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Antworten im Thema: 23 » Der letzte Beitrag (31. März 2017, 15:31) ist von diaconus.

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21

Donnerstag, 9. März 2017, 17:18

2. Fastensonntag

1. Lesung: Gen 12,1-4a
2. Lesung: 2 Tim 1,8b-10
Evangelium: Mt 17,1-9Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!



Abrams Berufung durch Gott ist der Inhalt der alttestamentlichen Lesung dieses Sonntags.

„Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will die segnen, die dich segnen, wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.“

Diese Verheißung, die Gott Abram gegeben hat, ist auch heute noch geltend. Abram, später Abraham (Vater der Menge) genannt als Gott mit ihm den Bund schloss und die Beschneidung als Bundeszeichen gab, er glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.

In der Lesung ist sowohl vom Segen-Sein die Rede, der Abram sein soll aber auch von der Verfluchung jener, die Abram verwünschen. Die Begriffe „Verfluchung“ bzw. „verwünschen“ dürfen nicht mit dem heutigen Sprachgebrauch bzw. der heutigen Bedeutung dieser Wörter verglichen werden. Es war die Zeit der Stämme bzw. der Sippen.

Dabei ist zu bedenken, dass Abram faktisch ein Stammesführer bzw. ein Führer einer Sippe gewesen ist. Und als solcher war er für alle, die mit ihm Gemeinschaft hatten, also seinen Stammesgenossen bzw. seiner Sippe ein Segen, da er für deren Wohl sorgte. Wer außerhalb dieser Stammesgemeinschaft stand, war verwünscht bzw. verflucht, weil er nicht dazugehörte, also nicht in Gemeinschaft stand.

Gottes Verheißung ging an Abraham in Erfüllung und ER machte dessen späteren Nachkommen zu seinem eigenen Volk. Und im geistigen Sinn sind daher alle Christen auch solche Nachkommen Abrahams, die aus diesem Volk hervorgegangen sind. Denn das Alte Testament ist noch immer das Band, das uns verbindet, denn Jesus, der Sohn Gottes hat dieses Band nie aufgehoben sondern auch auf diesem Band seine Kirche aufgebaut. Denn Seine Worte: „Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben“ (Mt. 5,17) weisen eindeutig darauf hin, dass das Alte Testament für Christen verbindlich ist, denn Jesus hat nicht aufgehoben sondern „erfüllt“, nämlich mit jener Menschlichkeit, die dem Gesetz in der Praxis verlorengegangen war.

Der Apostel Paulus schreibt seinem Schüler Timotheus im zweiten Brief an diesen: „Schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen (Jesu wegen) im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft.“

Dieser Satz des Paulus an Timotheus ist auch heute noch für Christen maßgebend. Vor allem in den letzten Jahrzehnten ist er in der westlichen Welt hoch aktuell geworden. Viele Christen, sogar regelmäßige Kirchgänger, schämen sich in der Öffentlichkeit als Christen aufzutreten und heulen mit den Wölfen mit, die die Feinde des Glaubens und der Kirche sind. Nur nicht „anecken“ scheint die Devise dieser Christen sein, die ihre Vorteile oder Privilegien im Beruf oder ihr Wohlleben nicht verlieren wollen und die damit ihrer christlichen Berufung, der Nachfolge Jesus, nicht folgen.

Jesus hat jenen, die Ihm nachfolgen, nicht eine „Schönwetterreligion“ versprochen sondern „und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig“ (Mt 10,38 )

Der Erzbischof von Wien, Kardinal Schönborn, hat vor einigen Jahren davon gesprochen, dass die Zukunft ein „Entscheidungschristentum“ sein wird, d. h. jeder Mensch wird sich in der westlichen Welt entscheiden müssen, ob er bewusst der Lehre Jesu mit allen Konsequenzen nachfolgt oder ob er sich seinen Glauben so machen will, wie es ihm passt bzw. ob er überhaupt gläubig ist.

Als Vorbild der Nachfolge sollte uns hier in der westlichen Welt jene Christen in den verschiedensten Ländern der Erde sein, die unter widrigsten Umständen, selbst unter Todesbedrohung, treu zu Jesus halten und damit Zeugnis für IHN geben. Diese sind es auch, die der wahren, reinen und gesunden Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) treu bleiben und denen gar nicht in dem Sinn kommt, Änderungen der Lehre anzustreben wie es bei uns in gewissen „modernen Kreisen“ gang und gäbe ist.

Das Evangelium berichtet von der Verklärung Jesu bei der die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes dabei sind. Im Vergleich mit dem Evangelisten Markus, der auch von der Verklärung berichtet, schreibt Matthäus davon jedoch viel umfangreicher bzw. ausführlicher. Markus, der das älteste Evangelium geschrieben hat, war allgemein „sparsamer“ in seiner Schreibweise,

Wenn Petrus nach dem Erscheinen von Mose und Elija sagt: „Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija“ so bedeutet diese Aussage des Petrus, dass sie im Gegensatz zum Evangelisten Markus kein Unverständnis sondern eine sachgerechte Reaktion ist. Aber diese Reaktion weist aber auch darauf hin, dass Petrus, wie so oft im Evangelium feststellbar ist, nicht als der „große Schweiger“ fungiert.

Noch während Petrus redet kommt aus dem Himmel, die Antwort Gottes: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.“

„Dieses auf ihn sollt ihr hören“ bedeutet für jene Jünger, die ihm wirklich nachfolgen wollen, auch heute keine himmlische Ruhe sondern Mühsal und Beschwernis sowie Bedrängnis. Es unterstreicht aber auch die Aussage Jesu vom Kreuz, das jene auf sich nehmen, die IHM nachfolgen (vgl. Mt 10,38 ).

Das kann für zaghafte Seelen eine furchterregende und niederschmetternde Perspektive sein, doch Jesus hat nach der Verklärung zu den begleitenden Aposteln gesagt: „Steht auf, habt keine Angst!“

Und auf diese Worte Jesu „Habt keine Angst“ haben Legionen Menschen in der Vergangenheit aber auch in der Gegenwart vertraut, die als Glaubenszeugen bis in den Tod treu geblieben sind. Auch wir sollen auf diese Worte Jesu achten und für unseren Glauben jederzeit und überall, ob gelegen oder ungelegen, Zeugnis geben.

Denn auf eines dürfen diese Nachfolger Jesu vertrauen, dass ihnen das Ewige Leben bei Gott gewiss ist, ja dass sie den auferstandenen Herrn, den Menschensohn, als jenen erfahren werden, der zum Leben erweckt.

Herr Jesus Christus, gibt uns immer und überall die Kraft zum Glaubenszeugnis. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit!

Amen.
Preis den Herrn!

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22

Freitag, 17. März 2017, 16:14

3. Fastensonntag

1. Lesung: Ex 17,3-7
2. Lesung: Röm 5,1-2.6-7c.7d-9
Evangelium: Joh 4,5-42 oder 4,5-15.19b-26.39a.40-42

Liebe Schwester und Brüder im Glauben! Liebe Leser!

In der Lesung aus dem Buch Exodus wird auf eine Handlung der Ungläubigkeit hingewiesen, die auch bis zum heutigen Tag, auch bei Christen, immer wieder auftritt.

„Dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen und das Volk kann trinken. Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels. Den Ort nannte er Massa und Meriba (Probe und Streit), weil die Israeliten Streit beginnen und den Herrn auf die Probe gestellt hatten, indem sie sagten: Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“

Diese Frage: „Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“ ist auch heute bei vielen Christen existent, vor allem dann wenn Gebete nicht die Erfolge bringen, die vom Menschen erwartet werden. Gott erhört sicher alle Gebete, die an IHN gerichtet wurden, aber die Erfüllung dieser Wünsche erfolgt nur dann wenn sie in Seinem Plan für den jeweiligen Menschen passen.

Der Mensch ist in solchen Fällen sehr oft dabei mit Gott zu hadern und im Geheimen mit IHM Streit zu beginnen. Der Tag von Massa und Meriba wiederholt sich im Leben vieler Menschen immer wieder, denn seit Urzeiten will der Mensch Gott vorschreiben wie dieser handeln soll. Aber die richtige Haltung ist jedoch, zu Gott im Gebet flehen aber nicht die Erfüllung der bitte als Selbstverständlichkeit zu erwarten sondern sich zu freuen wenn Gott einmal diese Bitte erfüllt, denn dann weiß der Mensch, dass er auf den richtigen Weg ist.

Leider gehen diese Forderungen oft so weit, dass der Mensch oft meint, dass die Offenbarung Gottes so umgeschrieben werden muss, dass diese in sein sündiges Leben passt und er sich damit gerechtfertigt fühlt. In diesem Bereich „zeichnen“ sich besonders jene modernistischen Gruppierungen aus, die der Kirche vorschreiben wollen, dass diese die Lehre ändern sollte auch wenn es der Offenbarung Gottes im Neuen und Alten Testament widersprechen würde.

Die Menschheit ist also auch heute noch so ein widerspenstiges Volk wie seinerzeit das Volk Israel. Die Mehrheit der Menschen hat trotz der Propheten des Alten Testaments und dem Leben des Gottessohnes auf Erden und seiner Lehre vom Reich Gottes nichts dazugelernt, weil sie meinen, dass der Mensch mehr versteht als Gott. Der Mensch verfällt also immer noch der Erbschuld und sündigt bewusst fröhlich weiter. Dass er sich dabei den Anspruch auf das ewige Leben bei Gott „verscherzen“ kann wird meist aus dem Grund vergessen, weil leider sehr oft die Lehre Jesu auf das Wort „Barmherzigkeit“ verkürzt wird, die er für alle Menschen hat, die Seinen Namen anrufen,. Nur das Neue Testament mit der Lehre sagt etwas anderes, nämlich, dass diese Barmherzigkeit Jesu nur dann zum Tragen kommt, wenn der Mensch von seinen Sünden umkehrt, d. h. ablässt, und nicht mehr sündigt. Denn: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr!, Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ (Mt 7,23) und bedeutet Einhaltung der Gebote.

In der neutestamentlichen Lesung aus dem Römerbrief wurden die Verse 3 und 4 ausgelassen, die doch auch für den Menschen wichtig sind.

„Mehr noch wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis, denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung.“

Jeder Mensch ist immer wieder in der Bedrängnis zu sündigen. Selbst große Heiligen waren immer wieder in dieser Bedrängnis. Nur mit Geduld kann man gegen diese Bedrängnis angehen und diese Geduld bringt den Menschen jene Bewährung, die im christlichen Leben braucht und damit erhält er auch die Hoffnung, dass er sich das Ewige Leben erwirbt.

„Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben.“

Diese Mahnung des Apostels Paulus an die Römer gilt auch für uns. Trotz dem Empfang der Taufe, der Firmung und der Eucharistie ist der Mensch schwach und sündigt oft wie ein Gottloser.

Ja, viele verteidigen sogar ihre Sünde, denn wenn man sie als Seelsorger auf diese Sünde aufmerksam macht, erklären sie: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Dass ist ihre Rechtfertigung und sie verharren weiter in der Sünde.

Diese Menschen vergessen nur eines, dass Jesus gesagt hat: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht“ (Mt. 18,.15; Lk 17,3). Und in Lk 17,3b heißt es: „wenn er sich ändert, dann vergib ihm.“ Also Vergebung nur dann, wenn er von der Sünde ablässt und nicht mehr sündigt.

Wie oft hat Jesus im Neuen Testament an vielen Stellen gesagt: „Geh hin und sündige nicht mehr.“. Unzählige Male an die verschiedenste Menschen, hat ER es gesagt. Aber diese Worte Jesu gehen an vielen Christen beim einen Ohr hinein und beim anderen Ohr hinaus, und sie ändern ihr Verhalten nicht.

Das Evangelium dieses Sonntags erzählt das Gespräch Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen.

Dieses Gespräch hat nur Johannes in seinem Evangelium, bei den Synoptikern fehlt es. Es weist daraufhin, dass der Evangelist Johannes eine besondere Verbindung zu Samarien hatte.

Die Samariter galten seit der Ansiedlung fremder Völker im 7. Jhdt. vor Christus durch die Assyrer als unreines Mischvolk und wurden von den frommen Juden gemieden. Die Juden machten lieber einen langen Umweg um diese Provinz herum als dass sie diese auch für einen kürzeren Weg durchquerten.

Obwohl diese Samariter auch Verehrer von Jahwe waren, galten sie als häretisch, als Abtrünnige, und sie wurden auch beim Wiederaufbau des Tempels und von Jerusalem nach dem babylonischen Exil nicht zugelassen. Und in der Folge entwickelten sich auch Unterschiede in theologischen Fragen, die in diesem Evangeliumsabschnitt auch eine wesentliche Rolle spielen.

Auch die Samariter, die nur die fünf Bücher Mose als Offenbarung anerkannten, hatten die Erwartung des Messias in ihrem Glauben nach Dtn. 18,18. „Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm auftrage.“

Auf diesem Hintergrund muss das Gespräch Jesu mit der Samariterin betrachtet werden.

„Unsere Väter haben auf diesem Berg (Garizim) Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.“

Jesus aber stellt fest: „Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden.“
Schon Alkuin stellte dazu fest, dass mi den Worten „die Stunde kommt“ die Lehre des Evangeliums gemeint ist, wo die Schatten der Vorausbilder in der Offenbarung weggenommen werden und das reine Licht der Wahrheit den Geist der glaubenden erleuchtet, Damit werden die Bilder der Propheten im Alten Testament über den kommenden Messias durch das Licht des Evangelium des gekommenen Messias ersetzt,

Jesus stellt damit klar, dass die Anbetung Gottes nicht von einem bestimmten Ort abhängig ist sondern von Geist und Wahrheit, also die Anbetung in rechter Weise geschehen muss.

Diese Worte Jesu sind keine Kultkritik am Judentum, denn ER selbst war immer wieder Teilnehmer an den Synagogengottesdiensten und pilgerte auch nach Jerusalem zum Tempel.

Somit haben jene Menschen nicht recht, die meinen, dass man Gott in „Wald und Hain oder auf dem Berg“ näher sei oder die meinen, im sozialen Engagement den Mitmenschen direkter zu begegnen und sich dabei auf Jesus berufen zu können. Das ist eine zu vereinfachende Auslegung und beruht im Prinzip auf der Ablehnung der Kirche, die von Jesus gegründet worden ist. Wer die Kirche ablehnt, lehnt damit Gott und Jesus ab, denn Er hat ja eindeutig gesagt: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ (Mt 16,18 ). Und die Worte des hl. Ambrosius: „Ubi Petrus, ibi Ecclesia (wo Petrus ist, da ist die Kirche)“ stellen es zusätzlich klar.

Was Jesus damit meinte, ist, dass Gott Geist ist und der Mensch mit seinem Geist die Verbindung zu Gott aufnimmt. Denn der Geist ist die Wirklichkeit, die Gott und Mensch verbindet.

Und mit Wahrheit ist jene Macht gemeint, die den Menschen innerlich bewegt, ihn befreit und in der er erkennt, dass die Wahrheit die Quelle ist, aus der das Handeln des Glaubenden entspringt.

Gott anbeten „im Geist und in der Wahrheit“ ist also jene Gottesverehrung, die vom Geist des Menschen in Verbindung mit dem Hl. Geist Gottes und von der Wahrheit, die aus der Offenbarung Gottes kommt, ermöglicht wird.

Herr Jesus, gib uns immer die Kraft Deinen Vater im Geist und in der Wahrheit anzubeten, der Du mit Ihm in der Einheit des Heiligen Geistes lebst und herrscht, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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23

Freitag, 24. März 2017, 15:01

4. Fastensonntag

1. Lesung: 1 Sam 16,1b.6-7.10-13b
2. Lesung: Eph 5,8-14
Evangelium: Joh 9,1-41 oder als Kurzfassung 9,1.6-9.13-17.34-38

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

In der alttestamentlichen Lesung aus dem ersten Buch Samuel wird von der Berufung Davids zum König im Detail berichtet. Samuel wird von Gott zu Isai gesandt um einen seiner sieben Söhne zum König zu salben.

„Der Herr aber sagte zu Samuel: Gott sieht nämlich nicht auf das worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“

Damit erklärt dieser Vers warum David zum König von Samuel gesalbt wird und keiner der anderen sechs Söhne des Isai.

Diese Haltung Gottes, dass dieser nicht auf das Aussehen des Menschen schaut sondern auf dessen Herz gilt auch heute noch. Wobei nach der alttestamentlichen Literatur das Herz stellvertretend für dessen Gedanken, den Charakter des Menschen sowie auch wie der Mensch zu Gott steht.

„Samuel nimmt das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unser seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.“

Mit dieser Salbung war David König über Israel, obwohl noch Saul der König war. In den nachfolgenden Kapiteln des Buches Samuels wird dann über das Verhältnis Davids zu Saul, die voll Intrigen und Gewalt sind, berichtet. Und aus diesen Intrigen und der Gewalt ging schließlich David als Sieger hervor, sodass die Chronisten daraus den Schluss zogen, nur ein von Gott unterstützter Mann kann daher über diese Intrigen und Gewalttaten den Sieg erringen.

Im Epheserbrief des Apostels Paulus geht es vor allem darum, dass Jesus das Licht der Welt ist, das in die Welt gekommen ist.

„Denn einst ward ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts.“

Der Apostel erinnert damit daran, dass die Getauften als Kinder des Lichts leben sollen und damit die Sünde, die die Finsternis darstellt, zu meiden haben. Die Meidung der Sünde ist der Auftrag, den jeder Christ durch die Taufe mitbekommt.

„Prüft was dem Herrn gefällt und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf!“


Jeder Christ sollte daher nur das tun, was dem Herrn gefällt und innerhalb der Gebote Gottes leben. Denn die Sünde bringt keine Frucht für das verheißene ewige Leben bei Gott sondern die Sünden, die die Werke der Finsternis sind, verstellen diese Verheißung und trennen den Menschen von Gott und können den Menschen letztendlich in das ewige Verderben, die Hölle, führen,.

Nachdem jedoch jeder Mensch schwach und damit ein Sünder ist, hat Jesus den Menschen das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, hinterlassen und gibt dem Menschen die Möglichkeit wieder mit Gott einen Neubeginn zu starten.

Die Fasten- bzw. Osterzeit ist besonders diese Zeit, die den Neubeginn mit Gott ermöglicht. Dem trägt auch die Kirche Rechnung indem sie im 2. und 3. Kirchengebot festgelegt hat: „Mindestens einmal im Jahr sollte jeder Katholik beichten und dies nach Möglichkeit zur österlichen Zeit.“ (vgl. KKK 2042).

Wird im Evangelium nicht die Kurzverfassung verkündet, so beinhaltet die Verkündigung das gesamte Kapitel 9 mit der Blindenheilung und den damit verbundenen theologischen Folgen für den geheilten Blinden, aber auch für Jesus.

Auf den ersten Blick scheint es bei diesem Evangelium nur um die Heilung eines Blinden zu gehen. Wer aber den Text genau liest, wird sofort bemerken, dass dieser Text viel mehr aussagt als dass nur über eine Heilung berichtet wird.

Bereits die Frage der Jünger an Jesus beinhaltet brisantes: „Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, sodass er blind geboren wurde?“

In dieser Frage spiegelt sich die alttestamentliche Einstellung, dass Krankheit durch eine Sünde hervorgerufen wird. Nachdem der Blinde so geboren wurde, müssten daher die Eltern gesündigt also eine Schuld auf sich geladen haben. Dahinter steht auch die Ansicht, dass Gott Gutes belohnt und Böses bestraft. Die Auseinandersetzung mit der damaligen theologischen Lehrmeinung wird auch im Buch Ijob in scharfer Form geführt, aber auch im Buch Ezechiel erörtert.

Jesus lehnt hier diesen Zusammenhang sofort ab indem er darauf hinweist: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt“, obwohl ER selbst an anderer Stelle (in Joh 5,14) einen Zusammenhang zwischen Sünde und Folgen sehr wohl herstellt indem er sagte: „Jetzt bist du gesund, sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt.“. Aber Jesus weist mit dieser Aussage bereits auf den Verlust des Ewigen Lebens hin.

Natürlich kann unter besonderen Umständen eine „Sünde“ sehr wohl Folgekrankheiten nach sich ziehen, wie zBspl. Alkoholmissbrauch bzw. Drogenmissbrauch schwere gesundheitliche Folgen nachweisbar nach sich ziehen oder auch im unnatürlichen, von Gott nicht gewollten und verbotenen, sexuellen Bereich, wenn auch eine gewisse Lobby die nachweisbaren Fakten von wissenschaftlichen Studien leugnen, weil sie nicht in ihre Ideologie passen.

Nachdem die Heilung an einem Sabbat erfolgte, treten die Pharisäer sofort mit der Feststellung auf: „Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält.“

Damit beweisen die Pharisäer nur den Buchstaben des Gesetzes lesen können, aber nicht dessen wirklichen menschlichen Inhalt zu begreifen. Außerdem scheint der Wille im Hintergrund vorhanden zu sein, die erfolgte Heilung leugnen zu können, denn diese würde die Anerkennung Jesus als Messias, als Gottgesandter, bedeuten.

Dass Jesus gesagt hat: „Ich bin nicht gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben sondern zu erfüllen“ (vgl. Mt 5,17), nämlich das Gesetz mit jener Menschlichkeit zu erfüllen welches es durch die buchstabengetreue Auslegung verloren hatte, passt auch nicht in die Ansichten der Pharisäer über den Sabbat. Jesus hielt ihnen bei der Heilung des Wassersüchtigen am Sabbat vor: „Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat? Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.“ (Lk 14,7-8 )

„Die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn (Jesus) als Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen.“

Der geheilte Blinde wurde von der Synagoge ausgestoßen wie in Vers 34b erörtert wird.
Ein Ausschluss aus der Synagoge hatte weitreichendere Folge als der zeitlich begrenzte Synagogenbann, denn er betraf neben den religiösen Folgen auch soziale, die für das Leben des Betroffenen sehr schlimm werden konnten wie zBpl. fehlende Unterstützung bei Armut.

Wenn man die Vernehmung des Geheilten durch die Pharisäer betrachtet, sieht man, dass der Geheilte einfache unkomplizierte Antworten gibt, während auf Seiten der Pharisäer theologische Lehrmeinungen stehen, die im ursprünglichen Gesetz gar keine Deckung hatten und die mit der Unfähigkeit gepaart waren, diese mit der notwendigen Menschlichkeit zu erfüllen. Der Hl. Beda hat diese Ausstoßungshandlung der Pharisäer so kommentiert, dass „für gewöhnlich pflegen es die Größeren nämlich zu verschmähen, von den Geringeren etwas zu lernen“ und die Pharisäer glaubten doch, dass sie das Non-plus-Ultra der Juden seien und ihnen niemand etwas erklären könnte.

Denn das dritte Gebot des Dekalogs lautet: „Gedenke des Sabbats. Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebente Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun....“ (Ex 20,8ff)

Dieses Gebot spricht von Arbeit, vom Schaffen, und damit von Berufsarbeit, vom Geldverdienen und ähnlichem. Und unter dieses Verbot konnte daher eine soziale Handlung, die sogar kostenlos erfolgte, wie die Heilung, niemals fallen.

Herr Jesus Christus zeige uns immer den richtigen Weg wie die Worte der Offenbarung Gottes zu verstehen sind, der Du lebst mit Gott, dem Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
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24

Freitag, 31. März 2017, 15:31

5. Fastensonntag

1. Lesung: ^ Ez 37,12b-14
2. Lesung: Röm 8.8-11
Evangelium: Joh 11,1-45 oder 11,3-7.17.20-27.33b-45

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die Lesung aus dem Buch Ezechiel beinhaltet eine Verheißung, die sowohl an das Volk Israel in der babylonischen Gefangenschaft gerichtet war aber auch an uns heutigen Christen gerichtet ist.

„So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk aus euren Gräbern herauf,. Ich bringe euch zurück in das Land Israel.“

Ezechiel gibt ein Bild und die damit verbundene Verheißung, dass die Gefangenschaft des Volkes in Babylon ein Grab ist und Gott die Gefangenen aus diesem Grab befreien und sie in das Land Israel zurückführen wird.

Damit wird auch auf die alttestamentliche Verheißung verwiesen, dass Gott am Letzten Tag die Gräber öffnen und die Toten auferwecken wird.

Auch wir Christen haben diese Verheißung, dass wir am Tage des Gerichts, dem Letzten Tag, auferstehen werden. Es ist dies der Glaube an die allgemeine Auferstehung der Toten am Letzten Tag, den wir Christen mit dem alttestamentlichen-jüdischen Erbe mit den Juden bis zum heutigen Tag gemeinsam haben.

Andererseits bedeutet diese Verheißung aber auch, dass uns die Sünde, der wir schwache Menschen immer ausgeliefert sind, von Gott trennt und uns geistig in ein Grab stürzt aus welchem uns Gott durch das Sakrament der Versöhnung wieder herausholt.

Ähnlich drückt es der Apostel Paulus in der zweiten Lesung aus dem Römerbrief aus.

„Wer vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt.“

Wobei das Wort „Fleisch“ die Sünde allgemein meint, und nicht nur die geschlechtlichen Sünden betrifft.

„Wer den Geist Gottes nicht hat, der gehört nicht zu ihm.“

In der Urkirche wurde ein Sünder von der Gemeinde, der Kirche, ausgeschlossen und hatte, je nach Schwere der Verfehlung, eine kürzere oder längere öffentliche Bußzeit einzuhalten, wobei bei einer besonders schweren Verfehlung sogar der endgültige Ausschluss denkbar gewesen ist, so wie es in Mt 18,18 heißt: „Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder Zöllner.“

Und weiter heißt es in der Lesung aus dem Römerbrief:
Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“

Mit diesen Worten weist auch der Apostel Paulus, wie der Prophet Ezechiel, einerseits auf die Auferweckung am Letzten Tag hin und andererseits auch, dass die Sünden vergeben werden, wenn der Christ im Geiste Gottes leben will und seine Sünden regelmäßig in der Beichte bekennt.

Das heutige Evangelium beinhaltet die Auferweckung des Lazarus, indem jedoch verschiedene Schwerpunkte vom Evangelisten Johannes verwoben wurden. Denn die Auferweckung des Lazarus ist nur im Johannes-Evangelium enthalten,

Vor allem das Gespräch zwischen Marta und Jesus ist der erste Schwerpunkt dieses Evangeliums.

„Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.“

Die Antwort Martas weist auf die alttestamentlichen fundierten Auferstehungsglauben hin, den auch wir Christen haben, so wie es auch die Lesung aus Ezechiel und der Römerbrief beinhaltet. .

Jesus Erwiderung auf die Antwort Martas ist der nächste Schwerpunkt.

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“


Diese Worte Jesu sind für uns die größte Verheißung unseres Glaubens, denn Jesus gibt uns hier das Versprechen des ewigen Lebens nach unserem irdischen Tod. Durch seine Auferstehung am Ostermorgen konnte er uns diese Verheißung geben.

Martas Worte: „Ja, Herr ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“

Dieses urchristliche Bekenntnis der Marta ist auch eine Frage an uns, ob wir diesen Glauben haben. Und nur wenn wir dieser Antwort ohne jeden Vorbehalt zustimmen können, haben wir jenen Glauben, der für die Nachfolge Christi erforderlich ist.

„Denn es ist bereits der vierte Tag“, dieser scheinbare Nebensatz ist auch von Bedeutung, denn nach jüdischer Auffassung sucht die Seele noch drei Tage den Leib eines Verstorbenen. Daher findet nach dieser jüdischen Auffassung mit dem vierten Tag die Seele nicht mehr den Leib des Verstorbenen.

Auch die Worte Jesu, die Er laut ruft „Lazarus, komm heraus“ haben einen direkten Bezug zu unserem Leben, ohne dass wir uns dessen bewusst werden. Sie werden fragen, wieso?

Lazarus kommt heraus, eingewickelt in Binden.

Jeder von uns ist auch eingewickelt in solche Binden. Nur sind diese Binden nicht aus Stoff, sondern sie sind von geistiger Art. Sie umwickeln unser Herz, unseren Verstand, und auch unsere Seele, die uns Gott eingehaucht hat. Denn diese Binden sind jene alltäglichen Bindungen in unserem Leben, die uns von Gott wegführen.

In erster Linie sind es sicher die Sünden, die wir immer wieder begehen. Oft merken wir gar nicht, dass eine Handlung, die wir tun, ein Wort, das wir sprechen, eigentlich eine Sünde ist.

Dazu gehören aber auch jene Bindungen, bei denen es uns gar nicht bewusst sind, dass es Bindungen sind, wie zum Beispiel: Übermäßiges Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, Fernsehen ohne Auswahl des Programms, ungezügeltes Internet-Surfen in bedenklichen Bereichen, Neid, dass der andere mehr Besitz hat, auf Horoskope vertrauen, Pendeln und was es noch so alles Esoterisches gibt, und noch vieles andere mehr. Alles das sind Bindungen, die unser Leben in irgendeiner Form beeinflussen und uns von Gott wegführen und nach längerer Dauer uns von Gott für ewig trennen..

Jesus ruft daher auch uns zu: „Lazarus, komm heraus!“ Setzen Sie statt dem Namen „Lazarus“ Ihren Namen ein, dann merken Sie, dass Jesus auch Sie ruft. Der Historiker Theophylactus weist daraufhin, dass die lauten Worte Jesu, die Lazarus auferweckten, ein Hinweis auf die Posaune sind, die bei der allgemeinen Auferstehung ertönen wird.

Jesus will uns von allen diesen Bindungen befreien. Er will unser Herz öffnen, und darin Wohnung nehmen. „Ich stehe vor der Tür und klopfe an“, so heißt es in der Offenbarung des Johannes. (Off 3,20). Jesus wartet, dass wir von diesen schlechten Bindungen lösen und zu Ihm umkehren. Dann wird er uns in Seiner Barmherzigkeit annehmen. Denn die wahre Barmherzigkeit ist immer mit Umkehr verbunden Wer meint, dass die Barmherzigkeit Jesu immer gegeben wird, wie es heue oft erklärt wird, der verkürzt und verfälscht das Evangelium, denn Jesus spricht immer wieder von Umkehr und nachfolgend auch von „sündige nicht mehr.“

Wenn wir Jesus ohne Wenn und Aber nachfolgen wollen und umkehren, dann löst er unsere Bindungen, befreit und heilt uns, denn er ist unser Erlöser und Retter. Dass muss aus unserem freien Willen erfolgen, den Gott jedem Menschen gegeben hat.

Herr Jesus Christus, befreie mich von allen irdischen schlechten Bindungen und gibt mir die Kraft umzukehren und Dir zu folgen, der du lebst mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist, jetzt und in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!