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Antworten im Thema: 128 » Der letzte Beitrag (17. November 2016, 16:03) ist von diaconus.

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diaconus

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Donnerstag, 27. November 2014, 10:46

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Hier werden die Sonntagspredigen sowiie fallweise Hochfestpredigen eingestellt.
Preis den Herrn!

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2

Donnerstag, 27. November 2014, 15:20

Lesejahr B
1. Adventsonntag

1. Lesung: Jes 63,16b-17.19b;64,3-7
2, Lesung: 1 Kor 1,3-9
Evangelium: Mk 13,33-37 oder 13,24-37

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Mit dem 1. Adventsonntag beginnt ein neues Kirchenjahr und die Adventzeit, die einen doppelten Glaubensinhalt für den Christen hat. Einerseits ist sie die Vorbereitungszeit auf das kommende Hochfest des Gedächtnisses der Geburt des Gottessohnes (Weihnachten) in unserer Welt und andererseits soll sie die Herzen der Menschen auf die Erwartung des zweiten Kommens Christi am Ende der Zeiten lenken und vorbereiten. Dementsprechend sind die Lesungen und die Evangelien in dieser Zeit.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja ist dem Abschnitt „Das Gebet des Volkes um Gottes Erscheinen“ entnommen.

„Du, Herr bist unser Vater ‚Unser Erlöser von jeher‘ wirst du genannt. Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, sodass wird dich nicht mehr fürchten?“

Diese Worte des Propheten Jesaja, genauer des ‚Tritojesaja, die vor über 2.500 Jahren gesprochen worden sind, könnten direkt in der heutigen Zeit gesprochen worden sein. Denn in den Völkern, die sich als christlich betrachten und der abendländischen Kultur angehören, hat sich eine Verdunstung des Glaubens breitgemacht, die sehr gerne mit dem Begriff „Fortschritt“, dem Humanismus sowie der Aufklärung begründet wird.

Nur dieser sogenannte Fortschritt, dieser sogenannter Humanismus und auch diese sogenannte Aufklärung sind nicht eine solche sondern sie sind in Wirklichkeit Egoismus, Unmenschlichkeit sowie nachweisbare Dekadenz.

Denn der wahre Humanismus ist mit den Worten Gottes in der Heiligen Schrift niedergeschrieben. Eine Kultur, die diesen Worten und Regeln nicht folgt, widerspricht dem Naturrecht, das zugleich göttliches Recht ist. Und eine Kultur, die diesem göttlichen Recht nicht folgt, ist dem Untergang geweiht. Dies hat sich in der Geschichte der Menschheit bereits mehrmals erwiesen, da können auch noch so gute Argumente der Neuheiden bzw. der Atheisten, die für Abtreibung, Euthanasie, Homo-Ehe usw. eintreten, nicht darüber hinwegtäuschen.

Sowohl griechische als auch römische Philosophen und Denker haben in ihrer Zeit davor gewarnt, deren Warnungen wurden nicht gehört und die Kulturen sind untergegangen. Cicero hat es in seinem Buch über die Gesetze (ca. 56 – 51 vChr. verfasst) sinngemäß so ausgedrückt, dass ein Staat, der Gesetze gegen das göttliche Recht beschließt, auch wenn die Mehrheit dem zustimmt, ein „Tyrannenstaat“ ist

„Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, sodass wird dich nicht mehr fürchten?“

Die Antwort auf diese Frage des Propheten Jesaja im Namen des Volkes ist leicht erklärbar. Gott, der Herr, hat dem Menschen einen freien Willen gegeben und der Mensch muss sich für oder gegen Gott entscheiden. Gott zwingt dem Menschen nicht seinen Willen auf, doch muss der Mensch die Konsequenzen tragen wenn er seinem eigenen Willen folgt und nicht dem Weisungen Gottes. Das ganze Alte Testament ist voll von den Konsequenzen, die das Volk Israel zu tragen hatte weil es die Worte Gottes nicht befolgte und seinen eigenen falschen Weg gegangen ist.

Dass der einzelne Mensch oder ganze Völker den falschen Weg gegen den Willen Gottes gehen, hat nur eine grundlegende Ursache: nämlich den Hochmut der Schlange wie Gott sein zu wollen, also eine Verhärtung des Herzens durch Stotz und Egoismus, der heute sehr oft sogar durch falsche Menschlichkeit verbrämt ist. Heute glauben viele Menschen, dass sie ihr Leben gegen Gottes Gebote und Anweisungen ausrichten können und bewiesen damit, dass sie sich in den Fängen der Schlange befinden und wie Gott sein wollen.

„Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände.“

Dieser Satz in der Prophetie des Jesaja ist der Schlüssel für das Wohlergehen des Menschen und der Menschheit. Nur wenn der Mensch, die Menschheit weich wie Ton wird und sich von Gott, dem Töpfer, formen lässt, werden wir das Werk seiner Hände sein und Seinen Verheißungen teilhaftig werden.

Auch die Lesung aus dem Ersten Korintherbrief des Apostels Paulus weist in eine ähnliche Richtung, jedoch mit dem positiven Aspekt, den jene erhalten, die den Worten Gottes folgen.

„Ich danke Gott jederzeit, euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde, dass ihr an allem reich geworden seid in ihm, an aller Rede und aller Erkenntnis. Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt, sodass euch keine Gnadengabe fehlt.“

Der Mensch, der den Worten Gottes folgt, die uns in der Heiligen Schrift und in den Worten Jesu geschenkt wurden, dem wird die Gnade Gottes geschenkt, er wird reich in aller Rede und Erkenntnis sowie wird ihm keine Gnadengabe Gottes fehlen. Nur eines muss dabei beachtet werden, dass die Gnadengaben Gottes oft vom Menschen nicht erkannt werden weil diese seinen Erwartungen oder Wünschen nicht entspricht und anders „gelagert“ sind.

Wird die komplette Perikope des Evangelium vorgetragen, so wird zuerst der Abschnitt vom zukünftigen Kommen des Menschensohnes verkündet, der mit den Worten endet „Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“

Mit diesen Worten will uns Jesus darauf aufmerksam machen, dass jederzeit das große Weltgericht und die Wiederkunft des Menschensohns erfolgen kann. Jederzeit, dass kann noch heute in einigen Stunden, aber auch erst in Tagen, Wochen, Monaten, in einigen Jahren oder auch erst in Tausenden von Jahren sein.

Und genau darauf will uns Jesus mit seiner Aufforderung und Mahnung zur Wachsankeit hellhörig machen.

„Seht euch also vor und bleibt wach! Seid wachsam!“

Wachbleiben, nicht schlafen, so meint es Jesus natürlich nicht, denn er weiß, dass der Schlaf lebensnotwendig ist. Aber, damit ist jener Schlaf gemeint, der für den Menschen biologisch notwendig ist, der der Entspannung und Erholung dient. Jesus meint jedoch das geistige Wachbleiben. Er will, dass unser Glaube und alles was dazu gehört, lebendig bleibt und nicht in einen Pseudoschlaf fällt.

Er will uns damit vor allem sagen, dass wir uns nicht darauf verlassen sollen, zu sagen: „Wir haben noch Zeit!“, denn das Leben geht doch noch weiter, es ist noch nicht zu Ende.

Im Lukas-Evangelium wird es wesentlich deutlicher ausgesprochen. Der reiche Gutsbesitzer, der überlegt eine größere Scheune zu bauen, weil die Ernte gut ist, ihm wird aber von Gott gesagt:

„Du Narr, noch heute Nacht wird dein Leben von Dir zurückgefordert!“ (vgl. Lk 12,20)

Der Schluss, der daraus gezogen werden muss, heißt: „Du sollst jeden Tag so leben, als wäre dieser Tag dein letzter!“

Das meint Jesus mit dem „Wach bleiben!“

Denn wir wissen nicht, wann der Herr des Hauses zurückkommt und von uns über unser Leben Rechenschaft fordert.

Was muss der Mensch also tun, um „Wachzubleiben“. Es gibt vor allem zwei Wege, die Jesus uns für das Leben zeigt.

Der erste Weg ist das Gebet, das den Menschen mit Gott in Verbindung bringt. Und es gibt viele Möglichkeiten diesen Weg zu gehen. Nicht nur das Morgen- und Abendgebet, vor und nach dem Essen. Auch zwischendurch gibt es viele Gelegenheiten ein kurzes Gebet in Gedanken zu sprechen. Sowohl in öffentlichen Verkehrsmitteln aber auch im Stau beim Autofahren kann der Mensch still beten.

Der zweite Weg ist der Weg der guten Taten. Eine gute Tat ist aber nicht nur Geld zu spenden. Natürlich ist eine Geldspende für die dritte Welt eine gute Tat, denn ich kann ja nicht dorthin fahren und dort für die Menschen arbeiten. In meiner Umgebung kann ich sehr wohl gute Taten machen, die oft wichtiger sind als Geld zu spenden. Ein gutes Wort, ein Lächeln, eine persönliche Zuwendung sind oft wichtiger als Geld zu spenden.

Aber es gibt auch noch andere Wege, die Jesus uns übermittelt hat, die aber besondere Charismen erfordern wie zum Beispiel einen Sünder vom falschen Weg zurückzuholen denn „wenn dein Brüder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht.“ (Mt 18,15). Auch bei der Wahrheit bleiben wenn es einen Nachteil bringt oder Gerechtigkeit ausüben sind solche andere Wege.

Jeder Christ sollte daher immer die Worte Jesu beherzigen: „Seid wachsam!“

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft wachsam zu bleiben und die Gebote des Vaters in unserem Leben zu befolgen damit wir den Verheißungen Gottes teilhaftig werden Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
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3

Donnerstag, 4. Dezember 2014, 16:23

2. Adventsonntag

1. Lesung: Jes 40,1-5.9-11
2. Lesung: 2 Petr 3,8-14
Evangelium: Mk 1,1-8

Liebe Brüder und Schwestern! Liebe Leser!

Die Worte der alttestamentlichen Lesung wurden in der babylonischen Gefangenschaft der Israeliten vom Propheten gesprochen, der als der Deuterojesaja bezeichnet wird und sie sprechen vom rettenden Eingreifen Gottes.

„Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn eine Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unsern Gott!“

Die ebene Straße in der Steppe, der Weg durch die Wüste, der für Gott gebahnt werden soll, ist eine Allegorie über das Wesen und der Seele des Menschen, der immer ein Sünder ist Diese ebene Straße der Seele ist die Einhaltung der Gebote und Anweisungen Gottes im Leben, denn nur so kann Gott im Menschen wirken und ihn auf den rechten Weg führen, der zum Heil für den Menschen führt. Und dann wird in der Lesung das Ergebnis einer solchen Haltung verkündet: Aber auch das heutige Evangelium von Markus weist auf diesen Vers im Hinblick auf Johannes, den Täufer, besonderes hin und damit schließt sich der Kreis dieser Prophetie, die damit für alle Zeiten gilt – für die Menschen, die in der babylonischen Gefangenschaft sind, das Volk Israel, für die Ankündigung des Messias durch seinen Vorläufer und für den heutigen Menschen.

„Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen, Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.“

Diese Verheißungen des Buches Jesaja galten nicht nur unmittelbar dem Volk Israel sondern sie sind wie alle Worte Gottes in der Heiligen Schrift zeitlos. Dies haben schon die Christen der Urkirche erkannt und auch Jesus hat immer wieder in seinen Reden Worte der Propheten verwendet.

Jedem Menschen, also allen Sterblichen, offenbart sich die Herrlichkeit Gottes, des Herrn, wenn er mit offenem Herzen die Heilige Schrift liest und sie bedenkt. Auch wenn manche Zungen behaupten, dass Gott im Alten Testament ein strafender, rächender und somit ein unbarmherziger Gott ist, so beweisen diese Menschen damit nur, dass diese Menschen den Hintergrund und den Zusammenhang nicht verstehen können oder wollen.

Vielmehr glaube ich, dass die Mehrheit dieser Menschen, die nur einen rächenden, strafenden Gott im Alten Testament sehen wollen, selbst nie versucht haben in ihrem Leben voll nach den Geboten Gottes und seinen Weisungen zu leben sondern sich ihr Leben nach dem eigenen Willen gestalten wollten. Und genauso hat Israel damals auch gegen die Gebote und Weisungen Gottes gehandelt und sich damit selbst als Konsequenz die negativen Auswirkungen seiner Handlungen zugezogen, die dann in der Heiligen Schrift als Strafe beschrieben wurden.

Wer diese Texte des Alten Testaments im Kontext liest kann gar nicht zu einer anderen Schlussfolgerung kommen. Denn auch im Alten Testament ist Gott ein barmherziger und die Menschen liebender Gott, der nur das Beste für seine Geschöpfe will, denn seine gegebenen Gebote und Weisungen sind einhaltbar. Nur das Böse im Menschen bringt den Menschen immer wieder auf den falschen Weg in seinem Leben, und er handelt gegen die Weisungen und Gebote Gottes und damit muss der Mensch die sich daraus ergebenden Konsequenzen tragen, die er dann als Strafe Gottes ansieht und dabei vergisst, dass er selbst es war, der sich selbst durch sein Handeln diese Reaktion zugezogen hat.

„Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, er sammelt sie mit starker Hand.“

Ja, Gott ist der Hirt seiner Herde, die die ganze Menschheit umfasst und die ER mit starker Hand auf seiner Weide sammeln will, wobei diese Weide Gottes die Erde ist, die er den Menschen zur verantwortungsvollen Nutzung übergeben hat (vgl. Gen. 1,28 ).

„Verantwortungsvolle Nutzung“ der Erde, auch davon hat sich der moderne und industrialisierte Mensch längst verabschiedet. Denn Monokulturen, d. h. keine Fruchtfolge am Ackerboden, die immer mehr künstlichen Dünger benötigen, das Abbrennen der Regenwälder um Weideplätze usw. zu erhalten und die damit Klimaveränderungen hervorrufen, Nahrungsmittel (Mais, Weizen) als Treibstoff zu verwenden und so manche andere derartige unnatürliche Auswüchse der heutigen Zeit sind nicht als verantwortungsvolle Nutzung der Erde zu betrachten.

Es gibt genug veröffentlichte wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die Erde ohne weiteres mehr als 10 Milliarden Menschen ernähren könnte wenn die Ressourcen gerecht verteilt würden Es stellt sich somit immer mehr die Frage: Ist der derzeitige Fortschritt der Menschheit im Sinne Gottes oder seines Widersachers? Wenn der Mensch diese Frage im Zusammenhang mit der Heiligen Schrift betrachtet, so muss dies eher in Richtung des Widersachers gesehen werden. Allein die Abtreibung, Euthanasie, die Herabwürdigung der Ehe und der Anstieg der Scheidungszahlen, auch in christlichen Kreisen, sind Anzeichen dafür, dass der Widersacher Gottes immer mehr die Welt beherrscht und immer mehr der Menschen zum Werkzeug des Teufels geworden sind.

Die zweite Lesung, die neutestamentliche, aus dem zweiten Petrusbrief beschäftigt sich mit der zweiten Wiederkunft des Herrn, die in den Augen der Menschen der apostolischen Zeit sich verzögerte.

„Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheißung, wie einige meinen, die von Verzögerung reden; er ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren. Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb.“

Dieser Brief des Petrus kann in weiteren Sinn auch als Testament des Petrus an alle Christgläubigen verstanden werden. Einerseits enthält der Brief Warnungen vor Irrlehrern und anderseits will er die Christen, auch in unserer Zweit stärken, die auf die Wiederkunft des Herrn warten.

Die Aussage „der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb“ weist darauf hin, dass der Zeitpunkt der Wiederkunft Christi vollkommen unbekannt ist aber jederzeit eintreten kann, denn auch ein Dieb kommt zu einem unbekannten Zeitpunkt, also dann wenn ihn niemand erwartet. Damit will der Apostel darauf hinweisen, dass der Christ jederzeit so leben sollte, dass er dem Herrn immer gegenübertreten kann. Petrus verweist damit indirekt auch auf die Aussage Jesu in Mk 13,32, „dass weder die Engel noch der Sohn sondern nur der Vater den Tag und die Stunde kennt.“

Diese Warnung des Apostels Petrus sollte sich jeder Christ zu Herzen nehmen und daher immer so entsprechend leben, dass er jederzeit dem Herrn gegenübertreten könnte.

Als Evangelium wird an diesem 2. Adventsonntag der Beginn des Markusevangeliums verkündet. Die Perikope stellt Johannes, den Täufer, in den Mittelpunkt, der der Vorläufer des Sohnes Gottes ist.

„Ich sende meinem Boten vor dir her, er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“

Mit diesen Worten verwies der Evangelist Markus auf den Propheten Jesaja, der schon einige Jahrhunderte vorher auf das Kommen des Messias hin und dass diesem ein Vorläufer vorangeht – wie auch bei alttestamentlichen Lesung bereits erwähnt. Johannes, der Täufer, weist daraufhin, dass er nur der Vorläufer desselben ist und nicht mehr, dass er nur mit Wasser tauft, während jener, der nach ihm kommt mit dem Heiligen Geist tauft. Dieser Vers lautet:

„Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.“

Johannes verweist vor allem darauf, dass er nur mit Wasser getauft hat, wörtlich heißt es im Original „Taufe der Umkehr“.

„Umkehr“ ist das zentrale Thema nicht nur bei Johannes, dem Täufer, sondern im gesamten Neuen Testament, denn Jesus hat an vielen Stellen zu den Menschen gesagt „geh hin und sündige nicht mehr“ und forderte sie damit auf von der Sünde abzulassen und damit zu Gott und seinen Geboten umzukehren.

Und auch für uns heutige Menschen ist die Umkehr zu Gott das zentrale Lebensthema als Christ. Denn wir Menschen sind schwach und sündigen immer wieder, daher müssen wir immer wieder, vielleicht sogar oft täglich, „umkehren“ um den richtigen Weg zu finden und ihn gehen zu können. Denn wie sagte Jesus, „das Tor, das zum Leben führt ist eng; aber das Tor ist weit, das ins Verderben führt.“ (vgl. Mt 7,13.16).

Damit will uns Jesus eindringlich aufmerksam machen, dass der Weg breit und das Tor zum Verderben weit ist und dass damit die Sünde gemeint ist, die uns von Gott wegführt. Denn der Weg ist schmal und das Tor eng, das zum ewigen Leben bei Gott führt wie Jesus sagt, denn auf diesem schmalen Weg kann jeder leicht durch die Sünde vom Weg abrutschen. Jeder Bergsteiger bzw. Bergwanderer weiß, dass er auf einem engen bzw. schmalen Steig leicht ausrutschen und auch abstürzen kann. Wie so oft hat Jesus auch hier ein Gleichnis aus dem menschlichen Leben zur Verdeutlichung verwendet.

Hüten wir uns als Christen, dass wir auf dem engen Weg, der zu Heil und zum ewigen Leben bei Gott führt, durch die Sünde ausrutschen, vom Weg abkommen und damit des ewigen Lebens bei Gott verlustig gehen.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft, dass wir den Geboten und Weisungen Gottes folgen und bei Notwendigkeit auch umkehren können, damit wir auf dem engen Weg bleiben und das enge Tor zum ewigen Leben durchschreiten können. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit, der Du mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist, lebst und herrschst in alle Ewigkeit.

Amen.
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Sonntag, 7. Dezember 2014, 11:18

Maria Empfängnis - 8. Dezember

1. Lesung Gen 3,9-15.20
2. Lesung Eph 1,3-6.11-12
Evangelium: Lk 1,26-38

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Als alttestamentliche Lesung wird der Sündenfall von Adam und Eva berichtet, die in einfacher und bildhafter Sprache die erste Sünde des Menschen und die daraus entstehenden Folgen für den Menschen darstellt. Die Schlange ist das Symbol des Bösen, des Teufels, der die Menschen gegen die Weisungen Gottes verführt und der dem Menschen Stolz, Egoismus, Auflehnung, Ungehorsam usw. eingibt, sodass der Mensch, aufgrund des ihm von Gott gegebenen freien Willen, böse handeln kann und daher auch oft so handelt. Und diese Ursünde ist als Erbsünde im Menschen unverändert enthalten und beeinflusst sein Leben ununterbrochen.

Aus dem Epheserbrief des Apostel Paulus wird der Beginn von Gottes Heilsplan verkündet, der für den Christen ein Teil seines Lebens ist und ihm die Verheißungen Gottes zuspricht, die der Christ erreichen kann wenn er ein gottgefälliges Leben führt.

„Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.“

Diese beiden Verse sind der Schlüssel für die Verheißungen, dass uns Gott nach dem irdischen Leben in sein Reich holt und damit uns Ewiges Leben schenkt.

Die Gemeinschaft mit Christus im Himmel wird durch die Taufe begründet, der uns seinen Heiligen Geist gegeben hat, damit wir ein Leben leben, das heilig und untadelig vor Gott ist. Die nicht mehr verkündeten folgenden beiden Verse des Epheserbriefes weisen auf Christus hin, dessen Lehre für das Erreichen der Verheißungen Gottes erforderlich ist. Diese beiden nichtverkündeten Verse lauten:

„Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung, durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt. Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit.“

Im Detail geht der Apostel in diesem Brief auf die Forderungen der Lehre Jesu nicht ein, da Paulus berechtigterweise davon ausgeht, dass die Gläubigen an die dieser Brief gerichtet wurde, diese Lehre detailliert für ihr Leben kennen.

Außerdem ist bei diesen Aussagen Paulus zu berücksichtigen, dass dieser Brief die theologisch bedeutendsten Aussagen über die Kirche enthält, die im Heilsplan Gottes ein wesentliches Element sind und, obwohl sie eine Kirche der Sünder ist, für die Vermittlung des Heils erforderlich ist. „Ohne Kirche kein Heil!“ so lautet die Aussage, die in der Tradition der Kirche steht und fast zweitausend Jahre verkündet wurde bis vor rd. 50 Jahren damit begonnen wurde diese Aussage zu unterdrücken.

Leider hat sich die pastorale Lage für die Gläubigen in der Kirche so geändert, dass sehr oft weder im Religionsunterricht, noch in Katechesen oder in Predigten die unverkürzte und unverfälschte Lehre Jesu verkündet wird und die Gläubigen damit „im Regen“ stehen gelassen werden.


Das Evangelium ist, wie immer, am „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ das Evangelium von der Verkündigung an Maria durch den Erzengel Gabriel.

„Denn der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.“ Und „Für Gott ist nichts unmöglich.“

Das sind die wichtigsten Sätze in diesem Evangelium von der Verkündigung. Es sind aber auch jene Sätze, die Nichtglaubende und Zweifler für unwirklich erklären, weil es vom menschlichen Verstand allein her unmöglich ist, das Geschehen zu begreifen. Es wird damit vor allem das Wirken des Heiligen Geistes Gottes bezweifelt, der für Ungläubige oder Schwachgläubige nicht existent ist,
Doch jeder wirklich im Glauben stehende weiß, dass für Gott nichts unmöglich ist. Ja, dass sein Heiliger Geist immer die Welt durchweht und auch heute wirkt.

Denken Sie an die erfolgten und anerkannten Wunder in Lourdes und Fatima, an die guten Früchte, die in Medjugorje und an anderen Orten sichtbar werden, die nur durch die Kraft des Heiligen Geistes möglich sind. Wenn es sich dabei um Orte handelt wo die Gottesmutter verehrt wird, so ist Maria, die Gottesmutter, die Fürsprecherin und Mittlerin dieser Gnaden, die jedoch von Gott und Seinem Heiligen Geist gewirkt werden. Und wirken kann der Heilige Geist, der von Gott und seinem eingeborenen Sohn ausgeht, nur dort wo er auf ein hörendes und offenes Herz trifft, das im Glauben fest steht.

Und über die Wirkungen des Heiligen Geist gibt es auch bei vielen Gläubigen oft Unsicherheiten vor allem die Frage „kommt eine Wirkung oder Handlung von Gott oder nicht“.

Ich höre immer wieder die Frage: „An was erkenne ich, dass etwas von Gott ist, dass es das Wirken seines Heiligen Geistes ist?

Im 4. Kapitel des 1. Johannesbriefes wird über die Unterscheidung der Geister geschrieben. Hier schreibt der Apostel Johannes,, dass jeder Geist, der bekennt, dass Jesus im Fleisch gekommen ist, aus Gott ist. Aber auch an den Reaktionen im Menschen erkennt man, ob es das Wirken von Gottes Geist ist oder nicht.

Hinsichtlich der Kirche erkennt man das Wirken des Heiligen Geistes, wenn Veränderungen in der Kirche auf Basis der Lehre Jesu, also auf dem Alten und Neuen Testament und der Tradition der Kirche aufbauen und nicht dem entgegensehen. Jene Forderungen, die heute oft in der Kirche gestellt werden, die nicht auf dieser Basis gründen und sehr oft sogar fast ultimativ vorgebracht werden, sind sicher nicht vom Heiligen Geist initiiert sondern rein menschliches Wirken bzw. Gedankengut.

Wie Reformen in der Kirche begonnen haben, zeigt die Kirchengeschichte, sei es die Reform, die von Cluny ausging oder die Reformen, die von Franz von Assisi oder von Teresa von Avila initiiert wurden, um nur diese zwei zu nennen. Diese begannen ohne große Manifeste wie der „Aufruf zum Ungehorsam“ oder großen Dialogveranstaltungen sondern eher unspektakulär im Gebet und ruhigen Vorbringen sowie vor allem im Beispiel durch das gelebte Leben. Außerdem nahmen viele Heilige oft arge Nachteile bis zur Schmach auf sich bis sich ihr Anliegen dann durchsetzte. Ich denke hier vor allem an einen von ihnen, Josef von Calasanz mit dem ich mich aus einer meiner Tätigkeiten verbunden fühle.

Daher kann der Heilige Geist nur dann im Menschen wirken, wenn er offen für Gott ist und ein hörendes Herz hat. Dazu gehört vor allem das ständige freiformulierte Gebet und die Bitte um Erkenntnis vom Willen Gottes sowie den Willen Gottes anzunehmen. Nur wenn ich so mein Herz für Gott geöffnet habe, dann kann Gott in mir Wohnung nehmen und mich auf seinen Weg führen.

Jesus fordert immer eine klare Entscheidung vom Menschen, ein „JA“ oder „NEIN“ kein „Ja, aber….“. Das machen auch die Worte an die Gemeinde von Laodizea klar: „Ich kenne deine Werke, Du bist weder kalt noch heiß, Wärest du doch kalt oder heiß Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien“ und „ Mach also Ernst und kehr um“ sowie „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir“ (vgl. Off 3,14 ff)

Wir sollen also als Christen diese Worte beherzigen und immer eine klare Entscheidung im Glauben treffen damit der Heilige Geist mit seinen Gnaden in uns wirken kann und wir den richtigen Weg im Leben gehen und so das Ewige Leben bei Gott erhsalten.

Heilige Jungfrau Maria, Mutter Gottes, Mutter der Kirche und Mutter der Gläubigen, halte Fürsprache bei deinem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, dass wir immer ein offenes und hörendes Herz haben damit wir der Gnaden Deines Sohnes teilhaftig werden und den schmalen Weg zum Heil gehen können.

Amen.
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Donnerstag, 11. Dezember 2014, 17:30

3. Adventsonntag (Gaudete)

1. Lesung Jes 61,1-2a.10-11
2. Lesung 1 Thess 5,16-24
Evangelium Joh 1,6-8.19-28

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Der heutige 3. Adventsonntag hat die Bezeichnung „Gaudete“, d. h. „Freuet euch. Diese Bezeichnung kommt aus dem Eingangsvers (Introitus) der Heiligen Messe.

„Die frohe Botschaft des Gesalbten Jahwes“ ist die Kapitelüberschrift des Abschnittes, der in der alttestamentlichen Lesung verkündigt wird,

„Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“

Diese Worte, die der Prophet Jesaja, genauer der Tritojesaja, an die vom babylonischen Exil heimgekehrten Israeliten richtet, sind die Eigenschaften des zu erwartenden bzw. kommenden Messias, der sein Volk befreien und ihm das Heil schenken wird

Erst durch die Geburt Jesu wurden diese Worte nach mehreren Hundert Jahren Wirklichkeit und der greise Simeon hat bei der Darstellung Jesu im Tempel mit den Worten „denn meine Augen haben das Heil gesehen“ darauf hingewiesen, dass mit Jesus das Heil gekommen ist. Und das Wirken Jesu wie es im Neuen Testament beschrieben ist, entspricht dann dieser Prophezeiung des Sehers und bestätigt damit, dass ER, Jesus, der Gesalbte Gottes ist.

„Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott .Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit“

Diese Worte weisen einerseits auf Jesu aber auch andererseits auch auf Maria hin, denn im Stundengebet der Marienfeste werden diese Worte als Lesung verwendet. In Gewänder des Heils und in den Mantel der Gerechtigkeit ist sie, Maria, bekleidet weil sie ab der Empfängnis durch ihre Mutter Anna durch Gott von der Erbschuld bewahrt sündenlos gelebt hat.

Im übertragenen Sinn gelten diese Worte sogar für jeden Christen, denn wenn dieser in der Beichte von seinen Sünden losgesprochen wird, dann ist er zu diesem Zeitpunkt mit den Gewändern des Heils und mit dem Mantel der Gerechtigkeit bekleidet, weil er sündenlos ist.

Das Wort Gottes, die Heilige Schrift, wird oft in Allegorien, in bildhafter Sprache und Symbolen den Menschen nahe gebracht so wie ja auch Jesus seine Zuhörer sehr oft in Gleichnissen, die aus dem Leben der Menschen kamen, gelehrt hat. Dies sollte jeder Christ bedenken, der die Bibel liest oder Ausschnitte davon hört. Aber wirklich vertraut mit der Sprache der Heiligen Schrift wird nur jener, der täglich in der Bibel liest und darüber nachdenkt (meditiert).

Die zweite Lesung aus dem Ersten Thessalonicher Brief des Apostels Paulus sind Anweisungen für das Gemeindeleben und sollten auch von uns immer und jederzeit berücksichtigt werden. Vor allem die Anweisungen: „Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört. Löscht den Geist nicht aus. Prüft alles und behaltet das Gute! Meidet das Böse in jeder Gestalt!“ sollten täglich unser Leben begleiten damit es so gelingt wie es einem Menschen anstehen sollte, der Jesus nachfolgen will.

„Meidet das Böse in jeder Gestalt“ und „löscht den Geist nicht aus“ haben sogar eine unmittelbare Verbindung zueinander, denn wer bewusst sündigt, also das Böse nicht meidet, der löscht zugleich das Wirken des Heiligen Geistes in seinem Leben aus wobei sich die negative Wirkung dabei noch zusätzlich verstärkt wenn diese Sünde einen Nachteil dem Nächsten bringt, also ein Verstoß gegen die Nächstenliebe ist.

Außerdem hörten wir in Lesung aus dem Thessalonicher-Brief des Apostels Paulus.

„Freuet euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass!“

Paulus fordert uns damit auf uns jederzeit zu freuen und ohne Unterlass zu beten. Diese Freude im Glauben soll aber nicht nur dann sein, wenn ich in meinem Leben keine Probleme habe, sondern auch dann, wenn schwerste Probleme in meinem Leben gegenwärtig sind.

Ebenso ist es mit dem Beten. Ich soll also nicht nur dann beten, wenn ich mir von Gott Hilfe erhoffe, sondern auch dann, wenn in meinen Leben keine Probleme sind. Dann kann ich Gott danken, loben und preisen. Nur dieses Danken wird sehr oft vergessen. Und wenn ich Gott loben und preisen kann, auch wenn meine Probleme mich niederdrücken, dann habe ich die Forderung des Paulus erreicht.

Der hl. Johannes Chrysostomus hat es so gesagt: „Wer sich ‚im Herrn’ freut, kann durch keinen Zufall um diese Freude gebracht werden.“

Diese Freude und das ständige Gebet sollte also die Lebenshaltung einer christlichen Gemeinde sowie jedes Christen sein.

Im griechischen ist das Wort für Freude „charis“ und erinnert daran, dass es eine Gabe Gottes, also ein Charisma ist.

Im Evangelium dieses Sonntags gibt Johannes der Täufer Zeugnis für Jesus ab. Als er von den Abgesandten des Tempels in Jerusalem gefragt wurde, wer er sei, ob der Messias, Elija oder der Prophet bekannt er: „Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.“

Johannes, der Täufer bekennt damit, dass er nur der „Vorläufer“, der Ankünder, des kommenden Messias sei und dass „nach mir kommt einer, dem ich nicht wert bin, ihm die Schuhe aufzuschnüren.“ (vgl. Vers 26). Mit diesen Worten will Johannes darauf verweisen, dass der kommende Messias so mächtig, wichtig und herrschaftlich ist, dass selbst der geringste Sklave als Mensch es nicht wert sei, ihm zu nahen oder ihn zu berühren. Auch hier verwendet Johannes wieder ein Bild bzw. ein Gleichnis um die Bedeutung des Kommenden zu unterstreichen.

Aber die Worte des Johannes haben eine Bedeutung auch in unserer Zeit. Denn mit den Worten des Propheten Jesaja „Ebnet dem Herrn den Weg“ ist für uns Christen der Auftrag verbunden, für das Reich Gottes auf Erden zu arbeiten und dafür Zeugnis in der Welt zu geben.

Dieser Auftrag, diese Aufgabe, ist einerseits leicht zu erfüllen, aber andererseits mit Widerwärtigkeiten verbunden. Dass haben schon seinerzeit die Märtyrer der Urkirche erfahren und wir erfahren es auch in der heutigen Zeit in der das Neuheidentum wie Esoterik, das New Age im Vormarsch ist und auch der Atheismus überall sein Haupt erhebt.

Schon in der letzten Seligpreisung der Bergpredigt hat Jesus schon darauf hingewiesen, dass das Zeugnisgeben mit Angriffen verbunden sein wird, da seine ungekürzte und unverfälschte Lehre nicht im Einklang mit der Welt steht. Jesus hat eindeutig in der Seligpreisung gesagt:

„Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut auch und jubelt: Eurer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.“

Und aus dem Leben Jesu muss die Seligpreisung ergänzt werden, dass nicht nur die Propheten verfolgt wurden sondern auch ER selbst und ER diese Verfolgung auf sich nahm um die Menschheit zu erlösen und mit Gott, dem Vater, zu versöhnen.

„Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15,20) so die prophetischen Worte Jesu, die seine Jünger betreffen, die IHM nachfolgen.

Wer als Christ Zeugnis für Jesus und seine Kirche abgibt und dies in aller Öffentlichkeit vertritt, der muss auch heute mit Angriffen, Schmähungen, Beschimpfungen und Diskriminierungen rechnen, in anderen Ländern sogar mit dem Tod.

Aber diese Angriffe und Widerwärtigkeiten werde ich als Christ nur dann aushalten, wenn ich mich „jederzeit im Herrn freue und ohne Unterlass bete“. Und damit schließt sich dieser Kreis von Freude, Gebet und Zeugnis.

Und so muss ich mir als Christ immer wieder die Frage stellen: Wie erfülle ich in meinem Leben diese Forderungen? Verkünde ich die Worte der Heiligen Schrift unverkürzt und unverfälscht oder gleiche ich es dem Zeitgeist an in dem ich es anpasse, bete ich ständig und hole mir damit jene Kraft, die ich für mein Leben und meiner christlichen Aufgabe im Leben und in der Welt brauche sowie gebe ich jederzeit ein Zeugnis des Glaubens und der christlichen Lehre ob gelegen oder ungelegen wo es erforderlich, oder bin ich ruhig oder heule ich sogar mit den Feinden des Glaubens mit um nicht aufzufallen.

Herr Jesus Christus, gib mir immer die Kraft und den Mut dafür einzutreten um den Glauben an dich zu bezeugen, der du lebst in Einheit mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 18. Dezember 2014, 16:16

4. Adventsonntag

1. Lesung 2 Sam 7,1-5.8b-12.14a.16
2. Lesung Röm 16,25-27
Evangelium Lk 1,26-38

Liebe Gläubige, liebe Leser!

Die erste Lesung aus dem zweiten Buch Samuel ist die Nathan-Verheißung an David und sie bildet die Grundlage für das dauernde Bestehen der Daviddynastie und somit auch für die messianische Erwartung des Volkes Israel.

„Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.“

Diese Worte der Prophetie, die Nathan an David im Namen Gottes richtete, hatten eine doppelte Bedeutung. Einerseits sind sie direkt an David gerichtet und verheißen ihm, dass seine Dynastie auf ewig bestehen wird und andererseits sind sie zugleich die Verheißung, dass der kommende Messias aus dem Geschlecht, Davids stammen wird.

Aber erst nach fast 1.000 Jahren wird die Prophetie Nathans Realität, denn dann wird Jesus aus dem Geschlecht David geboren und ER ist der Messias, auch wenn ER sich selbst immer nur als den Menschensohn bezeichnet hat.

Diese Verse aus dem zweiten Buch Samuels sind einer jener Stellen des Alten Testaments, die bereits auf das kommende Neue Testament hinweist; sie sind aber sicher die älteste Verheißung auf den kommenden Messias.

Weitere besondere Hinweise auf den Messias und das messianische Reich sind in den Prophetien des Jesaja, Ezechiels, Micha und Sacharja enthalten. Und so zieht sich die Verheißung über Jahrhunderte hin bis sie Wirklichkeit wird.

Aber dann erfüllt sich die Verheißung anders als es die Juden erwarten. Sie erwarteten, dass das messianische Reich in Palästina, in Israel, aufgerichtet wird. Aber dann welche Enttäuschung für das Vlk Israel, das messianische Reich ist nicht von dieser Welt, kein Reich in der Welt, sondern das himmlische Reich. Die Juden erhofften sich vor allem eine Befreiung von der Fremdherrschaft aber es kommt nicht die Befreiung von der Fremdherrschaft sondern es bringt die Befreiung von der Sündenlast des Menschen, die Erlösung. Irdisch gesinnte Menschen haben es damals vor 2.000 Jahren nicht begriffen und sie begreifen es auch in der heutigen Zeit nicht, denn diesen Menschen ist der Zeitgeist, das Materielle, der Konsum von Gütern wichtiger.

Und so ist für die Mehrheit der Menschen Weihnachten das „Fest der Geschenke“ und nicht das Fest der Geburt unseres Erlösers, der für uns das Kreuz auf sich genommen hat und uns durch sein Blut mit Gott, dem Vater, versöhnt hat.

Nur wenn der Mensch das Materielle in den Vordergrund seines Lebens stellt dann bleibt in seinem Inneren eine Leere, die mit noch mehr Konsum und Spaß gefüllt werden soll und doch sehr geschwind wieder zur Leere führt. Das ist wie bei einer Spirale.

Erst wenn ich Gott und den Glauben in die Mitte meines Lebens stelle, dann wird diese Leere ausgefüllt und ich bin wahrhaft der Mensch, der das Ebenbild Gottes wiederspiegeln kann wenn ich nach den Geboten und Weisungen Gottes lebe.

Anderes beinhaltet die zweite Lesung, die den abschließenden Lobpreis aus dem Römerbrief verkündet.

„Ehre sei dem, der die Macht hat, euch die Kraft zu geben – gemäß meinem Evangelium und der Botschaft von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung jenes Geheimnisses, das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war.“

Die Form dieses Lobpreises entspricht der alten jüdischen Tradition und erörtert wesentliche Grundlagen unseres christlichen Glaubens. Es ist ein Lobpreis, den die judenchristlichen Gemeinden sicher als Gebet und auch im Gottesdienst verwendet haben. Vor allem der Schluss ist auch für uns heutigen Menschen, ein Lobpreis, den wir immer wieder beten sollten.

„Ihm, dem einen weisen Gott, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit!“

Unser Gebet ist meistens ein vorformuliertes Gebet an das sich oft nur ein Bittgebet anschließt in dem wir meist um die Erhörung unserer Bitten und Fürbitten bitten aber den Dank und den Lobpreis vergessen wir fast immer. Dabei ist der Dank und der Lobpreis an Gott äußerst wichtig, denn nur darin drückt sich unsere Liebe und Verehrung des Dreieinigen Gottes aus.

Das Evangelium des 4. Adventsonntags stimmt uns auf das Fest der kommenden Geburt unseres Herrn ein und verkündet die Verheißung an Maria, dass sie die auserwählte Magd des Herrn ist, durch den Engel.

„Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.“

Die Formulierung „er wird groß sein“ weist auf die göttliche Abstammung hin, dass dieses Kind vom Heiligen Geist geschaffen und somit ein schöpferischer Akt Gottes ist.

Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass der Glaube an eine jungfräuliche Empfängnis des Messias bzw. Sohn Gottes dem hellenistischen Judentum aber auch den zeitgenössischen Mysterienreligionen nicht fremd war, sodass der Glaube daran sowohl für Juden als auch für Heiden kein Problem darstellte.

Auch für unsere aufgeklärte Zeit sollte die „Jungfrauengeburt“ kein Problem darstellen, da es sogar in der Natur, in der Tierwelt, die Jungfernzeugung gibt.

„Denn für Gott ist nichts unmöglich“ sagte der Engel und bezieht sich dabei darauf, dass Elisabeth, die schon im fortgeschrittenen Alter war und als unfruchtbar galt, bereits im sechsten Monat schwanger ist.

Wir Menschen werden mit unserem beschränkten Wissen nie die Möglichkeiten des Schöpfers voll ausloten können und begreifen. Einer meiner Theologieprofessoren meinte dazu, dass jeder, der alles wissenschaftlich bewiesen haben will, nie die Größe Gottes begreifen wird. Und dazu muss gesagt werden, dass die Realität in der Wissenschaft, vor allem der Naturwissenschaft, immer wieder ergibt, dass nach der Klärung einer Frage sich dann sofort weitere Fragen auftun, die der Klärung bedürfen. So wie Gott die Menschen schrittweise an sein Geheimnis in der Heiligen Schrift führte, so ist es auch mit der Naturwissenschaft. Der Mensch wird nie die Schöpfung Gottes voll begreifen und wenn er noch so viel forscht und Thesen erarbeitet; ein Rest wird immer geheimnisvoll bleiben, denn „für Gott ist nichts unmöglich“ und für den Menschen nur im Glauben an Gott begreifbar.

Herr Jesus Christus, Sohn des Vaters, du bist Mensch geworden um die Menschheit, die verloren war und unter der Sünde litt, auf den Weg zu Gott, zum Vater, zu führen und ihr klar zu machen, dass nur ein Leben nach den Geboten und Weisungen Gottes dieser Weg ist. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Mittwoch, 24. Dezember 2014, 12:37

Hochfest der Geburt des Herrn
In der Heiligen Nacht

1. Lesung: Jes 9,1-6
2. Lesung: Tit 2,11-14
Evangelium: Lk 2,1-14

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leser!

Zuerst ein gesegnetes Weihnachtsfest und „Christ ist uns geboren, kommt, wir beten ihn an!“

Im Jesaja-Text der alttestamentlichen Lesung wird die Verheißung der Geburt des göttlichen Kindes verkündet.

„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter, man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende.“

Über 700 Jahre vor Christi Geburt hat der Prophet Jesaja schon diese Vision in Worte gefasst und prophezeit. Die Begriffe „Wunderbarer Ratgeber“, „starker Gott“, „Vater in Ewigkeit“ und „Fürst des Friedens“ kennzeichnen seine Königsherrschaft und weisen darauf hin, dass es Gottes Sohn ist, der als Messias, das Reich seines Vaters auf Erden aufrichten wird.

Und Jesus, der eingeborene Sohn Gottes, wird Mensch und richtet mit seiner Frohen Botschaft das Reich Gottes auf Erden auf, aber in einer anderen Form als es die Menschen damals erwarteten und auch in der Jetztzeit erwarten.

Das Reich Gottes ist nicht ein Reich der Macht auf Erden wie es sich die Herrscher der Erde vorstellten oder vorstellen, seien es Kaiser, Könige, Fürsten oder Politiker, sondern dieses Reich Gottes beginnt im Herzen der Menschen mit der Einhaltung der Gebote Gottes. „Ist auch Jesus in Bethlehem geboren aber nicht in deinem Herzen, dann ist er für dich nicht geboren“, so ein abgewandelter Spruch, der für jeden Christen zutrifft.

Beachtet werden muss dabei jedoch, dass Jesus nicht nur auf die Barmherzigkeit und Nächstenliebe verkürzt werden darf sondern dass ER auch wesentliche, um nicht zu sagen, harte, Konsequenzen für jene verkündigt hat, die nicht die Gebote Gottes einhalten wollen. Leider hat es sich in der Verkündigung der letzten Jahrzehnte eingebürgert nur den liebenden und barmherzigen Jesus in den Vordergrund zu stellen, aber die Worte Jesu, die auf die Konsequenzen hinweisen zu unterdrücken, denn ER hat sehr wohl vom Verderben (vgl. Mt 7,13; Mt 10,28 ), von der Hölle (Mt 10,28; Mk 9.43) für jene hingewiesen, die sich außerhalb der Gebote Gottes bewegen, insbesondere in jenen Bereichen, die die schweren Sünden betreffen.

Ähnliches sagt auch der Apostel Paulus in seinem Titus-Brief.

„Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben.“

Ja, Jesus ist auf die Welt gekommen um alle Menschen zu retten. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder gerettet wird, sondern nur wenn er entsprechend gelebt hat. Jesus ist auf die Welt gekommen um jene Menschen zu retten und zu Seinem Vater zu führen, die an IHN glauben, die die Gebote Gottes einhalten und nach ihnen leben. Wer das nicht will, hat seinen Lohn schon erhalten wie es auch im Matthäus-Evangelium heißt (Mt 6,2) .

Das Evangelium ist die Verkündigung der Geburt Jesu. Vor allem der Satz „Das geschah zum ersten Mal, damals war Quirinus Statthalter von Syrien“ wird gerne als Zweifel herangezogen, dass dieses Evangelium nicht ein wirkliches Geschehen erzählt.

Es ist richtig, dass Quirinus erst um 6/7 nChr. Statthalter von Syrien wurde, aber genauso ist bekannt, dass Quirinus bereits Jahre vorher zweimal als kaiserlicher Legat in Syrien war, darunter auch zur Zeit der Geburt Christi. Bereits in den 1960er-Jahren hat Keller in seinem Buch „Die Bibel hat doch recht“ auf dieses Faktum hingewiesen und auch Michael Hesemann weist in einem Interview auf die gleiche Sachlage hin, dass Quirinus zur Zeit der Geburt Christi im Land gewesen sei. Ein weiterer Beweis ist auch, dass Quirinus als Statthalter im Jahre 7 nChr. einen Zensus, das ist eine Steuerfeststellung, erhob und nachdem dies in der Regel alle 14 Jahre geschah, ist damit auch für das Jahr 6/7 vChr., dem Geburtsjahr Christi, ein Zensus erfolgt. Denn es ist allgemein bekannt und auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich der Mönch Dionysisu Exiguus, auf den die christliche Zeitrechnung zurückgeht, eindeutig um 5 - 7 Jahre verrechnet hat.

Außerdem weist der Kindesmord von Bethlehem in die gleiche Richtung, denn Herodes starb 4 vChr. und er ließ alle Kinder bis 2 Jahre ermorden. Der Kindesmord geschah aber nicht im Todesjahr des Herodes, sondern mindestens 1 Jahr vorher. Auch hier also ein Hinweis darauf, dass das Evangelium sehr wohl wahr ist.

„Der Engel aber sagte zu ihnen (den Hirten): Fürchtet euch nicht, den ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll. Heute ist euch in der Stadt Davids, der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“

Der Hinweis für die Hirten auf die Stadt David war klar, da der Messias in Bethlehem geboren werden sollte. Denn bei den Propheten hieß es. „Du. Bethlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda, denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ (Mt. 2,6)-

Die Verkündigung des Engels an die Hirten war die langersehnte Botschaft für das Volk Israel, dass der langerwartete Messias, der Retter seines Volkes geboren worden war und dass diese Heilsbotschaft für die Menschheit wichtig ist.

Doch dieses Heilsereignis verbirgt sich unter dem unscheinbaren Zeichen eines neugeborenen Kindes, das in Windeln gewickelt ist.

Doch weltbewegendes Wirken Gottes zeigt sich den Menschen nicht in Macht und irdischer Gewalt, sondern als leises Zeichen, als ein Anklopfen, das nicht immer von allen Menschen verstanden wird. Nur wer guten Willens ist und auf Gott vertraut, der wird dieses leise Wirken Gottes verstehen und auch darauf hören.

So war es damals in biblischer Zeit und so ist es auch heute, dass nur wer mit einem für Gott offenen Herzen lebt, der kann diese leisen Anrufe Gottes hören.

Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn als Kind in die Welt gesandt und ihn zum Heiland und Retter der Menschheit gemacht. Gib, dass wir immer Deine leisen Anrufe in unserem Herzen hören und ihnen folgen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit. Gloria in excelsis Deo.

Amen.
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Mittwoch, 24. Dezember 2014, 16:13

Hochfest der Geburt des Herrn
Am Tag

1. Lesung: Jes 52,7-10
2. Lesung Hebr 1,1-6
Evangelium Joh 1,1-18 oder 1,1-5.9-14

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Das Evangelium der Messe „Am Tag“ ist der Prolog des Johannes-Evangeliums. Dieses Evangelium ist das theologischeste unter den Evangelien und der Verfasser ist der „Jünger, den Jesus liebte.“

„Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.“

So die ersten fünf Verse des Prologs und des Johannes-Evangeliums. Viele Christen, die nicht gewohnt sind regelmäßig die Bibel zu lesen, werden bereits an dieser Stelle Probleme haben und so wie der Dr. Faust sagen: „Hier steck ich schon, wer hilft mir weiter fort?“

Als Antwort möchte ich einerseits Martin Luther zitieren: „Wir sollen die Heilige Schrift reiben wie ein Kräutlein. Denn je mehr du es reibst, desto mehr duftest es“ und andererseits den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der meinte: „Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist, und dass wir nur anhaltend und etwas demütig fragen brauchen, um eine Antwort von ihr zu bekommen. Die Bibel kann man nicht einfach lesen wie andere Bücher. Man muss bereit sein, sie wirklich zu fragen. Nur so erschließt sie sich. Nur wenn wir die letzte Antwort von ihr erwarte, gibt sie sie uns. Das liegt eben daran, dass in der Bibel Gott zu uns redet.“

Luther und Bonhoeffer weisen also daraufhin, dass nur das regelmäßige und wiederholte Lesen der Heiligen Schrift und das Meditieren über die einzelnen Abschnitte uns Menschen das Verständnis für das Wort Gottes, das sich in der Bibel manifestiert, ermöglicht. Zusätzlich sollte derjenige, der in die Heilige Schrift „eindringen“ will, sich noch mit dem Kontext, dem Umfeld, sowie dem geschichtlichen Hintergrund beschäftigen. Als Unterstützung dazu gibt es eine umfangreiche Literatur, doch sollte jeder bei der Auswahl beachten, dass er sich nur eine solche Begleitliteratur auswählt, die der Lehre der katholischen Kirche entspricht, denn es ist vieles am Büchermarkt erhältlich, das nicht diesen Anforderungen entspricht

Und nun weiter zur Erörterung über den Prolog. Dieser Text ist kein lehrhafter und spekulativer Text sondern vor allem ein Hymnus, ein feierlicher Text, der die Bedeutung Jesu, des Wortes .Gottes, für die Schöpfung und vor allem für die Glaubenden verkündet.

Der Hymnus hat zwei Teile. Der erste Teil besingt die allumfassende Bedeutung des Wortes für die ganze Schöpfung. Der zweite Teil beginnt mit den Worten: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“
Diese Worte sind das antwortende Bekenntnis der Gemeinde, der Glaubenden, die die eigene konkrete Erfahrung kundtut, die sie mit Jesus, dem Wort und Offenbarer Gottes gemacht hat.

Aber die beiden Teile des Prologs haben eine gemeinsame Grundtendenz. Es geht um das geschichtliche Wirken des Wortes Gottes, also um Jesus, in der Welt und für die Welt. Der Prolog als Beginn des Evangeliums verbindet christologisch Heil und Schöpfung und verweist damit darauf, dass es keine Trennung zwischen Schöpfungswirklichkeit und Heilwirklichkeit, zwischen Weltgeschichte und Heilsgeschichte gibt. Schöpfung bzw. Welt und Heil sind miteinander verwoben. Von der Macht des göttlichen Wortes ist alles gewirkt, geschaffen und durchdrungen.

Johannes will bereits im Prolog das deutlich machen, was er in seinem Evangelium im Detail beschreibt. Dass Gott in Jesus wirklich Mensch geworden ist und somit einer von uns. ER kam als Mensch zu uns, nicht als verkleideter Gott wie manche Irrlehrer meinten oder heute sogar so manche Menschen meinen, dass es den historischen Menschen Jesus gar nicht gegeben hätte sondern dass er ein erfundenes „Fabelwesen“ wäre.

Auch die Worte des Prologs sprechen von diesem Unglauben.

„Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben …“

Und dies ist die erste und wichtigste Entscheidung eines Menschen, der gläubig sein will. Für ihn muss Jesus, das menschgewordene Wort Gottes, der Sohn Gottes, der Menschensohn, wahrer Gott und wahrer Mensch sein, der in die Welt gekommen ist die Menschheit wieder zu Gott Vater zurückzuführen und uns Menschen zu erlösen. ER lehrt die Menschen, lädt sie in SEINE Nachfolge ein und gibt den Menschen auch die Konsequenzen bekannt wenn sie nicht auf den Wegen Gottes gehen. ER fordert die Umkehr des Menschen zur unverkürzten und unverfälschten Lehre Gottes und ist nicht der barmherzige Sozialarbeiter, der alles toleriert. Sehr oft sind in den Evangelien die Worte Jesu zu jenen, die ER geheilt oder denen ER verziehen hat, erwähnt: „Geh hin uns sündige nicht mehr.“

Ein wirklich Glaubender zu sein, bedeutet daher, die Offenbarung, Altes- und Neues Testament, immer wieder zu lesen und zu betrachten, Jesus, den menschgewordenen Gott, und seine Lehre im Leben umzusetzen und dabei auch die Lehre der Kirche mit zu berücksichtigen.

Herr Jesus Christus, hilf uns immer, dass wir dir und deiner Lehre nachfolgen, damit wir durch das enge Tor gehen dürfen. Dir sei Lob und Preis, der du mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist lebst und herrschst in Ewigkeit.

Amen.
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Donnerstag, 25. Dezember 2014, 15:28

26. 12. – Stephanietag

1. Lesung Sir 51,1-8
2. Lesung Apg 6,8-10;7,54-60
Evangelium Mt 10,17-22

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Stephanus ist der erste Märtyrer der Kirche, so haben wir es in der Lesung aus der Apostelgeschichte gehört. Aber er ist auch einer der ersten sieben Diakone, wie es im Kapitel 6 der Apostelgeschichte erzählt wird.

Dazu eine kurze geschichtliche Erörterung zum Diakonat, da für manche Menschen auch noch nach 50 Jahren das christliche Amt als Diakon unbegreifbar ist. Auch wenn die Apostelgeschichte von Lukas erst um 70 nChr. geschrieben wurde, so konnte der Evangelist auf mündliche Überlieferungen und auch schon auf Schriften zurückgreifen. Denn schon im 1. Timotheusbrief des Apostels Paulus, der vor dessen Tod (Mitte 60 nChr.) des Apostels geschrieben worden ist, werden bereits die Ämter der Bischöfe und der Diakone erwähnt, und beweist damit dass zu diesem Zeitpunkt diese Ämter in der Kirche bereits bestanden haben. Auch der hl. Irenäus von Lyon bezeugt, dass der Diakonat mit der Einsetzung der "Sieben" begonnen hat, vermutlich um die Mitte 40 nChr., und die Literatur der Kirchenväter bestätigt außerdem dass von Anfang an die hierarchische Ämterstruktur der Kirche den Diakonat miteinschloss. Für Ignatius von Antiochien, der um 117 nChr. das Martyrium erlitten hat, erscheint eine Kirche ohne Bischof, Presbyter und Diakone undenkbar. Er unterstreicht auch, dass der Dienst des Diakons nichts anderes ist als der Dienst Jesu Christi als der dienende Christus. Viele Diakone erlitten das Martyrium in den Zeiten der Urkirche, wie der hl. Laurentius, Marcellus, Marianus und die vielen anderen. Außerdem: Wer von der Kirche als Diakon berufen und geweiht ist, bleibt dies bis zu seinem Tod auch wenn er aus gesundheitlichen oder alters Gründen das Amt nicht mehr ausüben kann – genauso wie der Priester. Weiters behaupten modernistische Theologen, dass die „Sieben“ aus der Apostelgeschichte nicht die ersten Diakone gewesen seien und das Diakon-Amt nicht auf diese zurückgeht. Nur das im Jahre 1998 veröffentlichte Direktorium für den Diakonat der Klerus-Kongregation bestätigt in den ersten Nummern des Dokuments, dass die „Sieben“ sehr wohl die Urdiakone gewesen waren und dieses Amt darauf aufbaut.

Und nun zum heiligen Stephanus, einer der ersten sieben Diakone und der erste Märtyrer der Kirche. Ihm widmet die Apostelgeschichte zwei Kapitel, und zwar das 6. und 7. Kapitel. Aber nur ein kleiner Teil davon wird in der Lesung verkündet. So wird die wunderbare Rede, die Stephanus vor dem Hohen Rat hielt, gänzlich beiseitegelassen.

Erwähnt wird in der Lesung wird die Ursache warum er vor den Hohen Rat geschleppt wurde.

„Stephanus aber voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.“ Einige vom Volk, Libertiner, Zyrenäer, Alexandriner, erhoben sich und stritten um theologische Fragen mit ihm doch „sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach nicht widerstehen.“

Und so verleumdeten sie Stephanus beim Hohen Rat, der dann auch in seiner großen Rede vor dem Hohen Rat diesem in aller Klarheit den Spiegel vor das Gesicht hielt. Zu dieser Rede knirschten sie mit den Zähnen, aber als Stephanus sagte: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“ waren sie über diese scheinbare Gotteslästerung empört, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.

„Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“. Mit diesem Satz erklärte Stephanus, dass er ein mystisches Bild in seinem inneren Auge hatte.

Für viele Menschen, auch für Christen, etwas vollkommen Unvorstellbares. Verständlich ist diese Unvorstellbarkeit wenn ein Mensch den Glauben nur mit dem Verstand und nicht mit dem Herzen betrachtet.

Nur wenn ein Mensch von Jesus und seiner Lehre im Herzen erfüllt ist, ein offenes Herz und ein hörendes Ohr hat, kann er sich so etwas vorstellen. Denken Sie doch an die vielen mystisch-begabten Heiligen, die in den vergangenen 2.000 Jahren gelebt haben. Auch in unserer Zeit gibt es immer wieder durch die Gnade Gottes mystisch begabte Menschen. Denken Sie an Teresa von Avila, die Sr. Faustina, an die Seher von Medjugorje, um nur einige zu nennen.

Karl Rahner, der Konzilstheologe hat einmal gesagt: „Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird keiner sein.“

Er spricht damit an, dass jeder eine persönliche Gotteserfahrung in seinem Leben für den festen Glauben braucht.

Die erste Grundlage für diesen Weg ist das große Mysterium unseres Glaubens, die Eucharistie, dass bewusste Mitfeiern der Messe und dass Jesus sich für uns am Kreuz geopfert hat, um uns zu erlösen. Der zweite Teil ist das Lesen und Meditieren der Heiligen Schrift, aber auch des Katechismus der Kirche (KKK).

Den dritten Teil des Weges zeigt uns der Apostel Paulus. Hier, in der Lesung wird er noch als Saulus bezeichnet zu dessen Füssen die Kleidungsstücke der Steiniger gelegt wurden und der den Mord gutgeheißen hat. Bis er das mystische Erlebnis vor Damaskus hatte, das seine Umkehr bewirkte. Aus dem Saulus wurde der Paulus, jener Völkerapostel, der den Glauben an Jesus den heidnischen Völkern brachte.

Und diese Umkehr des Paulus ist auch für uns wichtig. Denn auch wir können und sollen umkehren zu Jesus. Umkehr zu Jesus bedeutet, ihn in die Mitte meines Lebens zu stellen und in meinem Herzen fest zu verankern. Seine Lehre unverkürzt und unverfälscht anzunehmen und nicht nur das aus dem Glauben anzunehmen, was mir in mein Lebenskonzept passt.

Wenn wir in unserem Leben so handeln, werden wir zu einem festen Glauben kommen und mit der Gnade Gottes auch persönliche Gotteserfahrungen machen dürfen.

Das Evangelium vom heutigen Tag ist die Aufforderung Jesu zum furchtlosen Glaubenszeugnis, so wie es der Stephanus getan hat.

„Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen. Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt.“

Zum Schluss des Evangelium sagt Jesu: „Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.“

Eine Verheißung, die auch heute noch gilt, wie die gesamte Botschaft Jesu. Vor dieser Verheißung schildert Jesu all das was in der Geschichte der Glaubens und der Menschheit passieren wird. Alles davon ist eingetroffen.

Im 20. Jhdt. hat es so viele Märtyrer gegeben, wie noch nie. In diesem Jahrhundert waren es vermutlich so viele, wie in den ersten drei Jahrhunderten der Urkirche zusammen.

Aber die christliche Religion war nie eine Schönwetterreligion, wenn sie ernst gelebt wird.. Sie fordert immer zu einer vollkommenen Entscheidung heraus. Ich kann mich für Jesus entweder nur mit allen Konsequenzen entscheiden oder nicht.

Wenn ich mich nur teilweise entscheiden will, dort wo die Lehre Jesu mir passt oder es im eigenen Leben bequem macht, dann mache ich Jesus zum Gespött und biete seinen Gegnern die Grundlage ihn zu bekämpfen. So wie es heute in den Medien dauernd vorkommt.

Genauso ist es, wenn ich in die Lehre Jesu Esoterik, buddhistisches und hinduistisches Gedankengut hineinmische und so den Glauben verfälsche.

Eines ist sicher: Wenn ich mich konsequent für Jesus entscheide, werde ich zwar bekämpft, aber in Wirklichkeit geachtet. Und wer über den Glauben und die Religion spottet, beweist nur, dass er eine feste charakterliche Haltung nicht begreifen kann und vielleicht sogar aus Neid darüber so handelt.

Jeder Mensch, auch ich, steht immer wieder, oft täglich, vor der Entscheidung, gehe ich den Weg der Nachfolge mit Jesus mit aller Konsequenz oder mache ich mir meinen Glauben selbst so wie es mir passt.

Wie ist Deine Entscheidung?

Amen.
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Freitag, 26. Dezember 2014, 16:06

Fest der Heiligen Familie

1. Lesung: Sir 3,2-6.12-14
2. Lesung: Kol 3,12-21
Evangelium: Lk 2,22-40

Liebe Gläubige, liebe Leser!

Das Fest der Heiligen Familie wird entweder am Sonntag zwischen dem 27. bis 31. Dezember oder wenn kein Sonntag in diese Zeit fällt am 30. Dezember gefeiert.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Sirach hat die Ehrfurcht gegenüber den Eltern zum Thema.

„Wer den Vater ehrt, erlangt Verzeihung der Sünden und wer seine Mutter achtet, gleicht einem Menschen der Schätze sammelt.“

Der Weisheitslehrer Sirach hat schon 180 vChr. neuerlich darauf hingewiesen, dass die Familie der Grundstock der Gesellschaft ist auf das ein Volk aufbauen muss. Nur wer die Familie in den Mittelpunkt des Lebens stellt, der führt die Menschen und ein Volk auf den rechten Weg. Wenn, wie in der heutigen Zeit die Familie „heruntergemacht“ wird und gegen diese gekämpft wird, führt das Volk und den Staat auf den falschen Weg und er zerstört den geistigen Weg der Menschen und dessen Leben. Dieses Ziel hat nur einer, nämlich der Widersacher Gottes, der Teufel und wer diesen Weg gegen die Familie propagiert, der ist ein Werkzeug desselben, auch wenn er es nicht merkt und geistig nicht mitbekommt. Daher ist die Familie jener Grundstock im Leben des Menschen, der von Gott für die Menschen geschaffen worden ist, damit er den rechten Weg geht und letztendlich in das Reich Gottes nach dem irdischen Tod eingehen kann.

„Denn die Liebe zum Vater wird nicht vergessen, sie wird als Sühne für deine Sünden eingetragen.“

In diesem Vers har das Wort „Vater“ eine doppelte Bedeutung, einerseits betrifft es den irdischen Vater und andererseits den himmlischen Vater, Gott. Wer den himmlischen Vater liebt und ehrt indem er dessen Gebote und Anweisungen in seinem Leben einhält, dem wird es als Sühne für seine Sünden von Gott eingetragen und angerechnet beim Gericht, Dies sollten wir Menschen nie vergessen nd daher entsprechend leben,

In der neutestamentlichen Lesung aus dem Kolosserbrief, stellt der Apostel Paulus fest: „Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit!“

Im Matthäus-Evangelium wird in ähnlicher Form darauf hingewiesen, wo es heißt: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn zurecht,“ (vgl. Mt 18,15).

Den Mitgläubigen ermahnen und belehren bzw. ihn zurechtweisen, also ihn für sein Fehlverhalten zu kritisieren, wird heute sofort fälschlich als „verurteilen“ bezeichnet. Nur das ist kein „verurteilen“ sondern eine berechtigte Kritik, die Jesus von uns fordert. Und vom Totschlagargument „verurteilen“ sprechen vor allem jene, die berechtigt kritisiert werden und diese Kritik nicht hören wollen. Nur diese vergessen, dass Jesus in Mt 18,15 bis 17 sogar darauf hinweist, wer auf die Kritik der Gemeinde nicht hört und gegen die Lehre der Kirche handelt, „der sei für dich wie ein Heide oder Zöllner“, was in der Urkirche gleichbedeutend mit dem Ausschluss aus der Gemeinde war. Also ist berechtigte Kritik für Fehlverhalten nicht „verurteilen“ sondern eine gottgewollte Handlung zur Rückführung des Bruders oder der Schwester auf den rechten Weg. Verurteilung wäre es nur wenn man diesen Menschen verdammen oder ihm Böses wünsche würde.

Mit der von den Weichsprüchlern in den letzten Jahrzehnten eingeführten Verniedlichung der Lehre Jesu und seiner Kirche wird den Gläubigen nicht mehr das unverfälschte und unverkürzte Glaubensgut des Christentum vermittelt sondern ein Christentum, das „Friede-.Freude-Eierkuchen“ beinhaltet, eine Irrlehre den Menschen beibringt und viele Menschen auf den Irrweg führt. Nur wer die Worte der Bibel und der Lehre der Kirche folgt, die im Katechismus (KKK) niedergeschrieben ist, wird auf dem richtigen Weg wandeln und das enge Tor zum Reich Gottes erreichen.

Das Evangelium dieses Fest ist die Darstellung Jesus im Tempel. Maria bringt das Jesuskind in den Tempel um es Gott zu weihen denn nach dem Gesetz des Mose ist jede männliche Erstgeburt Gott, dem Herrn, zu weihen. Im Tempel nimmt der greise Simeon das Jesuskind auf den Arm und sagt: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast.“ Und zur Maria sagte er: „Dieser ist dazu bestimmt,, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. …. . Dir selber aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“

Klarerweise staunten Maria und Josef über die Worte des Simeon, die prophetisch waren. Aber alle Worte aus dieser Prophetie erfüllten sich im weiteren Leben von Jesu und Maria.

Dass Jesus für das Volk Israel ein Zeichen, dem widersprochen wurde, war, hat sich genauso erfüllt wie dass durch IHN viele zu Fall gekommen sind aber auch viele aufgerichtet wurden. Und so wie es damals war, ist es auch heute noch für die Welt geltend. An Jesus scheiden sich noch heute die Geister der Menschen. Entweder versuchen die Menschen IHM und Seiner Lehre zu folgen oder sie bekämpfen IHN und jene Menschen, die IHM nachfolgen wollen indem diese versuchen Seine Lehre in der Welt zu leben. Und daher sind auch jene Menschen, die IHM im Leben nachfolgen für die anderen, die nur weltlich und ungläubig leben wollen, ein Widerspruch und werden von diesen weltlich Lebenden oft bis auf das Blut bekämpft.

Und so werden Gesetze von den Ungläubigen beschlossen, die gegen Gott und Seinen Gläubigen in der Welt gerichtet sind dies alles unter dem Titel der „Freiheit“ und des „Wohles für die Menschen“. Nur das Wohl des Menschen besteht darin den Geboten und Anweisungen Gottes zu folgen und nicht jenen Gesetzesmachern, die eher ein Werkzeug des Teufels sind und die Menschen mit ihrer Politik verderben. Wer also nicht den Geboten und Anweisung Gottes folgt, die dieser im Alten Testament gegeben hat und auch die Lehren Seines Sohnes im Neuen Testament nur dort akzeptiert wo sie ihm passen und alles andere darin für ihn unangenehmes für sein Leben als „Drohbotschaft“ ablehnt, der wird spätestens nach seinem irdischen Tod, wenn er vor das Gericht Gottes treten muss, die Wahrheit, die er hier auf Erden abgelehnt hat, erkennen müssen und wird zu jenen gehören, die zu Fall gekommen sind.

Jetzt ist es noch Zeit zu Gott und seine Lehren umzukehren, sein Leben zu ändern und Seinen, Gottes, Geboten und Anweisungen im irdischen Leben zu folgen um den rechten Weg zu gehen und das Ewige Leben u gewinnen bevor es zu spät ist.

Herr Jesus Christus, mache und immer offen für Gottes Wort und Lehre und gib und eine offenes Ohr und Herz, damit wir uns immer auf dem richtigen Weg des Leben führen lassen, der uns in das Reich Gottes führt. Dir sei Lob und Preis jetzt und in Ewigkeit

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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11

Dienstag, 30. Dezember 2014, 17:11

Hochfest der Gottesmutter Maria
Neujahr

1. Lesung: Num 6,22-27
2. Lesung: Gal 4,4-7
Evangelium Lk 2,16-21

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Neujahr, für viele ist dieser Tag nur ein weltlicher Feiertag, der in Erinnerung ruft, dass ein neues Jahr beginnt

Für die katholische Kirche ist dieser Tag aber ein mehrfacher Festtag. Es ist der Tag des Hochfestes der Gottesmutter Maria, die Namensgebung unseres Herrn und der Oktavtag von Weihnachten. Und seit einigen Jahrzehnten wird dieser Tag auch als Weltfriedenstag begangen.

Als Oktavtag von Weihnachten weist dieser Tag darauf hin, dass er der letzte liturgische Tag des Hochfestes der Geburt Jesu ist.

Das Hochfest der Gottesmutter Maria reicht bis in das 8. Jhdt. zurück. Es ist der Festtag, an dem die Mutterschaft Mariens besonders gefeiert wird. In den ältesten Ausgaben des Antiphonars aus dem 8. Jahrhundert wird dieser Tag „Natale S. Mariae“ bezeichnet und in der Liturgie dieses Tages sind die Gebete, Antiphonen und Responsorien so, dass die Mutterschaft Mariens verherrlicht wird.

Und die Namensgebung unseres Herrn wird im Evangelium verkündet. Früher hatte dieser Tag auch die Bezeichnung „Beschneidung des Herrn“

„Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.“.

Diese urjüdische religiöse Handlung, die auf den Bund Gottes mit Abraham verweist, wurde in der Vergangenheit gerne unter den Tisch gekehrt. Erst seit dem 2. Vatikanischen Konzil wird darauf hingewiesen, dass das jüdische Volk unsere älteren Brüder sind.

Ja, es wird oft vergessen, dass die Wurzeln des Christentums im Volk Israel liegen und dass das Alte Testament die Grundlage für die Lehre Jesu ist. So kann und darf das Alte Testament nicht vom Neuen Testament getrennt gesehen werden.

Im Matthäus-Evangelium sagt Jesus deutlich: „Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern um zu erfüllen“ (Mt 5,17).

Vor längerer Zeit habe ich eine Diskussion auf einer Internetplattform verfolgt, wo einige Kommentatoren verbissen argumentierten, dass Jesus kein Jude gewesen sei und als ich darauf hinwies, dass Jesus im Fleisch gekommen, von einer jüdischen Mutter geboren worden ist und damit auch rechtlich Jude sei, bekam ich zur Antwort „ja, das betrifft nur das Fleisch, nicht aber dem Geiste nach.“ Das war übrigens auch eines der Argumente der „Deutschen Christen“, die die Nazis unterstützten, die das Judentum Jesu leugneten, ihn als arischen Galiläer bezeichneten und alles aus der Heiligen Schrift eliminieren wollten, was jüdisch war.

Viele Christen lehnen das Alte Testament ab und lassen nur das Neue Testament gelten. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass im Alten Testament Gott, ein rächender und zorniger Gott ist, und dass es so blutrünstig ist.

Übrigens eine Ablehnung, die seinerzeit auch von den „Deutschen Christen“ propagiert worden ist und die Dietrich Bonhoeffer mit seiner „Bekennenden Kirche“ bekämpft hat, wie auch in seiner Biographie nachzulesen ist. Mit dieser Biographie wurde mir auch klar warum es auch heute noch vereinzelt evangelische Theologen gibt, die Bonhoeffer ablehnen, denn er hatte ein Gottesbild, das nicht dem damaligen aber auch nicht dem heutigem evangelischen Zeitgeist entsprach.

Doch zurück zum Alten Testament. Wenn ich bewusst nur jene Teile aus dem Alten Testament herauslese, wo Israel sich von Gott abgewandt hatte und Israel daraus die Konsequenzen ziehen musste kann dieser Eindruck eines strafenden und rächenden Gottes wirklich entstehen. Aber, diese blutrünstigen Geschichtserzählungen haben einen wichtigen religiösen Hintergrund. An diesen Stellen des Alten Testamens heißt es immer: „Sie taten nicht, was Gott gefiel.“ Und diese aus dem Abfall von Gott entstandenen Konsequenzen wurden dann oft als Zorn und Rache Gottes interpretiert und bezeichnet. Und genau aus dem Grund, damit die Menschen auf den Wegen Gottes nach seinen Geboten und Weisungen in ihrem Leben gehen sollten, wurden sie in die Heilige Schrift aufgenommen.

Doch schon im Alten Testament erweist sich Gott als der liebende und barmherzige Gott. An vielen Stellen beschreibt das Alte Testament wie Gott das Schicksal Israels immer zum Guten wendete und sein Volk zum Frieden führte, wenn es zu ihm umkehrte, und die Gebote und das Gesetz einhielt.

Die Heilige Schrift kann daher nicht nach Einzelstellen getrennt gelesen werden sondern muss immer im Gesamten gesehen bzw. gelesen werden. Außerdem ist immer der Kontext wichtig.

Zum Schluss möchte ich Ihnen eine persönliche Erfahrung erzählen. Vor rund 50 Jahren habe ich begonnen mich mit der Bibel zu beschäftigen. Vor allem mit dem Alten Testament habe ich mich lange Zeit beschäftigt. Ich war überrascht und erstaunt, welche Lebensweisheiten darin enthalten sind, die auch an die heutige Zeit angepasst werden können. Und dann erst habe ich die Lehre Jesu und seiner Kirche wirklich begreifen können. Denn dort sind die Grundlagen des katholischen Glaubens enthalten, die in den Evangelien oft nur angedeutet sind, weil sie von den Evangelisten bei den Gläubigen der Urkirche als bekannt vorausgesetzt wurden.

Daher muss sich jeder Katholik die Frage stellen: Bist Du bereit das Alte Testament als Teil des Glaubens an Jesus anzunehmen und in Deinem Glauben als Teil des Ganzen zu akzeptieren oder nicht? Wenn Du nicht bereit bist, das Alte Testament anzunehmen, dann fehlt Dir ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens und Du machst Dir Deinen Glauben nach eigenem Gutdünken.

Nur wer die gesamte Heilige Schrift annimmt, kann Jesus wirklich nachfolgen und begreift die Lehre Jesu im Gesamten.

Allmächtiger Gott, lass uns immer deine Heilige Schrift unverkürzt und unverfälscht annehmen und danach leben sowie auf die Lehre deiner Kirche zu hören. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

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12

Freitag, 2. Januar 2015, 16:00

2. Sonntag nach Weihnachten

1. Lesung: Sir 24,1-2.8-12
2. Lesung: Eph 1,3-6.15-18
Evangelium: Joh 11,1-18 oder 1,1-5.9-14

Liebe Gläubige, liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung ist aus dem Buch Sirach und gehört damit zur Weisheitsliteratur. Es werden Texte verkündet, die unter der Überschrift „Lob der Weisheit“ zusammengefasst sind,

„Er sprach: In Jakob sollst du wohnen, in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben. Vor der Zeit, am Anfang hat er mich erschaffen, und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht.“

Diese Worte spricht Gott einerseits zu seinem Sohn, den er als Messias auf die Erde schickte um das Volk Gottes zu erlösen und mit dem Vater wieder zu versöhnen, und andererseits spricht ER diese Worte auch zu uns Menschen und verweist darauf, dass auch die Zeugung von Kindern im Willen Gottes steht und dass er uns nach dem irdischen Tod das Ewige Leben bei sich gibt, wenn wir in unserem Leben sine Gebote und Anweisungen versuchen zu folgen.

In der gleichen Richtung weisen die zitierten Worte „in Jakob sollst du wohnen in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben“, denn das durch den Erlöser Jesus Christus neugeschaffene Volk Gottes hat als Erbbesitz das neue Israel im Reich Gottes.

Der Weisheitslehrer Sirach hat in seiner Prophetie bereits das erwähnt, was sich in ferner Zeit ereignen wird, wenn der Messias zu seinem Volk kommt und dieses mit Gott versöhnt. Und nach rund 180 Jahren traf diese Prophezeiung ein, der Messias wurde in Bethlehem geboren gemäß der Schrift „Du, Bethlehem, im Gebiet von Juda bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ (Mt 2,6). Aber die irdischen Erwartungen des Volkes Israel in den erwarteten Messias wurden enttäuscht, denn der Messias richtete nicht das erwartete irdische Reich Israel, das Reich Davids, neu auf und befreite das Volk Israel aus der Abhängigkeit der irdischen weltlichen Machthaber sondern er richtete das himmlische Reich Gottes auf. Denn dieses himmlische Reich Gottes ist das ewige und bleibende.

Auch die neutestamentliche Leung aus dem Epheserbrief des Apostels Paulus ist ein Loblied auf den Heilsplan Gottes für die Menschen.

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.“

Diese Gemeinschaft mit Jesus Christus wird in der Taufe begründet. Sie ist eine Gnadenzusage des Herrn an seine auf seinen Namen Getauften, doch es ist auch eine Verpflichtung von diesen, dass sie auf die Gebote und Anweisungen Gottes hören und danach leben Darauf weisen auch die folgenden Worte hin:

„Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.“

Die Taufe in Christus begründet die Gemeinschaft mit Christus und stellt ein Naheverhältnis her. Aber damit ist es nicht getan. Wenn heute auch oft von Modernisten behauptet wird, „wer getauft ist, der geht in das Reich Gottes ein, egal was er macht und wie er lebt“ so ist das eine Verkürzung und Verfälschung der Lehre Christi. Mit der Taufe übernimmt der Getaufte die Verpflichtung vor Gott „heilig und untadelig“ zu leben.

Jesus sagt in den Antithesen zur Bergpredigt deutlich und klar : „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zu Leben führt ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.“ Und: „Nicht jeder, der zu mir sagt; Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“

Die Bergpredigt wird von vielen immer wieder zitiert, doch deren Auslegung und Ergänzung, die in den dazugehörigen Antithesen erfolgt, wird gerne unterdrückt, denn hier werden jene Punkte angesprochen, die den Menschen weniger behagen und die sie gerne verdrängen. Eine Ausnahme davon sind die Richtworte: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ Diese Worte werden gerne von den Kritisierten benutzt um berechtigte Kritik abzuwehren, doch unter „richten“ bzw. „verurteilen“ ist nicht die Kritik gemeint sondern dass ein Mensch jemand anderem für seine Handlungen Böses wünscht und ihnen antut. Das zeigen auch die Worte Jesu in Mt 18,15 ff: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht …… Hört er auch auf die Gemeinde (= Kirche) nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.“

Hier ist der Beweis erbracht, dass berechtigte Kritik nicht „verurteilen“ bedeutet sondern durch Kritik oder Zurechtweisung den Mitmenschen vom falschen Weg zurückzurufen.

Leider lässt sich der Mensch gerne vom Teufel verführen und sich von diesem Worte einflüstern, die ihm berechtigt erscheinen aber in Wirklichkeit auf sein Verderben ausgerichtet sind. Und dieser Vorgang ist vor allem im heutigen Zeitgeist sehr verbreitet, weil die Menschen sich gerne auf Augenhöhe mit Gott bewegen wollen und damit Hochmut statt Demut vor Gott praktizieren.

Als Evangelium wird der Prolog zum Johannes-Evangelium verkündet. Dieser Prolog ist einerseits ein Hymnus, der in feierlicher Sprache die Bedeutung Jesu, des Wortes Gottes, für die gesamte Schöpfung, damit auch für diese Welt und vor allem auch für die Gläubigen hat und andererseits geht es um das das geschichtliche Wirken des Wortes Gottes. So verbindet der Apostel Johannes in diesem Prolog christologisch Schöpfung und Heil. Und verkündet, dass nichts aus dem Machtbereich des Wortes herausfällt. Es gibt keine Trennung zwischen Schöpfungswirklichkeit und Heilswirklichkeit, zwischen Weltgeschichte und Heilsgeschichte.

Für Johannes ist dieser Hymnus keine gelehrte theologische Spekulation über das ewige, vorweltliche Sein des Wortes sondern die Niederschrift der konkreten Erfahrung der gläubigen Gemeinde, die sie persönlich mi Jesus, dem Menschensohn und Offenbarer Gottes gemacht hat. Wichtig ist auch für den Evangelisten, dass die Menschwerdung des Wortes für ihn in erster Linie die Voraussetzung dere Offenbarung der Herrlichkeit Gottes in dieser Welt ist. Und so kann Johannes voll dieser Überzeugung die Worte sagen:

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“

Allmächtiger Vater, du hast deinen Sohn, dein Wort, in die Welt gesandt, damit die Menschen ohne Mittler die Lehre von dir direkt empfangen und danach leben können, damit sie wieder mit dir versöhnt sind und so in deine Verheißung für die Menschen, das ewige Leben erreichen können. Dir sei Lob und Preis, jetzt und in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

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13

Montag, 5. Januar 2015, 15:04

Epiphanie - Erscheinung des Herrn
Heilige Drei Könige

1. Lesung: Jes 60,1 – 6
2. Lesung: Eph 3,2-3a.5-6
Evangelium: Mt 2,1-12

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Für die Ostkirchen ist dieser Tag das Weihnachtsfest, während wir in der lateinischen Kirche die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland in die Mitte des Tages stellen.

„Auf werde Licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir“ so beginnt die 1 Lesung aus dem Buch Jesaja und sie erinnert uns daran, dass Jesus als Licht in die Finsternis dieser Welt gekommen ist.

Diese Worte des Propheten, des Tritojesaja, der sich gesandt weiß eine frohe Botschaft zu verkündigen, sind zu allererst an die aus dem babylonischen Exil heimgekehrten Israeliten gerichtet und sollen ihnen wieder die Hoffnung geben, dass wieder alles seinen richtigen Weg gehen wird.

Doch diese prophetischen Worte des Jesaja-Buches galten nicht nur für die damalige unmittelbare Zeit sondern reichten weit in die Zukunft. Auch Jesus verwendete mehrmals den Propheten Jesaja in seinen Predigten an das Volk wie zBspl. im Matthäus-Evangelium. So auch als Jesus seine Jünger darauf hinwies warum er zum Volk in Gleichnissen redete (Mt 13,10-17). Und in den Gottesknechtliedern des Jesajabuches sah die christliche Urgemeinde das Wirken und den Weg Jesu für sich und die Welt vorangekündigt.

Daher sind die prophetischen Texte des Jesajabuches faktisch die Vorankündigung des Wirken des Messias, das sich dann im Wirken Jesu erfüllte und damit gleichzeitig auch den Beweis lieferten, dass Jesus der erwartete Messias ist. Denn ER ist leuchtend über die Völker aufgegangen, die im Dunkel waren, und hat ihnen das Licht des Lebens gebracht.

Und in der neutestamentlichen Lesung aus dem Epheserbrief weist der Apostel auf die erfolgte Erweiterung des Verkündigungsauftrages Gottes hin.

„Ihr habt doch gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis mitgeteilt.“

Dieser Brief, der vermutlich als Rundschreiben in Ephesus verfasst worden ist und wahrscheinlich an die Christen Kleinasiens oder eines noch größeren Gebietes gerichtet war, hat als Thema die weltweite Kirche zum Inhalt. Paulus; der Apostel der Heidenvölker, zuerst selbst ein Verfolger der Christen und dann seine Bekehrung durch das Erlebnis vor Damaskus, verweist in diesem Text auf die Gnade Gottes, die ihn zu dieser Tätigkeit berufen hat und meint mit dem ihm offenbar gewordenen Geheimnis den Auftrag und den Beschluss Gottes nicht nur Israel sondern alle Völker zu retten. Diesen Auftrag auch den Heidenvölkern die Frohe Botschaft Jesu, des menschgewordenen Gottessohnes, zu bringen, widmet sich der Apostel mit ganzer Hingabe bis zur Hingabe seines Lebens.

Dieses Erlebnis des Apostels Paulus vor Damaskus kann auch als „Schlüsselerlebnis“ für jeden von uns gelten. Denn jeder Christ sollte so ein Erlebnis haben, das ihn zur Vertiefung und Festigung des Glaubens führt. Denn aus meiner Erfahrung als Seelsorger und auch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass so ein Erlebnis, so eine Erfahrung, das erst die richtige Umkehr bewirkt, zugleich auch die Lebensentscheidung für die wirkliche Nachfolge Christ ermöglicht. Aber diese Umkehr muss täglich gehegt und gepflegt werden, einerseits durch Gebet, Vertrauen zu Gott und andererseits mit dem festen Entschluss die bewusste Sünde zu meiden, vor allem jene, die dem Nächsten Schaden zufügt, also ein grober Verstoß gegen die Nächstenliebe ist.

Und nun zum heutigen Festtag. Geschichtlich wird seit dem 3. und 4. Jhdt. das Fest der Ankunft der Weisen aus dem Morgenland gefeiert. Während die Bezeichnung „Drei Könige“ den Akzent auf die aus dem Osten kommenden Weisen setzt, die auch als Magier, Sterndeute bezeichnet werden und wahrscheinlich Angehörige einer Priesterkaste gewesen waren, setzt die aus dem Griechischen kommende Bezeichnung „Epiphanie“ den Schwerpunkt im Erscheinen des Gottessohnes in Zeit und Raum.

Die Anzahl der wirklich gekommenen Magier ist unbekannt, doch von der Dreizahl der Geschenke „Gold, Weihrauch und Myrrhe“ wurde auf drei Personen geschlossen. Die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar sind höchstwahrscheinlich volkstümlich interpretiert worden und stellen die Anfangsbuchstaben des lateinischen Segenspruches „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne die Wohnung) dar.

Dass König Herodes und mit ihm ganz Jerusalem erschrak als die Weisen nach dem neugeborenen König der Juden fragten, ist wohl verständlich. Wie würden die heutigen Mächtigen der Welt reagieren, wenn die Frage nach dem König der Welt gestellt würde? Wahrscheinlich genauso.

Nach der Weissagung des Propheten wurden die Magier auf ihre Frage dann nach Betlehem gewiesen, denn „Du Bethlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda, denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ So lautete eine sehr alte Prophezeiung.

Und dann in Betlehem „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe dar.“

Der Sinn der Gaben ist ja bekannt: Gold dem König, Weihrauch dem Priester bzw. Gott, Myrrhe für den Tod. Mit Myrrhe wurden damals die Toten gesalbt.

Das große Geheimnis ist jedoch, dass der allmächtige Gott in einem kleinen Kind, also als Mensch, auf die Erde kam. Dieser große Gott scheute sich nicht ein Kind zu werden und die menschliche Last des Lebens auf sich zu nehmen. Und nur dadurch konnte ER zum Licht in der Welt werden.

Jesus als das Licht der Welt. ER, der lichtvolle königliche Mensch, der nicht der Gewalt huldigt, sondern sich der Liebe bedient. ER, der lichtvolle priesterliche Mensch, der der ewige Hohepriester nach der Ordnung des Melchisedechs ist (vgl. Ps. 110,4). ER, der in Seiner Kirche immer als Haupt und in der Eucharistie mit seinem Leib und Blut anwesend ist und der die Menschen in Not kennt. ER, der lichtvolle brüderliche Mensch, der das menschliche Schicksal des Todes auf sich genommen hat und daher die Menschen auch darin versteht.

Wenn in der Messe die Gaben zum Altar gebracht werden, können auch wir drei Gaben geistig zum Altar bringen und zwar unsere Liebe, unsere Arbeit und unsere Leiden.

Die Gabe der Liebe ist unsere Liebe zu Gott und zu den Menschen. Die Gabe der Arbeit für den Brotberuf, Väter und Mütter jedoch zusätzlich auch für die Familie und die Zukunft ihrer Kinder. Die Gabe des Leidens, das war wir einerseits durch Krankheit und andererseits alles was wir durch menschliche Handlungen erleiden.

Als Christen sollen auch wir Licht für die Menschen und Salz für die Erde sein. Eigentlich eine schwere Aufgabe für uns schwache und sündige Menschen. Doch der Herr weiß um unsere Schwachheit und ist barmherzig, wenn wir uns bemühen und nicht vergessen IHN zu loben und zu preisen.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 8. Januar 2015, 15:32

Taufe des Herrn

1. Lesung: Jes 42,5a.1-4.6-7 oder Jes 55,1-11
2. Lesung: Apg 10,34-38 oder 1 Joh 5,1-3
Evangelium: Mk 1,7-11

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der alttestamentlichen Lesung möchte ich auf das 55. Kapitel des Propheten Jesaja eingehen, wo es heißt:

„Neigt euer Ohr mir zu und kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben. Ich will einen ewigen Bunde mit euch schließen, gemäß der beständigen Huld, die ich David erwies.“

Diese Worte des Propheten gelten nicht nur für das Volk Israel sondern weisen auch in die Zukunft, denn Jesus ist seiner menschliehen Natur nach aus dem Stamm Davids.

Daher sind diese Worte auch an uns gerichtet, da wir zu Seinem Volke gehören, einerseits durch die Taufe und andererseits als Christen durch den Glauben an Jesus, den menschgewordenen Sohn Gottes.

„Neigt euer Ohr mir zu und kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben.“ Wie spricht Gott zu uns Menschen ? Vor allem durch Seine Worte, die er uns in der Heiligen Schrift gab. Dort sind die Gebote und Weisungen Gottes niedergeschrieben , die wir beachten sollen, damit unser irdisches Leben gelingen kann und auch die Verheißung, dass wir das ewige Leben bei Gott gewinnen können. Zusammenfassen lassen sich diese Gebote und Weisungen Gottes auf einen kurzen Satz: „Meide die Sünde“ sowie „schade nicht deinem Nächsten bzw. Mitmenschen.“

Das Lesen und Bedenken der Heiligen Schrift ist daher für einen Christen unabdingbar und lebensnotwendig. Und so sollte sich jeder Christ immer wieder die Frage stellen, lese ich ständig die Heilige Schrift insbesondere die Gebote und Weisungen Gottes und versuche ich diese in meinen Leben zu berücksichtigen?

Auch die zweite Lesung aus dem ersten Johannesbrief weist in die gleiche Richtung.

„Denn die Liebe zu Gott besteht darin, dass wir seine Gebote halten. Seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles was aus Gott stammt, besiegt die Welt.“

Der Erste Johannesbrief ist gegen Ende des 1. Jahrhunderts vermutlich von einer Gruppe christlicher Lehrer, geschrieben worden, die dem Apostel wahrscheinlich sehr nahestanden und in dessen Geiste geschrieben haben. Denn dass der Verfasser als einer aus einer Gruppe schrieb ist daraus ersichtlich, dass er die ersten Kapitel des Briefes im Plural, also in der „Wir“-Form schrieb, wo es am Beginn des Briefes heißt: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, dass verkünden wir: das Wort des Lebens.“ (1 Joh 1,1)

Die Worte „Denn alles was aus Gott stammt, besiegt die Welt“ weisen darauf hin, dass es im Umkehrschluss so zu verstehen ist, dass alles was aus der Welt stammt nicht mit dem Reich Gottes kompatibel und somit gegen Gott ist. Das heißt, dass jener, der dem Zeitgeist anhängt nicht in das Reich Gottes gelangen wird, wenn er nicht rechtzeitig umkehrt.

Scheinbar ist im Zeitgeist nichts mehr zu abartig um es als Weltanschauung zu akzeptieren. Hier ist wirklich ein bekannter Spruch modifiziert zu zitieren: „Wer alles toleriert, der wird bald frei sein von wirklichem Geist“ oder auch der Spruch „Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.“

Dass Evangelium dieses Sonntag ist die Taufe Jesu nach dem Evangelisten Markus.

„Und als er (Jesus) aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.“

Jesus, der Sohn Gottes, lässt sich taufen, wie ein Mensch. Er will in allem dem Menschen gleich sein, nur die Sündhaftigkeit teilt er als Gottes Sohn nicht mit den Menschen, denn er ist sündenlos. Im Markus-Evangelium wird von der Taufe Jesu nur knapp in 5 Versen berichtet.

Können Sie sich dieses Geschehen vor rd. 2000 Jahren bildlich vorstellen? Johannes, der Täufer, predigt die Buße und spendet die Taufe der Umkehr.

Er verkündet, dass er nicht der Messias sei, sondern dass nach ihm einer kommt, dem er nicht wert ist, die Schuhe aufzuschnüren. Ja, nach ihm kommt einer, der die Menschen mit Feuer und Heiligen Geist taufen wird.

Am Ufer des Jordan warten die Menschen auf die Taufe des Johannes. Einer von ihnen tritt in das Wasser und nachdem er getauft ist, ertönt vom Himmel Gottes Stimme: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden“ und eine Taube schwebt plötzlich über ihm. Wie werden die Menschen, die bei der Taufe Jesu damals dabei waren, reagiert haben?

Später gibt Jesus den Aposteln den Auftrag zu allen Völkern zu gehen und die Menschen zu taufen: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!“

Die Taufe ist also der Schlüssel für den Bund des Menschen mit Gott.

Denn Gott spricht im Sakrament zu jedem Täufling: „Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter!“

In der Taufe wurde bei jedem von uns die Erbsünde gelöscht und jeder wurde in den Leib Christi, die Hl. Kirche, eingegliedert. Wir haben die Taufgnade erhalten und sie ist die Quelle des neuen Lebens in Christus. Und dann muss der Glaube des einzelnen Menschen wachsen. Damit der Glaube aber wachsen kann, bedarf es dazu der Gemeinschaft in der Kirche. Denn es gilt der Satz „ohne der wahren Kirche Gottes kein Heil“.

Die Christen in den ersten 4 Jahrhunderten haben bewusst diese Taufe empfangen. Und sie haben bewusst ihren Glauben und die Frohe Botschaft gelebt und viele von ihnen sind dafür in den Tod gegangen.

Nachdem bei der Kindertaufe die Eltern und Paten stellvertretend das Taufversprechen geben, sind diese dann verpflichtet für die Glaubensunterweisung zu sorgen, was leider heute in der Mehrheit nicht mehr erfolgt. Und damit geben die Eltern und die Paten bei der Taufe ein falsches Versprechen ab, da sie dieses nicht einhalten. Sie belügen also Gott.

Nur wer als Katholik regelmäßig die Hl. Messe besucht, der kommt seiner Verpflichtung nach. Ausgenommen von der persönlichen Mitfeier der Hl. Messe in einer Kirche sind jene, die aus Gesundheitsgründen nicht mehr das Haus verlassen können, doch sollten auch diese Personen im Radio oder TV eine Messfeierübertragung mitfeiern.

Ist aber jedem von uns bei der jährlichen Tauferneuerung in der Osternachtfeier wirklich bewusst, was wir dabei versprechen? Wir versprechen, dass wir dem Bösen absagen. Wir bekennen unseren Glauben an den dreifaltigen Gott, an die katholische Kirche, an die Gemeinschaft der Heiligen, an die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Und damit verbunden ist der Auftrag an jeden von uns Jesus nachzufolgen und entsprechend im irdischen Leben zu handeln..

Mit der Taufe Christi hat es begonnen. In meiner Taufe hat Gott zu mir gesagt: „Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter“ und er ist mit seiner Gnade, seiner Liebe während meines ganzen Lebens bei mir. Und durch die Auferstehung seines Sohnes ist auch mir das ewige Leben verheißen.

Die eigene, aber bewusst gelebte, Taufe macht mich zu einem Menschen in der Nachfolge Christi. Es ist sicher keine bequeme Nachfolge. Jesus sagte damals: „Wer mir nachfolgt, der nehme sein Kreuz auf sich.“

Jeder Christ sollte sich daher immer wieder, wenn notwendig sogar täglich, die Frage stellen: Wie lebe ich meine Taufe? Lebe ich diese Taufgnade in meinem Leben und meide die bewusste Sünde oder ist es mir egal ob ich sündige? Oder ist mir trotz erfolgter Taufe, Gott und der Glaube an IHN, der sich durch die Einhaltung Seiner Gebote und Anweisungen manifestiert, vollkommen egal? Dass sind die wichtigsten Fragen, die sich jeder Mensch immer wieder, ja täglich, stellen sollte, denn nach dem irdischen Leben stellt Gott fest, ob ich würdig bin in das Ewige Leben bei Ihm einzugehen,

Herr Jesus Christus, durch das Sakrament der Taufe sind wir Menschen mit Dir und Deinem Vater verbunden und somit zu Kindern Gottes geworden. Gib mir immer die Kraft dieser Gnade teilhaftig zu werden und den Glauben an Dich durch mein Leben zu bezeugen damit ich Salz der Erde bin. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit,


Amen.
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15

Donnerstag, 15. Januar 2015, 15:27

2. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 1 Sam 3,3b –10.19
2. Lesung: 1 Kor 6,13c-15a.17-20
Evangelium: Joh 1,35-42

Liebe Gläubige, liebe Leser!

Sowohl die erste, die alttestamentliche, Lesung als auch das Evangelium erzählen von Berufungen und Botschaften, also auch davon wie Gott Menschen ruft. Und dieser Ruf kann in ganz unterschiedlicher Weise erfolgen.

„Da rief der Herr den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen!“

Dieser Ruf geschieht noch weitere zweimal. Erst beim dritten Mal ist es auch für Eli klar, wer wirklich ruft und so macht Eli den Samuel darauf aufmerksam, dass ihn der Herr gerufen hat. Daher sagte Eli zu Samuel:

„Geh leg dich schlafen! Wenn er dich wieder ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört.“

Nochmals wird Samuel vom Herrn angerufen und diesmal antwortet Samuel: „Rede, denn dein Diener hört.“ Und jetzt bekommt Samuel eine Botschaft vom Herrn, die das Haus des Eli betrifft. Doch diese Botschaft wird in der Lesung nicht verkündet, da sie nichts mit dem Thema dieses Sonntags „Berufungen“ zu tun hat.

„Samuel wuchs heran und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.“

Wer auf den Ruf des Herrn zum Dienst hört und auf den vom Herrn vorgezeichneten Weg geht, IHM treu bleibt, der wird jederzeit mit seinen Gnaden erfüllt sein, auch wenn dieser Weg im Leben anders verlaufen sollte als es sich der Mensch vorher vorgestellt oder gewünscht hatte.

Anders ist die Lesung aus dem Ersten Korintherbrief des Apostels Paulus. Hier geht es nicht um den Ruf zum Dienst für Gott sondern um den Ruf Gottes an den Menschen, der getauft und dadurch mit Gott verbunden ist.

„Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? ….Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm. Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib.“

Der Apostel macht deutlich, dass jeder Getaufte und damit auch sein Leib ein Glied Christi und damit an den Herrn gebunden ist. Der Getaufte ist damit ein Geist mit IHM. Diese geistige Verbindung des Menschen mit Christus wird jedoch getrennt durch die einzelne Sünde, wobei vor allem die Sünden gegen ein geordnetes Sexualleben, genau das wird mit dem Begriff „Unzucht“ umschrieben, sehr schwer wiegen. Aber hier gibt es zusätzlich auch noch weitere Abstufungen in der Schwere der Sünde wobei der Ehebruch und die Homosexualität die schwersten Sünden bzw. Vergehen gegen das Menschsein sind. Dass die seinerzeitige Bestrafung dieser Vergehen abgeschafft wurde ist nicht dem Humanismus zuzuschreiben sondern dass von einer gewissen politischen Seite die Abnormalität zur Normalität erklärt hat. Cicero hat eindeutig in seinem Buch über die Gesetze festgestellt, dass Gesetze, die der göttlichen Ordnung widersprechen, auch wenn sie von einer Mehrheit beschlossen worden sind, Gesetze der Tyrannei sind. Auch wenn ich kein besonderer Freund des Islam bin, aber im Sexual- und Eherecht weist er nicht die Dekadenz auf wie die westliche Welt, die mit der 68-er Revolution begonnen hat, denn diese kommunistisch-marxistisch initiierte hat in Wirklichkeit nicht die Befreiung des Menschen sondern dessen „Vertierung“ gebracht, wobei noch darauf hinzuweisen ist, dass es in der Tierwelt sehr wohl viele Tierarten gibt, wo es Pärchen (weiblich, männlich) gibt, die sich treu bis zum Tod sind. Man braucht nur schauen welche Weltanschauung bzw. politische Parteien diese Revolution noch heute verteidigen und diesbezüglich sogar noch mehr fordern, dann weiß man schon Bescheid, dass es nicht jene sind, die an Gott glauben sondern dem eigenen Egoismus, dem eigenen Bauch und den damit umliegenden Organen frönen. Es sind vor allem jene, die dem Genderismus huldigen und der Zerstörung der Familie und des gesunden Staates das Wort reden. Der Apostel Paulus sagt es im Philipperbrief deutlich:

„Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in der Schande; Irdisches haben sie im Sinn.“ (Phil 3,19)

In diesem Bereich hat der Mensch die Entscheidung ob er auf Gott oder auf den Teufel hört, auch wenn modernistische Theologen die Existenz des Teufels gerne leugnen weil sie in Wahrheit gar nicht mehr auf Gott und Seine Worte und Schriften hören, denn diese Theologen sind geistig längst tot.

Ganz anders läuft die Berufung des Andreas und seines Bruder Simon ab. Johannes sagt zu zwei seiner Jünger als Jesus vorübergeht: „Seht das Lamm Gottes!“ und die Jünger des Johannes folgen Jesus und bleiben bei ihm für diesen Tag. Andreas geht dann zu seinem Bruder Simon und sagt zu ihm „Wir haben den Messias gefunden“ und führt diesen zu Jesus. Jesus schaut Simon an und sagte:

„Du bist Simon, der Sohn des Johannes. Du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet Fels (Petrus).“

Und dieser Petrus, der sicher ein Hitzkopf war, wenn man so manche seiner Worte und Handlungen im Neuen Testament betrachtet, wird dann von Jesus zu seinem Stellvertreter auf Erden und Obersten Seiner Kirche eingesetzt und ihm die Binde- und Lösegewalt übertragen (Mt 16,19).

Aus diesen unterschiedlichen Beispielen der Berufung können wir erkennen, dass eine Berufung durch Gott für jeden Menschen, den er berufen will, anders sein wird.

Jedem Menschen wird in der Taufe die Erbschuld abgewaschen und er wird in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Aber er wird schon in der Taufe berufen, sein Leben nach der Heiligen Schrift zu gestalten und im Sakrament der Firmung wird ihm durch den Heiligen Geist, die Kraft gespendet in seinem Leben für Christus einzutreten.

Es liegt also an jedem Menschen, ob er und wie er sein Leben als Christ lebt.

Eines ist dabei aber sicher, so wie es unterschiedliche Formen der Berufungen gibt, so sind auch die Wege zu Gott jeweils verschieden. Der Spruch: „Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt“ hat daher seinen Sinn.

Um diesen eigenen persönlichen Weg zu Christus zu finden, bedarf es jedoch einer Grundlage. Denn aus nichts, wird nichts.

Diese Grundlage für den eigenen Weg zu Christus ist die Heilige Schrift und die Lehre der Kirche. Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg gehen, um Christus nachzufolgen. Der Eine wird seinen Schwerpunkt auf das Gebet legen, der Andere vielleicht auf soziale Tätigkeiten, ein Dritter auf das besondere Studium der Schrift usw. Aber eines muss allen Christen gemeinsam sein, die Lehre der Kirche in ihrem Leben zu berücksichtigen und ihr Leben sollte ein Zeugnis für die Jesus-Nachfolge sein, ansonsten ist es nicht glaubwürdig für das Leben als Christ. Soweit die allgemeine Berufung des Christen, der Christin.

Eine andere Form der Berufung des Christen ist jene zum Ordensleben, zum Priester oder Diakon. Wenn diese Berufung erfolgt, wird diese nur in Einzelfällen sofort akzeptiert. Meist ist jedoch eine derartige Berufung ein Entscheidungsprozess, der oft auch mit inneren Kämpfen vor sich gehen kann, bis eine endgültige Entscheidung erfolgt. Das kann ich aus eigener Erfahrung und auch aus Gesprächen mit Mitbrüdern aus dem Ordens-, Priester- und Diakonenstand sagen. Und dieser Kampf ist auch nicht mit der Weihe zu Ende sondern er setzt sich auch dann fort, aber in anderer Weise. Vor allem ist es besonders für viele ein Kampf um die Einhaltung des Weiheversprechens, das zwar nach außen dem Bischof aber in Wirklichkeit Gott gegeben wird. Stehe ich als Geweihter, von Gott in den Dienst Gerufener, unverkürzt und unverfälscht zur Offenbarung, Lehre der Kirche, zum Lehramt und dem Papst, dem Stellvertreter Christi auf Erden oder unterliege ich dem Zeitgeist indem ich Offenbarung, Lehre und Tradition entsprechend anpassen will und damit dagegen auftrete? Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Wer daher mit der unverkürzten und unverfälschten Heiligen Schrift und der Lehre der Kirche nicht mehr einverstanden ist, sollte jene Entscheidung treffen, die Karl Rahner einige Zeit vor seinem Tod in einem Interview festgestellt hat: „Wer nicht mit dem einverstanden ist, was alles zur katholischen Kirche gehört, der sollte den redlichen Charakter haben, die Kirche, die nicht mehr die seine ist, zu verlassen und diese nicht unterwandern.“

Dieser Satz Karl Rahners gilt jedoch nicht nur für die Geweihten sondern er hat ihn seinerzeit zu allen Katholiken gesprochen, die nicht mehr zur unverfälschten und unverkürzten Offenbarung sowie zur Lehre der Kirche stehen. Diesen Satz sollten sich alle jene zu Herzen nehmen, die der „Priesterinitiative“, der „Laieninitiative“, „Wir sind Kirche“ und ähnlichem angehören.

Herr Jesus Christus, gib allen Katholiken die Kraft Deine Offenbarung sowie die Lehre der Kirche unverkürzt und unverfälscht anzunehmen und so Zeugnis in der Welt zu geben. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.


Amen.
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diaconus

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16

Freitag, 20. Februar 2015, 18:55

1. Fastensonntag

1. Lesung: Gen 9,8-15
2. Lesung: 1 Petr 3,18-22
Evangelium: Mk 1,12-15

Liebe Schwestern und Brüder in Christus! Liebe Leser!

„Hiermit schließe ich meinem Bund mit euch und mit euren Nachkommen“, so spricht Gott zu Noah und seinen Söhnen. Und dieser Bund Gottes mit den Menschen ist ein ewiger Bund, der nur einseitig vom Menschen aufgelöst werden kann und auch wird.

Die schwerste Bundeslösung des Menschen ist der Nichtglaube, der Atheismus, der Gott leugnet und den Menschen gottgleich machen will. Was im Namen des Atheismus an unschuldigem Blut vergossen wurde um den angeblich besseren nichtreligiösen Menschen zu „formen“, weist auf den Widerspruch dieser Ideologie in sich hin. Wenn auch die Atheisten gerne behaupten, dass Atheismus keine Ideologie sei, beweisen sie mit ihren Handlungen genau das Gegenteil. ist Und die von den Atheisten vorgebrachten Windmühlenvorwürfe der Kreuzzüge, der Inquisition und der Hexenverbrennungen gegen die katholische Kirche sind geschichtlich nachweisbar überzogen. Die Kreuzzüge dienten der Befreiung der Heiligen Stätten und altchristlichem Land von den Moslems, was auch zeitweise gelang. Der gerne für die Inquisition herangezogene Fall Galileo Gallei ist eher als Gegenbeweis zu betrachten, denn Galileo wurde nicht hingerichtet obwohl er dem damals verworfenen kopernikanischen Weltbild anhing. Es gibt mehrere nichtkatholische Geschichtsforscher, die feststellten, dass die Inquisition nur einen Bruchteil der Urteile fällte, die ihr zugeschrieben wurden. Dies betrifft vor allem die Hexenverbrennungen, die nachweisbar vor allem in protestantischen Gebieten durch die Staatsmacht erfolgten. Außerdem war der „Hexenhammer“ ein privates Traktat mit einer gefälschten akademischen/universitären Signierung, das von der katholischen Kirche bald nach dem Erscheinen abgelehnt wurde. Also sind die von den Atheisten gegen die Kirche vorgebrachten Vorwürfe Ablenkungsmanöver von den von Atheisten verübten Blutverbrechen, die seit der französischen Revolution 1789 Hekatomben Tote gefordert haben.

Eine weitere Bundeslösung des Menschen von Gott ist die Sünde. Je schwerer die Sünde ist umso mehr trennt sich der Mensch von Gott. Darauf weist auch der Spruch hin: „Die Sünde gebiert die Sünde“ und dieser Spruch weist darauf hin, dass ein Sünder automatisch weitere Sünden begeht. Und wer ständig sündigt, der trennt sich immer weiter von Gott bis er sich dann endgültig von Gott getrennt hat und total ungläubig ist und Gott ablehnt.

Daher sollte jeder Mensch darauf achten, dass er nicht sündigt und sich damit nicht von Gott trennt.

Und der Erste Petrusbrief vergleicht die Sintflut für die Menschen in der Arche mit der Taufe in dem der Apostel schreibt:

„Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper vom Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.“

Auch hier ist der Hinweis auf die Sünde gegeben, denn ein wirklich reines Gewissen hat nur jener Mensch, der nicht gesündigt hat. Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass das menschliche Gewissen nur dann wohlgebildet ist, wenn es den Geboten Gottes und der Lehre der Kirche folgt (vgl. KKK). KKK Nr. 1792 weist darauf hin, dass jene Katholiken ein irrendes Gewissen haben, die die Autorität der Kirche und ihre Lehre zurückweisen.

Nachdem der Mensch in seiner Schwachheit immer wieder sündigt, muss er das Sakrament der Versöhnung in Anspruch nehmen um sich wieder mit Gott und der Kirche zu versöhnen. Leider ist die Beichte für viele unmodern geworden und damit erfolgte immer mehr die Trennung von Gott und mit dem Rückgang der Inanspruchnahme des Beichtsakramentes ist der Glaubensverlust einhergegangen.

Auch das Evangelium spricht diese Thematik an und nennt auch den Urheber der Sünde, nämlich den Teufel.

„Der Geist trieb Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus 40 Tag lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.“

Nach der Taufe durch Johannes ging Jesus also in die Wüste und blieb 40 Tage, bevor er mit seiner Lehrtätigkeit begann, wobei der Evangelist Markus in seiner Schilderung sehr sparsam ist, während Matthäus vor allem wesentlich ausführlicher die Versuchungen durch den Satan schildert.

Markus stellt vor allem den allumfassenden Frieden der Schöpfung, durch den Satz: „Er lebte bei den wilden Tieren.“ in den Mittelpunkt dieses Evangeliums.

Dieser umfassende Frieden ist nicht nur der Frieden in mir und mit der Umgebung, sondern mit der ganzen Schöpfung Gottes und bedeutet ein Leben ohne Sünde. Dieser umfassende Frieden heißt bei den Juden „Shalom“ und bei den chinesischen Philosophen ist es das „TAO“, die Weltharmonielehre.

Eine Wüstenzeit kann daher für uns Menschen also zweifache Gründe und Auswirkungen haben.

Eine Art der Wüstenzeit kann sein, dass sich der Mensch bewusst Zeit nimmt für eine innere Einkehr, dass er seiner Seele Ruhe und Raum verschafft, um in seinem Leben einen weiteren Schritt zu machen, eine Lebensentscheidung zu treffen oder ähnliches.

Wenn der Mensch für Gott offen ist, kann er in dieser Ruhe dann auf Gott hören, was er ihm sagen will. Schweigeexerzitien oder das Zurückziehen in ein Kloster mit einem geistigen Begleiter für einige Tage oder Wochen sind dafür eine gute Basis.

Die andere Art einer Wüstenzeit ist zBspl. das Gefühl der Verlassenheit, der Ausweglosigkeit. Der Mensch betet wie immer, ja er schreit zu Gott und bekommt keine Antwort, keine Entscheidung.

Auch Jesus hat diese Situation erlebt. Im Garten Getsemani als er betete: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen“ und am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!“

Von dieser Art der Wüstenzeit waren selbst große Heilige nicht verschont. Zwei möchte ich hier erwähnen.

Für Therese von Lisieux waren es die letzten 2 Jahre ihres Lebens, wo sie schwer krank war. Und Theresa von Kalkutta, also Mutter Teresa, hatte eine Wüstenzeit von sogar Jahrzehnten, wie es in einer Biografie erläutert wurde.

Beide hatten jedoch das grenzenlose Vertrauen zu Gott, um diese Wüste zu bewältigen.

Sie blieben ihrem Glauben treu und nahmen diese Wüstenzeit als Bewährungszeit an. Sicher hat ihnen die tägliche Eucharistie und das inständige Gebet dabei geholfen.

Im Römerbrief (5,3b-5) heißt es: „Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“

Haben Sie schon so eine Wüstenzeit im Glauben erlebt oder wie würden Sie auf eine solche Wüstenzeit reagieren? Vertrauen sie auf Gott, beten, schreien sie zu ihm und ER wird sie durch diese Zeit tragen. Denn ER jedem Menschen die Kraft, die dieser braucht um durch so eine Wüstenzeit zu kommen und so eine Wüstenzeit ist jene Bewährungszeit ob der Mensch Gott grenzenlos vertraut oder nicht.

Wenn eine Wüstenzeit auf Sie zukommt und diese auch lange dauert, sind Sie trotzdem bereit Gott weiter grenzenlos zu vertrauen und als Mensch den Bund mit Gott nicht einseitig zu lösen?

Amen.
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17

Freitag, 27. Februar 2015, 11:53

2. Fastensonntag

1. Lesung: Gen 22,1-2.9a.10-13.15-18
2. Lesung: Röm 8,31b-34
Evangelium: Mk 9,2-10

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung berichtet von Abraham, der von Gott auf die Probe gestellt wird und der bereit ist für Gott alles zu geben, selbst seinen Sohn Issak. Doch Gott will keine Menschenopfer wie die Götter Kanaans. Diese grenzenlose Gottesfürchtigkeit Abrahams wird ihm als Gerechtigkeit angerechnet und Gott gibt ihm die Verheißung: „Weil du das getan hast und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast, will ich dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresstrand.“

Eine solche Gottesfürchtigkeit wie Abraham sollte jeder Mensch haben und wenn er dabei auch die Gebote Gottes einhält, wird des Menschen Leben gelingen und er wird mit Frieden im Herzen seinen Weg gehen.

Doch in der heutigen Zeit haben viele Menschen nicht nur keine Gottesfürchtigkeit mehr sondern sie treten gegen Gott auf, ja sie leugnen und bekämpfen ihn. Mit dem Schwinden der Gottesfürchtigkeit und den damit verbundenen Glaubensverlust will sich der Mensch an die Spitze der Schöpfung stellen und selbst Gott, den Schöpfer, „spielen.“ Abtreibung, In-vitro-Fertilisation, Präimplantationsdiagnose, Euthanasie usw., die von den Atheisten als „humaner Fortschritt“ gefeiert werden, sind in Wirklichkeit egoistische Menschenverachtung und zeigen genau auf was der Atheismus aufgebaut ist – nämlich auf purem Egoismus, Menschenverachtung und teuflischen Sinn. So wie die Schlange im Paradies gesagt hat: „Ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“ (Gen 3,5c). Nur die Erkenntnis von Gut und Böse im Sinne des Teufels bedeutet, dass der Mensch das „Böse“ in seiner teuflischen Verblendung als „Gut“ zu erkennen glaubt und nicht begreift, dass er nur das Werkzeug des Teufels ist, der die Menschheit ins Verderben führen will. Und die Atheisten sind in ihrer Verblendung unbewusst die willigen Werkzeuge desselben und beweisen dies seit der französischen Revolution mit ihren Gräueltaten immer wieder. Und dieser militante Atheismus, der zur Dekadenz führt, breitet sich in der westlichen Welt immer weiter aus und wird dann zum Zusammenbruch der abendländischen Kultur führen. Genauso ist der griechischen und römischen Kultur gegangen weil sie der Dekadenz keinen Widerstand mehr leisten konnte.

Es ist fünf Minuten nach Zwölf und es bleibt der westlichen Menschheit nicht mehr Zeit von diesem Irrweg umzukehren.

In ähnlicher Weise schreibt der Apostel Paulus im Römerbrief der zweiten Lesung indirekt gegen die Ungläubigen wenn er über die Gläubigen schreibt:

„Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es der gerecht macht. Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch, der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.“

Die Ungläubigen klagen die Gläubigen an, stellen sie vor Gericht, können sie verurteilen. Dass kann einerseits in Form der Meinungsmache des Mainstreams mittels Rufmord sein, das kann andererseits aber auch bis zum Martyrium gehen wie es auch heute noch in verschiedenen atheistischen, insbesondere kommunistischen, Ländern der Fall ist. Aber „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann“ (Mt 10,28 )

Diese Worte Jesu sind eindeutig. Die Atheisten glauben über die Gläubigen triumphieren zu können, doch werden sie es sein, die die Konsequenzen nach dem Tod zu tragen haben werden, denn die Seele lebt nach dem irdischen Tod weiter – entweder bei Gott oder in der Hölle. Wenn auch Epikur (ca. 4./3. Jhdt. vChr.) gemeint hat, dass nach dem Tod ist alles zu Ende ist und sich die Seele wie ein Feinstoff in der Luft auflöst, haben viele griechische Philosophen sich mit der Seele und dem Leben nach dem Tod beschäftigt und sind zu einem anderen Schluss gekommen,

Die Verklärung Jesu ist das Evangelium des zweiten Fastensonntags in diesem Lesejahr. Warum berichten die Evangelisten über diese Begebenheit?

Aus einzigem Grund, dass sie ist eine wesentliche Grundlage für den christlichen Glauben ist, denn sie bestätigt, dass Jesus Gottes Sohn ist. Denn die Verklärung zeigt uns, dass sich in der Person Jesus, dem Gottessohn, Himmel und Erde berühren, dass sich der Himmel in Jesus offenbart.

Das Erscheinen von Moses und Elija, bedeutet zugleich eine Bestätigung, dass Jesus der Messias ist, denn im Judentum war das Erscheinen des Propheten Elija vor dem Kommen des Messias im Buch Maleachi vorausgesagt worden.

„Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und dort wurde er vor ihren Augen verwandelt.“

Jesus nimmt also nur drei seiner Jünger mit. Petrus, Jakobus und Johannes. Jeder dieser 3 Jünger hatte später eine besondere Stellung unter den Aposteln.

Petrus, ihm vertraute Jesus die Schlüssel des Himmelreichs an und übergab ihm die Binde- und Lösegewalt.

Jakobus war der Vorsteher der Urgemeinde in Jerusalem und wurde 44 nChr. von Herodes Agrippa hingerichtet. Er war der erste Märtyrer von den Aposteln.

Johannes war der Jüngste der Apostel, er war Jesus Lieblingsjünger. Er wurde sehr alt, schrieb das theologischeste Evangelium und die Apokalypse.

Dass diese drei Jünger voll Furcht und sprachlos während der Verklärung waren, ist wohl nur natürlich und verständlich.

Nur Petrus findet trotz seiner Furcht auch in dieser Situation sofort die Sprache wieder: „Lass uns hier 3 Hütten bauen“.

Petrus, er ist der Mann voller Widersprüche, so wird er in den Evangelien beschrieben. Er muss ein sehr impulsiver Mensch gewesen sein, ein Hitzkopf würde man heute sagen.

Einerseits sagte er, er würde mit Jesus in den Tod gehen, als sie kommen um Jesus zu verhaften, zieht er das Schwert und haut dem Diener des Hohenpriester das Ohr ab. Dann gibt er Fersengeld und betrachtet alles nur mehr von der Ferne. Im Hof des Hohen Rates verleugnet er Jesus dreimal, bevor der Hahn kräht.

Nach dem Mahl sagt Jesus zu Simon Petrus „Du aber stärke deine Brüder!“ (Lk 22,32) und verbindet damit gleichzeitig die Prophezeiung, dass Petrus ihn dreimal verleugnen werde.

Später in Rom, verlässt Petrus, als die Christenverfolgungen zur Zeit des Nero beginnen, auf Drängen der Gemeinde, die Stadt.

Außerhalb der Stadt begegnet ihm Jesus. Petrus fragt Jesus: „Quo vadis, domini?“ und bekommt zur Antwort. „Ich gehe nach Rom, um mich ein zweites Mal kreuzigen zu lassen!“ Daraufhin kehrt Petrus um und erleidet den Märtyrertod. Soweit die nichtbiblische Legende.

Petrus war also ein schwacher Mensch voll Widersprüche. Und das ist ein Trost für uns alle.

Einem schwachen Menschen voller Widersprüche, ihm vertraute Jesus die Leitung seiner Kirche an, er gibt ihm eine umfassende Binde- und Lösegewalt.

Für Jesus zählte sicher nur eines: Die grenzenlose Liebe und das vollkommene Vertrauen, das Petrus trotz allem zu ihm hatte.

Und diese grenzenlose Liebe und das vollkommene Vertrauen zu Jesus in jeder Situation unseres Lebens, das ist es was Jesus von jedem von uns will.

Diese grenzenlose Liebe und das vollkommene Vertrauen zu Jesus sollte daher im Leben eines Menschen die Basis für sein Leben mit Gott und seinem eingeborenen Sohn sein.

Herr Jesus Christus, gib uns immer die Kraft Dir in allen Lebenslagen grenzenlos zu vertrauen, der du mit Gott, dem Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes lebst und herrschest in Ewigkeit.


Amen.
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18

Freitag, 6. März 2015, 15:24

3. Fastensonntag

1. Lesung: Ex 20,1-17
2. Lesung: 1 Kor 22-25
Evangelium: Joh 2,13-25
oder
1. Lesung: Ex 17,3-7
2. Lesung: Röm 5,1-2.5-8
Evangelium Joh 4,5-42 oder Kurzfassung Joh 4,5-15.19b-26.39a.40-42

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Im Direktorium sind für den dritten Fastensonntag zwei Lesereihen angegeben, die in der Heiligen Messe verkündet werden können. Zur Predigt für diesen Sonntag habe ich das Evangelium der zweiten Reihe bewusst ausgewählt, da es das Geschehen am Jakobsbrunnen in Samarien zum Inhalt hat und damit für den Menschen „gewinnbringender“ ist als das Evangelium der ersten Reihe, das die Vertreibung der Händler aus dem Tempel verkündet.

Zuerst ein kurzer geschichtlicher Hintergrund zum Evangelium. Die Samariter waren ein Mischvolk, das durch die Ansiedlung fremder Völker durch die assyrische Besatzungsmacht im 7. Jahrhundert vor Christus entstanden ist und sie galten bei den frommen Juden als unrein und wurden daher gemieden. Aber auch die Samariter verehrten Jahwe und glaubten an ihn. Die Samariter anerkannten nur die fünf Bücher Moses und auch sie erwarteten den verheißenen messianischen Propheten. Samarien liegt am direkten Weg von Jerusalem nach Galiläa, aber fromme Juden nahmen lieber einen weiten Umweg in Kauf als durch Samarien zu gehen. Soweit also der geschichtliche Hintergrund zu diesem Geschehen.

Jesus, der keine Berührungsängste hat, nimmt den direkten Weg von Jerusalem nach Galiläa durch Samarien. Am Jakobsbrunnen von Sychor rastet Jesus zur sechsten Stunde, also zur Mittagszeit.

„Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!“ Ein für die damalige Zeit unvorstellbarer unschicklicher Vorgang. Ein Mann spricht in aller Öffentlichkeit mit einer Frau und dazu noch ein Jude mit einer Samariterin. Ein Beweis dafür, dass sich Jesus nicht an Konventionen hielt wenn er es für richtig fand.

Und für jene, die in der heutigen Zeit die Frauenweihe fordern, sollte dieser Vorgang ein weiterer Beweis dafür sein, dass Jesus bewusst Frauen vom Dienstamt ausgeschlossen hat, denn wenn ER es gewollt hätte, dann hätte er Frauen in das Apostelkollegium berufen.

Die entsprechende Antwort der Samariterin folgte daher umgehend: „Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?“

Nun folgt der Dialog zwischen Jesus und der Samariterin über das Wasser und so sagte Jesus zur ihr: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“

Das Wasser, das Jesus den Menschen gibt ist nicht jenes natürliche Wasser wie wir Menschen es verstehen, sondern es geht um ein anderes Wasser und es geht auch um einen anderen Durst als um den körperlichen Durst. Was Jesus meint, ist der Durst des Menschen nach einem erfüllten, beglückenden und sinnvollen Leben, der über alle körperlichen Bedürfnisse hinausgeht. Und dieser Durst, den Jesus meint, der ist schon dann gestillt wenn der Mensch im Glauben auf die Worte Gottes zurückgreift und er wird zur sprudelnden Quelle wenn der Mensch diesen Glauben mit seinem Lebenszeugnis an die anderen Menschen weitergibt. Und letztendlich wird dieser Durst endgültig gestillt wenn der Mensch aufgrund seines irdischen Lebens durch Einhaltung der Gebote und Weisungen Gottes in der Nachfolge Christi seine Vollendung im Ewigen Leben bei Gott findet.

In der Kurzfassung des Evangeliums wird nun berichtet, dass auf den Bericht der Frau viele Samariter zum Glauben gekommen sind.

„Und zu dieser Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.“

Und dieser Vers, der der letzte in dieser Perikope des Evangeliums ist, dieser ist auch für den Glauben der heutigen Menschen sehr wichtig.

„Weil wir ihn selbst gehört haben, darum glauben wir“ ist die Aussage der Samariter.

Nachdem wir heutige Menschen Jesus nicht mehr persönlich hören können, ist daher für unseren Glauben alles wichtig, was in der Offenbarung niedergeschrieben ist. Und zur Offenbarung gehört auch das Alte Testament, denn es ist die Grundlage für das Neue Testament und im Neuen Testament sind viele Hinweise auf das Alte Testament enthalten. Daher dürfen die beiden Testamente nicht getrennt gesehen bzw. betrachtet werden, sondern sie sind immer zusammen zu betrachten.

Daher darf sich der Mensch nicht nur einzelne Verse, die ihn besonderes ansprechen oder passen für sein Leben herausnehmen, sondern er muss immer den gesamten Inhalt der Offenbarung berücksichtigen, denn jede Verkürzung der Aussagen führt den Menschen in die falsche Richtung.

Dazu zwei Beispiele für solche Verkürzungen: Die vor Jesus gebrachte Ehebrecherin und seine Aussage in Joh 8, 11, wo Jesus sagte: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ Vor allem der Satz „Geh und sündige nicht mehr“ wird gerne unterschlagen, und damit könnte der Eindruck entstehen, dass der Ehebruch tolerierbar sei, weil sie von Jesus nicht verurteilt worden ist. Und wenn ein Mensch auf seine Sünden aufmerksam gemacht wird, dann bekommt sehr oft derjenige, der darauf aufmerksam machte zur Antwort: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Auch diese Antwort zeigt, dass der Sünder in Wirklichkeit nicht von seiner Sünde lassen will und ein Jesus-Wort bewusst falsch verwendet, denn Jesus meinte eindeutig, dass keiner berechtigt ist eine Todesstrafe zu vollziehen, denn auf Ehebruch stand als Strafe die Steinigung. Jesus hat aber sehr wohl davon gesprochen, dass der Sünder zurechtgewiesen werden sollte, denn „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn zurecht“ (vgl. Mt 18,21, Lk 17,4).

Jeder, der die Evangelien gut kennt und voll dazu steht, könnte solche Beispiele von Verkürzungen vorbringen.

Leider sind in der heutigen Zeit die verkürzten Zitate aus der Offenbarung gang und gäbe geworden. Vor allem jene Aussagen von Jesus, in denen ER die Konsequenzen ankündigt, werden gerne fallen gelassen; oft mit der Begründung das Evangelium ist eine Frohbotschaft und keine Drohbotschaft.

Das Evangelium ist eine Frohbotschaft, weil es uns den Weg aus der Sünde und zum Vater zeigt. Aber es zeigt auch die Aussagen Jesu auf, was den Menschen erwartet, wenn er nicht umkehrt und die Sünde vermeidet.

Nicht umsonst hat Jesus gesagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh 14,6).

Jesus ist der wahre Retter der Welt und des Menschen. Durch Ihn ist dem Menschen der Weg zum Vater geöffnet worden, wenn der Mensch bereit ist Ihm zu folgen.

Jeder Gläubige muss sich daher entscheiden, ob er das Wort Gottes unverfälscht und unverkürzt annimmt oder ob er nur jene Teile akzeptiert, die ihm in sein Leben passen und alles andere ausklammert. Von dieser Entscheidung hängt das Ewige Leben bei Gott oder am Ort des Verderbens ab.

Amen.
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19

Samstag, 14. März 2015, 09:59

4. Fastensonntag

1. Lesung: 2 Chr 36,14-16.19-23
2. Lesung: Eph 2,4-10
Evangelium: Joh 3,14-21
oder
1. Lesung: 1 Sam 16,1b.6-7.10-13b
2. Lesung: Eph 5,8-14
Evangelium: Joh 9,1-41 oder 9,1.6-9.15-17,34-38


Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Auch am 4. Fastensonntag, dem Sonntag Laetare, gibt es die Auswahl zwischen zwei Lesereihen, die zur Verkündigung bereitstehen. Zur Predigt wird die erste Reihe verwendet.

Die alttestamentliche Lesung aus dem zweiten Buch der Chronik ist dessen Schlusskapitel in dem der Chronist eine theologische Deutung der Geschichte Israel macht, die mit dem Strafgericht über Jerusalem zu Ende gegangen war.

„Alle führenden Männer Judas, die Priester und das Volk begingen viel Untreue. Sie ahmten die Gräueltaten der Völker nach und entweihten das Haus, das der Herr in Jerusalem zu seinem Heiligtum gemacht hatte.“

Die Wörter „führende Männer“ kann auch mit dem Wort „Fürsten“ übersetzt werden, also nach den heutigen demokratischen Begriffen sind damit die Politiker gemeint. Und diese Männer begingen zusammen mit den Priestern und dem Volk Untaten. Damit wies der Chronist darauf hin, dass diese Männer sowie das Volk Handlungen setzten, die gegen die Gebote und Anweisungen Gottes verstießen.

Und durch diese Handlungen gegen die Gebote und Anweisungen Gottes ergibt sich damit auch für die heutige Zeit eine große Parallele. Denn die Abtreibungen mit hunderttausenden getöteten Kinder im Mutterleib, Euthanasie, Präimplantation wo ebenfalls überzähliges Leben getötet wird, homosexuelle eingetragene Partnerschaften, die als Ehe gelten wollen und noch so manches andere sind gegen Gott, seine Anweisungen und das natürliche menschliche Leben gerichtet. Und viele Priester und Bischöfe SEINER Kirche schweigen dazu weil sie sich lieber mit dem Zeitgeist arrangieren und auch die Lehre Jesu und der Kirche gerne zeitgeistig anpassen wollen. Und jene Kleriker, die treu zu Christus und seiner Lehre stehen, werden von den eigenen Oberen gemobbt oder diszipliniert. Ähnlich ergeht es den treuen gläubigen Laien, die vom rot-grünen-linken Mainstream gerne ins rechte Eck gestellt werden, was vollkommen unberechtigt ist. Nachweisbar sind aber alle diese inhumanen aber von den Rot-Grünen und Atheisten gepriesenen „humanen“ Fortschritte auf dem Boden dieser menschenverachtenden Ideologie entstanden. Nur die braune und rote Ideologie hat nachweisbar in einem Jahrhundert, dem zwanzigsten, Hekatomben Blut gefordert wie nicht einmal in den gesamten Vorjahrhunderten zusammen.

Das sollte jeder Christ bedenken bevor er diesen falschen „Propheten“ und Irrlehrern nachläuft.

Im Evangelium wird ein Abschnitt aus dem Gespräch des Pharisäers Nikodemus mit Jesus verkündet

„Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat."

Diese Worte Jesu an Nikodemus, der geheim in der Nacht zu ihm gekommen ist, mussten für die Juden der damaligen Zeit eine ungeheure Provokation gewesen sein. Für sie war ja Jahwe ein Gott, der seinen Bund mit ihnen hielt und ihnen seine Verheißungen erfüllte. Aber er war auch der Gott, der jeden Abfall von diesem Bund strafte.

Und nun treten innerhalb einer kurzen Zeit für die Juden zwei Propheten auf, die scheinbar widersprüchliches verkünden. Zuerst kommt Johannes der Täufer, der zur Umkehr aufruft und zur Sündenvergebung am Jordan taufte, weil das Gericht Gottes nahe sei. Und dann Jesus, der von sich sagt, dass ER der Menschensohn ist, der in die Welt gekommen ist, um die Menschen vor dem Gericht zu retten. Er setzt Zeichen und Wunder und sagt, dass das Reich Gottes angebrochen ist und wer an ihn glaubt, wird gerettet.

Und dieses Angebot zur Rettung, das Gott uns durch seinen Sohn gegeben hat, gilt auch in der heutigen Zeit. Ja, dieses Angebot wird gelten solange die Welt besteht und es Menschen gibt.

Aber diese Rettung und Nichtrichten durch Gott erfolgt nicht, wenn ich nur sage „Ich glaube an Jesus Christus“ aber so lebe wie es mir passt sondern damit verbunden ist die Forderung in meinem Leben Gebote und Anweisungen Gottes einzuhalten. Jesus hat dazu von dem engen Tor gesprochen, das ins Ewige Leben führt und von dem breiten Weg auf dem der Mensch ins Verderben gehen kann (vgl. Mt 7,13-14).

Nur glauben heute viele Menschen, dass sie sich nicht bemühen müssen, um gerettet zu werden. Sie vergessen dabei die Worte, die Jesus auch gesagt hat, "wer nicht glaubt, ist schon gerichtet".

Vor rd. 25 Jahren hat ein Arbeitskollege in einem Gespräch zu mir gemeint, "warum soll ich gut sein und glauben, wenn ich durch die Barmherzigkeit Gottes am Ende doch gerettet werde", so wird doch gesagt. Diese Meinung ist heute sehr verbreitet.

Nach diesem Gespräch habe ich mich damals gefragt, wieso kann eine derartige Meinung entstehen?

Es ist sicher ein Wesenszug des Menschen, dass er vieles nur so hört, wie er es hören will. Ja, dass er alles vereinfacht darstellt, wie es für ihn am bequemsten ist. Diese Neigung des Menschen betrifft zwar sein ganzes Leben, aber im religiösen Bereich gehen die Folgen über das irdische Leben hinaus.

Ein anderer Grund ist, dass die meisten Menschen heute meinen, dass sie ihren Glauben so leben können, wie sie es sich vorstellen, denn die Meinung: "Ich glaube an Gott und dazu brauche ich nicht die Kirche" ist weit verbreitet.

Diese Meinung wird von den heutigen Medien, wie Zeitungen, Fernsehen usw., tatkräftig unterstützt. Diesen Medien und der Wirtschaft ist es ein besonderer Balken in ihren Augen, dass die Kirche sich seit einigen Jahrzehnten sozial engagiert und die vor allem nicht nur Worte setzt, sondern auch danach handelt.

Aber nicht nur das soziale Eintreten der Kirche ist für diese sehr offen geäußerte Vorstellung der Profitmaximierung ein Hemmnis, ja am besten würden sie gleich alle kirchlichen Feiertage abschaffen und auch den Tag des Herrn ersetzen, durch irgendeinen freien Tag innerhalb der Woche, der dem jeweiligen Produktionsverlauf am besten entspricht.

Sicher wird es, so wie bisher, immer Berufe geben müssen, die auch am Tag des Herrn arbeiten. Das sind vor allem die sozialen Berufe und sowie jene Berufe, die einen Dienst am Menschen und für den Menschen leisten.

Wir Christen sind besonders gefordert eine menschliche Welt mitzugestalten und nicht schweigend zuzusehen, wie die Welt immer kälter, härter und ärmer wird, ja wie sich das antichristliche immer mehr durchsetzt.

Das kann aber nur verhindert werden, wenn jeder Christ voll auf Gott vertraut und sich aktiv dafür einsetzt, dass die christlichen Werte wieder ein wichtiger Teil des Lebens werden. Dieses aktive Einsetzen als Christ ist jedoch nicht, dass ich von der Kirche jene Änderungen fordere, die mir passen, sondern dass ich zur unverkürzten, unverfälschten Offenbarung (AT – NT) und zur Lehre der Kirche stehe, also zur gesunden, wahren und reinen Lehre wie der Apostel Paulus sagt (1 Tim, 2 Tim, Tit).

Wir Christen wissen, das Gott ein liebender und barmherziger Gott ist, der nicht den Tod des Sünders will, sondern sich über jeden freut, der zu ihm umkehrt. Ja, er hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit die Menschen gerettet werden.

Die einzige Bedingung, die Gott von uns Menschen fordert, ist, dass wir uns diesem Angebot Gottes in seinem Sohn vertrauensvoll und glaubend öffnen, dass wir gläubig zum Kreuz aufblicken, um gerettet zu werden. Und damit verbunden ist auch, dass wir vor allem so nach den Geboten und Weisungen Gottes leben, wie es Jesus uns vorgelebt hat.

Herr Jesus Christus, gib jedem Christen die Stärke und den Mut die christlichen Werte immer und überall zu vertreten und mit seinem Leben dafür Zeugnis zu geben. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 19. März 2015, 11:16

5. Fastensonntag

1. Lesung: Jer 31,31-34
2. Lesung: Hebr 5,7-9
Evangelium: Joh 12,20-33
oder
1. Lesung: Ez 37,12b-14
2. Lesung: Röm 8,8-11
Evangelium: Joh 11,1-45 Kurzfassung: Joh 11,3-7,17.20-27.33b-45

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die Lesungen und das Evangelium dieses Sonntags beschäftigen sich mit der Auferweckung, einem zentralen Thema des Christentums.

Schon der Prophet Ezechiel hat seinem Volk Israel im Namen Gottes die Verheißung gegeben. „So spricht Gott, der Herr; Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel, Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.“

Ezechiel stammt aus einer priesterlichen Familie und wurde mit einem Teil seines Volkes 597 vChr. von Nebukadnezar nach Babylon verschleppt. Dort wurde er zum Propheten mit einer besonderen Begabung.

Die in der Lesung verkündeten Verse haben eine Doppelbedeutung. Einerseits sind sie eine Verheißung an das verschleppte Volk Israel, das es aus den Gräbern herausgeholt wird und damit sind die Belastungen der babylonischen Gefangenschaft gemeint und nach Israel wieder zurückkehren wird und andererseits sind sie eine endzeitliche Verheißung, dass Gott die verstorbenen Menschen aus ihren Gräbern heraufholen wird und ihnen damit das Ewige Leben bei IHM geben wird.

Ähnlich äußert sich der Apostel Paulus in seinem Römerbrief, jedoch im Hinblick auf das irdische Leben, das vom Geist bestimmt werden sollte.

„Wer vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. … Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen, durch seinen Geist der in euch wohnt.“

„Wer vom Fleisch bestimmt ist“, bedeutet in der Sprache der Bibel, dass damit der Mensch gemeint ist, der sündigt bzw. gesündigt hat. .Der Apostel weist aber auch daraufhin, dass jene Menschen, die mit dem Geist Gottes leben nicht vom Fleisch, also von der Sünde bestimmt sind, sondern die Sünde vermeiden. Natürlich wird auch dieser Mensch fallweise unbewusst sündigen, aber er wird die Sünde nicht bewusst suchen bzw. bewusst sündigen. Solche Sünden, die immer bewusst geschehen, sind zBspl. der Ehebruch, die Verleumdung eines Menschen bzw. unwahres über einen Mitmenschen erzählen, das bewusste Lügen, einem Mitmenschen Böses antun und dgl. mehr.

Der in der Welt lebende Mensch wird auferweckt wenn der Geist Gottes in ihm wohnt und er die Sünde meidet. Dies meint der Apostel mit den Worten „euren sterblichen Leib lebendig machen.“

Das Evangelium dieses Sonntag ist die Auferweckung des Lazarus. Schon das Gespräch zwischen Marta und Jesus weist in die Richtung der Auferstehung, denn Marta sagt zu Jesus: „Ich weiß, dass er (Lazarus) auferstehen wird bei der Auferstehung am letzten Tag.“ Damit spricht Marta bereits die Auferstehung der Toten am Letzten Tag an. Und Jesus erwidert ihr:

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“

Diese Worte Jesu sind für uns die größte Verheißung unseres Glaubens, denn Jesus gibt uns hier das Versprechen des ewigen Lebens nach unserem irdischen Tod.

Aber auch die Worte Jesu „Lazarus, komm heraus“ haben einen direkten Bezug zu unserem Leben, ohne dass wir uns dessen bewusst werden. Jeder irdisch gesinnter Mensch, der nicht den Glauben bzw. die Heilige Schrift hinterfragt, wird fragen, wieso?

Lazarus kommt heraus, eingewickelt in Binden.

Jeder Mensch ist auch in solche Binden eingewickelt. Nur diese Binden sind nicht aus Stoff, sondern sie sind geistiger Art. Sie umwickeln unser Herz, unseren Verstand, und auch unsere Seele, die uns Gott gegeben hat.

Diese Binden sind jene alltäglichen Bindungen in unserem menschlichen Leben, die uns von Gott wegführen und auch die Sünde ermöglichen.

Oft merken wir gar nicht, dass eine Handlung, die wir tun, ein Wort, das wir sprechen, eigentlich eine Sünde ist.

Dazu gehören aber auch jene Bindungen, bei denen es uns gar nicht bewusst wird, dass es Bindungen sind.

Zum Beispiel: Übermäßiges Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, Fernsehen ohne Auswahl des richtigen Programmes, Internet-Surfen ohne entsprechender Selektion, Neid, dass der andere mehr Besitz hat, aber auch auf Horoskope vertrauen, Pendeln und was es noch so alles Esoterisches gibt, und noch vieles andere mehr. Alles das sind Bindungen, die unser Leben in irgendeiner Form beeinflussen und uns von Gott wegführen.

Jesus ruft auch uns zu: „Lazarus, komm heraus!“ Jeder Mensch setze statt dem Namen „Lazarus“ seinen Namen ein, dann wird der Mensch, wenn er ein offenes Herz hat, merken, dass Jesus auch ihn ruft.

Jesus will den Menschen von allen diesen Bindungen befreien. Er will das Herz des Menschen öffnen, und darin Wohnung nehmen. „Ich stehe vor der Tür und klopfe an“, so heißt es in der Offenbarung des Johannes (Off 3,20a).

Wenn daher ein Mensch Jesus ohne Wenn und Aber nachfolgt, dann löst ER unsere Bindungen, befreit und heilt uns, denn ER ist unser Erlöser und Retter.

Herr Jesus Christus, befreie uns von allen schlechten Bindungen in unserem menschlichen Leben und gib uns immer die Kraft, dass wir alle Bindungen in unserem Leben abweisen, die uns von Gott wegführen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.


Amen.
Preis den Herrn!