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Katholische Lehre

Antworten im Thema: 144 » Der letzte Beitrag (17. Januar 2017, 17:36) ist von diaconus.

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diaconus

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Sonntag, 3. November 2013, 17:42

Pirmin (+ 753)
Aus dem Missionskatechismus des heiligen Pirmin

Der Heilige Geist sagt durch den Propheten;: „Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit, von allen euren Götzen. Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ (Ez 36,25.26) Ebenso sagt der Heilige Geist im Evangelium: „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ (Joh 3,5) Das heißt: Wer nicht glaubt und getauft worden ist, kann nicht in das Reich Gottes kommen. Deswegen, Brüder, erinnern wir euch, welchen Bund wir in unserer Taufe mit Gott geschlossen haben. Als wir vom Priester nach unserem Namen gefragt wurden, da hast du geantwortet – du selber, wenn du schon antworten konntest oder doch jener, der für dich den Glauben bekannte und dich vom Taufbrunnen aufnahm: „Johannes, soll er heißen“ - oder es wurde ein anderer Namen genannt- Der Priester aber fragte: „Johannes, widersagst du dem Teufel, allen seinen Werken und all seiner Pracht?“ Du hast geantwortet: „Ich widersage.“ Das heißt, ich verachte und verlasse alles schlechte und teuflische Tun. Nach dieser Absage an den Teufel und an alle eine Werke wurdest du vom Priester gefragt: „Glaubst du an den allmächtigen Gott, den Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde?“ Du hast geantwortet: „Ich glaube!“ Und weiter: „Glaubst du an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tag auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten?“ Wiederum hast du geantwortet: „Ich glaube!“ Und zum drittenmal hat dich der Priester gefragt: „Glaubst du an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben?“ Da hast du oder dein Taufpate für dich geantwortet: „Ich glaube!“ Seht, das ist der Bund oder das Versprechen, das ist euer Bekenntnis, das bei Gott gilt. Als Glaubender bis du getauft worden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zur Vergebung aller Sünden. Vom Priester bist du mit dem Chrisam des Heils zum ewigen Leben gesalbt worden. Dein Leib hat das weiße Gewand angezogen, deine Seele aber mit Christus die himmlische Gnade Dir zum Schutz ist ein Engel bestimmt worden. Du hast den Namen Christen angenommen, wirst der katholischen Kirche zugezählt und bist ein Glied Christi geworden, so wie der Apostel sagt: „So sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber sind wir Glieder, die zueinandergehören“ (Röm 12,5), weil Christus, unsere Haupt ist, wir aber seine Glieder. Denn von Christus her sind wir ja Christen genannt.
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Dienstag, 12. November 2013, 17:36

Leo XI. (+ 1939)
Aus der Enzyklika „Ecclesiam Dei“ – betreffend Josaphat

Die Kirche ist durch den wunderbaren Ratschluss so gegründet, dass sie in der Fülle der Zeiten wie eine einzige Familie erscheint, die das ganze Menschengeschlecht umfasst Unter ihren glänzenden Merkmalen, so wissen wir, ist es besonders die weltumspannende Einheit, durch die Gott sie erkennbar gemacht hat.

Christus hat die Aufgabe, die er selbst vom Vater empfangen hatte, nur den Aposteln übertragen, indem er sprach: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und lehrt alle Völker.“ (vgl. Mt, 28,18 ) Aber nicht das allein; Er wollte auch, dass die Apostel zusammen ein Kollegium bildeten, innigst vereint durch ein doppeltes Band: innerlich durch den gleichen Glauben und die gleiche Liebe, „die in unsere Herzen ausgegossen ist durch den Heiligen Geist“ (vgl. Röm, 5,5), äußerlich durch die Leitung eines einzigen über alle, indem er dem Petrus den Vorrang über die Apostel übertrug, als ein dauerndes Prinzip und Fundament der Einheit. Damit aber diese Einheit und Übereinstimmung dauernd besteht, weihte Gott sie in seiner Vorsehung durch Heiligkeit und Martyrium wie mit einem Siegel.

Dieses hohe Lob erwarb Josaphat, der Erzbischof von Polozk vom ostslawischen Ritus. Wir anerkennen ihn mit Recht als eine Zierde und Säule der Ostslawen; denn kaum ein anderer hat ihrem Namen solche Herrlichkeit gebracht und mehr zu ihrem Heil beigetragen als dieser ihr Hirte und Apostel, besonders dadurch, dass er sein Blut für die Einheit der Kirche vergossen hat. Vor allem hat er, von einer inneren Eingebung bewegt, erkannt, dass er zur Wiederherstellung der Einheit dadurch sehr viel beitragen konnte, indem er in der Einheit der Gesamtkirche den ostslawischen Ritus und das Mönchtum nach der Regel des heiligen Basilius beibehielt.

Inzwischen aber war er vor allem darum bemüht, seine Mitbürger zur Einheit mit dem Stuhl Petri zu führen. Er suchte überall nach Wegen, diese Einheit zu fördern, und mach Gelegenheiten, sie zu sichern. Besonders durchforschte er die liturgischen Bücher, die von den Orientalen – auch von den Getrennten - nach der Vorschrift der Väter benutzt werden, Nach sorgfältiger Vorbereitung nahm er die Wiederherstellung der Einheit in Angriff. Er wirkte mit solcher Kraft und Milde zugleich und mit solchem Erfolg, dass er von seinen Gegnern „Seelenräuber“ genannt wurde.
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Donnerstag, 28. November 2013, 18:47

Leitartikel: Das Programm des Aufbruchs

So titelt der gestrige Leitartikel der Tagespost von Markus Reder, den ich 1:1 ins Forum übernehme.

Zitat

Das Jahr des Glaubens“ ist vorbei. Doch an seinem Ende steht ein Papst-Schreiben, das der Kirche den Weg in die Zukunft weist. Erstmals ertönt mit „Evangelii Gaudium“ die Stimme von Franziskus in einem päpstlichen Dokument im Original. In Ton und Stil ist das deutlich zu spüren. Die Enzyklika „Lumen fidei“ war im Wesentlichen bereits von Papst Benedikt vorbereitet. „Evangelii Gaudium“ ist die kraftvolle, programmatische Grundsatzerklärung von Papst Franziskus. In weiten Teilen kann man darin eine Ausfaltung und Vertiefung jener Brandrede sehen, die der Pontifex noch als Kardinal Bergoglio im Vorkonklave gehalten hat. Dieses Schreiben ist ein flammender Appell, ein lauter Ruf nach Erneuerung.

„Evangelii Gaudium“ ist ein Sturmwind, der den Staub von den Schreibtischen einer in Bürokratie und Selbstverwaltung erstarrten Kirche bläst. Dieses Schreiben ist eine Kampfansage an jene Apparatschiks in Ordinariaten, Kurien, Gremien, Behörden und Sekretariaten, die Kirche und sich selbst nur mehr verwalten, statt Verkündigung zu gestalten. Die Antwort des Papstes ist eindeutig: Raus aus der Selbstgefälligkeit, rein ins Leben, mit all seinen Sorgen und Leiden, Hoffnungen und Freuden. Nicht Akten auf den Weg, sondern Christus zu den Menschen bringen! Die Kirche der Zukunft wird missionarisch sein oder sie wird nicht mehr sein. So lässt sich das Dokument von Papst Franziskus zusammenfassen. Was den Blick auf Christus verstellt, was verhindert, dass Menschen in Berührung mit ihm kommen, darf keinen Platz in der Kirche haben. Das ist der Maßstab franziskanischer Reform. Revolution von oben sei das, heißt es jetzt oft. Das stimmt so nicht. Das ist die Revolution des Evangeliums. Franziskus geht es um eine radikale Erneuerung von innen, aus der Mitte des Glaubens. Der Papst schleift nicht die Doktrin. Er will, dass der Glaube leuchtet. Durch das Leben derer, die ihn verkünden. Durch die Freude jener, die Christus begegnen.

In einer Zeit, in der selbst Bischöfe das Wort „Mission“ nur noch zurückhaltend in den Mund nehmen, wirkt dieses Dokument wie ein Paukenschlag: Eine Kirche, die sich nicht aufreibt, um das Evangelium bis an die Ränder der Gesellschaft zu tragen, weil sie stattdessen um sich selbst kreist, hat ihren Auftrag verfehlt. Davon ist Franziskus überzeugt. Doch der Papst spricht nicht nur über die Kirche, sondern auch über die Welt. Sein Schreiben ist die schärfste Abrechnung mit dem Kapitalismus, die je aus dem Mund eines Papstes zu hören war. Und das, obwohl bereits Johannes Paul II. und Benedikt XVI. nicht zimperlich waren mit ihrer Kritik an einem Wirtschaftssystem, das – wie auch der Sozialismus – den Menschen von sich selbst entfremdet und ihm Freiheit und Würde nimmt.

Die Armen, das unterstreicht dieses Dokument, werden unter Franziskus zu einem neuen Topos der Theologie. Dies mit Befreiungstheologie gleichzusetzen, zeigt wenig Kenntnis von der Vielgestaltigkeit befreiungstheologischer Ansätze und verkennt zudem die Grundlage der „Option für die Armen“ im Zweiten Vatikanum. An manchen Stellen von „Evangelii Gaudium“ bleiben Fragen offen. Das gilt etwa für eine Neugestaltung des Petrusamtes. Eine Idee, die bereits Johannes Paul II. mit Blick auf die Ökumene thematisiert hat. Das gilt mehr noch für die von Franziskus angesprochene Ausstattung der Bischofskonferenzen mit „authentischer Lehrautorität“.
Man kann nur hoffen, dass der Schwung, mit dem Franziskus die Kirche zum Aufbruch ruft, nicht dadurch an Kraft verliert, dass man sich bruchstückhaft an diesem Text bedient, um sich selbst bestätigt zu fühlen und Reformbedarf dann nur bei anderen zu sehen.
Kommentar
Dass dieser Papst anders ist als alle anderen, vor allen als jene, die ich in meiner bisherigen Lebenszeit kennenlernte, von Pius XII, Johannes XXIII., über Paul VI., Johannes Paul I. und II. bis zu Benedikt XVI., also insgesamt 6, ist sicher richtig Allein daran dass Franziskus als Kardinal Bergoglio im Vorkonklave eine Brandrede gehalten hat, die faktisch einer Wahlwerberede gleichkam, ist und war ein Novum. Dass die von ihm geforderte Mission in den letzten Jahrzehnten zu kurz gekommen ist, ist eine der „faulen Früchte“ des II. Vaticanums, denn unter Pius XII. war Mission immer ein Thema genauso so wie die Verkündigung der unverkürzten und unverfälschten Offenbarung und Lehre der Kirche. Er nach dem 2. Vatikanischen Konzil war die Mission als eine „persona non gratia“ zu betrachten, denn wir, die RKK wollen ja niemand verärgern und lieber Rektalaktrobatik betreiben – „wir haben uns ja alle so lieb“, „Liebe-Freude-Eierkuchen“, „Gott ist ja zu jedem so lieb,. dass er alle zu sich aufnimmt, egal wie er gelebt hat“, „Sünde, Verderbnis, Hölle“, das sind doch „Drohbotschaften“, die man den Menschen nicht zumuten kann/darf usw. usw. – alles entgegen der Frohbotschaft Jesu, der alle Menschen zu Gott führen will, die !!! umkehren !!! zu Gott und von der Sünde ablassen. Dass dadurch der katholische Glaube verdunstet, beliebig und den Menschen egal geworden ist, ist ein Faktum, das ein Großteil die Hirten der Kirche der letzten Jahrzehnte zu verantworten hat. Dass die materiell Armen immer ein Thema der Kirchen waren, zeugen die zahlreichen Hilfswerke, die existieren und die ein „Nebenprodukt“ der Lehre Jesu sind,. Wenn für Franziskus die Armen das Wesentliche sind, so verdreht er die Lehre Jesu, die zuerst den Menschen zu Gott führen wollte und die Bekämpfung der Armut als Zweitursache des Weges zu Gott sah. Nicht umsonst sagte ER damals: „Denn die Armen habt ihr immer bei euch“ (vgl. Mt 26,11). Hier kommt sehr wohl, im Gegensatz zur Meinung von Herrn Reder, sehr wohl die Befreiungstheologie zum Vorschein, in die ich in den 90er-Jahren durch Kontakte mit Priestern und Ordensschwestern in Brasilien Einblick hatte.

Dass eine Neugestaltung des Petrusamtes in diesem Apostolischen Schreiben angedacht wurde, hat zwar schon JP II. thematisiert, aber eher in Richtung Ehrenoberhaupt aller christlichen Konfessionen, das die lehramtliche Komponente des Papstes in der Hl. Mutter Kirche nicht tangiert hätte, wäre okay, aber wie meint dies Franziskus? Ebenso der Satz „Das gilt mehr noch für die von Franziskus angesprochene Ausstattung der Bischofskonferenzen mit „authentischer Lehrautorität“, der eine große Gefahr in sich birgt. In Lumen gentium des 2. Vaticanums, Kapitel III über die Bischöfe, vor allem in den Nummern 25 bis 27 wird den Bischöfen schon genug Recht in der Lehre für ihre Teilkirche zugewiesen, die schon bisher so manche faule bzw. halbfaule Frucht gebracht hat. Eine Erweiterung dieser Kompetenz würde zu einer unterschiedlichen Lehre in den einzelnen Teil-/Ortskirchen führen wie es in den protestantischen Denominationen und Landeskirchen ist – jeder lehrt was ihm passt. Diesbezüglich möchte ich an Thomas von Aquin erinnern, der vor rd. 800 Jahren in einer seiner Schriften schon darauf hingewiesen hat, dass es auch einmal einen „papa haereticus“ geben könnte, wenn gegen Offenbarung, bisheriges Lehramt und Tradition gehandelt würde.

Wir werden sehen wie es Franziskus in den beiden letzten Punkten meint, aber ich persönlich sehe darin eine große Gefahr für die Einheit der Kirche. Herr sende besonders Deinen Heiligen Geist zu Papst Franziskus, dass er Klartext spricht und nicht so, dass jeder hineininterpretieren kann was er will. Das ist das Problem des bisherigen Pontifikats. Vene creator spiritus.
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Sonntag, 1. Dezember 2013, 18:03

Evangelii gaudium

Wie eine Nachrichtenplattform heute berichtet, haben sowohl der SPD-Vorsitzende Siegmar Gabriel als auch der Tübinger Theologe Hans Küng, dem 1979 die Lehrerlaubnis entzogen worden war und der immer wieder vom „Weltethos“ fabuliert, das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus gelobt.

Bei Gabriel ist der Grund die scharfe Kapitalismuskritik für das Lob während Küng zwar auch die Kapitalismuskritik lobt, aber vor allem die Kirchenreform auf allen Ebenen inkl. Papstamt, Dezentralisierung der Kirchenstrukturen bis auf Bistums- und Gemeindeebene sowie die Aufwertung der Laien, wobei er die Ablehnung der Abtreibung und der Frauenordination in dem Apostolischen Schreiben kritisiert.

„Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht“.(Lk 6,26), so Jesus Worte, die auch ein Papst beachten sollte. .

Kommentar
Dass der Papst von zwei solchen namhaften Kirchengegnern (ein SPD-Vorsitzender und ein lehrberechtigungsentzogener Theologe, der immer gegen die Kirche und Lehramt aufgetreten ist) gelobt wird, müsste die Alarmglocken schrillen lassen. Wer von solcher Seite ein Lob bekommt, müsste sofort nachdenken, was er falsch gemacht hat. Zumindest ich habe es in meiner Zeit als Topmanager so gehalten, wenn ich von derartiger Gegnerseite ein Lob bekommen habe und sofort nachgedacht „was habe ich falsch gemacht“.
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Dienstag, 3. Dezember 2013, 17:11

RE: Evangelii gaudium

Wie eine Nachrichtenplattform heute berichtet, haben sowohl der SPD-Vorsitzende Siegmar Gabriel als auch der Tübinger Theologe Hans Küng, dem 1979 die Lehrerlaubnis entzogen worden war und der immer wieder vom „Weltethos“ fabuliert, das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus gelobt.

Bei Gabriel ist der Grund die scharfe Kapitalismuskritik für das Lob während Küng zwar auch die Kapitalismuskritik lobt, aber vor allem die Kirchenreform auf allen Ebenen inkl. Papstamt, Dezentralisierung der Kirchenstrukturen bis auf Bistums- und Gemeindeebene sowie die Aufwertung der Laien, wobei er die Ablehnung der Abtreibung und der Frauenordination in dem Apostolischen Schreiben kritisiert.

„Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht“.(Lk 6,26), so Jesus Worte, die auch ein Papst beachten sollte. .

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Wo Du Recht hast, da hast Du Recht... Ein Lob ausgerechnet von der Seite der SPD... und wenn man dann das Wort "Kapitalismuskritik" liest, ist auch alles klar. ;)
Und die Aussage von Küng zeigt wieder einmal, daß die Leute sich nur heraussuchen, was ihnen genehm ist. Die sattsam bekannten alten Hüte, die Küng bringt, mag ich schon nicht mehr hören. Die Kirche kann Abtreibungen nicht befürworten, weil das gegen das Lebensrecht eines jeden Menschen verstößt. WANN begreift auch ein Küng das mal? Und zur Frauenordination hat schon Johannes Paul II. gesagt, was zu sagen ist, nämlich daß diese nach der Lehre der Kirche nicht möglich und die Diskussion damit auch beendet ist. Es wird langsam Zeit, daß auch die "langsamsten Denker" unserer Zeit anfangen zu begreifen, daß es Punkte gibt, die nicht veränderbar sind.
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Dienstag, 3. Dezember 2013, 17:52

RE: RE: Evangelii gaudium

Wie eine Nachrichtenplattform heute berichtet, haben sowohl der SPD-Vorsitzende Siegmar Gabriel als auch der Tübinger Theologe Hans Küng, dem 1979 die Lehrerlaubnis entzogen worden war und der immer wieder vom „Weltethos“ fabuliert, das Apostolische Schreiben von Papst Franziskus gelobt.

Bei Gabriel ist der Grund die scharfe Kapitalismuskritik für das Lob während Küng zwar auch die Kapitalismuskritik lobt, aber vor allem die Kirchenreform auf allen Ebenen inkl. Papstamt, Dezentralisierung der Kirchenstrukturen bis auf Bistums- und Gemeindeebene sowie die Aufwertung der Laien, wobei er die Ablehnung der Abtreibung und der Frauenordination in dem Apostolischen Schreiben kritisiert.

„Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht“.(Lk 6,26), so Jesus Worte, die auch ein Papst beachten sollte. .

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Dass der Papst von zwei solchen namhaften Kirchengegnern (ein SPD-Vorsitzender und ein lehrberechtigungsentzogener Theologe, der immer gegen die Kirche und Lehramt aufgetreten ist) gelobt wird, müsste die Alarmglocken schrillen lassen. Wer von solcher Seite ein Lob bekommt, müsste sofort nachdenken, was er falsch gemacht hat. Zumindest ich habe es in meiner Zeit als Topmanager so gehalten, wenn ich von derartiger Gegnerseite ein Lob bekommen habe und sofort nachgedacht „was habe ich falsch gemacht“.


Wo Du Recht hast, da hast Du Recht... Ein Lob ausgerechnet von der Seite der SPD... und wenn man dann das Wort "Kapitalismuskritik" liest, ist auch alles klar. ;)
Und die Aussage von Küng zeigt wieder einmal, daß die Leute sich nur heraussuchen, was ihnen genehm ist. Die sattsam bekannten alten Hüte, die Küng bringt, mag ich schon nicht mehr hören. Die Kirche kann Abtreibungen nicht befürworten, weil das gegen das Lebensrecht eines jeden Menschen verstößt. WANN begreift auch ein Küng das mal? Und zur Frauenordination hat schon Johannes Paul II. gesagt, was zu sagen ist, nämlich daß diese nach der Lehre der Kirche nicht möglich und die Diskussion damit auch beendet ist. Es wird langsam Zeit, daß auch die "langsamsten Denker" unserer Zeit anfangen zu begreifen, daß es Punkte gibt, die nicht veränderbar sind.

Es freut mich, dass Du meiner Meinung bist. Die von Dir erwähnten „langsamen Denker“ werden es nie begreifen, da sie es nicht wollen, in ihrer Beschränktheit glauben sie, dass es mit der Zeit nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ es „gelingt“ die Frauenordination durchzusetzen. Dass sie damit Jesus, den Gottes Sohn und seine Lehre desavouiren und gegen ihn aufzutreten, dass ist ihnen gar nicht bewusst. Sie glauben der Vogel, der unter ihrem Schädeldach sitzt, ist der Heilige Geist, was sicher nicht stimmt. In Wien haben wir einen diesbezüglichen Spruch: „Selig sind die Beklopften, denn sie brauchen keinen Hammer mehr.“ Ich habe erst vorgestern auf einer Diskussions-Plattform eine diesbezügliche Diskussion mit Einem gehabt, der auch die Frauenordination verlangte mit dem Hinweis, dass alle die dagegen sind, ungebildet und theologisch dumm sind und weil wir das 21. Jhdt. haben. Meine Antwort an diesen lautete: „Auch ich bin so ein ungebildeter und theologisch verdummter Theologe, der die Offenbarung und die fast 2000-jährige Lehre der Kirche höherstellt als Ihren zeitgeistigen Ausfluss, der nur von Ihrer wirklichen Leere zeigt“ blieb unbeantwortet. Mein letzter Satz im Beitrag lautete: „Wer nur wörtlich lesen kann, Kontext, Geschichte und damalige Kultur unberücksichtigt lässt, kommt natürlich zu falschen Ergebnissen oder wer Bultmann, Harnack usw. anhängt. .Siehe Klaus Berger „Die Bibelfälscher“.
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Freitag, 14. Februar 2014, 17:10

Kann denn Liebe Sünde sein?

Dieser Artikel der Tagespost, der am 12, 2., also vorgestern erschienen ist, stellt die Sexual-Lehre der Kirche klar vor. Aus diesem Grund wird der Artikel unverkürzt ins Forum gestellt. Der Autor ist Weihbischof in Augsburg und leitet Mai 2912 das Institut für Neuevangelisierung und Gemeindepastoral.

Zitat

Im Vorfeld zur Bischofssynode in Rom steht in Deutschland die katholische Sexualmoral auf dem Prüfstand – Die Verunsicherung ist groß – Dabei geht es der Kirche nicht um weltfremde Prüderie, sondern um die Freiheit des Menschen. Von Weihbischof Florian Wörner

Papst Franziskus hat für Oktober zu einer außerordentlichen Bischofssynode nach Rom eingeladen. Ihr Thema wird sein: „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“. Als Leiter unseres diözesanen Instituts für Neuevangelisierung bewegt mich das Thema sehr, vor allem auch wegen der Resonanz, die es im Zuge der Fragebogenaktion erhalten hat. Es bewegt mich aber auch deshalb, weil es in Kirche und Gesellschaft zu großer Verunsicherung geführt hat.

Kann denn Liebe Sünde sein? Plötzlich scheint die gesamte katholische Sexuallehre auf dem Prüfstand zu stehen. Dabei frage ich mich: Soll das, was bislang auf Ebene der Weltkirche Gültigkeit hatte, auf einmal seine Bedeutung für uns als Katholiken verloren haben? Ist das, was bisher richtig war, plötzlich falsch und das, was falsch war, richtig? Muss der Katechismus der Katholischen Kirche völlig neu geschrieben werden?

Ich bin der festen Überzeugung: Nein, das muss er nicht. Weil er das wiedergibt, was der menschlichen Natur entspricht. Nur Mann und Frau können neues Leben zeugen. Sie haben damit auf einzigartige Weise Anteil an der Schöpfung Gottes. Die Geschlechtlichkeit des Menschen ist deshalb auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hingeordnet. So lautet, knapp formuliert, die Position der Kirche (Katechismus der Katholischen Kirche, KKK; Nr. 2360). Und die Eheleute sollten in eigener Verantwortung und freier Entscheidung über die Zahl ihrer Kinder entscheiden (vgl. KKK, 2368 ).

Neu ist die jetzige Diskussion übrigens nicht. Sie reicht bald fünfzig Jahre zurück, bis zur Veröffentlichung der Enzyklika „Humanae vitae“ von Papst Paul VI. im Juli 1968. Seit dieser „Pillenenzyklika“ ist es zu einer großen Entfremdung zwischen dem Lehramt der Kirche und vielen Gläubigen gekommen.

Alles soll „Bio“ oder „Öko“ sein, wozu dann die Pille?
Dabei hat die Enzyklika „Humanae vitae“ über die Weitergabe des menschlichen Lebens für mich etwas geradezu Visionäres. Etwas, das dem Zeitgefühl der Menschen eigentlich sehr entgegenkommen müsste. Wir wollen im Supermarkt kein Fleisch aus Massentierhaltung. Es könnte ja mit Antibiotika belastet sein, fürchten wir. Und mit Pestiziden behandelte Lebensmittel wollen wir auch nicht. Alles muss heute „Bio“ und „Öko“ sein. Aber wenn es um die eigene Familienplanung geht, dann ist uns plötzlich jedes Mittel recht, auch chemische Verhütung – trotz der nicht zu unterschätzenden gesundheitlichen Folgen und Risiken für viele Frauen, die sich immer mehr abzeichnen. In Frankreich sind inzwischen bestimmte Präparate sogar verboten. Ich verstehe diesen Gegensatz nicht. Kann ihn mir jemand erklären? Was soll so schlimm an einer Familienplanung sein, wie sie damals Paul VI. den Ehepaaren nahelegte: Sie folgt den Gesetzen der Natur, entspricht eigentlich gerade dem Lebensgefühl vieler heutiger Menschen und ist nachweislich genauso sicher wie künstliche Verhütung. Ökologischer geht es eigentlich nicht. „Darüber habe ich in der Kirche noch nie etwas gehört“, hat mir neulich jemand erzählt. Und das scheint mir beim Blick auf die Ergebnisse der Familienumfrage auch leider kein Einzelfall zu sein. Haben wir da in den vergangenen Jahrzehnten nicht vieles in unserer Pastoral versäumt? Waren wir zu feige, war es uns unangenehm, dieses Thema in einer Gesellschaft, die ansonsten weithin „sexualisiert“ ist, aufzugreifen? Diese Frage müssen wir uns selbstkritisch gefallen lassen.

Einer, der sich ihr bewusst gestellt hat, war der selige Papst Johannes Paul II., mit dem ich aufgewachsen und groß geworden bin. Von 1979 bis 1984 hat er sich in weit über hundert Katechesen während der Generalaudienzen mit der „Theologie des Leibes“ befasst – mit dem also, was Mann und Frau ausmacht. Die Deutlichkeit mancher seiner Ansprachen hätte es dabei mit den Ratschlägen eines Doktor Sommer aus der „Bravo“ aufnehmen können.

Was der bald Heilige Johannes Paul II. damals seinen Zuhörern nahebringen wollte, war eine Sexualität, die den Menschen ohne weltfremde Prüderie zur wahren Freiheit führen kann. Weil sie sich aus der Leiblichkeit des Menschen von seiner Natur her erklärte. Ich war lange in der Jugendarbeit des Bistums Augsburg tätig und weiß: Diese Botschaft spricht auch heute junge Menschen an. Sie suchen durchaus eine moralische Orientierung für ihr Leben, die die Kirche uns auf der Grundlage des Evangeliums gibt.

Von der Kunst, die Sünde richtig anzupacken
Braucht es dann aber noch die Rede davon, dass „Verstöße“ gegen die Sexualmoral der Kirche Sünden sind? Ich finde schon. Man darf sie nur nicht isoliert sehen. Wenn ich aus Zorn das Auto des Nachbarn zerkratze, wenn ich aus Geiz Geld ins Ausland transferiere und Steuern hinterziehe, dann ist das offenkundig moralisch falsch. Und das nennen wir Sünde. In der Kunst sind sie noch bekannt, diese Laster, von denen die christlich-abendländische Tradition immerhin sieben ausmacht und als „Todsünden“ bezeichnet.

Wir alle sind schwache Menschen. Deshalb bietet uns die Kirche in der Beichte das Sakrament der Versöhnung mit Gott an. Nicht, weil sie uns damit in irgendeiner Weise unter Druck setzen oder gar mit der Hölle drohen wollte. Sondern in erster Linie darum, dass wir mit Gott, mit uns selbst, aber auch den Mitmenschen ins Reine kommen können.

Und hier schließt sich für mich auch wieder der Kreis zum zentralen Thema der Familiensynode. Es wird im Herbst ja um die pastoralen Herausforderungen gehen. Ein neues Verständnis für die Beichte scheint mir für unsere Pastoral dringlich zu sein. Außerdem müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die grundlegenden Werte zu Ehe und Familie, Liebe und Sexualität in einer für die heutigen Menschen verständlichen Sprache neu vermitteln können. Mit dem TeenSTAR-Programm machen wir diesbezüglich im Bistum Augsburg seit einigen Jahren gute Erfahrungen.
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Mittwoch, 19. Februar 2014, 18:17

Gehorsam

Auf einer Priestergemeinschaft Home-Page habe ich folgenden Artikel von Prof Dr. Georg May gefunden.

Prof. Dr. Georg May
Der Gehorsam der katholischen Christen im Laien- und Priesterstand
Gehorsam im allgemeinen

1. Inhalt
Gehorsam ist diejenige Tugend, die den Willen geneigt macht, das Gebot eines Oberen zu erfüllen. Der Gehorsam als spezielle Tugend mit eigentümlichem Objekt besteht in der Geneigtheit, dem Oberen als dem Vorgesetzten zu geben, was ihm gebührt, sich also seinem Gebot zu fügen, weil er als Vorgesetzter solches gebietet. Der Gehorsam, als Tugend verstanden, ist ein Teil der Gerechtigkeit; denn dabei wird dem Vorgesetzten als solchem geleistet, was ihm zukommt. Ein höherer Grad von tugendhafter Gesinnung ist es, vom Geist der Gehorsamspflicht sich leiten zu lassen und bereit zu sein, auch den nicht geäußerten Willen des Vorgesetzten zu erfüllen.

Der Gehorsam ist für die soziale Ordnung, für das Gesamtwohl notwendig. Er ist ein wesentliches Erfordernis des Gemeinschaftslebens. Der Gehorsam fördert die Entfaltung der sittlichen Persönlichkeit des einzelnen. Indem der Wille sich unterordnet, bringt er das Opfer seiner Willkür, aber nicht seiner wahren Freiheit. Die wahre Freiheit besteht in der innerlichen, stetigen Selbstbestimmung für das Wahre und Vollkommene, und diese setzt eine sittliche Bindung an die Autorität voraus. Gehorsame Unterordnung ist auch beglückende Einordnung in das Ganze der natürlichen und übernatürlichen Lebensordnung. Die wahre Freiheit wird am meisten bedroht durch die ungeordnete Sinnlichkeit und durch die Enge des individuellen Denkens und Wollens. Beide Schranken werden heilsam durchbrochen durch den Eingriff des höheren Willens; ihm folgend, erweitern und erheben wir unser Ich; im Dienen werden wir geschult zum Befehlen. Der Gehorsam soll zu seinem Teil die Verfügbarkeit für Gottes Willen schaffen.

Die Rücksicht auf Gott ist der eigentliche und tiefste Grund der sittlichen Unterordnung unter die Menschen. Die rechtmäßige Obrigkeit stammt von Gott, ihre gerechten Gesetze und Befehle verpflichten im Gewissen (Röm 13,1-7). Die Apostel schärfen den Gehorsam gegen jede menschliche Obrigkeit ein (Röm 13,1; Eph 6,1; 1 Petr 2,13). Der Wille Gottes wird uns durch mancherlei Zwischeninstanzen zum Ausdruck gebracht. Im besonderen sind es die rechtmäßigen Gesetze und Verordnungen, durch die der Wille Gottes zu uns kommt. Wer Autorität innehat, muss so handeln, dass die Befehlsempfänger erkennen können, er befehle allein deswegen, weil er Gott gehorsam sein will. Der Gehorsam soll auch nicht bloß wegen der Einsicht des Untergebenen in die Gründe des Befehls, sondern aus Achtung vor der höheren Autorität geübt werden, da und soweit sie Gottes Stelle vertritt. Der Gehorsam ist zu leisten, auch wenn die Begründung der Gehorsamsforderung nicht einleuchtet. Der Gehorsam darf nicht im Hinblick auf die persönlichen Schwächen und Fehler der Oberen verweigert werden. Die Annahme, es bestehe ein Widerspruch zwischen dem eigenen Gewissensurteil und jenem der Vorgesetzten, führt eine ernste Situation herauf.

Das gebietende und das verbietende Gesetz erzeugen die Verpflichtung, das Gebotene zu tun und das Verbotene zu unterlassen. Die Verpflichtung des verbietenden Gesetzes besteht überall und immer, jene des gebietenden Gesetzes macht sich nur geltend, wenn ein konkreter Anlaß zu seiner Erfüllung besteht. Viele Gesetze haben sowohl eine verbietende wie eine gebietende Seite. Was die Strenge der Verpflichtung angeht, unterscheidet man Muss- und Sollvorschriften. Mussvorschriften enthalten eine strenge Verpflichtung, Sollvorschriften eine weniger strenge.

2. Grenze
a) Das sittlich Unerlaubte
Jedes wahre Gesetz, auch das rein menschliche, verpflichtet nicht nur nach außen, sondern ist auch im Gewissen verbindlich, weil es Gottes Wille ist, dass jeder rechtmäßig gebietenden Obrigkeit Gehorsam geleistet wird. Der Gehorsam gegenüber rein menschlichen Autoritäten ist jedoch nie ein uneingeschränkter. Die Ansicht totalitärer und rechtspositivistisch eingestellter Machthaber „Befehl ist Befehl“ (ganz gleichgültig, welches der Inhalt der Anordnung ist), ist falsch. Jede menschliche Autorität verpflichtet sittlich nur, wenn und weil sie sich als primäre unmittelbar oder als sekundäre mittelbar auf Gott zurückführen läßt; denn nur Gott kann den Menschen sittlich, d.h. absolut und unter Sünde, in Pflicht nehmen. Jede echte menschliche Autorität ist Stellvertretung Gottes an den Menschen und darum auch nur verbindlich wenn sie nichts gegen Gott und sein Gebot verordnet. Das Gesetz darf mithin nur sittlich Erlaubtes, nicht aber Sündhaftes befehlen. Das menschliche Gesetz schöpft seine bindende Kraft aus dem göttlichen Gesetz; so kann es nicht eine Handlung zur Pflicht machen, die von Gott verboten ist. Die sittliche Erlaubtheit des Gegenstandes gehört zur Gültigkeit des Gesetzes; ein unsittliches Gesetz ist kein wirkliches Gesetz. Befehle, die offenkundig Gottes Geboten oder dem sicheren Recht der Kirche widersprechen, und andere, deren Beobachtung ein schwerwiegendes und sicher zu erwartendes Übel mit sich bringen würden, verpflichten
nicht zum Gehorsam. Verletzt das menschliche Gesetz oder Gebot die Vorschriften de ewigen Gesetzes, hört die Pflicht des Gehorsams auf und Ungehorsam gegen die Menschen wird Pflicht. Das sittlich verwerfliche Gesetz darf nicht erfüllt werden. Gegenüber dem Befehl, das unsittliche Gesetz zu erfüllen, ist passiver Widerstand zu leisten, d.h. man hat sich beharrlich zu weigern, das Gesetz zu erfüllen. Die Apostel stellen den Grundsatz auf: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29). Der Gesetzgeber ist an seine Zuständigkeit gebunden; nur in deren Rahmen erläßt er verbindliche Gesetze. Das Gesetz muss inhaltlich für die öffentliche Wohlfahrt notwendig oder wenigstens förderlich sein. Andernfalls wäre die am Gesetz liegende Einschränkung der Freiheit nicht hinlänglich begründet.

b) Das ungerechte Gesetz
ist ein Gesetz, 1. das durch die Rücksicht auf das Gemeinwohl nicht gefordert wird und somit die persönliche Freiheit ungebührlich beschränkt, 2. bei dem Gesetzgeber seine Kompetenz überschritten und die Lasten unbillig verteilt hat. An sich besteht in diesen Fällen keine Pflicht, das Gesetz zu beobachten; ein solches Gesetz verpflichtet nicht im Gewissen, außer etwa wegen des zu vermeidenden Ärgernisses oder der zu befürchtenden Verwirrung. Näherhin ist zu sagen: In gewissen Fällen darf man das ungerechte Gesetz erfüllen, in anderen darf man es nicht erfüllen, in wieder anderen muss man es erfüllen. Man darf das ungerechte Gesetz erfüllen, wenn es sich lediglich darum handelt, dass man auf das eigene Recht Verzicht leistet, wenn also irgendwelche Pflichten nicht verletzt werden. Man muss das ungerechte Gesetz erfüllen, wenn sonst höhere Interessen gefährdet würden, also die Gefahr des Ärgernisses oder die Gefahr des Aufruhrs gegeben wäre. Man darf das ungerechte Gesetz nicht erfüllen, wenn durch die Erfüllung schwerer Schaden entstünde, etwa schweres Ärgernis herbeigeführt würde.

c) Zweifel an der Gesetzesverpflichtung
Es kann nun ein Zweifel an der Gesetzesverpflichtung bestehen, und zwar kommt nur ein objektiv begründeter Zweifel in Frage, nicht ein wegen Saumseligkeit des Subjektes entstehender Zweifel. Der Zweifel kann sich auf die Rechtslage oder auf die Sachlage beziehen. Ein Rechtszweifel liegt vor, wenn nicht sicher ist, ob ein Gesetz besteht, ob es verbindliche Kraft besitzt oder ob ein bestimmter Sachverhalt unter das Gesetz fällt. Beim Rechtszweifel ist das Gesetz selbst zweifelhaft. Hier gilt der Grundsatz: Ein zweifelhaftes Gesetz gilt nicht. Denn die Freiheit zu handeln gilt als Regel, die zu vermuten ist. Ein Tatsachenzweifel liegt vor, wenn es nicht sicher ist, ob ein unter das Gesetz fallender Sachverhalt wirklich und nach den vom Gesetz verlangten Merkmalen vorliegt. Bei einem Zweifel hinsichtlich der Sachlage behält das Gesetz seine verpflichtende Kraft.

d) Unkenntnis des Gesetzes
Unkenntnis des Gesetzes ist das einer Person dauernd anhaftende Nichtwissen. Man unterscheidet hinsichtlich des Gegenstands Unkenntnis des Rechts und der Tatschen, hinsichtlich der Überwindbarkeit unüberwindbare Unkenntnis, die immer unverschuldet ist, und überwindbare Unkenntnis, die verschuldet oder unverschuldet sein kann, nach der Schwere der Schuld leicht fahrlässige, grob fahrlässige und absichtlich unterhaltene Unkenntnis; die letztere kommt dem Vorsatz nahe.

Es gibt Gesetze, von denen keine Rechtsunkenntnis entschuldigt, d.h. sie wirken in jedem Falle ohne Rücksicht auf das Wissen oder Nichtwissen der Beteiligten. Für gebietende und verbietende Gesetze gilt der Grundsatz, dass ihre Übertretung dem schuldlos Nichtwissenden nicht zugerechnet wird und dass ihre Übertretung dem verschuldet Nichtwissenden je nach Schwere der Schuld vermindert zugerechnet wird. Das heißt: Unverschuldete Unkenntnis entschuldigt, verschuldete Unkenntnis mindert die Verantwortlichkeit.
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Mittwoch, 19. Februar 2014, 18:45

Fortsetzung Gehorsam

e) Epikie
Die Epikie ist die von einem Einzelnen zu treffende Feststellung, dass ein Gesetz im Einzelfall nicht verpflichtet, weil seine Befolgung in diesem Falle schlecht oder verderblich wäre. Die subjektive Entscheidung des Einzelnen ändert nichts an der objektiven Verpflichtungskraft des Gesetzes, sondern befreit ihn lediglich für diesmal von der Gesetzesbindung im Gewissen. Es kommt vor, dass die Beobachtung einer gesetzlichen Bestimmung zwar in der Regel für das Gemeinwohl nützlich ist, dass aber ihre Erfüllung sich in manchen Fällen als höchst schädlich erweist. Weil nun der Gesetzgeber nicht alle einzelnen Fälle in Betracht ziehen kann, so erläßt er die Gesetze entsprechend dem, was gewöhnlich zutrifft, indem er seine Absicht auf den gemeinsamen Nutzen richtet. Wenn daher in einem Falle die Beobachtung eines solchen Gesetzes dem Gemeinwohl schädlich ist, so ist es nicht zu beobachten. Die Epik ie besteht also darin, dass man unter besonderen Umständen den Wortlaut des Gesetzes außer acht läßt und der Intention des Gesetzgebers folgt. Die Epikie ist die Korrektur des positi ven Rechts in einzelnen außerordentlichen Fällen. Weiter geht jenes Verständnis der Epikie,die darin die bei Vorliegen außerordentlicher Umstände zu treffende Feststellung sieht, dass der Gesetzgeber den konkreten Fall, wenn er ihn gekannt hätte, von dem Gesetz ausgenommen hätte. Die Epikie ist keine Selbstdispens, sondern setzt das klare Urteil voraus, dass ein bestimmter Fall nicht zum Bereich des Gesetzes gehört. Epikie ist nicht der Tatbestand der Pflichtenkollision; von einer solchen kann nur dann die Rede sein, wenn zwei Pflichten zu gleicher Zeit erfüllt werden sollen, aber nicht erfüllt werden können; bei Epikie kommt nur eine Pflicht in Frage.

f) Wegfall des Gesetzeszweckes
Der Zweck eines Gesetzes kann im konkreten Fall ganz oder zum Teil entfallen. Solange er nur zum Teil entfällt, bleibt die Verpflichtung voll bestehen, weil der andere nicht trennbare Teil die Erfüllung des ganzen Gesetzes verlangt. Eine Entpflichtung kommt daher nur in Frage beim gänzlichen Wegfall des Gesetzeszweckes. Dafür gelten folgende Grundsätze. Bei dem bloß negativen (oder kontradiktatorischen) Wegfall des Gesetzeszweckes, d.h. wenn der Zweck des Gesetzes durch dessen Befolgung nicht erreicht wird, bleibt die Verpflichtung bestehen. Denn die Gesetze dienen dem Gesamtwohl, nicht dem Wohl des Einzelnen. Wenn der Gesetzeszweck für den Einzelnen (in bloß negativer Weise) entfällt, verliert er doch für die Gemeinschaft nicht seinen Sinn. Das Gesetz behält seine Bedeutung, und seine Erfüllung ist für den Einzelnen nicht zum Schaden. Beim konträren Wegfall des Gesetzeszweckes, d.h. wenn der Gesetzeszweck so entfällt, dass die Befolgung des Gesetzes zu Unrecht oder wenigstens zu einer schweren Schädigung führen würde, entfällt die Gesetzesverpflichtung für den konkreten Fall. Durch den konträren Wegfall des Gesetzeszweckes ist das Gesetz für den Einzelnen unvernünftig geworden; damit fehlt ihm die Seele, nämlich die Vernünftigkeit. Hier noch verpflichten zu wollen, übersteigt die Macht des Gesetzgebers; denn seine Normen wollen dem Recht, nicht dem Unrecht dienen.

g) Normenkollision
Mehrere Normen können im Einzelfall so zusammenstoßen, dass nicht alle zugleich erfüllt werden können, sondern nur die eine oder die andere. Dann ist die für das Wohl der Gemeinschaft gewichtigere Norm zu befolgen. Welche das ist, muss aus den konkreten Verhältnissen heraus entschieden werden. Wenn keine Norm als überwiegend zu erkennen ist, dann ist die 6b dem Range nach höhere Norm der niederen vorzuziehen. Das heißt: Eine naturrechtliche Norm geht einer positiv-göttlichen Norm vor, diese geht dem menschlichen Recht vor. h) Unmöglichkeit der Gesetzeserfüllung Ein physisch oder moralisch unmögliches Gesetz verpflichtet nicht. Man unterscheidet die physische und die moralische Unmöglichkeit. Physische Unmöglichkeit liegt vor, wenn in keiner Weise die Kraft vorhanden ist, das Gesetz zu erfüllen. Ein Gesetz darf nicht eine Last aufbürden, der die Kraft des Einzelnen oder das natürliche Vermögen überhaupt nicht gewachsen ist. Die (absolute) physische Unmöglichkeit entschuldigt stets von der Beobachtung des Gesetzes. Moralische Unmöglichkeit liegt vor, wenn mit der Beobachtung eines Gesetzes zufällig eine besondere Schwierigkeit verbunden ist, zu deren Überwindung eine so große Anstrengung erforderlich wäre, dass sie dem Einzelnen nicht zugemutet werden kann. Die vom Gesetz aufgebürdete Last darf nicht unverhältnismäßig schwer sein. Moralische Unmöglichkeit liegt stets vor in den Fällen des Notstandes. Notstand ist eine ohne eigenes Verschulden entstandene äußere Zwangslage, die den Bedrängten physisch oder moralisch zwingt, zur Abwendung der Gefahr dem Gesetz zuwider zu handeln. Es kann sich dabei um eine Gefährdung geistlicher, aber auch irdischer Güter handeln. Nur der Inhaber der gefährdeten Güter kann sich auf Notstand berufen. Bei Notstand entfällt durchweg jede Verantwortlichkeit, wenn es sich um die Verletzung eines menschlichen (rein kirchlichen) Gesetzes handelt. Es ist dabei vorausgesetzt, dass der die Gesetzeserfüllung hindernde Umstand zufällig auftritt (also nicht mit der Erfüllung des Gesetzes naturgemäß verbunden ist) und so ernster Natur ist, dass es nicht zumutbar ist, das Gesetz zu beobachten. Die Verantwortlichkeit wird nicht aufgehoben, wohl aber gemindert, wenn die Notstandshandlung in sich schlecht ist oder zur Verachtung des Glaubens bzw. der kirchlichen Autorität oder zum Schaden der Seelen ausschlägt. Man unterscheidet zwischen rechtfertigendem und entschuldigendem Notstand. Beiden gemeinsam ist, dass die rechtswidrige Tat (Straftat) zur Abwehr einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib oder Freiheit der eigenen oder einer anderen Person erfolgt. Nimmt der Täter bei Begehung der Tat irrigerweise an, sie sei im Sinne eines entschuldige den Notstandes zulässig, wird er nur dann bestraft, wenn er den Irrtum vermeiden konnte (§ 35 Abs. 2 StGB).

Moralische Unmöglichkeit kann auch gegeben sein im Falle eines schweren Nachteils. Moralische Unmöglichkeit darf nur angenommen werden 1. unter gewissenhafter Würdigung von Gegenstand und Zweck des Gesetzes, 2. unter ernsthafter Beachtung der Schwere der Geset7 zesverpflichtung, 3. unter genauem Bedenken des aus der Nichtbeachtung etwa entstehenden Ärgernisses. Das trifft auf das positive menschliche und das positive göttliche Gesetz zu. Auf moralische Unmöglichkeit kann man sich nicht berufen, 1. wenn das Gesetz eine in sich schlechte Handlung verbietet, 2. wenn die Gesetzesverletzung zur Verachtung des Glaubens, der kirchlichen Autorität oder zum Schaden des Seelenheiles ausschlägt.

3. Verfehlungen gegen den Gehorsam
Gefehlt gegen die Pflicht des Gehorsams wird durch materiellen und formellen Ungehorsam. Materieller Ungehorsam ist die Verletzung der Gehorsamspflicht, wenn das Motiv etwa der Leichtsinn oder die ungeordnete Begierde oder der Zorn bildet. Formeller Ungehorsam ist die Verletzung der Gehorsamspflicht, wenn der Ungehorsam aus förmlicher Verachtung der Vorschrift oder des Befehlenden stammt. Die Ursünde der Stammeltern war Selbstüberhebung und Gehorsamsverweigerung.

Der Gehorsam befreit nicht vom Mitdenken. Der Untergebene ist berechtigt und verpflichtet, Inhalt und Grund von Befehl und Gesetz zu überdenken und zu prüfen. Er darf und soll sich Gedanken machen über Sinn und Zweck von Geboten und Verordnungen. Der Gehorsam entbindet nicht von der Gewissensprüfung. Der Untergebene kann und muss untersuchen, ob er vor Gott berechtigt und verpflichtet ist, Befehlen und Gesetzen nachzukommen. Kein Vorgesetzter kann das Gewissen eines Untergebenen ersetzen. Der Gehorsam entläßt nicht aus der Pflicht, die Stimme zu erheben, wenn gut unterrichtete und kompetente Personen von Weisungen oder Unterlassungen von Vorgesetzten Gefahr und Schaden ausgehen sehen. Der Gehorsam verbietet nicht, Gegenvorstellungen und Einwände gegen Befehle und Gesetze vorzubringen. Der Gehorsam untersagt auch nicht, Rechtsmittel gegen Befehle und Gesetze einzulegen.

II. Gehorsam in der Kirche
1. Begründung
Christus hat die grundsätzliche Vorschrift gegeben, der sichtbaren Kirche und ihren Gesetzen Gehorsam zu leisten. Die Kirche als Organisation ist aufgebaut auf dem Gehorsam gegen die kirchlichen Hirten: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16; Röm 15,8; Hebr 13,17). Der kirchlichen Obrigkeit gebührt Gehorsam, weil sie im höchsten Auftrag und im Namen Christi die kirchliche Gemeinschaft zu leiten berufen ist. Kraft der Einsetzung Christi gibt es in der Kirche eine Hierarchie, welche das Hirtenamt und das Lehramt innehat. Die Inhaber des Hirtenamtes ordnen an, was von den Gliedern der Kirche zu tun ist. Die Inhaber des Lehramtes legen vor, was zu glauben ist. Kraft der Einsetzung Christi gibt es in der Kirche ein aktives Lehramt, das die unmittelbare Glaubensnorm ist. Das Lehramt ist die einzige gottgewollte Instanz für die zuverlässige Auslegung des geschriebenen und überlieferten Wortes Gottes.
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Mittwoch, 19. Februar 2014, 19:14

2. Fortsetzung Gehorsam

Der Gehorsam gegen die kirchlichen Autoritäten muss sich bewähren in der Treue zum Lehramt des Papstes und der Bischöfe. Der lehrenden Autorität wird Gehorsam, der von ihr vorgetragenen Lehre wird Zustimmung geschuldet. Die Äußerungen des Hirtenamtes berühren mittelbar, jene des Lehramtes betreffen unmittelbar den Glauben. Sendung ist von Gehorsam untrennbar Der Gesandte ist dem Sendenden untergeben; von ihm empfängt er die Sendung, ihm hat er Rechenschaft abzulegen, wie er sie verwirklicht hat. Die Autorität muss mit Festigkeit die Beobachtung des Rechts und die Anwendung der Befehle einfordern. Wer sich der eigenen Verantwortung entzieht, um ein ruhiges Leben zu führen, verfehlt den Dienst, den er der Gemeinschaft zu leisten verpflichtet ist. Wenn in manchen Diözesen der Anschein besteht, wer es mit der Diözesanleitung gut „könne“, sei in der Lage, sich seine Verwendung auszusuchen, dann ist eine solche Praxis verwerflich. Glücklich der Obere, in dem amtliche Autorität und persönliche Autorität zusammentreffen, wo also Amtsgewalt und charakterliche Qualität sich verbinden.

2. Verfehlungen
Die Sünden wider den der Kirche geschuldeten Gehorsam sind solche besonderer Art mit Rücksicht auf die Würde, womit die kirchliche Obrigkeit umkleidet ist. Die einzelnen Verfehlungen sind um so schwerer, je mehr dadurch die Erreichung der höchsten Aufgabe, der Heiligung, gefährdet wird. Die hauptsächlichen Verfehlungen sind Schisma und Häresie. Das Schisma besteht in der Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder die Verweigerung der Gemeinschaft mit den dem Papst untergebenen Gliedern der Kirche (c. 751). Die Häresie ist die beharrliche Leugnung einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder der beharrliche Zweifel an einer solchen Wahrheit (c. 751). Darin liegt Ungehorsam gegen den sich offenbarenden Gott und gegen die seine Offenbarung vorlegende Kirche.

Zahlreiche andere Verfehlungen gegen die Befehle, Weisungen und Gesetze der Kirche sind denkbar. Wir sind in den letzten fünfzig Jahren Zeugen vielfältigen Ungehorsams gewe9 sen. Er ging aus von Theologen, Bischöfen, Bischofskonferenzen sowie von Laien und Laienvereinigungen.

Er reichte vom Widerstand gegen lehramtliche Äußerungen über gottesdienstliche Eigenmächtigkeiten bis zur versuchten Erteilung der Priesterweihe von Frauen. Selten wurde gegen Ungehorsam eingeschritten, am wenigsten von den Bischöfen, am ehesten noch vom Heiligen Stuhl. Häufig wurden im Ungehorsam eingeführte Praktiken zunächst geduldet und später unter Anrufung des Gehorsams vorgeschrieben. Der Ungehorsam hält auf mehreren Gebieten bis heute an.

3. Die besondere Verpflichtung des Klerus
Alle Christgläubigen sind zum Gehorsam gegenüber den Hirten der Kirche verpflichtet (c. 212 § 1). Für die Laien wird diese Verpflichtung noch einmal ausgesprochen (c. 224). Die Kleriker trifft eine besondere Pflicht des Gehorsams gegenüber dem Papst und dem eigenen Bischof (c. 273). Der Kleriker hat eine (gegenüber dem Laien) hervorgehobene, besondere Pflicht der Ehrerbietung und des Gehorsams gegenüber dem Papst und seinem Oberhirten, d.h. dem Bischof der Diözese, der er eingegliedert ist, und, falls er anderswo Dienst tut, dem Bischof der Dienstdiözese (c. 273). Man spricht vom kanonischen Gehorsam, was besagt, dass Reichweite und Grenzen des Gehorsams durch das kirchliche Recht bestimmt werden. Der Inhalt in gegenständlicher Hinsicht sind die Amts- und Standespflichten des Klerikers, aber auch das Privatleben, insofern ihm auferlegt ist, auch außerhalb des Dienstes alles zu meiden, was seinem Amt und Stand abträglich ist. Ihre Pflichten und Rechte sind im wesentlichen in den cc. 273-289 enthalten. In formaler Hinsicht ist die Gehorsamspflicht begrenzt durch die Zuständigkeit des Oberhirten, dem der Kleriker untersteht. Der Oberhirt hat die Grenzen einzuhalten, die ihm in persönlicher, sachlicher und örtlicher Beziehung gesetzt sind. Der Platz, an dem man von den Oberen gestellt wird, ist der Ort, wo man nach Gottes Willen arbeiten soll. Ob er den Wünschen und Erwartungen des Einzelnen entspricht, ist nebensächlich. Die besondere Gehorsamspflicht des Klerikers wirkt sich dahin aus, dass er grundsätzlich jeden ihm von seinem eigenen Oberhirten übertragenen Dienst übernehmen und getreu erfüllen muss (c. 274 § 2). Einwendungen kann er nur dann erheben, wenn hinreichende Hinderungsgründe vorliegen. Die Dienstpflicht hält den Kleriker am Dienstort fest. Man spricht von der Residenzpflicht, wie sie beispielsweise für den Pfarrer (c. 533) und den Pfarrvikar (c. 550 § 1) festgesetzt ist. Die Freizügigkeit des Klerikers ist insofern beschränkt. Der Pfarrer ist gehalten, den Ortsoberhirten über die mehr als einwöchige Abwesenheit von der Pfarrei zu unterrichten (c. 533 § 2).


III. Glaube als Gehorsam
1. Inhalt
Der Glaube, der Gott geschuldet wird, ist eine umfassende Wirklichkeit. Der Glaube ist gleichzeitig Zustimmung zur Offenbarung Gottes, Fürwahrhalten, Vertrauen und Übereignung an Gott. Der Glaube ist aber auch Gehorsam, weil der Zeuge eine Autorität hat, die uns zur Annahme der von ihr verbürgten Wahrheit verpflichtet. In diesem Sinne schreibt Paulus: „Doch nicht alle gehorchen dem Evangelium“ (Röm 10,10). Das Zweite Vatikanische Konzil spricht (in Nr. 5 Dei Verbum) von dem Gehorsam, der dem sich offenbarenden Gott zu leisten ist, näherhin von dem Gehorsam des Verstandes und des Willens. Vom Glaubensgehorsam unterschieden ist der religiöse Gehorsam des Willens und des Verstandes (Nr. 25 Abs. 1 LG). Die Theologie unterscheidet zwischen fides divina und fides ecclesiastica. Fides divina erstreckt sich auf die in der Offenbarung enthaltenen Heilswahrheiten und –tatsachen. Glaubensmotiv ist die Autorität des sich offenbarenden Gottes. Fides ecclesiastica stützt sich unmittelbar auf die Autorität der Kirche. Sie hat zum Gegenstand die nur virtuell geoffenbarten Wahrheiten, die durch logische Schlußfolgerungen aus nicht geoffenbarten gewonnen werden. und solche natürlichen Wahrheiten oder nicht geoffenbarte Tatsachen, die mit der formell geoffenbarten in solch innerem Zusammenhang stehen, dass die Reinheit des kirchlichen Glaubens bzw. die unfehlbare Lehrfähigkeit der Kirche durch sie bedingt ist. Direkter Gegenstand des authentischen und unter den erforderlichen Voraussetzungen unfehlbaren Lehramtes sind die geoffenbarten Wahrheiten, gleichgültig ob sie explizit oder implizit geoffenbart sind (fides divina). Indirekter Gegenstand des authentischen und unter den erforderlichen Voraussetzungen unfehlbaren Lehramtes sind Wahrheiten, die nicht selbst geoffenbart sind, aber mit geoffenbarten so zusammenhängen, dass diese ohne jene nicht wirksam geschützt, erklärt und angewandt werden können. Es ist dies ein der Kirche geleisteter Glaube (fides ecclesiastica).

Die fides ecclesiastica ist verpflichtend, sofern das kirchliche Lehramt mit dem Anspruch auf Unfehlbarkeit die betreffenden Wahrheiten vorlegt. Also: die conclusiones theologicae (von denen eine Prämisse in der Offenbarung, die andere in der Vernunft enthalten ist), katholische Wahrheiten, die unzertrennlich mit Glaubenswahrheiten zusammenhängen, so dass, wer jene leugnet, auch diese verwirft, z.B. Geistigkeit und Unsterblichkeit der Seele, ferner die sogenannten facta dogmatica und die Kanonisation der Heiligen. Die Lehren und Entscheidungen des Bischofs und der römischen Kongregationen verlangen den Gehorsam, der gültigen menschlichen Gesetzen geschuldet wird. Den vom Papst authentisch bestätigten Kongregationsentscheidungen schuldet man den assensus religiosus. Derselbe assensus gilt den authentischen Lehrkundgebungen des Bischofs, die bis zum sicheren Beweis des Gegenteils die Präsumtion der Richtigkeit haben. Ein Verstoß gegen die Glaubenswahrheiten (c. 750) kann Apostasie, Häresie oder Schisma darstellen und entsprechend geahndet werden (c. 1364). Ein Verstoß gegen Wahrheiten, denen religiöser Gehorsam zu leisten ist (c. 752), kann nach c. 1371 n. 1 bestraft werden.

Sittlich verpflichtend ist zunächst der sogenannte äußere Gehorsam, die Pflicht zur äußeren Unterwerfung unter die kirchliche Jurisdiktionsgewalt, d.h. man darf nicht die gegenteilige Ansicht aufstellen und verbreiten. Sodann verlangt der Gehorsam auch innerliche Zustimmung. Dies ergibt sich aus der Pflicht zur Anerkennung der von Gott gesetzten Autorität. Diese innere Zustimmung hat Grade, je nach der größeren oder geringeren Lehrautorität, von der die Entscheidung ausging, nach der Umsicht und Sorgfalt, mit der sie getroffen wurde, nach den Gründen, auf die sie sich stützt, nach dem Umfang, den sie ihren Worten nach hat. Wenn aber dem von dem Urteil oder der Entscheidung Betroffenen schwerwiegende Gründe besonders theologischer Art für das Gegenteil zu sprechen scheinen, so wäre es nicht unerlaubt, eine bedingte Zustimmung (cum formidine errandi) zu leisten oder eventuell auch sein Urteil einstweilen zu suspendieren. Ebenfalls besteht für den Betroffenen ein Recht und u.U. eine Pflicht, in geziemender Weise Gegengründe vorzubringen, eventuell den Papst anzugehen.
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Mittwoch, 19. Februar 2014, 20:13

3. Fortsetzung Gehiorsam
2. Formel
Der Glaube wird zusammengefaßt in sogenannten Kurzformeln des Glaubens, in Glaubensbekenntnissen. Solche Bekenntnisse sind im Laufe der Kirchengeschichte häufig entstanden. Jahrhundertelang galt das Glaubensbekenntnis, das Papst Pius IV. in der Bulle „Iniunctum Nobis“ vom 13. November 1564 vorgeschrieben hatte1. Dieses sogenannte tridentinische Glaubensbekenntnis wurde nach dem Ersten Vatikanischen Konzil erweitert2. Die Formula professionis fidei tridentina-vaticana war dem CIC/1917 vorangestellt und stand bis 1967 in Geltung. Der CIC/1917 ordnete die Ablegung des Glaubensbekenntnisses in den cc. 1406 bis
1408. Im Jahre 1967 legte die Kongregation für die Glaubenslehre eine neue Formel für die Professio fidei vor. Sie enthielt das nizäno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis und 1 DH 1862-1870. 2 CIC Fontes VI Nr. 4236 S. 597f. einen Zusatz3. Darin war ausgesagt, dass der Bekennende alles annimmt und festhält, was hinsichtlich der Glaubens- und Sittenlehre von der Kirche, sei es durch feierliches Urteil definiert oder durch das ordentliche Lehramt verteidigt und erklärt ist, wie es von ihr vorgelegt wird, besonders was das Geheimnis der Kirche Christi, die Sakramente, das Messopfer und den Primat des Papstes betrifft. Die Formel war fortan gemäß c. 1406 § 1 CIC/1917 zu verwenden.

Das Glaubensbekenntnis umfaßte mithin alle kirchenamtlich vorgelegten Lehren über Glaube und Sitten. Diese Lehren standen nicht allesamt auf derselben Ebene der Verbindlichkeit. Die Zustimmung zu diesen Lehren unterschied sich je nach Art der Vorlage (prout ab ipsa proponuntur).

Das Bekenntnis von 1967 erwies sich offensichtlich als ungenügend. Die Obstruktion von modernistischen Theologen zwang zu einer Erweiterung und Differenzierung. Es wurde eine neue Formal für das Glaubensbekenntnis geschaffen4. Der Papst hat sie am 1. Juli 1988 gebilligt und mit Verpflichtungskraft ausgestattet5. Sie war ab 1. März 1989 verbindlich. Das grundlegende Glaubensbekenntnis ist nach wie vor das Nizäno-Konstantinopolitanische. Es ist als erster Text in dem Glaubensbekenntnis enthalten, das von der Glaubenskongregation am 9. Januar 19896 vorgelegt wurde. Darüber hinaus enthält diese Formel drei Zusätze. An erster Stelle steht der Glaube an die Offenbarung (firma fide credere). Hier geht es um die Wahrheit des Wortes Gottes, das die Kirche als Offenbarung zu glauben vorlegt. Diese Lehren sind im geschriebenen oder überlieferten Wort Gottes enthalten und werden von der kirchlichen Autorität als von Gott geoffenbarte Wahrheiten zur Annahme vorgelegt. Die Vorlage erfolgt entweder durch das außerordentliche Lehramt oder durch das ordentliche Lehramt. Das außerordentliche Lehramt wird auf zwei Weisen tätig, entweder durch eine Kathedralentscheidung des Papstes oder durch eine Entscheidung des auf einem Konzil versammelten Bischofskollegium s mit dem Papst an der Spitze. Das ordentliche Lehramt wird tätig durch die tägliche allgemeine Lehrverkündigung der mit dem Papst vereinten Bischöfe, die eine Wahrheit als unfehlbar zu glauben vorlegen. Diese Lehren verlangen von den Gläubigen die Zustimmung mit theologalem Glauben (assensus fidei). Dieser Absatz deckt sich weitestgehend mit c. 750. Dort heißt es: Mit göttlichem und katholischem Glauben ist all das zu glauben, was im geschriebenen oder überlieferten Worte Gottes, der einen Glaubenshinterlage, die der Kirche anvertraut ist, enthalten ist und gleichzeitig als von Gott geoffenbart vorgelegt wird 3 AAS 59,1967,1058. 4 AAS 81, 1989,105. 5 AAS 81, 1989,1169. 6 AAS 81, 1989, 105f. und entweder vom feierlichen Lehramt der Kirche oder von ihrem ordentlichen und allgemeinen Lehramt, was durch das gemeinsame Festhalten der Gläubigen unter der Führung des heiligen Lehramtes kundgetan wird (c. 750 § 1). An zweiter Stelle steht das Bekenntnis zu den Wahrheiten, die notwendig mit der göttlichen Offenbarung verbunden sind (circa doctrinam de fide vel moribus). Hier geht es um die Wahrheit von Lehren, welche die Kirche definitiv vorlegt. Der Gegenstand dieses Absatzes umfaßt alle jene Lehren, die zum Bereich der Glaubens- und Sittenlehre gehören und die notwendig sind, um das Glaubensgut treu zu bewahren und auszulegen, auch wenn sie vom Lehramt der Kirche nicht als formell geoffenbart vorgelegt worden sind. Solche Lehren können einmal vom Papst oder vom Konzil, zum anderen vom ordentlichen allgemeinen Lehramt als sententia definitive tenenda unfehlbar gelehrt werden. Definitiv besagt rechtlich endgültig, abschließend, irreformabel. Was definitiv vorgetragen wird, ist unfehlbar. Zwischen unfehlbar definierten Glaubenswahrheiten und unfehlbar definierten Lehren über Glaube oder Sitten ist zu unterscheiden. Jeder Gläubige ist gehalten, diesen Wahrheiten seine feste und endgültige Zustimmung zu geben. Diese Zustimmung gründet im Glauben an den Beistand, den der Heilige Geist dem Lehramt schenkt, und in der katholischen Lehre von der Unfehlbarkeit des Lehramtes in diesem Bereich. Wer sie leugnet, lehnt Wahrheiten der katholischen Lehre ab und steht deshalb nicht mehr in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Diese Lehren werden nicht als formell geoffenbarte vorgelegt, weil sie dem Glaubensgut nicht geoffenbarte oder noch nicht ausdrücklich als geoffenbart erkannte Bestandteile hinzufügen. Der endgültige Charakter dieser Lehren ergibt sich zumindest wegen der inneren Verbundenheit mit der geoffenbarten Wahrheit. Was die Art der Zustimmung betrifft, die den Wahrheiten geschuldet wird, die von der Kirche als von Gott geoffenbart (1. Absatz) oder als endgültig zu halten (2. Absatz) vorgelegt werden, so besteht hinsichtlich des vollen und unwiderruflichen Charakters der Zustimmung, die den entsprechenden Lehren entgegenzubringen ist, kein Unterschied. Was sie unterscheidet, bezieht sich auf die übernatürliche Tugend des Glaubens. Bei den Wahrheiten des ersten Absatzes beruht die Zustimmung direkt auf dem Glauben an die Autorität des Wortes Gottes (de fide credenda). Bei Wahrheiten des zweiten Absatzes stützt sich die Zustimmung auf den Glauben an den Beistand, den der Heilige Geist dem Lehramt schenkt, und auf die katholische Lehre von der Unfehlbarkeit des Lehramtes (de fide tenenda). Das kirchliche Lehramt kann in einem endgültigen Akt oder in einem nicht endgültigen Akt eine Lehre vorlegen, die als von Gott geoffenbart zu glauben ist (1. Absatz) oder endgültig zu halten ist (2. Absatz). In einem endgültigen Akt wird eine Wahrheit entweder vom Papst ex cathedra oder vom Ökumenischen Konzil feierlich definiert. In einem nicht endgültigen Akt wird eine Lehre vom ordentlichen und allgemeinen Lehramt der in der Welt verstreuten und in Einheit mit dem Papst stehenden Bischöfe unfehlbar vorgelegt. Eine solche Lehre kann vom Papst bestätigt werden, auch ohne eine feierliche Definition vorzunehmen, indem er ausdrücklich erklärt, dass sie zum Lehrgut des ordentlichen und allgemeinen Lehramtes – entweder als von Gott geoffenbarte Wahrheit (1. Absatz) oder als Wahrheit der katholischen Lehre (2. Absatz) gehört. Wenn also hinsichtlich einer Lehre kein Urteil in der feierlichen Form einer Definition vorliegt, diese Lehre aber zum Glaubensgut gehört und vom ordentlichen und allgemeinen Lehramt (das notwendigerweise jenes des Papstes einschließt) gelehrt wird, ist sie als in unfehlbarer Weise vorgelegt zu verstehen. Die Erklärung, in welcher der Papst sie bestätigt, ist in diesem Falle keine Dogmatisierung, sondern eine formale Bestätigung, dass eine Wahrheit im Besitz der Kirche ist und von ihr unfehlbar weitergegeben wird.

Der zweite Absatz des Glaubensbekenntnisses deckt sich mit dem neuen § 2 des c. 750. Dort heißt es: Fest anzuerkennen und zu halten ist auch alles und jedes, was vom Lehramt der Kirche bezüglich der Lehre über den Glauben und die Sitten endgültig (definitive) vorgelegt wird, das nämlich, was zur unversehrten Bewahrung und zur getreuen Auslegung der Glaubenshinterlage erforderlich ist. Daher widersetzt sich der Lehre der katholischen Kirche, wer diese endgültig zu haltenden Lehrsätze (propositiones) ablehnt (c. 750 § 2). Damit werden jene definitiv vorgelegten Lehren erfaßt, die nicht mit göttlichem und katholischem Glauben, sondern (nur) mit kirchlichem Glauben zu glauben sind (firmiter amplecti et retinere). Verstöße gegen c. 750 § 2 werden durch c. 1364 nicht erfaßt. Dem dritten Absatz gehören alle Lehren an, die in Sachen des Glaubens und der Sitten als wahr oder zumindest als sicher vorgetragen werden, auch wenn sie nicht durch ein feierliche Urteil definiert und auch nicht vom ordentlichen und allgemeinen Lehramt als endgültig vorgelegt worden sind. Diese Lehren sind authentischer Ausdruck des ordentlichen Lehramtes des Papstes oder des Bischofskollegiums und erfordern deshalb religiösen Gehorsam des Willens und des Verstandes. Sie werden vorgelegt, um zu einem tieferen Verständnis der Offenbarung beizutragen, um die Übereinstimmung einer Lehre mit den Glaubenswahrheiten zu betonen oder um vor mit diesen Wahrheiten unvereinbaren Auffassungen und vor gefährlichen Meinungen zu warnen, die zum Irrtum führen können. Eine Aussage, die gegen diese Lehren verstößt, ist als irrig, oder bei Lehren, die Vorsichtsmaßregeln darstellen, als verwegen oder gefährlich zu qualifizieren und deshalb tuto doceri non potest. Hier geht es um die Wahrheit von Lehren, die das Lehramt autoritativ vorlegt, wenn auch nicht definitiv. Dieser Absatz hat seine entsprechende Bestimmung in c. 752. Doch ist ein Unterschied zu beachten. C. 752 bezieht sich lediglich auf Lehren über Glaube und Sitten. Der Absatz 3 geht dagegen auf alle Lehren, die der Papst oder das Bischofskollegium in der Ausübung ihres authentischen Lehramtes vortragen. (religiosum voluntatis et intellectus absequium).
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Donnerstag, 20. Februar 2014, 09:33

4. Fortsetzung und Schluss: Gehorsam

IV. Der Treueid
1. Unterschied von Glaubensbekenntnis und Treueid
Glaubensbekenntnis und Treueid sind zwei verschiedene Rechtsinstitute (c. 380). Das Glaubensbekenntnis ist die Versicherung, sich den Glauben der Kirche zu eigen gemacht zu haben und darin festzustehen. Es ist kein Eid. Der Treueid ist die unter Anrufung Gottes abgegebene Versicherung, das übertragene Amt bzw. den übertragenen Dienst gemäß der kirchlichen Glaubens- und Sittenlehre sowie der kirchlichen Rechtsordnung ausüben zu wollen.

Das Glaubensbekenntnis stellt auf den Glauben einer Person im Augenblick der Übernahme eines Amtes oder Dienstes ab. Der Treueid ist ein Versprechen, das in die Zukunft weist. Beide Formeln der Bindung wurden und werden trotz ihrer Verschiedenheit häufig zusammen genannt. Die Kongregation für die Glaubenslehre erließ am 19. September 1989 ein Reskript ex audientia Sanctissimi, das die Formeln für das Glaubensbekenntnis und den Treueid betraf, die in dem Faszikel der Acta Apostolica Sedis vom 9. Januar 1989 veröffentlicht worden waren. Damals hatte der Papst in der Audienz für den Präfekten der Glaubenskongregation vom 1. Juli 1988 die erwähnten Formeln und die zugehörigen Normen gebilligt und mit Gesetzeskraft ausgestattet (approbare atque sancire)7. Das erwähnte Reskript war notwendig geworden, weil versucht wurde, die Geltungskraft gewisser Bestimmungen, die den Treueid betreffen, in Zweifel zu ziehen.

2. Formel
Seit vielen Jahrhunderten hatten die neuernannten Bischöfe einen Obödienzeid gegen den Heiligen Stuhl abzulegen. Der Text war im Pontificale Romanum enthalten. Im Jahre 1972 wurde der Treueid neu gefaßt, den die Bischöfe gemäß c 332 § 1 CIC/1917 zu leisten haben. Ab 1. Juli 1988 ist eine neue Formel für den Treueid der Bischöfe vorgeschrieben9. Die Vorschrift trat in Kraft am 1. März 1989. Der Treueid bezieht sich auf die getreue Ausübung der 7 AAS 81, 1989, 1169. 8choa, Leges V Nr. 4161 col. 6440. 9 AAS 81, 1989, 106. Pflichten, die mit dem zu übernehmenden Amt oder Dienst verbunden sind. In diesem Sinne könnte man ihn als Amts- oder Diensteid bezeichnen. Die Formel für den Treueid ist in sechs Absätze eingeteilt. Im Treueid verspricht der Eidleistende erstens, im Reden und Handeln stets die Gemeinschaft mit der Kirche zu bewahren. Dieses Versprechen berührt sich mit dem c. 209 § 1 und findet seine Entsprechung in den cc. 330, 333 § 1, 392 § 1 und 529 § 2. Der Eidleistende verspricht zweitens, die ihm übertragenen Pflichten sorgfältig und gewissenhaft zu erfüllen. Dieses Versprechen berührt sich mit dem c. 209 § 2. Er verspricht weiter, in seiner Amtsführung die Glaubenshinterlage unversehrt zu bewahren, getreu zu überliefern und zu erklären sowie widersprechende Lehren zu meiden. Dieses Versprechen berührt sich mit cc. 747 § 1 und 750. Die getreue Bewahrung, Darlegung und Weitergabe des Glaubensgutes ist an sich eine Selbstverständlichkeit für den Amtsträger in einer Glaubensgemeinschaft. Er verspricht sodann, der gemeinsamen Ordnung der Kirche zu folgen und ihre Beobachtung zu fördern sowie sich an alle kirchlichen Gesetze zu halten. Es sei hier an c. 392 § 1 erinnert. Er verspricht endlich, in christlichem Gehorsam allem zu folgen, was die Hirten der Kirche als authentische Lehrer des Glaubens erklären und als Leiter der Kirche anordnen sowie dem Bischof in seinem Apostolat beizustehen. Dieses Versprechen berührt sich mit cc. 212 § 1, 753, 675 § 3. Der christliche Gehorsam, von dem hier die Rede ist, leitet sich ab vom Christsein und verpflichtet jeden Christen (c. 212 § 1). Die Kleriker sind darüber hinaus zum kanonischen Gehorsam verpflichtet (c. 273). Die Träger der evangelischen Räte verpflichten sich durch Gelübde zum spezifischen Gehorsam (cc. 573 § 2, 607). Der Gehorsam ist selbstverständlich nur jenem Bischof gegenüber zu leisten, dem der Einzelne unterstellt ist. Diesem gegenüber aber bezieht er sich sowohl auf den Glauben als auch auf die Disziplin. Der letzte Absatz enthält die Anrufung Gottes und seines Evangeliums.

Den Treueid haben (nach c. 380) die Bischöfe abzulegen. Darüber hinaus sind bestimmte Personen verpflichtet, einen eigenen Treueid abzulegen (c. 833 nn. 5-8 ). Er soll das Glaubensbekenntnis ergänzen. Für andere Ämter (außerhalb des Episkopates) oder Dienste wird vor Antritt ein Eid oder ein Versprechen gefordert (cc. 471 n. 1, 1283 n. 1, 1454). Darüber hinaus werden auch weitere Amtsträger verpflichtet, einen Amtseid oder ein Dienstversprechen abzulegen.

Es ist offensichtlich, dass es sich bei Glaubensbekenntnis und Treueid um äußerst gewichtige Dokumente handelt und dass ihre Auferlegung einen hochbedeutsamen Akt des obersten kirchlichen Lehr- und Hirtenamtes darstellt. Man hätte erwartet, dass die Hirten der Kirche ihre Pflicht darin sehen, diese ernste Angelegenheit sogleich und nachdrücklich in die Rechtswirklichkeit überzuführen. Doch dies geschah nicht. Die Deutsche Bischofskonferenz zögerte die Übernahme der beiden Dokumente jahrelang hinaus. Erst nach langem Widerstreben wurden sie übernommen. Sie stießen in manchen Kreisen auf Ablehnung und Empörung. Der Tübinger Dogmatikprofessor Peter Hünermann bezeichnete Glaubensbekenntnis und Treueid als „Aufforderung zum Meineid“ und sprach von einer „ungeheuren Zwangsmaßnahme“. Anfang des Jahres 2001 legten fünfzig Priester der Erzdiözese Freiburg im Breisgau Protest gegen das Glaubensbekenntnis und gegen den Treueid ein. Die Arbeitsgemeinschaft Studierender der katholischen Theologie in Deutschland machte sich den Protest zu eigen. Diese Auffassung blieb wie viele vorhergegangene sanktionslos. Wieweit in den einzelnen deutschen Diözesen Glaubensbekenntnis und Treueid in der vom Apostolischen Stuhl vorgeschriebenen Weise praktiziert werden, entzieht sich meiner Kenntnis.

Schluß
Meine lieben Mitbrüder!
Wir Priester stehen unter Vorgesetzten, denen wir zum Gehorsam verpflichtet sind. Dieser Gehorsam fällt – wie jeder Gehorsam – uns häufig nicht leicht. Wir wissen um das Ungenügen vieler, die an leitender Stelle der Kirche stehen. Aber wir wissen auch, dass eine Gemeinschaft, in welcher der Gehorsam aufhört, zerfällt. Die Krise, in der unsere Kirche steht, hat mannigfache Aspekte. Aber einer von ihnen ist unübersehbar: der Ungehorsam, der Zusammenbruch der Disziplin. Die Auflehnung hat ihren intellektuellen Ursprung in den Aufstellungen von Theologen. Der Episkopat schritt nicht dagegen ein. Die verkehrten Ansichten sanken ab in den Klerus. Der Klerus begann, gegen das geltende Recht Praktiken zuerst im Gottesdienst, dann auch auf anderen Gebieten einzuführen. Ich erinnere an die zuerst in Holland geübte Handkommunion. Die Bischöfe nahmen die im Ungehorsam eingeführten Verhaltensweisen mehrheitlich hin. Ich erinnere an den Münchener Erzbischof Döpfner, der, bei einer Klerusversammlung gefragt, wie lange die „Babyspeisung“ noch geübt werden solle, antwortete: „Ihr braucht euch nicht mehr daran zu halten.“ Bald zeigte sich, dass ein beträchtlicher Teil der Bischöfe den Weisungen und Anordnungen des Apostolischen Stuhles nicht mehr vorbehaltlos folgte. Mit Mißtrauen wurden und werden hochwichtige Lehrdokumente und Anordnungen kritisiert, beiseite geschoben, madig gemacht und so um ihre Wirkung gebracht. Ich erinnere an die Erklärung der Glaubenskongregation „Dominus Iesus“ vom 6. Au18 gust 200010. Mit ihrer Obstruktion gegen Rom richten die Bischöfe unermeßlichen Schaden an. Unsere Stellung, meine ich, sollte eindeutig sein. Im Konflikt zwischen deutschen Bischöfen und dem Heiligen Vater können wir uns nur für diesen entscheiden. Wir wollen ihm die Treue halten, die er in deutschen Landen nicht mehr findet.
10 AAS 92, 2000, 742-765.
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Samstag, 3. Mai 2014, 16:49

Zitate aus der Enzyklika „Spe salvi“ – „Über die christliche Hoffnung!“ von Papst Benedikt XVI.


1. Wir brauchen die kleineren oder größeren Hoffnungen, die uns Tag um Tag auf dem Weg halten. Aber sie reichen nicht aus ohne die große Hoffnung, die alles andere überschreiten muss. Diese große Hoffnung kann nur Gott sein, der das ganze umfasst und der uns geben und schenken kann, was wir allein nicht vermögen.

2. Eine Welt ohne Gott ist eine Welt ohne Hoffnung.

3. Gegenwart, auch mühsame Gegenwart kann gelebt und angenommen werden, wenn sie auf ein Ziel hinführt, wenn dieses Ziel so groß ist, dass es die Anstrengung rechtfertigt.

4. Hoffnung im christlichen Sinn ist immer auch Hoffnung für die anderen. Und sie ist aktive Hoffnung, in der wir darum ringen, dass die Dinge nicht das „verkehrte“ Ende nehmen. Sie ist aktive Hoffnung gerade auch in dem Sinn, dass wir die Welt für Gott offenhalten. Nur so bleibt sie auch wahrhaft menschlich.

5. So kommt einerseits aus unserem Tun Hoffnung für uns und für die anderen; zugleich aber ist es die große Hoffnung auf die Verheißungen Gottes, die uns Mut und Richtung gibt in guten wie in bösen Stunden.

6. Die dunkle Tür der Zeit, die Zukunft, ist aufgesprengt. Wer Hoffnung hat, lebt anderes; ihm ist ein neues Leben geschenkt worden,

7. Als Christen sollten wir uns nie nur fragen: Wie kann ich mich selber retten? Sondern auch Wie kann ich dienen, damit andere gerettet werden und dass ihnen der Stern der Hoffnung aufgeht? Dann habe ich am meisten für meine eigene Rettung getan.
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Dienstag, 13. Mai 2014, 17:26

Aus einer Predigt von Bischof Kurt Krenn
Gehalten in Aigen am 28.. August 2001

Es ist heute manchmal der Irrtum von Gläubigen, dass der Dienst des Priesters auch von Laien gleichwertig getan werden kann Was soll ein junger Berufener vom Priesterberuf halten, wenn er immer wieder hört, dass die Kirche der Zukunft keine Priester brauchen wird?

Zwischen Priester und Nicht-Priester gibt es kein mittleres Drittes; daher liegt nicht ein gradueller, sondern ein Wesensunterscheid zwischen dem Dienst des Priesters und dem Laienchristen vor (vgl. LG 10). Bischöfe, Priester und Diakone gehören wesentlich zum Heilsdienst der Kirche; ohne diese Weiheämter wäre die katholische Kirche nicht die wahre Kirche Christi.
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Mittwoch, 28. Mai 2014, 11:13

Warum sollen Priester eigentlich heiraten?

Der nachfolgende Artikel wurde auf der HP des Forums der Deutschen Katholiken publiziert. Mit Genehmigung vom 2.9. 2013 wurde von Prof. Gindert die Genehmigung erteilt, Artikel in das Forum zu stellen.

Zitat

Diese Frage stellte Klaus Kelle in der Rheinischen Post. Ja, warum eigentlich? Stellen doch laut Kelle diese Fragen gerade Leute, die im Traum nicht daran denken, eine Pfarrei zu führen oder in einem Kloster ein spirituelles Leben zu führen.
Im Vatikan, so Kelle, gehen zur Zeit viele Briefe an den Papst ein von Frauen, die ein heimliches Liebesverhältnis mit einem Priester haben und um Abschaffung des Zölibats bitten. Wir kennen nun seit Jahrzehnten diese Bitten, die eigentliche eine Forderung sind und oft mit der Drohungung verbunden sind, dass die Frauen sich aus der Kirche zurückziehen werden. Wir erinnern uns auch, dass vor vielen Jahren die Leitung der kfd auf ihrem Jahrestreffen in Maria Laach die Frauen zum Ungehorsam in der Kirche aufgerufen haben.
Der Zölibat muss weg! So lautet der Schlachtruf aus Welt und großen Teilen der Kirche. Er ist wider die Natur! Kelle fragt sehr mit Recht, ob von denen jemals eine(r) diese Forderung dem im Zölibat lebenden Dalai Lama gestellt hat.
Vor einige Jahren tourte ein Theologin durch die Republik und durch die Talkshows und “gestand”, dass die mit einem Priester zusammenlebte, dessen Namen sie aber nicht nennen könne; denn dieser sei ja dann in seiner kirchenbeamtlichen Stellung und damit in seiner satten Sicherheit gefährdet, was sowohl seine Bezüge als auch seine Pension beträfe. Gleichzeitg warf sie dem heiligen Papst Johannes Paul II. Heuchelei in seiner Haltung zum Zölibat vor. In der Talkrunde saß ein evangelischer Pfarrer, der früher einmal ein sehr bekannter Schauspieler war. Er ergriff sogleich das Wort und machte die Dame auf ihre eigene Heuchelei und ihre erbärmliche Versorgungsmentalität aufmerksam, mit der sie sich und ihren priesterlichen “Lebensgefährten” als ein Opfer der kirchlichen Willkür hinstellte. Seine Worte saßen und ließen diese “Theologin” verstummen.
Immer wenn ich an diese Angelegenheit denke, denke ich an eine Begegnung, die ich vor Jahren einmal auf der Hauptstraße in Karlruhe Durlach hatte. Ein altes Mütterchen blieb stehen und sprach mich an und sagte mir, dass sie den Eindruck hätte, dass auch ich ein Jünger des Herrn Jesu sei. Ich muss gestehen, dass ich etwas seltsam berührt war. An ihrer Ausdrucksweise erkannte ich sogleich, wohin sie gehörte. Und das sagte sie dann auch sofort. Sie gehöre zur nahen Liebenzeller Mission. Ich erkärte ihr, dass ich katholisch sei. “Das macht nichts”, sagte sie. “Das sind auch Christen” Und so kamen wir in ein langes Gespräch. Die alte Frau erzählte mir, dass sie sich in ihrer Jugend in einen jungen katholischen Kaplan verliebt habe, der ihre Liebe durchaus erwiderte. Für sie sei dass ja zunächst kein Problem gewesen; denn bei den evangelischen Pfarrern sei ja gerade die Heirat erwünscht. “Aber dann habe ich mir gesagt, dieser Mann hat dem Herrn Jesus etwas versprochen. Und das muss er auch halten. Und dann habe ich mich zurückgezogen. Aber ich habe niemals geheiratet.” Die Geschichte hat mich sehr berührt. Die Frau hieß Maria. Auch sie ist eine Braut Christi. Sie ist jetzt sicher im Himmel.
Damals fiel mir die heuchelnde Theologin aus dem Fernsehen ein. Diese hieß Magdalena. Aber ihr fehlte damals die Erkenntnis und die Bußfertigkeit der biblischen Magdalena. Es ist besonders schlimm, wenn Menschen der Kirche für ihre Schwäche, ihre Sünden und ihr Versagen die Kirche verantwortlich machen.
Besonders traf mich das Wort der Liebenzeller Maria, dass ihr Kaplan Jesus etwas versprochen hatte, das er halten müsse. So steht es auch geschrieben: Dass man dem Herrn seine Gelübde halten soll. Ich freue mich darauf, dieser lieben Schwester aus der Bad Liebenzeller Mission einmal im Himmel wieder begegnen zu dürfen.
Michael Schneider-Flagmeyer
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Montag, 15. September 2014, 17:56

Herbert Vorgrimler gestorben
Am Samstag, den 13. September, hat eine katholische Nachrichtenplattform gemeldet, dass Herbert Vorgrimler im 85. Lebensjahr gestorben sei. Er war ein Schüler Karl Rahners und hat mit diesem u. a. das Kleine Konzilskompendium herausgegeben. In den einzelnen Einführungstexten zu den Konzilsdokumenten klingt einerseits ein verborgener Triumph durch, dass die von Papst Johannes XXIII. vorbereiteten Schematas verworfen worden sind und andererseits mehr oder weniger immer das Bedauern wieder durch, dass lehramtstreue Konzilsväter Wünsche der Modernisten verhindert hätten und somit eine größere Protestantierung der Hl. Mutter Kirche verhindert haben. Es waren genau jene Theologen wie Vorgrimler, die die Chimäre des „Geistes des Konzils“ propagiert haben und damit dem Missbrauch der Liturgie und der Konzilstexte Tür und Tor geöffnet haben. Außerdem hat Vorgrimmler Ehrungen von Freimaurerlogen angenommen wie Burkhard Gorsissen in seinem Buch „Ich war ein Freimaurer“ berichtete. Ein „katholischer“ Theologe, der von Freimaurern eine Ehrung annimmt, die die Kirche als Atheisten bekämpfen, sagt wohl deutlich aus, dass dieser Theologe nicht wirklich glaubens-und lehramtstreu war. Wenn man Toten auch nichts Böses nachsagen soll, bedeutet dies nicht, dass die Wahrheit verschwiegen werden muss.
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Freitag, 19. September 2014, 19:00

Das sind Pharisäer?
Eine katholische Nachrichtenplattform, die sich auf die katholische Presseagentur beruft, berichtet, dass der Papst bei der Pastoraltagung zu seiner Enzyklika „Evangelii gaudium“ festgestellt hat, dass sich Seelsorger bei den vielfältigen pastoralen Herausforderungen sich nicht hinter Glaubensregeln verstecken dürfen, denn wer nur auf Regeln und Instruktionen schaut, der ähnle denn Pharisäern und Schriftgelehrten des Neuen Testaments.

Kommentar
Danke,, dass Sie uns lehramtstreuen Seelsorger, die sich an die Vorgaben Seiner Kirche halten als Pharisäer bezeichnen. Scheinbar wissen Sie nicht mehr was in Mt 23,3 steht was Jesus zu den Zuhörern gesagt hat: „Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.“ D. h., dass die Pharisäer die Leute zwar anleiteten die Regeln, Anweisungen und Gebote Gottes zu halten, sich selbst aber nicht darangehalten haben, Also genau umgekehrt als Sie es interpretieren. Außerdem haben Sie die Einhaltung der Regeln als „Klerikalismus“ gegeißelt. Also waren die vielen Heiligen Kirchenväter, Apologeten, BekennerInnen, die die Lehre der Kirche mit ihren Regeln, Instruktionen usw. verteidigt hatten nach Ihrer Diktion alles Pharisäer waren und unterlagen dem Klerikalismus, .Sie unterstellen damit allen heutigen Seelsorgern, dass sie die Lehre und Anweisungen Jesu zwar verkündigen aber sich selbst nicht daran halten. Und das sagt der Oberste Hirte der Kirche???? Wenn wir die Lehre der Kirche inkl. der Anweisungen in der Seelsorge nicht verwenden sollen, dass ist die Conclusio Ihrer Aussage, dann sind wir bei den Protestanten, wo sich jeder seine Bibelauslegung usw. selbst machen kann. Ähnlich ist es ja auch in der von den Vorpäpsten verworfenen Befreiungstheologie gewesen, wo jeder der Anhänger sich seine Interpretationen zurechtlegen konnte.
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Freitag, 10. Oktober 2014, 16:55

Die Lehre wird sich nicht ändern
So tönt es von den verschiedensten Seiten in den Berichten über die derzeit tagende Bischofssynode. Auch ich bin der Meinung, dass sich offiziell die Lehre nicht ändern wird, denn dann würde die Lehre Jesu sowie die Gebote und Anweisungen Gottes verraten werden. Aber wer die Entwicklung der letzten Jahrzehnte seit dem 2. Vaticanum mit offenen Augen verfolgt hat, weiß, dass die Pastoraltheologie in der Auslegung der Lehre „Purzelbäume“ geschlagen hat und die auch bis in die Pfarrgemeinden gedrungen sind, die die wahre, gesunde und reine Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) mehr oder weniger ausgehebelt und damit dieser Lehre nicht mehr entsprochen haben. Schon bei meinem Studium hat uns der Professor der Pastoraltheologie derartiges verkauft. Jene, die sich nicht vor dem Studium mit Theologie befasst haben, nahmen dies natürlich „mit Handkuss“ zu Kenntnis, aber jene so wie ich, die sich schon mit Theologie befasst hatten und keine Modernisten waren „putzten sich ab“ und blieben bei jenen Wissen, das der Lehre der Kirche entsprach. Und in den 90-er Jahren erzählte mir eine Mutter in meiner Gebetsgruppe deren Sohn Theologie studierte um Priester zu werden, dass dieser alles doppelt studieren musste, einmal so wie es der Professor hören wollte und das zweite Mal wie es in der Lehre der Kirche war. Und aus Seelsorgegesprächen weiß ich, dass in den 90er-Jahren Ehe-Annullierungsverfahren anders abliefen, nämlich nach der Frage ob das Sakrament ordentlich (richtig) zustande gekommen ist, während seit der Jahrtausendwende dies nicht mehr soooo relevant ist. Ein Mitbruder, der als Richter im Diözesangericht beschäftigt ist, hat mit dies mehr direkt als indirekt bestätigt. So wurde mit von jemand erzählt, dass sein persönlicher Hinweis darauf, dass derjenige Partner, der die Scheidung nach einem Ehebruch einreichte und auch die Annullierung betrieb, also faktisch der Schuldige war, mit der Antwort „das ist uninteressant“ abgespeist wurde. Außerdem berichtete er mir, dass das Gespräch mit dem vom Diözesangericht bestellten Psychologen maximal 15 Minuten dauerte und die Ehe dann wegen „Eheunfähigkeit“ annulliert wurde. Nachdem ich auch eine psychologische Ausbildung habe kann ich nur feststellen, dass lediglich Gott in dieser Zeit vielleicht die Eheunfähigkeit feststellen könnte, aber vielleicht war dieser Psychologe der liebe Gott auf Erden, denn ein menschlicher Psychologe braucht sicher mehrere Sitzungen, also mehrere Stunden, um zu so einem Schluss zu kommen.

Und genau diese Fakten machen mich mehr als misstrauisch, dass in der Synode wirklich lehramtsgerecht entschieden werden wird. Man wird zwar die Lehre bestätigen, da ja ansonsten die Grundlage des Glaubens verändert würde aber die praktische Umsetzung, nämlich die Pastoral, so zeitgeistig angepasst wird, dass jeder das außerhalb der Lehre bekommt was er will – also wie bei den Protestanten, die die Bibel nach außen hin großsteils noch akzeptieren aber ihre persönlichen Auslegungen praktizieren, die zeitgeistige Purzelbäume sind und nicht mehr der Lehre und dem klaren Willen Jesu entspricht.
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Montag, 13. Oktober 2014, 18:09

Zwischenbericht der Bischofssynode
Heute hat der Generalrelator der Synode, der ungarische Kardinal Peter Erdö, den Zwischenbericht über die erste Beratungswoche präsentiert. Auf verschiedenen katholischen Nachrichtenplattformen wurde diese veröffentlicht.

In diesem Bericht wird festgestellt, dass die derzeitige Bischofssynode Zeichen in Richtung mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen setzt. Erstmals wird darin die Frage aufgeworfen, ob die Kirche diese Menschen willkommen heiße und ihnen einen „brüderlichen Platz“ in den Gemeinden anbieten könne, ohne die katholischen Vorstellungen von Ehe und Familie zu verletzen. In dem Dokument wird zwar festgehalten, dass die katholische Kirche homosexuelle Beziehungen niemals als einer Ehe zwischen Mann und Frau ebenbürtig betrachten könne. Doch erstmals ist nun auch von „positiven Aspekten“ gleichgeschlechtlicher Beziehungen die Rede. Die Formulierungen heben sich deutlich von früheren Erklärungen ab, die unter den Vorgängern von Papst Franziskus veröffentlicht wurden. So nannte Benedikt XVI., als er noch Kardinal Joseph Ratzinger war, Homosexualität eine „Anomalie“.

Der Vatikan-Experte und Buchautor John Thavis spricht angesichts des neuen Tonfalls von einem „Erdbeben“. Das Dokument zeige, dass Franziskus beim Thema Ehe und Familie die Barmherzigkeit in den Vordergrund rücke. Die Formulierungen ließen vermuten, dass sich unter den Bischöfen gemäßigtere Kräfte durchgesetzt hätten.

Auch in Bezug auf andere Themen signalisiert das Dokument eine gewisse Offenheit. So soll in der zweiten Sitzungswoche der Synode über „mutige pastorale Entscheidungen“ und neue Wege im Umgang etwa mit wiederverheirateten Geschiedenen beraten werden, heißt es in dem Zwischenbericht, der den Titel „Relatio post disceptationem“ trägt.

In manchen Fällen würde der Verzicht auf eine zweite Ehe neue Ungerechtigkeit und Leid hervorrufen, fasst der Kreis um Erdö die Meinung zahlreicher Synodaler zusammen. Diese halten demnach eine Wiederzulassung von wiederverheirateten Geschiedenen in Einzelfällen und nach einem „Weg der Buße“ unter der Verantwortung des Bischofs für denkbar.
Ein „Alles oder Nichts“ könne es nicht geben, so der Text. Eine genaue Abwägung der Einzelsituation sei „unumgänglich“. „Es muss vor allem das Leid derer berücksichtigt werden, die zu Unrecht Trennung und Scheidung erlitten haben“, heißt es. Zugleich betont der Text die Glaubensüberzeugung von der Unauflöslichkeit der Ehe, die offen sein müsse für neues Leben.

Papstaussagen
Am Rande der Synode äußerte sich am Montag auch Papst Franziskus selbst zum Konflikt zwischen Lehre und pastoralem Umgang mit Einzelfällen. Bei seiner Morgenmesse im Gästehaus Santa Marta, in dem der Papst nach wie vor wohnt, warnte er vor der Gefahr, sich zu stark an die Lehre zu klammern und damit nicht mehr für „Überraschungen“ offen zu sein, die Gott bereithalte.
Auch was Jesus getan habe, sei vielen Mitmenschen damals „seltsam vorgekommen“, so der Papst: „Dass er mit Sündern und Zöllnern zusammen aß. Er gefiel ihnen nicht, er war gefährlich, weil er die Lehre in Gefahr brachte, dieses Gesetz, das die Theologen über Jahrhunderte hinweg erstellt hatten.“ Dabei hatten sie dieses Gesetz - so räumte der Papst ein - „durchaus mit Liebe gemacht, und um Gott treu zu sein“. Aber sie seien „darin eingeschlossen gewesen“ und hätten vergessen, „dass Gott nicht nur der Gott des Gesetzes ist“.

Kommentar
Die Befürchtungen der wirklich lehramts- und glaubenstreuen Katholiken sind also eingetroffen und deren entsprechenden Kommentare sind auf den Diskussionsplattformen bereits nachzulesen. Allein die Aussage des Papstes „dieses Gesetz, das die Theologen über Jahrhunderte hinweg erstellt hatten,“ ist eine Häresie, denn die Thora und die Schriften des AT wurden nicht von Theologen erstellt, sondern wurden auf Grund der Inspiration Gottes durch den Hl. Geist den Redaktoren übermittelt, die es in Schriftform brachten. So die jahrtausendalte Lehre der Kirche. Der Papst behauptet quasi, dass die Lehre von Menschen stamme, „die Gott treu sein“ wollten und leugnet damit gleichzeitig das Wirken Gottes bei der Erstellung der Schriften.

Zwar sind diese Aussagen keine, die „ex cathedra“ gefallen sind, aber soweit hat sich in den letzten Jahrhunderten, seit dem Konzil von Trient, kein Papst mit derartigen Aussagen „hinausgelehnt“ und häretisches von sich gegeben.

Und der Hinweis, dass sich die gemäßigten Synodalen durchgesetzt haben, bedeutet in Wahrheit, dass sich die Modernisten, die die Kirche protestantieren wollen, durchgesetzt haben, denn die verwendeten „schwammigen“ Formulierungen nach dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach in ihn mir nicht nass“ sind genau jene, die von diesen auch in den Dokumenten des 2. Vaticanums vorhanden sind. Hier wird die Lehre der Vorgängerpäpste relativiert und dem Zeitgeist angepasst. Hoffentlich geht dieses Pontifikat bald zu Ende ansonsten wird die Hl. Mutter Kirche noch mehr beschädigt als sie es bereits seit dem 2. Vaticanum wurde. Ein Diskutant auf einer Plattform hat geschrieben, dass schon mehrmals Päpste gestorben sind bevor sie abweichende Lehren verkünden konnten. Ich persönlich kann nur feststellen, dass in der Zeit der Kirchenväter Gegenpäpste gab wobei es sich tlw. um geringere Probleme gehandelt hat als jene der Synode. Für mich wird die Lehre Jesu und Seines Vater mit diesen Aussagen zur Homosexualität und Wiederverheiratung von Ehebrüchigen verraten, denn deren Aussagen sind klar und wer sie relativiert steht nicht mehr in der wahren, gesunden und reinen Lehre der Hl. Mutter Kirche auch wenn er dies behauptet aber die Auslegung verändert. Jesus hat eindeutig gesagt: „Denkt nicht ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben.“ (Mt 5,17) und damit gilt Lev 18,22 noch immer unverändert: „Du darfst nicht bei einem Mann schlafen, wie man bei einer Frau schläft, das wäre ein Gräuel“ sowie „wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch“ (Mt 5,22b, ebenso vgl. Mt 19,9).

Ich kann nur für mich persönlich wiederholen, dass dies nicht mehr die Kirche ist für die ich vor Jahrzehnten geweiht worden bin. Denn Papst Paul VI. hatte mit seiner Aussage 1972 recht, als er feststellt: „Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen“, jetzt muss man feststellen, dass Satan durch einen Großteil seines „Bodenpersonals“ in der Hl,. Mutter Kirche regiert. Aber nicht nur ich sehe es so, auch der User Ta… hat auf einer Plattform festgestellt, er fragt sich als lehramtstreuer Katholik wo er dann „hingehen kann“ wenn derartige Lehrveränderungen, die gegen die Offenbarung, Lehre und Tradition der Kirche stehen „Fuß fassen“. Apage satanas!
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80

Montag, 13. Oktober 2014, 18:33

Bischofssynode Zwischenbericht 2
Soeben habe ich gelesen, dass es zur Berichts-Präsentation Kritik gegeben habe, wobei 15 von 41 Wortmeldungen, d. s. fast ein Viertel der Synodenväter, konkrete Punkt bemängelt haben. Vor allem afrikanische Bischöfe, aber auch andere, haben die weitreichenden Äußerungen zur Homosexualität kritisiert sowie wurde auch bemängelt, dass in Partnerschaftsformen, die der katholischen Lehre zuwiderlaufen, familiäre Werte und die Suche nach Wahrheit gelebt werden können. Aber auch zur Frage der wiederverheirateten Geschiedenen seien Bedenken laut geworden.

Kommentar
Wenn ich mir diese Kritik so betrachte scheint es, dass der Generalrelator in seinem Bericht nur die „Modernisten“ zu Wort kommen ließ und alle anderen Meinungen unterdrückte. Im Hinblick auf das 2. Vaticanum kann man nur feststellen, wie sich die Bilder gleichen, wenn man die entsprechende Literatur gelesen hat.
Preis den Herrn!