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Antworten im Thema: 128 » Der letzte Beitrag (17. November 2016, 16:03) ist von diaconus.

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diaconus

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Donnerstag, 25. Juni 2015, 16:04

13. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Weish 1,13-15; 2.23-24
2. Lesung. 2 Kor 8,7.9.13-15
Evangelium Mk 5,21-43 oder 5,21-24.35b-43

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung ist dem Buch der Weisheit entnommen. Es ist das späteste Buch des Alten Testaments und die im Kapitel 2 des Buches erörterte Verfolgung gesetzestreuer Juden durch abgefallene Juden weist in die Zeit zwischen 80 bis 30 vor Christus.

„Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören.“ (Weis 2,23-24)

Der Verfasser dieses Weisheits-Buches ist hellenistisch gebildet und kennt die philosophischen Gedankengänge der Griechen seiner Zeit. Und er hat auf dieser Basis auch jene Gedanken verarbeitet, die auf die Unsterblichkeit der Menschenseele hinweisen und auch, dass jene Seelen, die den Geboten und Anweisungen Gottes nicht entsprechend leben, dem Teufel verfallen sind und somit nicht zum ewigen Leben bei Gott gelangen würden.

Denn dieses Wissen darüber kam den Israeliten nur stufenweise zu und erst in den Makkabäer-Bücher wird über die fortgeschrittene Lehre der Auferstehung der Toten, das Gebet für die Verstorbenen, über die Verdienste der Märtyrer und die Fürbitte der Heiligen berichtet. Die Makkabäer-Bücher waren sicher um 100 vor Christus endredigiert. Dem Verfasser des Buches der Weisheit waren die Makkabäer-Bücher ziemlich sicher bekannt auch wenn sie ursprünglich nicht zum hebräischen Kanon des Alten Testamentes sondern zu den sogenannten deuterokanonischen Büchern gehörten.

Und auch Jesus entfaltet in SEINER Lehre vom Reich Gottes diese Ansätze noch deutlicher und gibt dem Menschen einen neuen Status nämlich jenen vom Kind Gottes und dass der Mensch zu Gott als Vater beten kann. Abba, Vater, ein Begriff für Gott, der im Judentum unvorstellbar war, denn der Vaterbegriff war nur als Anrede dem Familienvater gegenüber erlaubt und Jahwe wurde nur als der „Herr“ bezeichnet.

Somit hat Jesus dem Menschen Gott gegenüber dem Stand eingeräumt, der ihn mit Gott „familiär“ verkehren lässt. Natürlich unter der Voraussetzung, dass der Mensch zu Gott ja sagt und bereit ist seine Gebote und Anweisungen zu akzeptieren. Dies kommt auch in den Worten Jesu darin zum Ausdruck: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7, 21)

Das Evangeliums dieses Sonntag spricht über zwei verschiedene Handlungen Jesus, der von Synagogenvorstehen Jairus angefleht wird mit ihm zu kommen, da seine Tochter im Sterben liegen. Jesus geht mit Jairus In der Evangeliums-Kurzfassung der Heiligen Messe ist das „Zwischenspiel“ auf dem Weg zum Haus des Jairus nicht erwähnt.

„Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt.“

Die blutflüssige Frau berührt ihn und "Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte. Wer hat mein Gewand berührt?“

„Die Frau fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von Deinem Leiden geheilt sein.“

Und das Leiden dieser Frau kann erst dann richtig verstanden werden, wenn man die Reinigungsvorschriften des Buches Levitikus, insbesondere die Verse 25 - 27 aus dem 15. Kapitel. kennt. Diese Frau war neben den körperlichen Problemen ihres Leidens faktisch von einem normalen Leben in der Gemeinschaft abgeschnitten, denn sie befand sich ständig im Zustand der Unreinheit. Ihr Lager und jeder Gegenstand auf dem sie saß wurde unrein, und jeder der diese Gegenstände berührte wurde ebenfalls unrein, musste die Reinigungsvorschriften beachten, die vorgeschriebene Reinigung vornehmen und war selbst unrein bis zum Abend.

Es ist daher verständlich, dass sich die Menschen von ihr absonderten, auch wenn im Evangelium darüber nichts berichtet wird. Denn alle, die mit ihr Kontakt hatten, mussten darauf achten, dass sie nicht selbst unrein wurden, indem sie vielleicht einen Gegenstand berührten auf dem sie gesessen hatte.

Aus diesem Grund schleicht sie sich an Jesus heran und berührt verstohlen sein Gewand. Aber Jesus spürt, dass eine Kraft von ihm weggenommen wird und stellt daher die Frage: „Wer hat mich berührt?“ Dass die Frau zitternd vor Furcht zu ihm kommt ist daher nur zu verständlich und sie gesteht ihm die ganze Wahrheit. Aber genauso ist der Mut dieser Frau zu achten, dass sie trotz dieser Furcht zu ihm kommt und die Wahrheit sagt. Eine Handlung, die nur auf einem tiefen Vertrauen zu Jesus beruhen konnte, dass nur dieser ihr helfen könnte. Und Jesus spricht es aus: „Dein Glaube hat dir geholfen!“

Durch diese Heilung wird die Frau dem Leben in der Gemeinschaft wieder zurückgegeben und sie konnte von nun an wieder ein normales Leben führen.

Zum zweiten Teil des Evangeliums gehört, dass der Synagogenvorsteher Jairus zu Jesus kommt und ihn bittet mit ihm zu kommen, da seine Tochter im Sterben liege. Und während Jesus noch mit der Frau redete, kommen die Boten zu Jairus und berichten ihm: Deine Tochter ist gestorben. Jesus sagt aber zu Jairus: „Sei ohne Furcht; glaube nur!“ Die Tochter des Jairus wird auferweckt.

In beiden Abschnitten dieses Evangeliums ist die zentrale Aussage: „Sei ohne Furcht!“ und „Glaube nur!“ Es sind dies auch die wichtigsten Aussagen des Alten und Neuen Testaments.

„Sei ohne Furcht!“ steht 366-mal in der Bibel, also im übertragenen Sinn für jeden Tag des Jahres einmal. Und „Glaube nur“, das ist die Grundvoraussetzung für die Verbindung des Menschen zu Gott.

Als Mensch kann ich nur eine wirkliche Verbindung zu Gott herstellen, wenn ich durch einen tiefen Glauben ein uneingeschränktes Vertrauen zu IHM habe. Sicher kann ich IHN mit Gebeten bestürmen, um etwas Bestimmtes zu erreichen, aber ohne ein wirkliches uneingeschränktes Vertrauen im Herzen gehe ich fehl. Gott hört jedes Gebet. Aber es bleibt IHM überlassen, ob er meine Gebete und meine Bitten erfüllt bzw. erhört. ER allein weiß, was für mich gut ist und was mich auf meinem Weg zu ihm fördert. Daher auch im Gebet des Herrn die Bitte „Dein Wille geschehe“.

Allmächtiger Gott, gib uns Menschen das uneingeschränkte Vertrauen in dich und gib uns immer die Kraft, dass wir immer deinen Willen annehmen auch wenn dieser nicht unseren Wünschen entspricht. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 2. Juli 2015, 10:45

14. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Ez 1,28b-2,5
2. Lesung: 2 Kor 12,7-10
Evangelium: Mk 6,1b-6

Liebe Christen! Liebe Leser!

Die Lesung aus dem Buch Ezechiels ist dem Kapitel der Sendung des Ezechiels durch Gott entnommen.

„Er sagte zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu den abtrünnigen Söhnen Israels, die sich gegen mich aufgelehnt haben. Sie und ihre Väter sind immer wieder von mir abgefallen bis zum heutigen Tag.“

Ezechiel befand sich bereits um 592 vChr mit vielen in babylonischer Verbannung, also noch vor der Zerstörung des Tempels und der Stadt Jerusalem im Jahre 586 vChr. Hier wird er von Gott zum Propheten berufen und wirkt unter diesen mit ihm Verschleppten. Er kann ihnen keine Hoffnung machen, dass sie bald nach Jerusalem zurückkehren könnten; im Gegenteil, er muss das Gegenteil verkünden: Das Gottesgericht über die Stadt Jerusalem und den Tempel.

Die Anrede „Menschensohn“ hat eine andere Dimension als diese Wort aus dem Munde Jesu hatte. Während es bei Jesu die Fülle der göttlichen Macht in IHM bedeutete, dass Jesus der menschliche Sohn Gottes ist, bedeutet es bei Ezechiel, dass dessen Macht auf das menschliche begrenzt ist und ihm keine höhere Gewalt zukommt. Nur das Charisma (Gabe) der Prophetie wird ihm zugeteilt.

Zu beachten ist auch, dass die „abtrünnigen Söhne Israels“ zwar den Tempelkult nach den von Gott gegebenen Richtlinien vollzogen und sich auch äußerlich an die Anweisungen Gottes hielten aber in der Praxis mit ihrem Herzen davon abwichen und „zeitgeistig“ handelten.

Und mit dem Begriff „zeitgeistig“ schließt sich der Kreis zur heutigen Zeit. Auch heute wird von vielen Katholiken angeblich nach außen hin Gott verehrt, aber in Wirklichkeit werden zum vorgegebenen Wohl der Kirche von diesen Reformen gefordert, die in Wirklichkeit jedoch im Widerspruch zu den Aussagen der Heiligen Schrift stehen. Die Memoranden von Theologen, Priestern, der priesterliche Aufruf zum Ungehorsam und was dergleichen in den letzten Jahren veröffentlicht worden ist stehen im Widerspruch zu Gott, Seiner Offenbarung und der Lehre Seiner Kirche. Dass jene Priester und Gläubigen, die treu zur Offenbarung und Lehre stehen, beschimpft und als „Fundamentalisten“, „Reaktionäre“ usw. beschimpft und lächerlich gemacht werden, ist die Frucht des realen Unglaubens in der Kirche. Auch manchen Bischöfen bzw. Kardinälen wird langsam klar, dass es in der Kirche einen schleichenden Atheismus gibt, der Gläubigen in die Irre führt. Dieser Atheismus in der Kirche verwandelt Religion und Glaube in die Pflege der eigenen Interessen und klammert Gott, seine Offenbarung und die Lehre der Kirche aus. Die Frucht dieses Atheismus in der Kirche ist die Verdunstung des wahren, gesunden und reinen Glaubens und das Festlegen der Glaubensgrundlagen nach eigenem Gutdünken. Jeder macht sich seinen Glauben so zurecht wie es ihm passt. Nur das ist weder katholisch noch christlich. Wo die Protestanten mit dieser zeitgeistigen Einstellung gelandet sind, weist die Gläubigen- Statistik auf, denn viele wandern von den Landeskirchen der EKD zu den Freikirchen ab.

Kehrt um zur Offenbarung, Lehre der Kirche und den dazugehörigen Glauben und kehrt euch ab vom Glauben Marke „Eigenbau“, der ein Irrweg ist und ins Verderben führt.

Das Evangelium dieses Sonntags betrifft die Ablehnung Jeus in seiner Heimat.

„Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.“

Ein Wort Jesu vor 2.000 Jahren. Und diese Aussage Jesu gilt auch heute noch genauso wie vor 2.000 Jahren.

Wir müssen das Wort „Prophet“ nur ersetzen, mit Begriffen aus unserem heutigen Leben: Wie Politiker, Umweltschützer, Fachmann/Fachfrau und ähnlichem. Und in unserem religiösen Leben und unserem Leben in der Kirche können wir den Prophet mit den Begriffen wie Papst und Bischöfe ersetzen.

In allen diesen Gruppen gibt es Unterschiede in der Anwendung des Fachwissens und den Konsequenzen, die aus den Erkenntnissen gezogen werden sollten.

Diese Vorgangsweise ist durchaus legitim. Sie ermöglicht die Weiterentwicklung des Wissens, sodass das Wissen nicht stagniert. Für die Kirche ist es dabei wichtig, dass das Neue auf dem bisherigen Wissen, der Lehre und der Tradition der Kirche aufbaut und keinen Bruch darstellt.

Selbst Jesus hat sich immer wieder den Schriftgelehrten zur Diskussion gestellt, und er wurde von den Schriftgelehrten fachlich auch anerkennt, wenn sie auch mit vielem nicht einverstanden waren.

Aber diese Diskussionen, die in der Heiligen Schrift oft in Gleichnissen dargestellt werden, haben viele Früchte gebracht und dem damaligen Menschen und somit auch uns ein neues Bild Gottes gebracht. Gott ist nicht ein strafender unbarmherziger Richter, wie es viele Menschen aus dem Alten Testament oft herauslesen wollen, sondern er ist ein Gott, der die Menschen liebt und der barmherziger ist, als wir es Menschen oft verstehen können. Was als strafend und unbarmherzig bezeichnet wird, sind nur die Konsequenzen, die sich der Mensch selbst zufügt, wenn er die Gebote und Weisungen Gottes nicht einhält.

Jesus hat aber auch gesagt: "Denkt nicht, ich sei gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben." (Mt 5,17)

Viele Diskussionen in unserer Kirche zeigen, dass es Versuche gibt die Lehre Jesu zu verändern, um diese dem Zeitgeist anzupassen. Aber die Offenbarung Gottes und die Worte Jesu sind zeitlos denn es geht um die wesentlichen Grundaussagen unseres Glaubens sowie um die Tradition im Glauben.

Und in diesem Fall sind der Papst und jene Bischöfe, die die gesunde, wahre und reine Lehre bewahren wollen, jene Propheten, die in der eigenen Gemeinschaft nicht anerkannt werden.

Wenn Jesus sprach: „Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie" so wollte er auf das Geschehen vorher verweisen, wo die Menschen seiner näherem Umgebung über ihn sagten: „Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist. Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen. Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.“

Die Menschen aus seiner Heimat wussten um seine Weisheit und über die Wunder, die er getan hat. Aber sie konnten oder wollten dieses Wirken vom Sohn eines Zimmermanns nicht anerkennen.

Aber Er ist doch einer von uns und durch seine Weisheit und seinem Wirken ist er anders als wir. Das ist der wirkliche Anstoß, den sie an ihm genommen haben. Wer nicht so wie wir ist, der wird ausgegrenzt. Eine Vorgangsweise, die gegenüber den Lehramtstreuen in den Pfarrgemeinden durchaus üblich ist und dies betrifft nicht nur Laien sondern auch jene Kleriker, die nicht der „Masse“ entsprechen.

Hätte ein ihnen unbekannter Pharisäer oder Schriftgelehrter bei ihnen so gewirkt, wäre er als Wunderrabbi sofort anerkannt worden. Aber einer aus ihrer unmittelbaren Gemeinschaft oder Umgebung? Das darf doch nicht sein

Auch in der heutigen Zeit ist dieses Problem hoch aktuell. Wie oft nehmen Menschen Anstoß über etwas, weil sie es nicht anerkennen wollen, vor allem dann, wenn dabei noch auch der Neid mitspielt, dass ein anderer, den er gut kennt, mehr weiß als dieser selbst.

Schon Paulus sprach im 1. Korintherbrief von den verschiedenen Gnadengaben (Charismen). Wie viele Fähigkeiten, also Gnadengaben Gottes, liegen oft brach oder werden bewusst nicht genutzt. Welche Schwierigkeiten wären oft vermeidbar, wenn eine Familie, eine Gemeinschaft oder eine Gemeinde bereit wäre, diese Gaben anzuerkennen und nützen würde.

Denken wir über dieses heutige Evangelium nach. Manchmal scheint eine Erzählung nur eine Begebenheit im Leben Jesu zu sein, die eben in der Frohen Botschaft erwähnt wird, scheinbar nicht wichtig ist und doch ist immer dabei eine Botschaft enthalten, die auch für unsere Zeit und unser eigenes Leben gilt. Denn seine Frohe Botschaft ist und bleibt zeitlos.

Sicher sind wir alles Menschen mit Schwächen und keiner von uns ist vollkommen. Aber wenn wir versuchen, im Glauben und im Gebet immer tiefer in die Geheimnisse seiner Botschaft vorzudringen, so werden wir zu jener Frucht werden, von der Jesus so oft gesprochen hat.

Auf diesem, unseren, Weg ist die Unterstützung unseren Herrn gewiss, darauf dürfen wir jederzeit vertrauen.

Amen.
Preis den Herrn!

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43

Donnerstag, 9. Juli 2015, 16:30

15. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung. Am 7,12-15
2. Lesung: Eph 1,3-14 oder 1,3-10
Evangelium: Mk 6,7-13

Liebe Christen! Liebe Leser!

Im Evangelium dieses Sonntags sind folgende Sätze wichtig, die die Aussagen Jesus betreffen:

„ER rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. …. Wenn man euch aber in en einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie. …. Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf.“

Und diese Sätze haben auch für die heutige Zeit ihre Bedeutung wenn man bereit ist sie zu akzeptieren.

Denn die Worte der Offenbarung im Alten und Neuen Testament sind zeitlos und verlieren in Wirklichkeit ihre Wirkung nur dann wenn versucht wird diese Botschaft dem Zeitgeist unterzuordnen um den Menschen zu gefallen. Die Kirche hat zwar den Auftrag den Menschen das Heil zu bringen und die Frohe Botschaft zu verkünden aber wer diese Botschaft nicht hören will, hat die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu tragen. Und mit der Ablehnung dieser Botschaft werden sich die Ablehner der Botschaft eines Tages, spätestens am Tag des Jüngsten Gerichtes, konfrontieren lassen müssen.

So wie heute um die Menschen, die nicht wirklich bereit sind, Jesus nachzufolgen gebuhlt wird indem diesen nach dem Mund geredet wird, handelt entgegen dem Auftrag Jesu zur Verkündigung des unverkürzten und unverfälschten Evangeliums. Diesen „Verkündern“ geht es nur darum deren Kirchensteuergelder zu erhalten, denjenigen ist der Mammon wichtiger als das Seelenheil der Menschen. Aber die Kirchensteuergelder werden gebraucht um riesige Laien-Beamtenapparate in den Ordinarien und angeschlossenen Dienststellen zu erhalten wie zBspl. jene Diözese in Deutschland, die im Ordinariat über 800 Personen beschäftigt. .

Jesus hat selbst gesagt „ihr könnt nicht Gott und dem Mammon dienen“ (vgl. Mt 6,24; Lk 16,13). Aber derzeit regiert der Mammon in den deutschsprachigen Provinzen der Hl. Mutter Kirche. In Wirklichkeit wird aber von der Kirche Glaubwürdigkeit und Treue zur Botschaft Gottes verlangt und nicht zeitgeistige Kirchenpolitik, die bei den Menschen nicht anecken will.

In dieselbe Richtung weisen auch die Worte der ersten Lesung aus dem Buch Amos, in der der Priester von Bet-El zu Amos sagt: “Geh, Seher, flüchte ins Land Juda! In Bet-El darfst du nicht mehr als Prophet reden; denn das hier ist ein Heiligtum des Königs und ein Reichstempel.“ Und Amos antwortete: „Der Herr hat mich von meiner Herde weggeholt und zu mir gesagt: Geh und rede als Prophet zu meinem Volk Israel!“

Auch Amos redet gegen die Mächtigen im Judentum und hier gibt es auch einen Zusammenhang zwischen der Aussendung der zwölf Apostel und dem Propheten Amos, der auf den ersten Blick als nicht gegeben erscheint. Und doch gibt es einen solchen. Sowohl Amos als auch Jesus und die von ihm ausgesendeten Apostel gehören nicht zu jenen, die an Hebeln der weltlichen Macht sitzen. Im Gegenteil, sie werden von denen, die an der Macht sitzen, angegriffen; Amos vom Königshaus und den Berufspropheten, Jesus und seine Jünger vom Hohen Rat und den Pharisäern.

Aber sowohl Amos als auch der Menschensohn wissen um ihre Berufung und ihre Aufgabe. Und so gehen sie ihrer Berufung nach. Trotz der Widerstände, die sie erwarten. Denn Angst um die eigene Ruhe und Sicherheit gehört nicht zu diesem Leben, in das sie von Gott gerufen wurden.

Für diesen Weg braucht ihr nichts mitzunehmen, sagt Jesus auch zu den Aposteln, denn dort wo ihr aufgenommen werdet, wo ihr einkehrt, dort wird euch das gegeben was ihr braucht. Das ist ein Teil der Sendung Jesu, die auch der Apostel Paulus erfahren hat, wie er in verschiedenen seiner Briefe berichtet.

Noch einen Zusammenhang gibt es zwischen dem Propheten Amos und Jesus.

Immer wieder benötigte das Volk Israel, eine prophetische Rede und des Rufes zur Umkehr, weil es sich von seinem Gott abgewandt hatte. So wird nicht nur von Amos, sondern auch von Jeremia, Jesaja und von den anderen Propheten des Alten Testamentes berichtet, die zum Volk Israel gesandt wurden um es zur Umkehr aufzufordern.

Vielleicht stellen Sie sich die Frage: Hat diese Lesung und das Evangelium dieses Sonntags in der heutigen Zeit überhaupt noch eine Bedeutung?

Jeder von uns Christen ist getauft, die meisten wahrscheinlich auch gefirmt.

Und durch diese Taufe ist jeder von aus auch beauftragt, den Glauben zu verkünden. Denn so wie Jesus seine Jünger ausgesandt hat, so sendet er auch uns. Alle Christen sollen missionarisch wirken.

Viele von Ihnen werden sagen: „Ich habe meinen Beruf, ich habe meine Lebenserfahrung, aber in der Religion und in der Bibel kenne ich mich zu wenig aus, dazu habe ich keine richtige Ausbildung. Das ist eine Sache der professionellen Verkünder. Also des Bischofs, der Priester, der Diakone und auch noch der Pastoralassistenten bzw. der Pastoralassistentinnen.“

Wenn Sie jeden Sonntag zur Messe kommen, hören Sie innerhalb von 3 Jahren alle wesentlichen Abschnitte des Evangeliums, die für unser Leben als Christen erforderlich sind.

Und missionarisch wirken, bedeutet nicht, Bibelstellen und Verse auswendig zitieren zu können, sondern vor allem ein Beispiel in seinem Leben zu geben.

Denn Verkündigung des Glaubens bedeutet in erster Linie, so zu leben versuchen, wie es uns von Jesus aufgetragen wurde. Ein Vorbild zu sein, im Leben als Christen.

So hat sich auch seinerzeit, zur Zeit der Urkirche, der Glaube ausgebreitet. Die Urchristen haben sich nicht mit der Lebensweise der Heiden arrangiert, sondern sind gezielt den Weg des Glaubens gegangen. Unbeirrt, was auch kommen konnte, ja bis zum Tod im Martyrium. Und auch heute ist es noch so, dass dort wo die Kirche verfolgt wird, immer mehr zum Glauben kommen, sei es in Indien, Afrika usw.

In der heutigen Zeit haben wir hier in Europa keine Verfolgung im Sinne von Marter und Tod zu erwarten, höchstens werden wir verspottet und verbal angegriffen. Und das können wir ohne Problem aushalten, wenn wir einen tiefen Glauben haben und Jesus nachfolgen wollen.

Also können wir ohne weiteres als Vorbild leben und mit unserem Leben Zeugnis von dem Glauben geben, der unser Leben bestimmen sollte. Sicher wird es immer wieder in unserem Leben Schwachstellen, ja Fehler und Sünden geben, denn wir werden als Menschen nie vollkommen und immer Sünder sein.

Außerdem bedeutet die Nachfolge Christi für jeden sein Kreuz auf sich zu nehmen, so wie es der Herr auch im Evangelium ankündigte.

Das wahre Christentum ist immer eine Religion gewesen, die gegen den Strom der Zeit, gegen den Zeitgeist, schwimmt. Und es war nie und ist auch heute keine Schönwetterreligion, sondern eine Religion, die den Menschen aus den Engen der jeweiligen Zeit befreit und damit die Menschen zu den Verheißungen führt, die uns Jesus gegeben hat.

Jeder Getaufte und Gefirmte ist also zur Verkündigung des Glaubens nicht nur beauftragt, sondern auch entsprechend ausgerüstet durch den Heiligen Geist, der immer bei uns ist. Natürlich wenn einem Menschen das Leben im Zeitgeist wichtiger ist als wie ein christliches Vorbild zu leben, dann kann ein solches Zeugnis nicht wirksam werden. Ein solcher getaufter Mensch ist zwar nach dem Taufschein ein Christ, aber praktisch hat er sich vom Christsein längst verabschiedet und er entspricht damit in Wahrheit den Worten, die vor längerer Zeit Papst Benedikt sagte als er feststellte, dass solche Menschen „getaufte Heiden“ sind: Ähnliches trifft auch für jene Katholiken zu, die die Offenbarung und Lehre der Kirche gemäß dem Zeitgeist anpassen wollen und diesbezügliche Reformen zur Lehre fordern.

Als wirkliche Christen sollen wir daher durch unser Leben, unser Verhalten überall dort wo wir mit Menschen zusammenkommen, sei es in der Familie, im Beruf und auch in der Öffentlichkeit, Zeugnis geben und in Gesprächen vom Glauben sprechen, sei es gelegen oder ungelegen, wie der Apostel Paulus sagte.

Und dann können wir mit den Worten des 1 Petrus-Briefes sprechen und handeln: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“

Amen.
Preis den Herrn!

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44

Donnerstag, 16. Juli 2015, 16:26

16. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jer 23,1-6
2. Lesung: Eph 2,13-18
Evangelium: Mk 6,30-34

Liebe Christen! Liebe Leser!

Die Lesung und das Evangelium dieses Sonntags haben den Hirten und seine Herde im Blickwinkel. Ein wichtiges Thema im Glauben.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jeremia beginnt mit den Worten. „Weh den Hirten; die die Schafe meiner Weide zugrunde richten und zerstreuen – Spruch des Herrn. Darum - so spricht der Herr, der Gott Israel über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habe meine Schafe zerstreut und versprengt und habt euch nicht um sie gekümmert.“

Mit diesen Worten spricht der Herr, unser Gott, eine deutliche Warnung an alle aus, die mit der Seelsorge an den Gläubigen betraut sind, Wer als Seelsorger nicht die unverkürzte und unverfälschte Lehre der Offenbarung Gottes und die darauf basierende Lehre Seiner Kirche verkündet, der führt die Gläubigen in die Irre, richtet sie zugrunde und zerstreut sie. Zu dieser Irrlehre gehört auch, dass den Menschen nach dem Mund geredet wird und bewusst vermieden wird mit Worten anzuecken, die der Hörende nicht hören will. Damit ist der Mehrheit der Gläubigen das Bewusstsein für die Sünde und die daraus resultierenden Konsequenzen von denen Jesus mehrmals in seiner Lehre gesprochen hat, vollkommen abhanden gekommen und die Menschen wiegen sich somit in einer falschen Sicherheit, die Jesus und sein Vater den Menschen nie versprochen hat. Außerdem wird seit Jahrzehnten, die dazu gehörende Katechese bewusst vernachlässigt. Daher glaubt die Mehrheit der Menschen, dass Gott in seiner Liebe alles verzeiht, egal wie der Mensch lebt.

Ja, Gott ist ein liebender und barmherziger Gott, aber nur für den Menschen, der von der Sünde ablässt und umkehrt auf den richtigen Weg zu Gott. Wie oft hat Jesus in den Evangelien gesagt: „Geh hin und sündige nicht mehr!“ Und ER machte die Menschen darauf aufmerksam, dass der Weg zu Gott nicht bequem sondern steil und das Tor in das Reich Gottes sehr eng ist, während der Weg in das ewige Verderben breit und bequem ist.(vgl. Mt 7,13-14).

Jene Seelsorger, die noch diese wahren Worte der Lehr Jesu verkünden werden als „Fundamentalisten“ verunglimpft obwohl sie nichts anderes machen, als der ihnen übertragenen Aufgabe gerecht zu werden. Leider finden diese Seelsorger auch bei vielen Diözesanhirten keine Unterstützung mehr sondern werden im Gegenteil auch von diesen „gemobbt“, denn diesen Hirten ist eine gute zeitgeistige Presse wichtiger als das Wort Gottes rein und unverfälscht zu verkünden. Da werden dann für die Presse diplomatische Wortverdrehungen erfunden um nicht anzuecken statt die gesunde, reine und wahre Lehre zu verkünden (1 Tim, 2 Tim, Tit).

Auch die Worte des Evangeliums sind eindeutig: „Als er (Jesus) ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.“

Jesus, ER ist der „Gute Hirte“, der seiner Aufgabe gerecht wurde, die ER von seinem Vater, seinem und unserem Gott, übertragen bekommen hatte und führte sie konsequent durch. Nicht dadurch, dass er den Menschen nach dem Mund redete sondern dass er klar und deutlich die Wahrheit sprach.

Und damit schließt sich der Kreis über die Aufgabe des Hirten, wie Gott zum Propheten Jeremia gesprochen und Jesus sie gegenüber den Menschen seiner Generation vollzogen hatte indem er sie ohne Wen und Aber das unverfälschte und unverkürzte Wort lehrte damit sie in das Reich Gottes gelangen konnten.

Und für viele Christen der heutigen Zeit sind diese Bibelstellen aus den Lesungen dieses Sonntags zusätzlich noch ein größeres Ärgernis: Denn diese „aufgeklärten“ Christen sagen doch: „Ich bin doch ein mündiger Christ und kein Schaf.“

Diese Christen vergessen nur eines, Jesus, er ist d e r GUTE HIRT und Er spricht selbst im Evangelium davon, „Ich bin der gute Hirt und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,“ (Joh 10,14)

Das Gleichnis Jesu weist daraufhin, dass die Schafe einer Herde dem Hirten voll vertrauen und sie folgen ihm, wohin er sie führt.

Wenn der Mensch also dem Guten Hirten nicht voll Vertrauen folgen und sich seiner Herde nicht zurechnen will, dann hat er sich innerlich bereits von ihm getrennt und geht bereits seine eigenen Wege, auch wenn er äußerlich scheinbar den rechten Weg geht. Nur dann befindet sich der Mensch nicht mehr auf dem Weg, den Christus ihm vorgezeichnet hat und nennt sich faktisch nur mehr unberechtigterweise Christ.

Das Ergebnis dieses Handelns ist überall auf der Welt sichtbar. Dazu zwei Beispiele: Das Bewusstsein, dass Abtreibung Mord ist, ist in den letzte Jahrzehnten immer mehr geschwunden. Selbst praktizierende Christen treiben ab und sprechen darüber ganz offen. Und als zweites Beispiel: Dass die Familie immer mehr heruntergemacht wird, dass alle anderen Lebensformen der Ehe gleichgestellt werden können, ohne dass von den Christen ein Aufschrei erfolgt, ist ein weiterer Beweis, dass die Mehrheit der Christen sich von der Lehre Jesu real getrennt hat.

Jesus ist die Liebe und zu jedem barmherzig, der zu ihm umkehrt und vom Weg der bewussten Sünde ablässt. Aber ER hat auch gesagt, ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen. Also gelten die Lebensregeln des ALTEN Testament auch für uns, aber im Geiste Jesu.

Und zur Erinnerung wiederhole ich es abschließend bewusst.

„Weh, den Hirten, die die Schafe meiner Weide zugrunde richten und zerstreuen – Spruch des Herrn.“, so sagte Jeremia in der alttestamentlichen Lesung. .

Und diese Worte sind ein Warnruf an alle Diakone, Priester und Bischöfe, die zur Verkündigung des Wortes Gottes berufen sind.

Es geht um die Verkündigung des Wortes Gottes. Das Wort Gottes ist unverkürzt und unverfälscht zu verkünden. Nicht was die Menschen hören wollen oder dass nach dem Mund und der Meinung der Zuhörer geredet wird, sondern was der Wahrheit und dem Geist der Botschaft Gottes entspricht.

Im 2. Timotheusbrief schreibt der Apostel Paulus: „Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht“ (2 Tim 4,2). Und im Titusbrief schreibt Paulus: „Du aber verkünde, was der gesunden Lehre entspricht.“ (Tit 2,1)

Und im Lukas-Evangelium heißt es: „Weh euch wenn euch alle Menschen loben.“ (Lk 6,26)

Alle diese Zitate aus dem Neuen Testament weisen darauf hin, dass die Verkündigung des Wortes Gottes nicht auf das Lob der Zuhörer ausgerichtet sein soll. Wer als Verkünder des Wortes Gottes nach Lob giert oder sich scheut mit der gesunden wahren und reinen Lehre der Kirche anzuecken, der ist auf dem falschen Weg. Derartige Verkünder kann man nicht zu den „guten Hirten“ zählen.

Bitten wir Christen immer darum, dass das Wort Gottes immer unverfälscht und unverkürzt von den dazu Beauftragten verkündet wird.

Amen.
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Donnerstag, 23. Juli 2015, 16:26

17. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 2 Kön 4,42-44
2. Lesung Eph 4,1-6
Evangelium: Joh 6,1-15

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Sowohl in der alttestamentlichen Lesung als auch im Evangelium dieses Sonntags geht es um die Brotvermehrung.

In der alttestamentlichen Lesung aus dem 2. Buch der Könige wird auch von einer Brotvermehrung berichtet. Dem Gottesmann Elischa werden 20 Gerstenbrote von den Erstlingsfrüchten gebracht und dieser sagte zu seinem Diener, der zuvor gemeint hatte, dass die Brote für die Anwesenden zu wenig sein würden: „Gib es den Leuten zu essen! Denn so spricht der Herr: Man wird essen und noch übrig lassen. …. Und sie aßen und ließen noch übrig, wie der Herr gesagt hatte“

So die alttestamentliche Lesung, während im Evangelium dieses Sonntags die wunderbare Brotvermehrung mit den Worten des Evangelisten Johannes verkündet wird.

Während bei den anderen Evangelisten das Segnen der Brote und der Fische von Jesus vorgenommen wird und den Jüngern das Austeilen überlassen wird, schreibt Johannes, dass Jesus selbst auch die Verteilung durchgeführt hat.

Für viele Menschen, die in ihrem Unglauben und Zweifeln Wortklaubereien betreiben ist dieser Unterschied einer der Gründe die Wahrheit der Heiligen Schrift zu bezweifeln oder diese gar als Fälschung zu bezeichnen.

Diese Menschen lassen, wie alle Zweifler und Ungläubigen, dabei aus mangelndem theologischem und geschichtlichem Wissen zwei wesentliche Fakten außer Acht. Erstens, dass jeder Evangelist die Handlungen Jesu aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und damit andere Schwerpunkte in seinem Evangelium setzt, je nachdem für welchen Adressatenkreis die Schriftfassung bestimmt war und zweitens wurden damals Helfer, die im Auftrag eines Mächtigeren oder Höheren handelten, so betrachtet, als wäre diese Handlung von diesem selbst ausgeführt.

Sogar noch heute gilt ähnliches in der Kirche. Die Handlungen eines Generalvikar einer Diözese sind unveränderbar, auch der zuständige Bischof kann diese nicht zurücknehmen, denn der Generalvikar ist das „Alter ego“ des Bischofs.

Johannes stellt vom Beginn an in seinem Evangelium Jesus als den Gesalbten, den Christus, in den Mittelpunkt, der das messianische Reich aufrichtet. Nur dieses messianische Reich entsprach nicht den Vorstellungen der damaligen Menschen, weil sie sich ein weltliches Reich vorstellten und dachten, dass das messianische Reich dem Königreich Davids gleichen müsste.

Darum schreibt Johannes: „Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück.“

Schon von Samuel forderte im Alten Testament das Volk Israel einen König, obwohl Samuel das Volk im Namen Jahwes warnte. So ist es im 1 Buch Samuel zu lesen. Und viele der weltlichen Machthaber haben dann dem Volk Israel jene großen Probleme gebracht, weil sie nicht auf die Gebote Gottes hörten. Das ganze Alte Testament ist voll von diesen Problemen.

Aber Johannes will uns in diesem Evangelium noch auf etwas anderes aufmerksam machen. Nämlich: Jesus will uns damit auch auf das Teilen aufmerksam machen. Er fordert uns zum Teilen mit allen Menschen auf, wo es erforderlich ist.

Wenn wir bereit wären wirklich zu teilen, dann könnte der Hunger und die Not in der ganzen Welt wesentlich vermindert werden. Denn wenn wirklich und ehrlich geteilt wird, dann vermehrt sich diese Ausgangsbasis.

Denn vieles von dem was als Hilfe für die 3. Welt bezeichnet wird und groß hinausposaunt wird, dient in Wirklichkeit nur den Gewinnen der Konzerne und nicht dem Wohl der Menschen in diesen Ländern. Egal ob es die Gentechnik betrifft oder die Monokulturen, die die Versteppung des Landes fördern statt zu helfen, das Abholzen der Regenwälder, um Weideland zu gewinnen, das dann nur ausgelaugt und nicht gehegt und gepflegt wird, und noch vieles andere mehr.

Teilen heißt also vor allem Hilfe den Menschen zur Selbsthilfe zu geben und nicht auf Gewinn ausgerichtet zu sein.

Die „Fair Trade“ Produkte, die es auch in vielen Pfarren zu kaufen gibt, sind solche Hilfen, die dem richtigen Teilen entsprechen.

Dass ist die erste Lehre, die wir als Christen aus diesem Evangelium des Teilens ziehen sollten. Dann werden wir den richtigen Weg in der Nachfolge Jesus als Christen gehen.

Abschließend will ich auf die Lesung aus dem Epheserbrief eingehen in dem es zusammenfassend heißt: „Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren. … Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.“

Diese Mahnung des Apostels Paulus an die Epheser betreffen die Punkte, die für das kirchliche Leben maßgebend sind, wobei die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung, das immerwährend gültige Wort Gottes an uns Menschen, die unveränderliche Ausgangsbasis ist. Und aufgrund der Binde- und Lösegewalt die Jesus dem Petrus übergeben hat, ist die Lehre der Kirche für alle maßgebend, denn „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ (Mt 16,18 ).

Wer also Reformen fordert, die nicht im Einklang mit der Offenbarung, Lehre und Tradition der Kirche stehen und damit auch gegen den Lehramt auftritt, der verletzt die Einheit des Geistes und des einen Glauben und der ist in Wahrheit ein Spalter, der sich von den Grundlagen des katholischen Glaubens und SEINER Kirche, also von Jesus, in Wirklichkeit bereits entfernt hat. Ein solcher Mensch kann noch so oft wie er will behaupten, dass er Christ ist, In Wirklichkeit ist, in Wahrheit ist er einer, der außerhalb der wahren, gesunden und reinen Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) steht und sich seien Glauben so macht, wie es ihm persönlich passt.

Folgen wir im treuen Glauben der Offenbarung, der Lehre und Tradition der Kirche sowie dem Lehramt Seiner Kirche und wir werden den richtigen Weg zu Gott durch das enge Tor (vgl. Mt 7,13) gehen können.

Amen
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46

Donnerstag, 30. Juli 2015, 16:27

18. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung. Ex 16,2-4.12-15
2. Lesung: Eph 4,17.20-24
Evangelium: Joh 6,24-35

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Liebe Leser!

Das Evangelium dieses Sonntags ist die Fortsetzung dessen vom vergangenen Sonntag. Vorigen Sonntag wurde das Evangelium über die wunderbare Brotvermehrung, die Speisung der 5.000 Männer verkündet.

Heute gibt uns Jesus im Evangelium eine zentrale Aussage für unseren Glauben. „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten."Und er sagt auch: „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt.“

Als Jesus seinen Jüngern beim letzten Abendmahl das Brot mit den Worten „Das ist mein Leib“ gegeben hat, hat er das Sakrament der Eucharistie eingesetzt.

Damit wurde die Eucharistie zum zentralen Punkt des christlichen Lebens und Seiner Kirche.

Am Gründonnerstag 2003 hat Papst Johannes Paul II. die Enzyklika „Ecclessia de Eucharistia“ veröffentlicht. In dieser Enzyklika weist der Heilige Vater auf das große und zentrale Geheimnis dieses Sakramentes in unserem Glauben hin.

Nur der geweihte Priester kann das Brot in einer Hl. Messe in den Leib Christi verwandeln.

Damit ist auch die so oft von den Evangelischen geforderte Interzelebration nicht möglich. Interzelebration wäre eine gemeinsame Messe von katholischem Priester und evangelischen Pastor mit Wandlung. Der evangelische Pastor ist zwar Theologe, der aber nicht geweiht ist, sondern vom Pfarrgemeinderat der jeweiligen evangelischen Gemeinde ernannt und kann jederzeit abberufen werden. Martin Luther hat bei der Reformation das Weihesakrament abgeschafft und somit ist der evangelische Pastor, ein Prediger, also ein Laie. Die Protestanten verstehen, entsprechend ihrer Ausrichtung, daher ihre Kommunion mehr oder weniger nur als symbolischer Hinweis auf Jesus Christus. Nach jedem Abendmahlgottesdienst gibt es kein Blut oder keinen Leib Christi sondern es ist wieder weiter Brot und Wein, der zu profanen Zwecken verwendet wird, wie ich in jahrelanger ökumenischer Seelsorge auch selbst erlebt habe.. Daher gibt es in protestantischen Gebetsräumen auch keinen Tabernakel, da es nichts Heiliges zum Aufbewahren gibt.

Für uns Katholiken, aber auch für die Orthodoxen, ist aber die Eucharistie, die Kommunion, der wahre Leib Christi, in dem er wirklich mit seinem Leib und seinem Blut anwesend ist. Daher ist nach der Wandlung in der Hl. Messe es nicht mehr Brot und Wein sondern Leib und Blut Christi, das entsprechend heilig aufzubewahren ist.

Und damit ist für jeden Katholiken sein Glaube angesprochen. Ist für mich in der Hostie, die ich bei der Kommunion empfange, wirklich Jesus mit seinem Leib und Blut anwesend oder ist es nur Brot, das in Gemeinschaft geteilt und gegessen wird? Diese Anwesenheit Jesu mit Leib und Blut in der Kommunion wird auch mit dem Begriff „Realpräsenz“ bezeichnet und diese wird nach der Wandlung nie mehr verändert. Daher muss der Gläubige mit der Kommunion nicht nur würdig sondern auch äußerst sorgfältig umgehen. Leider lässt sich bei der Handkommunion von so manchem Kommunionempfänger diese Würdigkeit und Sorgfältigkeit im Umgang mit dem Leib Christi nicht feststellen, wie ich es in eigener Erfahrung kennenlernte.

Der Apostel Paulus hat es klar ausgedrückt: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und Blut des Herrn“ (1 Kor 11,27). Und im Vers 29 heißte es zusätzlich „Denn wer davon isst und trinkt ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.“

Auch schon vor 2.000 Jahren war dieser Glaube gefragt, als die Juden murrten und sagten: „Wie kann Er uns sein Fleisch zu essen geben?“ (Joh 6,52). Und viele seiner Jünger verließen ihn daraufhin und wanderten nicht mehr mit IHM (vgl. Joh 6,66). Und einige Verse später wird berichtet, dass Jesus die Zwölf fragte: „Wollt auch ihr weggehen?“ Und darauf antwortete IHM Simon Petrus: „Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes." (Joh 6,69).

Dieser Glaube ist es nach dem jeder von uns auch heute in seinem Leben gefragt ist. Und diesen Glauben fordert Jesus im heutigen Evangelium ein, in dem er uns die Frage stellt: „Glaubt ihr und wie glaubt ihr?"

Und zu diesem Glauben gehört auch, dass wir mit unserem Leben Zeugnis davon geben und uns immer und überall zu Ihm, dem Sohn Gottes, bekennen. Diesen Glauben haben viele Tausende in den zweitausend Jahren als Märtyrer mit ihrem Blut bekannt und bezeugt, begonnen mit dem Hl. Stephanus, der als Erster sein Leben für Jesus hingegeben hat.

Wenn wir diesen festen Glauben haben, dann wird Jesus in unserem Herzen antworten: „Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.“

Jeder von uns sollte sich daher in Stille immer wieder die Frage stellen: „Glaube ich, dass Jesus das Brot des Lebens ist? Glaube ich, dass Jesus der Sohn Gottes ist, durch den das Reich Gottes angebrochen ist? Glaube ich, dass Jesus mich erlöst hat und mir das Ewige Leben beim Vater geben wird?“

Wenn dann Deine Antwort im Herzen ist: „Ja, Jesus ist das Brot des Lebens und ER ist der Sohn Gottes, ER ist für mich am Kreuz gestorben, um mich zu erlösen“ bist Du auf dem richtigen Weg zum engen Tor des ewigen Lebens.

Amen.
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47

Donnerstag, 6. August 2015, 16:07

19. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 1 Kön 19,4-8
2. Lesung: Eph 4,30-5,2
Evangelium: Joh 6,41-51

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Das Evangelium des 19. Sonntags im Jahreskreis ist eine weitere Fortsetzung der Evangelien der letzten beiden Sonntage, die die wunderbare Brotvermehrung vor 14 Tagen sowie am letzten Sonntag den Beginn der Brotrede Jesu in der Synagoge von Karfarnaum erörterten. Und mit dem Evangelium des nächsten Sonntag, des 20. im Jahreskreis, wird dann die Verkündigung der „Brotrede in Karfarnaum“ des Johannes-Evangeliums abgeschlossen sein. Das Johannes-Evangelium ist das theologischeste aller Evangelien.

Im Evangelium des letzten Sonntags sagte Jesus im ersten Teil der Rede in der Synagoge von Karfarnaum: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“

Im heutigen Evangelium sagt Jesus: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben."

Jesus hat beim letzten Abendmahl zu seinen Jüngern gesagt, als er ihnen nach dem Dankgebet das Brot reichte, „das ist mein Leib“ (Mt 26,25; Mk 14,22; Lk 22,19). Und: zu Thomas sagte ER: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." (Joh 14,6)

Drei Sätze aus drei verschiedenen Abschnitten der Frohen Botschaft, die uns an unterschiedlichen Tagen, ja zu unterschiedlichen liturgischen Festzeiten verkündet werden und die scheinbar nicht zusammen gehören.

Doch die Abschnitte der Heilige Schrift dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Sie gehören immer untrennbar zusammen, und erst dann erschließt sich für jeden von uns die Fülle der Heiligen Schrift, die die Grundlage für unseren Glauben an Gott und Seinen menschgewordenen Sohn Jesus ist.

Im Gegensatz zu früher nehmen heute leider viele Christen, auch Katholiken, einzelne Sätze, Abschnitte und Aussagen Jesu aus den Evangelien heraus und dadurch wird Seine Botschaft an uns verkürzt, ja oft sogar sinngemäß verändert.

Jesus sagt auch im heutigen Evangelium: „Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.“

Es ist sicher eine jener Stellen in der Frohen Botschaft, die sehr oft in der Betrachtung untergeht, ja die sogar vergessen wird und doch enthält sie eine wichtige Aussage.

Der erste wesentliche Schritt im Glauben ist daher auf den Vater, also auf Gott Vater, zu hören und Seine Lehre annehmen. Denn alle Handlungen und Worte Jesu tut ER nicht aus sich selbst, sondern ER vermittelt seine Botschaft aus dem liebenden Hinhören auf den Vater. Er selbst stellt sich ganz zurück, damit der Vater bzw. dessen Botschaft in Ihm leben kann. Und wer Jesus begegnet, begegnet dem Vater und dessen liebender Zuwendung.

Jesus selbst sagt ja von sich, „ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu erfüllen.“ (vgl. Mt 5,17)

Damit macht Jesus auch uns deutlich, dass alles was ER sagt und tut auch im Geiste des Alten Testament zu betrachten und mit Seinem Geist zu erfüllen ist.

Und die Botschaft Jesu ist eindeutig: Umkehr zum Vater. Umkehr bedeutet uns unserer Sünden immer bewusst zu werden und auf die Liebe und Barmherzigkeit Jesu vertrauen, dass er beim Vater Fürsprache für uns hält.

Umkehr bedeutet aber auch, darauf zu achten, dass wir nicht immer aus Leichtfertigkeit sündigen.

Jeder Mensch ist ein Sünder und begeht in seiner menschlichen Schwachheit oft unbewusst aus der Situation heraus eine Sünde. Umso schwerer wiegt es aber vor Gott, wenn ein Mensch bewusst sündigt oder sogar die Sünde plant bzw. der Sünde nacheilt, wie zBspl. eine verheiratete Frau trifft sich mit einem Mann und weiß schon vorher, dass sie Ehebruch begehen wird oder ein Mann betrügt seine Frau in gleicher Weise.

Wer als Christ so lebt und handelt ist nicht wirklich christlich, denn er verletzt bewusst ein solcher die Nächstenliebe gegenüber dem Mitmenschen, den er damit direkt oder indirekt schädigt, Und wenn dieser Mensch noch so oft den Glauben oder den Namen Jesu in den Mund nimmt, so kann hier von einer tatsächlichen Nachfolge Jesu nicht gesprochen werden Ähnlich war es bei einer Nachbarin, die jeden Tag morgens und abends in die Kirche ging, aber während des Tages zweimal oder dreimal wöchentlich der Bruder ihres Mannes auftauchte und der Ehemann selbst in der Arbeit war.

Umkehr bedeutet daher, dass wir unserer Sünden bewusst werden und diese immer meiden. Genauso wenig ist ein echter Umkehrwille vorhanden, wenn der Mensch von vornherein meint, wenn ich sündige, dann gehe ich halt beichten und alles ist wieder in Ordnung. Dies stimmt so auch nicht. Denn zu einer gültigen Beichte ist echte Reue und der feste Vorsatz erforderlich, diese Sünde nicht mehr zu begehen.

Zum Schluss des heutigen Evangeliums sagt Jesus: "Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben."

Diese Verheißung des Ewigen Lebens hat uns Jesus im heutigen Evangelium gegeben und er fordert zur Erfüllung dieser Verheißung wenig. Er will von uns Menschen nur, dass wir mit unserem Herzen und mit unserer Seele glauben und dass wir Gott und den Nächsten lieben, Gottes Gebote halten und die Sünde meiden. Wenn wir so leben, dann wird sich Jesu Verheißung an uns erfüllen.

Aber um Jesus und seine Lehre umfassend zu begreifen, sollte jeder von uns täglich einen Abschnitt der Heiligen Schrift (Altes und Neues Testament) lesen. Erst dann habe ich als Mensch die Chance immer tiefer in Gottes Offenbarung einzudringen. Lies also täglich einen Abschnitt der Bibel, denke darüber nach bzw. meditieren diese Stelle, dann wirst Du immer tiefer in die Geheimnisse der Offenbarung Gottes eindringen und damit wirst du immer mehr auf Gottes Wort hören. Und je öfters Du die Heilige Schrift liest, desto mehr werden Dir die verborgenen Schätze der Heiligen Schrift geöffnet.

Herr, gibt mir ein hörendes Herz damit ich beim Lesen der Heiligen Schrift diese immer mehr begreife und zu einem Teil meines Lebens mache. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
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Donnerstag, 13. August 2015, 10:55

Maria, Aufnahme in den Himmel
Maria Himmelfahrt

1. Lesung: Off 11,19a; 12,1-6a.10ab
2. Lesung. 1 Kor 15,20-27a
Evangelium: Lk 1,39-56

Liebe Christen! Liebe Leser!

Das Evangelium berichtet den Besuch Marias bei Elisabeth und stellt den Glauben an die Macht Gottes in der Welt in die Mitte.

Denn als Maria in das Haus des Zacharias ging und Elisabeth begrüßte wurde diese vom Heiligen Geist erfüllt und sie sagte: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“.

Jene Worte mit denen Elisabeth Maria begrüßte sind in das Ave Maria, jenem Gebet an Maria, in dem wir Christen die Muttergottes um ihre Hilfe und Fürbitte bitten, eingegangen. Es sind also Worte, die wir am Beginn dieses Gebetes verwenden.

Auf diesen Gruß Elisabeth antwortet Maria mit dem Magnifikat. „Meine Seele preist die Größe des Herrn!“ Wieso konnte Maria sofort mit diesem Lobpreis antworten? Ganz einfach!! Maria war seit ihrem 3. Lebensjahr Tempeljungfrau wie das Protoevangelioum des Jakobus berichtet. Und als Tempeljungfrau hat sie sicher eine sehr gute Ausbildung in der Heiligen Schrift erhalten, Damit konnte Maria der Elisabeth mit Worten aus den Heiligen Schriften antworten und Maria weiß auch, dass der Lobpreis die richtige Antwort auf das Wirken Gottes ist.

Ein wesentlicher Vers im Magnifikat ist. „Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut“, sagt Maria und sie weist damit darauf hin, dass nur durch die Annahme des Willen Gottes auch unser Leben auf den rechten Weg geführt wird. Und durch diese Annahme des Willen Gottes, durch ihr „Fiat“, durch ihr „Bereit“, ist Maria zu einem Vorbild für uns Menschen geworden. Dieser Vers weist auch auf die Demut Marias hin. Eine Demut, die uns Vorbild sein sollte.

„Demut“ ein Wort, das viel missdeutet und ein Wort unter dem oft vieles gefordert wird und daher auch oft missbraucht wird..

Demut ist aber, wenn sich der Mensch in den Willen Gottes hineingibt, wie es im „Vater unser“ mit den Worten „Dein Wille geschehe“ ausgedrückt wird.

Demut ist nicht, wenn jemand unter diesem Wort von mir etwas fordert, das nicht im Einklang mit der Heiligen Schrift und dem Wort Gottes steht.

Frère Roger von Taize meinte zu Maria: „In Maria zeigen sich die beiden wesentlichen Wirklichkeiten der Kirche in inniger Verbindung: Mütterlichkeit und Katholizität. Geht eine dieser beiden Wirklichkeiten verloren, verflüchtigt sich zusehends auch die andere. Das gleiche gilt auch im persönlichen Leben. Wenn der Geist eines Menschen die wohlwollende Güte Gottes nicht kennt, erwartet er auch von der Kirche keine weitherzige Mütterlichkeit".

Frère Roger spricht damit die wesentlichen Gründe für die derzeitigen Probleme in der Kirche und in der Welt an. Denn das heutige Grundproblem ist in erster Linie eine fehlende, schlechte oder fehlerhafte Beziehung zwischen den Menschen und Gott.

Der Mensch glaubt heute, alles selbst machen zu können, ja er will selbst den Schöpfer spielen, er will heute Herr über Leben und Tod sein. Ja, der Mensch geht heute sogar so weit, dass er die Worte Gottes im Alten und Neuen Bund, also der Offenbarung, nur nach seinem Sinn gelten lassen und damit Gott faktisch vorschreiben will wie ER sein soll. Was den Menschen nicht passt, soll wegfallen oder so verändert werden, wie sie es ihnen passt. Nur dann ist es nicht mehr die unverfälschte und unverkürzte Lehre Gottes sondern zeitgeistiges Menschenwort. Und jene, die diese Änderungen bzw. Reformen fordern, nehmen für sich den Aspekt in Anspruch, dass sie der Kirche helfen wollen. In Wirklichkeit zerstören sie mit diesen Forderungen die Grundlagen der Kirche und machen sie zu einem zeitgeistigen Sozialverein, der halt sich auf „irgendetwas“ beruft. Nicht Demut vor dem Wort Gottes und Seiner Kirche treibt diese Reformer an sondern egomanischer Hochmut, der immer als Grundlage die Einflüsterungen des Satans hat. Dass dabei auch Kleriker, Priester und Diakone, federführend sind, beweist nur, dass diese sich längst vom unverkürzten und unverfälschten Wort Gottes und damit vom treuen Glauben an Christus und Gott Vater abgewandt haben und ihre eigene „Suppe“ kochen. Damit werden auch viele Katholiken, die nicht fest im Glauben verankert sind, irregeführt und vom wirklichen Weg Christi, vom Weg der Nachfolge, abgehalten.

Und durch diese Spaltungen wird die katholische Kirche geschwächt und sie kann nicht mehr mit „einer Zunge“ sprechen. Daher fehlt der Welt heute bei allen Problemen, die sich in der Welt ergeben, der starke Aufschrei der Christen.

Wo bleibt der Aufschrei der Christen, wenn die Lehre Jesu und seine Kirche angegriffen werden. Die Christen sind satt, müde, ja gleichgültig geworden.

Romano Guardini hat in seinem Buch „Der Herr“ in der Mitte des vorigen Jahrhundert geschrieben: „Ihr haltet euch abseits. Ihr beobachtet aus der Ferne.“ So handeln die Christen seit einigen Jahrzehnten. Und das ist eine Sünde gegen Gott und die Welt. Und Romano Guardini weiter: „Nach der Logik des Bösen setzt sich die Sünde in Verblendung um, diese Verblendung wird wieder zur Sünde und die neue Sünde verblendet noch mehr.“

Vorherrschend ist bei vielen die Meinung: Ein Einzelner kann nichts verändern, aber dies ist nur eingeschränkt richtig.

Auch der Regen, der in Tropfen vom Himmel fällt und die Erde tränkt, wird zur Wasserquelle, die Quelle zum Bach, der Bach zum Fluss und der Fluss zum Strom.

Und ein Strom hat so viel Energie und Kraft, die wenn man ihm seinen freien Lauf lässt, dass er das Strombett innerhalb absehbarer Zeit verändern kann.

Veränderungen sind sehr wohl möglich, wenn es entsprechende Reaktionen gibt, das beweisen einzelne Vorgänge in der Vergangenheit. Dasselbe gilt auch für die Politik.

Nicht das Zurückziehen in den geschützten Raum der Kirche wird Änderungen bringen, sondern nur das bewusste und feste Auftreten als Christen, als Katholiken, mit Energie und mit kraftvollem Zeugnis wird die Welt aufrütteln und Veränderungen herbeiführen. Natürlich wenn man beim geringsten Gegenwind vor Feigheit „einknickt“, wird es keine Änderungen geben.

Maria, Du Schutzfrau und Mutter der Kirche, erflehe der Kirche den Heiligen Geist. Mach uns den gemeinsamen Aufbruch in Form einer Neuevangelisation möglich und stärke die Christen, dass sie durch ihr festes Glaubenszeugnis Änderungen herbeiführen. Komm, Heiliger Geist, komm.

Amen.
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Samstag, 15. August 2015, 16:06

20. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung. Spr 9,1-6
2. Lesung: Eph 5,15-20
Evangelium: Joh 6,51-58

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Auch wenn das Evangelium die Fortsetzung der Abschnitte der letzten beiden Sonntag ist, der sogenannten „Brotrede“, sollen doch zwei Verse aus der ersten und zweiten Lesung beachtet werden, da sie für das christliche Leben wesentlich sind.

„Lasst ab von der Torheit, dann bleibt ihr am Leben und geht auf dem Weg der Einsicht!“ so lautet der letzte Vers der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch der Sprüche.

In dieselbe Richtung geht die Warnung des Apostels Paulus in der zweiten Lesung aus dem Epheserbrief, wo er schreibt: „Achtet sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug.“

Torheit oder töricht ist es für den Menschen, wenn er die Gebote und Weisungen Gottes missachtet, die ihm in der Bibel geoffenbart wurden und er nach seinen Vorstellungen sein Leben gestaltet. Diese Lebensform mag sehr „modern“, angepasst und zeitgeistig sein, doch ist sie zugleich der geistige Tod des Menschen. Diese Entwicklung ist in den letzten Jahrzehnten nachweisbar durch die Verdunstung des Glaubens und des Fortschreiten der „Kultur des Todes“ eingetreten wie es der Papst Johannes Paul II. bezeichnet hatte. Damit hatte er nicht nur Abtreibung und Euthanasie direkt angesprochen sondern auch Egoismus, Materialismus, Relativismus usw. - alles Dinge, die auf dem ersten Blick scheinbar nur Vorteile für den Menschen bringen, aber in Wahrheit den Menschen auf das Instinktniveau des Tieres zurückführen. Dass dadurch für viele Menschen zusätzlich psychische Probleme, vor allem Depressionen, in ihrem Leben auftreten ist ein weiterer Hinweis auf diese gesellschaftliche Fehlentwicklung. Vom damit verbundenen Verlust des ewigen Lebens bei Gott nach dem irdischen Tod ganz zu schweigen.

Auch wenn der Mensch auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen darf, aber Gott ist auch gerecht. Jesus hat es deutlich gesagt: „Nicht jeder, der zu mir Herr! Herr! sagt, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur wer den Wille meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21) Nicht die Seligpreisungen der Bergpredigt allein sind wesentlich, wesentlich wichtiger sind die Ergänzungen Jesu in den dazu gehörigen Antithesen (Mt 5,,13 – 7,29), denn diese sind die Klarstellungen zur Bergpredigt. Und diese Antithesen werden gerne vergessen bzw. negiert, denn sie klingen nicht so „geschmeidig“ wie die Bergpredigt sondern sprechen klare, deutliche Worte für jene die Christen sein wollen.

Und nun zum Evangelium, das der Schluss der „Brotrede von Kafarnaum“ ist.

„Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohns nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.“

Jeder kann sich vorstellen, dass die Juden über diese Rede empört waren. „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“, wobei unter Juden auch alle Nichtgläubige zu verstehen waren. Aber zu deren Verteidigung muss gesagt werden: Wie hätten wir reagiert, wenn wir nicht dieses Wissen aus dem Glauben hätten? Wahrscheinlich genauso.

Nur durch den Glauben an Jesus, dass ER der Messias, der Gesalbte, und der Sohn Gottes ist, können wir es begreifen. Außerdem wissen wir aus den Berichten über die Einsetzung der Eucharistie im Abendmahlsaal, was Jesus mit dem Begriff Fleisch, also seinem Leib, und seinem Blut in dieser Rede gemeint hat.

Wenn das Brot und der Wein in der Hl. Messe vom Priester nach der Herabrufung des Heiligen Geistes (Epiklese) in den Leib und das Blut Christi verwandelt wird, dann ist für uns Jesus in ihnen körperlich enthalten (Realpräsenz). Dieses Mysterium der Verwandlung ist wirklich das „Geheimnis des Glaubens“ wie der Priester oder Diakon den Gläubigen nach der Wandlung zuruft und diese voll Glauben und Vertrauen antworten: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit.“

Und in der Kommunion empfangen wir den Leib Christi, sein Fleisch, und im Trinken aus dem Kelch, trinken wir sein Blut, wobei sich jedoch im Empfang des Leibes der gesamte Christus sich mit uns vereinigt.

Schon der Apostel Paulus hat im Ersten Korintherbrief die Gemeinde auf eine etwaige Fehlhaltung bei der Kommunion aufmerksam gemacht indem er sagte: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.“ (1 Kor 11,27-29). Wer also meint, dass ist nur gesegnetes Brot, das in der Kommunion gereicht wird oder es ist ein Gedächtnis- Mahl, das geteilt wird, der steht nicht wirklich im Glauben zu Jesus und Seiner Lehre. Und aus diesem Grund können auch geschiedene Wiederverheiratete nicht zur Kommunion gehen, weil sie ständig im Ehebruch leben, daher sündigen und sich dadurch am Leib des Herrn versündigen würden. Wer dies nicht begreifen kann oder will bzw. wer dies sogar fordert, der macht Jesus Christus zum Gespött vor der Welt und schlägt ihn neuerlich ans Kreuz und wird daher der Erlösung nicht teilhaftig werden. Umso bedauerlicher ist es wenn Kleriker bzw. Theologen diese Forderung stellen, denn damit beweisen sie, dass sie in Wirklichkeit an die Realpräsenz Jesu in der Kommunion nicht wirklich glauben sondern ein protestantisches Sakramentenverständnis haben wo es keine Transsubstantiation (wirkliche Verwandlung) gibt.

Aber Jesus ist noch in einer anderen Art das Brot des Lebens. ER ist das Brot des Lebens durch sein Wort im Evangelium. Das Wort der Offenbarung stillt in uns den Hunger nach der Nähe Gottes, denn im Wort der Heiligen Schrift ist ER uns besonders nahe. In diesen Worten der Hl. Schrift gibt ER uns jene Anweisungen für das Leben, wie wir leben und uns in der Welt verhalten sollten. Wir dürfen jedoch nicht den Fehler begehen die Schriften des Neuen Testaments allein zu betrachten. Diese Schriften sind mit den Texten des Alten Testamentes unbedingt gemeinsam zu betrachten, denn Jesus selbst hat gesagt: „Denkt nicht, ich sei gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben“ (Mt 5,17). Also müssen die Evangelien immer im Zusammenhang mit den Schriften des Alten Bundes gesehen werden um genau verstanden zu werden. Leider besteht heute bei so manchen Christen oder solchen, die sich als solche bezeichnen, die Meinung, dass das Alte Testament nicht mehr gültig ist, was natürlich total falsch ist, denn der Dekalog und die damit verbundenen Vorschriften gelten auch heute noch. Meist wird dies aus dem Grund behauptet, damit diese Menschen in ihren Sünden bleiben können/wollen, wie zBspl. Ehebruch, Homosexualität usw. Sicher Jesus ist zum Sünder barmherzig, aber nur unter der Voraussetzung, dass er von seinen Sünden umkehrt (vgl. Mt 18,3, Mk 1,15, Joh 24,27) und der Mensch daher von den Sünden ablässt. Wie oft hat Jesus gesagt: „Geh hin und sündige nicht mehr!“

„Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“ Wenn wir also das Brot des Lebens im Wort Gottes und Seinen Leib in der Kommunion empfangen und versuchen nach Seinen Geboten zu leben, werden wir die gegebene Verheißung, das Ewigen Lebens, erreichen.

Amen.
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Donnerstag, 20. August 2015, 16:06

21. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jos 24,1-2a.15-17.18b
2. Lesung: Eph 5,21-32
Evangelium: Joh 6,60-69

Liebe Christen! Liebe Leser!

Die Lesungen sowie das Evangelium dieses Sonntags werden sicher jenen nicht behagen, die nach Reformen in der Hl. Mutter Kirche schreien, die entgegen der Offenbarung und Lehre der Kirche sind sowie jenen, die glauben, dass sie sich ihren Glauben selbst machen können und Gott sich nach den Menschen richten muss.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Josua ist dessen Abschiedsrede bei der Versammlung des Volkes in Sichem und in der er Klarheit zur Gottestreue verlangte.

„Fürchtet also jetzt den Herrn und dient ihm in vollkommener Treue. Schafft die Götter fort ….. Wenn es euch aber nicht gefällt, dem Herrn zu dienen, dann entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt …… Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“

Diese Worte Josuas könnten auch heute zu den Christen gesprochen worden sein, wobei die meisten Menschen bereits ihre Entscheidung getroffen haben – den Götzen der heutigen Zeit zu dienen, die da sind Relativismus, Unglauben, Atheismus, Sexismus und anderen Götzen nachjagen, die dem Zeitgeist entsprechen und dabei auch bereit sind ihren etwaigen christlichen Glauben dem Zeitgeist anzupassen. Aber wer nicht bereit ist die unveränderliche Offenbarung Gottes unverkürzt und unverfälscht anzunehmen, der dient in Wahrheit den Götzen selbst wenn er noch so oft behauptet „ich bin christlich/katholisch“.

Und wenn der Apostel Paulus in der Lesung aus dem Epheserbrief das Geheimnis von Christus und seiner Kirche als das Bild einer eheähnlichen Bindung darstellt, so beinhaltet doch dieser Abschnitt des Epheserbriefes doch die Gedanken einer christlichen Familienordnung und er, Paulus, sagt deutlich „Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein.“ Er wiederholt damit die Worte aus dem Buch Genesis (2,24) und somit ist eindeutig die Ehe und ihre Zusammensetzung definiert. Wer daher gleichgeschlechtliche Partnerschaften einen Rechtsstatus ähnlich einer Ehe verleiht, bricht die göttlichen Gesetze und handelt im Sine des Widersachers Gottes, des Satans. Selbst der heidnische Cicero hat in seinem Buch über die Gesetze festgestellt, dass ein Staat, der die göttlichen Gesetze missachtet und gegenteilige göttliche Gesetze beschließt, auch wenn sie von der Mehrheit beschlossen und akzeptiert werden, ein „Tyrannenstaat“ ist. Wer hören kann, der höre. Auch hier ist die eindeutige Entscheidung für Gott oder gegen Gott gefordert. Politiker, die daher Gesetze gegen die göttliche Ordnung beschließen beweisen somit welche Seite sie vertreten, sicher nicht die Seite des Schöpfergottes sondern seines Widersachers. .

Auch im Evangelium geht es um die Entscheidung für Gott oder gegen ihn. Mit diesem Evangeliumsabschnitt von diesem Sonntag und zurückblickend auf jene der letzten vier Sonntage haben wir das gesamte 6. Kapitel des Johannes-Evangeliums gehört. In diesem Kapitel war immer vom Brot die Rede. Zuerst die wunderbare Brotvermehrung und dann die Aussagen Jesu: wo er sagte: „Niemand kann zu mir kommen. Ich bin das Brot des Lebens. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm."

Alle diese Aussagen Jesu sind die Vorbereitung seiner Jünger auf das Paschamahl, bei dem Jesus dann gesagt hat: „Das ist mein Leib! Das ist mein Blut!" Es sind die wichtigsten Aussagen Jesu und mit diesen Worten wird auch das heilige Sakramentes des Altares, die Eucharistie, eingesetzt. Sie sind somit eine der zentralen Aussagen des christlichen Glaubens.

In diesem Abschnitt heißt es, dass viele seiner Jünger sagten: „Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann sich das anhören?" und sie verließen ihn.

Und Jesu, fragte die Zwölf: „Wollt auch ihr weggehen?“ worauf Petrus antwortet: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes." Und dieses Bekenntnis spricht Petrus aus, obwohl er weiß, dass Jesus von vielen angefeindet wird.

Es ist die Entscheidung des Glaubens, die hier gefordert wird. Wer glaubt, der bleibt, wer nicht glaubt, der soll gehen. Ein klares Ja oder Nein, kein „Ja, aber“ oder ein „Jein“ ist gefordert. Eine klare Entscheidung, die auch in der heutigen Zeit von uns gefordert wird. Also eine Entscheidung, die auch von uns praktizierenden Christen immer wieder gefordert wird, nicht nur von den Ungläubigen oder den Fernstehenden.

Für die Ungläubigen und Fernstehenden ist die Frage einfach, kann/will ich glauben oder nicht. Für jeden von uns praktizierenden Christen, die wir doch immer zur Messe gehen und das Evangelium hören, stellt sich die Frage anders: „Wie glaube ich? Wie lebe ich diesen Glauben? Denke ich über diesen Glauben immer wieder nach?" Und auf diese Fragen sind die Antworten von jedem von uns gefordert.

Die Situation in vielen Pfarrgemeinden unserer Kirche, dem Leib Christi, stellt sich heute für viele von uns so dar, dass die praktizierenden Christen, eben jene sind, die im Glauben fest sind und jene, die nicht so sind, als Fernstehende bezeichnet werden. Nur das ist eine verkürzte Sicht. Die Frage stellt sich anders: „Glaube ich an die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung und die darauf beruhende Lehre der Kirche oder nicht?“, also glaube ich wie es im Katechismus dargestellt ist oder glaube ich so nicht.

Das Hören des Evangeliums oder das Lesen der Heiligen Schrift ist wichtig, aber nicht alles. Um aber die Festigkeit im Glauben zu erreichen, gehört auch dazu, dass wir über diese Worte, diese Texte der Heiligen Schrift nachdenken. Jeder von uns ist daher gefordert, immer wieder, ja täglich, über seinen Glauben an Gott und Jesus nachzudenken. Das ist sicher nicht bequem, ja wahrscheinlich fallweise sogar sehr anstrengend. Dabei ist aber auch immer zu beachten, was das Lehramt der Kirche zu dem betreffenden Abschnitt jeweils aussagt.

Schnackenburg, einer der großen Theologen des 20. Jhdt., schreibt in seinem Kommentar zum Johannes-Evangelium: „Mit den Zwölf sind auch die Leser, also wir Christen, die das Evangelium hören, gefragt und gefordert, ihren Glauben zu bedenken."

Und Karl Rahner, der Konzilstheologe, hat einige Zeit vor seinem Tod 1984 festgestellt, „wer nicht mit dem einverstanden ist, was zum katholischen Glauben gehört, sollte den redlichen Charakter haben, die Kirche, die nicht mehr die seine ist, zu verlassen und diese nicht zu unterwandern.“ Und zum katholischen Glauben gehören die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung sowie die Tradition und Lehre der Kirche.

Und wer dann - allen Härten, allen Anfeindungen und allen Schwierigkeiten zum Trotz - in das Bekenntnis des Petrus mit einstimmen kann, und Jesus in Wort und Tat nachfolgt, der ist wahrhaft glücklich zu preisen und wird die Verheißungen Christi erlangen.

Amen.
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Donnerstag, 27. August 2015, 15:29

22. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Dtn 4,1-2.6-8
2. Lesung: Jak 1,17-18.21b-22.27
Evangelium: Mk 7,1-8.14-15.21-23

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der alttestamentlichen Lesung dieses Sonntags wird ein Vers verkündet, der auch für uns Christen gilt und wichtig ist.

„Ihr sollt dem Wortlaut dessen, worauf ich euch verpflichte, nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen; ihr sollt auf die Gebote des Herrn, eures Gottes, achten, auf die ich euch verpflichte.“

Ein Wort Gottes, das in der heutigen Zeit nicht gern gehört wird, denn viele Christen wollen sich aus der Heiligen Schrift, dem Wort Gottes, nur das entnehmen und akzeptieren was ihnen passt. Nur dies ist nicht der wirkliche christliche Glaube an Gott und das Stehen in der Nachfolge Christi sondern ein eigenes Konstrukt, das sich derjenige oder diejenige nach ihrem Geschmack zusammenbastelt. Auch wenn diese Worte aus dem Alten Testament stammen, gelten sie doch unverändert für uns heutige Christen. Denn Jesus hat im Neuen Bund diese Worte nicht eindeutig aufgehoben sondern im Gegenteil: Jesus verweist in Mt 5,17, in den Antithesen zur Bergpredigt, ausdrücklich darauf hin, dass das Gesetz nicht aufgehoben ist. Denn dann würden unter anderem auch der Dekalog, die Zehn Gebote, nicht mehr gelten, da Jesus diese ebenfalls nicht erwähnt hat. Nur dort wo Jesus eine eindeutige Änderung des Gesetzes im Neuen Bund vorgenommen hat, gilt es nicht mehr.

Genauso ist es mit dem vor einiger Zeit hochgehenden Thema der Beschneidung der Kinder unserer älteren Brüder. Diese Beschneidung ist eine eindeutige göttliche Anordnung an Abraham in Genesis 17,11, die am 8. Tag nach der Geburt des Knaben erfolgen muss.. Auch jene Juden, die Jesus als Messias anerkennen, die messianischen Juden, sind beschnitten. Dass die Christen heute nicht beschnitten werden müssen, ist durch den Heidenapostel Paulus, der ebenfalls wie alle anderen Apostel beschnitten war, entstanden, der dagegen auftrat und damit die Heidenchristen, die ursprünglich als jüdische Sekte galten, von den Juden trennen bzw. unterscheiden wollte. Wer als Christ daher gegen die Beschneidung bei unseren älteren Brüder auftritt, der tritt damit unmittelbar gegen eine gültige Anordnung Gottes auf, die zwar für ihn persönlich nicht gilt, aber er beweist damit, dass er das unveränderliche Wort Gottes nicht akzeptiert. Außerdem weist das seinerzeit ergangene Kölner Urteil in einem Nebensatz darauf hin, dass das Beschneidungsverbot nur solange gilt bis der Knabe bzw. Mann das Selbstbestimmungsrecht zur Wahl der Religion erreicht hat. Damit ist klar um was es im Hintergrund wirklich geht um die religiöse Erziehung. Atheistischen Gegner der Beschneidung haben damals in einer Pressekonferenz in Wien bereits erklärt es geht um die Einschränkung der Religionsfreiheit und Elternerziehungsrechte. Und damit sind wir Christen unmittelbar betroffen, denn damit würde in Zukunft auch die Kindertaufe, der schulische Religionsunterricht, die Erstkommunion usw. betroffen sein weil alle diese religiösen Handlungen vor dem Selbstbestimmungsalter erfolgen. Und genau das ist der Hintergrund um den es den Atheisten wirklich geht und deren diesbezüglichen Angriffe gegen die Religionen sind ja bekannt. Wenn daher ein Christ dieses Beschneidungsverbot unterstützt, der benimmt sich so, wie jene, die seinerzeit die kommunistische Friedensbewegung unterstützt haben und damals von deren Aktivisten als „nützliche Idioten“ bezeichnet wurden. Wer hören kann, der höre!

Im Evangelium dieses Sonntags geht es vor allem um die Reinheit des Menschen.

„Sie (die Pharisäer) sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt, ungewaschenen Händen aßen.“

Jesus antwortet darauf: „Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein“. Setzt ER damit die Hygiene außer Kraft? Sicher nicht. Aber ER unterscheidet zwischen ungewaschenen Händen und dem Begriff „unrein“, der eigentlich dem liturgischen Bereich bzw. dem göttlichen Bereich zuzuordnen ist.

„Unreinheit“ beim Menschen bedeutet für Jesus, alle sündigen Handlungen des Menschen, die den göttlichen Geboten widersprechen und ihn so von seinem Schöpfer trennen.

Ungewaschene Hände machen daher den Menschen nicht „unrein“, denn wo ist hier die Sünde? Außerdem, wenn man diese Vorschrift der Pharisäer wörtlich nimmt, dann dürfte ein Feld - oder Bauarbeiter an seiner Arbeitsstelle nichts essen, wenn er kein Wasser in der Nähe hat. Und wäre die Arbeit in einem trockenen Land müsste er dann sogar verhungern? Genauso würde dies einen Wanderer treffen, der in unwegsamen, wasserlosen Gelände Rast macht und sich stärken will. Oder hatten die Israeliten bei ihrer Wüstenwanderung immer Wasser in ihrer Nähe?

Wenn auch die Reinigungsvorschriften des Buches Levitikus ihre Berechtigung, vor allem für die Kultreinheit, aber auch zur Vermeidung von Krankheitsübertragungen, hatten, so wurden diese Vorschriften mit der Zeit so auf das gewöhnliche Alltagsleben übertragen, wo sie keine wirkliche Begründung mehr hatten. Und in diesem Zusammenhang ist auch Lk 11,46 zu betrachten, wo Jesus sagte: „Weh auch euch Gesetzeslehrer! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können.“

Darum sagte Jesus auch: „Ich bin nicht gekommen das Gesetz aufzuheben sondern zu erfüllen.“ (vgl. Mt 5,17). „Erfüllen“ bedeutet, das Wort des Gesetzes mit jenem göttlichen Geist zu beleben, der dem ursprünglichen Sinn entsprechen sollte. Das ist die Erfüllung des Gesetzes, die Jesus meinte.

Was unrein ist und unrein macht, das sagt Jesus so: „Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch; Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.“

Damit wir Menschen aber wieder rein werden können, wenn wir uns durch die Sünde verunreinigt haben, hat Jesus in seiner Barmherzigkeit das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, eingesetzt, indem ER die Apostel beauftragte: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben“ (Joh 20,23).

Leider ist es in der heutigen Zeit unmodern geworden zu beichten, denn das Sündenbewusstsein der Menschen ist geschwunden. Aus Seelsorge-Gesprächen im KH, wenn ich auf die Beichte hingewiesen habe, kenne ich die Begründung der Menschen: „Warum soll ich denn beichten? Ich habe niemanden umgebracht, nichts gestohlen und auch keinen Ehebruch begangen.“ Wenn ich dann auf andere mögliche Sünden hingewiesen habe, wurde ich groß angeschaut, auch von praktizierenden Katholiken, die schon jahrelang nicht mehr gebeichtet hatten, wie sie selbst sagten.

Beachten wir also nicht nur die Hygiene des Körpers, sondern beachten wir vor allem die Hygiene der Seele, damit diese nicht „unrein“ wird bzw. ist und nehmen wir daher die Versöhnung mit dem barmherzigen Gott im Sakrament der Beichte immer wieder in Anspruch.

Amen.
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Donnerstag, 3. September 2015, 16:09

23. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung. Jes 35,4-7a
2. Lesung. Jak 2,1-5
Evangelium: Mk 7.31-37

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Bereits der erste Vers der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesaja ist auch für heutige Zeit wesentlich.

„Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht!"

Viele lehramtstreue Katholiken sind verzagt und fürchten sich vor den anderen „reformwütenden Gläubigen“ ihren unverfälschten und unverkürzten Glauben an Jesus sowie an die Lehre der Kirche sichtbar zu machen und dafür einzutreten. Sie fürchten sich, dass sie als „Fundamentalist“, als „konservativ“, als Rechte oder sogar als Nazi bezeichnet werden. Lieber schweigen sie oder im schlechtesten Fall heulen sie sogar mit den Wölfen, den Glaubens- und Kirchenfeinden, mit.

Dabei hat Jesus deutlich gesagt: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ (Mt 10,22, vgl. Lk 12,8 ). Das sind Worte aus der Aussendungsrede Jesu an die Apostel. Der Umkehrschluss zu diesem Vers ist, dass sich Jesus nicht zu jenen bekennen wird, die sich nicht vor den Menschen zu Ihm bekennen.

Mit dem „bekennen“ ist nicht gemeint, dass der Gläubige nur im „geschützten“ Raum der Kirche für Jesus und die Lehre der Kirche eintritt sondern immer und überall, ob gelegen oder ungelegen. Siehe dazu 2 Tim 4,2 wo es heißt „Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht.“

Ich glaube, dass viele Christen diese Aussage Jesus bisher gar nicht richtig aufgenommen haben wie sie zu verstehen ist. Denn diese Worte Jesu bedeuten, dass jeder Christ sich in aller Öffentlichkeit zu Jesus und seiner Lehre bekennen muss, auch wenn es starken Gegenwind gibt. In der Urkirche gab es jene Gläubigen, die sich nicht fürchteten aber auch heute gibt es viele, die treu zum Glauben stehen und Schmähungen, ja sogar Verfolgung auf sich nehmen. Wer die Meldungen mit offenen Ohren hört und mit offenen Augen liest, weiß wie es den Christen in vielen Ländern ergeht. Bei uns in der westlichen Welt ist zwar nicht mit Todesfolgen zu rechnen, aber auch hier werden die wirklich treuen Christen mit anderen viel diffizileren Mitteln verfolgt.

Dazu noch eine kleine Begebenheit: In der urkirchlichen Zeit gab es bei den Christenverfolgungen in Rom den Ruf „Werft die Christen d e m Löwen vor!“, also das Wort „Löwe“ in der Einzahl und die Christen spotteten darüber indem sie antworteten: „Ein Löwe für so viele Christen!“

Wenn auch das Evangelium dieses Sonntag über die Taubstummenheilung berichtet, so beinhaltet es doch indirekt die Verkündigung des Glaubens.

„Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legt ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zuge des Mannes mit Speichel: danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich. Sogleich öffneten sich seine Ohren und die Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.“


So lautet die wesentliche Stelle dieses Evangeliumabschnittes Aber schon der Beginn dieser Perikope hat es für jene „in sich“, die etwas vom geschichtlichen Hintergrund wissen. Denn die lautet.

„Jesus verließ das Gebiet von Tyrus wieder und kam Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis. Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.“

Ein Satz, der zwar gehört wird ohne den wirklichen Hintergrund zu begreifen oder zu beachten. Die Dekapolis war nämlich das Gebiet der Heiden, also nicht das Gebiet der Juden. Also wurde ziemlich sicher ein Heide zu Jesus gebracht. Denn auch die Heiden in der Dekapolis hatten schon von Jesus und seinen Wundern gehört, nachdem sich ja sein Ruf als „Wunderrabbi“ im ganzen Gebiet von Palästina verbreitet hatte. Und Jesus heilte also vermutlich einen Heiden, genauso wie ER den Knecht des Hauptmannes heilte oder wie ER auch die Bitte der heidnischen Frau, einer Syrophönizierin, erhörte, deren Tochter ER von einem Dämon heilte.(Mk 7,24-30).

Zwar betonte Jesus immer wieder, dass er zum Volk Israel gesandt sei, aber so hat er doch auch bei den Heiden seine Wunder gewirkt und damit gezeigt, dass auch für die Heiden das Reich Gottes angebrochen ist. Damit wollte ER bereits einen Hinweis auf die Eingliederung der Heiden in Seine Kirche geben. Und in der Apostelgeschichte wird dann vor allen in den Versen 9,32 bis 12,25 von den ersten Aufnahmen von Heiden in die Kirche berichtet.

„Er berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel: danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich.“

Und diese Handlung Jesu wird bis heute bei jeder Taufe vollzogen. Der Taufspender berührt mit seiner Hand den Mund und die beiden Ohren des Täuflings und sagt dabei „Effata“ – „Öffne dich“. Dem Täufling sollen damit die Ohren geöffnet werden, damit er das Wort Gottes vernehmen kann und auch der Mund soll ihm geöffnet werden, dass er das Wort Gottes verkündet.

Bei jedem von uns getauften Katholiken wurde dieser Ritus vollzogen. Damit wurde jedem von uns der Auftrag gegeben auf das Wort Gottes zu hören und in unserem Leben das Wort Gottes zu verkünden.

Aber wie höre ich das Wort Gottes? Indem ich täglich einen Abschnitt der Heiligen Schrift lese, dann darüber nachdenke in Form der Meditation. Dazu kann ich auch als Unterstützung exegetische Texte heranziehen, wobei ich jedoch nur solche Texte verwenden sollte, die sicher auf der Lehre der Kirche basieren. Außerdem höre ich das Wort Gottes als Lesung und Evangelium in jeder Hl. Messe.

Und hier schließt sich der Kreis zu den Worten der alttestamentlichen Lesung. Denn wie verkünde ich das Wort Gottes? In erster Linie durch mein Leben als Christ aus dem alles das ersichtlich sein sollte, was Jesus von uns fordert, also in der sichtbaren Nachfolge von IHM. Dass ich diese Nachfolge in meinem Leben immer und überall bezeuge, dass ich dafür eintrete, davon spreche und mich dabei nicht verstecke um Widrigkeiten auszuweichen.

Diese Nachfolge ist daher in der heutigen Zeit sicher nicht einfach und es ist dabei immer mit Gegenwind zu rechnen. Dazu sagt schon Jesus: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“. (Mk 8,34).

Um für das Wort Gottes offen einzutreten bedarf es oft einer Selbstverleugnung, wenn ich es in Gesprächen mit bekannten Glaubensgegnern erwähne und damit kann es auch eines meiner Kreuze sein, die ich zu tragen habe. Dasselbe gilt übrigens auch im Gespräch mit jenen Christen, die die Lehre der Kirche ablehnen, die sich ihren Glauben selbst so zusammenstellen, wie es ihnen passt, wenn ich im Gespräch die Offenbarung und Lehre der Kirche vertrete.

Darum: Öffne Deine Ohren für das Wort Gottes und öffne Deinen Mund um für das Wort Gottes einzutreten und Du wirst den Verheißungen Jesus teilhaftig werden.

Herr Jesus Christus, gib mir immer die Kraft für Dich immer und überall einzutreten und dich sowie die Lehre der Kirche zu verkünden, ob man es hören will oder nicht. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
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Donnerstag, 10. September 2015, 16:26

24. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung Jes 50,5-9a
2. Lesung: Jak 2,14-18
Evangelium: Mk 8,27-35

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja sind Verse aus dem dritten Gottesknechtslied und betreffen das Hören und Verkünden des Wortes Gottes, das die Aufgabe des Gottesknechtes ist.

„Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet: Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.“

Diese Worte sind nicht nur an den Propheten, dem Gottesknecht, gerichtet, sondern auch an jeden Christen. Denn durch die Taufe ist jeder Christ berufen sein Leben entsprechend christlich zu gestalten bzw. zu führen und dadurch Zeugnis für den Glauben an Christus in der Welt zu geben. Und diese Aufgabe ist den Katholiken auch in der dogmatischen Konstitution „Lumen gentium“ des 2. Vatikanischen Konzils in den Nummern 30 bis 38 als Verpflichtung zugeordnet.

Nur wenn ich als Seelsorger das Leben so mancher, um nicht zu sagen vieler, Christen bzw. Katholiken oder solcher, die sich so bezeichnen, betrachte oder auch deren Kommentare in den verschiedenen Internetforen lese, muss ich sagen, da ist vieles dem christlichen bzw. dem katholischen Glauben nicht entsprechend. Es ist modern geworden nur das zu akzeptieren was einem in seinen Lebensentwurf passt und alle anderen Aussagen der Bibel bzw. auch jene von Jesus zu negieren. Leider muss ich zugeben, dass in den letzten Jahrzehnten die Unterrichtung der Gläubigen, die Katechese, in vielen Fällen durch die zur Verkündigung Berufenen nicht nur vernachlässigt sondern sogar sträflich unterlasen worden ist, ja das den Menschen nach dem Mund geredet und ihnen das Bewusstsein für Sünde, Christentum und die Lehre Jesu und Seiner Kirche genommen worden ist. Der Grundtenor vieler Predigten und Glaubensvermittlung war und ist „wir haben uns alle so lieb“ sowie „Gott ist so barmherzig, er verzeiht sowieso alles, egal was ihr macht“ oder im schlechtesten Fall „Die Sünde gibt es nicht!“.

Nur, das ist nicht richtig. Denn die unverfälschten und unverkürzten Aussagen im Neuen Testament sprechen eine andere Sprache. Ja, Gott ist barmherzig zu dem, der zu IHM umkehrt, indem er von der Sünde ablässt und nach den Geboten Gottes lebt. In dieser Hinsicht wird zwar sehr oft die Bergpredigt gerne zitiert, aber die nachfolgenden dazugehörenden Antithesen, die Jesus gesagt hat und die als Erklärung wichtig sind, lässt man gerne unter den Tisch fallen wie zBspl. die Antithese über die zwei Wege: „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.“ (Mt 7,13-14)

Deutlicher kann uns Menschen Jesus diese Warnung schon nicht mehr geben. Genauso deutlich sind die folgenden Worte: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk 3,35, Mt 12,50) und ebenfalls in den Antithesen „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“ (Mt 7,21).

Und der Wille des Vaters, den Jesus so oft erwähnt und dem wir in unserem Leben folgen sollen, ist das Halten der Gebote und Anweisungen Gottes, die in der Offenbarung uns von Gott geschenkt wurden und auch in der Lehre der Kirche existent sind.

Und im Evangelium dieses Sonntags sind drei Schlüsselstellen enthalten, die ebenfalls für uns Christen wichtig sind und deren Auslegung jenen zur Lesung adäquat ist.

Die erste Schlüsselstelle ist die Frage an die Jünger, für wen sie Jesus halten: „Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias!“ Und im Matthäus-Evangelium ergänzte Petrus noch: „... der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Mt 16,16)

Bereits an diesem Bekenntnis scheiden sich die Geister, damals bei den Juden und bei den heutigen Menschen. Ist für mich Jesus, der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes oder ist er, wie für viele heutige Menschen, nur ein besonderer Mensch, ein Menschenfreund, ein Sozialarbeiter?

Nur wenn der Christ aus ganzem Herzen glaubt und bekennt wie Petrus, dass ER der Sohn des lebendigen Gottes ist, dass ER das fleischgewordene Wort Gottes, das in die Welt gekommen ist um die Menschen von ihren Sünden zu erlösen, dass er unsere Sünden auf das Kreuz von Golgota genommen hat und uns Menschen dadurch mit dem Vater versöhnt hat, nur dann ist ein Christ auf dem richtigen Weg zum Vater im Himmel. Dazu gehört auch noch der Empfang der Sakramente.

„Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“

Diese Stelle des Evangeliums ist eine jener, wo Jesus sehr radikal wird und auch harte Worte findet. Er vergleicht Petrus mit dem Satan, weil dieser Einspruch erhebt als Jesus offen seinen Leidensweg ankündet. Für jene Menschen der heutigen Zeit, die von Satan und Hölle nichts hören wollen, ist es eine Stelle, wo die Bibel umgeschrieben werden müsste, denn so etwas kann man doch den Menschen nicht zumuten – so der heutige Tenor vieler, dem viele huldigen.

Nur Jesus hat immer die Wahrheit offen ausgesprochen und nichts unter den Teppich gekehrt. Und diese Worte Jesu „du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“, gelten für alles was einen Menschen vom Weg zu Gott abhält, was den Geboten und Anweisungen Gottes zuwiderläuft oder das Irdische im Leben überbetont.

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folgte mir nach,. denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangelium willen verliert, wird es retten.“

Diese Aufforderung Jesu zur Nachfolge ist zwar allgemein bekannt, doch viele Menschen scheuen sich das Kreuz, das ihnen zugemutet wird, zu tragen und weichen aus. Nur eines sollte für jeden gläubigen Menschen gewiss sein, dass das aufgebürdete Kreuz tragbar sein wird, wenn er seinen Weg mit Jesus und im vollen uneingeschränkten Vertrauen auf Seine Barmherzigkeit geht. Und wenn es Stunden des Zweifels mit der Schwere des eigenen Kreuz geben sollte, dann ist das intensive Gebet, der Schrei zu Jesus, das beste Mittel um das Kreuz wieder tragbarer zu machen. Denn Jesus hat uns versprochen immer bei uns zu sein, vor allem dann wenn es schwer im Leben wird oder ist.

Nehmen wir daher unser Kreuz auf sich und folgen wir Jesus, dann wird ER zu uns stehen und uns einst nicht verleugnen.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft, dass wir unser Kreuz annehmen und tragen können. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
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54

Donnerstag, 17. September 2015, 16:32

25. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Weish 2,1a.12.17-20
2. Lesung: Jak 3,16-4,3
Evangelium Mk 9,30-37

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Liebe Leser!

Die beiden Lesungen und das Evangelium dieses Sonntags haben auch für die heutige Zeit „brisante“ Aussagen bereit und beweisen damit, dass die Worte der Bibel zeitlos sind und für alle Zeiten gelten.

In der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch der Weisheit wird auf den kommenden Messias hingewiesen, doch auch für unsere Zeit ist insbesondere der folgende Vers gültig.

„Lasst uns dem Gerechten auflauern. Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg.“ Ersetzen wir das Wort „Gerechten“ mit dem Begriff „Lehramtstreuen“ so ist bereits der Vergleich „schlagend“. Denn der Lehramtstreue ist allen jenen unbequem und steht diesen im Weg, die das Wort Gottes verfälschen und dem Zeitgeist anpassen wollen weil er diese „Reformer“ auf ihr Fehlverhalten gegen Gottes Wort .hinweist. Alle diese „Reformer“ oder „Dialogisierer“ in der hl. Mutter Kirche sind es, die die Kirche immer weiter zeitgeistiger machen, sie verweltlichen wollen, auch wenn sie Unterstützung bis in die höchsten Hierarchiestufen haben, aber in Wirklichkeit gegen die Worte Gottes und der Lehre Jesus in der Offenbarung handeln. „Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.“ Diese Worte Jesu bedeuten in die heutige Zeit übersetzt, dass jeder, der an den unveränderlichen Worten Gottes und der darauf resultierenden Lehre der Kirche festhält und somit gegen den „Mainstream“, auch in der Kirche, handeln, gehasst wird weil er nicht „aus der Welt stammt“ und für ihn Gottes Wort höher steht als jenes der Menschen und deren zeitgeistigen Intentionen.

Auch die zweite Lesung aus dem Jakobusbrief weist in dieselbe Richtung, wo es unter anderem heißt. „Wo nämlich Eifersucht und Ehrgeiz herrschen, da gibt es Unordnung und böse Taten jeder Art“ sowie „Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaft in euren Innern“.

Damit sind aber nicht nur die Kriege und Streitigkeiten zwischen den Völkern und Nationen, sondern auch die „Kriege“ in den Familien, am Arbeitsplatz und auch in den Pfarrgemeinden bis in die höchsten Diözesangremien gemeint. Im Dokument „Gerechtigkeit schafft Frieden“ der Deutschen Bischofskonferenz heißte es unter anderem: „Nur wo Gott sich mitteilt und wo er als Gott anerkannt und verherrlicht wird, wo der Mensch in Frieden mit Gott lebt, kann Friede umfassend und auf Dauer auch in den menschlichen Beziehungen entstehen.“

Dieser Satz aus dem Dokument der Deutschen Bischofskonferenz wird von einem Teil derselben selbst ad absurdum geführt, denn wo ist Gott anerkannt und wo lebt der Mensch im Frieden mit Gott wenn er Forderungen stellt, die den Worten und Anweisungen Gottes zuwiderlaufen und nicht der Lehre der Kirche entsprechen und Bischöfe und Hauptamtliche der Kirche diese von der Lehre der Kirche abweichenden Forderungen unterstützen..

Und das Wort „Barmherzigkeit“, das von diesen Reformern so oft vergewaltigt wird, bedeutet jedoch in Wirklichkeit das Gott barmherzig zu jenen ist, die zu ihm umkehren, von der Sünde ablassen, in Zukunft nicht mehr sündigen und die Lehre der Offenbarung und der Kirche akzeptieren. Wo ist diese Umkehr gegeben, wenn geschiedene Wiederverheiratete dauernd im Ehebruch leben, Homos in Partnerschaften leben, die Gott ein Gräuel ist, Abtreibung und Euthanasie gutgeheißen wird und vieles andere mehr getan wird, was der Bibel widerspricht.

Dietrich Bonhoeffer hat es zur Barmherzigkeit treffend formuliert: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“

Die Lesungen und das Evangelium stehen auch deshalb in einer Beziehung zusammen, weil im Evangelium der Rangstreit der Jünger, wer von ihnen der Größte sei, erwähnt wird.

Also bereits bei den Jüngern Jesu gab es Streitigkeiten, also auch all das Menschliche, wie es auch heute noch ist. Alle diese negativen Seiten des Menschen sind so wie die Sünde durch die Erbschuld und der Vertreibung aus dem Paradies entstanden.

„Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten, doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.“

Auch wir hätten damals ziemlich sicher den Sinn Seiner Worte nicht verstanden und wir hätten Ihn auch nicht gefragt. Dass wir heute diese Leidensankündigung sofort verstehen ist durch das Wissen aus den Evangelien gegeben. Es ist dies die zweite Leidensankündigung im Markusevangelium und ist mit dem Rangstreit der Jünger verbunden. Mit dieser Leidensankündigung wollte Jesus einerseits seine Jünger auf den Weg vorbereiten, den er zu gehen hatte, sie dafür einsichtig machen, aber ihnen gleichzeitig mit der Ankündigung seiner Auferstehung die Jünger darauf aufmerksam machen, dass damit sein Weg und jener der Jünger nicht zu Ende ist, sondern fortgesetzt wird.

„Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs darüber gesprochen, wer (von ihnen) der Größte sei.“

Wir sollten den Rangstreit der Jünger nicht abwerten. Denn eine Gemeinschaft ohne einer Rangordnung funktioniert nicht:Unmittelbar nach den Versen über den Rangstreit stellt Markus die nachfolgenden Verse (36-37) als Letzte in diese Evangelienperikope: „Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.“

Scheinbar haben diese Verse überhaupt keinen Zusammenhang mit den vorhergehenden Aussagen. Und doch ist ein Zusammenhang gegeben. Jesus spricht im vorhergehenden Vers (35), vom Diener aller zu sein.

Wer also Ihm nachfolgt und sein Diener sein will, darf daher auch die Kinder nicht vergessen, denn sie sind die Schwächsten und es sind Menschen, deren Existenz, zumindest damals, für die reale Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens jedoch keine Bedeutung hatten. Und Jesus will damit uns sagen, dass Er und damit Gott Vater sich mit den Kindern identifiziert.

Dabei ist auch zu bedenken, dass durch die Abtreibung pro Jahr Millionen Kinder auf der ganzen Welt, davon über Hunderttausend allein in Deutschland und Österreich, noch vor der Geburt ihr von Gott geschenktes Leben verlieren, und so ist diese Aussage Jesu auch heute höchst aktuell. Es muss gesagt, dass das Leben heute nirgends so bedroht ist als wie im Mutterleib. Also genau dort wo es am meisten von der Natur her geschützt ist. Und der Schutz, den diesen Kindern vom Gesetz her gegeben war, wurde durch Mehrheitsentscheidungen der Parlamente außer Kraft gesetzt. Schon Cicero schrieb im Werk über die Gesetze: „Es sind tyrannische Gesetze, mit denen Menschen der straffreien Tötung ausgeliefert werden, sie sind ungerecht und dadurch keine Gesetze. In einem solchen Fall wird auch die Mehrheit, die derartige Gesetze beschließt, zum „Tyrannen“ (pol. 3,10)“.

Und diese Gesetze wurden meist von Parteien (Links-Rot-Grün und Liberalen) in den Parlamenten durchgepeitscht, deren Grundlagen in den Parteiprogrammen von der atheistischen Seite stammen. Und wenn auf die Menschenrechte verwiesen wird, dass „die Frau das Recht habe über ihren Bauch zu entscheiden“, ist das eindeutig eine Vergewaltigung der Menschenrechte, denn auch das Ungeborene ist ein Mensch und das bereits seit der Zeugung mit allen Attributen des Menschen versehen ist und es ist nicht ein „Zellhaufen“ oder ein „Krankheitsfall“ wie es so gerne von den Abtreibungsbefürwortern argumentiert wird. Leider spielen in diesem Konzert der „political correctness“ auch die sogenannten christlichen Parteien mit, die schweigend oder verklausuliert die Abtreibung fördern, statt sich auf die christlichen Werte zu beziehen und dagegen fest und mutig aufzutreten.

Mutter Teresa von Kalkutta bringt es mit ihren Ausspruch auf den Punkt: „Ein Volk, das seine Kinder tötet, tötet sich selbst.“ Und wir sehen die Auswirkungen dieser Vorgangsweise in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und die negativen demoskopischen Auswirkungen sind längst sichtbar.

An diesem Wochenende finden in verschiedenen Städten Europas „Märsche für das Leben“ also gegen die Abtreibungen statt und die Linken, also die Kommunisten und Atheisten, haben zu Gegendemonstrationen gegen diese Märsche der Lebensschützer aufgerufen mit dem Hinweis auf das Menschenrecht der Frau sich zu entscheiden für oder gegen eine Schwangerschaft. Der evangelische Pastor Ulrich Parzany hat vor einigen Wochen festgestellt, dass die Atheisten geisteskrank sind. Dazu stelle ich fest, dass Parzany sich laienhaft ausgedrückt hat, aber dass diese Atheisten pathologisch psychische Komplexler sind ist nicht sehr weit hergeholt. Eine Ideologie, die wie die Linken Millionen Tote in ihren Gulags auf dem Gewissen haben und seit 1917 die Abtreibung forcierten, haben kein Recht ein Menschenrecht auf Abtreibung zu fordern und fördern, denn sie sind die „Teufel“, das Böse, an dieser Welt wobei noch festzustellen ist, dass die Gulags die Vorbilder für die Nazi-KZ gewesen sind

Treten wir als Christen einerseits für das Leben von der Zeugung bis zum natürlichen Tod ein, und andererseits halten wir am unveränderlichen Wort Gottes in der Bibel sowie der Lehre der Kirche fest und geben wir dafür, gelegen oder ungelegen, in unserem gesamten Leben Zeugnis in der Welt.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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55

Donnerstag, 24. September 2015, 16:58

26. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Num 11,25-29
2. Lesung: Jak 5,1-6
Evangelium: Mk 9,38-43.45.47-48

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

„Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte!“

Mit diesem Vers der Worte Mose, die dieser zu Josua spricht, endet die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Numeri, die schilderte, dass der Herr etwas vom Geist auf die Ältesten des Volkes Israels legte und die dadurch in prophetische Verzückung gerieten

Ein Geschehen, das nur damals erfolgte? Nein, durch die Taufe und später durch die Firmung erfolgt auch eine Geistausgießung auf den Empfänger, die Empfängerin des Sakramentes. Also die Basis wäre vorhanden, sie ist uns von Gott geschenkt in den Talenten, die dieser uns gibt. Aber ob diese geschenkten Talente wirksam werden, das hängt von unserem Glauben, von unserem offenem Ohr und offenem Herzen für Gottes Anruf sowie von der Stärke des Vertrauens zu Gott ab. Denn so sagt Jesus „Alles kann, wer glaubt“ (Mk 9,23) sowie „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen“ (vgl. Joh 14,12) und „Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn … Nichts wird euch unmöglich sein“ ((vgl. Mt 17,20). Dass uns daher vieles nicht möglich ist, das „verdanken“ wir der Tatsache, dass zumindest immer ein kleiner Zweifel in uns vorhanden ist.

Die neutestamentliche Lesung aus dem Jakobusbrief ist die Warnung an die hartherzigen Reichen.

„Euer Gold und Silber verrostet; ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Noch in den letzten Tagen sammelt ihr Schätze. Aber der Lohn der Arbeiter, die eure Felder abgemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, schreit zum Himmel.“

Diese Worte sind nicht gegen Besitz und Reichtum gerichtet, sondern gegen den Missbrauch im Umgang mit diesem. Sie sind gegen die Ungerechtigkeit gerichtet, dass den Anderen der gerechte Lohn vorenthalten wird, dass der Mitarbeiter unterbezahlt ist, dass er unbezahlte Überstunden machen muss und dergleichen mehr. Sie sind auch dagegen gerichtet, dass von Besitzenden Geld verprasst wird und andere ausgebeutet werden. Ich denke hier an eine Begebenheit aus meiner Kindheit zurück bei der ein sogenannter „Protzenbauer“ sich im Lokal seine Zigarette mit einem 10-Schillingschein mit der Bemerkung „Ich kann es mir leisten“ angezündet hat während seine Knechte und Mägde in so schlechten Kammern in seinem Bauernhof wohnen mussten, wo das Wasser von den Wänden rann und Schwammerln am Boden wuchsen. Und der dann noch von sich groß behauptete, wie „christlich“ er sei, weil er jeden Sonntag in die Kirche gehe.

Jesus hat es mit seinen Aussagen über den rechten Gebrauch des Reichtums, die Lukas in seinem Evangelium festhielt (Lk 16,9ff), auf den Punkt gebracht. Der letzte Vers (V 13c) „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ sagt zusammenfassend alles für den Umgang mit Reichtum und Besitz.

Auch das Evangelium dieses Sonntag hat es „in sich“, denn es erzählt einerseits vom fremden Wundertäter und beinhaltet andererseits die Warnung vor der Verführung zur Sünde.

„Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“

Diese Worte Jesu gelten heute genauso wie damals, denn sie stellen eine Grundeinstellung des einzelnen Menschen zu Jesus dar. Das Wort „uns“ betrifft jedoch nicht nur Jesus und die Schar seiner Jünger, sondern es hat auch eine Verbindung zur Aussage Jesu im Johannes-Evangelium: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9).

Nachdem jedoch alle Aussagen in den Evangelien immer in einem Zusammenhang zu sehen sind, betrifft daher diese Grundeinstellung des einzelnen Menschen nicht nur sein Verhältnis zu Jesu sondern auch zu dem, der IHN gesandt hat, nämlich zu Gott Vater.

Daher ist eine positive Grundeinstellung zu Jesus gemäß dem Neuen Testament aber eine gleichzeitige Ablehnung von Gott, seiner Worte und seiner grundsätzlichen Lehren im Alten Bund nicht möglich, wie es heute oft konstruiert wird. Wer nur Jesus und seine Worte im sozialem Bereich anerkennen will, aber gleichzeitig Gott ablehnt, der lehnt nämlich ab, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dass er unser Erlöser und Retter, unser Heiland, ist, der für das Heil der Menschen am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden ist. Dieser Gott ablehnende Mensch sieht daher in Jesus nur den besonderen Menschen, den Menschfreund, den „Sozialarbeiter“ und nicht mehr, keinesfalls sieht er jedoch den Gottessohn, der Jesus wahrhaftig ist. Außerdem negiert er die Worte Jesu: „Denkt nicht ich sei gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben.“ (vgl. Mt 5,17) womit Jesus eindeutig feststellt, dass das Gesetz und somit der Alte Bund weiterhin gilt..

Und im ersten Vers des Abschnittes über die Warnung vor der Verführung zur Sünde heißt es:

„Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.“

Das Wort „Kleine“ als auch das Wort „Böses“ in diesen Vers, wird sehr oft fehlinterpretiert, nämlich als „Kinder“ bzw. nur als „Sünde“ gedeutet. Erst aus dem griechischen Urtext ergibt sich die volle Klarheit.

Mit den Kleinen sind die Unterprivilegierten und Geringen in der Gesellschaft gemeint, aber auch jene sind darunter zu verstehen, die im Glauben ein geringeres Wissen haben als ihre Verführer. Und das „zum Bösen verführen“ bedeutet wörtlich übersetzt „zu Fall bringen“.

Sinngemäß bedeutet daher der zitierte Vers: „Wer einen Geringen der Gesellschaft oder ein Geringeren im Glauben-Wissen, zu Fall bringt, sei es durch eine Sünde oder ihn dazu bringt, den Glauben an Jesus oder die Nachfolge Jesu aufzugeben, der sollte mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen werden.“

Damit spricht Jesus eine deutliche Warnung aus: Seinen Mitbruder, seine Mitschwester nicht zu einer Sünde verführen oder ihn an der Nachfolge Jesu zu hindern. Wobei jedoch auch zu beachten ist, dass zur Nachfolge Jesu nicht nur das Wissen aus der Offenbarung (AT und NT) gehört sondern auch das Wissen aus der Lehre Seiner Kirche.

Nur wer als Christ unverkürzt und unverfälscht die Offenbarung und die Lehre Seiner Kirche verkündet entspricht dem Wunsch Jesu. Wer also die Offenbarung und Lehre verkürzt oder verfälscht, der handelt nicht nach dem Wunsch Jesu.

Und in den nachfolgenden Versen dieser Evangeliumsperikope spricht Jesus von der Hand, vom Fuß und vom Auge, die zum Bösen verführen können und empfiehlt in diesen Fällen sich besser sich ihrer zu entledigen als in die Hölle geworfen zu werden, also sich selbst zu verstümmeln.

„Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab …. als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.“

Der barmherzige Jesu so radikal?. Gibt es das? Ja, Jesus ist so radikal, wenn es um das Ewige Leben im Reich Gottes geht.

Jesus meint sicher nicht die Selbstverstümmelung durch eine reale Tat, sondern dass der Mensch sich von seinem Naturell trennen soll, das ihn zur Sünde verführt. Und wenn ein Mensch in seiner Selbstgerechtigkeit meint, so bin ich eben und daher nicht gewillt ist gegen die Sünde anzukämpfen, dann „verstümmelt“ er sich selbst und kann nicht in das Gottesreich eingehen.

Sicher verkündet das Evangelium die Barmherzigkeit und Güte Gottes, aber diese Tatsache garantiert noch nicht einen „guten Ausgang“ für alle und jeden. Denn jeder Mensch kann zu Gott „nein“ sagen, keine Früchte bringen oder diese IHM vorenthalten, die erfolgte Einladung ausschlagen und gegen die Gebote Gottes handeln. Durch alle diese sündhaften Handlungen aber auch durch Nichthandeln kann der Mensch sich Gott verweigern und seine Zukunft, trotz Gottes Güte, verspielen. Denn Gott zwingt keinen Menschen zum richtigen Handeln in seinem Leben. Dass ist die Freiheit, die Gott dem Menschen von Anfang an gegeben hat

Sicher, wir Menschen sind alle Sünder und keiner ist davon eine Ausnahme und doch gibt es auch hier Abstufungen bei der Sündenbegehung.

Es gibt die unbewusste Sünde, die aus einer Situation oder einer Gemütsbewegung entstehen kann. Sehr oft ist uns diese Art von Sünde und deren Begehung gar nicht gleich bewusst. Aber dazu kann sogar eine ungewollte Gewalttat gehören, die in einer heftigen Gemütsbewegung erfolgt und von einem anderen herbeigeführt bzw. von diesem provoziert worden ist.

Aber es gibt auch die bewusste oder sogar vorher geplante Sünde, die der Christ in vollem Bewusstsein tätigt und deren Gelegenheit sowie die dazu führende Situation er womöglich oft sogar sucht statt sie zu meiden. Und diese Art von Sünde ist besonders verwerflich. In diesen Bereich gehört der Ehebruch, der geplante Mord, der materielle Betrug, der geplante Diebstahl, Raub oder Einbruch, die bewusste Lüge zum Nachteil von anderen und vergleichbar ähnliches. Und für diese Sünden gibt es keine nachträgliche „Entschuldigung“ sondern diese unterliegen allein der Gerechtigkeit Gottes.

Daher bitten wir: Herr Jesus Christus, gibt uns immer die Kraft gegen das Böse in uns, vor allem gegen die geplante Sünde zu kämpfen, damit wir zu deinen Verheißungen gelangen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
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56

Donnerstag, 1. Oktober 2015, 15:49

27. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Gen 2,18-24
2. Lesung: Hebr 2,9-11
Evangelium: Mk 10,2-16 oder Mk 10,2-12

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

An diesem Sonntag stehen in der alttestamentlichen Lesung und im Evangelium die Ehe und die Ehescheidung im Vordergrund.

„Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch“.

Dieser Vers aus der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Genesis hören wir auch im Evangelium, wo Jesus diese Worte als Antwort zu der Frage der Pharisäer über die Ehescheidung und die Scheidungsurkunde verwendet.

"Am Anfang der Schöpfung hat Gott sie als Mann und Frau geschaffen …. und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen."

Fast gleichlautende Worte Jesu sind auch im Matthäus-Evangelium festgeschrieben. Und an diese Aussagen ist die Kirche als der Leib Christi gebunden.

Selbst jene Modernisten, die gerne die Aussagen Jesu im Neuen Testament in Zweifel ziehen aber gute Geschichtskenntnisse haben, geben zu, dass diese Worte betreffend der Ehescheidung nur direkt von Jesus stammen können, also direkt Jesu-Worte sind, denn kein Evangelist hätte es gewagt eine derartige Ablehnung und Verschärfung der Ehescheidungspraxis im Judentum von sich aus niederzuschreiben.

Diese Worte betreffen aber nicht nur die Ehe, sondern sie betreffen die ganze Schöpfung, wie wir sie in der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Genesis hörten.

Durch die Taufe wird der Mensch Christ und damit mit Gott für immer ganz besonders verbunden und durch die Taufe wird der Mensch auch in den Leib Christi, in Seine Kirche, eingefügt. Nur eine aktive Teilnahme am Leben der Kirche, in der christlichen Gemeinde, kann dem Menschen die Kraft geben den geschlossenen Bund zu halten. „Denn einer trage des anderen Last“ (vgl. Gal 6,2).

Jene Katholiken, die wir heute gerne als "Fernstehende" bezeichnen, weil sie am Leben der Kirche desinteressiert sind, müssen nach der Offenbarung des Johannes (Off 3,,14 ff) als lau bezeichnet werden, da sie weder heiß noch kalt sind.

Verlässt also ein Getaufter die Kirche indem er sich vom Glauben und von Gott lossagt, so trennt er sich damit von jenem Bund mit Gott, den er in der Taufe geschlossen hat. Ein förmlicher „Kirchenaustritt“ vor dem Standesamt bzw. einer staatlichen Dienststelle wird zwar in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gerne als „Verlassen des Glaubens und der Kirche “ interpretiert, doch stimmt dies nicht, denn ein vatikanisches Dekret von 2006 weist daraufhin, dass diese Erklärung vor einer staatlichen Stelle für das Verlassen der Glaubensgemeinschaft nicht ausreichend sei. Erst wenn jemand vor dem zuständigen Ortspfarrer die Erklärung abgibt, dass er mit der Kirche und den Glauben nichts mehr zu tun haben will, dann tritt er wirklich aus.

Nur leider wird in diesen Ländern dem Austritt vor der staatlichen Stelle, entgegen dem römischen Kirchenrecht, soviel Wert beigemessen, weil damit die „Kirchensteuerpflicht“ erlischt, der dem umfangreichen Apparat die notwendigen Mitteln bringt obwohl ein Großteil dieser „Apparatschiks“ und Gremien direkt und offen gegen die Offenbarung Gottes und Lehre der Kirche arbeiten wie ich aus eigener Erfahrung weiß und wobei ich zu behaupten wage, dass dies mindestens die Hälfte der in der Kirche angestellten Mitarbeiter betrifft. Hier wäre eine wesentliche Änderung für die Aufbringung der Kirchenmittel erforderlich wie es auch in der sonstigen Weltkirche außer in diesen drei Ländern üblich ist. Jeder wirkliche Katholik wird seiner Verpflichtung für die Kirche gerne nachkommen wenn er die Gewähr hätte, dass die Gelder aufgabengerecht verwendet werden würden und nicht Mitarbeiter und Projekte etc. finanziert werden, die gegen die Offenbarung und Lehre der Kirche handeln. Von einer deutschen Diözese habe ich gehört, dass der Bischof samt Ordinariat in den 80er-Jahren ca. 50 Mitarbeiter gehabt hatte während es nunmehr fast 1.000 (in Worten. Eintausend) im Ordinariat sind. Und in Wirklichkeit haben sich die tatsächlichen Aufgaben der Ordinariate und notwendigen Diözesandienststellen nicht so vermehrt, dass derart aufgeblähte Apparate erforderlich wären.

Nochmals zu den „Fernstehenden“ zurück. Wenn auch viele von diesen Menschen sagen: "Ich kann auch ohne die Kirche an Gott glauben", so vergessen sie dabei, dass der in der Taufe mit Gott geschlossene Bund mit Gott, die gläubige Kirchentei nahme erfordert, denn die Kirche ist der mystische Leib Jesu.

Dasselbe Band des Bundes mit Gott durchschneiden aber auch jene Christen/Christinnen, die die sakramentale Ehe verlassen und sich einer neuen Partnerin, einem neuen Partner zuwenden. Dieses Bundesband mit Gott ist auch dann durchschnitten wenn sie sich weiter als gläubig bezeichnen oder auch so leben, denn sie leben ständig in der schweren Sünde des Ehebruchs und sind damit faktisch von der Kommunion, durch diesen dauernden Stand der Ungnade mangels Reue und Beenden des schwer sündhaften Verhaltens, ausgeschlossen. Wenn diese dann zur Kommunion gehen, machen sie sich schuldig am Leib des Herrn, denn der Apostel Paulus sagt: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn“ (1 Kor 11,27) und „Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt“ (Vers 29). Leider wird seit rund 15 Jahren auch hier von der Kirche bzw.in den kichlichen Ehegerichten zeitgeistig gehandelt indem Eheannullierungen oft nach 30- oder 40-jähriger Ehe erfolgen, sodass das Ehesakrament angeblich bei der Eheschließung, also Jahrzehnte vorher, nicht zustande gekommen sei. So stellt sich die Frage, ob bei einer derartigen Betrachtungsweise überhaupt das Ehesakrament noch aktuell ist, nachdem auch ein Diözesanrichter in der Kirchenzeitung schon vor Jahren erklärt hatte, dass bis zu 50 % der geschiedenen Ehen annulliert werden können. Und wenn für eine Annullierung auch die Entwicklung einer langjährigen Ehe in Betracht gezogen wird, wie mir vor Jahren ein am Ehegericht tätiger Mitbruder erläuterte, wo hat Jesus davon gesprochen, dass dies ein Grund für die Aufhebung einer Ehe wäre. Nirgends im Neuen Testament hat Jesus von einer Möglichkeit der Annullierung einer Ehe gesprochen!!!

Ich akzeptiere voll das 2. Vatikanische Konzil unter der Prämisse der Kontinuität der Lehre. Nur sind nachher viele Missstände und Missbräuche eingerissen, die aus der Chimäre des angeblichen „Geistes des Konzils“ entstanden sind. Wenn daher die Kirche nicht rasch wieder zur unverkürzten und unverfälschten Offenbarung und der Lehre in der Tradition zurückkehrt, und weiter die zeitgeistigen Missbräuche toleriert und nicht abstellt, wird sie in den westeuropäischen Ländern noch mehr zum „Folklore“-Verein mutieren und damit weiter ihre Strahlkraft, die sie jetzt schon teilweise eingebüßt hat, vollkommen verlieren.

Herr Jesus Christus, hilf deiner Kirche in Westeuropa, dass sie wieder auf den richtigen Weg und zu Deiner Lehre zurückkehrt. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
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57

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 16:34

28. Sonntag im Jahreskreis

1, Lesung: Weish 7,7-11
2. Lesung: Hebr 4,12-13
Evangelium: Mk 10,17-30 oder 10,17-27

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Bereits die erste und alttestamentliche Lesung kann als sehr wichtig und im Volksmund als „wuchtig“ für unser christliches Leben betrachtet werden.

„Daher betete ich und es wurde mir Klugheit gegeben: ich flehte und der Geist der Weisheit kam zu mir“ so lautet der erste Vers der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch der Weisheit.

Der Verfasser dieses Weisheitsbuches des Alten Testaments nennt das Gebet als Voraussetzung für Klugheit und Weisheit im Leben des Menschen. Um dieses Ziel zu erreichen ist damit die Einhaltung der Gebote und Anweisungen Gottes erforderlich, die der Verfasser voraussetzt, denn dieses Faktum brauchte für die Juden nicht besonders erwähnt werden.

Ein weiteres wird ebenfalls nicht erwähnt – nämlich das Wissen. Das Wissen ist in Wirklichkeit nicht mit der Klugheit und Weisheit gleichzusetzen. Ein Mensch könnte das ganze Wissen der Menschheit besitzen, also ein komplettes wandelndes, lebendiges Lexikon sein, wird aber trotzdem weder wirklich klug noch weise sein, wenn er sein Leben im Gegensatz zu den Geboten und Anweisungen Gottes lebt.

Und nur im ständigen Gebet und der Lesung der Heiligen Schrift werden die notwendigen Voraussetzungen für Klugheit und Weisheit geschaffen. Denn nur die Gebote Gottes und die dazu erfolgten ergänzenden Anweisungen im Alten und Neuen Testament sowie deren Einhaltung in seinem Leben machen den Menschen klug und weise. Sündigt also der Mensch bewusst, das heißt, plant der Mensch im vollen Bewusstsein einen Verstoß gegen die Gebote Gottes, so verlässt er den Weg zur Klugheit und Weisheit, denn sein Egoismus hindert ihn den richtigen Weg zu beschreiten. Schädigt er mit diesem, seinem Verhalten zusätzlich noch einen Nächsten so wird die Wegabweichung, die Sünde, dadurch im Leben des Menschen wesentlich größer und führt oft sogar auf einen unumkehrbaren Irrweg.

Leider werden in der Gegenwart viele Menschen durch zeitgeistige Einflüsse und durch das oft gebrauchte Schlagwort der „Selbstverwirklichung“ auf falsche Wege geführt. Wer meint, dass das menschliche Leben hier auf Erden bereits das „Paradies“ sein muss und keinerlei Probleme, Nöte und Belastungen enthalten darf, ist bereits auf dem Irrweg. Nicht umsonst hat Jesus gesagt: „Wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (vgl. Mk 8,34).

Und diese Irrwege der vielen Menschen, auch vieler Christen, machen derzeit diese Welt kalt, grau und haben zur Glaubensverdunstung geführt. Für die Christen gilt noch ein weiterer Spruch Jesu: „Nicht jeder, der zum mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ (Mt 7,21). Damit sagt Jesus, eindeutig dass die Einhaltung der Gebote und Anweisungen Gottes wichtig sind, um das Himmelreich zu erreichen.

Auch das Evangelium dieses Sonntags ist in seiner Radikalität ein Fingerzeig für das Leben eines Christen.

Jesus antwortet dem Mann, der ihn fragte, was er tun muss um das ewige Leben zu gewinnen. „Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter!“

Auch hier ist die Einhaltung der Gebote Gottes für Jesus wichtig. Und wer IHM nachfolgen will, muss daher diese Gebote und Anweisungen einhalten. Und da der Mann die Einhaltung der Gebote bestätigte sagte Jesus zu ihm:

„Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe was du hast, gib das Geld den Armen und wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben, dann komm und folge mir nach!"

Jesus, der doch mit den Sündern so viel Verständnis hat, wenn sie von der Sünde umkehren, stellt hier neuerlich eine seiner radikalen Forderungen, wenn wir als Christen ihm nachfolgen wollen. Es ist der Verzicht auf den materiellen Reichtum: Der geistig-menschliche Verzicht für die Nachfolge, ist unter anderem im Matthäus-Evangelium erwähnt, wo Jesus sagt: "Wer nicht Vater und Mutter um meinetwillen verlässt, ist meiner nicht wert!" (vgl. Mt 10,37).

Jeder von uns darf über diese radikale Forderung bestürzt sein, denn auch die Jünger waren es. Und Jesus ergänzt noch zusätzlich: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt."

Als Nadelöhr ist nicht jenes einer Nähnadel gemeint, sondern das Nadelöhr ist ein kleines Tor in der Stadtmauer von Jerusalem. Ein Jerusalempilger hat mir einmal erzählt, dass das Tor so klein ist, dass ein Kamel nur unbeladen und auf den Knien rutschend dieses Tor passieren kann. Mit etwas Phantasie kann sich daher jeder vorstellen, dass auch Menschen Schwierigkeiten beim Passieren dieses Tores haben.

Wie schon so oft, hat Jesus wieder ein Gleichnis erzählt. Er hat einen Teil der Lebensumgebung der Juden als Vergleich für den Weg zum Reich Gottes gesetzt.

Jesus meint vor allem, dass sich der Mensch aller irdischen Last entledigen muss, damit er dieses Tor zum Reich Gottes passieren kann.

Wenn man diese Worte streng auslegen würde, könnte niemand, auch jene nicht, die nur einen bescheidenen Besitz haben, in das Reich Gottes kommen. Wenn wir nun andere Stellen in der Frohen Botschaft betrachten, so werden wir feststellen, dass diese Strenge relativiert wird.

Die Forderung, die Jesus an uns richtet, ist, wie gehen wir mit dem Besitz um. Erwerben wir unseren Besitz mit der Hände Arbeit, oder ist er, wie bei den Bauern Lebensgrundlage und Beruf, so ist das die Frucht der eigenen Leistung.

Bedenklich wird es dann, wenn ich beginne, nach einen immer größeren Besitz zu streben, einen Besitz auf Kosten anderer zusammenzuraffen, um der Größte, der Mächtigste zu sein.

Die Forderung Jesu an den Jüngling sein großes Vermögen zu verkaufen und den Armen zu geben, bedeutet vor allem, jenen Teil des Vermögens zu verkaufen, der nicht zum unmittelbaren Lebensunterhalt benötigt wird, also faktisch der Überfluss ist. Und dieser Teil soll den Armen gegeben werden. Auf die heutige Zeit bezogen, wäre es daher denkbar, dass der reiche Jüngling seinen Überfluss einer caritativen Organisation als Stiftung zur Verfügung stellt, und sie beauftragt aus den anfallenden Zinsen soziale Projekte zu finanzieren. Das Kapital bleibt in diesem Fall erhalten, und aus den Zinsen könnte immer wieder geholfen werden.

Nun wird mancher Besitzende sagen: "Ich habe andere Ansprüche als die anderen. Daher steht mir auch mehr zu als ihnen!".

Schon der hl. Benedikt sagt sinngemäß in seiner Ordensregel: (RB 34) "Jeder von den Brüdern soll soviel bekommen als er braucht!" Sie entspricht dem Vers Apg. 2,45b. Eine weise und menschenfreundliche Bestimmung, die auf den Einzelnen ganz speziell eingeht. Aber, die Bestimmung meint auch, nur soviel, wie ich brauche und nicht mehr. Ein Beispiel auf die heutige Zeit bezogen: Ich bekomme heute eine einfache Stereoanlage für zu Hause um rd. € 500,--, eine gute Stereoanlage schon um etwas mehr als € 1000,-- muss es denn dann eine Anlage um € 5000,- sein. Und solche unzählige Beispiele könnten wahrscheinlich viele von uns jederzeit auflisten.

Es geht also vor allem um den Luxus, den Jesus geißelt. Denn Jesus wusste, dass es immer Arme unter uns geben wird.

Aber die Forderung betrifft nicht nur das materielle Vermögen. Es betrifft auch das ideelle und geistige Leben.

Ich folge Jesus nach, wenn ich zBspl. bereit bin, auf einen Karrieresprung zu verzichten, wenn dieser damit verbunden wäre, die christlichen Lebenswerte aufgeben zu müssen oder wenn ich so egoistisch handle, dass ich damit andere gröblich benachteilige.

Auf die Frage der Apostel, wer denn dann gerettet werden kann, antwortet Jesus: "Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott, denn für Gott ist alles möglich."

Und diese Verheißung ist für jeden von uns ein Trost. Wenn wir also ein Leben der Gottes- und Nächstenliebe leben, die Gebote Gottes, die den Besitz betreffen halten, und mit unserem Besitz verantwortungsvoll umgehen, dann werden wir durch die Liebe Gottes befähigt, das Nadelöhr zum Ewigen Leben passieren zu können.

Amen.
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58

Donnerstag, 15. Oktober 2015, 15:37

29. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jes 53,10-11
2. Lesung: Hebr 4,14-16
Evangelium Mk 10,35-45 oder 10,42-45

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Der letzte Vers der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch des Jesaja ist ein Trost für die Menschheit: „Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich“.

Es sind Worte aus dem Vierten Lied des Gottesknechtes, in denen der Prophet bereits auf das Leiden des Messias hinweist und der Menschheit den Trost gibt, dass dieser die Schuld, die Sünde, auf sich nimmt und damit den Menschen mit Gott versöhnt. Dieser Prophet, der Deuterojesaja, hat diese Worte im Babylonischen Exil zum Volkes Israel gesprochen und ihnen damit Hoffnung auf Erlösung gemacht. Nach Jahrhunderten hat sich dann diese Prophezeiung erfüllt und der Messias, Jesus, ist gekommen und hat die Menschheit erlöst indem er die Sünden der Menschen, die vorhergehenden und auch die Zukünftigen auf das Kreuz von Golgota genommen hat und uns Menschen mit Seinem Blut mit Gott, dem Vater, versöhnte. Diese barmherzige Handlung Jesu für die ER vom Vater in die Welt gesandt wurde, ist jedoch nicht vollkommen „kostenlos“ sondern hat ihren Preis – nämlich, die Nachfolge des Menschen auf den Spuren Jesu. Das heißt insbesondere, die Umkehr zu Gott und die Abkehr von den Sünden, von den Verstößen gegen die Gebote Gottes. Auch das Evangelium dieses Sonntags weist auf dieses Faktum hin.

Das Evangelium berichtet von den Zebedäus-Söhnen, Jakobus und Johannes, die an Jesus mit der Bitte herantreten, dass sie in seinem Reich an der rechten und linken Seite von Jesus sitzen dürfen.

„Sie sagten zu ihm: Lass in Deinem Reich einen von uns rechts und den anderen links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet, könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?“

Mit dieser Bitte zeigten die Söhne des Zebedäus, Jakobus und Johannes, dass sie die vorherige Leidensankündigung Jesu (V 33-34) nicht verstanden hatten. Ja, dass ihnen nach menschlichem Ermessen die Ehrenplätze links und rechts von Jesu sehr wichtig waren.

Jesus gibt ihnen sofort die entsprechende Antwort, wobei er, wie so oft, zwei Bilder, die Symbole für das Leiden waren, verwendete.

Der Becher (Kelch) stand in der Antike zwar für das böse und das gute Geschick, aber im Alten Testament stand er für Unheil und Unglück, ja für Gottes Gericht, das über Frevler hereinbrechen wird. Denn so lautet auch die Prophezeiung, die der Psalmist ausgesprochen hat: „Ja in der Hand des Herrn ist ein Becher, herben, gärenden Wein reicht er darf; ihn müssen alle Frevler der Erde trinken, müssen ihn samt der Hefe schlürfen!“ (Ps 75,09, vgl. auch Jes 51,57, Jer 25,15). So betete auch der alttestamentliche Beter in der Synagoge, wenn er diesen Psalm rezitierte.

Und mit der Taufe spricht Jesus jenes Unheil an, von dem der Mensch wie von Wasserfluten verschlungen werden kann. So ruft auch ein Verbannter fernab des Tempels: „Betrübt ist meine Seele in mir, denke ich an dich im Jordanland, am Hermon, am Mizar-Berg. Flut ruft der Flut zu beim Toben dieser Wasser, all deine Wellen und Wogen gehen über mich hin.“ (Ps 42,7f, vgl. 2 Sam 22,5).

Unheil und nicht Heil, das Scheitern und nicht den Erfolg warten auf Jesu, dass wollte ER ihnen damit sagen.

Wenn wir bedenken welche Schäden die Fluten eines Hochwassers, eines Tsunamis, eines Taifuns für den Menschen auch in unserem Leben bringen kann, dann ist dieser Vergleich Jesu sofort verständlich. Auch das Wasser mit dem ein Kind oder ein Erwachsener getauft wird, damit er Christ wird, ist eine solche symbolische Flut, die jedoch die Erbsünde abwäscht, also keinen Schaden bringt und den Täufling in die Gemeinschaft der Kirche eingliedert.

Und mit diesem scheinbaren Unheil und diesem scheinbaren Nichterfolg Jesu sind auch wir Menschen verbunden, wenn wir Jesus nachfolgen wollen. Jesus hat es ja deutlich gesagt, was den Menschen erwartet, der ihm nachfolgt: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ und „Denn wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Hoheit des Vaters kommt“ (Mk 8,34b und 38 ).

Gelten diese Worte, die Jesu damals gesprochen hat, nicht auch heute? Und wenn wir die heutige gottlose Welt betrachten, die in jeder Form sündigt, dann können wir nur sagen, „wie sich die Bilder gleichen“. Und wie geht es dem heutigen Christen, hat er nicht mindestens Hohn und Spott, wenn nicht schlimmeres, zu erwarten, wenn er sich als Christ in der Welt bekennt. In vielen Ländern der Erde werden die Christen körperlich verfolgt und getötet. Wenn es auch in der westlichen Welt noch nicht so weit ist, die ersten Anzeichen dafür gibt es bereits. Oder sind die körperlichen Angriffe auf Lebensschützer bei Demonstrationen für das Leben, die polizeilich geschützt werden müssen, oder wenn betende Lebensschützer vor Abtreibungskliniken von den „Escorts“ der Abtreiber angegriffen werden, wie es schon Videos bewiesen haben, keine körperlichen Verfolgungen. So schaut die vielgepriesene Rede- und Meinungsfreiheit der Atheisten und der sie unterstützenden politischen Parteien in Wirklichkeit aus. Und von den Angriffen gegen die Lehre und die Kirche selbst, der von diesen rot-grünen Gesinnungsgenossen unterwanderten Medien, ganz zu schweigen. Meinungs- und Redefreiheit gilt nur dort, wenn man dieser Seite nach dem Mund redet und kein Wort dagegen richtet. Leider kommen derartige Angriff nicht nur von außerhalb der Kirche sondern von innen, von jenen, die vorgeben das Wohl der Kirche im Auge zu haben aber in Wirklichkeit mit ihren Forderungen die Sache der Schlange, des Widersachers Gottes, zu vertreten. Und die Worte Jesus von den Zeichen der Zeit (Lk 12,56) bedeuten nicht das unveränderliche Wort Gottes, die Offenbarung dem Zeitgeist anzupassen sondern genau das Gegenteil, nämlich gegen diesen aufzutreten, wo es erforderlich ist. Dies geht aus dem Kontext des Evangeliums deutlich hervor.

„Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben, dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind“.

Mit diesen Worten rückt Jesus den Anspruch seiner Jünger zurecht. Nicht ER, Jesus, vergibt die Plätze im Reich Gottes sondern sein Vater im Himmel. Jesus, ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben auf dem Weg zum Vater, ER ist auch in Seiner Barmherzigkeit der Fürsprecher für uns, aber die Plätze im Reich Gottes vergibt der Vater. Dieser (Gott Vater) bestimmt den Lohn für jeden Menschen, ob er in das Reich Gottes kommen kann oder zur Verdammnis in der Hölle bestimmt ist. ER, der Vater, bestimmt auch die Zeit der Läuterung im Fegefeuer (Purgatorium), der es bedarf bis wir sein Angesicht sehen dürfen und in seinem Lichtreich das Ewige Leben haben.

Bemühen wir uns auf unserem irdischen Weg dieses Ziel zu erreichen, indem wir die bewusste Sünde meiden und auf dem rechten Weg gehen, damit wir das enge Tor zum Leben durchschreiten können (vgl. Mt 7,13).

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 22. Oktober 2015, 11:43

30. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Jer 31,7-9
2. Lesung: Hebr 5,1-6
Evangelium: Mk 10,46 –52

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Die Verse aus der Lesung aus dem Buch Jeremia sind Trostworte an die um 722 vChr. nach Assur Verschleppten aus dem Nordreich und verheißen ihnen die Rückkehr in die Heimat. Aber nicht nur die Rückkehr in die Heimat wird ihnen verheißen sondern auch, dass sie wieder nach Jerusalem pilgern werden, denn der erste König des Nordreichs hatte in Bet-El ein Heiligtum geschaffen um die Menschen von der Wallfahrt nach Jerusalem abzuhalten. Und dieses Heiligtum von Bet- El lag im Gebiet des Stammes Efraim. Deshalb spricht der Prophet im Namen Jahwes diese Worte:

„So spricht der Herr: Weinend kommen sie und tröstend geleite ich sie. Ich führe sie an Wasser führende Bäche, auf einen Weg, wo sie nicht straucheln,. Denn ich bin Israels Vater und Efraim ist mein erstgeborener Sohn.“

Diese Worte sind vor allem allegorisch gesprochen und entsprechend zu deuten Mit Efraim wurden die Nordstämme verstanden, die sich von Juda, dem Südreich, abgespalten hatten und nicht mehr nach Jerusalem zum Tempel, dem Zion, gepilgert waren.

Daher bezeichnet sich Gott als der Vater Israels und Efraim, das größere Nordreich, als den erstgeborenen Sohn. Damit weist der Prophet auch auf die Einheit des Volkes Israels hin, das sich aus irdischen Machtgründen geteilt hatte. Der Hinweis auf die „wasserführenden Bäche“ ist auf das Leben bezogen, denn so wie ohne Wasser kein menschliches Leben möglich ist, so ist auch kein wirklich gelungenes Leben ohne das Wort Gottes möglich. Aber auch der Weg ohne zu straucheln ist ohne die Einhaltung der Gebote und Weisungen Gottes nicht möglich. Wer also meint ein Leben ohne Gott und dessen Gebote führen zu können, wird auf seinem Weg straucheln. Das ganze Alte Testament weist immer wieder auf die Frevler hin, die glauben ohne die Einhaltung der Gottesgebote ihr irdisches Leben führen zu können, die aber letztendlich doch scheitern. Ja, diese Frevler haben oft lange „gute“ Zeiten mit viel Erfolg, der in manchen Fällen oft sogar irdischen Reichtum verschafft, aber sie sind auch wie die Blumen, die nach ihrer Zeit vergehen. Spätestens nach dem irdischen Ableben stehen sie vor der Gerechtigkeit Gottes, sofern sie nicht schon vorher negative Konsequenzen in ihrem Leben eintreten, die sie sich selbst zuzuschreiben haben. Diesbezüglich kenne ich aus meiner Tätigkeit sogar einige entsprechende Lebensgeschichten.

Das Evangelium dieses Sonntags berichtet von der Heilung des blinden Bartimäus durch Jesus.

„Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn David, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinen Weg.“

Sind wir nicht alle oft wie der blinde Bartimäus, die sich auf dem Weg des Lebens in Blindheit befinden? Oder befinden wir uns schon ohne Blindheit in der Nachfolge, nachdem wir d i e Entscheidung für Jesus getroffen haben??

Jeder von uns war und wird immer wieder so blind sein, auch wenn er schon die Entscheidung für Jesus getroffen hat. Auch dann wird es trotzdem immer wieder Momente in unserem Leben geben, wo wir dem blinden Bartimäus gleichen.

Was folgt daraus? Unser Ruf: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ darf nie erlöschen. Daher müssen wir immer für diesen Ruf bereit sein, ja, er muss daher immer wieder erfolgen. In den Ostkirchen gibt es bei den Mönchen das immerwährende Jesusgebet: „Jesus, erbarme dich meiner!“ Diese Mönche können uns darin ein Vorbild sein. Auch wir können dieses Jesusgebet täglich mehrmals sprechen, ja wir können es auch versuchen diesen Ruf wie „immerwährend“ zu beten. Es gibt dazu viele Möglichkeiten in unserem täglichen Leben, wie zBspl. wenn wir mit der U-Bahn/S-Bahn oder Straßenbahn fahren bis wir aussteigen müssen oder wenn wir irgendwo warten bis wir aufgerufen werden. Dies sind nur zwei der vielen Möglichkeiten im Leben, die wir nützen können. Außerdem gibt es neben diesen zwei aufgezählten Möglichkeiten noch viele weitere Möglichkeiten in denen wir still beten könnten.

„Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinen Weg.“


Auch jeder von uns wird, wie Bartimäus, eine Antwort von Jesus aus unseren Ruf „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ erhalten. Die Voraussetzung dazu ist jedoch immer, dass wir ein offenes Herz, einen tiefen Glauben und volles Vertrauen zu Jesus und seinen Vater haben müssen, damit wir die oft leise Antwort Jesu auch hören und verstehen können. Diese Antwort Jesu kann aber auch nicht unseren gewünschten Vorstellungen entsprechen, denn unsere oft mit Gebeten vorgebrachten Wünsche können dem nicht entsprechen, was für unser Leben das Beste ist und ER wird nie Wünsche erfüllen, die den wirklichen Interessen unseres Lebens zuwider laufen. Denn für IHN ist immer wichtig, ja seine Aufgabe, die ER vom Vater erhalten hat, uns so zu führen, dass wir das Ziel unseres Lebens, das Ewige Leben bei Gott erreichen. Und hören wir die Stimme Jesu nicht, so wird sie für uns in den Worten der Heiligen Schrift hörbar, die wir immer zu Rate ziehen können, dürfen, ja sollen. Daher werden wir auch ohne eine direkte Antwort von Jesu immer wieder sehend, wenn wir uns an die Gebote Gottes halten und entsprechend handeln. Wenn Jesus als zweites höchstes Gebot, neben der Gottesliebe, auch gesagt hat: „Liebe deine Nächsten wie dich selbst“, (Mk 12,28 ), so müssen wir immer wieder dabei darauf achten, dass wir nicht eines der Gebote des Dekalogs unter dem Mantel der Nächstenliebe missachten. Eine falsche Anwendung der Nächstenliebe wäre es einen Sünder nicht auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen und ihn in der Sünde zu belassen. Ein derartiges Verhalten wäre nicht Nächstenliebe sondern Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten, denn Jesus hat ja eindeutig gesagt: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht“ (Mt 18,15). Wer also ein Fehlverhalten, eine Sünde, mit einem Hinweis auf die Nächstenliebe rechtfertigen will, geht eindeutig den falschen Weg. Ebenso wie heute oft der Begriff „Nächstenliebe“ falsch verstanden wird, gilt das Gleiche für den Begriff „Barmherzigkeit“. Es ist keine Barmherzigkeit die Sünde des anderen Menschen zu akzeptieren oder sogar gutzuheißen, sondern es ist mangelnde Nächstenliebe ihn nicht vom Weg des Verderbens abzubringen.

Leider gibt es sowohl katholische als auch evangelische Theologen, die sogar mit Purzelbäumen die Worte der Heiligen Schrift verändern, anpassen oder zeitgemäß „machen“ wollen um „Barmherzigkeit“ für die Sünde zu fordern. Diese Irrlehrer werden sich einmal für alle jene auch vor Gott verantworten müssen, die sie auf den falschen Weg der Sünde geführt haben. Ein typischer Fall ist die Sünde der Praktizierung von Homosexualität, Dass bis auf einzelne Ordinierten die lutherischen Pastoren Segnungen von Homo-Paare vornehmen ist bekannt und damit werden die Worte Gottes aus dem Leviticus Buch pervertiert so wie es diese Sünde ist. Die Worte Gottes sind eindeutig „Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft.“ (Lev 18,22). Und wenn noch so viele Theologenihre ihre theologische Purzelbäume in der Auslegung machen wollen, die Worte sind so eindeutig, dass nur ein charakterloser Irrlehrer mit seinen „Argumenten“ kommen kann indem behauptet wird, dass die Bibel Homopraktiken nicht verurteilt, es ist nur die Gewaltanwendung verboten. Nur im ganzen Leviticus ist von Gewaltanwendung diesbezüglich kein einziges Wort im Originaltext vorhanden. Gott wird nie Sünder und ihre praktizierte Sünde wirklich segnen, denn Jesus hat an vielen Stellen des Neuen Testaments in seiner Lehre festgestellt, dass sich der Mensch durch die Sünde das Verderben „anzüchtet“, indem er nicht durch fas enge Tor ins Ewige Leben eingehen kann, denn die wirkliche Barmherzigkeit, die Jesus gelehrt hat, war immer verbunden mit der Umkehr, Abkehr und Unterlassung der Sünde. „Geh hin und sündige nicht mehr“ sagte er zu den vielen Sünder, die er geheilt hatte. Ein Satz Jesu, den die falschen „Barmherzigkeitsfanatiker“, diese realen Irrlehrer, immer bewusst unterdrücken, weil er nicht in ihr Konzept der Anerkennung der Sünden passt, dem diese huldigen.

In diesem Zusammenhang ist die folgende Aussage von Dietrich Bonhoeffer, des 1945 hingerichteten evangelischen Theologen, hinsichtlich Nächstenliebe und Barmherzigkeit sehr wichtig, weil sie diese Sachlage auf den Punkt bringt: „Nichts kann grausamer sein als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“ Bonhoeffer war ein Pastor der Bekennenden lutherischen Kirche, die voll im Wort Gottes stand. Auch heute wird Bonhoeffer von viele Pastoren, die dem Zeitgeist nachhecheln, abgelehnt, wie ich aus der ökumenischen KH-Seelsorge, der ich fast zwei Jahrzehnte angehörte, weiß.

Daher müssen jeder von uns beachten: Nur wenn wir Seinen Weg mit offenen Augen und Herzen gehen, dann befinden wir uns auch auf dem Weg des Bartimäus, in dem es im Evangelium heißt: „Er folgte Jesus auf seinen Weg.“

Herr Jesus Christus, mache mich immer sehend, dass ich den richtigen Weg in meinem Leben nach den Geboten und Anweisungen Gottes beschreite. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 29. Oktober 2015, 15:59

Allerheiligen

1. Lesung: Offb 7,2-4.9-14
2. Lesung. 1 Joh 3,1-3
Evangelium: Mt 5,1-12a

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die erste Lesung an diesem Hochfest, das die Feier des 31. Sonntags im Jahreskreis verdrängt, wurde der Offenbarung des Johannes, der Apokalypse, entnommen und der Abschnitt hat die Überschrift „Die Bezeichnung der Knechte Gottes“.

„Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israel. Danach sah ich eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen, niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern mit Palmzweigen vor dem Thron….“

Diese Stelle aus der Offenbarung wird sehr oft falsch interpretiert, missdeutet oder sogar bewusst falsch gelehrt. Es betrifft die Zahl 144.000 (Hundertvierundvierzigtausend). Die Zahl Tausend ist die Zahl der Fülle von 12 mal 12.000. Eine Sekte, die behauptet christlich zu sein, erklärt diese Zahl ist jene, die beim Gericht gerettet werden und jeder sollte schauen, dass er zu dieser Menge gehört. In einer Diskussion habe ich vor Jahren erklärt, dass die Sekte ihre Behauptung „christlich“ zu sein schnell streichen sollte, denn im Zuge der zwei Jahrtausende ist die Zahl 144.000 längst voll und jeder, der jetzt als Angehöriger dieser Sekte zu dieser Zahl gehören möchte, würde einen anderen hinausdrängen und das entspricht nicht der christlichen Nächstenliebe sondern reinem Egoismus. Außerdem wird von dieser Sekte die Text-Fortsetzung von der großen Schar aus allen Völkern, Nationen, Sprachen und Stämmen bewusst negiert.

Wie so oft, wenn man die Bibel, vor allem die darin enthaltenen Zahlenangaben, wörtlich nimmt und den dazu notwendigen Kontext nicht beachtet, begibt man sich auf den Irrweg. Die Apokalypse ist eine Vision des Johannes, die aus Bildern, Symbolen und Allegorien besteht wobei außerdem die Entstehungszeit auch zu berücksichtigen ist. Denn die Entstehungszeit ist jene wo das junge Christentum in Kollision mit dem römischen Gottkaiserkult kam.

Der Prophet will nicht den Gang der Welt- und Kirchengeschichte voraussagen sondern vor allem in den Bildern und Allegorien das Schicksal der Kirche und der ungläubigen Menschheit verkünden und letztendlich das Zeugnis für den Sieg Christi und seiner Getreuen sowie von der Herrschaft Gottes geben.

Was uns die Apokalypse wirklich sagt, ist, dass es in der Vergangenheit, in der Gegenwart und auch in der Zukunft Bedrängnis und Drangsale für die Kirche und die Christen gegeben hat und geben wird, aber jeder, der nach den Geboten und Anweisungen Gottes lebt und treu zu Gott steht, gerettet werden wird. Die Zahl der Hundertvierundvierzigtausend bedeutet also nichts anderes als „alle“, die im Gericht für würdig befunden werden. Dass ist unsere christliche Hoffnung aus der wir leben.

Ähnlich drückt diese Hoffnung die zweite Lesung aus dem Ersten Johannesbrief aus: „Wir heißen Kinder Gottes und sind es. …. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie Er heilig ist.“

Ja, jeder Mensch ist zwar ein Kind Gottes,, aber nur für Christen besteht die Hoffnung, dass wir Ihm einmal ähnlich sein werden, nämlich dann wenn sich der Christ heiligt. Und diese Heiligung ist nichts anderes als die bewusste Sünde meiden und dafür eintreten, dass auch mein Nächster nicht auf dem Weg der Sünde geht bzw. diesen vom Weg der Sünde zurückholen und ihn zur Umkehr anleiten.

Die Bergpredigt ist das Evangelium von Allerheiligen. Und die Bergpredigt ist wahrscheinlich jene Stelle des Neuen Testamentes, die am bekanntesten und wohl auch am öftesten zitiert wird, vor allem von jenen, die gerne biblische Aussagen verkürzen.

Wer sich mit der Bergpredigt wirklich beschäftigt wird feststellen, dass eine unvoreingenommene Betrachtung dieses Textes faktisch unmöglich ist, denn es spielen die persönlichen Lebensansichten immer hinein. Ein Tiefgläubiger wird daher die Bergpredigt immer anders sehen als einer, der sich nur gesellschaftspolitisch oder im Wirtschaftsleben engagiert oder sogar ungläubig ist.

Denn gerade bei der Bergpredigt sind die persönlichen Lebensumstände und auch die Lebenserfahrungen „wirksam“, denn kein anderer Evangelien-Text wird sich so in unserem Leben so in Erinnerung bringen. Dabei weichen wir aber einer wesentlichen Frage aus, die sich daraus ergibt, wenn wir uns nur daran messen wollen, ob die Bergpredigt „praktikabel“ ist.

Die wesentliche Frage, die sich aus der Bergpredigt ergibt ist: „Glaube ich, der einzelne Mensch, dass Gottes Wille in der Bergpredigt verkündet wird?“ und in der Folge „Glaube ich, der einzelne Mensch, was Gott will? Mache ich mir Gottes Willen zu eigen – ja oder nein?“

Und wenn wir als schwache Menschen feststellen: „Ich kann es nicht glauben, dass ich diesem göttlichen Willen gerecht werden kann!“ dann sind wir beim wesentlichen Thema, der alle Evangelien durchzieht – nämlich der Kleingläubigkeit.

Daher stellt sich schlussendlich auch die Frage: „Gibt es einen Weg, auf dem ich über meine Kleingläubigkeit hinausfinden kann? Und wenn ja, möchte ich diesen Wege auch tatsächlich beschreiten?“

Vielleicht hilft dabei auch Psalm 1 mit seinen Versen 1-3, die da lauten:
„Selig der Mensch, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern seine Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. / Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. / Alles was er tut, wird ihm gut gelingen.“

Und unter diesem Blickwinkel sind die Seligpreisungen zu betrachten, wobei ich drei herausgreifen will.

„Selig die arm sind vor Gott, denn ihrer ist das Himmelreich“
Nicht wer materiell arm ist, wird das Himmelreich erben, sondern wer innerlich nicht mehr an seinem Besitz bzw. Reichtum oder seiner Macht hängt. Diese Seligpreisung könnte auch so lauten: „Selig, wer es fertig bringt, alles loszulassen.“

„Selig die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden.“
Nicht die materiell Hungernden und Dürstenden werden gesättigt, sondern diejenigen, die nach der Gerechtigkeit Gottes verlangen. Und die Gerechtigkeit Gottes ergibt sich daraus, ob ich versuche, in meinem Leben die Gebote Gottes einzuhalten und vor allem bewusst keine Sünde zu begehen. Wichtig ist dabei, ob ich eine Sünde bewusst, also im vollen Bewusstsein, dass es eine Sünde ist, begehe oder nicht. Ein Diebstahl, ein Ehebruch, eine Lüge oder Lästerung Gottes wird vermutlich immer bewusst begangen während ein Totschlag im Affekt keine bewusste Sünde sein wird. Diese Seligpreisung könnte auch so lauten: „Selig die nach der Gerechtigkeit Gottes verlangen!“

Hier wird deutlich ausgesprochen, dass nur der selig ist, der wegen der Einhaltung von Jesu bzw. Gottes Willen, d. h. jener, „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werden.“
der also Gottes Gebote und Anweisungen in der Öffentlichkeit, auch gegen den Zeitgeist, vertritt, und deshalb angefeindet, beschimpft, verfolgt oder verleumdet wird. Und diese Seligpreisung könnte so lauten: „Selig ist der, dem es nicht genügt Christ zu heißen, sondern der wirklich Jesu in Wort und Tat in der Öffentlichkeit nachfolgt und deswegen verfolgt wird.“

Wenn wir also die Bergpredigt betrachten, sollten wir daher über unsere eigenen Lebensumstände immer hinaussehen und entsprechend handeln.

Herr Jesus Christus, am heutigen Hochfest gedenken wir aller Heiligen, die Deinem Willen im Leben gefolgt sind und somit die Krone des Ewigen Lebens erreicht haben. Gib uns immer die Kraft, dass wir auch diesen Weg gehen können. Das bitten wir, durch Christus, unseren Herrn.


Amen.
Preis den Herrn!