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Papst, unser Heiliger Vater

Antworten im Thema: 254 » Der letzte Beitrag (22. März 2018, 19:53) ist von Teresa.

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Teresa

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Dienstag, 30. April 2013, 17:00

RE: "Extra ecclesiam nulla salus" – Außerhalb der Kirche kein Heil

In einem anderen Forum hatte ich zu diesem Thema eine Diskussion, die ich wie folgt beantwortete:

Zitat

„In LG 14 Absatz 1 heißt es eindeutig: „Gestützt auf die Heilige Schrift und die Tradition, lehrt sie, dass diese pilgernde Kirche zum Heile notwendig ist. …. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen“ Also "Extra ecclesiam nulla salus" Und in Nr. 15 4. Satz „Wer nämlich das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluss der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen.“ So auch in KKK 846. 847.“ Und die Aussage „Außerhalb der Kirche kein Heil“ geht auf Cyprian von Karthago, Briefe, Ep 73,21, zurück und wurde im Konzil von Florenz (1438-1445) zum Dogma (siehe Neuner-Ross, S. 212 ff) Teilzitat daraus: „Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet, glaubt fest, bekennt und verkündet, daß niemand außerhalb der katholischen Kirche des ewigen Lebens teilhaftig wird.“


Ich bekam darauf vermutlich von einem evangelischen Theologen folgendes Antwort

Zitat

Den Text, der dieser Diskussion zu grunde liegt, konnte ich inzwischen übersetzt bei vatican.va nachlesen. Da sagt der Papst jedenfalls nicht, dass das Heil aus der katholischen Kirche kommt. Seine letzter Satz, tja, den könnte ich ja auch so "übersetzen", dass er mit katholisch nicht die Institution meint, sondern die allummfassende, ganze, universelle Christenheit, also jeden 'echten' Christen, der Christus hat, und nicht nur eine Kirchenzugehörigkeit.


Dazu kann ich nur feststellen, dass hier von Papst Franziskus wieder unklare Worte bzw. eine Mehrdeutigkeit verwendet wurden, die der Lehre und Tradition der Kirche nicht entsprechen.


Hat das wirklich Papst Franziskus gesagt oder handelt es sich um eine ältere Äußerung?
Außerdem ist das Heil in der kath. Kirche zu finden - und die anderen Christen haben aber, wenn auch eingeschränkt, Teil an der Wahrheit. So steht es - allerdings in einer besseren Formulierung - im Katechismus.

Natürlich heißt "katholisch" auch allgemein, umfassend. Deshalb sind aber noch nicht alle Christen katholisch, dazu müßte man sich dann doch zur katholischen Kirche bekennen.

Aber abgesehen davon, fände ich es wirklich hilfreich, wenn unser neuer Papst sich eindeutig(er) ausdrücken würde! Das würde den Spekulationen ein Ende setzen und unnötige Diskussionen vermeiden helfen!
Obl.OSB

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Mittwoch, 1. Mai 2013, 13:57

Papst em. Benedikt XVI. kehrt norgen in den Vatikan zurück

Wie man der Nachrichtenseite von Radio Vatikan entnehmen kann, wird das Provisorium in Castel Gandolfo für unseren Papst em. Benedikt endlich beendet! Morgen, gegen 16.30 Uhr, wird er mit dem Hubschrauber zum Vatikan zurück kommen und dort sein neues Domizil beziehen, das nun endlich fertig renoviert und hergerichtet ist.
Nach wie vor begleiten wir (die romtreuen Gläubigen) unseren Papst em. Benedikt im Gebet und wünschen ihm für den morgigen Tag alles erdenklich Gute! Möge er sich in seinem neuen Zuhause weiterhin von GOTT behütet wissen - und sich ganz sicher sein, daß seine Schäfchen ihn ganz bestimmt nicht vergessen!
Obl.OSB

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Donnerstag, 23. Mai 2013, 00:22

Exorzismus im Vatikan ? Was soll man von solchen Berichten halten

Liebe Forumsmitglieder !

Wie steht Ihr zu solchen Meldungen ?

http://religion.orf.at/stories/2585429/

http://vaticaninsider.lastampa.it/en/new…xorcismo-24995/

Ich persönlich vermute, dass hier irgendwelche Strömungen am Werk sind, die versuchen unserem Kirchenoberhaupt okkultes Treiben "anzuhängen".

Wie seht Ihr das ?

Nachdenkliche Grüße
Euer Hildebrand

diaconus

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Donnerstag, 23. Mai 2013, 08:53

RE: Exorzismus im Vatikan ? Was soll man von solchen Berichten halten

Liebe Forumsmitglieder !

Wie steht Ihr zu solchen Meldungen ?

http://religion.orf.at/stories/2585429/

http://vaticaninsider.lastampa.it/en/new…xorcismo-24995/

Ich persönlich vermute, dass hier irgendwelche Strömungen am Werk sind, die versuchen unserem Kirchenoberhaupt okkultes Treiben "anzuhängen".

Wie seht Ihr das ?

Nachdenkliche Grüße
Euer Hildebrand

Es wird hier etwas aufgebauscht was für wirkliche Christen eigentlich selbstverständlich ist. Das ganze Neue Testament ist voll von Berichten wo Jesus Dämonen bzw. den Teufel ausgetrieben hat. Wer Dämonen und den Teufel leugnet, der steht schon nicht mehr im festen christlichen Glauben und in der Lehre der Kirche. Dem Teufel und den Dämonen freut es am meisten wenn wer behauptet, es gäbe sie nicht, denn dort haben sie leichtes Spiel sich einnisten zu können. Dass die Abteilung Religion vom ORF (Österreichischer Rotfunk) alles andere als freundlich zur HRKK zu betrachten ist, weisen die Sendungen „Kreuz und Quer“ sowie „Orientierung“ auf, die nur vereinzelt lehramtstreue Personen zu Wort kommen lassen während die Gegner der Lehre der Kirche ständig zu Wort kommen wie zBspl. emer. Prof. Zulehner u. a. Von einer neutralen Information, die eigentlich Aufgabe eines öffentlichen Senders nach Rundfunkgesetz wäre, ist der rot-grün unterwanderte Rotfunk weit entfernt.

Der nachfolgende Link weist auf Erfahrungen hin, die nicht der Verschwiegenheitspflicht unterliegen:
http://www.hafrakathblog.net/index.php?p…tID=221#post221
siehe Beiträge vom 18. Mai (Nr. 14) und 21. Mai 2013 (Nr. 16)
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Samstag, 15. Juni 2013, 19:03

Privataudienz des Papstes

Auf Nachrichtenplattformen, sowohl auf katholischen als auch weltlichen, dieser Woche wurde von einer Privataudienz berichtet, die der Papst der CLAR, der „Konföderation religiöser Männer und Frauen in Lateinamerika und der Karibik“ gewährt hat. Die Details unter

Beitrag Nr. 8 auf folgendem Link
http://www.hafrakathblog.net/index.php?p…tID=369#post369
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Samstag, 6. Juli 2013, 11:25

Gute Nachrichten aus Rom

Wie man in der "Tagespost" aber inzwischen auch im Internet lesen kann, werden voraussichtlich am 8. Dezember dieses Jahres Johannes Paul II. und Johannes XXIII. heilig gesprochen.

Bei Johannes Paul II. gab es ja schon am Tage der Trauerfeier Transparente mit der Aufschrift "Santo subito", was mich schon damals nicht wirklich überrascht hat. Wie schön, daß in Rom auch Zeichen wahrgenommen, Ausnahmen gemacht werden - und die Heiligsprechung dieses bedeutenden heiligmäßigen Papstes in so kurzer Zeit erfolgt.
Ich habe mich gestern mit einem protestantischen Christen unterhalten, der mir ganz begeistert erzählt hat, welch ein Charisma dieser Papst nicht nur im Fernsehen sondern noch viel mehr im wirklichen Leben gehabt hat. Das konnte er (der Protestant) im Rahmen einer Privataudienz erleben. Wenn ich mir überlege, daß unser seliger Papst Johannes Paul II. schon im Jahre 2005 gestorben ist, dann zeigt mir die lebhafte Erinnerung meines Bekannten, daß die Begegnung nicht verblasst ist, was somit auch wieder für die Besonderheit dieses Papstes spricht, der ja ein ausgesprochener Mensch des Gebetes war.
Über die baldige Heiligsprechung dieses Papstes, man merkt es sicher an diesen Zeilen, der nach wie vor mein "Lieblingspapst" ist, freue ich mich sehr! :) :) :)

Johannes XXIII. hat das 2. Vatikanische Konzil in die Wege geleitet. Was aus dem Konzil geworden ist, für die vielen Mißdeutungen der Texte, für die vielen Fehlentwicklungen in der Kirche können wir ihn nicht verantwortlich machen. Es wäre in meinen Augen jedoch wichtig, nun wirklich mit einer echten Aufarbeitung der Konzilstexte zu beginnen. Und vielleicht sollte man auch mehrdeutige Texte einer konsequenten Interpretation im Sinne der Lehre unserer Kirche zuführen. In der Heiligsprechung dieses Papstes sehe ich eher einen diplomatischen Akt, der einen Anstoß in die richtige Richtung geben soll.
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Samstag, 6. Juli 2013, 12:04

RE: Gute Nachrichten aus Rom

Wie man in der "Tagespost" aber inzwischen auch im Internet lesen kann, werden voraussichtlich am 8. Dezember dieses Jahres Johannes Paul II. und Johannes XXIII. heilig gesprochen.

Bei Johannes Paul II. gab es ja schon am Tage der Trauerfeier Transparente mit der Aufschrift "Santo subito", was mich schon damals nicht wirklich überrascht hat. Wie schön, daß in Rom auch Zeichen wahrgenommen, Ausnahmen gemacht werden - und die Heiligsprechung dieses bedeutenden heiligmäßigen Papstes in so kurzer Zeit erfolgt.
Ich habe mich gestern mit einem protestantischen Christen unterhalten, der mir ganz begeistert erzählt hat, welch ein Charisma dieser Papst nicht nur im Fernsehen sondern noch viel mehr im wirklichen Leben gehabt hat. Das konnte er (der Protestant) im Rahmen einer Privataudienz erleben. Wenn ich mir überlege, daß unser seliger Papst Johannes Paul II. schon im Jahre 2005 gestorben ist, dann zeigt mir die lebhafte Erinnerung meines Bekannten, daß die Begegnung nicht verblasst ist, was somit auch wieder für die Besonderheit dieses Papstes spricht, der ja ein ausgesprochener Mensch des Gebetes war.
Über die baldige Heiligsprechung dieses Papstes, man merkt es sicher an diesen Zeilen, der nach wie vor mein "Lieblingspapst" ist, freue ich mich sehr! :) :) :)

Johannes XXIII. hat das 2. Vatikanische Konzil in die Wege geleitet. Was aus dem Konzil geworden ist, für die vielen Mißdeutungen der Texte, für die vielen Fehlentwicklungen in der Kirche können wir ihn nicht verantwortlich machen. Es wäre in meinen Augen jedoch wichtig, nun wirklich mit einer echten Aufarbeitung der Konzilstexte zu beginnen. Und vielleicht sollte man auch mehrdeutige Texte einer konsequenten Interpretation im Sinne der Lehre unserer Kirche zuführen. In der Heiligsprechung dieses Papstes sehe ich eher einen diplomatischen Akt, der einen Anstoß in die richtige Richtung geben soll.


@ Teresa, danke für das Zeugnis über das Gespräch mit dem Protestanten, der, wie ich ja aus unseren Telefonaten weiß, ein pensionierter Pastor ist, der im Glauben der HRKK viel näher steht als so mancher katholischer Priester, der gegen die Lehre und Tradition der Kirche agiert. Er erinnert mich an einen pietistischen Pfarrer mit dem ich seinerzeit als KH-Seelsorger ein wunderbares mehr als zweistündiges Gespräch geführt hatte und wir verstanden uns „super“. Leider war er nicht aus Wien sondern aus der Steiermark sodass dieser Kontakt naturgemäß abbrach. Als er nach 2 Jahren zu einer Nachuntersuchung ins KH kam und mich sprechen wollte, war ich leider an diesem Tag auf „Außendient“, was ich sehr bedauerte als ich es erfuhr.

Dass JP II wunderbar war, steht außer Diskussion. Die Einberufung des Konzils durch Johannes XXIII. War sicher notwendig, da schon Pius XII. über eine derartige Einberufung nachdachte. Nur was daraus wurde, ist nicht die Schuld dieses Papstes, denn sämtliche von diesem Papst vorbereiteten Schematas und auch berufenen Periti wurden von einer „Clique“, hauptsächlich westeuropäischer Bischöfe, die sich bereits vor dessen Beginn abgesprochen hatten, „gekillt“ und somit nahm das Konzil einen ganz anderen Verlauf und es entstanden jene mehrdeutigen Texte, die die bekannten Probleme für die Heilige Mutter Kirche hervorbrachten und die zur Glaubensverdunstung, und ich sage zur Protestantierung der Kirche, geführt haben. Ich will keine Verschwörungstheorie aufstellen, aber ich kann mir psychologisch schon vorstellen, dass sich Johannes XXIII. dies schon so zu Herzen genommen hat, dass er noch vor Beginn der 2. Session des Konzils und aufgrund seines Alters auch „wegen seines gebrochenen Herzens“ starb.
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Samstag, 6. Juli 2013, 12:14

Lumen fidei – Licht des Glaubens

Gestern wurde die Enzyklika „Lumen fidei“ veröffentlicht, die eine Gemeinschaftswerk von emer. Papst Benedikt XVI und Papst Franziskus ist. Es ist die erste Enzyklika in der Geschichte der Kirche, die von zwei Päpsten stammt. Wie ich gelesen habe, war die erste Fassung der Enzyklika von Benedikt schon fertiggestellt und wurde von Franziskus faktisch nur ergänzt. Neugierig bin ich schon ob ein Stilbruch darin festzustellen ist?
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Samstag, 6. Juli 2013, 13:22

RE: Lumen fidei – Licht des Glaubens

Gestern wurde die Enzyklika „Lumen fidei“ veröffentlicht, die eine Gemeinschaftswerk von emer. Papst Benedikt XVI und Papst Franziskus ist. Es ist die erste Enzyklika in der Geschichte der Kirche, die von zwei Päpsten stammt. Wie ich gelesen habe, war die erste Fassung der Enzyklika von Benedikt schon fertiggestellt und wurde von Franziskus faktisch nur ergänzt. Neugierig bin ich schon ob ein Stilbruch darin festzustellen ist?


Danke für diese Info, @ Diaconus.
Ja, die Neugier, ob ein eventueller Stilbruch in dieser Enzyklika vorhanden ist, teile ich mit Dir. Ich nehme aber an, daß es diesen nicht gibt... Aber lassen wir uns überraschen...
Froh bin ich jedenfalls darüber, daß unser em. Papst Benedikt doch noch so aktiv ist - und uns die quasi fast "versprochene" Enzyklika zum Glaubensjahr nun doch noch schenkt!
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Samstag, 6. Juli 2013, 19:04

Papst: Keine Angst vor Erneuerung der Strukturen

So oder ähnlich lauten die heutigen Schlagzeilen verschiedener Nachrichtenportale und weisen darauf hin, dass Papst Franziskus dafür eintritt, offen zu sein für die Erneuerung kirchlicher Strukturen denn im Leben der Kirche gibt es „altertümliche“ Strukturen.

Weiter stellt der Papst in seiner Predigt fest, dass Jesus selbst als Erneuerer in die Welt gekommen sei und mit seiner Botschaft die damaligen jüdischen Gesetzesbegriffe auf den Kopf gestellt habe.

Kommentar
Wenn man diese Aussagen von Franziskus wörtlich nimmt, dann müsste er sofort abtreten, denn das Petrusamt ist nämlich genauso eine „altertümliche“ Struktur. Und die Aussage, dass Jesus die damaligen jüdischen Gesetzesbegriffe auf den Kopf gestellt habe, kann ich als lehramtstreuer Theologe nicht nachvollziehen, sondern das Gegenteil ist der Fall als ER im den Antithesen zur Bergpredigt feststellt: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen.“ (Mt 5,17-18b) Jesus hat sogar verschiedene Bestimmungen des Gesetzes verschärft wie zBspl. die Festlegung des Scheidungsverbotes im Gegensatz zum Gesetz wo die Scheidung erlaubt war.

Auch so manche Kommentare von lehramtstreuen Katholiken auf Diskussionsplattformen haben darüber schon gewisse Zweifel bekundet. Aufgrund meines Alters habe ich vor Franziskus fünf Päpste erlebt, aber von keinem habe ich derartige mehrdeutige Aussagen bzw. Stellungnahmen gegen die Tradition der Kirche erlebt. Wirklich deutliche Aussagen über das Seelenheil der Menschen, das ewige Leben im Reich Gottes und ähnliches was die Hauptaufgabe der Verkündigung der Kirche ist, habe ich bisher vermisst. Lediglich die Sozialkomponente, die eigentlich ein Nebenprodukt der Lehre Jesu ist, die steht immer im Mittelpunkt, Jesus wird also zum „Soziallehrer“ – mehr nicht – wie bei den linken Katholiken. Daher kommen für mich immer wieder gewisse Ansätze der Befreiungstheologie seiner Lehrer und Wegbegleiter durch.
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Sonntag, 7. Juli 2013, 17:10

RE: Papst: Keine Angst vor Erneuerung der Strukturen

So oder ähnlich lauten die heutigen Schlagzeilen verschiedener Nachrichtenportale und weisen darauf hin, dass Papst Franziskus dafür eintritt, offen zu sein für die Erneuerung kirchlicher Strukturen denn im Leben der Kirche gibt es „altertümliche“ Strukturen.

Weiter stellt der Papst in seiner Predigt fest, dass Jesus selbst als Erneuerer in die Welt gekommen sei und mit seiner Botschaft die damaligen jüdischen Gesetzesbegriffe auf den Kopf gestellt habe.

Kommentar
Wenn man diese Aussagen von Franziskus wörtlich nimmt, dann müsste er sofort abtreten, denn das Petrusamt ist nämlich genauso eine „altertümliche“ Struktur. Und die Aussage, dass Jesus die damaligen jüdischen Gesetzesbegriffe auf den Kopf gestellt habe, kann ich als lehramtstreuer Theologe nicht nachvollziehen, sondern das Gegenteil ist der Fall als ER im den Antithesen zur Bergpredigt feststellt: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen.“ (Mt 5,17-18b) Jesus hat sogar verschiedene Bestimmungen des Gesetzes verschärft wie zBspl. die Festlegung des Scheidungsverbotes im Gegensatz zum Gesetz wo die Scheidung erlaubt war.

Auch so manche Kommentare von lehramtstreuen Katholiken auf Diskussionsplattformen haben darüber schon gewisse Zweifel bekundet. Aufgrund meines Alters habe ich vor Franziskus fünf Päpste erlebt, aber von keinem habe ich derartige mehrdeutige Aussagen bzw. Stellungnahmen gegen die Tradition der Kirche erlebt. Wirklich deutliche Aussagen über das Seelenheil der Menschen, das ewige Leben im Reich Gottes und ähnliches was die Hauptaufgabe der Verkündigung der Kirche ist, habe ich bisher vermisst. Lediglich die Sozialkomponente, die eigentlich ein Nebenprodukt der Lehre Jesu ist, die steht immer im Mittelpunkt, Jesus wird also zum „Soziallehrer“ – mehr nicht – wie bei den linken Katholiken. Daher kommen für mich immer wieder gewisse Ansätze der Befreiungstheologie seiner Lehrer und Wegbegleiter durch.


Ich denke, daß der Papst sich bei den Änderungen der kirchlichen Strukturen hier vor allem auf Änderungen in der Kurie bezieht, die schon lange überfällig sind. Da wir ja bekanntlich eine Weltkirche sind, kann ich mir weniger vorstellen, daß der Papst die sattsam diskutierten Strukturveränderungen im deutschsprachigen Raum meint, denn dann würde er ja die Mehrheit der Weltkirche langweilen, da die unsere europäischen "Luxusprobleme" nicht hat.

Nötig wäre bei uns allerdings eine verstärkte missionarische Aktivität. Aber ich denke, daß die Europäer nicht im Zentrum der Sorgen eines südamerikanischen Papstes stehen. Und unsere Bischöfe haben die Chancen, die wir Europäer mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hatten, nicht genutzt, um verstärkt auf die schlafenden Christen Europas zuzugehen. :(

Die Ansprache von Papst Franziskus zur Generalaudienz am letzten Mittwoch (am 26.06.13) im Juni war einmal nicht mehrdeutig, sondern zielte darauf ab, daß wir, das Volk Gottes, die lebendigen Steine der von Chrisus gegründeten Kirche sind. Es ging um das Wirken Gottes in der Kirche. Gerne hätte ich die Ansprache hier im Wortlaut zitiert, das würde allerdings den Rahmen sprengen, daher zitiere ich nur den an die deutschsprachigen Pilger gerichteten Text:

"Einen herzlichen Gruß richte ich an alle Pilger deutscher Sprache. Liebe Brüder und Schwestern! Im geistlichen Bau der Kirche wird jeder Stein gebraucht, keiner ist überflüssig. Fragen wir uns, wie wir unser Kirche-Sein leben, ob wir vielleicht brüchige Steine geworden sind. Der Heilige Geist will uns durch das Feuer der Liebe neue Festigkeit verleihen, Eifer und Begeisterung, um nach dem Vorbild Christi zu leben. Gott segne euch."

@ Diaconus, da ich theologisch viel weniger Ahnung habe als Du, auch nicht so fundiertes Wissen, was die Bibel betrifft, kann ich Dir nicht widersprechen. Ich habe in diesem Beitrag nur meine Gedanken und Beobachtungen notiert, sehe diese jedoch nicht als Widerspruch! Ja, ich gebe ehrlich zu, diese Ansprache zur Generalaudienz hat mir gefallen, das sagt aber nichts über das Pontifikat selbst aus.
Da ich schon häufiger erlebt habe, daß Du mit Deinen Feststellungen und Beobachtungen richtiger lagst als zum Beispiel ich, habe ich mich entschlossen, einfach erst einmal abzuwarten: Die Zeit wird zeigen, in welche Richtung dieser Papst unsere Kirche führt. Ich denke, auch Du würdest Dich freuen, wenn Du mit Deinen Befürchtungen falsch liegen würdest - denn würdest Du Recht haben, würde das wirklich nichts Gutes bedeuten!
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Freitag, 12. Juli 2013, 17:18

Das Wirken von Papst Franziskus für die Armen im Süden Afrikas (und Südamerikas)

Das Thema eines bedenkenswerten Beitrags, den ein Priester in einem anderen Forum geschrieben hat, möchte ich hier aufgreifen.
Auch ich finde es gut und schön, wenn der neue Papst sich für die Armen einsetzt. Aber schon heute morgen ging mir beim Lesen einer Überschrift in der "Tagespost" durch den Kopf, ob zum Beispiel die Afrikaner wirklich so schuldlos an ihrer Armut sind? Ist es nicht in vielen Ländern Afrikas so, daß beispielsweise durch Korruption eine Gesellschaftsschicht immer reicher wird und die Armen selbst durch Entwicklungshilfe und "Hilfe zur Selbsthilfe" auf keinen grünen Zweig kommen? Und was ist mit den vielen Kriegen in Afrika? Das sind teilweise Stammeskämpfe, aber auch von außen angeheizte Bürgerkriege. Warum können die Afrikaner nicht "vernünftig" miteinander reden, erst den Verhandlungsweg suchen, ehe sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen - und wieder einmal die Ernten vernichten??? Die sogenannte Schuld nur auf die Länder der nördlichen Erdhälfte zu schieben, ist mir von diesem Papst etwas zu einfach gedacht! Wenn es doch so simpel wäre. Müssen die Europäer wirklich ungeprüft jeden Afrikaner aufnehmen? Wie wäre es mit "Solidarität in der Nähe", zu der der Papst NICHT aufruft? Es studieren doch viele Afrikaner in Europa, viele leben dann weiter hier, auch unsere Stadt ist inzwischen bunt gemischt. Wären diese gesunden jungen Leute nicht erst einmal aufgerufen, sich für ihre Heimat einzusetzen?

Es gibt Leute, die sich vor Begeisterung über die Papstrede auf Lampedusa überschlagen. Mir ist die Papstrede nicht weitblickend genug. Das riecht (auch) mir zu sehr nach linker Politik.
In einem Gespräch gabst Du mir, @ Diaconus, zu bedenken, daß der Papst sich nicht nur um Materielles (die Armut) sondern sich auch um das Seelenheil seiner Schäfchen in der RKK kümmern sollte. Angesichts dieser Predigt auf Lampedusa ist mir jetzt sehr deutlich geworden, was Du damit gemeint hast. Es geht nicht um fehlende Solidarität mit den Armen, die wir übrigens auch in Europa immer mehr haben (wer ist mit denen solidarisch??), Hilfe wollen wir gerne leisten, soweit wir können, aber dabei kann man es nicht bewenden lassen. Schon gar nicht kann die Kirche es dabei bewenden lassen! Die ist nicht allein dafür da, das materielle Gut unter den Menschen gerechter aufzuteilen, sondern hat vor allem geistliche Aufgaben. Beschränkt sie sich mehr oder weniger auf ihre Taten im sozialen Bereich, darf die Kirche sich nicht wundern, daß sie von den Atheisten unserer Zeit eben auch nur als nützlicher Sozialverein gesehen wird.
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Freitag, 12. Juli 2013, 18:10

RE: Das Wirken von Papst Franziskus für die Armen im Süden Afrikas (und Südamerikas)

Das Thema eines bedenkenswerten Beitrags, den ein Priester in einem anderen Forum geschrieben hat, möchte ich hier aufgreifen.
Auch ich finde es gut und schön, wenn der neue Papst sich für die Armen einsetzt. Aber schon heute morgen ging mir beim Lesen einer Überschrift in der "Tagespost" durch den Kopf, ob zum Beispiel die Afrikaner wirklich so schuldlos an ihrer Armut sind? Ist es nicht in vielen Ländern Afrikas so, daß beispielsweise durch Korruption eine Gesellschaftsschicht immer reicher wird und die Armen selbst durch Entwicklungshilfe und "Hilfe zur Selbsthilfe" auf keinen grünen Zweig kommen? Und was ist mit den vielen Kriegen in Afrika? Das sind teilweise Stammeskämpfe, aber auch von außen angeheizte Bürgerkriege. Warum können die Afrikaner nicht "vernünftig" miteinander reden, erst den Verhandlungsweg suchen, ehe sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen - und wieder einmal die Ernten vernichten??? Die sogenannte Schuld nur auf die Länder der nördlichen Erdhälfte zu schieben, ist mir von diesem Papst etwas zu einfach gedacht! Wenn es doch so simpel wäre. Müssen die Europäer wirklich ungeprüft jeden Afrikaner aufnehmen? Wie wäre es mit "Solidarität in der Nähe", zu der der Papst NICHT aufruft? Es studieren doch viele Afrikaner in Europa, viele leben dann weiter hier, auch unsere Stadt ist inzwischen bunt gemischt. Wären diese gesunden jungen Leute nicht erst einmal aufgerufen, sich für ihre Heimat einzusetzen?

Es gibt Leute, die sich vor Begeisterung über die Papstrede auf Lampedusa überschlagen. Mir ist die Papstrede nicht weitblickend genug. Das riecht (auch) mir zu sehr nach linker Politik.
In einem Gespräch gabst Du mir, @ Diaconus, zu bedenken, daß der Papst sich nicht nur um Materielles (die Armut) sondern sich auch um das Seelenheil seiner Schäfchen in der RKK kümmern sollte. Angesichts dieser Predigt auf Lampedusa ist mir jetzt sehr deutlich geworden, was Du damit gemeint hast. Es geht nicht um fehlende Solidarität mit den Armen, die wir übrigens auch in Europa immer mehr haben (wer ist mit denen solidarisch??), Hilfe wollen wir gerne leisten, soweit wir können, aber dabei kann man es nicht bewenden lassen. Schon gar nicht kann die Kirche es dabei bewenden lassen! Die ist nicht allein dafür da, das materielle Gut unter den Menschen gerechter aufzuteilen, sondern hat vor allem geistliche Aufgaben. Beschränkt sie sich mehr oder weniger auf ihre Taten im sozialen Bereich, darf die Kirche sich nicht wundern, daß sie von den Atheisten unserer Zeit eben auch nur als nützlicher Sozialverein gesehen wird.

Volle Zustimmung @ Teresa. Jesus hat sich vor allem um das Seelenheil der Menschen gekümmert und darauf ist seine gesamte Lehre aufgebaut. „Arme werdet ihr immer bei euch haben!“ (vgl. Mt 26,11). Wer immer nur die materielle Armut betont, verkürzt die Lehre Jesu auf einen „Nebenbereich“ von Jesu-Lehre, auch wenn er der Papst ist, so wie es die Anhänger der Befreiungstheologie getan haben. Dies hat uns auch vor ca. 10 Jahren ein brasilianischer Priester, der bei uns zu Besuch war, in einem Gespräch bestätigt.
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Sonntag, 14. Juli 2013, 17:38

Imperialistisch – auch die Lehre der Kirche?

In einem Diskussionsportal habe ich nachfolgendes Zitat aus einem Buch von Papst Franziskus gefunden:

Das Bewusstsein der Menschlichkeit kann in der Praxis einzig und allein durch den Dialog und die Liebe wachsen. Sie sind Voraussetzung für die Anerkennung des anderen in seiner Andersheit, für die Akzeptanz der Verschiedenheit. Der Wert der Gemeinschaft lässt sich nur so begründen: Ich strebe nicht an, dass der andere sich meinen Wertmaßstäben und Prioritäten unterordnet. Es geht nicht darum, den anderen zu "absorbieren", sondern darum, als wertvoll anzuerkennen, wie er ist, und diese Andersartigkeit positiv zu würdigen als etwas, was uns bereichert. Das Gegenteil ist purer Narzissmus, es ist imperialistisch und einfach nur töricht.
(Papst Franziskus: Mein Leben. Mein Weg. Freiburg 2013, S. 186)

Kommentar
Gilt diese Aussage und Feststellung des Dialogs auch für die Offenbarung und Lehre der Kirche? Soll auch hier „dialogisiert“ werden, wo es nichts zu dialogisieren gibt? Jeder Katholik ist verpflichtet die Offenbarung und Lehre der Kirche sowie deren Autorität anzunehmen, - so steht es im KKK. Wer die Autorität der Kirche nicht annimmt, d. h. zurückweist, verfügt über ein irrendes Gewissen, so KKK Nr. 1792. Wenn alles „dialogisierbar“ ist, wann wird abgestimmt, ob das Wort Gottes, die Bibel, weiterhin unverändert zu gelten hat oder nicht Außerdem, der vom Papst verwendete Ausdruck „imperialistisch“ entspringt in erster Linie der Terminologie des Kommunismus, vor allem aus der Zeit des „Kalten Krieges“, nicht der kirchlichen Terminologie, und das ganze obige Zitat könnte ohne große Veränderungen in einer linken Werbezeitschrift zur Anwerbung von Mitgliedern stehen. Ähnliche Worte waren auch immer wieder aus den Mündern der Anhänger der Befreiungstheologie zu hören. Und solche Worte aus dem Mund des Papstes?! Quo vadis, papa? Quo vadis, ecclesia?
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Sonntag, 14. Juli 2013, 20:07

RE: Imperialistisch – auch die Lehre der Kirche?

In einem Diskussionsportal habe ich nachfolgendes Zitat aus einem Buch von Papst Franziskus gefunden:

Das Bewusstsein der Menschlichkeit kann in der Praxis einzig und allein durch den Dialog und die Liebe wachsen. Sie sind Voraussetzung für die Anerkennung des anderen in seiner Andersheit, für die Akzeptanz der Verschiedenheit. Der Wert der Gemeinschaft lässt sich nur so begründen: Ich strebe nicht an, dass der andere sich meinen Wertmaßstäben und Prioritäten unterordnet. Es geht nicht darum, den anderen zu "absorbieren", sondern darum, als wertvoll anzuerkennen, wie er ist, und diese Andersartigkeit positiv zu würdigen als etwas, was uns bereichert. Das Gegenteil ist purer Narzissmus, es ist imperialistisch und einfach nur töricht.
(Papst Franziskus: Mein Leben. Mein Weg. Freiburg 2013, S. 186)

Kommentar
Gilt diese Aussage und Feststellung des Dialogs auch für die Offenbarung und Lehre der Kirche? Soll auch hier „dialogisiert“ werden, wo es nichts zu dialogisieren gibt? Jeder Katholik ist verpflichtet die Offenbarung und Lehre der Kirche sowie deren Autorität anzunehmen, - so steht es im KKK. Wer die Autorität der Kirche nicht annimmt, d. h. zurückweist, verfügt über ein irrendes Gewissen, so KKK Nr. 1792. Wenn alles „dialogisierbar“ ist, wann wird abgestimmt, ob das Wort Gottes, die Bibel, weiterhin unverändert zu gelten hat oder nicht Außerdem, der vom Papst verwendete Ausdruck „imperialistisch“ entspringt in erster Linie der Terminologie des Kommunismus, vor allem aus der Zeit des „Kalten Krieges“, nicht der kirchlichen Terminologie, und das ganze obige Zitat könnte ohne große Veränderungen in einer linken Werbezeitschrift zur Anwerbung von Mitgliedern stehen. Ähnliche Worte waren auch immer wieder aus den Mündern der Anhänger der Befreiungstheologie zu hören. Und solche Worte aus dem Mund des Papstes?! Quo vadis, papa? Quo vadis, ecclesia?


Wo steht in dem Zitat, das Du hier gebracht hast, daß das Dialogisieren auch für die Kirche gilt? Das hat der Papst doch gar nicht geschrieben. Hier steht nur etwas von der Art des Umgangs, den die Menschen miteinander pflegen (sollen), aber nicht daß die Lehre der Kirche verhandelbar oder eine Sache der Abstimmung ist.
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Freitag, 19. Juli 2013, 18:34

„Geschenkte Wahrheit“

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller stellt die Enzyklika „Lumen fidei“ in München vor. Ein Artikel von Regina Einig in der heutigen Tagespost

Zwei wichtige Ausschnitte daraus:
Das hat der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, am Donnerstag im gesteckt vollen Vortragssaal der Katholischen Akademie in Bayern unterstrichen. Er würdigte den Text als „kohärentes Dokument des ordentlichen Lehramtes“ und verwies auf eine Reihe von Konzilstexten, auf die Papst Franziskus in seiner Enzyklika aufbaue, darunter die Konstitutionen „Dei verbum“ und „Gaudium et spes“.

Ausführlich ging der Präfekt der Glaubenskongregation auf das Phänomen des Fortschrittsglaubens ein. Das „Überlegenheitsgefühl der Fortschrittlichen“ könne sich bis zur Bekämpfung des Christentums als Feind der Aufklärung und Autonomie steigern. Als aktuelles Beispiel nannte der Präfekt der Glaubenskongregation den „aggressiven Neoatheismus“.

Der Link zu dem interessanten Artikel
http://www.die-tagespost.de/Geschenkte-W…t;art456,144672

Kommentar
Eines vermisse ich in den Ausführungen von EB Müller bzw. in dem Artikel, dass die wesentlichen Teile dieser Enzyklika noch von Papst Benedikt XVI. stammen und nicht von Franziskus, wie es der Artikel vorgibt. Dieses Faktum ist Allgemeingut, jeder weiß, dass mehr oder weniger Franzskus nur seine Unterschrift darunter gesetzt hat,
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Montag, 29. Juli 2013, 18:19

Papst: “Wer bin ich, um Schwule zu verurteilen?“

Auf dem Rückflug von Rio de Janeiro hat der Papst Fragen von Journalisten beantwortet, die sowohl vom ORF in den 17 Uhr-Nachrichten als auch auf einer Internetplattform zitiert wurden.

Folgendermaßen wurde der Papst zitiert: . „Man schreibt viel über eine Schwulenlobby im Vatikan, doch ich habe keine Liste mit den Namen derjenigen, die daran beteiligt wären. Wenn jemand schwul ist und den Herrn sucht, wer bin ich, um ihn zu verurteilen? Man darf diese Personen nicht diskriminieren oder ausgrenzen. Die Kirche schaut nicht auf die Tendenz einer Person. Alle sind Brüder. Wenn sich jemand verliert, muss ihm geholfen werden. Man muss unterschieden, ob er eine anständige Person ist“.

Außerdem hob Franziskus hervor, dass der Katechismus der Katholischen Kirche eine Diskriminierung von Homosexuellen verbiete und fordere deren Integration. Nach katholischer Lehre ist das Ausleben einer homosexuellen Neigung eine Sünde, die Veranlagung selbst nicht: „Die Tendenz zur Homosexualität ist nicht das Problem“, so der Papst laut dem vom „National Catholic Reporter“ (NCR) am Montag verbreiteten Transkript des Interviews. Auf die Frage, wie die katholische Kirche mit praktizierenden Homosexuellen umgehen soll, ging der Papst indes nicht ein.

In dem Interview äußerte sich der Papst auch zur Zulassung von Frauen zum Priestertum und mit den Worten: „Diese Türe ist geschlossen“, erteilte er Spekulationen um eine Veränderung der Zulassungspraxis zum Priesteramt eine deutliche Absage. Johannes Paul II. (1978-2005) habe diese Frage in „definitiver Form“ entschieden. Zugleich forderte Franziskus eine stärkere Rolle von Frauen in der katholischen Kirche. Frauen dürften nicht nur auf ihre Rolle als Mutter reduziert werden. Es gehe auch nicht nur darum, dass Frauen Caritas-Direktorinnen oder Katechetinnen würden. Man müsse weiter gehen und eine „profunde Theologie der Frau“ entwickeln, so der Papst. Auf die direkte Frage eines Journalisten über das Frauendiakonat gab er keine Antwort.

Kommentar
Der KKK weist in den Nummern 2357 bis 2359 auf die Problematik der Homosexualität hin und stellt fest, dass diese Menschen zur Keuschheit gerufen sind und nicht diskriminiert werden sollen. Aber das Wort „Integration“ steht in keinem der drei Punkte. Außerdem hat es unter den Vorgängerpäpsten die Anweisung gegeben, dass Homos nicht geweiht werden dürfen. Nachdem das Kirchenrecht sowohl für Kleriker als auch Laien, die eine Funktion in der Kirche ausüben, fordert, dass diese der Lehre der Kirche entsprechend leben müssen, können verpartnerte Schwule und Lesben keine Funktionen ausüben. Ein Ortsordinarius, der derartige Schwule in Funktionen bestätigt, handelt daher gegen die Kirche bzw. deren Ordnung.

Dass dere Papst auf die Frage zum Frauendiakonat keine Antwort gab und auch von einer „profunden Theologie der Frau“ sprach, sagt auch viel aus. Der Ordo hat drei Stufen Bischof, Priester und Diakon und es können nur Männern geweiht werden, dass ist Lehre der Kirche seit der apostolischen Zeit.

Die meisten Aussagen dieses Papstes sind typisch „jesuitisch“ nach dem Motto „cui bono?“ und lassen jedermann Auslegungen zu, die diesem passen. Dass ist genau die Haltung der Landeskirchen der lutherischen Denomination, die ein Sozialverein aber keine religiöse Institution mehr sind. Nur daran wird die Kirche nicht zur Einheit geführt sondern noch weiter gespalten, wie ich aus Kommentaren auf katholischen Internet-Seiten festgestellt habe, die ebenfalls mit so manchen Papstaussagen nicht einverstanden sind. Wer vorbehaltlos diesem Papst zustimmt, sind jene, die links stehen und sich meist ihre Auslegung mit der Armen-Option selbst machen aber vergessen, dass Jesus in erster Linie gekommen ist die Menschen zur Umkehr von den Sünden zu rufen und jene, die nicht umkehren vor dem Weg des Verderben, d. h. der Weg zur Hölle; zu warnen. Ich sehe die Gefahr, dass jene treuen Katholiken, die zur Offenbarung, Tradition und Lehre der Kirche stehen, mit der Zeit aus der Kirche ausziehen werden.
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Montag, 29. Juli 2013, 20:44

Es heißt: Verurteile die Sünde, aber liebe den Sünder. Das bedeutet, daß man den Sünder darauf hinweisen muß, wenn er in Sünde lebt und dabei ist, ins Verderben zu rennen. Das sehe ich genauso wie Du, @ Diaconus.
Allerdings kann ich in dem Text kein Wort darüber erkennen, daß auf einmal homosexuelle Männer zu Priestern geweiht werden dürfen.

Und ich sehe in dem Text in Bezug auf die Frauenweihe, daß der Papst, sich vor allem auf Johannes-Paul II. berufend, einem Frauendiakonat eine eindeutige Absage erteilt hat. Mit einer zu entwickelnden Theologie der Frau meint er ganz sicher nicht eine Vorbereitung auf irgendeine Form von Weihe. Es geht hier vielmehr um das Bild der Frau in Gesellschaft und Kirche. Er sagt ja auch ganz klar, daß man eine Frau nicht auf Hausfrauentätigkeiten oder unbedeutende Aufgaben in der Kirche reduzieren dürfe. Ich bin neugierig, was er sich genau vorstellt...

Und zu seinem Stil scheint es offensichtlich zu gehören, daß er auf Fragen, die er sowieso verneint bzw. gar nicht hören will, gar keine Antwort gibt. Also darauf gar nicht erst eingeht. Geschickter fände ich es allerdings, wenn er sich eindeutig äußern würde! Und eben auch klipp und klar sagen würde, wenn er etwas ablehnt!

Viel schlimmer finde ich, daß Papst Franziskus für eine junge Ordensgemeinschaft (den Franziskanern nahestehend; in Deutschland gibt es nur eine einzige Niederlassung, weil sich die Ortsbischöfe angeblich dagegen ausgesprochen haben) tatsächlich die Feier der Messe im außerordentlichen Ritus verboten hat. DAS ist skandalös, weil Papst em. Benedikt XVI. diese Form der Messfeier, die übrigens auch nie verboten war, ausdrücklich bejaht hat! Diese Ordensgemeinschaft wird sicher Gehorsam leisten, aber wenn sie doch einmal eine Messe im außerordentlichen Ritus feiern möchte, soll sie für jede einzelne Messe den zuständigen Bischof um Erlaubnis bitten.
Das wird sich auf die Berufungen, die in diesem Orden offenbar zahlreich sind, mit Sicherheit negativ auswirken. Schade! :(
Ich wünschte, es würde sich hierbei nur um ein (falsches) Gerücht handeln...

Ergänzung am 30.07.13: Bei dem jungen Orden handelt es sich um Franziskaner der Immaculata. Dieser Orden ist bei uns noch recht unbekannt. Inzwischen habe ich erfahren, daß es in dem Orden offenbar Streit gegeben hat und daß einige (das weiß ich aber nicht sicher) ausgetretene Mönche sich angeblich in Rom beschwert haben. Es sei also dahin gestellt, ob das, was ich in den Weiten des Internets über das angebliche Verbot, in diesem Orden die Messe im außerordentlichen Ritus zu feiern, gelesen habe, wirklich so stimmt.
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Montag, 29. Juli 2013, 21:02

@ Teresa
Du hast folgenden Satz überlesen:

Zitat

Es gehe auch nicht nur darum, dass Frauen Caritas-Direktorinnen oder Katechetinnen würden. Man müsse weiter gehen und eine „profunde Theologie der Frau“ entwickeln, so der Papst. …. Er sagt ja auch ganz klar, daß man eine Frau nicht auf Hausfrauentätigkeiten oder unbedeutende Aufgaben in der Kirche reduzieren dürfe.


Ach Caritasdirektorin oder Katechetin ist eine „mindere“ bzw. „unbedeutende“ Aufgabe? Das sehe ich vollkommen anders. Und außerdem hat JP II in seiner Enzyklika nur das Priesteramt ausgeschlossen, vom Diakonat hat er nichts erwähnt. Und genau aus diesem Grund wird das Frauendiakonat gefordert. Weiter ist seit apostolischer Zeit bzw. seit der Urkirche die Mutterschaft die höchste Aufgabe einer Frau. Aus diesem Grund hat auch Paul VI. gegen großen Widerstand deer Kardinäle und Bischöfe im Konzil den Begriff in der Lauretanischen Litanei „Mutter der Kirche“ für Maria eingefügt.
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Montag, 29. Juli 2013, 22:42

@ Teresa
Du hast folgenden Satz überlesen:

Zitat

Es gehe auch nicht nur darum, dass Frauen Caritas-Direktorinnen oder Katechetinnen würden. Man müsse weiter gehen und eine „profunde Theologie der Frau“ entwickeln, so der Papst. …. Er sagt ja auch ganz klar, daß man eine Frau nicht auf Hausfrauentätigkeiten oder unbedeutende Aufgaben in der Kirche reduzieren dürfe.


Ach Caritasdirektorin oder Katechetin ist eine „mindere“ bzw. „unbedeutende“ Aufgabe? Das sehe ich vollkommen anders. Und außerdem hat JP II in seiner Enzyklika nur das Priesteramt ausgeschlossen, vom Diakonat hat er nichts erwähnt. Und genau aus diesem Grund wird das Frauendiakonat gefordert. Weiter ist seit apostolischer Zeit bzw. seit der Urkirche die Mutterschaft die höchste Aufgabe einer Frau. Aus diesem Grund hat auch Paul VI. gegen großen Widerstand deer Kardinäle und Bischöfe im Konzil den Begriff in der Lauretanischen Litanei „Mutter der Kirche“ für Maria eingefügt.


Ich habe nicht von der Minderheit der Frauen gesprochen sondern von der Mehrheit. Bekanntlicherweise sind Frauen in gehobeneren Positionen viel seltener als Männer.
Ich weiß, daß JP II. die Frauenweihe definitiv ausgeschlossen und die Diskussion darüber für abgeschlossen erklärt hat. Wenn einige hartnäckige Frauen das nicht begreifen, fühle ich mich für die "lange Leitung", die sie zum Begreifen brauchen, nicht verantwortlich. Sollen sie doch mit ihren Köpfen gegen die Wände rennen. Irgendwann werden sie merken, daß das Rennen gegen Wände schmerzhaft ist - und vielleicht auch darauf kommen, daß die dauernde Wiederholung der immer gleichen Forderungen langweilig ist.

Ich habe mit keinem Wort etwas über oder gar gegen die Mutterschaft geschrieben! Du weißt aber auch, daß die Zeit, in der die Kinder klein sind, recht begrenzt ist, wenn man die gesamte Lebenszeit eines Menschen anschaut. Auch Frauen leben heutzutage länger. Deshalb ist es auch für Frauen wichtig einen Beruf zu haben und nicht schon mit vierzig untätig herum zu sitzen...
Obl.OSB

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