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Antworten im Thema: 128 » Der letzte Beitrag (17. November 2016, 16:03) ist von diaconus.

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diaconus

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21

Donnerstag, 26. März 2015, 15:51

Palmsonntag

Feier des Einzugs: Mk 11,1-10 oder Joh 12,12-16
Messe:
1. Lesung: Jes 50,4-7
2. Lesung Phil 2,6-11
Evangelium. Mk 14-1-15,47 (Leidensgeschichte) oder Kurzfassung: Mk 15,1-39

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja ist dem Dritten Gottesknechlied entnommen und weist auf die Aufgabe des Gottesknechtes hin, die das Hören und Verkünden des Gotteswortes umfasst und die dieser als Prophet an das Volk weitergibt.

„Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort.“

Und dass diese Worte Gottes von jenen „Müden“ nicht gerne gehört werden, ist klar. Denn mit dem Begriff der Müden sind auch in der heutigen Zeit sind jene Fernstehenden und Lauen gemeint, die nicht nach den Geboten Gottes leben und dabei zwar behaupten, dass sie glauben,. aber sich in Wirklichkeit ihren Glauben nach ihrem Sinn zurechtzimmern wie es ihnen passt, auch wenn so manches davon im Widerspruch zu den Weisungen Gottes in der Bibel steht.

Johannes hat es in seinem Sendschreiben an die Gemeinde von Ladiozäa so ausgedrückt: „Ich kenne deine Werke. Du bist weder kalt noch heiß. Wärest du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien!“ (Off 3,14).

Wobei die Worte „kalt oder heiß“ synonym für jene Entscheidung steht, die Gott von jedem Menschen fordert und ob sich der Mensch für ein Leben mit Gott entscheidet und damit die Gebote und Anweisungen Gottes hält.

Dass jene, die Gottes Worte verkünden Probleme mit ihren Mitmenschen bekommen werden, so sagte schon damals der Prophet wenn er verkündet: „Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht, vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen, darum werde ich nicht in Schande enden.“

Diese Propheten-Worte trafen auf Jesus, den Gottessohn zu, der dies alles erleiden musste wie es auch in Seiner Leidensgeschichte im Evangelium überliefert ist. Und dieser Verfolgung muss auch in der heutigen Zeit jeder Jünger Christi, der IHM ohne Wenn und Aber nachfolgt und SEINE Lehre unverfälscht und unverkürzt verkündet, gewärtig sein, hat doch der Herr selbst gesagt: „Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen.“ (Joh 15,20). Nur sind heute die Methoden der Verfolgung diffiziler als damals, aber diese können jederzeit in Gewalttaten umkippen wie es in jenen Ländern ist wo Christen um Leib und Leben bangen müssen. Allein der Antifa-Aufruf vor längerer Zeit in Freiburg für brennende Kirchen in Deutschland, der keine strafrechtlichen Konsequenzen hatte, ist ein solcher, der Gewalttaten fordert. Und das haben wir ja schon vor rd. 80 Jahren erlebt, zuerst brannten Gottesdienststätten (Synagogen) und dann wurden Millionen Menschen ermordet. Also müssen wir Christen diesbezüglich sehr wachsam sein.

Aus dem Philipper-Brief des Apostels Paulus ist die zweite, die neutestamentliche, Lesung. Es ist ein urchristlicher Hymnus, der den Weg Christi von seinem vorzeitlichen Sein über die Menschwerdung bis zum All- Herrscher beschreibt.

„Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen.“

Damit wurde die Gemeinde in Philippi von Paulus erinnert, dass das Leben Jesu Christi den Christen ein Vorbild in Bezug auf den Gehorsam und des Dienens sein sollte.

Erfolgt vor der Heiligen Messe eine Palmprozession so wird mit dieser an den Einzug Jesus In Jerusalem erinnert und es wird entweder der entsprechende Abschnitt aus dem Markus- oder aus dem Johannes-.Evangelium verkündet, die zwar nicht wortgleich aber sinnesgleich dasselbe beschreiben.

Jesus sitzt bei seinem Einzug in Jerusalem auf einem Esel, wie es der Prophet Sacharja (9,9) verkündet hat, den der König (Messias) kommt auf einem Esel, weil er demütig ist, denn das Pferd war das Zeichen des Kriegers und der Weltherrscher. Und damit wird auch auf das besondere Königtum Jesu hingewiesen, das nicht von dieser Welt ist und daher nicht des Zeichens eines Weltherrschers bedarf.

„Die Leute die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: „Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe!“

Hosanna bedeutete ursprünglich „Bring doch Hilfe!“ und wurde später eine liturgische Formel beim Tempeldienst und verlor den ursprünglichen Sinn seiner Bedeutung. Aber für uns Christen hat das „Hosanna“ seine ursprüngliche Bedeutung beibehalten, denn wenn wir es im Sanctus der Messe beten: „Hosanna in der Höhe“ rufen wir damit zu Gott, dass er uns Hilfe bringt.

In der Messe wird die Leidensgeschichte nach Markus verkündet und hier wird deutlich, dass jene Menschen, die wenige Tage zuvor Jesus mit „Hosanna“ empfingen, dann „Ans Kreuz“ riefen.

Das wäre doch heute unvorstellbar? Oder doch nicht?

Einen Vorgeschmack von dieser Haltung haben wir im Pontifikat Benedikt XVI. erlebt. Bei der Wahl Joseph Ratzinger zum Papst, Benedikt XVI., war in den Medien die Schlagzeile „Wir sind Papst.“ Eine derart überhebliche und manipulierte Schlagzeile als wenn das gesamte deutsche Volk Papst geworden wäre und nicht ein bestimmter deutscher Kardinal zum Papst gewählt worden ist.

Und dann die laufende Kritik an diesem, weil dieser als Papst an die Worte der Bibel und die Lehre der Kirche erinnert und nicht den zeitgeistigen Vorgaben der Medien und der Welt entsprach. Und in dieser Haltung sind sich vollkommen einig die Medien, die Politiker und jene Theologen, die seit Jahren nicht mehr die unverfälschte und unverkürzte Offenbarung sowie die wahre Lehre der Kirche verkünden oder auch selbsternannte Glaubenshüter unter den Katholiken, die ebenfalls nicht mehr die gesunde, wahre und reine Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) vertreten und alle diese operierten mit unwahren, manipulierten Aussagen gegen den Stellvertreter Jesu auf Erden her. Hier werden oft kirchliche Aussagen und Handlungen mit politischen Agenden vermischt, weil es damit eine Möglichkeit gibt, die katholische Kirche mit ihren klaren Aussagen zur Moral, zur Abtreibung, zur Euthanasie, zu Aids, zur Homo-Ehe usw. zu diffamieren. Auch beim jetzigen Papst Franziskus überschlagen sich die Medien und modernistischen Menschen superpositiv mit seinen Aussagen, Wie werden diese reagieren, wenn er tatsächlich für die unveränderbare Bibel und grundsätzliche Lehre der Kirche eintreten sollte? Dann wird die Meinung ziemlich sicher kippen.

Wie würde es Jesus ergehen, wenn er heute kommen würde? Die Menschen würden ihm zujubeln, wie sie es heute schon laufend gegenüber den falschen Heilsbringern, Irrlehrern, Esoterikern usw. tun. Und in dem Moment, wenn Jesu den Menschen einen Spiegel über ihre Gottlosigkeit, den Relativismus, der sich auch unter Christen breitgemacht hat, zu ihrer Haltung zu Abtreibung, Homo-Ehe, Materialismus usw. vor das Gesicht halten würde, würden jene, die seinen Stellvertreter auf Erden bei jeder Äußerung, die ihnen nicht passt, immer heftig angreifen, natürlich in zeitgemäßer Form auch schreien „Ans Kreuz mit ihm!“ und Jesus kreuzigen.

Nur wenn wir zur wahren, gesunden und reinen Lehre Jesu, wie sie in der Offenbarung (AT – NT) ist und der ständigen Lehre SEINER Kirche ohne Wenn und Aber stehen, nur dann werden wir den Verheißungen Jesu teilhaftig und das Ewige Leben im Reich Gottes gewinnen..

Amen.
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22

Mittwoch, 1. April 2015, 15:24

Gründonnerstag
Messe vom Letzten Abendmahl

1. Lesung: Ex 12,1-8,11-14
2. Lesung 1 Kor 11,23-26
Evangelium Joh 13,1-15

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Die Lesungen und das Evangelium in dieser Messe sind wirklich aufeinander bezogen bzw. abgestimmt, was oft in den Lesungen anderer Messen nicht der Fall ist.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Exodus betrifft das Pascha-Mahl und die Anordnungen Gottes dazu, dass die Israeliten vor den Auszug aus Ägypten gefeiert hatten. Und Gott gab den Israeliten die Verpflichtung mit diesen Tag jährlich zu feiern.

„Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel.“

Und die Israeliten, die Juden, hielten diesen Auftrag Gottes durch die ganzen Jahrhunderte und dies bis zum heutigen Tag.

Auch Jesus hat dieses Paschamahl mit seinen Aposteln gefeiert. Und so feiern wir Christen auch diese Erinnerung, wenn auch mit einem anderen theologischen Hintergrund.

Für uns Christen ist das Paschamahl, das Jesus mit seinen Aposteln gefeiert hat, die Einsetzung des Sakraments der Eucharistie, des Leibes und Blutes Christi, in der uns der Leib und das Blut Christi gereicht wird und in der wir verbindlich glauben, dass Jesus darin wirklich enthalten ist (Realpräsenz) und ER zu uns kommt und unsere Seelen stärkt.

Daher dürfen wir die Kommunion ohne Beichte nur dann empfangen wenn wir keine schweren Sünden begangen haben. Der Apostel Paulus warnt uns vor einer unwürdigen Kommunion indem er schreibt: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn:“ (1 Kor 11,27) und „Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gereicht zu, indem er isst und trinkt.“ (V 29).

Wird der Vers 29 aus dem 11. Kapitel des 1. Korintherbrief richtig bedacht, so ist die Verkündigung, die heute in den meisten Fällen des Erstkommunionunterrichtes und in der die Rede vom „Heiligen Brot“ ist, nicht nur falsch sondern sogar gefährlich für das Seelenheil jener, die so unterrichtet werden. Denn hier wird der Leib Christi zum Brot herabgewürdigt. Die Erklärung, dass die Kinder „Leib Christi“ nicht verstehen könnten ist ein ausgesprochener Nonsens, denn zig Generationen von Kindern haben es verstanden, dass es der Leib Christi ist und jetzt in den letzten drei, vier Jahrzehnten sollen die Kindere debiler geworden sein? Der wahre Grund dafür ist wohl, dass die modernistische Theologie den Mahlcharakter in den Vordergrund stellen und das Geheimnis der Eucharistie profanieren wollte. Und auch das ist einer der Gründe, der zum Glaubensverlust geführt hat.

In der neutestamentlichen Lesung aus dem Ersten Korintherrief werden die Einsetzungsworte der Eucharistie verkündet, wobei der Apostel Paulus darauf hinweist, dass auch er diese Worte empfangen habe: „Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe.“

Mit diesen Worten weist der Apostel Paulus daraufhin, dass die mündliche Überlieferung über die Geschehnisse mehrere Jahrzehnte gut funktioniert hat, bis die schriftlichen Aufzeichnungen der Evangelien erfolgt ist. Denn der Apostel Paulus war kein unmittelbarer Zeuge der Geschehnisse um Jesus und der Erste Korintherbrief wurde um 51 – 53 nChr. geschrieben.

Während die synoptischen Evangelien das Paschamahl in den Mittelpunkt stellen, stellt Johannes in seinem Evangelium die Fußwaschung in den Vordergrund. Johannes berichtet davon nur kurz im Vers 2 des Kapitels. „Es fand ein Mahl statt.“ Diese kurze Bemerkung über das Mahl genügte dem Johannes denn er durfte die Kenntnis der anderen Evangelien mit der genauen Beschreibung des Paschamahles und der Einsetzung der Eucharistie bei den Gläubigen voraussetzen.

Und so stellt Johannes die Fußwaschung in den Mittelpunkt seines Evangeliums vor dem Leiden Jesu. Die wesentlichsten Worte sind dabei:

„Wenn ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“

Allen Gästen eines Hauses wurden bei ihrem Eintreffen entweder von den Haussklaven oder der Frau des Hauses die Füße gewaschen.

Dass Jesus so an den Aposteln gehandelt hat, beinhaltet jedoch auch eine wesentlich wichtigere Deutung seines Handelns. ER verweist damit schon auf Seine Selbsthingabe und dass ER sein Leben und Handeln für die Menschen als „Sklavendienst“ verstanden hat, dass er sein Leben als ein Leben für andere betrachtete Das ist die erste Deutungsdimension der Fußwaschung.

Aber noch eine zweite wichtige Deutung ist darin enthalten. Jesus wollte mit seinem Tun bei der Fußwaschung den Jüngern ein besonderes Zeichen geben, das das Verhältnis der Jünger zueinander betraf. Dies wird im zweiten Satz des zitierten Verses in den Worten „damit ihr auch so handelt, wie ich an euch“ deutlich.

Es ist die Aufforderung, dass auch Christen untereinander so handeln sollen wie Jesus an seinen Aposteln. Christen sollen einander helfen, einander dienen, wenn es nötig ist. Damit ist die zweite Deutungsdimension der Fußwaschung angesprochen.

Herr Jesus Christus, du hast uns in der Fußwaschung ein wichtiges Zeichen für unser Handeln als Christen gegeben. Hilf uns immer, dass wir deinen Vorbild gerecht werden. Dir sei Lob und Preis, der du mit Gott, dem Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes lebst und herrschst in Ewigkeit,

Amen.
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23

Donnerstag, 2. April 2015, 16:31

Karfreitag

1 Lesung: Jes 52,13-53,12
2. Lesung: Hebr 4,14-16; 5,7-9
Evangelium: Joh 18,1-19,42

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die Bibeltexte sind sehr zurückhaltend in der Schilderung der Leiden, Qualen und der Kreuzigung Jesu.

Dem vor Jahren gezeigte Film „Die Passion“ wurde der Vorwurf gemacht, er sei blutrünstig. Dazu muss gesagt werden, dass was in diesem Film gezeigt wurde, entsprach genau dem, was damals passierte. Sowohl der römische Dichterphilosoph Seneca, der Jüngere, als auch der jüdische Geschichtsschreiber Josephus Flavius haben in ihren Schriften Schilderungen von Kreuzigungen festgehalten, die den im Film gezeigten Qualen gleich sind.

Denn schon im 4. Gottesknechtlied des Propheten Jesaja (Kap. 53), also ca. 750 Jahre vor dem Tod Jesu, werden dem kommenden Messias Leiden zugesagt.

Im Vers 5 ff. heißt es: „Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unser Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen.“

„Es ist vollbracht!“ Und er neigte sein Haupt und gab seinen Geist auf -- Mit diesen Worten stirbt Jesus am Kreuz.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was diese Worte bedeuten? Was bedeuten diese Worte?

Vollbracht – vollbringen. Diese Worte werden dann verwendet, wenn der Mensch eine Aufgabe, einen Auftrag oder Abschnitt seines Lebens beendet hat, von dem er weiß, dass dieser sehr wichtig war.

Jesus hat seinen Auftrag, den er vom Vater erhalten hat, im Gehorsam erfüllt. „Er ward gehorsam bis zu Tod, bis zum Tod am Kreuze!“ (Phil 2,8 ) Für diesen Auftrag ist ER, das Wort Gottes, in die Welt gekommen, ist ER Mensch geworden. „Und das Wort ist Fleisch geworden“ – so schreibt der Apostel Johannes im Prolog seines Evangeliums.

Und was war der Auftrag Jesu? Das Reich Gottes auf Erden zu verkünden und zu beginnen, die Menschen von der Liebe des Vaters zu überzeugen, sie zur Umkehr von den Sünden zu bewegen und letztendlich unsere Sünden auf sich zu nehmen und auf das Kreuz von Golgota zu tragen, und uns durch sein Blut mit dem Vater zu versöhnen.

Aber auch auf die Konsequenzen für jene hinzuweisen, die ihren eigenen Weg gehen und Jesu nicht nachfolgen.

In der heutigen Zeit hört man von Menschen immer wieder oft das Argument: „Wie kann ein liebender Vater seinem Sohn ein solches Los zumuten?“ Aber dieses Argument kommt nicht aus einem persönlichen Mitgefühl, sondern es ist eines jener Argumente um Gott und den Glauben an IHN abzulehnen. Es ist also ein Argument der atheistischen Einstellung. Und verwendet dieses Argument ein „Christ“ so beweist er, dass er ein „getaufter Heide“ ist wie Papst Benedikt vor einigen Jahren festgestellt hat, denn ein solcher „Christ“ weist faktisch den wesentlichen Grundinhalt des christliche Glaubens und die damit verbundene Lehre wie ein Heide zurück.

Diese Menschen vergessen nur eines und denken dabei ausgesprochen weltlich egoistisch: Wie viele Mütter und Väter haben schon ihr Leben für ihre Kinder eingesetzt und dabei auch verloren, um ihr Kind von einem Unfall zu retten oder bei einer Krankheit eine Besserung oder Heilung zu ermöglichen.

Und Gott, dessen Liebe zu den Menschen unendlich größer ist als die Liebe von Eltern zu den Kindern oder zu den Menschen untereinander, der sollte nicht so handeln?

Johannes sagt es im Evangelium noch deutlicher: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab!“ (Joh 3,16).

Das Leiden und der Kreuzestod am Karfreitag, und die Auferstehung am Ostermorgen gehören unweigerlich zusammen und sind daher das Zentrum unseres Glaubens. Ohne Karfreitag, keine Auferstehung am Ostermorgen, keine Sündenvergebung, keine Himmelfahrt, keine Wiederkunft des Herrn und kein ewiges Leben bei Gott.

Jesus hat also sein Leben für uns Menschen hingegeben, um uns zu retten und zum Vater ins ewige Leben zu führen.

Für jene, die an den genannten Glaubenswahrheiten irgendwelche Zweifel haben, sollten in diesen österlichen Tagen den Heiligen Geist Gottes bitten, dass er ihnen die Glaubenszweifel nimmt und sie auf den richtigen Weg der Verheißungen Gottes führt. Das heißt, dass diese Heiden die Glaubenswahrheiten ohne Wenn und Aber annehmen und wirklich zu Christen werden und auch für sie die Verheißungen Gottes gelten.

Amen.
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24

Samstag, 4. April 2015, 11:52

Ostersonntag
Am Ostertag

1. Lesung: Apg 10,34a.37-43
2. Lesung: Kol 1,3-4 oder 1 Kor 5,6b--8
Evangelium: Joh 20,1-18 oder Kurzfassung Joh 20,1-9 oder Mk 16,1-7

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Zuerst: Gesegnete Ostern! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!

Auch die Apostelgeschichte hat mit der Auferstehung zu tun. Petrus wird von einem Boten des Hauptmanns Kornelius aus Joppe nach Cäsarea geholt und wird von diesem und dessen Verwandten und Freunden schon erwartet. Vor diesen Menschen predigt Petrus über die Geschehnisse um Jesus, wobei die wichtigsten Sätze wohl diese sind:.

„Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem gesamten Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen, uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von Toten gegessen und getrunken haben“ und „Von ihm bezeugen alle Propheten, dass jeder, der an ihn glaubt, durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.“

Nicht mehr verkündet wird in der Lesung der Apostelgeschichte, dass auf die Zuhörer der Heilige Geist herabgekommen ist und Petrus an die mit ihm gekommenen Brüder die Anordnung gibt diese zu taufen. Und diese Taufe ist auch eine Auferstehung, nämlich, dass der Mensch mit Gott verbunden wird, damit den Auftrag erhält ein gottgefälliges Leben zu führen um bei Gott das Ewige Leben nach dem irdischen Tod zu gewinnen.

Beide der Evangelien sowohl jenes von Markus als auch von Johannes, die in der Messe verkündet werden können, berichten zwar vom leeren Grab. Aber jeder der vier Evangelisten schreibt über die Auferstehung Jesu in sehr unterschiedlicher Form. Während Johannes und Markus, wie bereits erwähnt, das leere Grab in den Vordergrund stellen, ist es bei den beiden anderen die Botschaft des Engels und die Begegnung mit Jesus.

Johannes schreibt in seinem Evangelium, dass Maria Magdalena zu Petrus gelaufen kommt, da sie den Stein vom Grab entfernt gesehen hatte. Darauf liefen Petrus und der Jünger, den Jesus liebte, zum Grab. Zuerst kommt der Jünger zum Grab, sah hinein und die Leinenbinden liegen, aber er ging nicht in das Grab. Petrus, der ältere der beiden, kam danach an und ging in das Grab. Dann folgte der Jünger

„Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.“

Der Evangelist Johannes stellte mit diesen zwei Versen des Evangeliums zwei wichtige Fakten in den Mittelpunkt. Zuerst, dass dem Petrus als dem Ersten im Apostelkollegium der Vortritt zum Eintritt in das Grab gelassen wurde, und somit seine Vorrangstellung damit anerkannt wurde sowie dass der Jünger nach dem Betreten des Grabes sofort „sah und glaubte“ ohne dass er die Schrift für die Tatsache der Auferstehung benötigte.

Die Auferstehung ist ein göttliches Wirken, das in die irdische Realität hineinwirkt, auch in der Jetztzeit nicht nur in der biblischen.

Vor Jahren kam mir ein kleiner schriftlicher Bericht in die Hand, dass im jüdischen Friedhof von Wilna sich einige Menschen – Juden – vor den Nazis relativ sicher versteckt und sich Gräber zum Leben hergerichtet hatten. Von einem achtzigjährigen Mann, dem Totengräber des Friedhofes, wurden sie bewacht und behütet. Dieser half einer jungen Frau, die in ein Leichentuch gehüllt war, bei der Geburt ihres Kindes. Als das Kind den ersten Schrei tat, betete der alte Mann: „Großer Gott, hast du uns endlich den Messias gesandt? Denn wer anders als nur der Messias selbst könnte in einem Grab geboren werden?“ Werden Sie auch von dieser Geschichte berührt?

Ist die Auferstehung Jesu nicht auch als eine Geburt, seine zweite, in einem Grab zu betrachten? Die Auferstehung und die spätere Himmelfahrt Jesu ist für uns Christen auch die Verheißung des ewigen Lebens bei Gott, das das Ziel jedes Christen sein sollte.

Aber eine menschliche Auferstehung kann auch hier auf Erden erfolgen. Immer dann wenn ein Mensch in seinem Leben vieles oder alles falsch gemacht hat und dadurch seelisch und geistig tot geworden ist, erlebt er eine Auferstehung für sich, wenn er sich Jesus zuwendet und IHN in die Mitte seines Lebens stellt und damit wieder Vertrauen, Hoffnung und sein Lebensziel in Gott für die Zukunft bekommt.

Im Neuen Testament sind viele solcher Beispiele enthalten und zeigen wie Gottes Tun und sein Handeln an den Menschen ineinandergreifen. Daher kann Auferstehung auch als konkrete Lebenswirklichkeit verstanden werden. Eine Wirklichkeit, die sich auch im menschlichen Leben immer wieder ereignet hat und auch in Zukunft immer ereignen wird, wenn ein Mensch zu Glauben an Jesus kommt und diesem sein Leben übergibt.

Herr Jesus Christus, auferstandener Herr, lass daher immer mein Herz offen sein für dich, damit du, der auferstandene Herr, mir immer begegnen kannst und ich deine Auferstehung auf Erden schon erleben und spüren kann und ich damit eine Vorfreude für die spätere Auferstehung zum ewigen Leben verspüren darf. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
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25

Sonntag, 5. April 2015, 15:34

Ostermontag

1. Lesung: Apg 2,14.22-33
2. Lesung: 1 Kor 15,1-8.11
Evangelium: Lk 24,13-35

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In den Verkündigungen des heutigen Tages werden bereits nachösterliche Geschehnisse berichtet. Die erste Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet von der Pfingstpredigt des Petrus.

„Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde“.

Der Petrus verwies in dieser Rede auch auf die Prophezeiung, die der Prophet Natan dem König David gegeben hat.

„Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“

Aufgrund dieser Predigt des Petrus wurden der bestehenden Jüngergemeinschaft etwa dreitausend Menschen angefügt und getauft. Viele betrachten dieses Pfingstpredigt des Petrus und die Zufügung dieser Vielen an die Jüngergemeinschaft als den eigentlichen Ursprung der Kirche. Und diese Gemeinschaft der Kirche besteht seit damals bis zu heutigen Tag, immer unter der Leitung des Nachfolgers des Petrus, dem Papst.

Und in der Lesung aus dem Ersten Korintherbrief wird eine urchristliche Glaubensformel verkündet, die als Glaubensgut unverfälscht bewahrt bleiben muss.

„Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift und er ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.“

Paulus weist daraufhin, dass er diese Glaubensformel selbst übernommen hat und dass sie das Zentrum des Evangeliums vom Heil ist. Dieser Erste Korintherbrief, geschrieben von Paulus in Ephesus zwischen 53 und 55 nChr, ist ziemlich sicher das älteste schriftliche Zeugnis, das in den Kanon des Neuen Testamentes aufgenommen worden ist. Sicher gab es schon in den Jahren vorher urchristliche schriftliche Zeugnisse, wie zum Beispiel die Redequelle, die dann in den Evangelien „verarbeitet“ worden sind, Dazu kommen noch die mündlichen Überlieferungen, die von Zeitzeugen weitergegeben wurden.

Als Evangelium des Ostermontags ist der Emmausgang aus dem Lukasevangelium.

Zwei Jünger sind am Nachmittag des ersten Tages der Woche von Jerusalem in das 11 km entfernte Emmaus unterwegs. Sie wissen bereits, dass die Frauen am Morgen das Grab leer gefunden hatten. Ein Unbekannter gesellt sich zu ihnen, der über die Ereignisse der letzten Tage nichts zu wissen scheint. Und als sie ihm alles berichtet hatten, sagte er zu ihnen: "Musste dies nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?" Und er erklärt ihnen was in der Schrift darüber steht. Und abends erkannten sie ihn durch das Brotbrechen. Er verschwand vor ihren Augen; sie aber kehrten noch in den Abendstunden nach Jerusalem zurück, wo sie von den versammelten Jüngern erfuhren: „Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen,“

Ist dem Leser dieser Evangelium-Perikope eigentlich bewusst, dass der Emmauusgang auch mit dem eigenen menschlichen Leben verglichen werden kann?

Denn jeder von uns ist auf diesem Weg; von seiner Geburt bis zum Ziel jedes Christen, dem ewigen Leben bei Gott nach dem irdischen Tod. Dazwischen liegt ein Leben, dass mehr oder weniger vom Glauben jedes einzelnen geprägt ist. Jesus ist zwar vielen Menschen kein Unbekannter, aber ihn in seiner Fülle wenigstens teilweise zu erkennen, das bedarf großer persönlicher Anstrengungen im Glauben. Seine ganze Fülle als menschgewordener Gottessohn, seine gesamte große Liebe und Barmherzigkeit werden wir Menschen erst dann begreifen, wenn wir nach unserem irdischen Tod selbst einmal vor ihm stehen werden und auf das ewige Leben hoffen dürfen.

So ist Jesus eigentlich für jeden von uns immer ein großer bekannter Unbekannter.

Ein guter Weg dazu ihn wenigstens bruchstückhaft zu erkennen, ist die Heilige Schrift, sowohl das Alte als auch das Neue Testament. Denn das Neue Testament baut auf dem Alten Testament auf. Ja, in vielen Texten des Neuen Testaments werden Aussagen des Alten Testamentes sogar wörtlich zitiert.

Jesus hat uns aber Hilfen auf unserem Weg im Leben mitgegeben. Es sind dies die Sakramente, die uns das ganze Leben begleiten: Taufe, Firmung, Buße und Versöhnung, Eucharistie, Ehesakrament und die Krankensalbung und für jene, die von IHM in den Dienst genommen werden noch das Weihesakrament.

Jesus hat uns diese Sakramente zum Heil der Gläubigen hinterlassen. Die heilige Mutter Kirche ist nur die Verwalterin und Ausspenderin dieser Geheimnisse.

Sicher die Kirche ist eine "semper reformanda", eine sich immer wieder erneuerbare Kirche. Die Kirche ist aber nicht berechtigt, die in der Hl. Schrift überlieferte (tradierte) Glaubensbasis zu verändern. Eine Veränderung kann daher nur im Einklang mit der Schrift, der Lehre und der Tradition erfolgen. Auch die Aussagen des 2. Vatikanischen Konzils sind unter diesen Aspekten zu betrachten.

Eine Anpassung der Schrift an den sogenannten Zeitgeist wie ihn heute viele Christen leben und auch fordern, ist sicher nicht im Sinne Jesu und daher auch unmöglich. Das ist auch im Neuen Testament nachzulesen. Jesus sagt dazu in den Evangelien: "Wehe der Welt mit ihrer Verführung!" (Mt 18,7) und "Gebt acht, dass euch niemand irreführt!" (Mk 13,5) sowie "Ich bin nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben!" (vgl. Mt 5,17).

So steht jeder von uns immer wieder vor der Entscheidung, welchen Weg er gehen will.

Gehe ich nach Emmaus auf dem Weg in der Nachfolge des Herrn, in seiner Lehre und in der Tradition der Kirche oder mache ich es mir bequem, in dem ich den Weg des Zeitgeistes gehe. Gehe ich mit Jesus den Weg nach Emmaus und nehme ich täglich mein Kreuz auf mich, dann wird er mich ständig begleiten und mich in Emmaus einmal erwarten.

Amen.
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26

Donnerstag, 9. April 2015, 16:10

2. Sonntag der Osterzeit
Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit
Weißer Sonntag

1. Lesung: Apg 2,42-47
2. Lesung: 1 Joh 5,1-6
Evangelium: Joh 20,19-31

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Zuerst zur Erinnerung: Der weiße Sonntag der Sonntag nach dem Ostersonntag, wurde als Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit aufgrund der Offenbarung an Sr. Faustyna Kowalska über Auftrag von Papst Johannes Paul mit dem Dekret der Gottesdienstkongregation „Misericors et miserator“ am 5. Mai 2000 eingeführt.

„Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens.“

Dieser Vers aus der Apostelgeschichte in der ersten Lesung ist bereits ein Hinweis, dass schon zur apostolischen Zeit die tägliche Messfeier zur Erinnerung an Jesus gehalten wurde. Natürlich nicht in der Form wie es wir heute gewohnt sind, sondern in einfachster Form als Gedächtnisfeier für den auferstandenen Herrn durch das „Brotbrechen“.

Der Apostel Johannes verweist in der neutestamentlichen Lesung aus seinem ersten Brief auf einen weiteren Aspekt: „Denn die Liebe zu Gott besteht darin, dass wir seine Gebote halten. Seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott stammt, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube.“

In diesem Johannesbrief wird es noch deutlicher zum Ausdruck gebracht, dass die Liebe zu Gott dadurch zum Ausdruck kommt indem die Sünde gemieden wird. Wer also behauptet, er/sie liebe Gott und den Herrn Jesus, aber bewusst sündigt und dabei dem Nächsten Nachteile oder Leid zufügt, der/die belügt nicht nur sich selbst sondern auch Gott und kann von einer Nachfolge Jesu nicht reden,

Das Evangelium des Weißen Sonntags wird immer als jenes des ungläubigen Thomas bezeichnet. Doch enthält der erste Teil wesentlich Wichtigeres als die Aussage über den ungläubigen Thomas.

Das Wichtigere ist der Sendungsauftrag Jesus an die Apostel. Denn Jesus tritt in die Mitte seiner von Angst erfüllten Jünger und wünscht ihnen als erstes den Frieden. Dann gibt er seinen Jüngern ihre Aufträge, nachdem er sie mit dem Heiligen Geist angehaucht hat. Als erstes gibt er ihnen den Sendungsauftrag „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch". Bei Matthäus lautet diese Stelle: „Darum geht zu allen Völkern, macht sie zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes".(vgl. Mt 28,19).

Und dieser Sendungsauftrag gilt für uns heutige Menschen noch genauso wie vor 2.000 Jahren. Denn jeder, der durch die Taufe mit Christus verbunden ist, ist ein Jünger Christi und als dessen Jünger ist jeder Getaufte beauftragt diese Botschaft zu verkünden und durch sein Leben zu bezeugen.

Wie kann der Mensch als Christ diese frohe Botschaft verkünden und durch sein Leben bezeugen?

Vor allem wenn sich der Mensch an die Gebote Jesu haltet: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" und dabei nicht vergisst, dass Jesus als Hauptgebot auch gesagt hat: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft." (Vgl. Dtn 6,5; Mk 12,30)

Wenn ich diese beiden Hauptgebote in meinem Leben lebe und auch in aller Öffentlichkeit dazu stehe, dann bezeuge ich den anderen Menschen, dass ich ein Jünger Christi bin.

Sicher ist es in der heutigen Zeit nicht einfach sich in aller Öffentlichkeit als Christ zu bezeichnen. Vor allem dann nicht, wenn sich der Mensch noch zusätzlich als Kirchengeher deklariert und vielleicht noch dazu erwähnt, dass er die Lehre und Tradition der Kirche für gut und wichtig halte.

Im letzteren Fall kann es ihm dann sogar passieren, dass er von den eigenen "sogenannten" fortschrittlichen Geschwistern in der Kirche heftiger angegriffen wird als von den sogenannten Fernstehenden, da diese Geschwister der Meinung sind, dass die Lehre der Kirche dem Zeitgeist angepasst werden muss. Wenn jemand als Christ auf die Tradition und Lehre der Kirche baut, muss er daher mit solchen Angriffen von Menschen rechnen, die innerhalb der Kirche leben, diesen Glauben zeitgeistig begreifen bzw. leben und damit dem wahren, reinen und gesunden Glauben mit seiner Lehre nicht folgen.

Dabei ist zu beachten, dass das Festhalten an der Tradition und Lehre der Kirche nicht bedeutet, dass nichts geändert werden dürfte. Aber alles Neue muss immer auf der Frohen Botschaft, der Tradition und der Lehre der Kirche aufbauen und diese nicht herabsetzen oder in Zweifel ziehen.

Schon im 1 Thessaloniker-Brief heißt es: "Prüft alles und behaltet das Gute!". Vor allem wird das Neue nicht fordern, dass die Offenbarung dem Zeitgeist angepasst werden muss, da sie doch Gottes Worte an uns Menschen ist.

Schon die Christen in den Urgemeinden mussten erfahren, dass das Christentum keine Schönwetterreligion ist, in der sich der Mensch an die Umgebung anpasste und damit in Ruhe leben kann. Im Gegenteil, was haben diese Urchristen alles mitgemacht. Aber sie standen fest zu ihrem Glauben, der ihnen von den Aposteln gelehrt worden war, egal was kam.

So wie es diesen Urchristen ergangen ist, geht es uns auch heute. Wir sind als Christen gefordert für unseren Glauben einzutreten, ihn zu bezeugen und dabei in einer Welt zu leben, die sich ein Christentum basteln will, das nicht der frohen Botschaft entspricht und der die Tradition und Lehre lästig ist bzw. wir leben in einer Welt, die von Christus und den Glauben an Gott nichts mehr wissen will.

Ein fester Glaube an Jesus Christus wird dem Christen immer helfen, Ihn zu bezeugen in seinem Leben, denn der Herr hat gesagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt!"

Damit schließt sich der Kreis zum ungläubigen Thomas, der nur an die Auferstehung seines und unseres Herrn glauben konnte, wenn er die Wundmale Jesu angreifen durfte. Aber als Jesus ihn dazu aufforderte, bestand er nicht mehr auf dieser Forderung, sondern er antwortete Ihm im Glauben an den Auferstandenen: „Mein Herr und mein Gott!" Und Jesus sagte zu ihm und das gilt auch für uns: "Selig die nicht sehen und doch glauben!"

Und wir, die wir nicht sehen und doch glauben, sollen und dürfen mit Thomas sprechen: „Mein Herr und mein Gott".

Amen
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diaconus

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Donnerstag, 16. April 2015, 16:05

3. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 3,12a.13-15,17-19
2. Lesung: 1 Joh 2,1-5a
Evangelium: Lk 24,35-48

Liebe Christen! Liebe Leser!

Die Lesung aus der Apostelgeschichte beinhaltet einige wichtige Punkte aus der Rede des Petrus am Tempelplatz nachdem dieser einen Gelähmten am Tempeltor geheilt hatte.

„Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer. Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im Voraus verkündet hat: dass sein Messias leiden werde.“

Petrus hält den Zuhörern mit seinen Worten einen Spiegel vor das Gesicht indem er mit dem Wort „Unwissenheit“ den Juden klar macht, dass sie Jesus, trotz seiner Wunder und Handlungen, nicht als Messias erkannten und anerkannten Und er verweist damit indirekt darauf hin, dass die Juden auf alle Fälle nunmehr Jesus als Messias anerkennten müssten, wenn sie die Voraussagen ihrer Propheten anerkennen und auch glauben würden. Denn insbesondere der Prophet Jesaja hat ja in seinen vier Gottesknechtliedern auf dieses Leiden des Messias verwiesen. Aber auch die anderen Propheten haben ähnliche Aussagen gemacht.

Und der Apostel Johannes weist in der Lesung aus seinem Ersten Brief darauf hin, dass die Gebote Gottes und deren Einhaltung der Schlüssel für ein Leben aus dem Glauben sind.

„Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt; Ich habe ihn erkannt! aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner und die Wahrheit ist nicht in ihm.“

Wer also behauptet Christ zu sein und bewusst eine schwere Sünde begeht, die vor allem einem Nächsten, also einem Mitmenschen, schadet oder ihm einen Nachteil bringt, für den trifft die oben zitierte Aussage des Johannes zu. Auch ist es nicht die Wahrheit im Glauben, ja sogar unchristlich, wenn jemand von vornherein sagt: „Wenn ich auch schwer sündige, dann gehe ich halt beichten und alles ist wieder in Ordnung!“ Eine solche Haltung ist nicht die wahrhaft christliche, denn diese erfordert, dass die bewusste schwere Sünde von vornherein zu vermeiden ist, denn damit wird Jesus bewusst beleidigt und seine Barmherzigkeit instrumentalisiert. Ein typischer Fall für so eine bewusste schwere Sünde ist der Ehebruch, im Eigentumsbereich ein Diebstahl, aber auch die Lüge oder sogar ein Meineid. Denn alle diese Sünden werden bewusst gemacht, ja oft sogar geplant und bewusst durchgeführt.

Leider wird heute von vielen Seelsorgern sowohl in Einzelgesprächen wie auch in Predigten nicht das Sündenbewusstsein den Menschen klar gemacht sondern eher das Gegenteil, so nach dem Motto: „Der liebe Gott hat ja alle Mensch so lieb, dass er alles verzeihen wird also sündige ruhig weiter.“ Nur in der Hl. Schrift steht es anders wie auch Jesus mehrmals gesagt hat: „Geh hin und sündige nicht mehr.“ Da ist von einem Friede-Freude-Eierkuchen-Glauben, wie er heute sehr oft verkündet wird, nicht die Rede.

Also Christen „seid wachsam“ und hört nur auf jene Seelsorger, die unverkürzt und unverfälscht die Offenbarung, die Lehre Jesu und die Lehre der Kirche verkünden und folgt nicht jenen Irrlehrern, die den Menschen nach dem Mund reden und die Sünde bagatellisieren oder sogar leugnen.

Nun zum Evangelium. Das Evangelium vom Ostermontag endete damit, dass die Jünger von Emmaus nach Jerusalem zurückkehrten und dort erfuhren, dass den Jüngern in Jerusalem der auferstandene Herr erschienen ist.

An diesem Sonntag steht als Erstes im Evangelium geschrieben: „Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: ‚Der Friede sei mit euch!’“

Natürlich erschraken die Jünger als sie Jesus sahen denn sie glaubten einen Geist zu sehen. Dann zeigte ER ihnen die Hände und Füße und aß vor ihren Augen ein Stück gebratenen Fisch.

Und ER sagte; „Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war; Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.“

Dieses: Wort „Der Friede sei mit euch!“ sagt Jesus nicht nur zu den damaligen Jüngern, sondern ER sagt es auch heute zu jedem von uns, denn jedem von uns wünscht ER diesen Frieden in uns und in unserem Leben. Aber zu diesem Frieden in uns und in der Welt, müssen wir vor allem selbst mit unserem Leben beitragen.

Jesus spricht es in den Evangelien ganz deutlich aus. „Ich bin nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern zu erfüllen.“ (vgl. Mt 5,17). Und so gilt für jeden von uns, der Jesus wirklich nachfolgen will, sowohl das Alte Testament, als auch das Neue Testament und zwar unverkürzt und unverfälscht.

Also ist das Lesen der Heiligen Schrift und das Nachdenken darüber ein wesentlicher Teil im Leben eines Christen. Nicht die Kommentare von irgendwelchen Theologen sind dazu wichtig und verbindlich, sondern was sagt die Lehre und Tradition der Kirche zu dem entsprechenden Abschnitt der Heiligen Schrift. Daher ist die Kenntnis des Katechismus der katholischen Kirche, der die Lehre der Kirche enthält, für jeden Katholiken notwendig und für seinen Glauben verbindlich. Außerdem wäre es wichtig, wenn ein Katholik die wesentlichsten der zahlreichen Dokumente des Lehramtes kennen würde. Nachdem jedoch gute theologische Kenntnisse bei den Gläubigen nicht vorausgesetzt werden können, sollte sich dieser in Zweifelsfragen an einen lehramtstreuen Seelsorger wenden und um Klärung bitten.

Das Gebet ist der zweite wichtige Punkt im Leben eines Christen. Nicht nur einmal am Tag, sondern immer dann, wenn ich ein paar Minuten Zeit habe, kann ich ein kurzes stilles Gebet sprechen.

In der Enzyklika „Gott ist Liebe“ sagte Papst Benedikt XVI. über das Gebet „Es ist Zeit, angesichts des Aktivismus und des drohenden Säkularismus die Bedeutung des Gebetes erneut zu bekräftigen. Der betende Christ bildet sich selbstverständlich nicht ein, Gottes Pläne zu ändern oder zu verbessern. Die Vertrautheit mit dem persönlichen Gott und die Hingabe an seinen Willen verhindern, dass der Mensch Schaden nimmt.“

Auch die eucharistische Anbetung, wo der Herr mit Seinem Leib sichtbar unter uns ist, gehört dazu. Aber nicht nur dann soll ich beten, wenn ich Seine Hilfe brauche, sondern auch dann wenn ich keine Anliegen habe. Da kann der Mensch Ihm danken, Ihn loben und preisen. Nur der Dank und der Lobpreis wird leider zu oft vergessen.

Mensch, sehnst du dich nach Seinem Frieden? Dann lies die Heilige Schrift und bete IHN in der Eucharistie an! Vermeide die Sünde! Und Du wirst das ewige Leben gewinnen.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 23. April 2015, 15:56

4. Sonntag der Osterzeit
Weltgebetstag geistliche Berufe

1. Lesung: Apg 4,8-12
2. Lesung: 1 Joh 3,1-2
Evangelium: Joh 10,11-18

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der Lesung aus der Apostelgeschichte wird berichtet wie Petrus und Johannes nach der Heilung eines Gelähmten und der Rede am Tempelplatz vor dem Hohen Rat vernommen wurden. Petrus äußerte sich deutlich.

„Er (Jesus) ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist,. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.“

Petrus spricht ohne Furcht vor dem Hohen Rat. Er, der in der Nacht vor der Kreuzigung des Herrn diesen dreimal verleugnet hatte, ist nunmehr derjenige, der mit Nachdruck für den Auferstandenen eintritt.

Diese Haltung des Petrus würde ich mir von so manchen der Apostelnachfolger, also von den Bischöfen, wünschen, denen die „political correctnes“ und gute Medienberichte wichtiger sind als die Lehre Jesu deutlich gegenüber den Menschen ohne Wenn und Aber zu vertreten.

Die Bestimmungen des Kirchenrechts gründen grundsätzlich auf der Offenbarung (Bibel) und auf nichts anderem. Sogar diese Bestimmungen werden von so manchen Bischof unterlaufen und es wird das Gegenteil gemacht. Und dann sagt einer dieser Mitraträger, der diese Bestimmungen verletzte: „Das nehme ich auf meine Kappe.“ Also eine Aussage, die eindeutig darauf hinweist, dass ihm voll bewusst ist, das Kirchenrecht gebrochen wurde sonst hätte dieser Ausspruch keine Relevanz.

Wenn schon die Hirten, deren Aufgabe die Wahrung der Lehre, des Glaubens und des Kirchenrechtes ist, so handeln, wie kann dann dieser von seinen Untergebenen die Einhaltung der Lehre und des Kirchenrechtes erwarten oder bei Verstößen entsprechend handeln. Hier wird der Ausspruch des Volksmundes „Wie der Herr, so das Gscherr“ Wirklichkeit und jene Kleriker und Gläubigen, die lehramtstreu sind und sich an die Bestimmungen halten werden oft zusätzlich noch gemobbt wenn sie sich in ihrem Bereich daran halten und es wie auch einzelne praktische Beispiele zeigen, ja dafür sogar zur Rechenschaft gezogen werden. Diese Vorgangsweise, die besonders in den letzten Jahrzehnten eingerissen ist, hat es in der Hl. Mutter Kirche in diesem Ausmaß nie gegeben.

Kein Wunder, dass unter diesen Voraussetzungen der Glaube verdunstet und die Mehrheit der Gläubigen, die sich gerne als die „Fortschrittlichen“ sehen, sich in Wirklichkeit ihren Glauben nach eigenem Gutdünken selbst macht und die Lehramtstreuen, die auf Lehre, Tradition und Kirchenrecht pochen, als die „Buhmänner“ betrachtet werden.

Es wird scheinbar der Spruch Jesu vergessen: „Wer einen von diesen Kleinen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.“ (vgl. MK 9,42). Dieser Vers weist eindeutig darauf hin, dass Rechenschaft für falsche Lehren gefordert werden wird.

Das Evangelium dieses Sonntags ist jenes vom Guten Hirten, der das Vorbild für jeden Seelsorger sein sollte. Aber für eine Seelsorge, die die unverkürzte und unverfälschte Lehre Jesu deutlich macht. Also auch jene Aussprüche, die von gewissen Kreisen gerne als „Drohbotschaft“ bezeichnet werden, weil sie auf die Konsequenzen hinweisen wenn die Gebote und Anweisungen Gottes nicht eingehalten werden. Ja, Gott ist barmherzig zu demjenigen/derjenigen, die zu IHM umkehren und die bewusste Sünde meiden.

Ja, Gott ist ein liebender Gott, der nicht den Untergang des Menschen will, aber er fordert auch die Einhaltung seiner Gebote und Anweisungen und in dieser Gerechtigkeit wird der Mensch auch gerichtet werden. „Gericht Gottes“ ein unbarmherziger Begriff oder doch nicht? Wer die unverkürzte und unverfälschte Lehre Gottes annimmt, der wird über diesen Begriff nicht erstaunt oder erschreckt sein sondern dies als Gerechtigkeit betrachten.

"Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir!"

Worte des Evangeliums, die viele moderne, fortschrittliche Christen zu einem Aufschrei veranlassen. „Ich, ein Schaf? Ich bin doch ein mündiger Christ.“ So ist es immer wieder zu hören.

Worte, die der zum Menschen gewordene Gottessohn spricht und der auch in diesem Evangelium sagt: "Ich und der Vater sind eins" (Mt 10,30) und anderer Stelle sagt er: "Ich bin der gute Hirt."

Wenn der Mensch bereit ist an SEINE Worte zu glauben, dann ist der Begriff "Schaf" sicher keine Abwertung für den Menschen, sondern er gibt die Sicherheit, dass einer da ist, der sich sorgt. So wie ein guter Hirte für seine Herde sorgt, dass sie alles hat, was sie braucht.

Dieses Evangelium passt auch zum heutigen Weltgebetstag um geistliche Berufe.

Mancher von Ihnen wird vielleicht sagen: Diesen Tag gibt es jedes Jahr, aber Priester, Ordensleute und sonstige geweihte Berufene werden trotzdem immer weniger statt mehr.

Aber solche Berufungen können nicht erfolgen, wenn die Voraussetzungen und das Umfeld nicht gegeben sind. Die Grundvoraussetzungen für solche Berufungen werden in der Familie und in der Pfarrgemeinde gelegt.

Papst Johannes Paul II, schrieb einmal zum Weltgebetstag für geistliche Berufe: "Die christliche Berufung ist ein Geschenk Gottes. Alle sind von Gott auserwählt zur Verkündigung des Evangeliums. Heute ist angesichts der Herausforderungen der gegenwärtigen Welt ein Wagemut im Geiste des Evangeliums erforderlich, um die Verpflichtung zur Berufsförderung im Einklang mit der Einladung des Herrn zu verwirklichen, unablässig Arbeiter für die Ausbreitung des Reiches Gottes zu erbitten".

Dieser angesprochene Wagemut im Geiste des Evangeliums ist von jedem von uns gefordert.

Viele Gläubige denken: „Wir können selber nichts tun, denn nur Gott weiß, wen er berufen will." Dabei wird aber vergessen, dass sich Berufene ihrer göttlichen Erwählung nur mit Hilfe günstiger Umstände bewusst werden können, die auch vom Leben in der Pfarrgemeinde mitbestimmt werden.

"In den Gemeinden muss man wieder anfangen, den fruchtbaren Boden zu bereiten, auf dem der Ruf Gottes gehört und verstanden werden kann.", so sagte damals der Hl. Vater. Und weiter sagte er auch: "Nur lebendigen christlichen Gemeinden wird es gelingen, Berufungen mit fürsorglicher Bereitwilligkeit anzunehmen und sie in ihrer weiteren Entwicklung zu begleiten".

Jede Berufung entsteht, wird genährt und entwickelt sich in der Kirche und bleibt an sie gebunden. Wenn sich die Gemeinde auf das Hören des Wortes Gottes einlässt, so wird sie jenes Licht empfangen, das dem Herzen der Menschen Orientierung schenkt. Und durch die Bibel ist die Stimme Gottes zu hören.

Das inständige Gebet, nicht nur im Gottesdienst sondern auch als einzelner zu Hause ist wichtig für die Weckung geistiger Berufe.

Dazu gehört auch die Herstellung einer persönlichen Beziehung zu Christus. Sie ist die Basis für ein gelungenes Leben im Glauben und in der Pfarrgemeinde.

Nicht in Erfüllung einer Pflicht oder einer Tradition soll der Mensch glauben und beten sondern als Mensch, der sich auf die Begegnung mit dem Herrn freut, der aus seinem Wesen herausgeht und sich dem Herrn so zeigt, wie er als Mensch ist. Von dieser Natürlichkeit, von dieser Beziehung zur Freude können wir vor allem von den Gläubigen in der Dritten Welt lernen. Und in diesen Erdteilen blühen auch die Berufungen zum geistlichen Leben.

Aber auch aus den Erneuerungsbewegungen gehen viele Berufungen hervor. Der Regens eines Priesterseminars meinte einmal in einem Interview: "Wären nicht die Berufungen aus den Erneuerungsbewegungen wäre das Seminar fast leer."

Und damit schließt sich der Kreis.

Berufungen entstehen also dort, wo das Gebet und die persönliche Beziehung zum Herrn, aber auch zu Maria, an erster Stelle stehen.

Sie entstehen dort, wo den Menschen ihre Gottesbeziehung und der mystische Leib Christi, die Kirche, wichtiger ist als sich darüber aufzuregen, was ich alles nicht tun darf, weil es aus dem Evangelium, der Lehre und Tradition der Kirche nicht denkbar ist. Und genau dieses Hick-Hack und Reformforderungen, die nicht im Einklang mit der Lehre der Kirche stehen, lähmen die Kirche und dadurch natürlich auch die Berufungen zum Priestertum seit Jahren.

Und so ist jeder Einzelne von uns gefordert durch sein persönliches Lebenszeugnis, sein Gebet und sein Mitwirken in der Gemeinde, in der Lehre und Tradition der Kirche, jene Voraussetzungen zu schaffen, die geistige Berufungen ermöglichen.

Wir dürfen darauf vertrauen, dass Jesus bei uns bleibt bis zum Ende der Zeiten. Und sein Hl. Geist weht auch immer in Seiner Kirche. Und dieser Hl. Geist wird die Berufungen wachsen lassen, wenn wir sein Wirken annehmen. Denn Sein Wille soll geschehen und nicht unserer.

Herr Jesus Christus, hilf, dass die Gemeinden dem Aktionismus abschwören und damit wieder zu hörende sowie betende Gemeinschaften und so zum Ackerboden für geistige Berufungen werden. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit, der du mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist lebst und herrschst in Ewigkeit.

Amen.
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Donnerstag, 30. April 2015, 15:59

5. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 9,26-31
2. Lesung: 1 Joh 3,18-24
Evangelium: Joh 15,1-8

Liebe Gläubige! Liebe Leser!

Mehrmals spricht Jesus in den Evangelien in seinen Gleichnissen vom Weinberg und den Reben, von den Arbeitern im Weinberg, die trotz unterschiedlicher Arbeitszeit den gleichen Lohn erhalten oder von den bösen Winzern, die die Knechte des Besitzers töten.

Der Weinberg nimmt also in der Frohen Botschaft eine wichtige Stellung ein, denn Jesus hat seine Gleichnisse unmittelbar aus dem damaligen Leben gegriffen, damit sie auch verstanden wurden.

"Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt."

Haben Sie als Mensch schon darüber nachgedacht, was Jesus mit diesen beiden Versen meinte und welche Konsequenzen sich daraus für den Menschen ergeben? Sicher so nicht wie es heute oft verkündet wird – nämlich Gott ist ein liebender und barmherziger und daher vergibt ER letztendlich alles, egal wie ein Mensch lebt. Das ist eine verfälschte und verkürzte Aussage über Gott und der Lehre Jesu, die leider zeitgeistig modern geworden ist,

Wahr ist viel mehr, dass Gott zwar ein den Menschen liebender Gott ist, der barmherzig ist wenn der Mensch sich ihm zuwendet und nach seinen Geboten und Anordnungen lebt. Diese Barmherzigkeit gilt auch für jene Sünder, die zu Gott umkehren und in der Folge nicht mehr sündigen. Denn Jesus hat in den Evangelien wiederholt gesagt „Geh hin und sündige nicht mehr!“

Um nun direkt zum Evangelium zurückzukehren. Gott Vater ist also der Winzer, der die Reben hegt und pflegt, der die Frucht der Reben erntet, der aber auch weiß, dass nicht jede Rebe Frucht bringt.

Und Jesus ist als der Menschensohn Gottes der Weinstock, der fest in der Erde verankert ist und an dem die Reben wachsen und Frucht bringen sollen.

Jesus ist auch der Saft, der von den Wurzeln kommt. damit die Reben ihre Nahrung bekommen und Frucht bringen können.

Eine der wesentlichen Aussagen dieses Evangelium-Abschnittes ist jedoch: "Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch" und "Wer in mir bleibt und in dem ich bleibe, der bringt reiche Frucht."

Nachdem das Wort "Bleiben" 8mal und das Wort "Frucht" 7mal erwähnt wird, wird damit die zentrale Bedeutung dieser Aussage unterstrichen.

Das Bleiben in Jesus ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt eine Frucht entstehen kann. Und wie können wir uns dieses Bleiben in Jesus vorstellen?

Der Mensch bleibt dann in Jesus, wenn er die Gemeinschaft mit IHM und Gott Vater sucht, in seiner Lehre bleibe und versucht eine wahre christliche Jüngerschaft in seinen Leben zu leben. Dazu gehört aber auch, dass der Mensch die Nächstenliebe lebt, die neben der Gottesliebe das einzige und wichtigste Gebot ist, das Jesus von uns fordert. Denn wer die Nächstenliebe lebt, erfüllt alle 10 Gebote des Alten Testamentes.

Jesus bleibt aber nur dann in uns, wenn wir die geistige und körperliche Nähe zu ihm immer wieder suchen. Diese Nähe finden wir im Besuch der hl. Messe, in der wir das Wort Gottes hören und am Gedächtnis seines Opfers teilnehmen. Und ganz nahe ist uns der Herr beim Empfang der Sakramente. Das Sakrament der Versöhnung reinigt uns geistig von unseren Sünden und Fehlern und der Empfang des Leibes Christi gibt uns die körperliche Gemeinschaft mit unserem Herrn. Das fürbittende, bittende und dankende Gebet, das jedem von uns jederzeit möglich ist, verbindet uns immer mit ihm. Dass sind einige der Voraussetzungen für uns, dass wir jene reiche Frucht bringen, die wir bringen sollen.

Jene Menschen, die zwar erklären, dass sie glauben, aber nicht das Wort Gottes in der hl. Messe hören und nicht zu den Sakramenten gehen, sind in der Gefahr, dass sie zu den verdorrten Rebzweigen werden, die keine Frucht bringen und abgeschnitten werden. Denn ihnen fehlt der Saft der Wurzel des Weinstockes, der Christus ist, der sie als Rebe ernährt und ihnen jene Kraft und Stärke gibt, damit sie Frucht bringen können. Und irgendwann wird in diesen Menschen der Glaube ganz schwinden und dann sind sie wirklich verdorrte Rebzweige geworden.

Ebenso verdorrt auch jener Mensch als Rebzweig, der zwar die Messe besucht, die Sakramente empfängt, aber bewusst die Sünde sucht. Aber wie es mir aus der Seelsorge bekannt ist, wird eine derartige Vorgangsweise nicht als Sünde betrachtet denn sonst könnten nicht viele angeblich „gute“ Christen so handeln. Immer wieder höre ich, „wenn ich wieder sündige, dann gehe ich halt beichten und dann ist alles wieder in Ordnung“. Nur diese Handlungsweise ist eine starke Verkürzung der Lehre Jesu und so aus den Evangelien nicht ableitbar, denn zur Absolution gehört die Sündenreue und das zukünftige Meiden der bewussten Sünde. Ein typischer Fall ist, der immer wieder vorkommt: Ein Ehemann/eine Ehefrau begeht laufend Ehebruch mit einem ständigen Freund/einer ständigen Freundin, er/sie geht regelmäßig beichten und weiß dabei bereits, dass die Ehe bei der nächsten Gelegenheit wieder gebrochen wird. Glaubt dieser Mensch wirklich, dass Gott er/sie von der Sünde des Ehebruchs bei der Absolution losspricht wenn der nächste Ehebruchstermin schon in Sichtweite ist, ja dass dieser Mensch „in Jesus bleibt“? Dieser Mensch belügt einerseits Gott und andererseits sich selbst und er ist ein verdorrter Rebzweig wie es Jesus im Gleichnis darstellt, denn „wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen.“

Denn nicht das Beten, der Messebesuch und der Empfang der Sakramente allein machen den guten Christen aus, das sind in diesen Fällen reine Äußerlichkeiten, sondern dass der Mensch aus dem Innersten heraus bewusst die Sünde meidet. Nur dann bleibt der Mensch in Jesus und bringt Frucht.

Reiche Frucht bringen wir dann, wenn wir also als seine Jünger die Sünde meiden, das Gebot der Nächstenliebe jederzeit erfüllen und so handeln, wie Jesus es uns vorgelebt hat.

Aber zum reichen Frucht bringen gehört auch, dass sich der Mensch auch in der Öffentlichkeit zu Jesus bekenne und für ihn eintritt. Auch dann wenn Widerstand und Widerspruch zu erwarten ist. Dazu gehört aber auch, dass wir jenen Menschen, die in Gefahr sind zu verdorren, sagen, was notwendig ist, damit sie wieder zu einer lebendigen Rebe werden.

Jeder von uns muss sich in seinem Leben wiederholt entscheiden, wie er sein Leben führen und gestalten will. Diese Freiheit hat uns Gott gegeben.

Entscheiden wir uns doch dafür, dass wir in Christus bleiben wollen und handeln wir danach. Dann wird auch Christus in uns bleiben und wir werden als eine gute Rebe reiche Frucht bringen.

Amen.
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30

Donnerstag, 7. Mai 2015, 16:44

6. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 10,25-26.34-35.44-48
2. Lesung: 1 Joh 4,7-10
Evangelium: Joh 15,9-17

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Für die erste Lesung aus der Apostelgeschichte werden leider nur einzelne Verse aus der Taufe des römischen Hauptmannes Kornelius herausgenommen obwohl es sicher wert gewesen wäre den gesamten Abschnitt zu lesen.

„Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.“

Für Petrus muss es damals wahrscheinlich ein großer Schock gewesen sein, dass nicht nur das „auserwählte Volk“, die Juden, von Gott angesprochen wird sondern auch die Heiden obwohl diese Tatsache in der Praxis damals gar nicht so unbekannt gewesen ist, denn es gab die sogenannten „Gottesfürchtigen“, die in den Städten der Juden lebten.

Natürlich ist für Gott jeder Mensch aus jedem Volk willkommen, denn Gott liebt ja den Menschen, den er geschaffen und denen er den Lebensgeist, die Seele, eingehaucht hat. Und ER erwartet von den Menschen nichts anderes als dass ER von den Menschen geliebt wird und dass diese die Gebote und Anweisungen von IHM einhalten. Und genau hier wird der Mensch sehr oft abtrünnig von seinem Schöpfer in dem er bewusst sündigt.

Besonders muss es Gott kränken wenn Menschen groß hinausposaunen, dass sie gläubig, dass sie christlich, sind und dann Handlungen setzen, die diesem Glauben diametral entgegengesetzt sind. Vor allem so manche „Fromme“ zeichnen sich dabei besonders aus. Dazu nur zwei Beispiele aus meinem Bekanntenkreis: In meiner Kindheit gab es eine Nachbarin, die zweimal täglich in die Kirche ging, aber gleichzeitig ein Sexualverhältnis mit dem verheirateten Bruder ihres Mannes hatte und die ganze Umgebung wusste davon, da sie dieses Ehebruchsverhältnis offen zugab. Oder in einem katholischen Forum hat eine Frau immer salbungsvoll gepostet, aber wehe, wenn ein Mitbruder oder ich sie darauf hinwiesen, dass etwas nicht dem Glauben oder der Lehre der Kirche entsprach dann wurden wir von ihr auf das Übelste beschimpft und beleidigt. Dies sind nur zwei Beispiele aus vielen, die ich kenne.

Und genau diese „frommen Christen“ brachten und bringen das Christentum in Verruf denn von mehreren Nichtgläubigen, die diese Fakten kannten, habe ich dazu genug Kommentare gehört, die für uns Christen nicht sehr schmeichelhaft waren aber die Wahrheit ausdrückten. Ähnlich verhalten sich jene Christen, die die Offenbarung und Lehre der Kirche relativieren und mit ihren Ansichten unterminieren. Das sind jene Wölfe im Schafspelz von denen Christus spricht (vgl. Mt 7,15)

So hat der Apostel Paulus mit seiner Aussage recht, wen er sagt: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich allen anderen mit ihm.“ (1 Kor 12,26) und analog dazu gilt wenn ein Glied falsch handelt fällt das auf alle anderen zurück und allen anderen werden auch diese üble Handlungen unterstellt.

Jeder Christ muss sich daher immer wieder fragen, lebe ich so wie es den Geboten und Anweisungen Gottes entspricht oder biegt sich der Mensch diese so zurecht wie es ihm gerade passt?

Das Evangelium dieses Sonntags ist die direkte Fortsetzung des Evangeliums des letzten Sonntags vom Weinstock und den Reben, die Frucht bringen sollen. Jesus sagt gleich im zweiten Satz:

„Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.“ Und weiter sagte ER: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage!“

Die Liebe zu Jesus und das Halten der Gebote werden also miteinander in Verbindung gebracht, denn sie sind für einen Christen in dessen Leben auch unmittelbar verbunden.

Die Zehn Gebote sind die Wege der Gottesliebe und der Nächstenliebe. Jesus fasst diese Gebote in zwei Gebote zusammen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben“ und „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (vgl. Mk 12,30-31; Mt 22,37-39).

Bereits im Alten Testament sind diese beiden zusammengefassten Gebote vorhanden. Jesus erinnert also nur mit diesem Worten nur an das Alte Testament.

Wer Jesus mit seinem ganzen Herzen liebt und ihm nachfolgen will, der wird immer versuchen die Gebote zu halten.

Sicher wird jeder von uns immer wieder durch unsere menschliche Schwachheit scheitern und sündigen. Das weiß auch Jesus. Deshalb hat er uns das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, gegeben.

Wir dürfen also immer wieder mit der Gottesliebe und Nächstenliebe neu beginnen, wenn wir auf den Weg zu Jesu umkehren.

Damit wir aber auf diesem schwierigen Weg einen zusätzlichen Beistand haben, hat uns Jesus den Heiligen Geist verheißen, der von Gott Vater und von ihm ausgeht. Und diesen Beistand brauchen wir täglich um den Weg mit Jesus gehen zu können.

Wir sollten also Durst nach dem Heiligen Geist haben, den wir im täglichen Leben brauchen. Diesen Durst können wir nur durch das Gebet stillen.

Johannes von Damaskus sagt: „Das Gebet ist die Erhebung des Geistes und des Herzens zu Gott“ und Augustinus macht es noch deutlicher: „Gott dürstet danach, dass wir nach ihm dürsten.“

Der Schlusssatz des Evangelium lautet: „Liebt einander!“ und betrifft daher die Nächstenliebe.

Die uneingeschränkte Gottesliebe ist die Grundlage für die Nächstenliebe. Denn ohne Gottesliebe kann ich keine Nächstenliebe haben.

Aber die Nächstenliebe selbst ist aber sehr differenziert zu betrachten. Grundsätzlich ist: Ich soll niemals gegen einen Mitmenschen etwas Böses tun, was ich nicht will, dass es mir selbst getan wird. So auch die Heilige Schrift.

Es ist nicht Nächstenliebe, wenn ich unter diesem Deckmantel von jemanden etwas fordere, dass gegen die Grundsätze des jeweiligen Bereiches oder die Heilige Schrift verstößt.

Falsche Nächstenliebe ist es auch, wenn ich zu etwas schweige, was einen Mitmenschen auf den falschen Weg führen würde. Würde ich so handeln, wäre mir als Seelsorger dieser Mensch vollkommen egal. Ich muss also sehr wohl aus Nächstenliebe auf diesen falschen Weg hinweisen.

Genauso falsch ist daher auch jene Toleranz, also keine Nächstenliebe, wo ich jenes zulasse, was im Zusammenleben der Menschen nicht in Ordnung ist, wenn gegen die Gebote Gottes und seiner Kirche verstoßen wird und dazu schweige, weil es für mich einfacher ist. Das ist nicht Toleranz, sondern Gleichgültigkeit.

Jesus selbst hatte die vollkommene Nächstenliebe. Er gab für uns sein Leben hin, um uns zu erlösen. Er war barmherzig zu den Menschen, zu den Sündern, aber er sagte auch klar zu ihnen: „Geh hin und sündige nicht mehr!“

Jesus selbst hat gesagt: „Wenn der Bruder sündigt gehe zu ihm und weise ihn zurecht. … Und hört er auch nicht auf die Gemeinde (= Kirche) sei er für dich wie ein Heide oder Zöllner.“ (vgl. Mt 18,15-17)

Es ist also eine Verkürzung der Lehre Jesu und somit auch der Nächstenliebe, wenn ich nur sage „Jesus ist barmherzig“, aber dann nicht dazu sage, versuche dich zu ändern, das hast du falsch gemacht.

Leider wird heute in der Seelsorge sehr oft nur gesagt: „Jesus ist barmherzig“, aber die dazu notwendige Ergänzung, nämlich die Aufforderung zur Umkehr von der Sünde nicht einmal erwähnt.

Dietrich Bonhoeffer hat sich zur Barmherzigkeit, die ja auch die Nächstenliebe beinhaltet, so ausgedrückt: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“

Die wirkliche und wahre Nächstenliebe, die Jesus von uns fordert, ist also gar nicht so einfach, sondern kann und muss daher oft auch harte Worte erfordern wenn es erforderlich ist. Wer dies nicht hören will, derjenige will in Wirklichkeit gar nicht Jesus ohne Wenn und Aber nachfolgen sondern dieser will nur seinen eigenen Glaubensregeln folgen und so handeln wie es ihm selber passt. Ein solcher Mensch, der sich damit den Glauben selbst macht und sich nicht an Offenbarung und Lehre der Kirche hält, ist, wie es Papst Benedikt schon vor langer Zeit gesagt hatte, eher ein „getaufter Heide“ als ein wirklicher Christ bzw. Katholik.

Seien wir also solche Christen, die die Offenbarung (Bibel) und Lehre der Kirche befolgen, damit man uns nicht als „getaufte Heiden“ bezeichnen kann.


Amen.
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31

Dienstag, 12. Mai 2015, 16:35

Christi Himmelfahrt

1. Lesung: Apg 1,1-11
2. Lesung Eph 1,17-23 oder 4,1-13
Evangelium; Mk 16,15-20

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

Als erste Lesung wird der Anfang der Apostelgeschichte verkündet und diese schließt an das Ende des Lukas-Evangeliums an. Lukas berichtet darin, dass der Auferstandene den Aposteln 40 Tage hindurch erschienen ist und mit ihnen gegessen hatte. Dabei hat ER die Verheißung des Heiligen Geistes und den Verkündigungsauftrag erneuert.

„Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“

Als Evangelium an diesem Hochfest wird der letzte Abschnitt des Markus-Evangeliums verkündet, wobei dieser letzte Abschnitt eine Ergänzung des ursprünglichen Evangeliums ist und diese wurde im 2. Jahrhundert als Zusammenfassung über die Erscheinungen des Auferstandenen aus den anderen Evangelien angefügt.

Im Lukas-Evangelium heißt es über die Himmelfahrt Jesu „Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.“

Auch der letzte Satz der ersten Lesung aus dem ersten Kapitel der Apostelgeschichte verweist auf die Himmelfahrt Jesu.

„Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen“

Das sind jene beiden Stellen im Neuen Testament, die von der Himmelfahrt Jesu direkt berichten.

Die Himmelfahrt Christi ist das letzte Zeichen des auferstandenen Jesu auf Erden, seine leibliche Aufnahme durch Gott Vater.

In der christlichen Offenbarung ist die Himmelfahrt jedoch eine wichtige Aussage für uns Menschen. Genauso wichtig wie die Worte Jesu, dass ER immer bei uns sein wird als er sagte „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (vgl. Mt. 28,20).

Ein Mensch fährt mit seinem Leib in den Himmel auf, wird also mit Leib und Seele aufgenommen. Für jene Menschen, die alles nur von der wissenschaftlichen Seite und mit ihrer Vernunft betrachten wollen oder können, etwas Unmögliches.

Diese Menschen vergessen eines: Jesus ist Gottes Sohn und für Gott ist nichts unmöglich. Und diese Menschen, die das Wirken Gottes nicht begreifen können oder wollen, vergessen auch, dass die Natur-Wissenschaft nur einen Bruchteil des Menschenwissens umfasst und die Lösung einer Frage meist zehn neue Fragen aufwirft. Dazu ein „kleiner Ausflug“. Vor ca. zwanzig Jahren wurde groß in den Zeitungen verkündet, dass ganze Leben auf der Erde stammt von einer einzigen Zelle ab. Ein Naturwissenschaftler wollte in einer Diskussion „glänzen“ und sagte zu mir: „Wir haben das Rätsel des Lebens gelöst. Es stammt aus einer einzigen Zelle.“ Ich stellte ihm sofort die Gegenfrage: „Und von wem stammt diese Zelle?“ Schweigen im „Walde“. Keine Antwort. Nachdem ich dreimal die Frage wiederholt habe und immer wieder „Schweigen geerntet“ hatte, sagte ich: „So geben Sie doch endlich eine Antwort!“ worauf von ihm die kleinlaute Antwort kam: „Das wissen wir nicht.“ Und ich ihm erwiderte: „Diese Zelle stammt dann nämlich von Gott!“ worauf er sich abwandte und ging.

Doch zurück zum Evangelium. Auch die Verheißung Jesu: „Wer an mich glaubt, hat das ewige Leben“ (vgl. Joh 6,47), ist eine solche Aussage, die selbst von manchen Christen oft bezweifelt, ja sogar nicht geglaubt wird.

Und von ganz Missgünstigen oder Atheisten kommt dann meist noch die Schlussfolgerung: „Es ist ja auch noch keiner zurückgekommen und hat darüber berichtet.“ Also eine reine Vernunftantwort, die Gott und seine Macht bewusst ausklammert.

Im Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus verweist Jesus in diesem Zusammenhang auf die Zurückgebliebenen: „Sie haben das Gesetz und die Propheten“ (vgl. Lk 16,29).

Sicher bei jedem Gläubige können fallweise Zweifel aufkommen, dass liegt in der menschlichen Natur begründet, die den Versuchungen des Bösen immer ausgesetzt ist.

Aber dagegen kann ein wirklich glaubender Mensch jedoch sofort ankämpfen, durch Gebet und im Lesen der Bibel. Dann wird der glaubenswollende Mensch wieder im Glauben gestärkt und die Zweifel werden beseitigt.

In einem theologischen Skriptum für die Dogmatik stand der Satz: Man kann die Aussagen der Offenbarung nur im Glauben annehmen und nicht mit dem Verstand untersuchen.

Das ist der Schlüssel für den Glauben. Der Volksmund sagt es einfacher: Glauben heißt nicht wissen. Wenn wir statt dem Wort „wissen“ das Wort „begreifen“ einsetzen, wird es noch klarer.

Wenn der Mensch alles von der Logik oder von der Naturwissenschaft her begreifen will, wird er nicht das Zentrum des christlichen Glaubens erreichen können. Denn eines ist sicher, das Wissen des Menschen, auch eines Wissenschaftlers, ist immer nur Stückwerk.

Und das Ostergeheimnis, die Auferweckung Christi, ist das zentrale Geheimnis unseres Glaubens.

Die Erscheinungen Jesu beim Emmausgang, bei den Jüngern, am Ufer des Sees, die Einsetzung Petrus in das Petrusamt, alle Seine Aussagen nach der Auferstehung und auch seine Himmelfahrt, alles dies ist in Seiner Auferstehung begründet.

Paulus schreibt im Römerbrief: „Wenn du mit deinem Munde bekennst: ‚Jesus ist der Herr‘ und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt‘, so wirst du gerettet.“ (Röm 10,9)

Und im 1. Korintherbrief, der der älteste Paulusbrief ist und ca. 3 - 4 Jahre vor dem Römerbrief geschrieben wurde, schreibt er im Kapitel 15: „Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube sinnlos.“ (vgl. V 14).

Darum sollen wir Menschen in der Hl. Messe auch nach der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi immer aus tiefster, innerster Überzeugung und Glauben beten:

„Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit.“

Amen
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32

Freitag, 15. Mai 2015, 12:08

7. Sonntag der Osterzeit

1. Lesung: Apg 1,15-17.20a.c-26
2. Lesung: 1 Joh 4,11-16:
Evangelium. Joh 17,6a.11b-19

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der ersten Lesung, jener aus der Apostelgeschichte, wird über die Wahl des Matthias berichtet, der das Apostelamt vom Verräter Judas durch Los zugeteilt erhielt.

Petrus stellt im Kreis der Jünger für diese Wahl nur eine Bedingung: „Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe des Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und (in den Himmel) aufgenommen wurde, - einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein,“ und „Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias und er wurde den elf Aposteln zugerechnet.“

Moderne meist protestantisch angehauchte Katholiken leiten aus dieser Stelle und anderen ähnlichen Stellen des Neuen Testaments ihre Forderungen ab, die Verfassung der Kirche zu ändern um zBspl. Bischöfe zu wählen. Sie vergessen nur eines, dass Jesus die Leitung Seiner Kirche dem Petrus und dessen Nachfolger übertragen hat indem er sagte: „Ich sage dir, du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ (Mt 16,18 )

Was in der apostolischen Zeit, wo jeder Gläubige jeden kannte, einfach war, würde in der heutigen Zeit zu einer Schlammschlacht ausarten und nicht der Beste würde gewählt werden sondern jener, der den Menschen nach dem Mund redet, so wie in der Politik, und damit wäre die Offenbarung und Lehre der Kirche nicht mehr maßgebend. Ähnliche Erfahrungen sind aus den Pfarrgemeinderäten und sonstigen Laien-Gremien bekannt wo nicht mehr der Glaube regiert sondern der Egoismus, die Selbstverwirklichung und die Politik der meisten Hineingewählten. Auch in einem Großteil der evangelischen Landeskirchen ist derartiges von den Synodalen bekannt, die die Offenbarung nach ihrem Gutdünken auslegen bzw. sogar verfälschen, indem sie die Zustimmung zu Trauungen von Hono-Paaren geben, obwohl praktizierte Homosexualität nach Lev dem Herrn (Gott) ein Gräuel ist.

Veränderungen, die nicht auf der Offenbarung und Lehre der Kirche basieren und damit auch nicht innerhalb der Tradition stehen sind nicht gottgewollte Veränderungen. Auch jene Heiligen, wie Teresa von Avila, der Hl. Franziskus usw., die Reformen in der Kirche initiierten, standen fest in der Offenbarung, der Lehre der Kirche und im Gehorsam zur Kirche. Wer daher glaubt ohne diese Fakten Reformen in der Kirche fordern zu können und dabei meint sich auf den Heiligen Geist berufen zu können, kann sich sicher nicht darauf berufen, denn der Heilige Geist wird nie etwas fordern, das der Offenbarung und der Lehre der Kirche widerspricht. Wer meint sich in so in einer abweichenden Forderung auf den Heiligen Geist berufen zu können, der meint wohl der Vogel in seinem Hirn sei der Heilige Geist

Und der Engel des Herrn sagte zur Gemeinde von Ladiozäa: „Du bist weder kalt noch heiß. Weil du aber lau bist, will ich dich aus m meinem Mund ausspeien.“ ( vgl. Off 3,15-16). Eine klare Aussage für alle Gläubigen, wer sich nicht ohne Wenn und Aber für die Kirche und ihre Lehre entscheidet gehört zu den Lauen, die sich ihren Glauben selbst machen wollen. Nur wer die unverkürzte und unverfälschte Offenbarung samt Auslegung und Lehre der Kirche annimmt, steht voll zu Jesus und SEIINER Kirche.

Das Evangelium dieses Sonntags ist aus dem Abschiedsgebet des Herrn für seine Jünger entnommen, also auch für uns, die wir ihm nachfolgen wollen.

„Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.“

Jesus spricht von und zu den Christen, damals und heute. Diese Worte Jesu sind eine eindeutige Absage an das Leben eines Christen nach dem Zeitgeist. Wer den Zeitgeist, den Mainstream, in sein geistliches Leben einlässt, verlässt die Nachfolge des Herrn. Leider wird in den heutigen Predigten dieses Faktum zu wenig erörtert genauso wie auch sehr oft die Begriffe Teufel, Satan, Hölle, Sünde, Verderben, Umkehr usw. nicht mehr verwendet werden obwohl diese Worte ein wichtiger Teil des christlichen Glaubens sind und auch von Jesus immer wieder in den Evangelien verwendet wurden.

Und der Begriff für Christen als „Heilige“ zu leben, wie es in der Offenbarung immer wieder vorkommt, das kann doch kein Mensch auf Erden? Jene vielleicht, die nach ihrem Tode von der Kirche heiliggesprochen wurden, das sind Heilige, aber sonst?

In der Urkirche wurden alle Gläubigen als Heilige bezeichnet, wie wir auch in den Paulusbriefen lesen können.

Als Christen, als „Heilige“, zu leben bedeutet, aus dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe zu leben, sich von Gott ergreifen lassen, damit ER die Möglichkeit hat, das Herz zu erneuern.

Ein wirklich christliches Leben kann nicht improvisiert werden, denn es ist das Wachsen der Gnade Gottes im Menschen. Und dieses Wachsen in der Gnade Gottes in uns ist nur dann möglich, wenn wir IHN vorbehaltlos lieben und keinen kleinsten Zweifel an IHM haben und Gottes Gebote und Anweisungen befolgen.

Im Alten Testament, dem Buch Deuteronomium, lautet es so: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und ganzer Kraft.“ (Dtn 6,5) und deckt sich mit dem 1. Gebot des Dekalogs, der 10 Gebote. „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben“

Im alten Gotteslob sind in den Punkten 61 - 64 Gewissenspiegel für die Beichte enthalten, die auch das Verhalten des Menschen zu Gott beleuchten und Fehlentwicklungen aufzeigen wie Rat und Hilfe suchen in Aberglauben, Wahrsagerei, Astrologie und Spiritismus sind hier wörtlich erwähnt. Dazu gehört aber auch jede Art von Esoterik und sowie alles Nichtchristliche was es in dieser Richtung in der irdischen Welt gibt. Hier verkürzt der Mensch seine Liebe zu Gott und stellt damit neben Gott andere Götter bzw. Götzen. Vielen Christen sind es sich dabei gar nicht bewusst, dass sie mit einem solchen Verhalten gegen das 1. Gebot verstoßen. Und genau darum wurden im neuen Gotteslob diese detaillierte Beichtspiegel ausgelassen, wohl um die Menschen in die Irre gehen zu .lassen

Und wenn Jesu spricht „Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.“ so gelten diese Worte auch für uns.

Auch wir sind als Christen in die Welt gesandt. Jeder Getaufte hat den Auftrag in der Welt vom Glauben Zeugnis zu geben, indem er/sie sich an die Gebote halten und die Lehre Jesu und Seiner Kirche verkünden soll.

Natürlich ist diese Verkündigung vom Stand jedes einzelnen Getauften abhängig. Ein Geweihter, ein Theologe wird anders verkünden als ein Nichtgeweihter, ein Nichttheologe. Ebenso wird die Verkündigung abhängen vom jeweiligen Beruf, Lebensstand, aber auch vom Alter.

Franz von Sales gibt folgende Empfehlung: zum Verkündigen: „Sprich nicht oberflächlich von Gott und heiligen Dingen, sondern immer so, dass man das Herz des Christen herausspürt.“

Und wenn im Evangelium vom Emmausgang die Worte stehen: „Brannte uns nicht das Herz“, (vgl. Lk 24,32) so sollte auch unser Herz brennen, wenn wir Jesus der Welt nahe bringen.

Herr Jesus Christus, du hast uns den Auftrag gegeben deine Lehre allen Menschen zu verkünden und sie zu bezeugen. Gib uns immer die Kraft, dass wir nach deiner Lehre unsere Leben gestalten und überall bezeugen, egal ob gelegen oder ungelegen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!


Amen.
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33

Donnerstag, 21. Mai 2015, 11:52

Pfingstsonntag

1. Lesung: Apg 2,1-11
2. Lesung: 1 Kor 12,3b-7-12-13 oder Gal 5,16-25
Evangelium: Joh 20,19-23 (oder Joh 15,26-27; 16,12-15)

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet vom Pfingstereignis.

„Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie Feuer, die sich verteilten, auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt.“

Anschließend an die in der Messe verkündeten Lesung wird in der Apostelgeschichte von der Predigt des Petrus berichtet und dass „an diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.“ (V 41). Damit wurde der bisherige Kreis der Jünger wesentlich erweitert und daher gilt dieser Tag, der Pfingsttag, als „Gründungstag“ der Kirche, der Urgemeinde.

Außerdem ist dabei zu beachten, dass Jesus die Apostel bereits bei der ersten Zusammenkunft nach Seiner Auferstehung angehaucht und gesagt hat „Empfangt den Heiligen Geist“ wie es auch im Evangelium des Pfingstsonntags, dieses Sonntags, berichtet wird. Aber die Apostel trauten sich nicht „hinaus“ wie es ja auch im Evangelium dieses Sonntags verkündet wird, denn die Türen waren aus Angst vor den Juden verschlossen.

Erst nach dem Pfingstereignis und der Pfingstpredigt des Petrus gingen die Apostel hinaus in die Welt und folgten dem schon vorher erfolgten Verkündigungsauftrag Jesus. Und ab diesem Zeitpunkt kam der Glaube an Jesus und Seine Erlösungstat zu den Menschen und verbreitete sich auf der gesamten Erde.

Das Evangelium dieses Sonntags berichtet von der Erscheinung des Auferstandenen im Kreis seiner Jünger.

„Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatte, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!“

Und nachdem ER ihnen die Hände und die Seite gezeigt hatte, sagte er: „Friede sei mit Euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch …. Empfangt den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert!"

Diese Verse sind die beiden Schlüsselsätze in diesem Evangelium.

"Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch", das ist der Auftrag Jesus an seine Jünger. Und dieser Auftrag gilt immer und ewig also auch heute noch. Nur heute sind wir diese Jünger, also jeder von uns Katholiken.

Somit hat jeder von uns die Aufgabe, in dieser Welt und in dieser Zeit die frohe Botschaft zu verkünden und vor allem zu bezeugen; sicher keine einfache Sache. Aber es gibt für jeden Katholiken viele Möglichkeiten diesem Auftrag nachzukommen: in der Familie, am Arbeitsplatz, bei Freunden und Bekannten. Dies sind nur einige Möglichkeiten.

Der zweite Schlüsselsatz dieses Evangelium ist: "Empfangt den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert!"

Der Empfang des Heiligen Geistes. D a s Pfingstereignis. Es gilt als der Zeitpunkt, wo die Kirche gegründet wurde, wie bereits bei der Lesung aus der Apostelgeschichte erwähnt.

Die Eucharistie ist das Zentrum des Glaubens und Seiner Kirche, wo Jesus persönlich in der Mitte gegenwärtig ist. Und so müsste doch die Einsetzung des hl. Altarsakramentes, also des Leibes und Blutes Jesu, im Abendmahlsaal als der eigentliche Beginn der Kirche angesehen werden. Dem ist aber nicht so. Denn erst nach dem Empfang des Hl. Geistes im Pfingstereignis beginnt die Verkündigung an die Welt und .die Bildung von Gemeinden.

Und in diesem Heiligen Geist setzt Jesus das Sakrament der Versöhnung ein, also die sakramentale Beichte.

Zur Beichte gehen? Heute gänzlich unmodern geworden. In vielen Pfarren werden oft gar keine Beichtmöglichkeiten (Beichtzeiten) mehr angeboten. Denn was habe ich schon für Sünden? Ich habe doch nicht gestohlen, niemanden umgebracht, auch keinen Ehebruch begangen. Also warum soll ich dann beichten gehen? So höre ich als Seelsorger sehr oft, sogar von praktizierenden Katholiken, die dies es mit einem gewissen Stolz erklären..

Nicht die schweren Sünden sind oft das Problem in einem Leben, sondern die vielen kleinen, lässlichen Sünden, die den heutigen Menschen oft gar nicht mehr bewusst werden, die uns aber von Gott trennen.

Nur das Aussprechen jeder eigenen Schwäche macht dem Menschen bewusst, wo er noch an sich arbeiten muss, um auf den richtigen Weg zu gelangen. Und die Lossprechung im Sakrament der Versöhnung gibt dann die Kraft und die Gnade, die der Mensch braucht damit er auf dem richtigen Weg wachsen kann.

Dazu steht im Katechismus der Katholischen Kirche in Nr. 1258: „Das regelmäßige Bekenntnis unserer lässlichen Sünden ist für uns eine Hilfe unser Gewissen zu bilden, gegen unsere bösen Neigungen anzukämpfen, uns von Christus heilen zu lassen und im geistigen Leben zu wachsen.“

Wenn der Mensch sich daran hält, geht er den engen und steilen Weg des Heils und kann den Verheißungen des Herrn gewiss sein. Dann wird er durch das enge Tor in das Himmelreich, in das ewige Leben, gehen können (Mt 7,13).

Amen.
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34

Sonntag, 24. Mai 2015, 15:59

Pfingstmontag

1. Lesung: Apg 8,1b.4.14-17 oder Ez 37,1-4
2. Lesung. Eph 1,3a.4a.13-19a
Evangelium: Lk 10,21-24
An diesem Tag kann jedoch auch eine Votivmesse vom Heiligen Geist gefeiert werden.
Mit dem heutigen Tag beginnt liturgisch die Zeit im Jahreskreis und es ist der Montag der 8. Woche im Jahreskreis.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Liebe Leser!

„An jenem Tag brach eine schwere Verfolgung über die Kirche in Jerusalem herein. Alle wurden in die Gegenden von Judäa und Samarien zerstreut, mit Ausnahme der Apostel.“

So beginnt die Lesung aus der Apostelgeschichte am Pfingstmontag. Sie berichtet vom Beginn der ersten Verfolgung, die im Anschluss an die Steinigung des Stephanus folgte.

„Die Gläubigen, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündeten das Wort.“

So geschah es auch in Samarien. „Als die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes genommen hatte, schickten sie Petrus und Johannes dorthin.“ Die beiden Apostel beteten um den Heiligen Geist für die Gläubigen.

„Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.“

Also durch die Verfolgung in Jerusalem verbreitete sich der Glaube an den Auferstandenen über die Stadt hinaus und neue Gläubige kamen hinzu und damit auch neue Gemeinden.

Bereits hier kann die Wirkung des späteren Spruches beobachtet werden. „Das Blut der verfolgten Christen ist der Same für neue.“ Und dieser Spruch gilt bis heute. Denn besonders in Gebieten wo die Christen verfolgt und oft auch getötet werden, wächst die christliche Gemeinschaft, oft im Geheimen, im Untergrund. Und diese Christen stehen treu zum Wort des Evangeliums, das ihnen verkündet worden ist.

Als Beweis kann hier auf die Thomaschristen in Indien verweisen werden, die jahrhundertelang im Untergrund ohne Priester durch mündliche Überlieferung den Glauben weitergegeben haben bis die ersten europäischen Missionare im 17. Jahrhundert in Indien eintrafen und sie aus dem Untergrund hervorkamen.

Das Evangelium des Pfingstmontags muss im Zusammenhang mit dem vorherigen Abschnitt betrachtet werden. Und dieser Abschnitt des vorhergehenden Evangeliums erzählt von der Aussendung der 72 Jünger und deren Rückkunft, wo diese Jünger voll Freude berichten, dass ihnen sogar die Dämonen gehorchten, wenn sie den Namen Jesu aussprechen.

„Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.“

Jesus dankt mit diesen Worten dem Vater für den Erfolg dieser Mission.

Dieser Lobpreis „Ich preise dich, Vater“ ist im Alten Testament und auch in den Schriften von Qumran eine geläufige Anrede. Diese Anrede hat seine Grundlage in den Psalmen, denn die meisten Psalmen beinhalten einen Lobpreis, der im letzten Vers des Psalm 150 dann seinen Höhepunkt mit den Worten „Alles was atmet,. lobet den Herrn“ erreicht. Außerdem heißt es im Psalm 50: „Bring Gott als Opfer dein Lob“

Und der Lobpreis mit den Worten „Preist den Herrn“ wird auch in der heutigen Zeit, vor allem in den Erneuerungsbewegungen, viel verwendet.

Denn diese Worte preisen Jesus im Geiste des Vaters und sie sind sowohl Gruß als auch Dank für das Wirken Gottes in uns und an uns Menschen.

Die Worte des heutigen Evangeliums: „weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast“ können und werden in der heutigen Zeit Anstoß erregen.

„Ich bin doch ein mündiger Christ! Ich kann doch selbst entscheiden, ich brauche keine Lehre der Kirche, ich bin doch kein Schaf“ so hört man es heute immer wieder.

Diese Menschen stellen eigentlich die Grundlagen des Glaubens an Jesus und Gott Vater in Frage. Auch die Botschaft Jesu als Gottes Sohn im Evangelium wird damit in Frage gestellt. Denn Jesus hat es deutlich ausgesprochen: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“ und dann dazu angefügt, „dann könnt ihr das Reich Gottes nicht erreichen“.

Denn der Glaube an Gott Vater und Jesus ist in erster Linie keine wissenschaftliche oder eine nur von Vernunft getragene Entscheidung, sondern vor allem eine Entscheidung des Herzens.

Eine Entscheidung des Herzens aber kommt aus der Seele, aus meinen Inneren und fragt nicht nach wissenschaftlichen Beweisen.

Ich frage Sie: „Lieben Sie Ihr Frau aufgrund eines wissenschaftlichen Beweises oder aus dem Herzen?“ So ist es auch mit dem Glauben.

Ähnlich ist es auch mit der Theologie. Wenn ich die Theologie nur wissenschaftlich ohne wirklichem gläubigem Herzens betreibe, dann werde ich eher vom Glauben abfallen oder nie zum Glauben kommen. So hat es auch eine mir sehr gute Bekannte gesagt, die in den 1980er-Jahren als Theologiestudentin über ihre Professoren feststellte, dass diese ihr den Glauben eher vermiesen als hinzuführen. Anders war mein Dogmatiker zu diesem Zeitpunkt, der meinte, wer alles wissenschaftlich erklären will, der wird nie zu einem festen wirklichen Glauben gelangen und wörtlich sagte: „Im Glauben und in der Theologie kann nicht alles wissenschaftlich erklärt werden. Vieles muss man im Glauben annehmen.“ Und ein Theologiestudent aus meiner Gebetsgruppe erzählte um die Jahrtausendwende, dass er alles doppelt lernen muss, einerseits so wie es der Professor hören will damit er die Prüfungen besteht und andererseits wie die Lehre der Kirche ist, der er folgen wollte. Übrigens dieser Theologiestudent ist heute wohlbestallter Pfarrer, der nicht dem Mainstream der Kirche entspricht und gegen alle „Abweichler“ auftritt.

Nach diesem Ausflug in die Theologie wieder zurück zum Glauben. Sicher jeder Mensch ist ein Kind Gottes. Aber ob wir uns wirklich als Kinder Gottes fühlen und bezeichnen dürfen, hängt daher ganz von unserer persönlichen Entscheidung ab, zu der wir oft täglich gerufen sind.

Es hängt also von der „täglichen Umkehr zum Herrn“ ab. Umkehr bedeutet, Jesus in die Mitte meines Lebens zu stellen und zu versuchen nach seinen Geboten zu leben, trotz all meiner Schwächen, die mich täglich immer wieder scheitern lassen.

Dann darf ich mich wirklich als Kind Gottes fühlen und den allmächtigen Gott als meinen Vater betrachten und folge seinen unverkürzten und unverfälschten Worten in der Offenbarung, die auch in der Lehre Seines mystischen Leibes der Kirche existent sind.

Und wenn ich diese Worte, die auch heute noch unveränderbar gelten, als Teil meines Lebens annehme und versuche danach zu leben, brauche ich mich nicht als „unmündig oder als Schaf“ betrachten, sondern dann bin ich ein Glied am mystischen Leib Christi.


Amen.
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35

Donnerstag, 28. Mai 2015, 11:34

Dreifaltigkeitssonntag

1, Lesung: Dtn 4,32-34.39-40
2. Lesung: Röm 8,14-17
Evangelium: Mt 28,16-20

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

„Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe, ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten: Sonst keiner. Darum sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote, auf die ich dich heute verpflichte, achten….“

Wenn auch diese Worte aus dem Buch Deuteronomium in der alttestamentlichen Lesung an die Juden gerichtet wurden, so sind diese Worte auch wesentlich für uns Christen, denn Jesus hat eindeutig gesagt: „Denkt nicht. ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben.“ (Mt 5,17).

Wer also behauptet, wie es heute sehr oft getan wird, Jesus habe in bestimmten Angelegenheiten, wie zum Beispiel zur Homosexualität, keine Aussagen gemacht hat und darum gelten diese alttestamentlichen Weisungen nicht mehr, der steht nicht in der Lehre Christi und sucht sich seinen Glauben und auch Gott so zu richten wie es ihm persönlich passt. Denn aufgrund dieser Jesus-Aussage im Matthäus-Evangelium, aber auch nach Lk 10,26, ist das Neue Testament ohne das Alte Testament nicht denkbar.

Würde das Alte Testament also nicht mehr gelten, wären auch die 10 Gebote, die Gott den Menschen gegeben hat, nicht mehr gültig, denn auch diese hat Jesus im Detail nicht erwähnt sondern sie im Gottesliebe- und dem Nächstenliebe-Gebot zusammengefasst und gleichzeitig darauf verwiesen, „an diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.“ (Mt 22,40). Details brauchte Jesus schon aus dem Grunde nicht zu erwähnen, da seine Zuhörer die Thora und die Propheten kannten.

Erst in unserer Zeit in der der Relativismus herrscht und viele modernistische Theologen auch die Offenbarung verfälscht und verkürzt auslegen, sind derartige Fehlinterpretationen entstanden. Diese Vorgangsweise ist vor allem jenen Christen recht, die sich zwar gerne als solche bezeichnen, aber die reale Nachfolge Jesu ablehnen, denn dann müssten sie von ihren bewussten Sünden ablassen.

Auch die Lesung aus dem Römerbrief des Apostels Paulus weist in dieselbe Richtung. „Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die (sündigen) Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben.“

Der Apostel Paulus spricht zwar mit diesen Worten das Ewige Leben bei Gott an, weist aber darauf hin, dass die Sünde den Geist Gottes im Menschen tötet. Nur wer die Sünde meidet, der wird leben, dass ist das Fazit dieses Verses.

Im Evangelium des Dreifaltigkeitssonntags sind die beiden folgenden Sätze die Schlüsselsätze.

„Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern: tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ und „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“

Die Worte Jesu alle Menschen zu seinen Jüngern zu machen, ist der wichtigste und vorrangigste Auftrag an Seine Kirche. Zum Jünger Jesu, d. h. in seine Nachfolge gerufen, werden wir zwar durch die Taufe. Aber jeder von uns muss sich entscheiden, ob oder wie er diesem Ruf folgt. Denn durch die Taufe werden wir zwar von der Erbsünde befreit und erhalten die Gnade ein Kind Gottes zu sein. Und bei der Firmung wird jeder der Kandidaten durch die Gaben des Heiligen Geistes gestärkt und zum „Soldaten“ unseres Herrn Jesus Christus gemacht.

Mit der Taufe und Firmung ist für jeden Katholiken die Aufgabe verbunden, für IHN, Jesus, und Seinen und Unseren himmlischen Vater jederzeit und überall einzutreten, Seiner Lehre und Seiner Kirche treu zu bleiben und dafür jederzeit Zeugnis abzulegen.

Das ist in der heutigen Zeit sicher eine Aufgabe, die Mut erfordert und auch mit Anfeindungen verbunden sein wird. Aber gerade darin zeigt sich die wahre Nachfolge, indem der Katholik nicht nur im stillen Kämmerlein Katholik ist sondern sich auch im Gegenwind dazu bekennt.

Viele Worte Jesu in den Evangelien weisen klar in diese Richtung, als er sagte: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34) oder „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“ (Lk 21,19) oder „Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt“ (Mt 10,18 )

Daher muss sich jeder Katholik immer wieder in seinem Leben entscheiden, ob er Jesus nachfolgen will oder nicht.

Sowohl in der Urkirche als auch in den folgenden Jahrhunderten bis in die heutige Zeit hat es immer wieder Menschen gegeben, die dieser Nachfolge treu blieben und mit ihrem Leben bezahlten. Dazu brauchen wir nur an die Christenverfolgungen in vielen Ländern dieser Welt in dieser Zeit denken. Wer als Katholik mit offenen Augen die Presse, vor allem die katholische, liest, wird wissen, in welchen dieser Länder die Christenverfolgungen sind.

Cyrill von Jerusalem (+ 386) sagte dazu in den „Katechesen: „Sieh zu, dass du in der Zeit der Verfolgung nicht leugnest .... Sei nicht in Friedenszeiten Jesu Freund, in Kampfzeiten sein Feind!“

Auch die Verheißung „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ ist mit dem Sendungsauftrag und der Nachfolge Jesu für jeden Christen eng verbunden.

Denn diese Verheißung ist die Garantie, dass Jesus jederzeit bei uns ist; auch dann wenn wir es auch oft nicht merken. ER ist auch dann bei uns wenn wir IHN in der Hektik des Alltags nicht spüren. Auch in Zeiten der geistigen Dürre, in Schmerz und Leid ist ER bei uns und gibt uns dadurch die Kraft diese Zeiten zu überwinden. Viele Heilige und Selige haben solche Dürren erlebt und sind IHM treu geblieben und haben dann die Krone der Verheißung, das Ewige Leben, erhalten.

Für uns Menschen sind diese Zeiten der Dürre zugleich eine Erprobung unseres Glaubens. Ja, wir dürfen sogar manchmal mit Gott hadern, wenn uns ein Schicksalsschlag trifft und die Frage stellen „Warum?“, aber mit einem tiefen Glauben an IHN, Heiliger Messe, viel Gebet und lesen der Bibel kann uns die Kraft gegeben werden, dies alles zu überwinden.

Wer der Verheißung Jesu „Ich bin bei euch alle Tage“ vertraut und IHM in guten und bösen Zeiten treu bleibst, die bewusste Sünde meidet, der wird das ewige Leben gewinnen.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft dir jederzeit treu zu bleiben. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen
Preis den Herrn!

diaconus

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36

Dienstag, 2. Juni 2015, 15:53

Hochfest des Leibes und Blutes Christi
Fronleichnam

1. Lesung: Ex 24,3-8
2. Lesung: Hebr 9,11-15
Evangelium: Mk 14,12-16.22-26

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Exodus ist aus dem Kapitel über den Bundesschluss entnommen.

"Mose kam und übermittelte dem Volk alle Worte und Rechtsvorschriften des Herrn. Das ganze Volk antwortete einstimmig und sagte: Alles was der Herr gesagt hat, wollen wir tun. Mose schrieb alle Worte des Herrn auf.“

Wer diese Worte liest und mit der überwiegenden Zahl der Christen der heutigen Zeit vergleicht, ist fast versucht zu sagen: „Wie sich die Bilder gleichen.“ Auch viele der heutigen Christen führen Jesus und Worte von IHM in ihrem Mund, aber nur jene, die ihnen für ihr eigenes irdisches Leben passen und stellen somit die Worte der Offenbarung verkürzt und verfälscht dar. Macht man diese Menschen dann als Seelsorger auf diese Fehldeutungen aufmerksam und weist auf die von Jesus verkündeten Konsequenzen für ihr Fehlverhalten hin, dann verkündet man nicht die Frohbotschaft Jesu sondern eine „Drohbotschaft“. Denn in Wirklichkeit wollen diese Menschen gar nicht die wirkliche, reine, gesunde und wahre Lehre Jesu unverkürzt und unverfälscht hören sondern sich aus den Brocken, die ihnen daraus passen, machen sie sich eine Pseudo-Jesus-Figur und setzen sich eine Lehre zusammenen wie es ihnen passt.

Eines dieser am meist missbrauchten Worte ist das Wort „Barmherzigkeit“, das immer bewusst aus dem Kontext der Offenbarung herausgerissen wird. Dieses Wort wird meist so angewandt, dass es „Barmherzigkeit“ ist, den Menschen in seinen Sünden so zu belassen wie er ist, denn der barmherzige und liebende Gott wird „alles gut“ machen. Nur, dies ist eine Verfälschung der Worte Jesu, denn er hat dieses Wort „Barmherzigkeit“ immer im Zusammenhang mit der Abkehr bzw. Umkehr von den Sünden verwendet. So auch in Mt. 9,12ff: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt:; Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen. um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“

„Um die Sünder zu rufen“, bedeutet, diese vom Weg der Sünde abzubringen, damit sie umkehren, sich zu Gott und zu seinen Geboten und Anweisungen bekehren und von der Sünde ablassen. Dies war die zentrale Aufgabe der Verkündigung Jesu. Darum gibt es in den Evangelien immer wieder die Worte Jesu, vor allem, wenn er jemanden geheilt hatte, „Geh hin und sündige nicht mehr.“ Und genau die Worte Jesus „Geh hin und sündige nicht mehr“ werden sehr oft unterschlagen, denn diese Worte weisen indirekt auf die Konsequenzen hin, die sich daraus ergeben wenn sie nicht eingehalten werden, nämlich den Verlust der Barmherzigkeit Gottes und auf das Gericht hin evt. im schlechtesten Fall sogar auf die ewige Verdammnis.

Auch wenn ich mich wiederhole: Der Spruch Dietrich Bonhoeffers zeigt was wahre Barmherzigkeit ist: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“

Leider hat es sich in den letzten Jahrzehnten in der Kirche bei den Predigten sehr oft eingebürgert, dass die Wahrheit nicht verkündet wird sondern den Menschen nach dem Mund geredet wird, so nach dem Motto „Nur nicht anecken.“ Wesentliche Begriffe, die auch Jesus selbst verwendet hat, wie Sünde, Teufel, Hölle, Verderben, Gericht Gottes usw. werden nicht mehr verwendet sondern es wird zum Beispiel lieber über den Klimawandel oder ähnliches gepredigt oder „wir haben uns alle soooooo lieb“ – also erfolgt statt einer wirklichen Auslegung der Verkündigung Jesu und der Evangelien eine „Liebe-Freude-Eierkuchen“-Predigt“, die die Gläubigen nicht „verärgert.“

Aber Jesus hat es in der Auslegung des Gleichnisses vom Sämann so formuliert: „Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel aus dem Herzen reißt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden.“ (Lk 8,12).

Alle Christen sind aufgefordert dem zu folgen was Jesus sagt, denn „Wer Ohren hat zum Hören, der höre!“ (Lk 8,8b; Mt 13,9):

Der Name des Hochfestes „Fronleichnam“ geht auf die althochdeutschen Worte „fron = Herr“ und „lichnam = (lebendiger) Leib“ zurück.

Und nun zum Evangelium dieses Hochfestes, das aus zwei Teilen besteht und zwar im ersten Teil aus der Vorbereitung des Paschamahles und im zweiten Teil, den für uns wichtigsten Teil, der Einsetzung der Eucharistie durch Jesus.

„Während des Mahles nahm er das Brot sprach den Lobpreis, dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“

Das sind die Worte Jesu mit denen Seine Kirche bis zum heutigen Tag und auch in der Zukunft in der Hl. Messe Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu verwandelt. Dazu werden noch die Worte aus dem Lukas-Evangelium angefügt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“

Und wenn dann die Gläubigen nach der Wandlung auf den Zuruf des Priesters oder des Diakons „Geheimnis des Glaubens!“ mit „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir bis du kommst in Herrlichkeit!“ antworten und am Ende des Hochgebets in voller Überzeugung ihres Glaubens „Amen“ sagen, so bestätigen, dass sie wirklich glauben, dass Jesus das Brot und den Wein in Seinen Leib und in sein Blut verwandelt hat und ER leiblich anwesend ist (Realpräsenz).

Das Fest mit seinem unverkennbar österlichen Charakter bringt Jesu Hingabe bis in den Tod, aber eben auch die Gewissheit seiner Auferstehung zum Ausdruck. Es steht daher der Herr selbst, der im Abendmahl Brot und Wein zum Zeichen seiner Gegenwart gemacht hat, im Mittelpunkt dieses Feste.

Nach dem Alleluja - Vers im Hochamt oder in der feierlichen Messe kann die Fronleichnam-Sequenz gesungen oder gebetet werden. Leider fehlt diese Sequenz heute in den meisten Messen, obwohl sie eine der herrlichsten Schöpfungen des Thomas von Aquin ist und die gesamte kirchliche Lehre über die Eucharistie enthält. Außerdem ist seit der Liturgiereform nicht die gesamte Sequenz vorgeschrieben sondern nur ein Bruchteil dieses Hymnus.

Ich gebe ehrlich zu, dass mir die ursprüngliche Übersetzung des Hymnus wesentlich besser gefällt, als die heutige. Dazu der Beginn der 1. Strophe als Beispiel:

Früher:
„Deinen Heiland, Sion, preise, lobe Ihn in Wort und Weise, der dir Hirt und Führer ist.“ (nach Schott 1963)

Heute:
„Lobe, Zion, deinen Herrn, dem Erlöser der Verirrten, stimme Dank und Jubel an“ (nach Schott 1976)

Wenn wir daher Jesus in der Monstranz durch die Straßen des Pfarrgebietes tragen und ihn als Gläubige begleiten, geben wir einerseits ein wichtiges Zeugnis für unseren Glauben an die Menschen, die uns begegnen, und andererseits wird den Fernstehenden, gleichzeitig in Erinnerung gerufen: „Hier ist der Herr!“

ER, der uns Menschen bis zur Vollendung liebte, der seinen Leib zerbrechen ließ und mit seinem Blut uns mit dem Vater versöhnte, um uns zu erlösen und den Gott auferweckte, in IHM ist die Sünde und der Tod für immer überwunden, wenn wir im IHM im Glauben folgen und Gottes Gebote und Anweisungen in unserem Leben vollziehen.

Amen.
Preis den Herrn!

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37

Freitag, 5. Juni 2015, 15:52

10. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Gen 3,9-15
2. Lesung: 2 Kor 4,13-5,1
Evangelium: Mk 3,20-35

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Genesis ist der zweite Teil des Sündenfalls des Menschen, nämlich die Reaktion Gottes. Adam und Eva haben von der Frucht des Baumes der Erkenntnis gegessen und es gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren.

„Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: „Wo bist du? Er antwortete: Ich habe ich im Garten kommen gehört, da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin und versteckte mich,“

Und im darauffolgenden Dialog zwischen Gott und Adam und Eva beginnt das sehr bekannte Schuldzuweisungsspiel. Adam beschuldigt Eva, dass sie ihn verführt habe und diese gibt die Schuld an die Schlange weiter. Sowohl Adam als auch Eva vergessen aber, dass Gott ihnen beiden das Verbot gegeben hatte vom Baum der Erkenntnis zu essen und es ihr von Gott dem Menschen gegebener freier Wille war, dass sie dieses Verbot missachtet haben. Nicht der andere war Schuld sondern jeder für sich hat die Schuld auf sich geladen.

Und dieses beliebte Schuldzuweisungsspiel der Menschen wird bis zum heutigen Tag gespielt, sei es im beruflichen Leben oder auch im geistigen Leben. Im geistigen Leben ist es die bewusste Sünde, die getätigt wurde und an der immer dann derjenige die Schuld hat, der der angebliche Verführer war. Nur wenn der Mensch nicht bereit wäre sich verführen zu lassen um zu sündigen, würde er auch nicht verführt werden.

Daher ist jeder für seine bewusst getane Sünde selber verantwortlich und soll nicht Ausreden tätigen oder einem Andern die Schuld zuweisen.

In der neutestamentlichen Lesung aus dem Zweiten Korintherbrief des Apostels Paulus bringt der letzte Vers die christliche Hoffnung zum Ausdruck.

„Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch (vor sein Angesicht) stellen wird“ und „Wir wissen: Wenn unsere irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.“

Mit dem „irdischen Zelt“ ist der menschliche irdische Leib gemeint, der im Tod von der Seele verlassen wird und wieder zu Staub wird. Und die christliche Hoffnung ist das Ewige Leben für die Seele bei Gott, die durch das enge Tor gehen wird wenn das irdische Leben in der Nachfolge Jesu war.

Jesus hat es deutlich gesagt: „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt und der Weg dahin ist breit und viele gehen ihn. Aber das Tor, das zum Leben führt ist eng, und der der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.“ (Mt 7,13)

Diese Worte Jesus, die aus den Antithesen der Bergpredigt stammen und diese zusätzlich erläutern sind eine deutliche Warnung an den Menschen. Genauso wie die folgenden Worte: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ und „Dann werde ich ihnen antworten; Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“

Deutliche Worte einer Warnung Jesu an jene Menschen, die glauben sich ihre eigenen Interpretationen der göttlichen Gebote und Anweisungen machen zu können. Also es ist nicht allein maßgebend, wer „Herr, Herr“ zu Jesus sagt sondern das Einhalten seiner Lehre bzw. der Offenbarung Gottes.

Die Evangeliumsperikope ist die Verteidigungsrede Jesu vor den Schriftgelehrten sowie Seine Feststellung wer die wahren Verwandten von ihm sind.

Aus der Verteidigungsrede Jesu ist für mich ein Satz besonders wichtig, da er die heutige Lage der Kirche betrifft.

„Wenn eine Familie gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.“

Die Kirche als der mystische Leib Christi ist wie eine Familie. Wer also gegen die Offenbarung und Lehre der Kirche auftritt, spaltet die Kirche und vermindert ihre Ausstrahlungskraft in die Welt. Dazu muss auch festgestellt werden, dass Jesus dem Petrus, also dem Lehramt, die Binde- und Lösegewalt übertragen hat (Mt 16,19) und die Lehre der Kirche nie im Widerspruch zur Offenbarung steht. Wer zwischen Offenbarung und Lehre der Kirche und ihrer Tradition einen Widerspruch sieht, derjenige hat entweder zu wenig theologische Kenntnisse oder hängt Schriftauslegungen an, die nicht der Lehre entsprechen und im Widerspruch zur Exegese stehen und nicht der gesunden, reinen und wahren Lehre (1 Tim, 2 Tim) entsprechen,

Sicher Jesus hat seiner Kirche prophezeit, „dass die Mächte der Unterwelt sie nicht überwältigen“ werden (vgl. Mt 1618b) und sie wird auch, trotz dieser Spaltungen, weiter bestehen, aber sie muss gegen diese Spalter Kräfte aufwenden, die für wichtigere Aufgaben einsetzbar wären. Selbst der sehr progressive Konzilstheologe Karl Rahner hat in einem Interview einige Zeit vor seinem Tod 1984 festgestellt, „wer nicht mit dem einverstanden ist, was zur katholischen Kirche gehört, sollte den redlichen Charakter haben, die Kirche, die nicht mehr die seine ist, zu verlassen und diese nicht zu unterwandern.“ Und zur katholischen Kirche gehört auch die vom Lehramt vorgelegte Lehre.

Ähnlich ist es mit dem zweiten Teil des Evangeliums über die Verwandten Jesu, wobei die letzten beiden Verse der Perikope wesentlich sind in denen Jesus sagt::

„Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen und sagte:; Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“

Auch hier wieder der Hinweis auf den Willen Gottes, der nur erfüllt wird, wenn Seine Gebote und Anweisungen eingehalten werden. Nur wer diese Forderungen Jesu einhält, der entspricht SEINER Lehre und folgt ihm nach. Also wer Ohren hat, der höre (vgl. Lk 8,8b; Mt 13,9).

Herr Jesus Christus, gib uns immer ein hörendes Herz, das deiner Lehre folgt damit wir zu deiner Familie gezählt werden können. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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38

Donnerstag, 11. Juni 2015, 11:36

11. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Ez 17,22-24
2. Lesung: 2 Kor 5,6-10
Evangelium: Mk 4,26-34

Liebe Schwestern und Brüder in Christus! Liebe Leser!

Die erste, die alttestamentliche Lesung ist aus dem Buch Ezechiel Sie ist aus dem Abschnitt entnommen in dem Gott dem Propheten aufträgt dem Haus Israel ein Rätsel in Form eines Gleichnisses zu verkünden (vgl. Ez 17,1). Grundsätzlich handelt dieses Gleichnis von der Untreue eines niederen Königs gegenüber einem mächtigeren. Dieses Gleichnis-Bild stellt aber zugleich auch die Untreue Israels gegenüber Gott dar. Die in der Lesung verkündeten Verse sind der Schluss dieses Gleichnisses und stellen ein Heilswort über die Wiederherstellung durch Gott dar wenn die Treue zu Ihm wieder in Israel eingekehrt ist.

„Ich mache den hohen Baum niedrig, den niedrigen mache ich hoch, Ich lasse den grünenden Baum verdorren, den verdorrten erblühen. Ich, der Herr, habe gesprochen und ich führe es auch.“

In diesem Heilswort, das Gott rund 600 Jahre vor Christi Geburt an Israel richtet, kann bereits ein prophetischer Vergleich mit einem Vers des „Magnificat“ gezogen werden, in dem Maria sagt: „er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“ (Lk 1,52).

Die Geschichte zeigte es immer wieder. Gott ist zwar geduldig, aber es kommt der Zeitpunkt an dem ER wirkt, wenn der Mensch nicht direkt wirken kann. Wer hätte vor 60 Jahren gerechnet, dass das Terrorregime des Kommunismus zusammenbrechen würde und dann ist das Regime innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit zusammengebrochen. So wird es möglicherweise auch Europa ergehen, denn der Gedanke des vereinten Europas hatte eine christliche Grundlage, die ihm von den Initiatoren gegeben wurde und diese Grundlage wurde in den letzten 20 Jahren von den Linken ad absurdum geführt. Denn der Bezug auf die christlichen Wurzeln und auf Gott wurde ja in den verfassungsmäßigen Verträgen verweigert. Ob die seit Jahren evidente derzeitige Euro-Krise schon die Vorboten dazu sind? Interessant ist ja vor allem, wenn man die Geschichte des 20. Jahrhunderts kennt, dass diese Krise vor allen von jenen Ländern ausgeht, die in diesem Jahrhundert starke Signale des Kommunismus ausgesendet hatten. Griechenland war nach dem Ende des 2. Weltkrieges lange Zeit in den Schlagzeilen weil die Kommunisten dort eine Art Bürgerkrieg führten und Spanien, da kamen die Republikaner, die faktisch Kommunisten waren, anfangs der 1930er Jahr durch Wahlen an die Macht und gingen sofort gegen die Kirche bzw. gegen Priester und Ordensleute vor (viele Märtyrer) und damit gegen Gott vor. Dies löste den Spanischen Bürgerkrieg aus, der dann in der faschistischen Franco-Diktatur endete und nach deren Ende die Linken wieder eine starke Macht hatten, die den Staat negativ beeinflusste. Und die Griechenlandkrise, die durch die unmögliche Haushaltpolitik des Landes ausgelöst wurde und Milliarden Euro-Hilfen erforderten wird nunmehr von den seit Jänner regierenden Kommunisten der von den Geldgebern verordnete Sparkurs nicht eingehalten. Also werden Angehörige bereits seit Jahren Toter weiter deren Pensionen beziehen, wie es vor ca. zwei Jahren bekannt wurde. Und weitere derartige Korruptionsfälle aus Griechenland werden immer wieder bekannt

Natürlich werden derartige Zusammenhänge vermutlich nur jene Menschen aufrütteln, die diese geschichtlichen Hintergrund-Informationen, die zwar Interessierten allgemein zugänglich sind, kennen und dazu den Glauben ins richtige Verhältnis setzen können/wollen.

Während die alttestamentliche Lesung untergründig vor allem politische Fakten anspricht, spricht der Apostel Paulus in seinem Zweiten Korintherbrief die persönlichen Fakten an.

„Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat.“

Mit diesem Satz spricht der Apostel das persönliche Leben jedes Einzelnen an. Hat der Mensch nach den Geboten und Anweisungen Gottes gelebt oder nicht? Hat der Mensch dem Nächsten geschadet und damit gegen die Nächstenliebe verstoßen oder nicht?

Jesus ist barmherzig zu jedem Sünder, der von der Sünde ablässt und zu Gott umkehrt. Aber ER hat auch vom Verderben gesprochen, das jene trifft, die nicht umkehren. Leider wird heute sehr oft genau diese Haltung Jesu den Menschen in den Predigten unterschlagen indem nur verkündet wird wie barmherzig Jesus ist. Aber SEINE Worte über die Umkehr und Abkehr von der Sünde werden bewusst unterschlagen. Die Menschen werden daher von vielen Seelsorgern in die Irre geführt, die sich bei den Menschen einschmeicheln wollen und diesen nach dem Mund reden statt die unverkürzte und unverfälschte Lehre Jesu zu verkündigen. Denn es wird nur von der Barmherzigkeit Gottes gesprochen, dass diese aber als Voraussetzung von der Umkehr und Abkehr der Sünde erfordert, das wird von der Mehrheit der Seelsorger verschwiegen. Diese Seelsorger werden vor dem Richterstuhl Gottes einmal Rechenschaft ablegen müssen über jene Seelen, die durch ihre Predigt verloren gegangen sind.

Auch das Evangelium dieses Sonntags spricht in zwei Gleichnissen dieses Problem an wenn es auch mit dem „Fruchtbringen“ umschrieben ist. Diese beiden Gleichnisse des Evangeliums sind das Gleichnis vom Wachsen der Saat und das Gleichnis vom Senfkorn. Beide sind wie so viele Gleichnisse von Jesu mitten aus dem Leben und aus der Natur gegriffen, um den Menschen das Reich Gottes nahe zu bringen.

Aus dem ersten Blich sind es scheinbar zwei verschiedene Gleichnisse, aber in Wirklichkeit gehören sie doch eng zusammen.

"Die Erde bringt von selbst ihre Frucht" so hören wir im Evangelium.

Jesus will uns damit sagen, dass Gott in jedem von uns ein Samenkorn gelegt hat. Und somit ist jeder von uns die Erde auf die es ankommt, ob jenes Samenkorn gedeihen kann und jene Frucht gedeihen kann, die der Mensch bringen soll. Dass ist dies was Gott von den Menschen erwartet.

Aus der eigener Erfahrung weiß der Mensch, dass die Erde von selbst ihre Frucht bringt, wenn ein Same in die Erde versenkt wurde. Aber der Mensch weiß auch, dass die Frucht nur dann gedeihen kann, wenn die Umgebung und die Umweltbedingungen stimmen.

Und die Frucht, die der Mensch bringen soll, die Frucht, die Jesus meint, ist nicht eine materielle Frucht, ist nicht Besitz und Reichtum, sondern Gottes- und Nächstenliebe.

Jesus hat in der Frohen Botschaft wiederholt darauf hingewiesen. „An Ihren Früchten werdet ihr sie erkennen", so lautet eine dieser Aussagen (Mt 7,16).

Ob nun das in den Menschen von Gott gelegte Samenkorn aufgeht und Frucht bringt, hängt daher weitgehend vom Menschen selbst ab, aber auch von dessen Umwelt.

Die erste und oberste Bedingung damit dieses Samenkorn aufgehen kann, ist der Glaube. Und hier bringt Jesus, das Senfkorn in das Gleichnis ein.

Das Senfkorn ist das kleinste von allen Samenkörnern. Das heißt also für uns: Unser Glaube braucht nur so klein zu sein wie ein Senfkorn, und schon ist die Chance gegeben, dass der Same gedeiht, wächst und am Ende doch reiche Frucht bringen kann.

Aber die weiteren Umweltbedingungen für das Gedeihen liegen in jedem Menschen. Und diese Bedingungen zum Gedeihen des Samenkorns sind nicht unmögliches, nicht abstraktes im Leben eines Menschen sondern sie sind ein Teil dieses Leben.

Die heutige Umwelt ist für das Gedeihen dieses Samenkornes, das der Mensch von Gott erhalten hat, sicher nicht ideal.

Aber jeder Mensch ist in der Lage, wenn er will, sich ein Umfeld zu schaffen, das dem Gedeihen des Samenkornes förderlich ist. Für manchen wird es oft schwer sein sich ein entsprechendes Umfeld zu schaffen, manchen wird es leichter fallen.

Aber wenn für den Menschen der Glaube ein Teil seines Lebens ist und er/sie Jesus wirklich nachfolgen will, wird allein durch die Verheißung der Gnade, die Jesus den Menschen gegeben hat, immer ein gutes Umfeld vorhanden sein.

Aber nicht der Glaube allein ist es also, denn schon im Jakobusbrief heißt es: „Was ist der Glaube ohne die Werke" .(vgl. Jak 2,14.

Der Boden auf dem also das Samenkorn wachsen kann, sind also vor allem die Werke des Menschen.

Sind diese Werke gut, dann ist auch der Boden gut und der Same kann sprossen, gedeihen und wird am Ende eine gute, ja eine große Frucht bringen.

Sind diese Werke aber nicht gut, so ist dieser Boden karg, so kann der Samen kann nicht gedeihen oder nur schwach keimen. In diesem Fall wird die Frucht entweder verkümmert oder sehr klein sein.

Und diese Werke müssen nicht unbedingt materielle Hilfen sein. Ein gutes Wort, ein Trost, eine Handreichung, dort wo es notwendig ist, dies kann jeder Mensch, auch dann wenn die materiellen Möglichkeiten vielleicht sehr eingeschränkt sind. Zu den nicht materiellen Werken gehört es auch einen Sünder bzw. Irrenden mittels der Offenbarung und der unverfälschten und unverkürzten Lehre Seiner Kirche wieder auf den richtigen Weg zurückzuführen. „Meine Brüder, wenn einer bei auch von der Wahrheit abirrt und jemand ihn zur Umkehr bewegt, dann sollt ihr wissen: Wer einen Sünder, der auf Irrwegen ist zur Umkehr bewegt, der rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu.“ (Jak 5,19-20).

Lassen wir also den Samen, den Gott in jeden von uns gelegt hat, aufgehen und bemühen wir uns in unserem Leben jene Erde zu sein, von der Jesus spricht und die die Frucht von selbst gedeihen lässt. Dann wird einstmals zur Zeit der Ernte unsere Frucht entsprechend groß und auch reif sein.

Amen.
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39

Donnerstag, 18. Juni 2015, 16:29

12. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Ijob 38,1.8-11
2. Lesung: 2 Kor 5,14-17
Evangelium: Mk 4,35-41

Liebe Brüder und Schwestern! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Ijob ist ein Teil der ersten Rede Gottes und dessen Antwort an Ijob in der Gott zu den Fragen des Geheimnisses der Schöpfung Stellung nimmt und auf seine Macht verweist, indem Gott zum Meer sprach „Bis hierher darfst du und nicht weiter, hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?“ Es sind dies Worte aus der weisheitlichen Literatur des Alten Orients, die in diesem Text verwendet wurden.

Die Lesung aus dem Zweiten Korintherbrief weist im letzten verkündeten Vers auf das Leben in Christus hin, wenn es heißt: „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte in vergangen, Neues ist geworden.“ Mit den Worten in Christus sein, meint der Apostel, dass ein solcher Christ sein gesamtes Leben nach der Lehre Jesu ausrichtet und sündenlos sein irdisches Leben lebt so wie es auch Jesus getan hatte.

In eine andere Richtung gehen die Worte des Evangeliums. Denn auf den ersten Blick scheint das Evangelium vom Sturm auf den See keinen Bezug zur heutigen Zeit zu haben. Es ist doch nur die Erzählung einer stürmischen Seefahrt bei der Jesus eines seiner vielen Wunder getan hat.

Wenn wir jedoch mit etwas Phantasie über dieses Evangelium nachdenken, werden wir bald merken, dass es in die heutige Zeit passt und faktisch jeden von uns mit unserem eigenen Leben betrifft.

Es ist nämlich das Bild unseres Lebens. Jeder von uns ist so ein Boot, dass im Wirbelsturm des Lebens hin und hergeworfen wird.

Denn jeder von uns hat und hatte während seines Lebens solche Wirbelstürme zu bestehen. Und jeder von uns wird schon irgendwann einmal in seinem Leben das Gefühl gehabt haben, dass er nicht wusste, wie es weitergehen sollte.

Aber es nicht nur das Bild unseres Lebens. Es ist auch das Bild unserer Kirche und des Christentums.

Wer die Kirchengeschichte etwas kennt, weiß, dass es in den vergangenen 2.000 Jahren immer wieder Zeiten gegeben hat, in denen die Kirche dem Bild des im Wirbelsturm hin- und hergeworfenen Bootes entsprochen hat. Auch heute befinden wir uns in einer solchen Zeit.

Faktisch ab dem Zeitpunkt als sich die Apostel nach der Himmelfahrt Jesu zu jener Gemeinschaft zusammengefunden hatten, die wir heute als die Urkirche bezeichnen, hat es diese Stürme gegeben. Denken wir nur an die Briefe des Apostel Paulus, die dieser zwischen 50 und 60 n.Chr. an die christlichen Gemeinden, sowie an Timotheus und Titus geschrieben hatte oder an die Briefe des Apostel Petrus.

Immer ist es um die Lehre Jesu gegangen, die schon damals von Irrlehren bedroht wurde. Schon damals wurde versucht die Lehre unseres Herrn und deren Überlieferung durch die Apostel zu verändern, wie es einzelnen Menschen vielleicht bequemer gewesen wäre. Aus diesem Grund sind zu dieser Zeit auch die Evangelien geschrieben worden, um die mündliche Überlieferung festzuschreiben und das was Jesu gelehrt und wie er gehandelt hat, klarzustellen.

Immer wenn menschliche Interessen und Macht in die Kirche eingebracht wurden, hat es so gestürmt. Alle Kirchenspaltungen der vergangenen Jahrhunderte, sei es betreffend die Orthodoxie, die Protestanten, die Altkatholiken usw., hatten keine andere Ursache als menschliche Machtspiele und Interessen, die es nicht erwarten konnten und wollten, ob und wie der Heilige Geist seine Wirkung entfalten würde und jene Änderungen herbeiführte, die erforderlich geworden sind.

Und so hat es die Jahrhunderte hindurch immer diese Stürme gegeben. Und auch wir können heute sagen: „Wie sich die Bilder gleichen."

Eines ist klar: Die Lehre Jesu war nie und ist nicht bequem, sie ist in ihren Aussagen oft mehr als radikal. Ja die christliche Religion ist keine Schönwetterreligion, die dem Menschen „mundet“ und ihm vollkommen für sein Leben passt.

Die christliche Religion ist eine Lehre, die über der Zeit steht, weil sie den Mensch auf den richtigen Weg zu Gott führen will und die daher ihre Wirkung verlieren würde, wenn sie sich dem Zeitgeist anpasst. Sie ist daher nicht eine Lehre, die nur für die damalige Zeit gegolten hätte, und die für die heutige Zeit einer Neuinterpretation erfordern würde, wie es manche Theologen und Laien in den letzten Jahrzehnten meinen. Denn diese Lehre, die Christus gegeben hat ist und bleibt zeitlos.

Wir lesen im heutigen Evangelium, dass Jesus geschlafen hat, trotzdem es so stürmte und dass die Apostel ihn wecken mussten.

Auch dieses Bild trifft auf die heutige Situation der Kirche zu, in der Jesus zu schlafen scheint.

Von den sogenannten Fortschrittlichen hört man nur, dass fast alles in der Lehre verändert gehört.

Von den Progressiven/Fortschrittlichen/Liberalen höre ich immer wieder: „Wir haben den Heiligen Geist.“ Vor allem aber vermisse ich in den Aussagen dieser Fortschrittlichen: „Beten wir, um zu erfahren, was Jesus wirklich will und was sein Heiliger Geist bewirken kann/will."

Wecken wir doch Jesus auf, der derzeit für seine Kirche und die Christen zu schlafen scheint. Und wie sollen wir ihn aufwecken?

Ganz einfach. Durch das Gebet aus lauterem Herzen.

Und ein Gebet aus einem lauteren Herzen ist ein Gebet, dass die persönlichen Interessen vollkommen hintanstellt und den gemeinsamen Interessen aller Gläubigen und der Kirche, dem mystischen Leib Christi, den Vorrang einräumt und dass eine Kontinuität der Lehre in der Tradition aufbaut und weiterführt.

Wenn daher jeder Christ aus lauterem Herzen für das Gemeinsame in der Kirche betet, dann wird Jesus durch den Sturm dieser Gebete aufgeweckt werden und durch seinen Heiligen Geist werden jene Veränderungen kommen, die unser Herr und Gott für wirklich notwendig findet. Nur werden dann die sehr persönlichen Interessen vieler nicht entsprochen sein, aber der Wille des Herrn geschieht.

Amen.
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40

Dienstag, 23. Juni 2015, 11:42

24. Juni - Geburt des hl. Johannes des Täufers
Hochfest

1. Lesung: Jes 49,1-6
2. Lesung: Apg 13,16.22-26
Evangelium: Lk 1,57-66.80

Liebe Gläubige, liebe Leser!

Aus dem zweiten Gottesknechtlied des Deuterojesaja ist die alttestamentliche Lesung genommen. Der Prophet sieht in seiner Prophezeiung im Gottesknecht den kommenden Messias, also Jesus, auf den alle diese Seher-Worte zutreffen.

„Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen, als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt.“

Wenn auch bei diesem Vers der Vision in erster Linie der Gottesknecht, also Jesus, der Messias, gemeint ist, so trifft dieser Vers sowohl auf den Johannes, den Vorläufer des Herrn, als auch auf jeden Menschen zu. Denn Gott ruft jeden Menschen beim Namen und will in jedem Menschen Wohnung nehmen um ihn auf den rechten Weg zu führen. Gleichzeitig gibt Gott aber dem Menschen die Freiheit sich für IHN oder gegen IHN zu entscheiden. Entscheidet sich ein Mensch gegen Gott dann ist dieser von Gott vorgesehene Platz im Menschen frei und es dringen die negativen Kräfte der Schöpfung in den Menschen ein und führen ihn auf den Weg des Verderbens. Wobei mit dem Weg des Verderbens nicht die dem Menschen allgemein anhaftende Sündenhaftigkeit gemeint ist sondern die destruktive Macht der Finsternis ergreift den Menschen und verführt ihn zu bösen Taten. Geschichtlich seien hier stellvertretend drei Epochen in den letzten drei Jahrhunderten erwähnt in denen diese Gottlosigkeit bzw. der Atheismus sein Haupt erhoben hatte. Zuerst die Französische Revolution, die in Serie die Köpfe rollen ließ und eine Hure als „Göttin der Vernunft“ auf den Altar der Kirche „Notre Dame de la Cité“ inthronisierte und dann die atheistischen Regime der Nazis und der Kommunisten, die Millionen Tote sowohl aus Rassenhass als auch aus ideologischen Gründen forderte. Überall dort wo der Mensch glaubt nur mit seiner „reinen“ Vernunft aber ohne Gott regieren zu können, ist das Destruktive vorgezeichnet und das Gottlose und Dekadente regiert die Welt.

„Ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.“

Diese Worte, die Gott in der Prophetie, zum Gottesknecht spricht und die die Aufgabe Jesus, des Messias, betreffen. ER, der menschgewordene Sohn Gottes, ist das Heil und die Erlösung der Welt. ER ist zwar für alle das Heil und die Erlösung aber nur die vielen, die an IHN glauben und vor allem IHM nachfolgen werden das Heil und die Erlösung erhalten. Und die Nachfolge Jesu bedeutet so zu leben wie ER, Umkehr und Abkehr von der bewussten Sünde und nicht dem Nächsten zu schaden. In diesem Zusammenhang ist vor allem eines interessant, dass für viele Christen die Bergpredigt das „non-plus-ultra“ ist, aber die anschließenden Präzisierungen Jesu in den dazugehörenden Antithesen (Mt 5,13 – 7,28 ) gerne negiert werden. Vor allem die Antithesen über den Ehebruch und die Ehescheidung werden gerne weggeschoben und weil die Lehre der Kirche hier keine Veränderungen zulassen kann, ist sie „unbarmherzig“. Würde die Kirche hier Veränderungen zulassen würde sie die Grundlagen des Glaubens an Christus und seiner Lehre verlassen und diese zeitgeistig verändern. Wer daher so etwas fordert wie zBspl. Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete, die in ständigem Ehebruch leben, beweist, dass es diesem Menschen mit einem christlichen Leben nicht ernst ist sondern er sich seinen Glauben so machen will, wie es ihm passt. Und wenn Hirten meinen aus „pastoralen Gründen“ hier Veränderungen akzeptieren zu können, so ist festzustellen, dass die wahre Pastoral, die leider seit dem 2. Vaticanum etwas unter die Räder gekommen ist, jene wäre, die den Sünder von der Sünde wegzuführt und die Sünde nicht unterstützt oder diese bagatellisiert.. Jesus hat deutlich gesagt: „Hört er (der Sünder) aber auch nicht auf die Gemeinde (= Kirche), dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner“ (Mt 18,17).

Und über die richtige Pastoral hat Dietrich Bonhoeffer festgestellt: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.

In der Lesung aus der Apostelgeschichte werden Teile aus der Rede des Paulus in der Synagoge in Antiochia verkündet, die auf Johannes den Täufer Bezug haben.

Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.“

Diese Worte des Paulus sind jene, die auch im Markus-Evangelium Johannes, der Täufer, sagt (vgl. Mk 1,7b).

Das Evangelium des Hochfestes ist natürlich die Geburt des Johannes und seine Namengebung. „Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte. Nein, er soll Johannes heißen. …. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben sollte. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen.“

Johannes (Jahwe ist gnädig) war jener Name, den der Engel bei der Verkündigung der Geburt des Kindes an Zacharias im Tempel genannt hatte. Nachdem Zacharias dieser Verheißung des Engels nicht glaubte wurde er mit Stummheit bestraft, die erst mit der Namensgebung des Kindes gelöst wurde.

„Das Kind wuchs heran und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.“

Dieser letzte Vers des Evangeliums weist darauf hin, dass bei Johannes nicht vom „Heiligen Geist“ die Rede ist, vielmehr von der Reifung des Propheten zu seinem Auftrag. Gerne wird heute immer wieder darauf verweisen, dass Johannes vermutlich eine enge bzw. unmittelbare Verbindung zur Qumrangemeinde am Toten Meer hatte. Doch dies ist eher nicht der Fall, da diese Gemeinde in Opposition zum Jerusalemer Tempel und dessen Priesterschaft stand und außerdem eine andere Theologie als die Täufer-Bewegung des Johannes aufwies.

Eines dürfte jedoch ziemlich sicher sein, dass sich Johannes und Jesus sicher auch in Kindestagen begegnet sind, wenn auch die Evangelien davon nichts berichten. Denn Elisabeth, die Mutter des Johannes und Maria; die Mutter von Jesus, waren verwandt und pflegten auch Kontakte miteinander sonst hätte Maria Elisabeth nicht besucht wie es das Evangelium berichtet.

Wie überhaupt im Judentum die Pflege der verwandtschaftlichen Bande wichtig ist und diese Verwandte, vor allem jene der gleichen Generation, werden als Brüder und Schwestern bezeichnet. Wer also aufgrund dieser Bezeichnungen meint, dass Jesus leibliche Brüder und Schwestern gehabt haben muss, beweist, dass er von dieser Sachlage des Vorderen Orient nicht sehr informiert ist. Denn bis heute wird diese Ausdruckweise im Orient gerne verwendet, während die leiblichen Geschwister mit „Sohn meiner Mutter“ oder „Tochter meiner Mutter“ bezeichnet wurden/werden.

Der Katholik soll sich daher mit einer derartigen falschen Auslegung nicht in die Irre führen lassen, die gerne von jenen modernistischen Irrlehrern verwendet werden, die nicht in der Lehre der Kirche stehen. Wichtig für einen Katholiken ist daher, dass er der Lehre der Heiligen Mutter Kirche folgt und nicht eigene Interpretationen der Heiligen Schrift vornimmt. Denn nur so ist der Katholik auf dem rechten Weg des Glaubens.

Amen
Preis den Herrn!