ist es die Aufzeichnung einer selbständigen galiläischen Überlieferung, die aufgrund ihrer Wichtigkeit dem Johannesevangelium angefügt worden ist. Die Verbindung zum ursprünglichen Evangelium ist jedoch gegeben, durch den Hinweis auf die dritte Erscheinung des Auferstandenen.

Der erste Abschnitt dieser Evangeliumsperikope berichtet von einem reichen Fischfang und einem Mahl, das der Auferstandene den anwesenden Apostel bereitete.

Nachdem sich Jesus am See von Tiberias als das „Brot des Lebens“ geoffenbart hatte (vgl. Joh 6,1-14) ist auch dieses Mahl ein Hinweis auf die bleibende Gegenwart des Herrn im Zeichen des eucharistischen Mahles.

„Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. ..... Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit 153 großen Fischen gefüllt und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.“

Vor allem die Zahl „153“ der gefangenen Fische gab und gibt Rätsel auf, die unterschiedlich interpretiert werden. Hieronymus führt die Meinung zeitgenössischer Zoologen an, dass es 153 Fischarten im See von Tiberias gegeben habe. Dass genau von jeder Fischart nur ein Fisch gefangen wurde ist eher zweifelhaft. Augustinus sieht in der Zahl einen symbolischen Hinweis auf die Dreieinigkeit (3 x 50 +3). Ein anderer sah in dieser Zahl die Zahl der damals bekannten Völker.

Wahrscheinlicher ist, dass durch die Menge der Fische auf die Universalität der Kirche hingewiesen werden und dass die Verkündigung der Frohen Botschaft an alle Völker erfolgen soll und die Glaubenden sich unter der universalen Kirche versammeln sollen und es auch werden. Darauf weist auch der Auftrag Jesu hin: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ (Mt. 28,19)

Und dieser Auftrag Jesu ist in der heutigen Zeit für Europa und der westlichen Welt erneut gegeben, denn dieser Bereich der Erde ist zum Großteil neuheidnisch geworden und bedarf der Neuevangelisierung, wie es bereits auch Papst Benedikt XVI. erwähnt hat.

Denn der „Vater der Lüge“, der „Fürst dieser Welt“ übt in diesem Bereich der Erde seine Macht fast uneingeschränkt aus, weil die meisten Menschen ihm nur zu willig um des „guten Lebens“ willen in vielen Bereichen des Lebens gefolgt sind. Denn dass dieser „Lügenvater“ die Menschen einerseits mit scheinbaren Wohltaten ködert um in den Besitz ihrer Seelen zu gelangen und andererseits „eine Kultur des Todes“ durch Abtreibung und Euthanasie verbreitet, ist ein alter Trick von ihm. Nichts freut den Teufel mehr als wenn behauptet wird, es gäbe ihn nicht, wie es so manche moderne Theologen behaupten.

Abschließen will ich mit dem letzten Vers der Lesung aus der Offenbarung: „Ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit.“

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 14. April 2016, 15:58

4. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 13,14.43b-52
2. Lesung: Offb 7,9.14b-17
Evangelium: Joh 10,27-30

Liebe Christen! Liebe Leser!

Die erste Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet von den Aposteln Paulus und Barnabas in Antiochia in der Provinz Pisidien.

Wie immer predigten die Aposteln zuerst in der Synagoge, wo sich anschließend viele Juden und fromme Proselyten ihnen anschlossen. Am folgenden Sabbat versammelte sich fast die ganze Stadt und die etablierten Juden wurden eifersüchtig und stoßen gegen die Apostel Lästerungen aus. Daher erklärten die Apostel weil ihre Worte von den etablierten Juden abgelehnt wurden:

„Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden. Da ihr es aber zurückstoßt und euch des ewigen Lebens unwürdig zeigt, wenden wir uns jetzt an die Heiden. Denn so hat uns der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht der Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.“

Mit diesem Worten verkünden sie Worte aus dem Propheten Jesaja: „Horcht her, ihr Völker, hört auf mich, ihr Nationen! Denn von mir kommt die Weisung und mein Recht wird zum Licht der Völker.“ (Jes 51,4)

Dieser Bericht kann ohne Probleme in die heutige Zeit transferiert werden, wenn der Begriff „etablierte Juden“ durch „jene Christen, die sich ihren Glauben selbst machen wollen“ ersetzt wird.

Die Juden kannten das Gesetz des Mose und die Worte der Propheten, legten diese aber so aus, dass die Texte unmenschlich geworden sind und nicht mehr im Sinne Gottes waren.

Heute ist es jedoch genau umgekehrt. Die Worte der Offenbarung aus dem Alten und Neuen Testament sind zwar bekannt, aber was den Menschen zwar zum Heil dienen und sie zum Ewigen Leben führen würde, ist für sie zu belastend und sie nehmen nur das aus der Bibel was ihnen passt und sie in ihrem irdischen Leben nicht belastet, aber sie auch nicht zum Ewigen Leben führen wird.

Es wird zwar immer groß auf die Barmherzigkeit und Liebe Gottes und Seines Sohnes zu den Menschen hingewiesen, dass aber dabei auch Voraussetzungen zu erfüllen sind, wird meist großzügig unterschlagen. Leider wird dieser Art der Barmherzigkeit ohne Bedingungen seit rund drei Jahren von so manchem Kleriker bis in die höchste Hierarchiestufe verkündet während diejenigen, die die Barmherzigkeit genau nach der Lehre Jesu in der Bibel verkünden schon mehrmals als Pharisäer beschimpft wurden. Daher stellt sich mir die Frage, ob dieser höchste Kleriker die Bibel wirklich kennt, wo doch Jesus feststellte, dass die Pharisäer zwar das Gesetz treu verkündeten sich aber selbst daran nicht hielten. Jesus sagte nämlich deutlich: „Was sie euch sagen, das tut, tut aber nicht das was sie selber tun!“ (vgl. Mt 23,3) Wer also Gläubige, die sich an die Bibel halten und genau danach handeln als Pharisäer bezeichnet, muss sich daher wirklich fragen lassen wie weit er treu zum Gesetz und der Lehre Jesu steht. Aber dass Jesuiten in der Auslegung sehr weit abweichen können von der ursprünglichen Lehre der Kirche hat sich seit dem 2. Vaticanum immer wieder gezeigt.

Aber genau auf diese Voraussetzungen hat Jesus in seiner Lehre hingewiesen. Es sind jene Voraussetzungen, die die Grundbedingungen sind um das Ewige Leben zu erreichen. Diese Bedingungen Jesu sind einfach zu erklären: Umkehr zu Gott, wenn nötig täglich, und vor allem das Ablassen von der Sünde bzw. das Vermeiden der bewussten Sünde.

Viele Christen, auch besonders Fromme, reden zwar groß von der Barmherzigkeit und der Liebe Christi, handeln aber sündhaft oder leben aber weiter bewusst in der Sünde und sind der Meinung, dass es genügt auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen dürfen, um für das Ewige Leben gerechtfertigt zu werden.

Dabei sind die Worte Jesu jedoch eindeutig: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt 18,3) So auch: „Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.“ (Lk 13,3), wobei das Bekehren aus dem Kontext hier mit dem Vermeiden und Ablassen von der Sünde zu verstehen ist.

In der zweiten Lesung aus der Offenbarung des Johannes ist ein Abschnitt aus jenem Kapitel, das die Überschrift „Bezeichnung der Knechte Gottes“ trägt.

„Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen.“

Dieser Vers erklärt eindeutig, dass niemand von der Liebe und Gnade Gottes ausgeschlossen ist, der entsprechend lebte. Wenn auch eine gewisse Sekte behauptet, dass nur 144.000 in das Himmelreich zu Gott kommen können, alle anderen auf einer paradiesischen Erde leben würden, widerspricht diese Auslegung dem Vers 15 in dem es heißt: „Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel.“

Also alle, die so gelebt haben, dass sie im Buch des Lebens verzeichnet sind, werden Gott schauen und in seinem Tempel, das ist das Himmelreich, sein.

Das Evangelium von diesem Sonntag spricht von den Schafen, ein Begriff, der in heutigen Zeit wehr verpönt ist.

“Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. .... Ich und der Vater sind eins.“

Diese Worte des Evangeliums sind aus dem Streitgespräch am Tempelweihfest (Chanukka) entnommen, bei dem es wieder einmal um die Messianität Jesu gegangen ist, obwohl die Juden die Zeichen und Wunder Jesu bereits gesehen und gekannt hatten.

Jesu weist sie daher mit seiner Antwort auf ihre Ungläubigkeit hin, denn sonst wären sie schon zu seinen Schafen zu rechnen, die ihm folgen und auf seine Stimme hören. Denn ER; Jesus, ist der Gute Hirt.

Wer sich also an dem Begriff „Schaf“ stört, ja an dem Wort Anstoß nimmt, wie es ja in der heutigen Zeit von vielen Christen oft mit den Worten geschieht „Ich bin doch kein Schaf“, der lehnt in Wirklichkeit Jesus als den Guten Hirten ab und sieht Ihn nicht wirklich als Gottessohn, sondern eher nur als menschlichen Bruder, ja dieser sogenannte Christ will sich faktisch mit Jesus auf eine Stufe stellen.

Wer nicht die Worte Jesu unverkürzt und unverfälscht annimmt, der öffnet in Wirklichkeit ein Tor in seinem Herzen, in seiner Seele, das unweigerlich auf einen Irrweg führt.

Und genau diese Haltung von den meisten Christen ist es, der zum Glaubensverlust oder zur Glaubensverzerrung in der heutigen Zeit geführt hat.

Und hier schließt sich auch der Kreis zu dem Wort Jesu „wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“. Denn die Kinder haben zu ihren Eltern ein solches Vertrauen wie die Schafe zu ihrem Hirten. Denn gute Eltern beschützen ihre Kinder wie auch gute Hirten die Schafe ihrer Herde beschützen.

Vertrauen und beten wir: „Herr, sei Du unser Hirte jetzt und in Ewigkeit“.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 21. April 2016, 15:46

5. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 14,21b-27
2. Lesung: Offb 21,1-5a
Evangelium: Joh 13,31-33a.34-35

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

Die erste Lesung berichtet von der ersten Missionsreise des Paulus und Barnabas, die diese durch viele Städte führte.

„Sie (Paulus und Barnabas) sprachen den Jüngeren Mut zu und ermahnten sie treu am Glauben fest zu halten; sie sagten Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen.“

Die Worte dieser Lesung haben heute genauso Gültigkeit wie damals. Auch heute ist es wesentlich, dass jeder, der an Gott und Seinen Sohn Jesus glaubt, treu am unverfälschten und unverkürzten Glauben festhalten muss. Zum Unterschied von der damaligen Zeit wo es begonnen hat, die Kirche gemäß dem Auftrag Jesu aufzubauen und die Verkündigung der Frohen Botschaft nur mündlich erfolgte, dürfen wir auf die vielfältigen schriftlichen Zeugnisse der apostolischen Zeit zurückgreifen, die von den Aposteln als Augenzeugen der Taten Jesu gegeben wurden und von den Evangelisten sowie in den Briefen des Paulus aufgeschrieben wurden.

Und trotzdem ist die Forderung der Apostel „treu am Glauben fest zu halten“ so aktuell wie damals, den viele meinen sich die Worte der Heiligen Schrift so auslegen zu können, wie es ihnen persönlich passt oder zeitgeistig angepasst ist. Nur das ist nicht das von den Aposteln geforderte „treu am Glauben fest zu halten“, sondern das ist ein eigener nichtapostolischer Glauben. Für die Auslegung des apostolischen Glaubens ist allein das Lehramt der Kirche zuständig, das dabei die Offenbarung Gottes (AT und NT) als einzige Grundlage hat. Mitberücksichtigt werden jedoch dabei die Schriften der Väter sowie die Tradition der Kirche.

Und über die Tradition schreibt der Hl. Vater Benedikt XVI. in seinem Buch „Christus und seine Kirche“: „Sie ist nicht einfach die materielle Weitergabe dessen, was den Aposteln am Anfang geschenkt wurde, sondern sie die wirksame Gegenwart des gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus, der die von ihm gesammelte Gemeinde im Heiligen Geist begleitet und führt. ... Mit anderen Worten, die Tradition ist die organische Kontinuität der Kirche, des heiligen Tempels Gottes, des Vaters, errichtet auf dem Fundament der Apostel und zusammengehalten vom Schlussstein, Christus, durch das belebende Wirken des Geistes.“

„Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen.“

Mit diesen Worten weisen die Apostel schon darauf hin, dass das Reich Gottes nicht einfach erreichbar ist. Sie verweisen damit auf die Aussage Jesu: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34, vgl. Mt 16,24 und Lk 9,23).

Jesus verheißt also seinen Jüngern nicht eine Nachfolge, die ohne Probleme - also eine Schönwetterreligion - ist, sondern einen Glauben, der eine Selbstverleugnung beinhaltet und auch oft verlangt, sein Kreuz im Leben zu tragen, und dadurch am Ende des irdischen Lebens das Reich Gottes im Ewigen Leben zu gewinnen und Gott schauen zu dürfen.

Die zweite Lesung, jene aus der Offenbarung des Johannes, spricht von der Neuen Welt Gottes.

„Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen.“

Diese Worte bedeuten, dass die von Gott Erlösten über ein völlig andersgeartetes Dasein verfügen werden, das nicht mehr den Bedingungen des irdischen Lebens entsprechen wird. Auch der Teilsatz „auch das Meer ist nicht mehr“ deutet auf diese Tatsache hin, denn im irdischen Leben braucht der Mensch das Wasser zum Leben. Im Dasein der Erlösten ist unter dessen Bedingungen kein Wasser zum Leben mehr nötig.

Und der Hinweis auf die heilige Stadt, das neue Jerusalem führt diese Andersartigkeit des erlösten Lebens bei Gott weiter, denn im Vers 23 dieses Kapitel, der jedoch hier nicht mehr verkündet wird, heißt es: „Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“

„Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht ich mache alles neu.“

Mit diesen Worten, die Gott hier selbst spricht, besiegelt und bestätigt ER die Worte des Sehers und deren Richtigkeit.

Zusammenfassend ist daher festzustellen und dass ist der Kern dieser Lesung, dass das Leben der Erlösten bei Gott, also im Reich Gottes, nicht mit dem irdischen Leben vergleichbar ist.

Das Evangelium dieses Sonntags ist aus dem Abschied Jesu von seinen Jüngern entnommen.

„Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“

Als erstes ist bei diesem Text darauf hinzuweisen, dass die Worte „Liebt einander“ nichts mit der allgemeinen Nächstenliebe zu tun haben, die ja schon im Alten Testament festgelegt ist. Ebenso wenig haben diese Worte einen Bezug zu den Worten über die Feindesliebe

Nein, diese Worte sind direkt an die Jünger bzw. Apostel Jesu gerichtet und sind eine richtungsgebende Aufforderung für die Zeit der körperlichen Abwesenheit Jesu, es geht um die Bruderliebe, die wesentlich höhersteht als die Feindes- und Nächstenliebe.

Und diese Bruderliebe, die ein Erkennungszeichen des wahren Christseins sein sollte, wird in mehreren Abschnitten des 1. Johannesbriefes entfaltet. Aber diese Bruderliebe ist nicht bedingungslos, sondern hat auch ihre Grenzen. In Mt. 18,15 ff wird davon gesprochen.

„Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht“
und „hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder Zöllner.“ Die Worte „wie ein Heide oder Zöllner“ weisen auf einen Ausschluss aus der Gemeinde hin. Wobei unter dem Wort „Gemeinde“ die Kirche zu verstehen war.

Und diese Bruderliebe ist daher nur dann gegeben, wenn an der unverfälschten und unverkürzten Lehre Gottes und Jesu und somit an die Lehre SEINER Kirche festgehalten wird.

Herr, sei mit Deinem Heiligen Geist immer bei Deiner Kirche und gib ihr wahre Bruderliebe, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 28. April 2016, 17:03

6. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 15,1-2.22-29
2. Lesung: Offb 21,10-14.22-23
Evangelium Joh 14,23-29

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die erste Lesung aus der Apostelgeschichte erzählt von der Entsendung des Paulus und Barnabas, Barsabbas und Silas nach Antiochia durch das Apostelkonzil mit einer Botschaft, die unter anderem folgendes aussagte:

„Wir haben gehört, dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben.“

Damals, also noch in der Apostelzeit, haben einige christlich gewordene Juden von jenen ehemaligen Heiden die Christen geworden sind, die Beschneidung sowie die Einhaltung der jüdischen Speisengesetze gefordert ohne dazu einen Auftrag zu haben. Sie handelten also eigenmächtig aus sich selbst heraus und gingen in jene Gemeinden, die von ehemaligen Heiden gebildet worden waren.

Genauso wie damals nehmen heute viele Gläubige ohne fundierte theologische Bildung für sich in Anspruch ohne Auftrag oder Befugnis, nur aus sich selbst heraus, Änderungen in der Kirche zu fordern, sei es in der Auslegung der Offenbarung oder auch in anderen Bereichen der Kirche. Dazu ist auch festzuhalten, dass auch die Kirchenverfassung nicht menschlich ist, sondern auf der göttlichen Offenbarung beruht, also von Jesus selbst eingesetzt worden ist.

SEINE, also Jesus, Worte sind eindeutig: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ (Mt 16,18 ) und „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; was du auf Erden binden wist, das wird auch Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt 16,19).

Der Wille Jesu hat eindeutig dem Petrus die Vollmachten für SEINE Kirche gegeben und durch die apostolische Sukzession gehen diese Vollmachten immer auf den jeweiligen Amtsinhaber des Petrusamtes, dem Papst, über. Die Bischöfe als Nachfolger der Apostel haben zwar gewisse Vollmachten in ihrer Diözese und für diese Diözese, sind jedoch grundsätzlich dem Petrusamt untergeordnet, dürfen also entgegen dem Willen des Papstes nicht anders handeln. Nur wenn Bischöfe entgegen der Offenbarung und Lehre der Kirche eine Äußerung tun, steht es jedem Katholiken zu Kritik vorzubringen, die jedoch immer auf Basis der Offenbarung und Lehre der Kirche beruhen muss.

Aber jeder Gläubige ist berechtigt, ja sogar nach der Pastoralregel Gregor des Großen verpflichtet, jedem Vorsteher, und auch der Papst ist ein solcher Vorsteher, darauf hinzuweisen, wenn die Lehre der Kirche aufgrund der unverkürzten und unverfälschten Offenbarung verändert wird und sei es auch nur durch Zweideutigkeiten oder Unklarheiten in Formulierungen usw., die die Gläubigen auch nur minimalst auf Irrwege führen können. Genau in dieser Form agieret unser derzeitiger Papst, der ein Meister in jesuitischer Manier ist Zweideutigkeiten und Unklarheiten von sich zu geben und damit die Gläubigen auf Irrwege führt. Nur die Modernisten und Reformer ála WisiKi-ler, die eigentlich als „Wir sind Kirchenzerstörer“ zu betrachten sind, feiern diese Vorgangsweise. Jene, die die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung und die bisherige darauf basierende Lehre der Kirche hochhalten wurden derzeit bereits mehrmals als Pharisäer „beschimpft“ wobei dieser Papst scheinbar vergisst, dass Jesus die Pharisäer nur deshalb gerügt hat, weil sie selbst die Gesetze nicht eingehalten haben und ER aus diesem Grund gesagt hat: „Was sie euch sagen, das tut, tut aber nicht was sie selbst tun!“ (vgl. Mt 23,3). So wird zwar nach außen hin die Lehre angeblich nicht verändert aber durch die „verborgene Hintertür“ wird diese Lehre sogar sehr wohl wesentlich geändert. Und die Möglichkeiten der Mehrdeutigkeiten in den Auslegungen zu „Amoris lataentia“ sowie weitere Unklarheiten in diesem Dokument gegenüber der bisherigen Lehre bieten genug Grundlagen für Spaltungen, Auslegungen, regionale Unterschiede in der Durchführung der Lehre usw. in der Kirche wie es sie bisher noch nie so gegeben hat. Nicht umsonst haben Thomas von Aquin im Mittelalter als auch Robert Bellarmin nach dem Konzil von Trient festgestellt, dass es einmal eine Zeit geben könnte, wo auch ein Papst ein Häretiker, ja sogar ein Antichrist sein könnte und damit der Kirche Schaden zufügen kann.

In der zweiten Lesung aus der Offenbarung des Johannes wird das himmlische Jerusalem beschrieben und in der Vision festgestellt:

„Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung ist ihr Tempel, er und das Lamm. De Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und ihre Leuchte ist das Lamm.“

Das Leben bei Gott ist nicht mit dem irdischen Leben vergleichbar. Daher braucht das himmlische Jerusalem, die Stadt, keinen Tempel, weil sie ja von der Herrlichkeit Gottes erfüllt ist. Genauso braucht sie weder Sonne noch Mond zum Leuchten, denn die Herrlichkeit Gottes leuchtet in ihr und Jesus hat ja schon auf Erden gesagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt wird nicht in der Finsternis umhergehen sondern das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8,12).

Auch das Evangelium dieser Woche ist dem Abschied Jesu von seinen Jüngern entnommen, wo ER feststellte:

„Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten, mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.“

Jesus verweist in dieser Antwort darauf, dass seine Gegenwart nur im Glauben und in der Liebe zu Gott erfahrbar ist. ER ist eins mit dem Vater und nur für jene Glaubenden erfahrbar und erkennbar, die sich IHM im Glauben öffnen. Und wer IHN wirklich liebt, der wird sich daher bemühen die Gebote und Weisungen Gottes einzuhalten.

Die Worte „wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ weisen auf einen besonderen Aspekt hin, der zu beachten ist.

Daher geht es hier nicht um des Ewige Leben bei Gott nach dem irdischen Tod sondern dass Gott und Jesus beim Glaubenden schon im irdischen Leben Wohnung nehmen. Jesus und Gott Vater ist immer dort, wo die Glaubenden sind. Und ein wirklich Glaubender ist nur der, der den Willen des Vaters im Himmel erfüllt (vgl. Mt 7,21b), d. h. die Gebote Gottes einhält und danach lebt. Wer also bewusst sündigt, liebt Jesus und Gott Vater nicht wirklich.

Eines ist dabei zu berücksichtigen und zu beachten, dass die menschliche Sprache immer ihre Grenzen erreicht, wenn sie Fakten aus der Welt Gottes beschreiben muss. Bei dieser Textstelle aus dem Johannesevangelium geht es daher um die geheimnisvolle Gegenwart Gottes in jedem einzelnen Menschen, die mit menschlichen Worten nur ungenügend beschrieben sondern nur im Glauben wirklich begriffen werden kann.

Herr, lass uns immer ein offenes Herz haben, dass wir immer so leben nach Deiner unverkürzten und unverfälschten Offenbarung und bisherigen Lehre Deiner Kirche so folgen wie es Dir gefällt und Du immer bei uns Wohnung nehmen kannst. Lass uns Dich nicht aus unserem Herzen durch die bewusste Sünde sowie zeitgeistigen Eingebungen und falsche vorgegebene Irrwege verdrängen. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Montag, 2. Mai 2016, 18:31

Christi Himmelfahrt

1. Lesung: Apg 1,1-11
2. Lesung: Eph 1,17-23 oder Hebr 9,24-28; 10,19-23
Evangelium: Lk 24.46-53

Liebe Geschwister im Glauben! Liebe Leser!

Natürlich steht am heutigen Tag des Hochfestes die Himmelfahrt Christi im Mittelpunkt der Verkündigung.

Aber im ersten Abschnitt der ersten Lesung aus der Apostelgeschichte geht es jedoch nicht um die Himmelfahrt Jesu, sondern um das Reich Gottes.

„Als sie nun beisammen waren, fragen sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“

Wichtig ist in diesen Worten Jesu jedoch der Auftrag, den ER seinen Aposteln mit den Worten „ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde“ gegeben hat.

Es ist der Auftrag, der heute noch genauso wie damals gilt, nur mit dem Unterschied, dass heute damit alle Katholiken dazu beauftragt sind.

Dieser Auftrag zur Verkündigung der Lehre Jesu, der jedoch nicht nur das Neue Testament sondern auch das Alte Testament umfasst, ist einerseits ein Missionsauftrag an jene Menschen, die Jesus und seine Lehre noch nicht kennen, aber anderseits auch ein Auftrag zur Neuevangelisation.

Die Neuevangelisation ist bei den Bewohnern jener Länder dann notwendig, wenn deren Glaube verdunstet bzw. verwässert ist oder die sich ihren Glauben so zurechtlegen wie es ihnen passt. Also vor allem in der westlichen Welt, wie Europa und Nordamerika, ist die Neuevangelisation dringend erforderlich,

Denn der wahre, reine und gesunde Glaube von dem schon der Apostel Paulus in den beiden Timotheusbriefen und im Titusbrief spricht, ist nur jener, der auf der unverkürzten und unverfälschten Offenbarung und der Lehre der Kirche basiert.

Im selben Sinn sind auch die Worte aus der zweiten Lesung, dem Epheserbrief, zu verstehen.

„Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt: Er erleuchte euch die Augen eures Herzen, damit ihr versteht zu welcher Hoffnung ihr berufen seid. ... Alles hat er ihm zu Füssen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.“

Daher ist zu beachten, dass jeder Gläubige, egal ob er Kleriker, Theologe oder Laie ist, der meint, dass die unveränderbare Offenbarung und Lehre der Kirche zeitgeistig verändert, angepasst oder modifiziert werden kann, sich auf einem Irrweg befindet und damit selbst zum Irrlehrer wenn nicht sogar zum Häretiker wird.

Genauso auf dem Irrweg befinden sich jene, die die Sünde, die Hölle, das Verderben usw. ausklammern, denn Jesus selbst hat von diesen Fakten gesprochen. Ebenso sind jene auf dem Irrweg, die Christus nur auf die Wahrung der Attribute liebend, helfend und heilend reduzierten und damit Jesu-Lehre verkürzen, denn Seine Aufgabe war es in erster Linie die Menschen zu Gott Vater zu führen. Darauf weisen auch die Worte Jesu in den Antithesen zur Bergpredigt darauf hin wie „Denkt nicht ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben“ (Mt 5,17) und „Nicht jeder, der zur mir sagt: Herr!, Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ (Mt 7,21). das heißt wer die Gebote und Anweisungen Gottes im Leben befolgt

Wer heute fest im Glauben und in der Lehre der Kirche steht, wird gerne als „Konservativer“ oder „Fundamentalist“ bezeichnet oder soll man besser sagen „beschimpft“.

Nur wer andere mit diesen Begriffen bezeichnet, der weist eigentlich auf sich selbst, und bekennt damit, dass er nicht voll im Glauben und in der Lehre steht, sondern dass er sich auf einem Irrweg befindet, sonst würde er ebenfalls auch ein „Konservativer“ oder „Fundamentalist“ sein.

Denn ein Konservativer oder Fundamentalist steht fest auf dem Fundament des Glaubens, der in der unverkürzten und unverfälschten Offenbarung und in der reinen, wahren und gesunden Lehre der Kirche gegeben ist und ist ein Bewahrer desselben.

Die Stellen der Offenbarung, die von der Himmelfahrt Jesus berichten, sind im Lukas-Evangelium, wo es heißt: „Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.“ sowie im letzten Satz in der ersten Lesung aus dem ersten Kapitel der Apostelgeschichte, der lautet: „Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“

Die Himmelfahrt Christi ist das letzte Zeichen des auferstandenen Jesu auf Erden, seine leibliche Aufnahme in den Himmel durch Gott Vater.

In der christlichen Offenbarung ist die Himmelfahrt jedoch eine wichtige Aussage für den Glauben des Einzelnen. Genauso wichtig wie die Worte Jesu, dass ER immer bei uns sein wird oder Seine Verheißung „Wer an mich glaubt, hat das ewige Leben.“

Dass sind solche Aussagen, die selbst von manchen Kirchengängern oft bezweifelt, ja oft sogar nicht geglaubt werden.

Sicher bei jedem Gläubige können fallweise Zweifel aufkommen, wenn etwas der menschlichen Logik widerspricht, dass liegt einerseits in der menschlichen Natur begründet, anderseits ist der Mensch den Versuchungen des Bösen immer ausgesetzt.

Dagegen kann jeder sofort ankämpfen, durch das Gebet, im Lesen der Bibel sowie durch die Lehre der Kirche. Dann wird jeder wieder im Glauben gestärkt und die Zweifel beseitigt werden. Und gegen Glaubenszweifel mit allen Mitteln anzukämpfen ist eine Verpflichtung eines jeden, der fest im Glauben stehen will.

Herr, gib uns immer jenen festen Glauben, der erforderlich ist, um Deine Offenbarung und die Lehre Deiner Kirche ohne Abstriche anzunehmen, und stärke uns mit Deiner Gnade, denn Dir sei der Lobpreis, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Freitag, 6. Mai 2016, 11:38

7. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 7,55-60
2. Lesung: Offb 22,12-14.16-17.20
Evangelium. Joh 17,20-26

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der ersten Lesung aus der Apostelgeschichte wird von der Steinigung des Stephanus berichtet.

„Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“

Stephanus, einer der Sieben, die von den Aposteln zum Dienst in der Urgemeinde genommen und geweiht wurden, hatte eine Vision von der berichtet wird. Er sah eine Begebenheit, eine Handlung, die ihm im Glauben zugekommen ist. Der auferstandene und in den Himmel aufgefahrene Herr Jesus steht zur Rechten Gottes in dessen Herrlichkeit.

Eine Vision, eine Aussage, die von einem tiefen Glauben an Jesus und Gott spricht. Sie ist der Schluss der großen Rede, die Stephanus vor dem Hohen Rat hielt und in der er in einer gerafften Zusammenfassung der Geschichte des Volkes Israel darauf hinwies, dass die meisten Propheten Gottes vom eigenen Volk verfolgt und oft auch getötet worden sind.

Diese Rede schloss Stephanus mit den Worten ab: „Sie haben die getötet, die die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid, ihr, die ihr durch die Anordnung von Engeln das Gesetz empfangen, es aber nicht gehalten habt.“

Natürlich war der Hohe Rat über diese Worte empört, denn es wurde ihm ja seine Haltung bzw. Vorgangsweise bei der Verurteilung Jesu vorgehalten. Dazu kam sicher das schlechte Gewissen über diese Tat und sorgte damit für die Empörung, die zur Steinigung des Stephanus führte.

Übrigens eine typisch menschliche Vorgangsweise, die auch in der heutigen Zeit oft Reaktionen auslöst, wenn sie auch nicht immer gewalttätig sind. Aber viele gewalttätige Affekthandlungen, vor allem in Familienzwistigkeiten, sind darauf meist zurückzuführen, dass dem Täter eine begangene schlechte Handlung vorgehalten wird, sein schlechtes Gewissen rebelliert und führt dann jeweils zu dieser Tat. Dass dazu aber auch eine gewisse negative psychische Disposition von vornherein gegeben sein muss, sei nur am Rande erwähnt.

Als zweite Lesung wird ein Teil des letzten Kapitels der Offenbarung des Johannes verkündet, indem Jesus selbst die nachfolgenden Worte spricht.

„Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Selig, wer sein Gewand wäscht: Er hat Anteil am Baum des Lebens und er wird durch die Tore in die Stadt eintreten können. Draußen bleiben die ‚Hunde‘ und die Zauberer, die Unzüchtigen und die Mörder, die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut.“

Jesus gibt in dieser Vision des Johannes ein nochmaliges Zeugnis von sich selbst und erneuert seine Verheißung über das Ewige Leben.

Mit der Seligpreisung „wer sein Gewand wäscht, hat Anteil am Baum des Lebens“ weist Jesus daraufhin, dass wer zu IHM umkehrt, seine Sünden bekennt, Sünden in Zukunft vermeidet, und damit sein Gewand, das heißt seine Seele, reinigt und so das Ewige Leben bei Gott gewinnt.

Aber Jesus weist aber auch darauf hin, dass das Verharren in der Sünde Konsequenzen für den Menschen hat und diese nicht in die „Stadt“, das Ewige Leben, eintreten können und draußen bleiben müssen. Und ER benennt auch die Personengruppen.

Für den Begriff „Hunde“ sei auf Phil 3,2 verwiesen, wo es heißt: „Gebt Acht auf diese Hunde, gebt Acht auf die falschen Lehrer“, wobei die wörtliche Übersetzung „schlechte Arbeiter“ lautet.

Falsche Lehrer, und damit schlechte Arbeiter für das Reich Gottes, sind solche, die die Worte Gottes, die in der Offenbarung, also im Alten und Neuen Testament, festgeschrieben sind, verkürzen, verfälschen oder relativieren. Und Jesus verkündet die Lehre Gottes, denn er sagt: „Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst.“ (Joh. 14,10) und weist damit darauf hin, dass ER das Wort Gottes vermittelt.

Die anderen Personengruppen sind ziemlich klar beschrieben. Hier geht es bei den Lügnern vor allem um jene, die lügen um einen Vorteil für sich zu gewinnen oder einem anderen Menschen Nachteile verschaffen wollen.

Die Evangeliumsperikope ist der letzte Abschnitt aus dem Abschiedsgebet des Herrn und die Fürbitte für die Glaubenden.

„Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.“

Diese Fürbitte schließt nicht nur die Aposteln und Jünger ein, die um Jesus stehen, sondern alle, die an Jesus glauben sind in diese Fürbitte inkludiert. ER bittet aber nicht für die gesamte Menschheit.

Jesus verweist damit auf seine Sendung, dass er nicht in eigenem Namen in die Welt gekommen ist sondern als Gesandter des Vaters, der das wahre, ewige Leben der Welt mitzuteilen hat. Und der Zugang zu diesem Ewigen Leben hat nur der, der dieses Gesandtsein Jesu anerkennt und glaubt, dass das Wort Jesu nicht seines ist sondern jenes des sendenden Vaters. Darauf weisen auch die nachfolgenden Verse aus dieser Abschiedsrede Jesu hin.

„Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.“

Jesus weist mit diesen Worten darauf hin, dass die Gläubigen letztlich das Eigentum des Vaters sind und an ihnen sichtbar wird, was Jesus im Auftrag des Vaters gewirkt hat.

Nachdem Jesus seinen Auftrag erfüllt hat, gibt Jesus die Glaubenden, also die Gläubigen, in das Eigentum des Vaters zurück. Damit ist die Einheit gegeben, so wie Jesus im Vater ist, so sind die Gläubigen mit Jesus und dem Vater vereint. Nur durch die erfolgte Sünde, je schwerer desto größer diese ist, erfolgt die Trennung aus dieser Einheit.

Aber eines ist dabei noch zu beachten. Es gibt keine Trennung zwischen Gott, dem Vater Jesu, und Jesu wie es heute oft gerne gesehen wird, wo so manche erklären - Jesus ja, - Gott nein. Das bedeutet auch, dass das Alte Testament genauso ein Teil der Lehre Jesu ist wie das was im Neuen Testament verkündigt und festgeschrieben ist.

Genauso kann es keine Trennung geben wie - Jesus ja, - Kirche nein, denn die Kirche ist ein Teil Jesu und ER ist das Haupt der Kirche und alle Gläubigen sind Teile seines Leibes.

Wer also gegen die Kirche und ihre Lehre auftritt, der ER die Binde- und Lösegewalt übertragen hat, tritt nicht nur gegen die Kirche sondern auch gegen Jesus selbst auf, der sich in seiner Kirche manifestiert. Dass möge alle jene Bedenken, die gegen die Kirche und deren Lehre Stellung nehmen und meinen „ich brauche nicht die Kirche zum Glauben“.

Herr, Du hast Deiner Kirche versprochen immer bei ihr zu bleiben bis zum Ende der Zeit, Dir sei Lob und Preis.

Amen,
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 12. Mai 2016, 10:42

Pfingstsonntag

1. Lesung: Apg 2,1-11
2. Lesung: 1 Kor 12,3b-7.12-13 oder Röm 8,8-17
Evangelium: Joh 20,19-23 oder Joh 14,15-16.23b-26

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der ersten Lesung aus der Apostelgeschichte wird über das Pfingstereignis berichtet.

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprache zu reden wie es der Geist ihnen eingab.“

Immer wenn ich diese Stelle der Apostelgeschichte lese, erinnere ich mich immer an den Katechismus meiner Kindheit, der dieses Bild zeigte, wo er vom Pfingstereignis und dem Beginn der Kirche berichtete. Die Apostel saßen im Kreis und über jedem von ihnen war eine rote Flammenzunge zu sehen. Aber auch viele andere Stellen der Heiligen Schrift waren so mit Bildern zum Text dargestellt. Wenn man die heutigen „modernen“ Religionsbücher für den Unterricht durchblättert findet man eher weniger einprägsame Darstellungen sofern solche in den Büchern überhaupt noch vorhanden sind.

Daher darf man sich nicht wundern, wenn der Glaube bzw. das Wissen über den Glauben mit der Zeit verblasst, wenn es an solchen einprägsamen Bildern bei der Vermittlung desselben fehlt. Denn ein Bild sagt oft mehr aus als tausend Worte und bleibt in der Erinnerung auch besser haften. Für mich ein weiterer Beweis, dass vieles „modernere“ nicht besser als das vorhergehende ist.

Leider wird die große Predigt des Petrus sowie dass nach dieser Predigt ca. dreitausend der christlichen Gemeinschaft zugefügt wurden, nicht mehr verkündet.

Natürlich nimmt auch die zweite Lesung aus dem ersten Korintherbrief auf den Heiligen Geist, vor allem auf seine Gaben, Bezug.

„Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott. Er bewirkt alles in allen.“

Die Gnadengaben, auch als Charismen bezeichnet, sind vielfältig und werden in diesem Abschnitt des Korintherbriefes aufgezählt, aber leider in der Verkündigung der Lesung ausgelassen. Dabei sind die Charismen jene Gaben, die Gott allen Menschen, die fest im Glauben, in der Offenbarung und Lehre der Kirche stehen zugesagt und zugeteilt hat. Eine Gabe ist sicher jedem Gläubigen zugeteilt wurde, der fest an der unverfälschten und unverkürzten Offenbarung und der Lehre Seiner Kirche festhält, nämlich das Charisma der Glaubenskraft. Die anderen Charismen, wie Weisheit, Erkenntnis, Heilung, Prophetie, Unterscheidung der Geister und der Zungenrede, werden individuell an einzelne Gläubige von Gott durch den Heiligen Geist gegeben. Aber es gibt sicher Gläubige, die von dem ihnen zugeteilten Charisma oft keine Ahnung haben. Denn viele Gläubige glauben nämlich nicht, dass es die Charismen auch in der heutigen Zeitwirklich gibt.

Genauso ist mit dem Dienst für Gott und die Menschen, der ja auch ein Charisma ist. Wer von Gott in den Dienst gerufen wird, muss ein hörendes, ein offenes Herz haben und bereit sein dem Ruf zu folgen. Wer dem Ruf zum Diakon, Priester, Ordensmann oder Ordensfrau gefolgt ist, der muss immer wieder darum ringen, dass er diesem Ruf treu bleibt. Und die Einhaltung der benediktinischen Regel „ora, labora et lege“ ist dabei die Stärke für das Treubleiben. „Ora“ also das Gebet, „labora“ die Arbeit im und für das Reich Gottes egal an welcher Stelle derjenige gestellt wurde, auch wenn es eine handwerkliche Arbeit ist, sowie „lege“ das Lesen oder Studieren, womit in erster Linie die Heilige Schrift gemeint ist, aber auch Heiligenerzählungen (Legenden) und deren Lebensbeschreibungen (Vita) gehören dazu.

Im Evangelium vom Pfingstsonntag sagt Jesus: „Friede sei mit Euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" und dann "Empfangt den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert!"

Der erste Schlüsselsatz in diesem Evangelium ist:

"Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch", das ist der Auftrag Jesus an seine Jünger. Heute sind wir diese Jünger, also jeder von uns, die gesendet werden.

Es gibt viele Möglichkeiten diesem Auftrag nachzukommen: in der Familie, am Arbeitsplatz, bei Freunden und Bekannten. Aber es muss uns klar sein, dass dieser Auftrag nicht leicht zu befolgen ist und mit Schwierigkeiten verbunden sein wird. Wichtig ist nur eines, dass ich nicht meine persönliche verkürzte Meinung verkündige sondern die volle Offenbarung und deren Auslegung durch die Kirche. Im meist damit verbundenen Lebenszeugnis kann ich auf die Besonderheiten meines eigenen Lebens eingehen. Aufpassen muss ich jedoch heute, dass ich nicht die Floskeln, die derzeit vom obersten Lehramt kommen weitergebe sondern jene Lehre, die der Lehre und langjährigen Tradition der Kirche entspricht.

Der zweite Schlüsselsatz dieses Evangelium ist: "Empfangt den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert!"

Der Empfang des Heiligen Geistes. D a s Pfingstereignis. Und mit diesem Hl. Geist setzt Jesus das Sakrament der Versöhnung ein, also die sakramentale Beichte.

Zur Beichte gehen in der heutigen Zeit? Wer geht heute noch beichten? Ich bin doch modern und was habe ich schon für Sünden? Ich habe doch nicht gestohlen, niemanden umgebracht, auch keinen Ehebruch begangen. Also warum soll ich dann beichten gehen? So kann man es als Seelsorger sehr oft sogar von praktizierenden Katholiken und Kirchengängern immer wieder hören und wie oft habe ich diesen Satz in der KH-Seelsorge bei Patientenbesuchen gehört.

Vor allem die vielen kleinen, lässlichen Sünden, die den heutigen Menschen oft gar nicht mehr bewusst werden, die aber den Menschen auch von Gott trennen, sind oft das Problem, das jeder Mensch bewältigen muss.

Die Lossprechung im Sakrament der Versöhnung gibt dem Menschen dann die Kraft und die Gnade, die er braucht damit er auf dem richtigen Weg des Glaubens wachsen und den engen steilen Weg des Heiles gehen kann und den Verheißungen des Herrn gewiss werden.

Herr Jesus Christus, gib dem Menschen der heutigen Zeit wieder die Klarheit des Glaubens, dass er der unverkürzten und unverfälschten Offenbarung und Lehre der Kirche in seinem Leben folgt und sich den Glauben so zurechtbastelt wie es ihm angenehm ist. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Sonntag, 15. Mai 2016, 11:59

Pfingstmontag

1. Lesung: Apg 19,1b-6a oder Joel 3,1-5
2. Lesung: Röm 8,14-17
Evangelium: Joh 3,16-21
An diesem Tag kann jedoch auch eine Votivmesse vom Heiligen Geist oder auch die Messe vom Montag der 7. Woche im Jahreskreis gefeiert werden.

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Obwohl für den Pfingstmontag ein eigenes Messformular vorhanden ist, wird liturgisch, zBspl. im Breviergebet (Offizium) bereits der Montag der 7. Woche im Jahreskreis gebetet.

Die erste Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet davon, dass Paulus einige Jünger in Ephesus getroffen hat, die ihm auf seine Frage erklärten, dass sie nur mit der Taufe des Johannes getauft worden waren, und die ihm auf die Frage nach dem Heiligen Geist antworteten.

„Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. ..... Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab.“

Paulus taufte diese Jünger also auf den Namen Jesu, legte ihnen die Hände auf und firmte sie. Und so war es in der Urkirche auch üblich, denn zuerst wurden die Katechumenen (Taufbewerber) außerhalb der Kirche getauft, am Eingang der Kirche erwartete sie der Bischof, firmte sie und dann durften sie das erste Mal an der Eucharistiefeier teilnehmen. Denn während ihrer Zeit als Katechumenen mussten sie nach dem Wortgottesdienst, also nach den Lesungen, dem Evangelium und der Predigt, die Kirche verlassen. Diese Reihenfolge der Eingliederungssakramente gilt auch heute noch bei der Aufnahme von erwachsenen Taufbewerbern.

Im Abschnitt des Römerbriefes, der als zweite Lesung verkündet wird, heißt es unter anderem:

„Denn alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes.“

Auch hier wieder der Hinweis auf den Geist Gottes, dem Heiligen Geist. Und wer sich vom Geist Gottes leiten lässt, kann faktisch in keiner Weise gegen Seine Kirche handeln oder eine eigene Auslegung der Offenbarung vornehmen, wie es ihm vielleicht zu seinen Leben besser passt.

Daher sind alle jene, die in irgendeiner Form gegen die Hl. Mutter Kirche auftreten, Veränderungen, Verwässerung oder Relativierung der Offenbarung bzw. der Lehre fordern oder anstreben, nicht vom Geist Gottes geführt. Denn das authentische Lehramt wird nie eine Änderung, Verwässerung oder Relativierung der Offenbarung zulassen oder vornehmen. Nach der Pastoralregel Gregor d Ge. Ist jeder Gläubige verpflichtet den Vorsteher, und auch der Papst ist ein Vorsteher, diesen zu kritisieren wenn er die Offenbarung und deren Auslegung gegen die bisherige Lehre nicht einhält und eigene Auslegungen vornimmt. Wer also meint, dass ein Papst jederzeit die Lehre nach seiner Meinung ändern kann, der unterstützt die Kirch. Auch Thomas von Aquin und Robert Bellarmin haben in einem Traktat festgestellt, dass auch einmal ein >Papst ein Häretiker oder sogar ein Antichrist sein könnte. Wer im Lehramt unklare Formulierungen erwähnt, die mehrdeutige Auslegungen ermöglicht, auch wenn gewisse Kreise jubilieren und zustimmen, bewegt sich knapp auf dem schmalen Grat zur Häresie. Und wenn der Papst in einer Tagespredigt dieser Woche gemeint hat, besser sich auf die Zunge zu beißen als unnötiges zu sprechen so frage ich mich, ob es nicht besser wäre wen der Papst diesen Ratschlag für sich in Anspruch nehmen würde.

Möglich ist nur eine Ergänzung, die jedoch weder eine Änderung, noch eine Verwässerung oder sogar eine Relativierung zulässt. Selbst Klarstellungen sind nicht mehr erforderlich, da die bisherige Lehre aufgrund der Offenbarung längst deutlich ist. Ein typisches Beispiel für eine derartige Ergänzung hat sich beim 5. Gebot des Dekalog: „Du sollst nicht töten“ entwickelt. Ursprünglich war nur der Mord an einem Stammesgenossen eine Sünde, heute ist auch der Rufmord an einem Mitmenschen, also an jedermann, eine Sünde. Auch die Notwehr bei einem körperlichen Angriff und deren Abwehr ist keine Sünde, wenn die Abwehr im entsprechenden Rahmen erfolgt, also im juristischen Sinn keine Notwehrüberschreitung ist, und trotzdem den Tod des Angreifers zur Folge hat.

Der Abschnitt des Evangeliums ist mit „Das Ziel der Sendung Jesu“ überschrieben. Der Schluss dieses Abschnittes lautet:

„Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.“


Als Querverbindung ist auch die Stelle von Joh 8,12 zu betrachten, wo Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Die Stelle des Evangeliums hat eine doppelte Bedeutung, einerseits weist sie auf das Jüngste Gericht hin, aber auch auf die Gegenwart.

Für die Gegenwart bedeutet dies, dass wer Taten setzt, die nicht innerhalb der Gebote Gottes stehen, der will, dass seine Taten nicht aufgedeckt werden, also ans Licht kommen. Dasselbe gilt wenn es um die Kritik an der Kirche geht, denn diese wird immer mit Relativierungen der Offenbarung verbunden sein um ihr den Anschein zu geben, dass auch diese Kritik zum Licht gehört und nicht als Böses zu betrachten ist.

Nur: Die wirkliche Wahrheit gründet in der Offenbarung ohne diese zu verkürzen oder zu verfälschen bzw. diese anzupassen oder ohne die Auslegung zu ändern und dann erst ist das Licht in den Taten in Gott vollbracht. Und für diese Taten gilt der Ausspruch Jesu: „Wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben.“

Komm, Heiliger Geist, entzünde die Herzen der Gläubigen nicht nur mit dem Feuer der Liebe, sondern auch mit dem Feuer der Wahrheit im Glauben, der Du mit Gott, dem Vater und dem Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, lebst und herrscht in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 19. Mai 2016, 16:28

Dreifaltigkeitssonntag

1. Lesung: Spr 8,22-31
2. Lesung: Röm 5,1-5
Evangelium: Joh 16,12-15

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

„Gott ist einer in der Dreiheit und dreifaltig in der Einheit; kommt wir beten ihn an!“ so lautet das Invitatorium, die Einleitungsantiphon, zu diesem Festtag.

Und diese Antiphon sagt eigentlich alles über das Festgeheimnis des Dreifaltigkeitssonntags aus. Gott ist EINER, der sich in drei Personen äußert und offenbart, im Vater, der der Vater aller Geschöpfe, der Schöpfer des Himmels und der Erde ist, in Seinem eingeborenen Sohn Jesus, den ER in den Welt gesandt hat, um die Menschen zu erlösen, der gekreuzigt wurde, auferstanden ist und zum Vater zurückkehrte sowie dem Heiligen Geist, der vom Vater und vom Sohn ausgeht und allezeit die Welt durchweht und in allen Gläubigen wirkt, die sich ihm öffnen.

Der hl. Athanasius (+ 373) hat es in einem Brief an den Bischof Serapion aus Ägypten so formuliert.

„Die Dreifaltigkeit ist also heilig und vollkommen. Sie wird bekannt als Gott im Vater und im Sohn und im Heiligen Geist. Sie ist mit nichts vermischt, was ihr fremd oder äußerlich wäre. Sie ist auch nicht zusammengesetzt aus dem Weltenbildner und dem Gewordenen. Die Dreifaltigkeit ist vielmehr ganz Schöpfer und Weltenbildner. Sie ist sich selber gleich, unteilbar ihrer Natur nach, und ihre Wirksamkeit ist eine. Denn der Vater tut alles durch das Wort im Heiligen Geist, und so wird die Einheit der Dreifaltigkeit gewahrt. So wird in der Kirche der eine Gott verkündet, „der über allem und durch alles und in allem ist.“ (Eph 4,6) „Über allem“ ist der ER als Vater, als Ursprung und Quelle; „durch alles“ ist ER im Wort; “in allem“ im Heiligen Geist“.

In der ersten Lesung aus dem Buch der Sprichwörter stellt sich die Weisheit, die in der nachexilischen Weisheitsliteratur personifiziert wird, als Gabe Gottes vor.

„Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, vor seinen Werken in der Urzeit; in frühester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang, beim Ursprung der Erde.“

Der der Lesung folgende Vers, der leider nicht mehr verkündet wird, lautet: „Nun, ihr Söhne, hört auf mich! Wohl dem, der auf meine Wege achtet“.

Es ist die Aufforderung an uns Menschen den Weg der Weisheit zu gehen und ihrem Weg zu achten. Und für uns Christen ist dieser Weg, jener, den uns Jesus vorangegangen ist.

Die zweite Lesung aus dem Römerbrief ist mit dem Überschrifts-Titel „Die Hoffnung der Glaubenden“ versehen.

„Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist.“

Der Brief an die Römer ist zwischen 56 und 58 nChr., vermutlich in Korinth, geschrieben worden und stellt eine Zusammenfassung der Verkündigung und Theologie des Apostels dar.

Die oben zitierten Worte des Hl. Paulus weisen darauf hin, dass die Bedrängnis zum Leben eines Christen gehört. So wie unser Herr und Meister, Jesus Christus, immer wieder in Bedrängnis kam bis er schlussendlich an Kreuz geschlagen wurde und damit die Sünden der Menschheit, also auch unsere, gesühnt und uns dadurch mit SEINEM Vater versöhnt hat, so sind auch seine Jünger immer wieder in Bedrängnis.

Aber mit der Bedrängnis ist uns auch jene Hoffnung gegeben, die uns Jesus verheißen hat, nämlich das Ewige Leben bei Gott. Und diese Hoffnung lässt den Christen nicht zugrunde gehen, sondern sie war der Antrieb in der Urkirche, aber auch heute, trotz Verfolgung unverrückbar zum Glauben, ja bis zum Martyrium, zu stehen.

„Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört und euch verkünden, was kommen wird.“

Diese Worte Jesu, die im Evangelium niedergeschrieben wurden, sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Geist der Wahrheit, also der Hl. Geist, nichts Gegenteiliges zur Botschaft Jesu bringen kann und auch nie bringen wird. Er bringt also keine „neue Wahrheiten“, sondern er führt vielmehr „nur“ in die Wahrheitsfülle, die Jesus geoffenbart hat. Im Licht des auferstandenen und verherrlichten Jesus wird er der Kirche neue Einsichten schenken und noch nicht erkanntes sichtbar werden lassen. Nur wird dieser Fortschritt in der Erkenntnis nie in einem Widerspruch zur bisherigen Lehre SEINER Kirche stehen sondern immer darauf aufbauen und nur klarstellen, also nichts Neues bringen.

Wer also Forderungen an SEINE Kirche stellt, die im Widerspruch zur Offenbarung, deren Auslegung, der bisherigen Lehre der Kirche und ihrer Tradition stehen, kann sicher sein, dass hier nicht der Hl. Geist, der vom Vater und seinem Sohn ausgeht, am Werk ist. In diesen Fällen ist sicher der „Vater der Lüge“, also der Teufel, der es wunderbar versteht die Menschen in die Irre zu führen, tätig. Schon der Evangelist Johannes weist in seinem ersten Brief auf diese Unterscheidung der Geister hin, die wir als Menschen immer beachten sollen.

Und in der heutigen Zeit ist dieser „Vater der Lüge“ in vielen Deckmäntelchen des Zeitgeistes unterwegs um der Kirche Jesu zu schaden und sie mittels der ihm hörigen Menschen zu unterminieren.

Dabei muss festgestellt werden, dass vielen Menschen, die dem „Vater der Lüge“ hörig sind, dies gar nicht bewusst ist und sie unbewusst dessen Einflüsterungen folgen. Der Grund ist, dass viele dieser Menschen leider nur mehr an das glauben, was ihnen passt, die Lehre der Kirche aber als veraltet ablehnen und dass sie sich ihren Glauben selbst so stricken, wie es ihnen für ihr Leben angenehm ist. Außerdem sind auch so manche der berufenen Diener Gottes, also der Kleriker, bis in die höchsten hierarchischen Kreise hinauf mit diesem Gift des „Vaters der Lüge“ infiltriert und daher deren Aussagen mit mehr als Vorsicht zu „genießen“ und daher nicht anzunehmen. Dies sollten die Gläubigen auch immer beachten, dass sie der bisherigen unverfälschten und unverkürzten Lehre der Kirche treu bleiben und diese einhalten.

Komm, Heiliger Geist, entzünde in uns immer wieder das Feuer deiner Liebe und stärke uns, dass wir der Lehre SEINER Kirche immer folgen, der du mit Gott, dem Vater, und seinem Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, lebst und herrscht in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!