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Antworten im Thema: 128 » Der letzte Beitrag (17. November 2016, 16:03) ist von diaconus.

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diaconus

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Donnerstag, 5. November 2015, 16:11

32. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung. 1 Kön 17,10-16
2. Lesung. Hebr 9,24-28
Evangelium: Mk 12,38-44 oder 12,41-44

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Sowohl die alttestamentliche erste Lesung als auch das Evangelium von diesem Sonntag berichten jeweils über eine arme Witwe. Das Leben einer Witwe war in jener Zeit wo es keine Pensionsversicherung gab immer sehr schwer, außer sie hatte einen großen Besitz mit Personal, der entsprechenden Ertrag abwarf oder sie hatte eine große Kinderschar, die schon erwachsen war und sich selbst versorgen konnte, denn in diesem Fall konnte auch die Witwe, also die Mutter, mitversorgt werden . Daher wird in der Bibel auch immer wieder darauf hingewiesen, dass Witwen und Waisen besonders zu schützen sind. Auch das vierte Gebot des Dekalogs beinhaltet mit der von Gott gebotenen Achtung und Ehrung der Eltern und auch deren Versorgung im Alter.

Die Lesung aus dem Ersten Buch der Könige berichtet von Elija und der Witwe in Sarepta. Elija prophezeit der Witwe, die für sich und ihren Sohn faktisch nichts mehr zu leben hatte und zu der er von Gott geschickt worden war: „So spricht der Herr, der Gott Israel. Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen auf die Erde sendet. Sie ging und tat, was Elija gesagt hatte. So hatte sie mit ihm und ihren Sohn viele Tage zu essen. Der Mehltopf wurde nicht leer und der Ölkrug versiegte nicht.“

Es ist sicher anzunehmen, dass die Witwe, ihr Sohn und Elija in der Folge nicht üppig zu leben hatten, aber sie konnten mit Gottes Hilfe weiterleben und ihren Hunger stillen.

Diese Erzählung, die als Lesung verkündet wird, will vor allem eines: dem Zuhörer vermitteln – wer auf Gott grenzenlos vertraut, dem wird das unbedingt notwendige zum Leben dazu kommen.

Ähnliches wurde vor längerer Zeit aus Deutschland berichtet wo eine kleine Gruppe Ordensschwestern mit faktischem Nichts ausgesendet worden waren um ein Zweigkloster aufzubauen. Immer dann wenn es scheinbar nicht mehr weitergehen konnte, kam von irgendeiner Seite eine Spende, die das begonnene Projekt weiterführen ließ bis es vollendet war.

Ähnlich hat auch Mutter Teresa von Kalkutta ihre Tätigkeit begonnen und ausgeübt und mit Gottes Hilfe ist das Projekt gewachsen und erfolgreich geworden.

Das Evangelium dieses Sonntags ist scheinbar zweigeteilt, weil es einerseits Worte gegen die Pharisäer enthält, andererseits das Opfer der armen Witwe erwähnt. Scheinbar haben diese beiden so unterschiedlichen Abschnitte keinen Zusammenhang.

Und doch lässt sich ein gemeinsamer Zusammenhang im Evangelium feststellen: Wie lebe ich als Jünger Christi, wie lebe ich in der Nachfolge Jesu? Dass ist die wesentliche Aussage dieses Evangeliums und dieser beiden so unterschiedlichen Abschnitte.

„Sie
(die Pharisäer) bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber umso härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.“

Wenn der Evangelist Markus diese Worte Jesu aufschreibt, die dieser gegen die Pharisäer richtete, so stellen diese Worte nicht ein Charakterbild der Schriftgelehrten dar. Etwa nach dem Motto „So waren sie alle!“

Diese Worte Jesu sind vielmehr eine Warnung vor einem falschen Lebensstil Einzelner. Und diese Warnung gilt auch noch heute. Denn Jesus meinte damit folgendes:

Wenn ein Mensch seine Macht, sein übertragenes Amt, missbraucht und dieses Amt, diese Macht, zum Nachteil von Armen, Rechtlosen aber auch anderen Menschen ausnützt und dabei sogar noch seinen persönlichen Vorteil daraus zieht, der hat sein Urteil bereits erhalten. Vor allem dann, wenn der persönliche Vorteil der Vermehrung des eigenen Reichtums, also der eigenen Habgier, dient. Und wenn dieser Mensch dann noch Gebete verrichtet, womöglich um Unterstützung seines sündigen Tuns, für diese Missetaten, bittet, der setzt seinem Handeln die „Krone“ der Scheinheiligkeit auf. Je mehr ein Mensch so handelt, umso härter wird das Urteil Gottes beim Gericht ausfallen. Das ist die Botschaft Jesu, die in diesem Evangelium enthalten ist

Wer also so lebt und handelt, hat weder Jesu Botschaft begriffen noch wird er Gottes Wohlgefallen finden. Dass sollte die Schlussfolgerung aus diesem Evangelium für uns Menschen und unserem Lebensstil sein.

„Viele Reiche gaben viel. Da kam eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein. ... Die arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle anderen. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.“

Dieses scheinbar kleine Opfer der armen Witwe erhält von Jesus das höchste Lob. Denn diese Witwe hat, trotz ihrer Notlage bzw. ihrer Bedürftigkeit mehr gegeben, was sie konnte. Nicht die Geldmenge bzw. Höhe einer Spende ist dabei das Entscheidende sondern die Ausgangslage des Spenders ist das wesentliche Kriterium an dem immer eine Spende zu messen ist. Wer also viel hat, soll auch viel spenden, wenn er Jesus wirklich nachfolgen will, denn er gibt nur von seinem Überfluss etwas ab.

Jesus verwirft sicher nicht jede sichtbare Gabe. Aber in jeder Gabe soll/muss die Hingabe des eigenen Lebens an Jesus darin sichtbar werden. Dann wird die Gabe fruchtbar sein, denn dann ist sie ein Zeichen von verschenkender Liebe. Das ist die große Möglichkeit, die sich dem Menschen bietet: Der Mensch, besonders ein Christ, kann durch die Dinge der Welt offenbaren, wie ernst es ihm mit der Nachfolge Jesu ist. Wer so lebt, der lebt – bewusst oder unbewusst – in SEINER Nachfolge und in SEINER Botschaft.

Abschließen will ich mit einem Zitat und einem Gebet von Mutter Teresa von Kalkutta:

Das Zitat: „Nicht einmal Gott zwingt uns dazu zu teilen, wir müssen uns entscheiden.“

Es ist also unsere Entscheidung, ob wir teilen oder nicht. Gott gibt uns auch hier die Entscheidungsfreiheit, wie er uns auch die Entscheidungsfreiheit gibt sich für IHN oder gegen IHN zu entscheiden.

Und zum Schluss das Gebet von Mutter Teresa:
„Herr Jesus! Lehre uns auf Gottes Vorsehung zu vertrauen und hilf uns, unsere menschliche Habgier zu überwinden, gib uns die Kraft, uns sich dir ganz zu ergeben, damit ein Werkzeug sein können, deinen Willen zu erfüllen. Segne den Gebrauch des Geldes in der Welt, damit die Hungernden gespeist, die Nackten gekleidet, die Armen beherbergt und die Kranken gepflegt werden können.“

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 12. November 2015, 16:45

33. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Dan 12,1-3
2. Lesung: Hebr 10,11-14.18
Evangelium: Mk 13,24-32

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Das Kirchenjahr neigt sich dem Ende zu. Dieser Sonntag, der 33. Sonntag im Jahreskreis, ist der vorletzte dieses Kirchenjahres. Wie immer wird in dieser Zeit, wenn das Kirchenjahr zu Ende geht in den Lesungen und im Evangelium von der Endzeit verkündet.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Daniel ist eine an Daniel ergangene Prophetie über die Endzeit.

„Doch dein Volk wird in jener Zeit gerettet, jeder, der im Buch verzeichnet ist. …. Und die Männer, die viele zum rechen Tun geführt haben, werden immer und ewig wie die Sterne leuchten.“


Wenn auch ursprünglich diese Worte an das Volk Israel gerichtet sind, gelten sie jedoch auch für uns Christen, denn durch die Ankunft des Messias, also Jesus, gelten diese Worte auch an das Volk Gottes, das Er für Gott Vater erworben hat. Obwohl der Alte Bund Gottes mit den Juden nicht aufgehoben ist sondern auch weiterhin gilt, so hat Jesus für Gott durch sein Kreuzesopfer doch ein neues Volk für Gott erworben.

Und die Verheißungen, die vorher ergangen sind, gelten unvermindert weiter, denn Jesus hat ja eindeutig gesagt: "Ich bin nicht gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben.“ (vgl. Mt 5,17).

„Jeder, der im Buch verzeichnet ist“ wie es in der Lesung heißt, bedeutet, dass jene, die die Gebote und Anweisungen Gottes befolgen bzw. sich bemühen diesen zu folgen, im Buch des Lebens verzeichnet sind und gerettet werden. In der Offenbarung des Johannes, der Apokalypse, wird mehrmals das Buch des Lebens erwähnt, wo die Taten der Menschen aufgezeichnet sind und nach denen sie beim Jüngsten Gericht beurteilt werden. Und auch im Psalm 69 Vers 29 wird über die Frevler, die nicht Gottes Willen folgen, festgestellt: „Sie seien aus dem Buch des Lebens ausgetilgt und nicht bei den Gerechten verzeichnet.“

Jesus ist zwar gekommen um alle Menschen zu retten aber das bedeutet jedoch nicht, dass alle gerettet werden, denn er hat auch gesagt, dass nur die „von ihm Auserwählten“ zusammengeführt werden, wie es im Evangelium dieses Sonntags verkündet wird. Wenn heute oft verkündet wird, dass Jesus in seiner Barmherzigkeit alle retten wird, egal wie sie gelebt haben, so ist dies eine zeitgeistige Verkürzung und Verfälschung der Botschaft Jesu, die nur von Modernisten gesagt wird.

Das Evangelium dieses Sonntags ist der Endzeit-Rede Jesu entnommen. Diese Worte Jesu haben sowohl eine Bedeutung für das Ende der Welt aber auch für das Leben jeden Menschen in der Gegenwart.

In dieser Predigt kann nur ein schwacher Versuch vorgenommen werden, die Darstellung der Endzeit in das Leben des einzelnen Menschen zu übertragen.

„Aber in jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen, die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmel werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen.“

Für mich ist dieser Text ein Beweis dafür, dass Gott hier nachweislich gewirkt hat. Denn keiner wusste vor zweitausend Jahren genau, wie es sein wird, wenn eine Sonne zu einem schwarzen Loch zusammenfällt oder sich zu einer Supernova aufbläht und sie die umkreisenden Planeten und Trabanten verschlingt und dabei ganze Galaxien in ihren Grundfesten erschüttert werden. Das sind Erkenntnisse, die erst seit den letzten Jahrhunderten in Schritten gewonnen wurden. Es ist faktisch die Schilderung des Endes der Welt, des Sonnensystem, das vermutlich in Milliarden Jahren erfolgen wird. Natürlich ist dieser Text in den Worten der damaligen Zeit „gekleidet“.

Aber dieser Text ist auch in das Leben eines Menschen übertragbar, der einen Schicksalsschlag erlebt bzw. durchgemacht hat.

Für einen Menschen, der von einem schweren Schicksalsschlags getroffen wurde, diesem ist sein Lebenshimmel erschüttert. Es scheint ihm selbst an einem strahlenden Sonnentag keine Sonne und es scheinen ihm in einer klaren Nacht keine Sterne. Für ihn regiert meist nur das Chaos und die Finsternis und er sieht meist nur ein Ende, keinen weiteren Weg noch einen neuen Anfang. Dies gilt vor allem für Menschen, die fern von Gott leben, weil sie Atheisten sind oder sich von Glauben an Gott weit entfernt haben.

Anders der Mensch, der im Glauben und vor allem im vollen Vertrauen zu Jesus Christus und Gott Vater, der auch unser Vater ist, lebt. Auch er wird zuerst erschüttert werden, aber mit seinem ersten Schrei zu Gott wird bereits ein neuer Anfang gemacht. Und je tiefer er sich mit seinen Gebeten zu Jesus in Gott versenkt, umso mehr wird er diesem Chaos entfliehen können und er wird einen neuen Weg finden. Natürlich geschieht dies nicht schon bei einem einzigen kurzen Gebet, sondern es ist ein Prozess, der meist seine Zeit erfordert, die oft lange dauern kann. Aber am Ende dieses Prozesses wird er spüren, und damit mit seinem innersten Auge sehen, dass der Menschensohn mit seiner Herrlichkeit, die auch die Barmherzigkeit ist, zu ihm gekommen ist und damit der neue Anfang begonnen wurde. Denn Jesus allein ist das Heil und die Rettung des Menschen aber auch der gesamten Welt.

Leider haben sich viele Menschen der abendländischen-christlichen Welt vom wirklichen Glauben abgewandt und glauben alles „selbst verwirklichen“ zu können und wie Gott zu sein. Sie handeln gegen die Gebote und Anweisungen Gottes und meinen, dass die von Menschen geschaffenen profanen Menschenrechte das „non-plus-ultra“ sind und merken dabei nicht, dass sie damit der Dekadenz und Abnormität den Weg in der Welt bereiten. Und die Geschichte lehrt, dass alle jene Kulturen, die diesen Weg gegangen sind, innerhalb kürzester Zeit untergegangen sind. Nur die wenigstens Menschen lernen aus der Geschichte der Menschheit, dazu ist der Egoismus der Mehrheit der Menschen zu groß und sie folgen gerne dem Verführer, dem Satan, dem Diabolo, der der Gegenspieler Gottes ist und merken dabei nicht, dass sie sich dem Abgrund nähern.

Nochmals zurück zum Evangelium. Dem Evangelisten Markus ist vor allem die Zusage an die Jünger Christi wichtig, die er zusammenfassend in seinem Evangelium so darstellt:„Ihr werdet nicht verloren gehen! Ihr könnte es euch als Jünger Christi leisten, bis zum Ende auszuharren. Dann werdet ihr die Gemeinschaft mit dem Herrn erfahren!“

Jesus sagt es deutlich: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen, Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“

Wer Ohren hat, der höre!

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 19. November 2015, 16:07

Christkönigssonntag

1. Lesung Dan 7,2a.13b-14
2. Lesung: Offb 1,5b-8
Evangelium: Joh 18,33b-37

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Dieser Sonntag ist der Letzte der Sonntage im Jahreskreis und wird als der „Christkönigssonntag“ bezeichnet. Dazu zuerst etwas aus der Geschichte dieses Sonntags. Das Hochfest Christkönig wurde von Papst Pius XI. 1925 aus Anlass der 1600–Jahr-Feier des Konzils von Nicäa eingeführt und stellt den Gedanken der Königsherrschaft Christi in den Mittelpunkt. Dies war der kirchlich-geschichtliche Anlass für dieses Fest. Aber es gab auch einen weltlichen Hintergrund für die Einführung dieses Hochfestes. Und zwar: Vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der großen Monarchien Europas nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte Pius XI. in seiner Enzyklika „Quas primas“ (11. 12. 1925) den Gedanken, dass das wirksamste Heilmittel gegen die zerstörenden Kräfte der Zeit die Anerkennung der Königsherrschaft Christi sei. Die Früchte dieser Königsherrschaft Christi seien jedoch „Gerechte Freiheit, Ordnung, Ruhe, Eintracht und Friede“, die die Welt dringend brauchte. Ursprünglich wurde das Hochfest am letzten Sonntag im Oktober gefeiert, aber mit der Liturgie-Kalenderreform wurde es auf den letzten Sonntag im Kirchenjahr verlegt. Soweit der geschichtliche Hintergrund dieses Sonntags.

Auch die beiden Lesungen dieses Sonntags sind Endzeit-Lesungen. In der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Daniel wird die Vision des Daniels über das endzeitliche messianische Gottesreich verkündet.

„Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn, Ihm wurden Herrschaft, wurde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft, Sein Reich geht niemals unter.“

Und diese Worte aus dem Buch Daniels hat die Kirche immer auf Jesus als den gekommenen Messias bezogen, denn Seine Herrschaft ist einerseits nicht von dieser Welt und andererseits ist sie unvergänglich und wird niemals untergehen. Wie oft haben in den letzten 2.000 Jahren Mächtige dere Erde versucht diese unvergängliche Herrschaft Jesus und das messianische Reich, das auf der Erde von der Hl. Mutter Kirche repräsentiert wird, zu brechen aber letztendlich sind sie selbst oft innerhalb kürzester Zeit untergegangen, sei es in der Zeit der Urkirche das dekadente Rom gewesen, oder in den letzten Jahrhunderten die Französische Revolution, der Nazismus oder der Kommunismus. Aber auch der Postkommunismus, der sich verdeckt, oft als Grünpolitik, in den letzten drei Jahrzehnten breit macht, wird diesen Weg gehen. Denn eine Welt und Gesellschaft, die Gott leugnet und ohne Gott wirkt, wird auf Dauer nicht bestehen können sondern wird sich selbst vernichten. Die diesbezüglichen Anzeichen wie der vorhandene Relativismus und die immer öfter auftretende Dekadenz sind ja schon existent. Gott hat viel Zeit, denn „tausend Jahre sind für dich wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht.“ (Ps 90,4).

Und so erklärt und beschreibt auch der Seher Johannes in seiner Offenbarung, der die zweite Lesung entnommen ist, in der Einleitung der Apokalypse das Wesen Gottes: „Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.“

Das Alpha ist der Anfang und das Omega das Ende des griechischen Alphabets und somit umfasst Gott alle Bereiche der Wirklichkeit und der Existenz und damit auch die gesamte Welt, auch jene die Gott bekämpfen und glauben ohne ihn zu existieren. . Spätestens nach ihrem irdischen Tod werden diese erkennen, dass sie einer Chimäre nachgejagt sind,

Das Evangelium dieses Christkönigsonntags ist aus der Leidensgeschichte Jesu des Evangelisten Johannes entnommen und beinhaltet jenen Abschnitt wo Jesus vor Pilatus steht.

Jesus antwortet auf die Frage des Pilatus, ob er der König der Juden sei, mit: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

Die Antworten, die Jesus Pilatus gibt sind Worte der Offenbarung, des Bekenntnisses und des Zeugnisses in Einem. Hätte Jesus dem Pilatus nur mit „Ja“ auf seine Frage geantwortet, wäre es sehr missverständlich gewesen.

Denn das Königtum Jesu und sein Königreich sind nicht von dieser Welt und hat mit den Vorstellungen eines irdischen Königtums oder eines irdischen Königreich überhaupt nichts Gemeinsames.

In Jesu Königreich gelten andere Gesetze als in den Reichen der Welt. Es gelten nicht die Gesetze der Macht, der Gewalt, der Herrschaft und der Unterdrückung.

Sein Reich gründet auf der göttlichen Vollmacht Seines Vaters, des allmächtigen Gottes, für das ER und „für die Wahrheit Zeugnis“ ablegt, indem ER der Welt Gottes Gegenwart offenbart. Dass bedeutet jedoch keinesfalls, dass Sein Reich nur innerlich wirksam ist und mit der realen Welt nichts zu tun hätte. Sein Kommen und Wirken hat ja die Verwandlung dieser Welt und der geltenden Machtstrukturen zum Ziel. Dass war sein Auftrag, dem er mit seinem Wirken nachkam. Und dieses Ziel war und ist es, dass der Mensch erkennt, anerkennt und sich aus seinem eigenen freien Willen sich diesen Kriterien unterwirft, dass Gott, sein Wirken und seine Gebote für das Leben der Menschen maßgeblich ist.

Und Jesus hat diesen Auftrag Seiner Kirche in der Welt als sein Vermächtnis übertragen als ER zum Vater zurückkehrte.

Daher hat auch heute Seine Kirche den Auftrag dieses Wirken Gottes und Seine Gebote der Welt klar zu machen und deren Missachtung in der Welt deutlich aufzuzeigen. Auch wenn damit die Kirche gegen den heutigen Mainstream handelt und nicht der „political correctness“ entspricht.

Dass die Kirche immer Feinde in der Welt hatte, ist ja nichts Neues. Aber in dieser Zeit, der Jetztzeit, treten diese Feinde wieder verstärkt auf, ja vielleicht so mächtig wie noch nie in der gesamten 2000-jährigen Geschichte der Kirche. Da werden die Gebote Gottes missachtet, indem die Abtreibung und Euthanasie, die doch beides eindeutig Mord sind, Homosexualität und dergleichen mehr als Menschenrechte deklariert werden.

Dass dahinter die atheistische Ideologie steht, ist jedem klar, der die Geschichte dieser Ideologie nur etwas kennt. Das Ziel dieser Ideologie ist es, die Kirche, die die Hüterin der Ethik und der Moral ist, nicht nur zu diffamieren sondern sie nach Möglichkeit zu vernichten, und die Diktatur .des Relativismus zu errichten, der im Wesentlichen auf die primitiven Instinkte des Menschen basiert. Dass dieser Weg bereits fortgeschritten ist, zeigen ja die bereits vorhandenen Ergebnisse in der Welt. Auch der frühere Hl. Vater, Papst Benedikt XVI. hatte bereits wiederholt auf die Gefahren dieses Relativismus in Ansprachen hingewiesen.

Bedauerlich ist, dass selbst gute Katholiken im deutschsprachigen Raum und in Westeuropa, ob aus Feigheit oder aus Opportunismus, sogar höhere Kleriker, entweder diese Gefahren eminent unterschätzen oder bewusst „mitspielen“ und damit als Trittbrettfahrer bzw. Steigbügelhalter dieses Weges fungieren und nicht dagegen auftreten. Wenn nämlich alle, die sich als Christen bezeichnen, den Worten Jesu und seiner Lehre wirklich Gläubig folgen würden, hätte diese Ideologie keinen Erfolg.

Aber die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen, dieses Versprechen Jesu haben wir (vgl. Mt 16,18 ). Aber auch wir Christen müssen das Unsere dazu tun, indem wir fest und offen dagegen auftreten, dass dieser Relativismus nicht noch mehr die Übermacht gewinnt. Dass Jesus bei uns ist, dieses Versprechen haben wir, das hat er uns gegeben..

Herr Jesus, Christus, öffne all jenen die Augen, die sich als Christen bezeichnen aber in Wirklichkeit dir nicht nachfolgen sondern sich ihr „Christentum“ selbst basteln damit sie zu dir umkehren und deiner Lehre unverkürzt und unverfälscht folgen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit, der du mit Gott, dem Vater, lebst und herrschst.

Amen.
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Donnerstag, 26. November 2015, 16:12

Lesejahr C
1. Adventsonntag

1. Lesung: Jer 33,14-16
2. Lesung: 1 Thess 3,12-4,2
Evangelium: Lk 21,25-28.34-36

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Das neue Kirchenjahr, das diesen Sonntag mit dem 1 Adventsonntag beginnt, beginnt so wie das alte Kirchenjahr geendet hat, nämlich mit einer Lesung und einem Evangelium, das die Endzeit zum Thema haben.

Der Abschnitt der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesaja enthält auch eine Verheißung über den Lohn, der jenen zukommt, die gerecht sind. So heißt es in diesem Text, obwohl er zu den Endzeittexten gehört:

„Wer rechtschaffen lebt und immer die Wahrheit sagt, wer es ablehnt, Gewinn zu erpressen, wer sich weigert, Bestechungsgelder zu nehmen, wer sein Ohr verstopft, um keinen Mordplan zu hören, und die Augen schließt, um nichts Böses zu sehen, der wird auf den Bergen wohnen, Felsenburgen sind seine Zuflucht, man reicht ihn sein Brot und seine Wasserquelle versiegt nicht.“

Natürlich ist der Text in der Sprache der damaligen Zeit verfasst, und ist trotzdem zeitlos, denn er kann auch in die heutige Zeit ohne Probleme übertragen werden.

„Wer rechtschaffen lebt“ bedeutet nichts anderes als nach den Geboten und Weisungen Gottes zu leben und zu handeln. Und anschließend werden einige besonderen Vergehen aufgezählt, die auch heute immer wieder getan werden. Bestechungsgelder, gerne auch so bezeichnet als „kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“, um Vorteile jeder Art zu erlangen sind auch heute in vielen Bereichen gang und gäbe, nur wird es juristisch nüchtern als Korruption bezeichnet und je nach Art und Wert ist es strafbar. Beim Mordplan geht es nicht nur darum um den Plan jemanden zu töten sondern es betrifft auch die Verleumdung bzw. den Rufmord, der über einen Menschen etwas Falsches und, sei es auch nur ein Gerücht bewusst in Umlauf bringt. Denn wenn das Falsche auch dann etwas korrigiert wird, „etwas bleibt immer hängen“, und dies ist bei vielen, die so handeln genau die Absicht warum sie so ein Gerücht in die Welt setzen..

Und die Verheißung, die dieser Text gibt, ist, dass der Gerechte unangreifbar ist, denn Felsenburgen waren faktisch unangreifbar, und jederzeit das zum Leben unbedingt nötige Brot und Wasser haben wird.

Das sagt der Text dieser Lesung aus.

Das Evangelium ist der Endzeit Rede Jesu entnommen und weißt gewisse Parallelen zum Markus-Evangelium auf. Doch für Lukas, der Heidenchrist und Arzt war, sind andere Faktoren wichtiger als für Markus und er benutzt auch in seinem Evangelium Worte Jesu, die als Sondergut bezeichnet werden, und ansonsten nur noch im Evangelium des Matthäus aufscheinen.

Trotzdem müssen die vier Evangelien als Einheit betrachtet werden und die darin aufscheinenden Unterschiede sind dadurch bedingt an welche Adressaten das jeweilige Evangelium gerichtet war. Einheitlich für alle Evangelien ist die Beschreibung des Wirkens Jesu als Menschensohn, das heißt als Sohn Gottes, beschreiben und sie machen gleichzeitig das Aufrichten des Reiches Gottes in dieser Welt sichtbar. Dieser Hintergrund der Evangelien muss immer berücksichtig werden, wenn auf Unterschiede in den Texten hingewiesen wird, wie es gerne jene machen, die zweifeln oder die damit die Grundlagen des Christentums als falsch hinstellen wollen. Soweit dies als Vorbemerkung, die im Anfang eines neuen Kirchenjahres auch seinen Platz hat.

Aus dem Evangelium sollen zwei Verse besonders hervorgehoben werden. Der erste Vers lautet:

„Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, so wie man in die Falle gerät.“

Diese von Jesus ausgesprochene Warnung gilt heute noch genauso wie zu seiner Zeit. Nicht, dass Jesus damit das Trinken eines Glases Wein oder eines anderen alkoholhaltigen Getränkes verurteilt, sondern er warnt vor der Unmäßigkeit des Trinkens von Alkohol. Denn im Rausch oder wenn sich sogar schon die Krankheit der Trunksucht eingestellt hat, dann weiß der Mensch oft nicht mehr wie er handelt. Und wie viele Sünden, aber noch mehr Gewalttaten werden durch Rausch und Trunkenheit ausgelöst. Immer wieder wird in den Medien davon berichtet. Und wie viel Leid wird dadurch in den Familien und in der Gesellschaft ausgelöst.

Gegen ein Glas Wein oder Bier zum Essen oder auch in einer Gesellschaft, einer Party wie man heute sagt, ist also nichts einzuwenden, es dürfen dabei auch etwas mehr als eins sein. Aber sehr wohl darf gegen die Anzahl aufgetreten werden, die bereits Auswirkungen auf das Benehmen und Handeln des Menschen hat. Und diese Grenze muss jeder Mensch für sich kennen. Offen ausgedrückt: Ein Tier weiß genau, wann es genug hat vom Saufen und Fressen.

Genauso ist es mit den erwähnten Sorgen des Alltags. Jesus leugnet damit nicht, dass es keine Sorgen des Alltags gibt, aber er warnt davor, dass wir Menschen uns so von den Sorgen des Alltags so überwältigen lassen, dass wir auf Gott auf unserem irdischen Weg, den wir gehen müssen, vergessen. Dabei kann uns Gott, wenn wir IHM vertrauen und uns Ihm anvertrauen, helfen, die Sorgen des Alltags zu bewältigen. Nicht, dass Er uns diese Sorgen vollkommen wegräumen kann und will, aber Er gibt uns die Kraft, dass wir diese tragen können.

Außerdem können diese Sorgen auch dazu dienen, uns zu prüfen, wie weit wir auf Gott vertrauen und uns dabei an Ihn im Gebet wenden. Denn in dem Spruch: „Gott lädt niemand mehr auf als er tragen kann“ wird wahres angesprochen. Ohne das Vertrauen in Gott und das Gebet an Ihn kann schon die kleinste Kleinigkeit an Sorge als Last empfunden werden, die nicht zu bewältigen ist, während der tiefgläubige Mensch diese kleine Sorge oft nicht einmal merkt.

Und die Worte aus dem Vers „jener Tag euch nicht plötzlich überrascht“ haben einen Doppelsinn. Einerseits wissen wir nicht wann der Tag des Jüngsten Gerichts sein wird und andererseits wissen wir auch im irdischen Leben nicht wann der Tag und die Stunde unserer Abberufung sein wird und der Tod eintritt. Damit will uns Jesus aufmerksam machen, dass wir so leben sollen, dass wir jederzeit vor Gott hintreten können und über unser Leben Rechenschaft ablegen können. Genau das wird von vielen Menschen mit der Meinung „Also so schnell wird nicht gestorben“ verdrängt, wobei vergessen wird, dass der Tod ab dem Zeitpunkt der Geburt jederzeit eintreten kann. Und wer mit offenen Augen durchs Leben geht, weiß wie schnell der irdische Tod eintreten kann, sei es durch einen Unfall, sie es durch einen plötzlichen Herzstillstand.

Und der zweite Vers, den wir bedenken sollen, lautet: „Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.“

Auch dieser Vers mit der Aufforderung zum „Wachen“ hat eine Verbindung zu dem vorher erwähnten. Diese Aufforderung Jesu bedeutet für jeden Menschen, jederzeit mit wachen Augen, d. h. mit offenen Augen, während seines Lebens durch die Welt zu gehen, um dort korrigierend eingreifen zu können, einzugreifen, wo er selbst fehlerhaft handelt. Also genau dort, wo er bewusst sündigt, so zu handeln, dass er die bewusste Sünde in Zukunft meidet. Und für die Vergebung der Sünden steht uns das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, zur Verfügung, das uns die Vergebung gewährt, wenn wir Reue über die Sünde haben und dabei vor allem auch den Vorsatz in uns tragen, nicht mehr zu sündigen.

Und die zweite Aufforderung in diesem Vers ist „Betet“. Das Gebet ist das Gespräch mit Gott, das wir jederzeit suchen sollen. Dieses Gespräch mit Gott ist immer und überall möglich, sei beim Fahren in den öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch bei der Arbeit ein kurzer Gedanke an Gott oder ein Stoßgebet. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Nur beim Autofahren oder bei gefährlichen Arbeiten, wo der Mensch sich voll konzentrieren muss, um Unfälle zu vermeiden, soll und muss das Gebete vermieden werden, In diesen Fällen, wo es zu den Unfällen kommen könnte, wäre das Gebet und der Gedanke an Gott, selbst für Gott ein Gräuel, das wage ich zu behaupten.

Und weisen wir den Nächsten auch auf seine Sünden hin, denn Jesus hat es deutlich verkündet: „Wenn dein Bruder sündigt gehe zu ihm und weise in zu recht.“ (vgl. Mt 18,15). Auch Dietrich Bonhoeffer, dieser tiefgläubige evangelische Theologe hat sich diesbezüglich geäußert indem er feststellte: „ Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“ Wer eine derartige Zurechtweisung als Verurteilung durch den Nächsten betrachtet, der outet sich in Wahrheit als ein Pseudochrist, der die Wahrheit nicht hören will und in seiner Sünde verbleiben will. Derselbe Hintergrund steht dahinter auch ein Mensch auf eine Mahnung von der Sünde abzulassen oder diese nicht zu begehen darauf antwortet: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“ Dass sind die Antworten jener an die Mahner, die bewusst eine bewusste Sünde begangen haben oder begehen wollen, ja diese schon planen.

Das beginnende Kirchenjahr mit seiner Adventzeit auf das Kommen des Herrn ist die rechte Zeit gute Vorsätze zu machen und versuchen sein Leben zu verbessern. Handeln wir also in unserem Leben so im Geiste und der Lehre Jesu, dann befinden wir uns auf dem steilen Weg zum engen Tor in das Ewige Leben, das uns Jesus verheißen hat.

Amen.
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Donnerstag, 3. Dezember 2015, 15:20

2. Adventsonntag

1. Lesung: Bar 5,1-9
2. Lesung: Phil 1,4.-6.8-11
Evangelium: Lk 3,1-6

Liebe Christen! Liebe Leser!

Aus dem Buch Baruch stammt die alttestamentliche Lesung, die an diesem Sonntag verkündet wird. Baruch war der Sekretär des Propheten Jeremia und hat diese Schrift nach seiner eigenen Angabe im 1. Kapitel des Buches in Babel geschrieben. Es enthält einen Trost für die Verschleppten Israels, die in Babylon leben.

„Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.“

Und diese Verheißung an das Volk Israel ist auch eine Verheißung an die Christen, die Jesus, dem Heiland und Erlöser, dem Messias nachfolgen. Denn sie sind das Volk Israel des Neuen Bundes, das sich Christus erworben hat und von diesem heimgeführt wird, nämlich ins Ewige Leben.

Ja, wir Christen werden nach unserem irdischen Tod in Freude zu Gott heimgeführt in das Ewige Leben. Diese Verheißung hat uns Jesus gegeben, wenn wir den Geboten und Anweisungen Gottes folgen. Jesus selbst wird beim Gericht für alle eintreten, die an IHN glauben und ihm nachfolgten.

Auch die neutestamentliche Lesung aus dem Epheserbrief des Apostels Paulus gibt eine ähnliche Verheißung, wenn er schreibt:

„Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher an Einsicht und Verständnis wird, damit ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt. Dann werdet ihr rein und ohne Tadel sein für den Tag Christi, reich an der Frucht der Gerechtigkeit, die Jesus Christus gibt, zur Ehre und zum Lob Gottes.“

Die Hoffnung des Apostels für die Epheser ist, dass deren Liebe zu Christus immer reicher zu Verständnis und Einsicht in die Lehre Christi führt und sie damit die Früchte am Tag Christi, am Tag des Gerichts, ernten dürfen. Und diese Verheißung, die der Apostel Paulus an die Epheser schreibt, gilt auch für die Christen jeder Zeit.

Beide Lesungen, also jene aus dem Buch Baruch als auch aus dem Epheserbrief des Apostels Paulus, sind für uns Christen die Verheißung des versprochenen Lohnes, den wir erwarten dürfen, wenn wir Christus nachfolgen und die Gebote und Anweisungen Gottes in unserem Leben einhalten.

Auch wenn das Evangelium des 2. Adventsonntag uns den Beginn des Wirkens des Johannes des Täufers erzählt, ist doch auch diese Verheißung der Lesungen im Hintergrund des Evangeliums vorhanden, wenn wir genau darüber nachdenken.

„Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden. Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt!“

Es sind dies Worte des Propheten Jesaja, deren viele wir in den Lesungen des Advents zu hören bekommen und sie sind immer eine Aufforderung: „dem Herrn den Weg zu bereiten und ihm die Straßen zu ebnen". Das ist ein Auftrag für uns, den wir in zweifacher Form erfüllen sollten.

Der erste Auftrag an die Gläubigen, also auch an mich ist, ich sollte aus meinem Herzen heraus so handeln, dass ich dem Herrn den Weg zu mir selbst ebne, indem ich alles wegräume, was Ihn hindert zu mir zu kommen. Wenn ich nach seinen Geboten lebe, ebne ich dem Herrn den Weg zu mir. Jede Abweichung von diesen Geboten ist also ein Stein, der den Weg holprig, uneben macht und ein Hindernis für den Herrn zu mir.

Ein anderes Hindernis ist auch eine verschlossene Tür. Eine Tür, die ich selbst verschlossen habe. Auch das Herz hat so eine Tür und der Herr steht vor dieser Tür. Und er klopft an und wartet, dass ich ihm diese Tür meines Herzens von innen aufmache, sodass er bei mir eintreten kann.

Der zweite Teil dieses Auftrages an mich ist, dass ich alle Menschen teilhaben lassen solle und zwar an meinem Glauben, an meinem Christsein. Die Menschen sollen erkennen, auf welchen Grundlagen mein Leben aufgebaut ist. Das ist in der heutigen Zeit sicher nicht einfach und wird vor allem viel „Gegenwind“ erzeugen. Aber Jesus ist immer bei uns um uns zu stärken.

„Und alle Menschen könnten das Heil sehen, das von Gott kommt!", wie der Prophet Jesaja sagt.

Oft während des ganzen Kirchenjahres, aber ganz besonders in der Adventzeit beten und singen wir immer wieder: „Komm, Herr Jesus!"

Und in jeder Messe beten wir: "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir bis Du kommst in Herrlichkeit!"

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn dieser Wunsch: "Komm, Herr Jesus!" erfüllt würde. Wie wäre es, wenn unser Herr Jesus Christus plötzlich in unserer Mitte wäre, wenn er auf die Erde, nach Europa, nach Österreich/Deutschland, in die eigene Stadt, in die eigene Pfarre kommen würde und mitten unter uns wäre?

Eines würde in diesem Fall sicher sein. ER würde unser ganzes Programm erheblich durcheinander bringen und vermutlich sogar ein Chaos hervorrufen

Denn wir könnten nicht einfach so weitermachen, wie bisher. Wir könnten nicht mehr so schön beten oder singen: "Komm!". Mit unseren schönen Weihnachtsfeiern, den Geschenken wäre es vorbei, denn ER wäre ja nun da.

Ganze, auch fromme, Welten würden zusammenbrechen, die wir uns selbst aufgebaut haben. Und wie würde jeder von uns dann reagieren? Vielleicht würden wir sogar sagen: „Warte noch, lass Dir Zeit, es eilt nicht, komm noch nicht, nicht in dieser Zeit, nicht in diesem Moment!" Oder würden wir das sagen, was Dostojewski seinen Großinquisitor sagen lässt: „Warum bist du denn überhaupt gekommen? Störe uns wenigstens nicht vor der Zeit."

Wozu soll ER kommen? Haben wir, Einzelne ausgenommen, denn nicht alles in unserem Leben? Wir haben Wohnung oder Haus, Auto, Fernseher, Haushaltsmaschinen, Sparguthaben, Kleidung, Computer, Internetanschluss usw. usw., dazu noch oft einen vollen Terminkalender, den Kopf voll mit den neuesten Nachrichten und Trendmeldungen. Wir leben doch so, wie es uns am bequemsten ist und wie wir es uns bequem machen.

Manchmal begegne ich Menschen, die vom Brot allein nicht satt werden, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, den zu finden, der sie begeistern kann, dem sie nachfolgen wollen. Menschen, die wirklich suchen und die nicht jene Antwort bekommen, die sie für ihr Leben erwarten, weil unser eigenes Zeugnis für Christus zu schwach ist.

Und im Krankenhaus traf ich als Seelsorger oft Menschen, die den Sinn des Lebens suchten, aber vom Leben nichts mehr zu erwarten hatten - außer dem Tod. Und doch haben diese Menschen noch etwas erwartet, nicht vom Tod, sondern von Christus haben sie etwas erwartet, das Ewige Leben.

So ist unser Leben; es ist so voll Widerspruch! Komm, Herr Jesus! Jesus, komm noch nicht, warte noch, störe mich nicht! Dafür sein und dagegen sein, pro und contra, dicht nebeneinander – oft sogar gleichzeitig, so sind wir Menschen.

Aber da gibt es ein Buch voller Hoffnungen, voller Erwartungen, die meinen eigenen Erwartungen und Erwartungen weit voraus sind, nämlich die Bibel, die Offenbarung Gottes, Seine Worte für uns Menschen. Und dieses Buch der Offenbarung Gottes mündet letztlich in den Ruft: „Komm, Herr Jesus! Zerbrich die Mauern meiner engen Welt!“

Komm, Herr Jesus oder warte, es hat noch Zeit? Diese Frage sollte ich mir immer wieder stellen und mir selbst eine Antwort geben.

Komm, Herr Jesus ich warte auf Dich und Deine Barmherzigkeit, führe mich in das Reich Deines Vaters, das sollte die Antwort eines Christen auf die Frage nach dem Sinn des Lebens sein.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Sonntag, 6. Dezember 2015, 15:42

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria - 8. Dezember

1. Lesung: Gen 3,9-15.20
2. Lesung: Eph 1,3-6.11-12
Evangelium: Lk 1,26-38

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Dass die alttestamentliche Lesung vom Sündenfall im Paradies berichtet, hat den Hintergrund, dass durch Eva die Sünde in die Welt gekommen ist, während Maria als Mutter des Sohnes Gottes von ihrer Zeugung an „rein“ war. Dieser Gegensatz wird in der Verkündigung an diesem Hochfest auch klargestellt.

Zwei Verse aus dieser Lesung aus dem Buch Genesis sind so zeitlos für die Menschen solange es die Menschengeschichte gibt.

„Adam antwortete (Gott): Die Frau, die du mir beigestellt hast sie hat mir von dem Baum gegeben und so habe ich gegessen. Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt und so habe ich gegessen.“

Die Ausrede: So alt wie es die Menschheit gibt – Nicht ich bin schuld, sondern ein Anderer auf den ich zeige, wenn ich etwas Falsches getan habe. Dass ich jedoch mit meinem eigenen freien Willen und womöglich gegen die Gebote und Anweisungen Gottes das Falsche getan habe, dass kehre ich unter den Teppich. Weitergesponnen wird dann aus dem Täter sogar das Opfer so wie es sich manchmal im Strafprozess gerne der Täter sich als Opfer der Gesellschaft hinstellen will wie zBspl. der Räuber, der feststellt „Ich habe mir ja nur von dem, der mehr hat als ich, das genommen, was ich brauche.“ Dass der Beraubte mehr hat weil er fleißig arbeitet und somit seinen Lohn sich erarbeitet hat, während der Räuber nicht arbeiten will und daher vom Raub lebt, dass wird dann gerne soziologisch und auch psychologisch „verständnisvoll“ erklärt. So wie es im Kommunismus war, wo nur die Parteikader das Recht auf Wohlstand hatten während die Masse nichts hatte. Und hatte zufällig einer aufgrund seines bescheidenen Lebenswandel doch etwas mehr nahm man es ihm weg. Wenn er sich dann beklagte, bekam er im besten Fall zu hören: „Warum hast Du mehr als die anderen? Das musst Du hergeben!“ während er im schlechtesten Fall sogar als Bourgeois und „Gesellschaftsparasit“ im Gulag, dem Straflager, landete.

Heute ist die Vorgangsweise etwas diffiziler. Jetzt geht es weniger um Besitz sondern um die Meinungs- und Gedankenfreiheit, die ja auch im linken System verboten war. Und diese Meinungs- und Gedankenfreiheit wird immer mehr eingeschränkt. Wer in der Öffentlichkeit mit christlichen Argumenten gegen den links-rot-grünen Mainstream auftritt, wird sofort entweder als „Fundamentalist“ bezeichnet oder sogar ins Nazi-Eck gestellt weil er nicht das links-rot-grüne Gedankengut vertritt. Und genau in diesem Bereich hat es in den letzten Jahren sehr bedenkliche Entwicklungen gegeben, die die Menschen aufrütteln und „aufstehen“ lassen müssten.

Das Evangelium dieses Hochfestes ist die Verkündigung des Erzengels Gabriels an Maria. Im Volksmund wird das heutige Fest missverständlich „Maria Empfängnis“ genannt. Das Glaubensgeheimnis des heutigen Festtages ist, dass Maria schon bei ihrer Zeugung von der Erbsünde bewahrt worden ist.

Es ist ein altes Fest der Kirche und wird in der Ostkirche schon im 5. Jhdt. bezeugt, im Abendland seit dem 12. Jhdt. Bereits 1476 scheint es im römischen Kalender auf und Papst Clemens I. hat es 1708 für die ganze Kirche vorgeschrieben. Und im Jahre 1854 wurde das Dogma, der Glaubenssatz, von Papst Pius IX in der Bulle „Ineffibilis Dei“ verkündet, dass „Maria vom Augenblick ihrer Empfängnis an von jedem Schaden der Erbsünde bewahrt worden ist“.

Also erst rund 1.300 Jahre, nachdem dieser Glauben in der Kirche schon vorhanden war, wurde dieses Dogma verkündet.

Anna, die Mutter Marias, hat also Maria empfangen, die sofort ab der Zeugung ohne Erbsünde war. Anna war in ihrer Ehe mit Joachim kinderlos und hat bei einer Wallfahrt nach Jerusalem Gott um ein Kind gebeten und das Gelübde getan, dass sie dieses Kind Gott weihen wird. Und so wurde Maria mit ca. 3 Jahren dem Tempel als Tempeljungfrau übergeben.

Wer die Heilige Schrift gut kennt, wird wissen, dass von dieser Begebenheit im Neuen Testament nichts zu lesen ist.

Dieses Wissen, auch die Namen Anna und Joachim, kennen wir aus dem apokryphen Protevangelium des Jakobus. Als Mitte des 4. Jhdt. durch die Kirchenväter das Neue Testament seine heute gültige Gestalt angenommen hatte, wurde eine Reihe von Schriften, die nicht direkt mit der Lehre Jesu, seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung in Verbindung gebracht wurden, als „Apokryph“ bezeichnet. Dazu gehören neben dem erwähnten Jakobus-Evangelium, auch Schriften wie das Thomasevangelium, der Barnabasbrief und einige weitere Schriften.

Ich möchte nun den folgenden Satz aus dem Evangelium herausgreifen:

„Der Engel trat bei ihr (Maria) ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete. der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.“

Jeder Mensch kann sich vorstellen, dass Maria erschrocken war als sie der Engel so begrüßte. Ja, Maria, sie ist die Begnadete, denn sie ist die Mutter Jesu, des menschgewordenen Sohn Gottes, der unser Erlöser, Retter und Heiland ist. Damit ist sie auch unsere Fürsprecherin, unser Mittlerin bei ihrem Sohn und Gott Vater und sie ist unsere himmlische Mutter, aber auch die Mutter der Kirche.

Wir Menschen können jederzeit zu ihr im Gebet um ihre Fürsprache, um ihre Hilfe, bitten und können gewiss sein, dass sie ihrem Sohn diese Bitte nahe bringt. Und wenn diese Bitte im Sinne des Lebensplanes ist, den Gott mit uns hat, dann können wir sicher sein, dass diese Bitte auch erfüllt wird.

Von der Erfüllung dieser Bitten zeigen die vielen Votivtafeln in den Marien-Wallfahrtsorten, die von den ehemaligen Hilfesuchenden gespendet wurden.

Eng verbunden mit der Person Marias sind auch die vielen Erscheinungen auf die ich jetzt besonders eingehen will, da diese immer wieder zu Diskussionen unter den Gläubigen führen.

Grundsätzlich gelten alle Erscheinungen Mariens als Privatoffenbarung und bedeuten, dass es im Glauben jedes einzelnen Gläubigen liegt, ob er diese Privatoffenbarungen annimmt oder nicht. Denn die Offenbarung ist durch Jesus und die Schriften des Neuen Testaments vollkommen abgeschlossen.

Schon am Tag nach dem heutigen Hochfest wird am 9. Dezember der Tag „Unserer Lieben Frau von Guadeloupe“ gefeiert. Durch die Heiligsprechung des Hirten im Jahre 2002, ist im liturgischen Kalender nun der Gedenktag des Hl. Juan Diego festgelegt. Es ist jener Tag an dem Maria in Guadeloupe dem einfachen Hirten im Jahre 1531 erschien.

Wer sich mit den Erscheinungen Mariens und ihren Botschaften beschäftigt, kann man feststellen, dass diese Botschaften nichts Neues darstellen. Sie fordern nur alle Menschen immer wieder auf, Jesus zu folgen. Maria fordert uns darin immer wieder auf: zum Gebet, vor allem des Rosenkranzes, zum Fasten, zur Buße und zum Empfang der Sakramente. Und es wird in keiner Botschaft etwas verkündet, dass der Lehre der Kirche entgegensteht. Wird in einer Botschaft etwas verkündet, dass der Offenbarung oder der Lehre der Kirche entgegensteht, so kann diese Botschaft bzw. Erscheinung nicht „echt“ sein

Maria will also alle Menschen zu Jesus führen und fordert uns damit auf Jesus nachzufolgen. Das ist das Ziel aller Erscheinungen. Mit Maria zu Jesus.

Und bei den meisten Erscheinungen gibt es auch eine Botschaft oder eine Begebenheit, die auf die Echtheit der Erscheinung hinweisen.

Einige Beispiele möchte ich erwähnen. Bernadette von Lourdes wurde von allen als unglaubwürdig bezeichnet, um nicht zu sagen als „geisteskrank“ oder „hysterisch“. Ihr Pfarrer, dem sie von der schönen Dame, wie sie sie nannte, berichtete, forderte sie auf, die Frau solle ihr sagen, wer sie sei. Die Antwort, die Bernadette erhielt war: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“, ließ den Pfarrer endgültig aufhorchen und ließ ihn erkennen, dass die Erscheinung echt sein konnte. Denn für ihm war klar, dass dieses einfache Mädchen, das kaum lesen konnte, den theologischen Begriff „Unbefleckte Empfängnis“, nicht kennen konnte, denn das Dogma war erst sehr kurz bekannt Damit kam auch der kirchliche Untersuchungsprozess in Gang, der zur Anerkennung führte.

Und in Fatima war es das sogenannte „Sonnenwunder“, das hunderte Menschen sahen.

Dass Medjugorje noch nicht anerkannt wurde, liegt sicher daran, dass die Erscheinungen noch andauern. Aber der Heilige Vater Johannes Paul II. hat sehr wohl davon gesprochen, dass viele Gnaden und Früchte von diesem Ort ausgehen. Denn alle Anerkennungen wurden von der Kirche immer erst dann ausgesprochen, wenn die Erscheinungen und die damit verbundenen Botschaften abgeschlossen waren.

Ich weiß, dass viele Gläubige diesen Erscheinungen und Botschaften skeptisch gegenüber stehen. Aber auch jeder Gläubige muss sich davor hüten, die Erscheinungen und Botschaften Marias über Jesus und die Lehren der Bibel zu stellen. Denn die Botschaften haben vor allem einen Zweck: Den Gläubigen zum Glauben und zu Jesus zu führen und nicht anderes.

Hören wir also auf die Botschaften der Muttergottes: „Mit Maria zu Jesus“. Denn IHM sollen wir nachfolgen.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 10. Dezember 2015, 15:24

3. Adventsonntag (Gaudete)

1. Lesung: Zef 3,14-17
2. Lesung: Phil 4,4-7
Evangelium. Lk 3,10-18

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Der 3. Adventsonntag führt auch die Bezeichnung „Gaudete“ nach dem Eröffnungsvers (Introitus) der Hl. Messe: „Gaudete in Domino semper“ („Freuet euch im Herrn zu jeder Zeit!“), der leider seit der Liturgiereform meist nicht mehr rezitiert oder gesungen wird und damit fällt auch der Leitgedanke der jeweiligen Hl. Messe weg. Nur in Choral-Hochämtern wird dieser Vers oft noch gesungen, sofern er nicht unliturgisch weggelassen wird.

Vor allem die Lesungen verkünden die Freude über den Herrn, der in der Mitte seines Volkes ist, während das Evangelium auf das Kommen des Messias hinweist.

„Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! … Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bring!“

Diese Stelle, die aus dem kleinen prophetischen Buch Zefanja, das nur aus 3 Kapiteln mit 53 Versen besteht, entnommen ist, schlägt die Brücke zum Neuen Testament und dem messianischen Gottesreich. Es verkündet die Freude über den König, der seinem Volk die Rettung bringt. Und dieser König des messianischen Gottesreiches ist Jesus, der eingeborene Menschensohn Gottes, der aus der Jungfrau Maria geboren wurde und der sein Volk, das er sich erworben hat, erlöste.

Und dieses erhoffte messianisches Reich, das sich das Volk Israel zur Zeit Jesu erwartete, war nicht ein weltliches Reich wie jenes vom König David, sondern vom Messias wurde ein überirdisches Reich ohne weltliche Macht gebracht und aufgerichtet. Daher war auch die Enttäuschung groß, die dem Volk Israel vor 2.000 Jahren beschert wurde und es reagierte entsprechend. Aber für uns Christen hat dieses Reich Gottes mit der Geburt Jesus schon begonnen und wird sich einst im Ewigen Leben bei Gott vollenden.

Auch der Apostel Paulus schreibt im Philipperbrief der zweiten Lesung: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage sich: Freut euch! …. Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“

Diese Freude und den Frieden im Herrn, den der Apostel anspricht, ist jener, den Jesus mit den Worten anspricht: „Nicht jeder, der zur mir sagt Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21)

Und diese Worte Jesu bedeuten, dass die Gebote und Anweisungen Gottes einzuhalten sind und vor allem dem Nächsten nichts Böses anzutun. Dann wird sich die Freude und der Friede beim Menschen einstellen, der uns verheißen ist.

So lässt sich also zusammenfassend feststellen, dass das „Freuet euch zu jeder Zeit im Herrn“ einerseits der Hinweis ist, dass im Herrn, also in Jesus, für den Gläubigen jederzeit die Freude ist und andererseits es die Freude der Adventzeit ist, dass die Ankunft des Herrn im Weihnachtsfest bevorsteht, aber auch die zweite Ankunft, die Wiederkehr, des Herrn am Ende der Zeit, in Freude zu erwarten ist.

Eine andere Art von Freude verkündet das Evangelium, das vom Wirken des Johannes des Täufers berichtet und mit der Frage der Menschen an den Johannes beginnt: „Was sollen wir also tun?“

Zu beachten sind dabei die vorhergehenden, aber nicht verkündeten, Versen des Evangeliums in denen darauf hingewiesen wird, dass Scharen von Leuten zu dem Propheten ins Jordantal hinauszogen sind um seine Predigt zu hören und sich von ihm taufen zu lassen. Und Johannes schonte in seiner Predigt die Leute nicht. Denn er sagte: „Ihr Schlangenbrut, wer hat euch gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen.“

Das Wort „Schlangenbrut“ meint die giftige niederträchtige Verschlagenheit des Menschen, der glaubt dem Gottesgericht entrinnen zu können. Denn nicht allein der Taufritus oder die Zugehörigkeit zum Volk Gottes führen automatisch zur Rettung vor dem Gottesgericht und verbürgen Gottes Heil, sondern die Früchte sind es.

Johannes der Täufer sprach also schon von den Früchten, und wie oft hören wir dann im Evangelium Jesus von den Früchten, die jeder Gläubige bringen soll, sprechen. Früchte sind die ethisch guten Werke, die Praxis des Glaubens im sozialen Umfeld und das dazu nötige Engagement.

Zwei Menschengruppen werden von Johannes besonders angesprochen: die Zöllner und die Soldaten. Diese werden aus dem Grund besonders erwähnt um darauf hinzuweisen, dass auch im beruflich-amtlich-politischen Bereich Gerechtigkeit walten zu lassen ist. Die Mahnung zum brüderlichen Teilen, zu Solidarität, Nächstenliebe, aber auch Genügsamkeit und die ethisch-soziale Verantwortung stehen im Vordergrund seiner Predigt.

Und diese Art der Predigt und der Taufe lässt bei den Menschen den Verdacht aufkommen, ob Johannes nicht schon der erwartete Messias ist.

„Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“

Johannes weist also sofort daraufhin, dass ein Stärkerer kommt, der mit Heiligem Geist und Feuer taufen wird. Außerdem macht er auf drei wesentliche Unterschiede zwischen ihm und dem kommenden Messias hin. Er als Prophet darf dem Messias nicht einmal den Sklavendienst des Schuhaufschnürens leisten, seine Wassertaufe ist weniger wert als die Geist- und Feuertaufe des Messias, und der Messias ist selbst der Weltenrichter an Gottes statt.

Durch die Taufe des Messias wird Gottes Geist übermittelt, und die Feuertaufe bedeutet das endzeitliche Gericht. Der Messias wird die Spreu vom Weizen trennen, denn die Schaufel zur Trennung hält er bereits in der Hand.

So mahnte Johannes das Volk in seinem „Evangelium“, in seiner Predigt, das natürlich nicht das Evangelium Jesu Christi ist.

Aber Jesus wird in seinem Evangelium oft noch viel radikaler predigen, indem er die Menschen aufforderte alles zu verkaufen, jeder möge sein Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen.

Für uns getaufte Christen, die mit dem Heiligen Geist getauft sind und in der Gegenwart leben, bedeuten „die Früchte bringen“ das wesentliche in diesem Evangelium. Aber wir dürfen auch auf die Einhaltung der Gebote Gottes und das Vermeiden der Sünde nicht vergessen. Denn selbst die größten sozialen Taten der Nächstenliebe werden vermindert oder sogar unwirksam, wenn ein Mensch immer wieder bewusst sündigt oder gar ständig in Sünde lebt.


Bemühen wir uns also in unserem Leben durch das Vermeiden der Sünden, vor allem jener, die dem Mitmenschen schaden, sowie durch gute Taten auf dem schmalen Weg zu gehen und damit wir durch das enge Tor in das Ewige Leben zu gelangen.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft die bewusste Sünde zu meiden und dem Mitmenschen keinen Schaden zuzufügen, damit wir durch das enge Tor ins Leben gehen können. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 17. Dezember 2015, 16:04

4. Adventsonntag

1. Lesung: Mi 5,1-4a
2. Lesung: Hebr 10,5-10
Evangelium: Lk 1,39-45

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die wichtigsten Worte der ersten, der alttestamentlichen, Lesung am 4. Adventsonntag ist aus dem Buch des Propheten Micha und lauten:

„Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll...... Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft der Herrn, in hohen Namens Jahwes, seines Gottes.... Und er wird der Friede sein.“

Diese Worte des Propheten Micha sind sicher allen bekannt, die die Bibel bzw. das Evangelium kennen. Denn es sind die Worte, die der König Herodes auf seine Frage von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten zur Antwort bekam als er sie beim Besuch der Magier fragte, wo der Messias geboren würde.

Micha war ein jüngerer Zeitgenosse des Propheten Jesaja und lebte um 700 vChr., also vor rund 2.700 Jahren.

Schon zu dieser Zeit, also faktisch 700 Jahre vorher, wurde dem Volk Israel das Kommen des Messias verheißen und die Erwartung seiner Ankunft gegeben. Lange musste daher das Volk Israel warten bis sich diese Prophetie erfüllte. Gott hat sein Volk nicht vergessen und sandte den verheißenen Messias als die Zeit für sein Kommen gegeben war. Ein Beweis wie treu Gott ist und dass er seine Verheißungen, auch noch nach Jahrhunderten erfüllt, nämlich dann wenn er es für richtig findet, denn bei Gott „sind tausend Jahre, wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht“ (vgl. Ps. 90,4).

Und das sollen und dürfen wir als Christen nie vergessen und daher müssen wir ein unbeschränktes Vertrauen zu Gott haben, egal was auch passiert. Gott erfüllt seine Verheißungen zu der Zeit, wann ER für notwendig, für erforderlich hält.

Im Evangelium des 4. Adventsonntags wird die Ankunft Mariens bei Elisabeth zum Besuch verkündet. Auch diese Evangeliums-Perikope ist sehr bekannt. Darin heißt es:

„Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib …. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“


Die Worte Elisabeth sprechen das aus, was sich an Maria ereignet hat. Denn Maria ist mehr gesegnet vor allen anderen Frauen und sie bekennt im anschießenden Magnificat, das leider nicht verkündet wird, „denn der Mächtige hat Großes an mir getan“.

Ja, für dem Menschen, der an Gott glaubt, kann dieser Großes tun und tut es auch heute an jenen, die Er berufen will, die Ihm ihr Ohr öffnen, sich Ihm zuneigen und ihr „bereit“ geben, wie es Maria damals getan hat.

„Selig bist du, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“

Mensch, hörst Du den leisen Anruf Gottes und was der Herr Dir sagen will? Der Herr will jedem Menschen etwas für sein Leben sagen, aber es wird meist nicht gehört, denn die Voraussetzungen, die dafür notwendig sind, werden vom Menschen selten geschaffen. Vor allem wenn der Mensch nur in das Irdische verstrickt ist und nur dieses für ihn wichtig ist, dann wird er nicht hören und kann es auch nicht hören, was der Herr ihm sagen will.

Sicher jeder Mensch hat auf Erden seine Aufgaben zu erfüllen, wie den Beruf, die Aufgaben in der Familie, im sozialen Umfeld zu wirken usw. aber darüber hinaus sollte er das Himmlische über das Irdische nicht vergessen.

Darum sagt auch der Apostel Paulus im Kolosser-Brief „Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische“(Kol 3,2) und „Darum tötet, was irdisch an euch ist“ (Kol 3,5).

Damit meint der Apostel nicht, dass wir unsere irdischen Pflichten vergessen oder verletzen sollen, sondern dass wir unseren Sinn auf das Himmlische richten sollen und diesem die Priorität gegenüber dem Irdischen geben sollen.

Und auch Jesus sagte: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz!“ (Mt 6,21) sowie „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ (Mt 6,24c).

Leider wird jedoch in der heutigen Zeit das Irdische meist so in den Vordergrund gestellt, dass für das Himmlische wenig oder gar keine Zeit bleibt. Damit ist für die Menschen die Basis geschaffen, Gott und den Glauben zu vergessen. Und wenn der Mensch meint, dass er sich damit das Paradies auf Erden schaffen kann, wenn er das Irdische als das Wichtigste in den Vordergrund stellt, dann wird er früher oder später mehr als enttäuscht werden. Denn wer die Worte Gottes vergisst oder als Christ nicht beachtet, wird auf einem Irrweg gehen.

Wem das Himmlische, also Gott, wichtig ist, der nimmt sich jeden Tag entweder am Morgen oder am Abend, noch besser am ;Morgen und am Abend, wenigstens eine Viertelstunde Zeit, für das Gespräch mit Gott, dem Gebet, und Gott wird dem Menschen dann mit der Zeit ein hörendes Herz geben und er wird erkennen, was Gott dem Menschen für sein Leben sagen will, welchen Weg er gehen soll.

Aber vergessen dürfen wir dabei eines nicht: Jeder Mensch ist schwach und damit auch ein Sünder. Und das ist ein weiterer Auftrag Gottes an den Menschen, nämlich die Sünde in ihm zu bekämpfen, vor allem die bewusste Sünde. Eine bewusste Sünde ist jene, die eine Handlung, eine Tat, beinhaltet, von der dem Menschen von Anfang an bewusst ist, dass sie Sünde ist, wenn er diese Handlung, diese Tat, begeht, wie zBspl. Diebstahl, Raub, Ehebruch, Lüge, Gotteslästerung usw. Diese bewussten Sünden sollten ständig im Menschen bekämpft werden, Und geschah diese bewusste Sünde einmal trotzdem, dann ist sie im Sakrament der Versöhnung, der Beichte, vor zu Gott bringen und zu bereuen mit dem Vorsatz diese Sünde in Zukunft nicht mehr zu begehen.

Wenn als ein Mensch von einem Mitbruder oder einer Mitschwester auf eine derartige Sünde aufmerksam gemacht wird, dann sollte er froh sein Antwortet dieser Mensch aber mit „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“, dann dokumentierst dieser, dass er in der Sünde verharren und damit weiter gegen Gott und seine Gebote bewusst verstoßen will. Denn dieses Aufmerksammachen, ist kein Richten sondern eine Zurechtweisung (vgl. 2 Thess 3,15) um den Sünder, die Sünderin auf den rechten Weg wieder zurückzuführen. Dietrich Bonhoeffer hat es so gesagt: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“

Gott ist barmherzig zu jedem Sünder, der umkehrt und seine bewussten Sünden bereut und diese in Zukunft meidet. Leider wird in der heutigen Zeit die Forderung der Umkehr von der Sünde gerne weggelassen, obwohl diese Forderung von Jesus mehrmals in den Evangelien gestellt ist und so tut und auch fälschlich verkündet als ob Gott ohne eine einzige Bedingung alle Sünden vergibt. Wer eine derartige falsche Lehre unter dem Titel der „Barmherzigkeit Gottes“ verkündet ist eindeutig ein Irrlehrer und wird sich einmal auch für jene verantworten müssen, die er durch seine Irrlehre auf den falschen Weg geführt hat.

Daher wenn Du ein wirklicher Christ sein willst: Stellst Du das Himmlische vor das Irdische, meidest Du die bewusste Sünde und kehrst um vom falschen Weg, dann bist Du auf dem schmalen Wege, der zum engen Tor des Himmelreiches führt.


Amen.
Preis den Herrn!

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Mittwoch, 23. Dezember 2015, 10:33

Hochfest der Geburt des Herrn
In der Heiligen Nacht

1. Lesung: Jes 9,1-6
2. Lesung: Tit 2,11-14
Evangelium : Lk 2,1-14

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

Zuerst möchte ich ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen und Ihnen die Invitatoriums-Antiphon des heutigen Tages zurufen. „Christ ist uns geboren, kommt, wir beten ihn an!“

„Gesegnete Weihnachten“ - heute eher selten gebrauchte Worte als Weihnachtswunsch. Denn Wünsche wie „Frohe Feiertage“, „Fröhliche Weihnachten“, „Frohe Weihnachten“ usw. haben den christlichen Hintergrund des zweithöchsten christlichen Festes nach Ostern verdrängt. Nicht nur, dass bereits teilweise seit September Weihnachtsdekorationen in den Geschäften aufgetaucht sind, so überschlagen sich die Nachrichten nach jedem Einkaufstag immer wieder mit statistischen Berichten um wie viel oder weniger gegenüber dem Vorjahr eingekauft wurde. „The American Way of Life“, der eigentlich ein dekadenter ist und nur dem Götzen Mammon dient sowie kitschige Auswüchse aufweist, hat auch Europa voll in Griff und verdrängte den wirklichen Sinn des Weihnachtsfestes inklusive der Vorbereitungszeit im Advent.

Vor mehr als 700 Jahre vor Christi Geburt hat der Prophet Jesaja über Gottes Inspiration „die Verheißung der Geburt des göttlichen Knaben“ ausgesprochen, die in der alttestamentlichen Lesung verkündet werden.

„Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“

So beginnt die Lesung und weist darauf hin, dass das Volk Israel in der Finsternis der Sünde lebt und der Rettung durch Gott bedarf. Aber anschließend wird dem Volk die tröstliche Verheißung der Rettung durch den Messias gegeben.

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter, man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende.“

Und Jesus, der eingeborene Sohn Gottes, wird Mensch und richtet mit seiner Frohen Botschaft das Reich Gottes auf Erden auf, aber in einer anderen Form als es die Menschen damals erwarteten und auch in der Jetztzeit erwarten, die gerne das Paradies auf Erden hätten und damit den irdischen Götzen wie Mammon, Sex, Spaß usw. huldigen.

Aber das Reich Gottes ist nicht ein Reich der Macht auf Erden wie es sich die Herrscher der Erde wünschen, seien es Kaiser, Könige, Fürsten, Politiker, oder auch das Volk gerne hätte sondern dieses Reich Gottes beginnt im Herzen der Menschen mit der Einhaltung der Gebote und Anweisungen Gottes. „Ist auch Jesus in Bethlehem geboren aber nicht in deinem Herzen, dann ist er für dich nicht geboren“, so ein abgewandelter Spruch, der für jeden Christen zutrifft.

„Gebote einhalten? Ich lasse mich doch nichts einschränken, mir etwas vorschreiben oder verbieten, was mir in mein Leben passt“ so hört man es als Seelsorger immer wieder – sogar sehr oft von jenen, die sich „gute Christen“ nennen, aber sicher kein Vorbild christlichen Lebens sind Und dann hört man oft noch: „Gott ist so barmherzig und liebt die Menschen, dass er alles verzeiht!“ Dieser Satz ist mit der falschen Meinung und Irrlehre verbunden: „Es ist egal, was Mensch macht. Gott verzeiht in seiner Barmherzigkeit immer alles!“ – eine total falsche Ansicht und Lehre.

Denn Jesus darf nicht nur auf die Barmherzigkeit und Nächstenliebe verkürzt werden darf sondern ER hat wesentliche, um nicht zu sagen, harte, Konsequenzen für jene verkündigt hat, die nicht die Gebote und Anweisungen Gottes einhalten wollen. Die Barmherzigkeit Jesu und Gottes kommt erst dann zur Wirkung, wenn der Sünder von der Sünde ablässt und mit seinem Leben zu einem gottgefälligen Leben umkehrt. Ansonsten gelten noch immer die Worte Jesu, die auf die Konsequenzen hinweisen wenn keine Umkehr erfolgt und hier spricht Jesus sehr wohl vom Verderben (vgl. Mt 7,13; Mt 10,28 ), von der Hölle (Mt 10,28; Mk 9.43) für jene, die sich außerhalb der Gebote Gottes bewegen, insbesondere in jenen Bereichen, die die schweren Sünden betreffen.

Ähnliches sagt auch der Apostel Paulus in seinem Titus-Brief aus dem die 2. Lesung erfolgt.

„Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben.“

Ja, Jesus ist auf die Welt gekommen um alle Menschen zu retten. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder gerettet wird, sondern nur dann wenn er entsprechend gelebt hat. Jesus ist auf die Welt gekommen um jene Menschen zu retten und zu Seinem Vater zu führen, die an IHN glauben, die die Gebote Gottes einhalten und nach ihnen leben. Wer das nicht will, hat seinen Lohn schon erhalten wie es auch im Matthäus-Evangelium heißt (Mt 6,2).

Das Evangelium ist die Verkündigung der Geburt Jesu. „Der Engel aber sagte zu ihnen (den Hirten): Fürchtet euch nicht, den ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll. Heute ist euch in der Stadt Davids, der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“

Der Hinweis des Engels für die Hirten auf die Stadt David war klar, denn der Messias sollte in Bethlehem geboren werden. Denn bei den Propheten hieß es seit Jahrhunderten. „Du. Bethlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda, denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ (Mt. 2,6; vgl. Mi 5,1)

Die Verkündigung des Engels war die langersehnte Botschaft für das Volk Israel, dass der langerwartete Messias, der Retter seines Volkes geboren worden war und dass diese Heilsbotschaft für die gesamte Menschheit wichtig ist.

Doch wie immer verbirgt sich ein göttliches Heilsereignis oft unter unscheinbaren Zeichen, denn Gott zeigt sein Wirken den Menschen nicht in Macht und Gewalt, sondern meist als ein Anklopfen, das nicht immer von allen Menschen verstanden wird. Nur wer guten Willens ist und auf Gott vertraut, der für Gott ein offenes Herz und Ohr hat, der wird dieses leise Wirken Gottes verstehen und auch hören.

So war es damals in biblischer Zeit und so ist es auch heute. Denn nur wer mit einem für Gott offenen Herzen lebt, der kann diese leisen Anrufe Gottes hören und verstehen.

Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn die Welt gesandt um ihn zum Heiland und Retter der Menschheit zu machen. Öffne unsere Herzen, damit wir immer Deine leisen Anrufe hören und ihnen folgen können. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit. Gloria in excelsis Deo.

Amen.
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Mittwoch, 23. Dezember 2015, 16:14

Hochfest der Geburt des Herrn
Am Tag

1. Lesung: Jes 52,7-10
2. Lesung Hebr 1,1-6
Evangelium Joh 1,1-18 oder 1,1-5.9-14

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Liebe Leser!

Die Lesungen und das Evangelium der Messe „Am Tag“ des Hochfestes der Geburt des Herrn, also am Christtag vormittags, sind geprägt von der Erfüllung der Verheißungen, die Gott den Vätern des Volkes Israel durch die Propheten gegeben hat und das Kommen des Messias vorhersagten.

„Der Herr macht seinen heiligen Arm frei vor den Augen aller Völker. Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.“

Die Prophezeiung aus dem Buch Jesaja bedeutet, dass Gott handeln und die gesamte Menschheit das Heil Gottes sehen wird, wenn die Menschen bereit sind das Heil anzunehmen. Aber Gott zwingt niemand das angebotene Heil anzunehmen. Wer das Heil Gottes nicht annehmen will, es also ablehnt und damit auch Gott selbst ablehnt, dem ist sein „Lohn“ bereits zugeteilt wie es an mehreren Stellen des Alten und Neuen Testaments heißt.

Auch die Lesung aus dem Hebräerbrief des Apostels Paulus macht es deutlich: „Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat“ und „er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät im Himmel gesetzt.“

Der Apostel fasst in diesem Vorwort zum Hebräerbrief das Geheimnis der Menschwerdung sowie die Aufgabe Jesu, des menschgewordenen Gottessohnes, in wenigen Worten zusammen.

Nur wer glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist, der unsere menschliche Natur angenommen hat und uns zum Vater im Himmel in das Ewige Leben führen will, und wer dabei seiner Lehre folgt, steht fest im christlichen Glauben. Aber dazu kommen noch wesentliche Forderungen Jesu, die ER in den Antithesen zur Bergpredigt deutlich machte und wichtig sind: „Nicht jeder, der zur mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21) Damit verbunden ist auch die Warnung Jesu „Geht durch das enge Tor. Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm.“ (Mt 7,13). Also nur wer den Willen des Vaters erfüllt, d.. h. die Gebote und Anweisungen Gottes befolgt, dies ist der Weg, der für uns Menschen durch das enge Tor ins Ewige Leben führt.

Und mit dem Prolog des Johannes-Evangeliums, der das Evangelium der Messe „Am Tag“ ist, schließt sich der Kreis der Verkündigung über die Menschwerdung des Gottes Sohnes in unserer Menschennatur. Vermutlich war der Prolog schon lange vor der Verwendung im Evangelium durch Johannes ein überlieferter urchristlicher Hymnus, der die Bedeutung Jesu, des Wortes .Gottes, für die Schöpfung und vor allem für die Glaubenden verkündet.

„Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.“

So die ersten fünf Verse des Prologs und damit des Johannes-Evangeliums. Viele Christen, die nicht gewohnt sind regelmäßig die Bibel zu lesen, werden bereits an dieser Stelle Probleme haben und so wie der Dr. Faust sagen: „Hier steck ich schon, wer hilft mir weiter fort?“

Dazu eine kleine Abweichung zum Verständnis der Heiligen Schrift. Nur durch das regelmäßige und wiederholte Lesen der Heiligen Schrift und das Meditieren über die einzelnen Abschnitte wird uns Menschen das Verständnis für das Wort Gottes, das sich in der Bibel manifestiert, ermöglicht. Zusätzlich sollte jeder, der in die Heilige Schrift „eindringen“ will, sich noch mit dem Kontext, dem Umfeld, sowie dem geschichtlichen Hintergrund beschäftigen. Als Unterstützung dazu gibt es eine umfangreiche Literatur, doch sollte jeder bei der Auswahl dieser beachten, dass er sich eine solche Begleitliteratur auswählt, die der Lehre der katholischen Kirche entspricht, denn es ist vieles am Büchermarkt erhältlich, das nicht diesen Anforderungen entspricht

Und nun weiter zur Erörterung über den Prolog, der im Besonderen aus zwei Teilen besteht, Der erste Teil besingt die allumfassende Bedeutung des Wortes für die ganze Schöpfung und er mit den oben zitierten Worten beginnt. Der zweite Teil beginnt mit den Worten: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“ Diese Worte sind das antwortende Bekenntnis der Gemeinde, der Glaubenden, die die eigene konkrete Erfahrung kundtut, die sie mit Jesus, dem Wort und Offenbarer Gottes gemacht hat.

Aber dieser Hymnus bzw. Prologs hat als Grundtendenz, dass es um das geschichtliche Wirken des Wortes Gottes geht, also um Jesus, in der Welt und für die Welt und verbindet damit Heil und Schöpfung und verweist auch darauf, dass es keine Trennung zwischen Schöpfungswirklichkeit und Heilwirklichkeit, zwischen Weltgeschichte und Heilsgeschichte gibt. Schöpfung bzw. Welt und Heil sind miteinander so verwoben, denn von der Macht des göttlichen Wortes ist alles gewirkt, geschaffen und durchdrungen.

Dass Gott in Jesus wirklich Mensch geworden und somit einer von uns ist, das will Johannes im Prolog und in seinem Evangelium deutlich machen. ER, Jesus, kam als Mensch zu uns, nicht als verkleideter Gott wie manche Irrlehrer meinten oder heute es sogar so manche Menschen meinen, die erklären, dass es den historischen Menschen Jesus gar nicht gegeben hätte sondern dass er ein erfundenes „Fabelwesen“ wäre.

Auch die Worte des Prologs sprechen von diesem Unglauben, der sich von Anfang immer wieder eingeschlichen hat. Johannes macht es deutlich;

„Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben …. sondern aus Gott geboren sind.“

Und daraus ergibt sich die erste und auch wichtigste Entscheidung eines Menschen. Will ich gläubig sein oder nicht? Für einen Glaubenden muss Jesus, das menschgewordene Wort Gottes, der Sohn Gottes, der Menschensohn, wahrer Gott und wahrer Mensch sein, der in die Welt gekommen ist um die Menschheit wieder zu Gott Vater zurückzuführen und uns zu erlösen. Denn ER lehrt die Menschen, lädt sie in SEINE Nachfolge ein und ER gibt den Menschen auch die Konsequenzen bekannt wenn sie nicht auf den Wegen Gottes gehen. ER fordert die Umkehr des Menschen zur unverkürzten und unverfälschten Lehre Gottes und ist nicht nur der barmherzige Sozialarbeiter, der alles toleriert und verzeiht, wie es so gerne in der heutigen Zeit verkündet wird., Denn sehr oft sind in den Evangelien die Worte Jesu zu jenen erwähnt, die ER geheilt oder denen ER verziehen hat: „Geh hin uns sündige nicht mehr.“

Ein wirklich Glaubender zu sein, bedeutet daher, die Offenbarung, Altes- und Neues Testament, immer wieder zu lesen und zu betrachten, die Gebote und Anweisungen Gottes in seinem Leben umzusetzen und dabei auch die Lehre der Kirche mit zu berücksichtigen, die auf der Offenbarung Gottes beruht.

Herr Jesus Christus, hilf uns immer, dass wir den Geboten und Anweisungen Gottes folgen, damit wir auf dem schmalen Weg durch das enge Tor gehen dürfen und so die Verheißung des Ewigen Lebens als Lohn erhalten. Dir sei Lob und Preis, der du mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist lebst und herrschst in Ewigkeit.

Amen.
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Freitag, 25. Dezember 2015, 11:38

26. 12. – Stephanietag

1. Lesung Sir 51,1-8
2. Lesung Apg 6,8-10;7,54-60
Evangelium Mt 10,17-22

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Am Stephanietag wird des ersten Märtyrers der Kirche gedacht und sowohl in der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesus Sirach als auch aus dem Evangelium wird darauf hingewiesen, dass jene, die am Wort Gottes festhalten und es sogar verkünden mit Ungemach ja oft sogar mit dem Tod zu rechnen haben aber letztendlich mit dem Ewigen Leben bei Gott belohnt werden.

Bei Jesus Sirach, der ca. um 180 vChr die Texte verfasste, liest es sich so: „Ich will deinen Namen verkünden, du Hort meines Lebens ….. Ich wandte mich nach allen Seiten und fand keinen Helfer, ich spähte nach einem Beistand, doch keiner war da. Da dachte ich an das Erbarmen des Herrn, an die Taten seiner Huld, die seit Ewigkeit bestehen. Er hilft allen die auf ihn vertrauen und erlöst sie aus jeder Gefahr.“

Sirach gab in seinem Buch Anweisungen und Regeln, vor allem für die jüdische Jugend, die auf der Basis der Thora und der Weisheitsliteratur beruhten und er versuchte auch den hellenistischen Einfluss auf das Judentum zu integrieren wo er nicht dem Jüdischen entgegenstand. Hier hatte er daher mit Anfeindungen orthodoxer Kreise zu rechnen. Es ist also ein Buch, das in einer Zeit des kulturellen „Umbruchs“ entstanden ist, bietet aber humane und sittlich religiöse Leitsätze für den Weg des Glaubens.

Anders die Lesung aus dem 6. und 7. Kapitel der Apostelgeschichte, die eindeutig auch als Geschichtsschreibung zu verstehen ist, die von den „Sieben“ und dem Beginn des Diakonats berichtet.

Und zum Diakonat möchte ich einen kleinen geschichtlichen Exkurs machen, da für viele der Diakon noch immer das „unbekannte Wesen“ in der Kirche ist. Auch wenn die Apostelgeschichte von Lukas erst um 70 nChr. geschrieben wurde, so konnte der Evangelist nicht nur auf mündliche Überlieferungen sondern auch auf bereits vorhandene Schriften zurückgreifen. Schon im 1. Timotheusbrief des Apostels Paulus, der vor dessen Tod Mitte 60 nChr. geschrieben worden ist, werden bereits die Ämter der Bischöfe und der Diakone erwähnt, d. h. dass zu diesem Zeitpunkt diese Ämter in der Kirche bereits bestanden haben. Auch der hl. Irenäus von Lyon bezeugt, dass der Diakonat mit der Einsetzung der "Sieben" begonnen hat, vermutlich um die Mitte 40 nChr., und die Literatur der Kirchenväter bestätigt außerdem das von Anfang an die hierarchische Ämterstruktur der Kirche den Diakonat miteinschloss. Für Ignatius von Antiochien, der um 117 nChr. das Martyrium erlitten hat, erscheint eine Kirche ohne Bischof, Presbyter und Diakone undenkbar. Er unterstreicht aber auch, dass der Dienst des Diakons nichts anderes ist als der Dienst Jesu Christi als der dienende Christus. Viele Diakone erlitten das Martyrium in den Zeiten der Urkirche, wie der hl. Laurentius, Marcellus, Marianus und die vielen anderen. Auch wenn viele moderne Theologen in der Jetztzeit diesen Zusammenhang leugnen wollen, die oben angeführten Fakten lassen sich nicht „wegleugnen“. Diese modernen Theologen, die faktisch die nachweisbare Kirchengeschichte leugnen sind nichts anderes als Irrlehrer vor denen seit dem Anfang der Kirche gewarnt wird.

Und nun zum heiligen Stephanus, er ist einer der ersten Diakone und der erste Märtyrer der Kirche. Aus den zwei Kapiteln der Apostelgeschichte, die ihn erwähnen, wird nur ein kleiner Teil davon in der Lesung verkündet. So wird die wunderbare Rede, die Stephanus vor dem Hohen Rat hielt, gänzlich weggelassen.

Erwähnt wird in der Lesung die Ursache warum er vor den Hohen Rat geschleppt wurde.

„Stephanus aber voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk." Einige vom Volk, Libertiner, Zyrenäer, Alexandriner, erhoben sich und stritten um theologische Fragen mit ihm doch „sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem der sprach nicht widerstehen.“

Und so verleumdeten sie Stephanus beim Hohen Rat, der dann auch in seiner großen Rede vor dem Hohen Rat diesem in aller Klarheit den Spiegel vor das Gesicht hielt. Zu dieser Rede knirschten sie mit den Zähnen, aber als Stephanus sagte: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“ waren sie über diese scheinbare Gotteslästerung empört, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.“

„Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“. Mit diesem Satz erklärte Stephanus, dass er ein mystisches Bild in seinem inneren Auge hatte.

Für viele Menschen, auch für viele Christen, etwas vollkommen Unvorstellbares. Verständlich ist diese Unvorstellbarkeit nur dann wenn ein Mensch den Glauben nur mit dem Verstand, der Ratio, betrachtet, alles andere ausschließt und nicht mit dem Herzen glaubt. Leider sind in diesem Bereich besonders die Traditionalisten federführend, die meinen, „was sich nicht sein darf, kann nicht sein“. Oder spricht hier vielleicht ein gewisser Neid aus dieser Haltung, weil sie in ihrer Beengtheit nicht für das Mystische offen sind? Hier findet man auch die größten Zweifler daran, dass Gott auch heute Botschaften und die Gottesmutter zu den Menschen schickt um die Menschen wachzurütteln.

Nur wenn ein Mensch von Gott, Jesus und seiner Lehre im Herzen erfüllt ist, ein offenes Herz und ein hörendes Ohr hat, kann er sich so etwas vorstellen. Denken Sie doch an die vielen mystisch-begabten Heiligen, die in den vergangenen 2.000 Jahren gelebt haben. Auch in unserer Zeit gibt es immer wieder durch die Gnade Gottes mystisch begabte Menschen. Denken Sie an Teresa von Avila, die Sr. Faustina Kowalska, an die Seher von Medjugorje, um nur einige zu nennen.

Und für diesen Weg gibt es mehrere Voraussetzungen, die gemeinsam zum Tragen kommen müssen. Die erste Voraussetzung für diesen Weg ist das große Mysterium unseres Glaubens, die Eucharistie, dass bewusste Mitfeiern der Messe und die Gewissheit, dass Jesus sich für uns am Kreuz geopfert hat, um uns zu erlösen. Der zweite Teil ist das ständige ja tägliche Lesen und Meditieren der Heiligen Schrift, aber auch des Katechismus der Kirche mit einem offenen und hörenden Herzen.

Die dritte Voraussetzung zeigt uns der Apostel Paulus. Hier, in der Lesung wird er noch als Saulus bezeichnet zu dessen Füssen die Kleidungsstücke die Steiniger abgelegt haben und der den Mord gutgeheißen hat. Bis er selbst das mystische Erlebnis vor Damaskus hatte, das seine Umkehr bewirkte. Aus dem Saulus wurde der Paulus, jener Völkerapostel, der den Glauben an Jesus den heidnischen Völkern brachte.

Und diese Umkehr des Paulus ist auch für uns wichtig. Denn auch wir können und sollen umkehren zu Jesus. Umkehr zu Jesus bedeutet, IHN in die Mitte meines Lebens zu stellen und in meinem Herzen fest zu verankern. Seine Lehre unverkürzt und unverfälscht anzunehmen und nicht nur das aus dem Glauben anzunehmen, was mir in mein Lebenskonzept passt.

Nur wenn wir in unserem Leben so handeln, werden wir zu einem festen Glauben kommen und mit der Gnade Gottes auch persönliche Gotteserfahrungen machen dürfen.

Das Evangelium vom heutigen Tag ist die Aufforderung Jesu zum furchtlosen Glaubenszeugnis, so wie es der Stephanus getan hat.

„Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt.“

Zum Schluss des Evangelium sagt Jesu: „Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.“

Eine Verheißung, die auch heute noch gilt, wie die gesamte Botschaft Jesu. Vor dieser Verheißung schildert Jesu all das was in der Geschichte des Glaubens und der Menschheit passieren wird. Alles davon ist eingetroffen.

Im 20. Jhdt. hat es so viele Märtyrer gegeben, wie noch nie. In diesem Jahrhundert waren es wahrscheinlich viel mehr, als all in den Jahrhunderten davor seit der Urkirche zusammen.

Aber die christliche Religion war nie eine Schönwetterreligion, wenn sie ernst gelebt wird. Sie fordert immer zu einer vollkommenen Entscheidung heraus. Ich kann mich für Jesus entweder nur mit allen Konsequenzen entscheiden oder nicht.

Wenn ich mich nur teilweise entscheiden will, dort wo die Lehre Jesu mir passt oder wo sie es mir im eigenen Leben bequem macht, dann mache ich Jesus zum Gespött und biete seinen Gegnern die Grundlage ihn zu bekämpfen. So wie es heute in den Medien dauernd vorkommt.

Genauso ist es, wenn ich in die Lehre Jesu Esoterik, buddhistisches und hinduistisches Gedankengut hineinmische und so den Glauben verfälsche.

Eine Warnung gibt uns der Engel in der Apostelgeschichte, der an die Gemeinde von Ladiozäa gesandt worden war und feststellt: „Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß. Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien.“ (Offb 3,15b-16).

Dies ist die Forderung zur konsequenten Entscheidung so wie auch Jesus sagt: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, alles andere stammt vom Bösen.“ (Mt 5,37)

Also Jesus will vom den Menschen ein klares „JA“ oder „Nein“, Er will also kein „Jein“ oder „Ja, aber“ – sondern eine klare Entscheidung und nichts anderes.

Eines ist sicher: Wer sich konsequent für Jesus entscheidet, wird zwar bekämpft werden, aber in Wirklichkeit geachtet. Und wer über den Glauben und die Religion spottet, beweist nur, dass er eine feste charakterliche Haltung nicht begreifen kann und dass er vielleicht sogar aus Neid darüber so handelt und ach aus diesem Grund spottet und dagegen auftritt.

Jeder Mensch, auch ich, steht immer wieder, oft sogar täglich, vor der Entscheidung, gehe ich den Weg der Nachfolge mit Jesus mit aller Konsequenz oder mache ich mir meinen Glauben selbst so wie es mir passt und wie es mir bequemer ist?

Lieber Leser dieser Predigt, wie ist Deine Entscheidung?

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Samstag, 26. Dezember 2015, 11:47

Heilige Familie
Sonntag in der Weihnachtsoktav

1. Lesung: Sir 3,2-6.12-14 oder 1 Sam 1,20.-22.24-28
2. Lesung: Kol 3,12-21 oder 1 Joh 3,1-2,21.24
Evangelium: Lk 2,41-52

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Am Sonntag nach dem Christtag wird das Fest der Heiligen Familie gefeiert. Sowohl die Lesung aus Jesus Sirach als auch aus dem Kolosserbrief weisen auf die Verpflichtungen der Kinder gegenüber den Eltern hin, so wie es das 4. Gebot des Dekalogs fordert.

Bei Jesus Sirach heißt es: „Denn der Herr hat den Kindern befohlen, ihren Vater zu ehren und die Söhne verpflichtet, das Recht ihrer Mutter zu achten … Wer den Vater achtet, wird lange leben und wer seiner Mutter Ehre erweist, der erweist sie dem Herrn.“

Und der Apostel Paulus schreibt diesbezüglich im Kolosserbrief: „Ihr Frauen ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt, Ihr Männer liebt eure Frauen. Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem, denn so ist es gut und recht im Herrn.“

Mit diesen Worten der Lesungen in Verbindung mit dem 4. Gebot sind die wirklichen Grundlagen für jenes Familienleben gelegt, das Gott wohlgefällig ist und zugleich eine Keimzelle der Gesellschaft und des Staates ist. Natürlich wenn diese göttlichen Anweisungen nicht befolgt werden, weil sie angeblich unmodern, nicht zeitgemäß sind und vor allem auch die „Selbstverwirklichung“ behindern, dann ist die Zerstörung der Familie vorprogrammiert und Scheidungsraten von über 50 Prozent „normal“. Leider spielen auch viele in diesem „Konzert“ mit, die sich christlich nennen, ja sogar Kirchgänger sind, und beweisen damit, dass sie damit zwar in Wirklichkeit zeitgeistig modern sind aber nicht wirklich christlich sind. Bedauerlicherweise spielen hier auch Institutionen der Kirche mit, die sakramentale Ehen nach 20, 30 und 40 Jahren wegen „Eheunfähigkeit“ annullieren obwohl dazu Argumente an den Haaren herbeigezogen werden, die sogar konstruiert wurden. Ein deutscher Ordenspriester hat mir diese Beobachtung bestätigt und erklärt, dass es modern sei, Ehen zu annullieren um den Menschen zu gefallen. So werfen Institutionen der Kirche einen Teil der Perlen, das Ehesakrament, den Säuen vor (vgl. Mt 7,6) obwohl der emeritierte Hl. Vater Benedikt XVI. in mehreren Ansprachen an die Rota in den letzten Jahren seiner Tätigkeit davor gewarnt hatte, Annullierungen leichtfertig auszusprechen. Nachdem Papst Franziskus im heurigen Jahr weitere Erleichterungen bei den Eheannullierungen eingeführt hat, beweist er damit, dass er die zeitgeistigen Strömungen fördert und damit die Kirche ebenfalls weiter an den Abgrund führt. Scheinbar will dieser Papst die Aussagen von Thomas von Aquin und Robert Belllarmin, beides Kirchenlehrer, erfüllen, die feststellten, dass auch einmal ein Papst ein Häretiker, ja sogar ein Antichrist, sein könnte. Außerdem ist festzustellen, dass in der Urkirche Gegenpäpste installiert worden waren, die weit geringere Lehrprobleme ausgelöst hatten wie zBspl. die Bußpraxis nach Christenverfolgungen für dabei abgefallene Gläubige. Herr, hilf deiner Kirche!!!!

Aber die betrifft nicht nur Eheannullierungen sondern auch die Bestellung von Pfarrgemeinderäten, PastoralassistenInnen‚ Gemeindereferenten usw., wo jene bestellt werden, die nicht dem Kirchenrecht entsprechen weil sie es nicht einhalten. Und so werden die internen Feinde der Kirche, wie es Papst Benedikt XVI. damals festgestellt hat, gefördert. Aber im deutschsprachigen Raum, wo sowieso gerne die Offenbarung, Lehre und der Kirche verkürzt, ja sogar verfälscht, das Kirchenrecht oft willkürlich auslegt wird und nationalkirchliche mit Los-von-Rom Tendenzen aufweist, ist dies ja gang und gäbe. Daher können auf diesem „Ackerboden“ Pfarrerinitiative, „Wir sind Kirche“ oder besser als „Wir sind Kirchenzerstörer“ bezeichnet, Laieninitiative usw. wachsen und die Kirche und ihre Lehre unterminieren.

Dass durch diese Haltung der Kirche auf dieser derzeit kein Segen ruht ist wohl klar. Aus diesem Grund stagniert sie, ja se schrumpft im deutschsprachigen Raum, während sie in anderen Teilen der Welt, sie wächst, sogar in den Ländern wo die Christen verfolgt werden, Und hier bewahrheitet sich der alte Spruch: „Das Blut der Märtyrer ist der Same“ aus der die Kirche wächst.

Soweit einige Gedanken zu den Lesungen. Wie das Evangelium zum Fest der Heiligen Familie zeigt, hatte auch die Heilige Familie ihre alltäglichen Familien-Probleme wie sie ganz normal sind, besonders wenn Kinder in die Pubertät kommen.

Jesus blieb in Jerusalem zurück ohne den Eltern etwas zu sagen. Und wie sie ihn fanden, gab er ihnen die Antwort: "Warum habt ihr mich gesucht?" Eigentlich eine Antwort, die alle Eltern von ihrem pubertierenden Kind bekommen können.

Nur die Ergänzung: "Wusstet ihr nicht, dass ich dem sein muss, was meinem Vater gehört?" weißt bereits auf seine Bestimmung als Messias hin, der gekommen ist die sündige Menschheit zu erlösen und wieder zu Gott zu führen.

Diese Begebenheit weist aber auch auf die Spannung hin, die entsteht zwischen dem Dienst vor und für Gott und den Verpflichtungen gegenüber den Menschen.

In der heutigen Zeit sei eine solche Spannung doch nicht erstrebenswert sein, wird den Menschen eingeredet, denn es muss doch alles „Friede-Freude, Eierkuchen“ sein oder das Motto „Wir haben uns alle soooo lieb!“. Egal, ob es eine Spannung im Verhältnis zwischen Gott und den Menschen oder zwischen Menschen, in einer Ehe, in einer Familie oder in einer Gemeinschaft ist. Doch diese Spannungen sind ein Teil des menschlichen Lebens und gehören zum Leben dazu.

Nur die Selbstverwirklichung ist wichtig, dass wird den Menschen eingeredet. Ich sage dazu Egoismus und Machtstreben, und so erklären die „Fortschrittlichen“, die Atheisten, die dauerhafte Familie und die Ehe „bis das der Tod euch scheide“ zum Auslaufmodell. Nur Zeitpartnerschaften, Patchwork-Familien, das sind die Modelle, die ihnen passen. Und wenn es auch oft nur kleine Spannungen gibt, dann trennt man sich eben. Selbst Christen bleiben heute davon nicht verschont und geben diesem Trend nach und handeln gegen das Sakrament der Ehe, so wie ich es bei den Worten zu den Lesungen bereits festgestellt habe.

So wurde in der feministischen Zeitschrift "Gender" vor einigen Jahren geschrieben: „Das Geschlecht abzuschaffen, ist der Schlüssel zur Abschaffung der Ungerechtigkeiten, die durch die Geschlechtsunterschiede entstehen."

Oder Shulamtih Firestore meinte bereits 1870: "Das Kernproblem der Frau ist ihre Rolle Kinder zu bekommen und aufzuziehen." Aber selbst Simone de Beauvoir, Atheistin und eine große Gegnerin von Ehe und Familie, musste in einem Interview 1994 indirekt zugeben, dass die Fakten doch anders sind, als das wofür sie in ihrem Leben kämpfte. Sie sagte damals: "Keine Frau sollte das Recht haben, zu Hause zu bleiben, um ihre Kinder aufzuziehen. Frauen sollten nicht wählen können, eben weil zu viele von ihnen - wenn es die Wahlmöglichkeit gibt - sich für die Kinder entscheiden würden."

Sie gibt damit indirekt zu, dass die Schöpfung Gottes, wie es in der Bibel heißt: "als Mann und Frau hat er sie erschaffen" (vgl. Gen 1,27) doch der rechte und somit der richtige Weg ist. Und damit die Familie wirklich zum Auslaufmodell wird, tun die Regierenden alles, damit es Erschwernisse für die Familie gibt, sei es im Steuerrecht, im Familienrecht und in vielen anderen Lebensbereichen. Lebensgemeinschaften werden zBspl. steuerlich mehr gefördert als eine Familie, in der es nur einen Alleinverdiener gibt. Und so sind die meisten Familien mit mehreren Kindern und einem Alleinverdiener unter der Armutsgrenze. Und seit einigen Jahren wird die Homo-Ehe propagiert, die für die menschliche Gesellschaft nichts bringt. Im Gegenteil alle Kulturen der Geschichte, die die Homosexualität als Teil der Gesellschaft akzeptierten gingen bald darauf unter.

Dass der Rückgang der Geburten in den letzten Jahrzehnten ein bezeichnendes Symptom dieser Entwicklung ist, ist das Ergebnis dieser Gesellschaftshaltung. Als positives Zeihen kann zwar betrachtet werden, dass in Umfragen sich eine Mehrheit von Jugendlichen für die Ehe und Familie ausspricht, wenn auch die Fakten aus dem wirklichen Leben sehr oft dann doch anders ausschauen

Aber wir Christen müssen den Jugendlichen auch sagen: Eine Ehe ist voll von Spannungen. Die gegenseitige Achtung und Liebe, aber auch Meinungsverschiedenheiten, ja sogar Krisen, gehören zu einer Ehe. Ja, dass täglich, um den Bestand einer Ehe gerungen werden muss und dieses tägliche Ringen ist für den Bestand einer Ehe lebensnotwendig und damit sie wirklich ein Fleisch sind, wie es Jesus gesagt hat (Mt 19,5 und Berücksichtigung von Gen. 2,24b).

Aber so wie es in der Ehe Spannungen gibt, so gibt es diese Spannungen und auch Krisen im Verhältnis zwischen jedem von uns und Gott. Auch wir müssen jeden Tag um unseren Glauben und um die Einhaltung der Gebote Gottes ringen. Wir haben aber Seine Verheißung, dass ER immer bei uns ist und ER uns stärkt, wenn wir uns ihm öffnen und auf Ihn hören. Daher wird auch gerne das Verhältnis vom Menschen zu Gott gerne mit einer Ehe verglichen.

Daher ist jeder von uns als Christ aufgerufen, einerseits seinen Glauben zu bezeugen, und andererseits durch entsprechendes Verhalten im gesamten Leben, sei es in der Meinungsbildung, in Gesprächen und seinem sonstigem Verhalten so zu handeln, dass der Versuch die Familie abzuschaffen, scheitern muss.

Die wahre Haltung für den Menschen ergibt sich aus der Haltung Jesu im Evangelium wo es heißt: „Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam.“

Nur dann wenn der Mensch der Offenbarung sowie der gesunden, reinen und wahren Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) sowie der darauf basierenden Lehre der Kirche gehorsam ist, dann befindet er sich auf dem richtigen Weg.

Amen.
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73

Mittwoch, 30. Dezember 2015, 11:03

Hochfest der Gottesmutter Maria
Oktavtag von Weihnachten
Neujahr

1. Lesung: Num N,22-27
2. Lesung: Gal 4,4-7
Evangelium: Lk 2,16-21

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Für viele ist der heutige Tag; Neujahr, nur ein weltlicher Feiertag, der für so manchen „verkatert“ ist weil er viel zu gerne ins „Gläschen“ geschaut und über den normalen Durst getrunken hat. Außerdem wurden „gute Vorsätze“ gemacht, die meist spätestens in einem Monat, wenn nicht schon viel früher, obsolet sind. Ja, so stellt sich für viele Menschen die Welt dar.

Anders sollte es für wirkliche Christen sein, die in erster Linie Gott die Ehre geben und nach dessen Geboten und Anweisungen leben müssten.

Für Katholiken ist der heutige Tag liturgisch der Oktavtag von Weihnachten. Seit einigen Jahren wird er auch als Weltfriedenstag gefeiert.

Der Oktavtag ist der letzte liturgische Tag des Hochfestes der Geburt des Herrn ist und diese Hochfestoktav im liturgischen Kalender der Kirche wird seit Jahrhunderten gefeiert, während der Weltfriedenstag meist nur seine Erwähnung in einer besonderen Fürbitte in der Hl. Messe findet.

Aber der Oktavtag von Weihnachten ist zugleich ein Hochfest der Gottesmutter Maria, eines Festes, das bis in das 8. Jahrhundert zurückreicht und die Mutterschaft Mariens in den Mittelpunkt stellt.

In der 1. Lesung, der alttestamentlichen, wird jedoch der Priestersegen mit dem Gott sein Volk Israel im Alten Testament segnet, verkündet. Dieser über 3000-Jahre alte Segen gilt auch heute noch für uns Christen. Und jeder, der diese Predigt liest, sei so gesegnet:

„Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende dir sein Angesicht zu und schenke dir Heil.“

Heute wird der Begriff „Heil“ von den Menschen oft falsch verstanden. Er bedeutet nicht, dass den damit Gesegneten keine Krankheit, kein Schicksalsschlag treffen wird bzw. treffen kann oder dass dieser von seiner Krankheit, seinen Krankheiten, geheilt wird, sondern dass sein Leben vor dem Angesicht Gottes dann „heil“ ist, wenn es im Einklang mit Ihm und seinen Geboten steht, dass der Mensch in der Furcht des Herrn lebst und dadurch Frieden in seinem Leben erlangt. Genauso wird der Begriff in der „Furcht des Herrn“ oft falsch verstanden, denn es wird damit die Ehrfurcht vor dem Herrn, dem allmächtigen Gott, gemeint und die Bemühung seinen Geboten und Anweisungen im Leben des Menschen zu folgen.

Das Heil des Menschen, jedes einzelnen, ist es also mit Gott ehrfürchtig verbunden zu sein, gemäß Seinen Geboten und Anweisungen zu leben und diese einzuhalten, dann wird der Mensch Frieden in seinem Leben, physisch und psychisch, finden, jenen umfassenden Frieden, der auch mit Shalom bezeichnet wird. Das ist der Sinn und die Wirkung des Priestersegens für den Menschen.

In der 2. Lesung aus dem Galaterbrief des Apostels Paulus heißt es:
„Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater.“

Natürlich sind die Frauen als Töchter des Herrn nicht von der Verheißung Gottes ausgeschlossen.

Wir Christen dürfen den allmächtigen Gott Vater, Abba, nennen. . Erst durch Seinen Sohn Jesus, unseren Herrn und Heiland, dürfen wir Ihn, den allmächtigen Gott, vertrauensvoll Vater nennen, denn so hat es uns Jesus im Gebet des Herrn gelehrt und damit sind wir Kinder Gottes geworden. Denn im gesamten Alten Testament wird Gott nur der Herr oder der Allmächtige genannt, denn die Bezeichnung „Vater“ war nur den Kindern zu ihrem leiblichen Vater erlaubt. Unser Verhältnis zu Gott ist damit durch Jesus viel inniger, vertrauensvoller geworden als es zu Zeiten des Alten Testaments gewesen ist. Denn wir Christen dürfen uns nun an Gott wenden wie an unseren irdischen Vater, ja wir dürfen auch mit Angelegenheiten im Gebet zu Ihm kommen, die wir unserem irdischen Vater vielleicht nie anvertrauen würden.

Im letzten Vers des verkündeten Evangeliums heißt es.

„Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoße seiner Mutter empfangen wurde.“

Dieser Vers verweist auf diese urjüdische religiöse Handlung, die auf den Bund Gottes mit Abraham verweist und vor dem 2. Vaticanum gerne unter den Tisch gekehrt wurde. Erst seit dem 2. Vatikanischen Konzil wird darauf hingewiesen, dass das jüdische Volk unsere älteren Brüder sind und dass das Christentum seine Wurzeln im Volk Israel hat, durch den menschgewordenen Gottessohn Jesus weiterentwickelt wurde und dass das Alte Testament die Grundlage für die Lehre Jesu ist.

Viele Katholiken lehnen das Alte Testament ab und lassen nur das Neue Testament gelten. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass im Alten Testament Gott, ein rächender und zorniger Gott ist. Dass geschieht meist nur dann, wenn der Biobelleser bewusst nur einzelne Teile aus dem Alten Testament herausliest und den gesamten Kontext negiert. Denn schon im AT erweist sich Gott als der liebende und barmherzige Gott und an vielen Stellen beschreibt es wie Gott das Schicksal Israels immer zum Guten wendete und sein Volk zum Frieden führte, wenn es zu ihm umkehrte, und die Gebote und das Gesetz einhielt. Und wenn es Stellen im AT gibt, wo Gott scheinbar ein rächender bzw. strafender Gott sein sollte, der vergisst dabei, dass sich das Volk Israel in diesen Fällen von Gott abgewandt hatte und dann die selbst geschaffenen Konsequenzen zu tragen hatte. An allen diesen Stellen wird darauf verwiesen, dass „Israel nicht tat, was Gott gefiel“.

Im Matthäus-Evangelium sagt Jesus deutlich: „Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um zu erfüllen“ (Mt 5,17).

Daher kann das Neue Testament nur wirklich vollständig verstanden werden, wenn auch das Alte Testament gelesen und verstanden wurde. Ansonsten bleibt das Verständnis für das Neue Testament nur bruchstückhaft, ja verfälscht bzw. verkürzt, wie es heute oft getan wird, und wie es mir als Seelsorger schon oft in Gesprächen untergekommen ist. Es wird nur das akzeptiert, was demjenigen/derjenigen ins Leben passt, alles andere wird weggeschoben wie wenn es in der Heiligen Schrift gar nicht existieren würde.

Wichtig in dieser Evangeliumsperikope sind aber auch der 19. und 20. Vers, die lauten:

„Maria aber bewahrte alles, was geschehen war in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten.“

Dass Maria alles bewahrte, kann bereits vorab als Sinnbild einer Kirche verstanden werden, die das Evangelium bewahrt und bedenkt. Damit kann von dem her auch Maria als Mutter der Kirche verstanden werden, da sie von der Verkündigung durch den Engel an alles was geschehen war in ihrem Herzen bewahrte, bedachte und überlieferte, denn sie hat den Aposteln sicher alles erzählt, überliefert (tradiert) und dies wurde dann von den Evangelisten aufgeschrieben.

Die Hirten aber kehrten in ihr Alltagsleben zurück, jedoch nicht so wie vorher, sondern mit der Gewissheit und Verheißung, dass durch das „Kind“ das eschatologische Heil und der Frieden auf die Erde gekommen sind.

Und diese Verheißung des Heiles und des Friedens, die den Hirten gegeben worden war, ist auch uns gegeben, wenn wir bereit sind, mit offenem und hörendem Herzen Jesu nachzufolgen.

Allmächtiger Gott, lass uns immer deine Heilige Schrift unverkürzt und unverfälscht annehmen, danach leben und auf die Lehre deiner Kirche zu hören. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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74

Freitag, 1. Januar 2016, 16:21

2. Sonntag nach Weihnachten

1. Lesung: Sir 24,1-2.8-12
2. Lesung: Eph 1,3-6.15-18
Evangelium: Joh 11,1-18 oder 1,1-5.9-14

Liebe Gläubige, liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung ist aus dem Buch Sirach und gehört damit zur Weisheitsliteratur. Es werden Texte verkündet, die unter der Überschrift „Lob der Weisheit“ zusammengefasst sind,

„Er sprach: In Jakob sollst du wohnen, in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben. Vor der Zeit, am Anfang hat er mich erschaffen, und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht,“


Diese Worte spricht Gott einerseits zu seinem Sohn, den er als Messias auf die Erde schickte um das Volk Gottes zu erlösen und mit dem Vater wieder zu versöhnen, und andererseits spricht ER diese Worte auch zu uns Menschen und verweist darauf, dass auch die Zeugung von Kindern im Willen Gottes steht und dass er uns nach dem irdischen Tod das Ewige Leben bei sich gibt, wenn wir in unserem Leben sine Gebote und Anweisungen versuchen zu folgen.

In der gleichen Richtung weisen die zitierten Worte „in Jakob sollst du wohnen in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben“, denn das durch den Erlöser Jesus Christus neugeschaffene Volk Gottes hat als Erbbesitz das neue Israel im Reich Gottes.

Der Weisheitslehrer Sirach hat in seiner Prophetie bereits das erwähnt, was sich in ferner Zeit ereignen wird, wenn der Messias zu seinem Volk kommt und dieses mit Gott versöhnt. Und nach rund 180 Jahren traf diese Prophezeiung ein, der Messias wurde in Bethlehem geboren gemäß der Schrift „Du, Bethlehem, im Gebiet von Juda bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ (Mt 2,6). Aber die irdischen Erwartungen des Volkes Israel in den erwarteten Messias wurden bitter enttäuscht, denn der Messias richtete nicht das erwartete irdische Reich Israel, das Reich Königs Davids, neu auf und befreite das Volk Israel aus der Abhängigkeit der irdischen weltlichen Machthaber sondern er richtete das himmlische Reich Gottes auf. Denn dieses himmlische Reich Gottes ist das ewige und für immer bleibende.

Auch die neutestamentliche Leung aus dem Epheserbrief des Apostels Paulus ist ein Loblied auf den Heilsplan Gottes für die Menschen.

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“

Diese Gemeinschaft mit Jesus Christus wird in der Taufe begründet. Sie ist eine Gnadenzusage des Herrn an seine auf seinen Namen Getauften, doch es ist auch eine Verpflichtung von diesen, dass sie auf die Gebote und Anweisungen Gottes hören und danach leben Darauf weisen auch die folgenden Worte hin:

„Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.“

Die Taufe in Christus begründet die Gemeinschaft mit Christus und stellt ein Naheverhältnis her. Aber damit ist es nicht getan. Wenn heute auch oft von Modernisten behauptet wird, „wer getauft ist, der geht in das Reich Gottes ein, egal was er macht und wie er lebt“ so ist das eine Verkürzung und Verfälschung der Lehre Christi. Mit der Taufe übernimmt der Getaufte die Verpflichtung vor Gott „heilig und untadelig“ zu leben.

Jesus sagt in den Antithesen zur Bergpredigt deutlich und klar: „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.“ Und: „Nicht jeder, der zu mir sagt; Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“

Die Bergpredigt wird von vielen immer wieder gerne zitiert, doch deren Auslegung und Ergänzung, die in den dazugehörigen Antithesen erfolgt, wird gerne unterdrückt, denn hier werden jene Punkte angesprochen, die den Menschen weniger behagen und die sie gerne verdrängen. Eine Ausnahme davon sind die Richtworte: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ Diese Worte werden gerne von den Kritisierten benutzt um berechtigte Kritik abzuwehren, doch unter „richten“ bzw. „verurteilen“ ist nicht die Kritik gemeint sondern dass ein Mensch jemand anderem für seine Handlungen Böses wünscht und dies ihnen antut. Das zeigen auch die Worte Jesu in Mt 18,15 ff: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht …… Hört er auch auf die Gemeinde (= Kirche) nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.“

Hier ist der Beweis erbracht, dass berechtigte Kritik nicht „verurteilen“ bedeutet sondern durch Kritik oder Zurechtweisung den Mitmenschen vom falschen Weg zurückzurufen.

Leider lässt sich der Mensch gerne vom Teufel verführen und sich von diesem Worte einflüstern, die ihm berechtigt erscheinen aber in Wirklichkeit auf sein Verderben ausgerichtet sind. Und dieser Vorgang ist vor allem im heutigen Zeitgeist sehr verbreitet, weil die Menschen sich gerne auf Augenhöhe mit Gott bewegen wollen und damit Hochmut statt Demut vor Gott praktizieren.

Als Evangelium wird der Prolog zum Johannes-Evangelium verkündet. Dieser Prolog ist einerseits ein Hymnus, der in feierlicher Sprache die Bedeutung Jesu, des Wortes Gottes, für die gesamte Schöpfung, damit auch für diese Welt und vor allem auch für die Gläubigen hat und andererseits geht es um das das geschichtliche Wirken des Wortes Gottes. So verbindet der Apostel Johannes in diesem Prolog christologisch Schöpfung und Heil. Und verkündet, dass nichts aus dem Machtbereich des Wortes herausfällt. Es gibt keine Trennung zwischen Schöpfungswirklichkeit und Heilswirklichkeit, zwischen Weltgeschichte und Heilsgeschichte.

Für Johannes ist dieser Hymnus keine gelehrte theologische Spekulation über das ewige, vorweltliche Sein des Wortes sondern die Niederschrift der konkreten Erfahrung der gläubigen Gemeinde, die sie persönlich mi Jesus, dem Menschensohn und Offenbarer Gottes gemacht hat. Wichtig ist auch für den Evangelisten, dass die Menschwerdung des Wortes für ihn in erster Linie die Voraussetzung dere Offenbarung der Herrlichkeit Gottes in dieser Welt ist. Und so kann Johannes voll dieser Überzeugung die Worte sagen:

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“

Allmächtiger Vater, du hast deinen Sohn, dein Wort, in die Welt gesandt, damit die Menschen ohne Mittler die Lehre von dir direkt empfangen und danach leben können, damit sie wieder mit dir versöhnt sind und so in deine Verheißung für die Menschen, das ewige Leben erreichen können. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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75

Montag, 4. Januar 2016, 16:34

Epiphanie - Erscheinung des Herrn
Heilige Drei Könige

1. Lesung: Jes 60,1–6
2. Lesung: Eph 3,2-3a.5-6
Evangelium: Mt 2,1-12

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Epiphanie ist das Weihnachtsfest der Ostkirchen während es in der lateinischen Kirche, der römisch-katholischen, an den Besuch der Weisen aus dem Morgenland beim neugeborenen Jesus erinnert.

Die alttestamentliche Lesung ist aus dem Buch Jesaja. Der geschichtliche Hintergrund für diese Prophetie ist, dass der Prophet, der auch als Tritojesaja bezeichnet wird, die aus der babylonischen Verbannung zurückgekehrten Israeliten einerseits den Mut für den Wiederaufbau Jerusalem machen wollte und andererseits dem Volk auch eine messianische Hoffnung gab, die in der fernen Zukunft lag.

„Auf werde Licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel der Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. … Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter trägt man auf den Armen herbei.“

Und diese messianische Prophezeiung ist nach rd. 500 Jahren eingetreten mit der Geburt Jesu. Denn ER, Jesus, ist das Licht der Welt, das in die Finsternis dieser Welt gekommen ist. Diese Finsternis in der Welt ist bis zum heutigen Tag und auch in der Zukunft existent, denn wie immer machen sich die Menschen diese Finsternis und das Dunkel selbst indem sie gegen die Offenbarung Gottes durch ihre Sünden handeln. Die Menschen wollen wie Gott sein, über Leben und Tod durch Abtreibung und Euthanasie entscheiden, sie wollen entscheiden was lebenswert und lebensunwert durch die Präimplantationdiagnose, dass sie in vielem Teilen des Lebens gegen die Anordnungen Gottes und seinen Geboten handeln, dass sie Homosexualität, die dem Herrn ein Gräuel (Lev 18,22, Lev 20,13, 1 Kor 6) und eine seelische persönliche Fehlentwicklung ist als gottgewollt akzeptieren, ja sogar derartige Unzuchts-Partnerschaften einer Ehe, die für Frau und Mann von Gott geschaffen wurde, gleichstellen wollen und dgl. mehr. Und wer nun behauptet, dass Jesus keine Aussage zur Homosexualität gesagt habe der sollte nicht nur das in der Bibel lesen was ihm passt sondern Jesus hat eindeutig gesagt: „Ich bin nicht gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben“ (vgl. Mt 5,17) und damit gelten die Bestimmungen des Alten Testaments und das Gesetzes unverändert und somit ist praktizierte Homosexualität Gott noch immer ein Gräuel auch wenn die Homos glauben sich von ihrer Sünde damit „freischreiben“ zu können.

Mit Jesus hat das Reich Gottes auf der Welt zwar begonnen, aber es ist noch nicht vollendet solange die Finsternis der Sünde auf der Erde herrscht. Aber in jenen Menschen, die Jesus in ihren Herzen nachfolgen und die bewusste Sünde meiden, ist dieses Reich bereits eingepflanzt. Vollendet wird es dann im himmlischen Jerusalem, jener Stadt, die der Apostel Johannes in seiner Prophetie vom Himmel herabkommen sah (vgl. Offb 21,2), denn in ihr ist die Herrlichkeit des Herrn leuchtend vorhanden.

Und alle Völker und Nationen, die das Wort Gottes in der Heiligen Schrift angenommen haben und dem eingeborenen Gottessohn, Jesus, nachgefolgt sind,, werden von überall, das bedeuten die Worte „Von ferne“, kommen und darin Wohnung nehmen. Sie brauchen dann „weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne, denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten“ (Offb 22,5b).

Die Verheißung des Ewigen Lebens, das Jesus an vielen Stellen der Evangelien verkündet hat, wird sich erfüllen, wenn wir bis zum irdischen Tod standhaft im Glauben bleiben (vgl. Lk 21,19). Darauf dürfen wir vertrauen, denn ER ist treu (vgl. 1 Kor 1,9).

Das Evangelium nach Matthäus beginnt mit den Worten:

„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Orient nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden?“

Diese Begebenheit, die nur bei Matthäus beschrieben ist, lässt vieles mehrdeutig offen und führte im Volksglauben zu mehreren Interpretationen. Mit „Sterndeuter“ wurde das griechische Wort „mágoi“ übersetzt, daher gibt es auch Bibelübersetzungen, die von Magiern sprechen. Mit „mágoi“ wurde aber auch eine persische Priesterkaste bezeichnet, die sich mit Astronomie und Astrologie befassten. Aber auch babylonische Astrologen wurden so bezeichnet.

Von den Schriftgelehrten des Herodes wurden diese Sterndeuter nach Bethlehem gewiesen, denn es heißt beim Propheten Micha „Du Bethlehem im Gebiet von Judäa bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Judäa, denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ (vgl. MI 5,1).

„Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe dar.“


Nirgends ist von drei Personen oder von Königen geschrieben. Ebenso sind die Namen dieser Sterndeuter oder Magier unbekannt. Hier kommen die Interpretationen der Volksfrömmigkeit zur Wirkung. Die Zahl „drei“ wurde aus den drei dargebrachten Geschenken geschlossen, sodass jede dieser Personen ein Geschenk gab. Der Sinn dieser Gaben ist ja bekannt, Gold dem König, Weihrauch dem Priester bzw. Gott, Myrrhe für den Tod.

Die uns bekannten Namen sind ziemlich sicher aus den Buchstaben C+M+B hervorgegangen, die für den Segensspruch „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne die Wohnung) stehen und wurden vom Volk als Kaspar, Melchior und Balthasar umgedeutet.

Das wirklich große Geheimnis des Weihnachtsfestes ist jedoch, dass der allmächtige Gott als ein kleines Kind, als Mensch, zur Erde kam, er sich nicht scheute ein Mensch zu werden und die menschliche Last des Lebens und des Leidens auf sich nahm. Denn nur so konnte ER zum Licht der Welt, zum Heiland und Retter der Menschen werden, denn er lebte das Leben der Menschen außer der Sünde. Nur so konnte er die sündige Menschheit von ihrer Sündhaftigkeit erlösen und uns Menschen durch sein Blut wieder mit Gott, dem Vater, versöhnen und uns zu Kindern Gottes machen.

Dieses großes Geheimnis des christlichen Glaubens dürfen wir Menschen nie vergessen und sollen jederzeit, ob gelegen oder ungelegen, immer und überall davon Zeugnis geben.

Wenn daher in der Hl. Messe die Gaben Brot und Wein zum Altar gebracht werden, dann sollen die anwesenden Gläubigen zusätzlich geistig ihre Gaben als Opfer auf den Altar legen, wie ganz persönliche Fürbitten, die berufliche Tätigkeit, die familiäre Situation, Krankheiten, aber auch erlittene, vor allem seelische, Verletzungen bzw. Verwundungen und dergleichen mehr.

Wenn wir diese persönlichen geistigen Gaben hinlegen, dann kann diese der Priester in das dargebrachte Opfer hineinnehmen und wir können am Ende des Hochgebetes bei der Schlussdoxologie des Priesters „Durch Ihn und mit Ihm und in Ihm....“ mit unserem „Amen“ aus ganzem Herzen zustimmen.

Und dann sind wir mit dem vom Priester dargebrachten Opfer wirklich eins, jetzt und in Ewigkeit,

Amen.
Preis den Herrn!

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76

Donnerstag, 7. Januar 2016, 16:50

Taufe des Herrn

1. Lesung: Jes 42,5a.1-4.6-7 oder Jes 40,1-5.9-11
2. Lesung: Apg 10,34-38 oder Tit 3,11-14;3,1-7
Evangelium: Lk 3,15-16.21-22

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Beide Lesungen dieses Sonntag weisen darauf hin, dass Gott sein Heil nicht nur dem Volk Israel gibt sondern allen Menschen, die guten Willens sind und seinem Willen folgen.

Der Beginn des Ersten Liedes vom Gottesknecht aus dem Buch des Propheten Jesaja ist die alttestamentliche Lesung.

„So spricht Gott, der Herr: Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze, das ist mein Erwählter, an ihm finde ich gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.“

Diese Worte, die der Deuterojesaja an die Israeliten in der babylonischen Verbannung verkündet, sind zu deren Trost gesprochen hat und verheißen ihnen die Befreiung aus deren Not: Im Kyrus wird dieser Befreier erweckt, der das Volk Israel aus der Gefangenschaft entlässt und zurückkehren lässt. Aber zugleich weisen diese Worte weit in die Zukunft – auf das kommende messianische Reich, auf das Kommen des Messias, der auch zur Zeit Jesus erwartet worden ist.

Dieser Knecht Gottes bringt den Völkern das Recht. Es ist aber nicht das irdische Recht sondern das göttliche, das auf den Geboten und Anweisungen Gottes begründet ist. Darauf weisen die folgenden Worte hin, die den Abschluss der Lesung bilden.

„Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.“

Und mit den Worten, dass er „den Völkern das Recht“ bringt und auf sein Gesetz die „Inseln warten“ wird klargestellt, dass diese Prophezeiung nicht nur dem Volk Israel galt sondern der gesamten Welt.

Eine ebensolche Klarstellung, dass allen Völkern das Heil Gottes zugesprochen ist, ergibt sich aus der Rede des Petrus, die dieser im Haus des Kornelius gesprochen hat, wie die Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet:

„Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.“

„Wer ihn fürchtet“ bedeutet nicht, dass Gott ein Gott ist, der Angst verbreitet, sondern, dass der Mensch in Wirklichkeit Ehrfurcht vor Gott haben sollte und vor IHM demütig ist. Das bedeutet aber auch, dass der Mensch sich bewusst ist, dass er den Geboten und Anweisungen Gottes folgen sollte damit sein Leben gelingt.

Das Evangelium des Festes „Taufe des Herrn“, das im Lesejahr C verkündet wird, ist dem Lukas-Evangelium entnommen.

„Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selber der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der ist stärker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen“

Johannes der Täufer rückte damit die Meinung des Volkes zurecht, dass nicht er der Messias sei und er weist darauf hin, dass aber einer nach ihm, kommt der stärker ist als er. Während er, Johannes, nur mit Wasser tauft, tauft der Kommende mit dem Hl. Geist und Feuer.

Die Taufe des Johannes war eine Buß-Taufe mit Wasser und seine Predigt forderte die Umkehr der Menschen zu Gott. Und als Zeichen der Umkehr tauft er die Umkehrwilligen mit dem Wasser des Jordans.

Er, Johannes ist jener, denn sein Vater im Lobgesang des „Benedictus“ so bezeichnet hat: „Du Kind wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden.“ (Lk 1,76b-77)

Johannes ist der Vorläufer des Herrn, der diesem zeichenhaft den Weg bereitet und eine Vorerfahrung des Heils gibt, das durch diesen kommen wird. Und als dieses Zeichen dieser Vorerfahrung des kommenden Heils spendet er die Taufe mit Wasser für jene, die umkehren wollen.

„Zusammen mit dem ganzen Volk ließ sich auch Jesus taufen.“


Jesus, will mit den Menschen gleich sein. Dass ist der Hintergrund, dass ER, der Sündenlose, sich taufen lässt.

Während im Lukas- und Markus-Evangelium die Taufe eigentlich nur sehr kurz geschildert wird, ist im Matthäus-Evangelium auch der vorhergehende Einspruch des Johannes gegen die Taufe Jesu geschildert, worauf dieser von Jesu die Antwort bekam,: „Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen.“ (Mt 3,15) Und das Wort „Gerechtigkeit“ in dieser Aussage weist auf die Gerechtigkeit hin, die einerseits dem allmächtigen Gott zu eigen ist und die ER anderseits auch von uns Menschen fordert.

Dabei sollen wir Menschen aber berücksichtigen, dass die Gerechtigkeit Gottes oft anders sein kann/wird, als jene, die wir uns Menschen meist vorstellen oder erwarten. Denken wir dabei an die Worte des Propheten Jesaja: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn!“ (Jes 55,8 ).

„Während er (Jesus) betete, öffnete sich der Himmel und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“

Diese Worte aus dem Himmel sind vor allem die Bestätigung, die Proklamation, vor den anwesenden Volksscharen, dass Jesus der Gottessohn ist, der messianische König Israels und der Menschheit, dass ER der „geliebte Sohn“ durch die Gnadenwahl Gottes ist.

Wichtig ist dabei zu beachten, dass die Worte „während er betete“ das Herabkommen des Heiligen Geistes bewirkte und nicht die Taufe. Für uns Menschen wird damit der Hinweis gegeben, dass ohne unser Gebet der Heilige Geist nicht zu uns kommen kann. Beides gehört also zusammen: Das Gebet und der Heilige Geist, beides zusammen bewirkt, dass in uns Menschen der Geist Gottes wirken kann, damit uns dieser führen kann.

Zusammenfassend möchte ich feststellen: Mit der Taufe Jesu hat das Heil begonnen. In meiner Taufe als Kind hat Gott zu mir gesagt: „Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter“ und mir seine Gnade und seine Liebe während meines ganzen Lebens verheißen und durch die Auferstehung Seines Sohnes ist auch mir das ewige Leben in Aussicht gestellt.

Aber erst durch das bewusste Leben im Glauben und die Einhaltung der Gebote Gottes wird dieses Versprechen Gottes Realität und macht mich zu einem Jünger, einer Jüngerin in der Nachfolge Seines Sohnes.

Und diese Nachfolge Jesu ist keine Happy-Nachfolge sondern im Leben oft mit Schwierigkeiten, Leid, Not usw. verbunden. Aber das hat uns Jesus angekündigt als er sagte: „Wer mein Jünger sein will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mk 8,34) Und der Evangelist Matthäus ergänzte: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ (Mt 18,25)

Und die Aussage des Evangelisten Matthäus bedeutet für uns in der heutigen Zeit hier in Westeuropa zwar nicht das blutige Martyrium, sondern dass wir aber auch bereit sein müssen Hohn, Spott usw. zu akzeptieren, zu ertragen, wenn wir IHN bezeugen und für IHN eintreten. Aber das alles gehört zur Nachfolge, wenn wir das Ewige Leben gewinnen wollen und um durch das enge Tor in das Reich Gottes gehen zu können.

Herr Jesus Christus, gib uns, die wir auf Deinen Namen getauft sind, immer die Kraft und den Willen Dir immer u folgen und nach den Gebote und Anweisungen Deines und unseren Vaters zu leben. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
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77

Donnerstag, 14. Januar 2016, 17:00

2. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jes 62,1-5
2. Lesung : 1 Kor 12,4-11
Evangelium: Joh 2,1-11

Liebe Christen! Liebe Leser!

Die erste Lesung, also die alttestamentliche Lesung, ist aus dem Buch Jesaja und zwar aus dem Tritojesaja.

„Um Zions willen kann ich nicht schweigen, um Jerusalem willen nicht still sein, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie ein helles Licht und sein Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel.“

Der Prophet beschreibt das himmlische Jerusalem. Es wird also ein eschatologisches Geschehen des Alten Bundes, der Beginn des messianischen Reiches beschrieben und die Prophezeiung richtete sich an das aus dem babylonischen Exil zurückgekehrte Volk, um ihm Hoffnung zu geben. Aber die Worte dieses Propheten haben auch einen Bezug zum Leben eines Gläubigen in der heutigen Zeit.

Setzen wir anstatt des Wortes Zion, der Burg in Jerusalem, den Menschen und anstatt des Wortes Jerusalem die Menschheit ein, so ist der Zusammenhang mit dem Heute hergestellt und die Worte würden dann so lauten:

„Um des Menschen willen kann ich nicht schweigen, um der Menschheit willen nicht still sein, bis das Recht in ihr aufstrahlt wie ein helles Licht und ihr Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel.“

Damit wird der Auftrag Jesu an Seine Kirche beschrieben. Die Kirche darf nicht schweigen, sie muss die Lehre Jesu verkünden, gelegen oder ungelegen, so wie ER es getan hat. Doch das Alte Testament ist nicht aufgehoben, denn ER sagte: „Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“(Mt 5,17). So ist es in den Antithesen zur Bergpredigt im Matthäus-Evangelium zu lesen,

Jesus ist gekommen, dass in sich erstarrte Gesetz des Alten Bundes mit Leben zu erfüllen. Über 600 Bestimmungen mussten die Juden einhalten wenn sie rechtgläubig waren, von denen so manche der Auslegungen des biblischen Textes widersprachen dem Leben, ja sogar dem Lebensnotwendigen. Betrachten wir nur das Gebot: „Du sollst den Sabbat heiligen“, was grundsätzlich bedeutete an diesem Tag keiner Berufsarbeit nachzugehen, also keine „knechtliche“ Tätigkeit auszuüben. Aber was wurde daraus, um nur einige Beispiele zu nennen: Nicht mehr als 2.000 Schritte gehen, kein Kochen am Sabbat (bei strenggläubigen Juden wird am Vortag gekocht und die Speisen dann warmgehalten) und als Jesus am Sabbat einen wassersüchtigen Mann heilte wies er die anwesenden Pharisäer mit den Worten „Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat?“ (Lk 14,5) auf diese unreale Ansicht hin. Vor ca. mehr als einem Jahrzehnt habe ich folgendes unreales gelesen: In einem orthodoxen Stadtviertel in Jerusalem war an einem Sabbat ein Haus in Brand geraten und die strenggläubigen Bewohner liefen zum Rabbi, ob das Löschen an einem Sabbat erlaubt sei, der es ihnen genehmigte, Nur als sie vom Rabbi zurückkamen war das Haus bereits niedergebrannt. Dabei war es noch ein „Glücksfall“, dass der Brand nicht auf die Nachbarhäuser übergesprungen war.

Und genau diese Feindlichkeit gegenüber dem Lebensnotwendigen hat Jesus bei den Pharisäern kritisiert und meinte es mit den Worten, dass er gekommen sei „um zu erfüllen“.

Denn durch das Kommen Jesu ist das Recht und das Licht in die Welt gekommen und damit ist aufgeleuchtet, dass ER der angekündigte Messias ist, der das Reich Gottes auf Erden aufgerichtet hat und welches im Himmel vollendet wird.

Diesen Auftrag Jesu muss die Kirche vollziehen und auch alle Gläubigen sind dazu aufgerufen so nach dem Vorbild Jesu zu handeln bis das Recht und das Heil aufstrahlt und wie eine Fackel leuchtet. Dabei ist jedoch zu beachten, dass damit nicht das Recht und das Heil gemeint ist, so wie es sich die Menschen vorstellen, sondern dass das Recht und das Heil dem zu entsprechen hat wie es Gott in seiner Offenbarung (AT und NT) dem Menschen übertrug.

„Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, so vermählt sich mit dir dein Erbauer. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich.“

Diese Worte sind auch ein Sinnbild für das Verhältnis zwischen Gott und der Kirche. Gott ist der Erbauer und Schöpfer der Welt, des gesamten Universums, Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, ist der Bräutigam, der sich mit der Braut, Seiner Kirche, vermählt.

Er, Jesus der Bräutigam der Kirche, weiß um die menschlichen Fehler und Sünden, die die Gläubigen, seien es Kleriker, Ordensleute oder Gläubige aus Schwäche begehen, aber Er ist bereit diese im Sakrament der Versöhnung zu verzeihen und jedes Mal einen neuen Anfang zu gewähren.

Die verkündete neutestamentliche Lesung dieses Sonntags aus dem Ersten Korintherbrief betrifft die Gnadengaben (Charismen), die Gott dem einzelnen Menschen schenken kann. Und auch diese Worte gelten in der heutigen und auch für die heutige Zeit. Und es gibt auch in der heutigen Zeit viele Charismen bei den Gläubigen, die sich dieser Gnadengaben teilweise oft gar nicht bewusst sind. Andererseits werden jene, die über diese Charismen verfügen und diese „anwenden“ von jenen angegriffen, die ein ähnlich erstarrtes Glaubensleben haben wie seinerzeit die Pharisäer. Daher werden von gewissen Traditionalisten die Charismen in der heutigen Zeit geleugnet und auch die Erneuerungsbewegungen, die kirchlich anerkannt sind, bekämpft. Ob da nicht auch ein gewisser Neid mitspielt, dass von diesen die Charismen in der heutigen Zeit geleugnet werden? Denn die Zusagen Gottes, die in der Bibel festgeschrieben sind, gelten auch für das Heute und Jetzt. Eines ist klar, dass in einem erstarrten Glaubensleben Gott und seine Charismen nicht wirklich wirken kann und diese sich nicht entfalten können.

Der Apostel Paulus gibt im Philipper-Brief diesen Auftrag Jesu zusammengefasst an die Gläubigen weiter: „Darum liebe Brüder – ihr wart ja immer gehorsam, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern noch viel mehr jetzt in meiner Abwesenheit – müht euch mit Furcht und Zittern um euer Heil. Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt, noch über euren guten Willen hinaus. Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr rein und ohne Tadel seid. Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verdorbenen und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter der Welt leuchtet.“ (Phil 2,12-15).

Als Evangelium wird die „Hochzeit von Kana“ verkündet. Eine jener fünf Stellen in den Evangelien in denen Jesus seiner Mutter zuerst „abblitzen“ lässt in dem ER hier zu ihr sagt: „Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Aber seine Mutter ist hartnäckig und sagt zu den Dienern: „Was er euch sagt, das tut!“ Und so macht Jesus sein erstes Zeichen indem er Wasser zu Wein verwandelt.

Und schon diese Stelle weist uns daraufhin, dass die Fürsprache der Gottesmutter für uns Menschen wichtig ist und wir daher mit unseren Bitten und Wünschen diesen „Umweg“ zu Gott nehmen sollen.

Zusammengefasst bedeuten die Lesungen dieses Sonntags für uns: Gläubige, bemüht euch daher die Gebote Gottes und die Lehre der Kirche zu verkünden, diese im Leben einzuhalten und zu bezeugen, und damit dem Auftrag Jesu zu folgen und als Lichter in der Welt zu leuchten.

Amen.
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78

Donnerstag, 21. Januar 2016, 16:28

3. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung Neh 8,2-4a.5-6.8-10
2. Lesung: 1 Kor 12,-12-31a oder 12,12-14.27
Evangelium: Lk 1,1-4;4,14-21

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die erste Lesung, die alttestamentliche, aus dem Buch Nehemia spricht von der Lesung des Gesetzes durch den Priester Esra.

„Am ersten Tag des siebten Monats brachte der Priester Esra das Gesetz vor die Versammlung; zu ihr gehörten die Männer und die Frauen und alle, die das Gesetz verstehen konnten. Vom frühen Morgen bis zum Mittag las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor .... das Gesetz vor.“

Das Buch Nehemia schildert den Wiederaufbau Jerusalems ach der Rückkehr aus der babylonischen Verbannung. Die Mauern und die Stadttore sind zu diesem Zeitpunkt bereits wiederaufgebaut. Das Volk versammelt sich zur Vorlesung des Gesetzes. Nehemia war der Statthalter und er stellte das jüdische Leben in Jerusalem wieder her. Priester und Leviten machen wieder ihren vorgesehenen Dienst.

Der Vers 8, der auch verkündet wird, lautet: „Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen, sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten.“

Auf die heutige Zeit übertragen, handelte es sich also um eine Verkündigung mit Katechese. Und genau diese Aufgabe ist dem Priester und Diakon auch heute übertragen. Das Evangelium vorzulesen und dieses in der Predigt zu erläutern, ist der Sinn der Predigt, die auch als Kurzkatechese zu betrachten ist. Immer wieder hört man Beschwerden, dass in der Predigt die Katechese, die Auslegung der Schrift, vernachlässigt wird, dass eher „politisches“ oder zeitgeistiges der Inhalt der Predigt ist. Die Offenbarung, deren Auslegung und die Lehre der Kirche wird in diesen Fällen den Gläubigen vorenthalten. Natürlich führt eine derartige Vorgangsweise zur Glaubensverdunstung und die meisten der Gläubigen „stellen“ sich ihren Glauben so zusammen wie es ihnen passt. Dass damit auch die Sakramente, die Perlen, vor die Säue geworfen werden (vgl. Mt 7,6), ist ein Nebeneffekt, der bewusst in diesen Fällen von derartigen Predigern erzielt werden soll.

Die zweite Lesung aus dem ersten Korintherbrief spricht vom mystischen Leib Christi, von Seiner Kirche.

„Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.“

Die Kirche wird aus den vielen Gliedern, den Gläubigen gebildet, und ist doch ein einziger Leib. Leider wird in der Kurzfassung der Lesung ein wichtiger Vers weggelassen, der für den Zusammenhalt der Kirche wichtig wäre.

„Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm.“

Viele einzelne Glieder der Kirche, die treu zur Offenbarung und Kirche sowie deren Lehre stehen, leiden heute jedoch am meisten an jenen anderen Gliedern der Kirche, die sich ihren Glauben selbst „zusammenbasteln“, die die Offenbarung und Lehre nach ihrem Geschmack anpassen, die sich nur jenes davon herausnehmen, was ihnen passt, die Reformen fordern, die gegen Offenbarung und Lehre der Kirche sowie gegen das noch immer gültige bisherige Lehramt stehen, die Abtreibung und Euthanasie gutheißen oder sogar dabei selbst beteiligt sind, die die Kirche an den Zeitgeist, dem Mainstream, anpassen wollen, um nur einige dieser Probleme zu nennen. Diese abweichenden Glieder, wie „Kirche von unten“, „Wir sind Kirche“, Laieninitiative usw. wollen eine andere Kirche, nämlich eine, die nach ihrem eigenem Geschmack ist, als jene der Gläubigen, die in der gesunden, wahren und reinen Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) aufgrund der Offenbarung. Lehre der Kirche du Tradition stehen. Das Kennzeichen für diese Abweichungen sind Äußerungen wie „die Lehre muss modernisiert oder der Zeit angepasst werden, die hierarchische Struktur ist ein Hindernis, Frauenordination, Zölibat ist Kirchenrecht und nicht von Gott ausgehend“ und dergleichen mehr. Moderne Theologen, die den sogenannten „Geist des Konzils“, diese Chimäre, geschaffen haben, den es gar nicht gibt, führen in die Irre. Denn die Dokumente des 2. Vatikanischen Konzils stehen voll in der Tradition der Kirche wenn sie mit dem entsprechenden Willen gelesen werden. Leider muss man den heutigen Papst Franziskus zu den Modernisten zählen, denn sowohl die Erleichterung bei den Eheannullierungen und der heute bekanntgegebenen liturgischen Änderung, dass auch die Fußwaschung an Frauen vollzogen werden dürfen, obwohl dies seit Anbeginn der Kirche ein Symbol für den Dienst Christi und Zeichen an den Aposteln war, deutet auf die eindeutige Zuordnung dieses Papstes deutlich hin, der ja auch bereits wiederholt die lehramts- und bibeltreue der Gläubigen als Fundamentalismus mehrmals kritisiert hat.

Die Offenbarung Gottes ist zeitlos und kann sehr wohl in jeder Epoche praktisch umgesetzt werden: Nur muss dazu der Wille vorhanden sein. Wer sich intensiv mit der Offenbarung beschäftigt und nicht nur die ihm genehmen Verse liest sondern die Offenbarung als Gesamtes sieht und den Kontext berücksichtigt, kann feststellen, dass nichts an der Lehre, den Dokumenten der Kirche und dem Kirchenrecht der Offenbarung und Lehre Jesu entgegensteht.

SEINE Kirche ist faktisch unter dem Nachfolger des Apostels Petrus versammelt, denn Jesus hat eindeutig gesagt: „Du bist Petrus, der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ (Mt. 16,18 ) und der Kirchenlehrer Ambrosius hat dazu in einer einfachen Formulierung klargestellt: „Ubi Petrus, ibi Ecclesia - wo Petrus ist, da ist die Kirche.“ Nach der Pastoralregel Gregor d. Gr. muss ein Vorsteher, auch der Papst ist ein Vorsteher, kritisiert werden, der von der Lehre und Tradition abweicht, wobei diese Kritik genaugenommen den Gläubigen zur Pflicht gemacht wird.

Das Evangelium stellt die Jesaja-Lesung Jesu in der Synagoge von Nazaret in den Mittelpunkt. Die Thora-Lesung des Sabbath ist vorbei und es folgt die Lesung aus den Propheten und Jesus nimmt eine Stelle aus dem Propheten Jesaja als Grundlage für seine Predigt:

„Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setzt und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“

Diese Worte des Propheten Jesaja treffen auf Jesus wortwörtlich vollkommen zu. Auf IHM ruht der Geist des Herrn, der Geist Gottes, und der Herr hat ihn bei der Taufe im Jordan gesalbt als die Stimme aus der Höhe sagte: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ Denn ER bringt die gute Nachricht, die Frohe Botschaft – das Evangelium. Und diese „Frohe Botschaft“ erfordert die Umkehr zu Gott sowie das Ablassen von der Sünde. Wenn Jesus in diesem Zusammenhang die Konsequenzen für jene erwähnt, die diesen Weg nicht gehen, nämlich den Hinweis auf das Verderben, so ist das keine „Drohbotschaft“ sondern ein aufmerksam machen darauf.

Jesus will nur das Heil der Menschen, nichts anderes und dieses Heil bringt Jesus. Denn den Menschen verkündet Jesus die Entlassung aus der Gefangenschaft der Sünde und des Teufels. Dass ER den Blinden das Augenlicht bringt, bedeutet, dass dem, der an IHN und seine Lehre uneingeschränkt glaubt, die Blindheit des Herzens geheilt wird und dass dieser die Wahrheit erkennt, die in der Offenbarung Gottes liegt. Die Freiheit der Zerschlagenen betrifft den Trost und das Heil, das die Trauernden, die Leidenden und Kranken durch Jesus bekommen, wenn sie sich an IHN wenden.

Diese Aufgabe Jesu wurde von IHM Seiner Kirche übertragen. Die Kirche hat daher in erster Linie die Aufgabe die Menschen zu Gott zu führen, in dem sie die Offenbarung Gottes unverkürzt und unverfälscht verkündet, den Menschen das Seelenheil bringt und sie auf den Weg führt, damit sie das Ewige Leben erlangen können. Und diese Aufgaben sind die wichtigsten Werke der von Jesus aufgetragenen Nächstenliebe. Diese Aufgabe ist jedoch nicht allein der Kirche übertragen, sondern jeder Gläubige hat durch die Taufe den Auftrag durch sein Leben bezeugen, dass er zu dieser Verkündigung beiträgt. Die sozialen Werke der Nächstenliebe sind dazu nur eine Ergänzung.

Wer daher die sozialen Werke der Nächstenliebe in den Vordergrund stellt und die seelsorglichen Aufgaben, die die Hauptaufgabe der Kirche sind und die Menschen zum wahren Heil führen sollen, auf die Seite schiebt bzw. negiert, der reduziert die Kirche auf einen Sozialhilfeverein, der sie nicht ist und nie war. Aber derjenige, der so handelt, handelt nicht im Interesse Gottes und der Menschen sondern der handelt im Zeitgeist des Atheismus, der vom Satan geschaffen worden ist um die Religion und das Heil der Menschen zu verhindern.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft gegen den atheistischen Zeitgeist anzukämpfen und dir und Gott Vater treu zu bleiben. Lass uns immer unseren Glauben vor der Welt bezeugen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
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Donnerstag, 28. Januar 2016, 16:14

4. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jer 1,4-5.17-19
2. Lesung: 1 Kor 12,31-13,13 oder 13,4-13
Evangelium. Lk 4,21-30

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Aus dem Buch des Propheten Jeremia ist die alttestamentliche Lesung und berichtet über seine Berufung und seinen Auftrag.

„Du aber gürte dich, tritt vor sie hin und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage. …. Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten – Spruch des Herrn.“

Dieser Auftrag, den Gott dem Jeremia gibt, weist daraufhin, dass jene, die Gottes Worte verkünden bekämpft aber nicht überwunden werden, denn die Worte Gottes sind nicht ausmerzbar. Denn der Verkünder dieser Worte kann zwar im irdischen Sinn seines Lebens beraubt werden, aber die Worte bleiben trotzdem und das Blut der etwaigen Märtyrer war schon immer der Same für die Zukunft. So war es in urchristlicher Zeit und so ist es auch heute. Denn in jenen Ländern, in denen Christen heute verfolgt werden, „wachsen“ die neuen Gläubigen stark nach wie es aus den Berichten ersichtlich ist.

Und diesen Auftrag zur Verkündigung hat Jesus auch uns gegeben, indem Er sagte: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28,19-20a). Wenn Jesus in Joh 7,16 zusätzlich erwähnt: „Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat“, so weist er darauf hin, dass die Grundlage für Seine Lehre im Alten Testament liegt. Darauf weisen auch Seine Worte in den Antithesen zur Bergpredigt hin, wo er sagt: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ (Mt 5,17).

Wer daher also das Neue Testament vom Alten Testament trennt und womöglich sogar noch behauptet, dass Jesus zu einer bestimmten Frage im Neuen Testament nichts gesagt habe, verkürzt die Lehre Jesu und steht damit nicht in der Nachfolge Jesu und im Glauben zu IHM. Denn Jesus hat im Neuen Testament nur Ergänzungen zum Alten Testament sowie Fehlauslegung desselben aufgegriffen, es aber grundsätzlich nicht verändert. Nur die Todesstrafen im AT hat Jesus insofern korrigiert, dass ER zur Ehebrecherin gesagt hat: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige nicht mehr.“ (Joh 8, 11) und damit die im AT vorgesehen Todestrafen aufhob..

Derjenige, der sich daher nur auf das Neue Testament beruft, stellt damit wesentliche Lehren Gottes in Frage, nämlich auch die 10 Gebote und alle sonstigen Anweisungen Gottes. In der Regel wird diese Behauptung gerne von jenen Menschen aufgestellt, wenn derjenige sich sein Leben nach seinem eigenen „Gutdünken“ zusammenstellt und nur das akzeptiert was ihm in seinen Lebensentwurf passt und er weiter sündigen will.

Das Evangelium dieses Sonntags ist die Fortsetzung jenes des letzten Sonntags. „Da begann er ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört hat, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall.“

Aber ER empörte dann die Menschen gegen sich als ER ihnen einen Spiegel vor sie hielt und sagte: „Zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naamann. ..... Sie sprangen auf, trieben Jesus zur Stadt hinaus ...... und wollten ihn hinabstürzen.“

Scheinbar ist kein Zusammenhang zwischen der Lesung und dem Evangelium zu erkennen. Trotzdem besteht einer: Jeremia wird berufen, er stammte aus einer Priesterfamilie, und er tritt gegen die Könige Israels wegen derer religiösen und sittlichen Missstände auf, aber auch bei König Jojakim wegen der Wiedereinführung heidnischer Sitten, bei König Zidkija wegen einer verfehlten Politik, die zum Schaden Israels wird und aus diesem Grund wird Jeremia verfolgt.

Und wie geht es Jesus? Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt, auch er wird verfolgt, ja das Evangelium berichtet, dass man Ihn seiner Heimatstadt vom Abhang stürzen wollte Warum gerieten die Zuhörer so in Wut? Weil Er ihnen kein Wunder „vorführen“ wollte, was sicher schon eine gewisse Erregung brachte und weil Er, man kann fast sagen provokant, ihnen ihren schwachen Glauben vorhielt, indem ihnen die Begebenheiten von Elija und der Witwe in Sarepta sowie von Elischa und dem Syrer Naaman erzählte. Beide, die heidnische Witwe von Sarepta und der heidnische Syrer Naaman, erhielten aufgrund ihres festen Glaubens das Heil. Bei der Witwe wurde nie der Mehltopf und die Ölkanne leer und der Syrer wurde geheilt.

So wie der Prophet Jeremia und Jesus, der Sohn Gottes, das Wort Gottes verkündet haben, sei es gelegen oder ungelegen, so hat auch Jesus seine Jünger mit einem festen Auftrag in die Welt gesandt.

Daher sind auch wir Christen für alle Zeiten von Jesus beauftragt allen Menschen, die die Offenbarung (NT und AT) nicht kennen, diese ihnen zu bringen und zu verkünden, und diese Menschen in SEINE Kirche zu führen. Und jenen, die bereits Christen sind, haben wir immer die unverfälschte und unverkürzte Lehre Jesu und seiner Kirche immer wieder neu in Erinnerung zu rufen um sie einerseits zu stärken und andererseits auf den richtigen Weg zurückzuführen, falls sie abgewichen sind.

Dass dabei Schwierigkeiten und Angriffe aller Art zu erwarten und zu überwinden sind, haben sowohl der Prophet Jeremia, als auch Jesus, der Sohn Gottes, die Aposteln und viele Heilige erfahren.

Auch wir werden von den Schwierigkeiten und Angriffen nicht verschont bleiben, wenn wir SEINE Lehre und die Lehre der Kirche unverkürzt und unverfälscht verkünden.

Dass wir von jenen angegriffen werden, die Gott ablehnen, also den Atheisten oder Anhänger anderer Religionen, ist zwar nicht „schön“ aber noch irgendwie verständlich.

Aber so wie Jesus und auch Jeremia von den eigenen Glaubensgenossen angegriffen wurden, werden auch wir von den eigenen Mitbrüdern/Mitschwestern angegriffen, die sich die Offenbarung so auslegen wollen, wie es ihnen passt bzw. wie es für ihr Leben bequemer ist. Diese verwenden die Zitate (Verse) aus der Offenbarung ohne den Kontext zu berücksichtigen, die Verse werden aus dem Zusammenhang gerissen, an anderer Stellen eingepfropft, wo sie nicht hingehören oder sogar so verwendet, dass sie die bewusste Sünde der jeweiligen Person rechtfertigen soll. Das sind damit jene lauen Pseudochristen gemeint von denen der Engel von Ladiozea in der Offenbarung sagt, dass sie ausgespien werden, wie sie weder kalt noch heiß sondern lau sind.

Wer sich nicht an diesem „Spielchen“ beteiligt, sondern treu zur Offenbarung und Lehre der Kirche steht, der wird, weil er sich auf dem Fundament des Glaubens, in der gesunden, reinen und wahren Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) befindet und diese nicht relativiert als „Fundamentalist“ beschimpft, was jedoch eher als „Ehrenbezeichnung“ zu betrachten ist..

Eines ist jedoch sicher: Die „Fundamentalisten“, auch wenn sie Sünder wie alle Menschen sind, gehen eher auf dem schmalen Weg zu dem engen Tor und durch dieses in das Ewige Leben bei Gott als jene, die dem breiten Weg des Verderbens folgen (Mt 7,13).

Herr Jesus Christus gibt uns immer die Kraft deine Lehre unverkürzt und unverfälscht in unserem Leben zu vollziehen damit wir immer auf dem richtigen Weg gehen und deiner Verheißung anteilig zu werden.

Amen.
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80

Donnerstag, 4. Februar 2016, 10:31

5. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jes 6,1-2a.3-8
2. Lesung: 1 Kor 15,1-11 oder 15,3-8.11
Evangelium: Lk 5,1-11

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

Sowohl die beiden Lesungen als auch das Evangelium sprechen an diesem Sonntag über die Berufung zum Dienst für Gott.

Der Prophet Jesaja berichtet über seine Berufung durch Gott und endet, bevor er seine Tätigkeit beginnt, mit den Worten: „Danach hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich!“

Der Herr zwingt niemanden in seinen Dienst zu treten. In das Herz des Menschen sendet ER diesen Ruf und wartet, ob der Mensch von IHM diesen Ruf annimmt und folgt. Es ist der Ruf zum Priester oder ständigen Diakon, zum Ordensbruder oder zur Ordensschwester. Und dieser Ruf erfolgt viele Mal vergebens, nicht weil er nicht gehört wird, sondern weil nach diesem Ruf oft Hindernisse aufgebaut werden. Selbst in Familien in denen für Berufungen gebetet wird, erfolgt oft, wenn der Sohn oder die Tochter von diesem Ruf getroffen wurde, dann die Reaktion – doch nicht mein Sohn, meine Tochter.

Ohne dem fürbittenden und stützenden Gebetes von Menschen, sei es von Pfarrgemeinden oder Einzelpersonen, ist dem Folgen dieses Rufes mehr oder weniger nicht möglich. Dass kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Viele Menschen haben mich auf diesem Weg durch ihr Gebet in diesen Jahren begleitet, von einigen weiß ich, wer es war, da sie aus dem unmittelbaren Bekannten- und Freundeskreis waren, aber auch viele, die mir persönlich unbekannt waren, aber zu den Freunden, der mir Bekannten gehörten. Dann am Beginn der Weiheliturgie wurden meine Jahrgangsmitbrüder und ich namentlich einzeln aufgerufen und jeder von uns sagte, so wie seinerzeit der Prophet Jesaja, sein: „Hier bin ich“. Und damit war verbunden, dass sende mich.

Und der Apostel Paulus berichtet von sich im ersten Korintherbrief:
„Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben….. Ob ich nun verkündige oder die anderen;: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glauben, den ihr angenommen habt.“

Eine Berufung ohne Gottes Gnade ist unmöglich und SEIN Handeln wirkt sich im Gerufenen aus. Doch Seine Gnade und Sein Handeln sind bei jedem der Gerufenen unterschiedlich, denn ER berücksichtigt dabei die Gaben (Charismen), die ER schon bei der Geburt des Menschen jeweils in diesen gelegt hat.

So hat der Apostel Paulus im ersten Korintherbrief im 12. Kapitel auf diese Charismen hingewiesen: „So hat Gott in der Kirche, die einen als Apostel eingesetzt, andere als Propheten, die dritten als Lehrer ..... Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft Wunder zu tun? Besitzen alle die Gabe Krankheiten zu heilen?“

Nur durch diese unterschiedlichen Charismen, die sich bei dem Einzelnen jeweils manifestieren, kann das ganze erforderliche Spektrum, das in SEINER Kirche erforderlich ist, wirksam abgedeckt werden.

Das Evangelium erzählt die Berufung der ersten Apostel. Im vorhergehenden Kapitel 4 des Lukas-Evangeliums erzählt der Evangelist, dass Jesus der einzelne Wanderprediger ist, der die Volksscharen faszinierte und die ihm auch folgten. Es war eine anonyme Massenbewegung.

Jetzt ruft Jesus aus der Masse der Anonymen Einzelne, insgesamt zwölf, heraus, die Seine Schüler und Seine persönlichen Mitarbeiter werden, die er auch zu Verkündigungen aussendet und die Er Apostel nennt. Dazu kommt noch eine Schar von Jüngern bzw. Jüngerinnen, Männer und Frauen, die ihm folgen und die IHN und seine engeren Mitarbeiter auch unterstützten.

„Als er (Jesus) seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus!“

Diese Rede an diese Volkscharen hielt Jesu vom Boot des Simons aus. Dann forderte ER Simon hinauszufahren und die Netze auszuwerfen. Simon wies daraufhin, dass sie die ganze Nacht gearbeitet und doch nichts gefangen hatten, aber auf Jesu Aufforderung tun sie es. Das heißt sie glaubten Jesus.

„Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jacobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.“

Und dieser Glaube bringt ihnen die Früchte, viele Fische werden gefangen. Das ist das Zeichen, das Jesus den beteiligten Fischern geben will.

Die Worte, die Jesus zu Simon sagte: „Fürchte dich nicht!“ galten dem Johannes und Jacobus genauso. Aber genauso gelten diese Worte „Fürchte dich nicht!“ auch jedem von uns, wenn wir als Christen, jeder an dem Platz an den ihn Gott im Leben gestellt hat, den Glauben unverkürzt und unverfälscht verkündigen.

So hat auch der Hl. Vater, Papst Johannes Paul II. gesprochen:
„Habt keine Angst, Christus aufzunehmen und Seine Herrschergewalt anzuerkennen! Habt keine Angst! Öffnet, je reißt die Tore weit auf für Christus!“

„Fürchte dich nicht!“ und „Habt keine Angst!“ ist sinngemäß dieselbe Aufforderung an uns ohne Furcht unseren Glauben öffentlich zu bekennen und zu bezeugen. Sich dabei nicht vom Mainstream, dem Atheismus und der damit verbundenen Presse ins „Bockshorn“ jagen zu lassen, sondern dagegen mutig aufzutreten. Nicht ein weichgespültes Christentum ist die Zukunft, sondern ein kraftvolles und mutig vertretenes. Dass wir dabei angegriffen werden, das hat uns Jesus schon voraus gesagt: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen.“ (Joh 15,20).

„Fürchtet euch nicht!“ verkünden wir daher die Offenbarung Gottes (AT und NT), die Lehre Jesu und auch die Lehre Seiner Kirche unverkürzt und unverfälscht, ob gelegen oder ungelegen, dann werden wir in das Reich Gottes im Ewigen Leben eingehen dürfen.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft und den Mut deine unverkürzte und unverfälschte Lehre ohne Furcht immer und überall zu verkünden damit die Welt begreift ohne den Glauben an dich und deinen Vater, dem allmächtigen Gott, geht sie den falschen Weg ins Verderben. Dir dem dreieinigen Gott sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen
Preis den Herrn!