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Antworten im Thema: 128 » Der letzte Beitrag (17. November 2016, 16:03) ist von diaconus.

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diaconus

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Donnerstag, 29. September 2016, 15:49

27. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Hab 1,2-3;2,2-4
2. Lesung: 2 Tim 1,6-8.13-14
Evangelium: Lk 17,5-10

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die Lesungen dieses Sonntags haben einen gemeinsamen Mittelpunkt: die Treue zu Gott.

Das Buch Habakuk ist eines der kleinsten in der prophetischen Literatur und weist insgesamt nur 57 Verse auf. Historisch ist es vor 598 vChr. entstanden, da es bereits auf die beginnende Chaldäergefahr hinweist.

Die Verse der Lesung sind den Klagen des Propheten an Gott entnommen.

„Wie lange, Herr, soll ich noch rufen und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt, aber du hilfst nicht. Warum lässt du mich die Macht des Bösen erleben und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke: Misshandlung und Gewalttat, Streit erhebt sich und Zwietracht.“

Diese Klagerufe Habakuks wurden nicht wegen der Chaldäergefahr ausgestoßen, sondern weil es im Gottesvolk, vermutlich unter dem König Jojakim, üble bzw. schlimme Missstände gegeben hat, und die Gebote Gottes nicht eingehalten wurden. Nicht verkündet wird in der Lesung, dass die grausamen Chaldäer als Strafwerkzeug kommen werden. In dieser verkürzten Lesung wird leider bewusst ausgeklammert, dass ein Fehlverhalten entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen wird.

Dass war vor 2.600 Jahren, zur Zeit dieser Prophetie, genauso wie auch heute. Nur damals hat das Volk aufgrund der Zeichen die Gott gegeben hat begriffen, während es heute diese erkennbaren Zeichen negiert und eher der Kirche die Schuld gibt, wenn diese auf das Fehlverhalten der Menschen hinweist. Streit und Zwietracht wird auch seit dem 2. Vatikanischen Konzil in die Kirche hineingetragen, weil es Menschen gibt, die eine andere Kirche wünschen, nämlich eine solche nach ihrem Geschmack, und sich dabei auf „den Geist des Konzils“ berufen, der in Wirklichkeit eine Chimäre ist und den es nie gegeben hat. Denn wer die Dokumente des Konzils liest und diese gemäß der Lehre der Kirche und ihrer Tradition interpretiert, wird feststellen, dass diese voll in der „Hermeneutik der Kontinuität“ stehen. Und diesen „Geist des Konzils“ haben modernistische Theologen erst anfangs der 1970er-Jahre „erfunden“ als sie die Hl. Mutter Kirche zu protestantieren suchten, also die Kirche, die direkt von Jesus mit den Worten „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ (Mt 16,20) eingesetzt wurde in diesen menschlichen Abklatsch Luthers überführen wollten.

Die zweite Lesung, die dem 2. Timotheusbrief des Apostels Paulus entnommen ist, weist auf die Einhaltung der tradierten apostolischen Lehre hin.

„Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen.“

Diese Aufforderung des Apostels an Timotheus sich zum Herrn bekennen und sich dafür nicht zu schämen, könnte direkt auch für die heutige Zeit gelten.

Viele Christen bekennen sich heute in der Öffentlichkeit nicht zu ihrem Glauben und dies vor allem aus Feigheit. Dass der Trend in der Gesellschaft besteht den Glauben als Privatsache aus der Öffentlichkeit zu verbannen ist das Anliegen und der Wunsch der Atheisten und ihrer liberalen Gefolgsleute.

Als Seelsorger kennt man natürlich Menschen, die jederzeit in die Kirche zu jeder Messe oder Andacht kommen, oft auch dort, wo sie nicht bekannt sind, aber wenn diese ein Zeugnis oder ein Bekenntnis ihres Glaubens vor anderen Menschen außerhalb des geschützten Raumes der Kirche abgeben sollen, dann schweigen sie, ja oft stimmen sogar unisono mit den Kirchenkritikern ein und schimpfen auf die Hl. Mutter Kirche.

Jesus hat es so gesagt: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ (Mt 10,32)

„Bekennen“ bedeutet sich nicht nur im geschützten Raum der Kirche zu Jesus zu stehen, sondern vor allem dort wo der raue Wind der Kirchenfeindschaft weht, wo es Spott, Hohn oder sogar ärgeres gibt. Und viele der selig- und heiliggesprochenen Bekenner haben dies alles ertragen. Andere haben um dieses Zeugnis willen den Tod erlitten und damit die Krone des Martyriums erlangt.

Auch der Apostel Paulus hat in seinem Römerbrief an zwei Stellen klar darauf hingewiesen: „Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen“ (Röm 10,10) und „Darum will ich dich bekennen unter den Heiden...“ (Röm 15,9).

„Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehört hast“(2 Tim 1,14). Die reine, wahre und gesunde Lehre wird heute leider oft als Fundamentalismus verunglimpft. Richtig, genau diese reine, wahre und gesunde Lehre, die die Kirche verkündet, ist das Fundament auf dem der Christ stehen und nach der er leben sollte. Wer sich aus dieser Lehre nur das heraus nimmt was ihm passt, der ist in Wahrheit ein Pseudochrist, der sich den Glauben so macht wie es ihm für sein Leben bequem taugt. Ein wirklich bekennender Christ ist er sicher nicht. Dieses Bekenntnis hat mit der gesamten Gestaltung des Lebens des einzelnen Menschen zu tun, unabhängig davon ob es auch in diesem Leben Sünden gibt, denn ein Sünder ist jeder Mensch. Ja selbst Heilige haben gesündigt obwohl sie ihr gesamtes Leben nach der Offenbarung ausgerichtet hatten.

Das Evangelium handelt von der Macht des Glaubens und dem Gleichnis des unnützen Sklaven.

„So soll es bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven, wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.“

Dieses Gleichnis ist lukanisches Sondergut, das vermutlich direkt auf Jesus selbst zurückgeht. Es richtet sich gegen die pharisäische Haltung eines Lohnanspruches gegenüber Gott. Auch für uns heißt dies, dass wir nur unsere Schuldigkeit getan haben, wenn wir getan haben, was uns durch die Geboten und Weisungen Gottes aufgetragen wurde. Der Mensch soll nicht auf religiöse Verdienste aus Frömmigkeitsübungen, auf Vergeltung für vollbrachte Dienste vor Gott pochen, sondern darauf warten ob von Gott diese dann beim Gericht beachtet werden oder nicht. Die gewissenhafte Erfüllung von Gottes Geboten und Jesus Weisungen sollte selbstverständlich sein und nicht zur Brüstung vor Gott und den Mitmenschen verwendet werden. Eines sollte jedem Menschen klar sein, sich den Himmel nur durch Frömmigkeitsübungen und vollbrachte Dienste erkaufen zu können ohne die Gebote und Weisungen zu erfüllen, wäre möglicherweise ein Irrweg, der kontraproduktiv ist, ja es wäre sogar eine .Irrlehre.

Herr Jesus Christus, hilf uns den richtigen Weg zu Dir zu finden, den wir als unnütze Sklaven beschreiten sollen. Dir, dem eingeborenen Sohn Gottes, sei Lob und Preis in alle Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

diaconus

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Donnerstag, 6. Oktober 2016, 15:11

28. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 2 Kön 5,14-17
2. Lesung: 2 Tim 2,8-13
Evangelium: Lk 17,11-19

Liebe Schwestern und Brüder! Lieber Leser!

Die alttestamentliche Lesung ist aus dem zweiten Buch der Könige entnommen und betrifft den Bericht über die Heilung des Aramäer Naaman. Es wird nur ein geringer Teil des Textes verkündet, nämlich fünf Verse von insgesamt siebenundzwanzig.

Die gesamte Vorgeschichte sowie die Ankunft des Aramäers beim Propheten Elischa und dass dieser ihn zum Jordan schickte wird nicht verkündet.

Als der Aramäer Naaman vom Untertauchen im Jordan von seinem Aussatz geheilt zu Elischa zurückkehrte, sagte er: „Jetzt weiß ich, dass es nirgends auf der Erde einen Gott gibt, außer in Israel. So nimm jetzt von Deinem Knecht ein Dankgeschenk an.“

Elischa lehnt diesen Dank ab, denn der Dank einer Heilung gehört immer Gott und nicht einem Menschen, auch wenn dieser für den Kranken um Heilung gebetet haben sollte.

„Wenn es also nicht sein kann, dann gebe man deinen Knecht soviel Erde, wie zwei Maultiere tragen können, denn dein Knecht wird keinem anderen Gott mehr Brand– und Schlachtopfer darbringen als Jahwe allein.“

Was macht der Aramäer mit der Erde, die von zwei Maultieren getragen werden kann, das sind immerhin so an die zweihundert Kilo, werden manche sich fragen, denn die Erde ist doch scheinbar wertlos.

Aber der Aramäer Naaman nimmt die Erde aus Israel, dem Land Jahwes, mit, weil er diese als Unterlage oder Teil eines Altares für seine Opfer für Jahwe, den Gott, verwenden will. Er ehrt damit die besondere Beziehung Jahwes zum Land Israel und will damit bei seinen Brand- und Schlachtopfern diesen einen besonderen Wert geben. Naaman zeigt mit dieser Geste jene Demut, die die Menschen vor Gott haben sollten.

Die neutestamentliche Lesung ist aus dem zweiten Kapitel des zweiten Timotheusbriefes des Apostels Paulus.

„Denk daran, dass Jesus Christus, der Nachkomme Davids, von den Toten auferstanden ist; so lautet mein Evangelium.“

Mit diesem Satz weist Paulus auf den Kern der Frohbotschaft hin, den es zu verkünden gibt und der auch der zentrale Inhalt des Christentums ist: Nämlich die Auferstehung Jesu von den Toten und die Verheißung, dass jene, die Jesus nachfolgen auch auferstehen werden – zum ewigen Leben bei Gott. An den obigen Vers schließt Paulus ein urchristliches Bekenntnislied an, das für alle Jünger, die Christus nachfolgen, gilt.

„.... wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen, wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“

Es weist darauf hin, dass der, der in der Jesus Nachfolge sein will, standhaft bleiben soll und dadurch als Lohn in das Ewige Leben aufgenommen werden wird. Denn dort wird ER herrschen und uns Anteil daran geben.

Andererseits weist dieses Bekenntnislied aber auch darauf hin, welche Konsequenzen diejenigen zu erwarten haben, die IHN verleugnen. Wobei unter Verleugnung nicht nur jene Form zu verstehen, die Petrus im Hof des Hohen Priesters ausgesprochen hat „Ich kenne diesen Menschen nicht“, sondern auch jeder, der um die Existenz der von Jesus gestifteten Kirche weiß und den Glauben an IHN ablehnt, verleugnet IHN und wird von IHM am Tage des Gerichtes verleugnet werden.

Dieser Evangeliumsabschnitt stammt aus dem Sondergut des Evangelisten Lukas, wobei dieser die redaktionelle Aufbereitung vornahm.

Zehn Aussätzige begegnen Jesus und bitten IHN sie zu heilen. ER schickt sie zu den Priestern wie es das Gesetz bei Aussatzheilungen vorsieht und während sie auf dem Weg sind, werden sie geheilt, werden sie rein und können damit wieder in die menschliche Gesellschaft zurückkehren von der sie als Aussätzige ausgeschlossen waren.

Was will Jesus mit dieser Handlung uns sagen? Denn es ist eine tiefe Bedeutung für den Glauben des Menschen in diesem Geschehen.

Jesus hat keine Heilungshandlung gesetzt oder ein Heilungsgebet gesprochen sondern sie nur auf den Weg geschickt. Denn als sie sich auf den Weg machen sind sie noch nicht geheilt und werden erst auf den Weg zu den Priestern geheilt. Damit will ER ihren Glauben prüfen.

„Einer aber von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien.“

Der Fremde, der von den Juden als Ungläubiger betrachtet wird, der Samariter kehrt um zu Jesus, dankt IHM und lobt Gott für seine Heilung.

Die gläubigen Juden aber gehen weiter, sie betrachten ihre Heilung als Selbstverständlichkeit, weder danken sie Jesus noch loben sie Gott. Ihnen ist das Gesetz so vorrangig, sodass sie es vergessen oder gar nicht für notwendig finden, Gott zu danken und zu loben.

Dies ist eine typische Situation zu der Jesus gesagt hat: „Denkt nicht ich sei gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ (Mt 5,17)

Jesus will, dass das starre Gesetz lebendig wird, mit Leben erfüllt wird. Und zum Leben gehört die Dankbarkeit, wenn einen Menschen Gutes getan oder geholfen wird.

Wie oft wird Gott von den Menschen mit Gebeten um etwas Bestimmtes bestürmt. Gewährt oder erfüllt ER diesen Wunsch, wird IHM dann gedankt? In der Mehrheit der Fälle sicher nicht. Genauso ist es wenn zBspl. bei einem Autounfall es zwar Sachschaden gegeben hat, aber die Menschen unverletzt geblieben sind. Wenn schon oft in diesen Fällen nicht einmal ein Dankgebet gesprochen wird,. so wird genauso oft nicht einmal in Dankbarkeit an Gott gedacht, etwa wie „da hat Gott seine Hand dazwischen gehalten“ oder „da war der Schutzengel aktiv“ oder ähnliches. Es wird also nicht einmal ein Gedanke an Gott „verschwendet“.

Wenn der gläubige Mensch was braucht, weiß er an wen er sich wenden kann, nämlich im Gebet an Gott, aber wenn es dann um das Danken geht, wird dies sehr oft vergessen.

Und genau dieses Danken, das so oft vergessen wird, will diese Frohe Botschaft von Jesus mit der Erzählung vom dankbaren Samariter uns in Erinnerung rufen.

Herr Jesus Christus lass uns schwache Menschen nicht vergessen Dir und Deinem Vater zu danken, wenn unsere Bitte erfüllt worden ist. Euch sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 13. Oktober 2016, 15:28

29. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Ex 17,8-13
2. Lesung: 2 Tim 3,14-4,2
Evangelium: Lk 18,1-8

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch Exodus ist im weitesten Sinn ein Kriegsbericht, der das Wirken Gottes dabei schildert. Er berichtet vom Kampf Josua gegen Amalek, wobei Josua immer im Kampfvorteil war, solange Moses seine Hände zu Gott erhoben hatte. Ließ dieser jedoch die Hände sinken, hatte Amalek den Kampfvorteil. Daher wurden die müde gewordenen Hände von Mose bis zum Sonnenuntergang von Aaron und Hur gestützt und Josua konnte so Amalek besiegen.

Was lernen wir heutigen Christen daraus? Dass wir beim intensiven Beten zu Gott, vor allem wenn wir IHN um Hilfe anflehen, die Hände zu IHM erheben sollen, damit wir auch sinnbildlich durch das Erheben der Hände unser Gebet verstärken und durch die geöffneten Hände uns zum Empfang SEINER Gaben bereit werden. Diese Haltung ist eine urbiblische, wenn sich auch später das Falten der Hände als Gebetshaltung eingebürgert hat.

Beides hat seine Berechtigung in der Kirche, das Erheben der Hände zu Gott oder das Falten der Hände, jedoch sollte das Erheben der Hände in der Hl. Messe, das eine charismatische Haltung ist, nur dort erfolgen wo es wirklich angebracht ist, wie beim Gloria, beim Vater unser, beim Lobpreis, bei den Lobpreisliedern, beim Danken nach der Kommunion usw. Bei der Wandlung wäre das Falten der Hände jedoch angebrachter. Aber das Heben der Hände beim Gebet ist auch eine individuelle Gebetshaltung, für die sich der Beter selbst entscheiden kann.

Die neutestamentliche Lesung aus dem 2. Timotheusbrief des Apostels Paulus beschreibt die Aufgaben des Timotheus, der ja vom Apostel Paulus in das kirchliche Amt als Bischof eingesetzt worden ist. Entsprechend der Tradition der Kirche gelten diese Worte aber auch für alle jene, die die heilige Weihe empfangen haben.

„Du aber bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast“

Nachdem wir heutige Katholiken nicht so wie Timotheus direkt bei den Aposteln lernen konnten, sind für uns die Heilige Schrift, also Altes und Neues Testament, und die Lehre der Kirche mit ihrer Tradition maßgeblich und nichts anderes.

„Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung...“

Die Worte „jede von Gott eingegebene Schrift“ kann auch mit den Worten „Die ganze von Gott eingegebene Schrift“ oder „Jedes von Gott eingegebene Schriftwort“ übersetzt werden ohne dass dadurch der Sinn verändert wird.

Und die Aufgabe der von Gott eingegebenen Schrift ist in dem zitierten Vers festgelegt. Die Heilige Schrift dient zur Belehrung der Gläubigen, zur Widerlegung von Irrlehren, sei es von Verkürzungen oder von Verfälschungen der Heiligen Schrift, zur Besserung bei einem Fehlverhalten sowie zur Erziehung der Christen in den Glaubenswahrheiten.

„Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.“ (V 2)

Die in dem Vers 2 festgelegte Aufgabe ist die Uraufgabe jedes Seelsorgers, der er immer nachzukommen hat und zu der er auch verpflichtet ist, denn das verspricht er bei seiner Weihe. Ein Seelsorger, der nur das verkündet, was die Menschen hören wollen, ihnen also nach dem Mund redet, ist auf dem total falschen Weg. Der Seelsorger hat also das zu verkündigen was wirklich erforderlich ist um die Menschen auf den richtigen Weg zu bringen, ob sie es hören wollen oder nicht.

Der nachfolgende Vers 3 wird in der Lesung leider nicht mehr verkündet, ist aber als Fortsetzung zu dem zitierten Vers 2 für die heutige Zeit von besonderer Bedeutung: „Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken.“

Genau diese Zeit ist gekommen, sodass man die gesunde, wahre und reine Lehre nicht mehr erträgt, und viele glauben, sie können sich durch Verkürzungen und Verfälschungen diese Lehre so zurecht biegen wie es ihnen passt. Und durch modernistische Theologen und Seelsorger wird diese Haltung noch unterstützt, das sind dann jene „neuen Lehrer“, die den Wünschen und den Ohren schmeicheln.

Nur die Wahrheit, die in der Hl. Schrift enthalten ist, wird damit nicht verkündet und wer diesen falschen Lehrern glaubt wird in die Irre geführt, geht einen Irrweg und kann sogar des Ewigen Heils verlustig gehen. Denn Jesus hat eindeutig gesagt, „nicht wer Herr, Herr zu mir sagt, kommt in das Himmelreich, sondern der, der den Willen meines Vaters im Himmel tut“ (vgl. Mt 7,21) und dies bedeutet die Gebote und Anweisungen Gottes in richtiger Weise einzuhalten. So ist eine Nächstenliebe, die den Nächsten in der Sünde belässt und nicht zur Umkehr auffordert total falsch, ja sie ist keine Nächstenliebe sondern eine Gleichgültigkeit, denn Jesus hat es deutlich gesagt: „Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn zurecht.“ (Mt 18,15) Und Dietrich Bonhoeffer hat es so formulieret: „Nichts kann grausamer sein, als jene Milde, die den anderen seiner Sünde überlässt, und nichts kann barmherziger sein als die harte Zurechtweisung, die den Bruder vom Weg der Sünde zurückruft.“ Und genau diese Begriffe „Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“ werden heute in ihrer wirklichen biblischen Bedeutung total falsch verwendet und angewandt.

Der Abschnitt aus dem Lukas-Evangelium beinhaltet das Gleichnis vom gottlosen Richter und der Witwe.

„Dann aber sagte er (der Richter) sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen; denn sie lässt mich nicht in Ruhe.“

Dieses Gleichnis stammt aus dem Sondergut des Evangelisten Lukas, das ihm überliefert worden ist und es weist darauf hin, dass Gott als höchste Autorität auf Bitten reagiert, auch wenn manchmal die Erfüllung dieser Bitte in einer anderen Form erfolgt als es der Bittende erwartet. Denn nur Gott weiß, was für das Heil des jeweiligen Menschen gut ist.

Daher darf ein Gläubiger nicht an der Hilfe Gottes zweifeln auch wenn die Erfüllung dieser Bitte nicht so erfolgt, wie er es sich vorgestellt hat, sondern diese im Glauben und Gehorsam gegenüber Gott annehmen.

„Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?“

Diese Frage richtet Jesus auch an uns. Jesus meinte damit, ob die Gläubigen immer betend und vor allem den Glauben bezeugend in der Welt leben. Und zu dieser Glaubensbezeugung gehören sowohl die unverkürzten und unverfälschten Texte der Bibel als auch die Lehre der Kirche so wie sie im offiziellen Katechismus der Katholischen Kirche aus dem Jahre 1992 festgeschrieben ist.

Und besonders diese Glaubensbezeugung ist jener Punkt, der in der heutigen Zeit sehr im Mangel liegt. Denn viele Gläubige bezeugen ihren Glauben nur innerhalb der Kirche, wo sie geschützt sind und nicht dort wo es notwendig ist, aber ihnen der raue Gegenwind ins Gesicht bläst und damit den Glauben, wie es atheistische Kreise wollen, in die Privatsphäre zurückdrängen lassen. Diese Gläubigen sind eigentlich die Unterstützer dieser Atheisten und nicht „Soldaten“ der Kirche, die sie durch das Sakrament der Firmung geworden sein sollten. Genauso liegen jene Gläubigen falsch, die ihren Glauben nach dem eigenen „Geschmack“, abweichend von der Kirche, zusammenstellen und bezeugen. Diese sind falsche Zeugen, die eine schwere Sünde begehen wie auch im Beichtspiegel nachzulesen ist.

Herr Jesus Christus, gibt uns immer die Kraft immer und überall, ob gelegen oder ungelegen, unseren Glauben zu bezeugen. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 20. Oktober 2016, 15:38

30. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Sir 35,15b-17.20-22a
2. Lesung: 2 Tim 4,6-8.16-18
Evangelium: Lk 18,9-14

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Aus dem Buch Jesus Sirach ist die alttestamentliche Lesung genommen. Es ist eines der späteren Bücher der jüdischen Weisheitsliteratur und ist erst circa um 180 vor Christus entstanden.

„ER ist der Gott des Rechts bei ihm gibt es keine Begünstigung. Er ist nicht parteiisch gegen den Armen, das Flehen des Bedrängten hört er.“

So beginnt die Lesung und weist daraufhin, dass ER als Gott immer nach seinem Recht urteilt und handelt. Es zählt vor IHM nicht, ob sich einer, der vor IHM steht einen teuren Anwalt leisten und es sich damit richten kann, so wie es oft in der Welt möglich ist und auch geschieht.

Nein, vor IHM, dem allmächtigen Gott, ist jeder gleich, darum ist ER immer die Hoffnung all jener, die arm, bedrängt oder unterdrückt sind. Aber eine Voraussetzung ist zu beachten, dass der Flehende bzw. der zum IHM Betende fest im Glauben an IHN steht und sich an SEINE Gebote hält.

„.... bis Gott eingreift und Recht schafft als gerechter Richter“

Aber noch eines muss dabei berücksichtigt werden. GOTT hört zwar sicher jedes Gebet aber ob ER es so erfüllen wird, wie es sich der Bittende erwartet, ist damit noch nicht gesagt. Denn eine Handlung Gottes auf ein Gebet kann sogar das Gegenteil bewirken als das vom Beter Gewünschte bzw. Erbetene, denn Gott handelt immer zum Vorteil des Menschen und ER lehnt es ab, dass Nachteile für den Menschen entstehen. Nur der Mensch versteht es oft nicht, warum das Gewünschte bzw. Erbetene nicht gewährt wird und hadert dann oft mit Gott. Irgendwann, vielleicht erst dann, wenn der Betreffende nach dem irdischen Tod vor Gott steht, kann der Flehende erkennen warum das Gewünschte bzw. Erbetene nicht gewährt worden ist.

Die neutestamentliche Lesung aus dem zweiten Timotheusbrief weist unter anderem bereits darauf hin, dass der Apostel Paulus schon weiß, dass er als Märtyrer enden wird.

„Und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.“

Diese Aussage des Apostels ist in der Geschichte der Kirche wiederholt eingetreten, so auch in der Gegenwart.

Nur die Fabeleien der heutigen Zeit entsprechen ziemlich genau jener Zeit als einer mit seinen 95 Thesen, nämlich Martin Luther, eine Konfession im christlichen Glauben schuf, die nicht voll auf dem Boden der apostolischen Lehre und der Tradition steht. Denn einzelne Schriften der Bibel wurden gar nicht übernommen und weitere werden auch heute noch nur teilweise oder sogar nicht verwendet.

Aber noch viel gefährlicher sind die Fabeleien derjenigen, die aus der Hl. Schrift nur das heraus nehmen, was ihnen passt, ja diese Texte aus dem Kontext reißen und damit eine ganz andere Lehre begründen, die nicht auf dem Boden der Apostel steht und damit der gesunden, wahren und reinen Lehre (1 Tim, 2 Tim, Tit) nicht entspricht.

Diese Verkürzungen und Verfälschungen der Heiligen Schrift schaden dem Glauben und dem Christentum mehr als die Angriffe der Atheisten gegen die Kirche, da diese Fabeleien die Gläubigen auf einen Irrweg führen und diese vom Weg des Heils abweichen lassen. Ich habe mich schon öfters gefragt, welche Begründungen als Rechenschaft diese Verführer einmal vor Gott für diese Handlungsweise geben werden, die gegen SEINE Kirche gerichtet war. Selbst Papst Benedikt XVI. hat in einer Rede vor Jahren festgestellt, dass die Feinde im Innern der Kirche gefährlicher sind als jene von außen. Und besonders gefährliche Feinde der Kirche sind jene, die gegen einen glaubens- und lehramtstreuen Kleriker auftreten, der sie zurechtweist, weil sie von der Lehre der Kirche abgewichen sind. Aber am gefährlichsten sind jene Gläubige und Kleriker, die unter dem Deckmantel der „Sorge um die Kirche“ ihre eigenen persönlichen Interessen durchsetzen wollen und eindeutig gegen die Offenbarung und Lehre der Kirche handeln, denn sie zerstören in Wirklichkeit die Kirche und ihre Lehre.

„Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.“

So spricht der Apostel Paulus von sich selbst, wobei die Worte „die Treue gehalten!“ auch mit den Worten „den Glauben bewahrt“ übersetzt werden könnten.

Wohl den Gläubigen, die solches auch von sich selbst sagen können. Aber diese Aussage können alle jene Gläubige machen, die voll in der Offenbarung und Lehre der Kirche stehen und sich nicht davon abbringen lassen, egal welcher raue Wind ihnen ins Gesicht bläst, also die Treue zur apostolischen Lehre und Tradition bewahren. Diese Gläubigen dürfen dann von sich sagen, wenn sie vor dem himmlischen Richter stehen, dass sie den guten Kampf gekämpft, ihren Lauf vollendet und die Treue gehalten haben.

Das Evangelium dieses Sonntags erzählt das Jesus-Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner im Tempel, das heute von vielen immer wieder missbraucht wird, wenn es um die Lehre der Kirche geht.

Denn jene, die die Lehre der Kirche vertreten, werden oft als Pharisäer von jenen bezeichnet, die in Wirklichkeit gegen die apostolische Lehre der Kirche auftreten.

Nur dieser Evangeliumsabschnitt, der aus dem Sondergut des Lukas stammt, hat jedoch einen anderen Hintergrund und eine andere Bedeutung als es die meisten verstehen wollen/können.

„Der Zöllner .... schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!“

Die Pharisäer waren vollkommen gesetzestreu und standen voll im Glauben. Dies stellte auch Jesus fest als er sagte, „tut und befolgt alles was sie sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun.“ (vgl. Mt 23,7) Denn das Gleichnis weist nämlich im Besonderen darauf hin, dass der Pharisäer nur seine Vorteile aufzählt und dabei vergisst, dass er auch ein Sünder ist, während der Zöllner sich auf seine Sünden besinnt.

Und genau diese Haltung des Zöllners, dass er sich seiner Sünden besinnt, will Jesus in diesem Gleichnis herausstellen, nichts anderes. Denn in den Gleichnissen Jesu ist vor allem immer der Schluss wichtig, nicht die Einführungsgeschichte in das jeweilige Gleichnis.

Nachdem jeder Christ weiß, dass er ein Sünder ist, kann daher die Verkündigung dieses Gleichnisses vor allem als Erinnerung an die eigene Sündenhaftigkeit betrachtet werden.

Herr Jesus Christus, wir sind alle Sünder und bedürfen immer wieder der Umkehr, lass unser Herz offen sein, dass Du uns immer helfen kannst. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 27. Oktober 2016, 15:23

31. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Weish 11,22-12,2
2. Lesung: 2 Thess 1,11-2,2
Evangelium: Lk 19,1-10

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die erste Lesung ist aus dem alttestamentlichen Buch der Weisheit. Der für die Liturgie entnommene Lesungstext stellt jedoch Gottes Liebe und Barmherzigkeit in den Vordergrund.

„Du hast mit allen Erbarmen, weil du alles vermagst und siehst über die Sünden der Menschen hinweg, damit sie sich bekehren.“

Dieser Vers könnte missverständlich interpretiert werden, wenn er nur wortwörtlich gelesen und aus dem Zusammenhang gerissen betrachtet wird. Daher ist der später folgende zitierte Vers in diese Betrachtung einzubeziehen. Genau diesen Interpretationsfehler machen viele, die aus der Hl. Schrift nur einen ihnen passenden Satz nehmen und den Zusammenhang (Kontext) unterlassen.

Nun kehren wir zum gegenständlichen Vers zurück, der Gottes Erbarmen deutlich macht und dass ER über die Sünden der Menschen hinwegsieht, nämlich unter der Bedingung, dass sie sich bekehren. „Bekehren“ heißt in der Sprache der Bibel vor allem „Umkehr“, das heißt der Mensch muss sich von seinen Sünden abwenden und sich Gott zuwenden, dass ist die Umkehr sowie in Zukunft nicht mehr sündigen. Wie oft hat Jesus im Neuen Testament zum Sünder gesagt: „Geh hin und sündige nicht mehr“.

Der letzte verkündete Vers dieser Lesung macht es deutlich, dass der Mensch ohne Umkehr bzw. Bekehrung zu Gott sich Probleme einhandelt.

„Denn in allem ist dein unvergänglicher Geist. Darum bestrafst du die Sünder nur nach und nach; du erinnerst sie an ihre Sünden, damit sie sich von der Schlechtigkeit abwenden und an dich glauben, Herr!“

Zuerst wird in der Weisheit Gottes darauf hingewiesen, dass in allem Gottes unvergänglicher Geist vorhanden ist, ohne dessen Geist m in dieser Welt nichts existieren könnte. ER hat die gesamte Schöpfung ins Sein gerufen und sie geordnet.

Dann wird deutlich gemacht, dass der Sünder an seine Sünden erinnert wird und durch die daraus entstehenden Konsequenzen nach und nach gleichsam bestraft wird. Also nicht Gott straft, sondern ER lässt die Konsequenzen zu und der Mensch bestraft sich faktisch selbst. Nur diese „Bestrafung“ erfolgt nicht rucki-zucki sondern kann oft erst auch zu einem Zeitpunkt vollzogen werden, an dem der Sünder vielleicht gar nicht mehr an diese Sünde denkt oder sich gar nicht mehr daran erinnert.

Das Ziel Gottes ist es daher immer, dass sich der Mensch von seiner Schlechtigkeit abwendet, die er sich durch die Ursünde von Adam und Eva eingehandelt hat.

Diese Schriftstelle der Lesung sagt daher nichts anderes aus, als dass der Mensch sich von seinen Sünden abwendet, auf die Sünde in Zukunft verzichtet und sich zu Gott hinwenden soll. Dann kann er das Erbarmen Gottes erfahren.

Auch die neutestamentliche Lesung aus dem zweiten Thessalonicher-Brief spricht, wie die erste Lesung, diese Problematik an und betrachtet diese aber aus einem anderen Gesichtspunkt.

„Darum beten wir auch immer für euch, dass unser Gott euch eurer Berufung würdig mache und in seiner Macht allen Willen zum Guten und jedes Werk des Glaubens vollende.“

Hier weist der Apostel Paulus darauf hin, dass er für die gläubig gewordenen Menschen immer betet (Fürbittgebet), dass sie der Berufung, die sie durch die Taufe erhalten haben, auch würdig sind, dieser auch folgen und in der Macht Gottes den Willen zum Guten haben und jedes Werk in diesem Glauben vollenden.

Dazu muss man auch berücksichtigen, dass in der Zeit der Urkirche Sünder eine Zeitlang aus der Gemeinde ausgeschlossen wurden, die tlw. sogar durch ihre Kleidung erkennbar waren, und erst nach einer Bußzeit, die meist einige Wochen dauerte, wieder in die Gemeinde zurückkehren durften. Hielt er sich nicht an diese Bußzeit, die meist auch mit Auflagen zur Reue und evt. einem Schadenersatz verbunden war, dann war die Rückkehr in die Gemeinde für immer versperrt. So ist auch der Vers Mt 18,17 zu verstehen, der lautet: „Hört er (der Sünder) aber auch auf die Gemeinde nicht, sei er für dich wie ein Heide oder Zöllner“. Denn ein Heide durfte nicht am Gemeindeleben teilnehmen und ein Zöllner war im Judentum faktisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen.

Auch das Evangelium spricht diese Thematik, jedoch wieder von einer anderen Perspektive an. Es ist die Zachäus-Perikope, die wieder auf dem Sondergut des Lukas beruht.

Der reiche Oberzöllner Zachäus, der eigentlich aus der jüdischen religiösen Gesellschaft ausgeschlossen ist, ist nicht nur neugierig sondern er hat schon von den Heilstaten Jesu gehört und damit hat er, der Ausgeschlossene, ein echtes Interesse. Nachdem er sehr klein ist, klettert er auf einen Baum, beobachtet zuerst aus der Ferne und dann nähert sich Jesus dem Baum auf dem Zachäus sitzt. Und nun ereignete sich das Folgende:

„Und als Jesus zu der Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“

Zachäus steigt herunter und nimmt Jesus als Gast auf. Und jetzt geschieht das wesentliche. Zachäus, der sündige und von der Gesellschaft ausgeschlossene Zöllner, erfährt Gottes messianische Heilsgewalt in Jesus. Jesus muss beim Sünder bleiben, weil es Gottes Heilswille ist. „Bleiben“ bedeutet hier nicht nur einen bloßen Besuch sondern die Gemeinschaft Gottes mit dem Sünder. Natürlich empörten sich die anderen Juden, dass Jesus bei einem Sünder und Ausgegrenzten blieb, und damit ist deren Reaktion verständlich.

Aber die Reaktion des Sünders Zachäus auf Gottes Heilswillen erfolgt sofort, in dem er bereut, Schadensgutmachung verspricht und damit seine Umkehr bestätigt. Und Jesus gibt ihm die Zusage, dass seinem ganzen Hause „heute“, also sofort, seinem ganzen Haus Rettung widerfahren ist, weil auch der reumütige Sünder ein Sohn Abrahams ist.

Also auch hier in diesem Evangeliumsabschnitt wird auf die Umkehr verwiesen, die wesentlich ist für das Verhalten des Menschen zu Gott.

Und dieses Verhalten Jesus gegenüber dem Zachäus ist auf das Verhältnis Gottes zu den Menschen übertragbar, die diese persönliche Umkehr in ihrem Leben vollziehen.

Abgeschlossen wird dieser Evangeliumsabschnitt mit lukanischen Sondergut, wobei das Menschensohnlogion von Lukas selbst gebildet wird.

„Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“

In diesem Vers wird die Aufgabe Jesus hier in der Welt umrissen, das Verlorene zu suchen und zu retten. Dass ist die Aufgabe, die dem Menschensohn von seinem Vater, dem allmächtigen Gott, übertragen worden ist.

Aber Gott und der Menschensohn zwingen keinem Menschen ihren Heilswillen auf. Und zur Verständlichmachung dieses Heilswillens hat Gott SEINE Kirche geschaffen, dass sie mit ihrer Lehre den Menschen diesen Weg weist.

Wer diesen Heilswillen durch Verweigerung der Umkehr oder auch die Lehre der Kirche nicht annehmen will, der hat die daraus entstehenden Konsequenzen selbst zu tragen.

Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn gesandt, dass ER uns den Weg des Heils weise und die Kirche als Unterstützung zur Lehre des Menschen geschaffen. Dir sei der Lobpreis in Ewigkeit dargebracht.

Amen
Preis den Herrn!

diaconus

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Montag, 31. Oktober 2016, 16:16

Allerheiligen

1. Lesung: Offb 7,2-4.9-14
2. Lesung: 1 Joh 3,1-3
Evangelium: Mt 5,1-12a

Liebe Christen! Liebe Leser!

Alle Lesungen des Hochfestes „Allerheiligen“ sind dem Neuen Testament entnommen. Wenn die Texte auch auf den ersten Blick für jedermann leicht verständlich erscheinen mögen, so ist doch in den Texten viel verborgenes enthalten, das leicht fehlinterpretiert werden oder auf den ersten Blick nicht erkannt werden kann. Dies geschieht vor allem dann wenn der Leser bzw. Hörer den Text nur wörtlich nimmt und ihm/ihr der notwendige Hintergrund fehlt.

Bereits die erste Lesung aus der Offenbarung des Johannes wird sehr oft unterschiedlich interpretiert, da der Text der Offenbarung, auch Apokalypse genannt, sehr verschlüsselt und symbolhaft zu betrachten ist. Dies betrifft natürlich auch die Verse dieser Lesung:

„Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren. Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israel, die das Siegel trugen. .... Danach sah ich eine große Zahl aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen, niemand konnte sie zählen.“

Schon die Zahl 144.000 ist symbolisch und ergibt sich aus der Zahl 12 für die Stämme Israel, der 12 für die Zeit und der 1000 für die Fülle. Also hat diese Zahl keine andere Bedeutung als die Gesamtheit zu symbolisieren. Außerdem weist ja auch der nachfolgende Vers 9 darauf hin, dass eine unzählbare Anzahl aus allen Nationen, Völkern und Sprachen ebenfalls gerettet wird. Daher werden alle jene Menschen gerettet werden, die nach den Geboten Gottes gelebt haben und Jesu nachgefolgt sind, egal wie hoch diese Anzahl auch sein wird.

Wenn daher einige pseudochristliche Sekten oder Gemeinschaften diese Zahl dazu verwenden und in ihren Schriften und ihrer Lehre darauf hinweisen, dass nur diese Anzahl ihrer Sekten-Angehörigen gerettet werden können, dokumentieren sie damit, dass sie nicht wirklich im christlichen Glauben stehen, denn sie beweisen damit, dass sie rein egoistisch und somit nicht christlich denken weil die Zahl 144.000 längst erreicht ist und jeder neue Gerettete würde faktisch einen anderen bereits geretteten verdrängen und hinausstoßen. Und diese Handlungsweise wäre also nicht wirklich christlich und würde auch der Barmherzigkeit Gottes, wie sie in der Bibel enthalten ist, widersprechen.

Der 1. Johannesbrief wird in der modernen Exegese nicht dem Apostel Johannes zugerechnet, obwohl er zeitlich ihm zugerechnet werden kann, da dieser Brief gegen Ende des 1 Jahrhunderts abgefasst worden ist und der Apostel nachweisbar sehr alt geworden ist und daher gegen Ende des 1. Jhdt. noch gelebt hatte. Der Verfasser des ersten Johannesbriefes, der im Stil und dem Gedankengut dem Johannesevangelium gleich ist, gehörte wahrscheinlich zu einer Gruppe christlicher Lehrer, die aus der Schule des Apostels Johannes hervorgegangen sind. Der Hinweis auf diese Gruppe ist in diesem Brief auch dadurch dokumentiert, da immer der Plural, das „wir“, verwendet wird, wie es auch in der Briefeinleitung nachzulesen ist, wo es zum Beispiel heißt: „was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben.....“ Lässt man aber die moderne Exegese außer Betracht so kann der Plural, dass „Wir“, sehr wohl auch vom Apostel Johannes verwendet worden sein und dann meint er mit den Worten „Was wir gesehen bzw. gehört haben“ die Gemeinschaft, der von Jesus berufenen Aposteln, die ja wahre Augen- und Hörzeugen gewesen sind. In meinem persönlichen Glauben neige ich dieser nichtmodernen Form der Exegese zu.

Denn der Text der Lesung weist ganz auf Jesus hin.

„Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie Er heilig ist.“

Diese Verheißung gilt allen, die IHM, Jesus, nachfolgen, also an IHN glauben, die versuchen nach seinen Geboten bzw. nach den Geboten Gottes zu leben und die Sünde meiden. Denn im nachfolgenden Vers, der leider nicht mehr verkündet wird, wird genau auf diese Problematik aufmerksam gemacht, denn hier heißt es: „Jeder, der die Sünde tut, handelt gesetzwidrig, denn Sünde ist Gesetzwidrigkeit.“

Und diese Gesetzwidrigkeit der Sünde ist der Verstoß gegen die Gebote Gottes, die den Menschen von Gott trennen. Und Jesus hat das Gesetz nicht aufgehoben, denn er sagte: „Ich bin nicht gekommen das Gesetz und die Propheten aufzuheben.“ (vgl. Mt 5,17)

Das Evangelium selbst sind die Seligpreisungen der Bergpredigt, die für die meisten Christen ein „Lebensprogramm“ darstellen und oft 1:1 betrachtet werden, ohne den Kontext zu beachten.

Aber diese Seligpreisungen sind scheinbar nur unmittelbar mit dem irdischen Leben verbunden sondern sie beinhalten Verheißungen, die Gott für sein Reich und das Ewige Leben bei IHM gibt.

Die erste Seligpreisung „Selig die Armen im Geist, denn ihnen ist das Himmelreich.“ ist eine Verheißung, die auch im irdischen Leben erfüllbar ist. Denn diese Seligpreisung könnte auch so formuliert sein: „Selig, die es fertig bringen, alles loszulassen!“ Diese Armen können bereits das Himmelsreich hier auf der Erde haben, da sie keine Ansprüche auf Macht, Reichtum, Besitz usw. stellen und sich mit dem begnügen was sie haben und alles das erwarten was ihnen Gott gibt, und nicht mehr fordern oder sogar darum beten.

Und die vorletzte Seligpreisung „Selig, die wegen Gerechtigkeit Verfolgten, denn ihrer ist das Himmelreich.“ Oder vielleicht anders formuliert: „Selig, die verfolgt werden, weil sie gerecht handeln!“ Also nicht jeder Verfolgte ist seligzupreisen sondern nur derjenige, der wegen seinem gerechten Handeln verfolgt wird oder der wegen seines gerechten Handelns für Jesus angefeindet und verfolgt wird.

Für alle diese Seligpreisungen, außer der ersten, wird die Belohnung durch Gott einmal nach dieser Welt bei IHM erfolgen, denn die Formulierung „denn sie werden getröstet werden, sie werden satt werden“ usw. ist die jüdische Art von Gott zu sprechen, denn im Judentum wird das Wort „Gott“ niemals ausgesprochen.

Die Seligpreisungen sind daher auch so zu verstehen, dass Gott immer bei uns ist und dass Seine Liebe, Freundschaft und Zuneigung zu uns Menschen durch keine andere Macht besiegt oder zerstört werden kann, dass aber der Lohn für das Wohlverhalten im irdischen Leben durch Einhaltung der Gebote und Anweisungen Gottes erst dann bei Gott im Ewigen Leben erfolgt.

Unter diesen Aspekten wird auch klarer, dass die Bergpredigt viel Verborgenes beinhaltet, das bedacht werden sollte.

Herr Jesus Christus, hilf uns immer, dass wir das Verborgene in Deinen Worten erkennen und begreifen können. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Amen.
Preis den Herrn!

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Donnerstag, 3. November 2016, 16:23

32. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 2 Makk 7,1-2.7a.9-14
2. Lesung: 2 Thess 2,16-3,5
Evangelium Lk 20,27-38 oder 20,27.34-38

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die Lesungen dieses Sonntags weisen schon darauf hin, dass das Kirchenjahr sich dem Ende zuneigt, denn es geht immer um die Verkündigung der „Letzten Dinge“, also um den Einzug des Menschen nach seinem irdischen Tod in das Reich Gottes, in das Ewige Leben. Und damit die Menschen mit Sicherheit dieses endgültige Ziel erreichen können, ist Jesus, der eingeborene Sohn Gottes, auf die Erde gekommen um sie auf den dazu notwendigen Weg zu führen und daran zu erinnern, dass Gott ihnen dafür seine Offenbarung in der Heiligen Schrift gegeben hat in der ER seine Gebote und Weisungen zusammengefasst hat. Darauf hat Jesus in den Antithesen zu seiner Bergpredigt deutlich hingewiesen als er sagte: „Denkt nicht ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“(Mt 5,17) Damit ist vollkommen klar, dass die Lehre Jesu unter den Auspizien des Alten Testaments zu betrachten ist und nur dort wo ER spezielle Änderungen verkündet hat, können diese zu Abänderungen führen. Wer also glaubt das Alte Testament in der Lehre des Christentums ausblenden zu können, der verkürzt und verfälscht die Lehre Jesu und macht sich seine eigene Lehre, die nichts mit dem Christentum zu tun hat. Soweit die nötige Vorbetrachtung, die immer wieder gegeben werden muss, da heute viele meinen, sich ihre christliche Lehre selbst „basteln“ zu können.

Die alttestamentliche erste Lesung aus dem zweiten Makkabäer-Buch behandelt einen Teil aus dem Martyrium der sieben Brüder und ihrer Mutter.

„Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben.“


So sprach der Vierte der sieben Brüder zu dem grausamen König. Diese Aussage ist die erste deutliche Aussage in der Heiligen Schrift über die Auferstehung der Toten. Was in den vorhergehenden Schriften nur andeutungsweise formuliert war, wurde hier erstmals in aller Wichtigkeit direkt ausgesprochen, dass wer im Glauben an Gott stirbt mit der Auferstehung von den Toten zum Leben rechnen kann. Ebenso klar formuliert ist in diesem Vers die Warnung, dass jeder, der nicht im Glauben an Gott stirbt, nicht mit der Auferstehung von den Toten rechnen kann.

Nur diese Warnung wird jene, an denen diese adressiert ist, nicht überzeugen, da diese ja von ihrem atheistischen und hedonistischen Weltbild voll überzeugt sind. Aber der Diabolos hält diese Menschen so fest in seinen Klauen, dass sie jedem wirklichen Vernunftgrund unzugänglich sind.

Jesus sagt eindeutig: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben“ (Joh 5,24) und in Mt. 13,13 „Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.“

Auch die Lesung aus dem zweiten Thessalonicher-Brief des Apostels Paulus weist in dieselbe Richtung.

„Betet auch darum, dass wir vor den bösen und schlechten Menschen gerettet werden, denn nicht alle nehmen den Glauben an. Aber der Herr ist treu; er wird euch Kraft geben und euch vor dem Bösen bewahren.“

Der Apostel weist in diesem Brief daraufhin, dass nicht alle Menschen den Glauben annehmen werden und die wirklich Gläubigen vor diesen bösen und schlechten Menschen gerettet werden, aber dass es dazu auch des Gebetes bedarf. Paulus wiederholt auch die Verheißung Jesu, dass der Herr treu ist und die Kraft geben wird, dem Bösen zu widerstehen. Denn Jesus bittet den Vater, den allmächtigen Gott: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.“ (Joh 17,15).

Diese Verheißung Jesu gibt allen, die an IHN glauben die Zuversicht, dass ihnen das Böses nichts anhaben wird, wenn sie treu zum Glauben stehen. Denn die Anfechtungen des Bösen sind jene Prüfungen im Glauben, die all jenen zukommen, die fest im Glauben stehen. Je fester einer im Glauben steht, umso mehr Prüfungen und Anfechtungen durch den Bösen werden auf ihn zukommen.

Der Apostel Paulus hat es im Römerbrief, der eine Zusammenfassung seiner Theologie ist, so beschrieben: „Durch ihn (Jesus Christus) haben wir Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen und rühmen ums unserer Hoffnung mit der Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis, denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unseren Herzen durch den Heiligen Geist.“ (Röm 5,2-5).

Auch alle jene Heiligen, die zur Ehre der Altäre erhoben wurden, sind in ihrem Leben in irgendeiner Weise durch diese Prüfungen und Anfechtungen gegangen, haben diesen widerstanden und sich damit bewährt für die Hoffnung, die Gott jenen Menschen verheißen hat, die an IHN glauben. Ja viele dieser Heiligen haben ihren festen Glauben auch mit dem Tod „bezahlt“ und somit die Krone des Martyriums erhalten.

Auch der verkündete Abschnitt aus dem Lukasevangelium beschäftigt sich mit der Frage der Auferstehung von den Toten.

Lukas verwendet dazu eine Vorlage von Markus (12,18 ff) sowie von Matthäus (22,23 ff) und bearbeitet sie. Es geht einerseits vor allem um die Verteidigung des christlichen Auferstehungsglaubens und andererseits um das klare Zeugnis im Alten Testament und der Lehrtradition der Pharisäer.

„Von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, kamen einige zu Jesus....“

Diese Sadduzäer wollen die Absurdität des Auferstehungsglaubens nachweisen und Jesus damit in eine Ausweglosigkeit (Aporie) treiben. Dazu erzählen sie den theoretischen Fall einer sechsfachen Levirats-Ehe (Schwager-Ehe) nach dem Deuteronimium 25,5 f, um nachzuweisen, dass es eine Unvereinbarkeit des göttlichem Gesetzes und dem Auferstehungsglauben gibt.

Jesus durchschaute, natürlich Er ist der Sohn Gottes, ihre Absicht und lässt sich auf eine reine Schriftdiskussion von vornherein gar nicht ein, sondern weist darauf hin, dass es in der jenseitigen Welt der Auferstehung überhaupt keine Ehe und Heirat mehr geben wird, genauso wie es auch keinen Tod gibt. Es herrscht in dieser Welt die Unsterblichkeit und da ist auch die Zeugung von neuen Leben auch nicht mehr erforderlich, denn die Heilige Schrift mit ihrem „liebet und vermehret euch“ ist in der vollkommenen Welt Gottes überholt.

Jesus antwortet ihnen so: „Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil die den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind“

Mit diesen Worten Jesu will Lukas die Bedeutung der Ehe im irdischen Leben nicht herunterspielen, sondern er korrigiert den naiven Auferstehungsglauben, dass die Auferstehung der Toten eine Fortsetzung bzw. Verlängerung des irdischen Lebens ist mit einer Wiederholung der bisherigen irdischen Erfahrungen.

„Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.“

Mit diesem Satz weist Jesus darauf hin, dass Gott als universaler Schöpfer zugleich Herr über Lebende und Tote ist und er betont auch die Kontinuität und Ewigkeit des göttlichen Lebens in allen Glaubenden.

Es leben alle Menschen grundsätzlich für Gott, ihren Schöpfer, der zwar alle seine Geschöpfe liebt, ob sie es wollen oder nicht, ihnen aber auch die Freiheit zur Entscheidung gibt sich für oder gegen IHN, dem allmächtigen Gott, zu entscheiden. Aber nur jene, die sich für IHN im Glauben entscheiden und nach den Geboten und Anweisungen Gottes auf Erden zu leben versuchen, weil ja jeder Mensch ein Sünder ist, und somit gläubig sterben, werden von Gott für würdig gehalten an dieser neuen Welt und an der Auferstehung der Toten teilzuhaben. Aus diesem Grund hat Jesus gesagt: „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal.“ (vgl. Mt 7,13-14)

Wer also Gott leugnet, wie die Atheisten, Gottesleugner, Gotteslästerer usw., werden daher nicht durch das enge Tor gehen können sondern nur durch das breite Tor, das zum Verderben führt.

Es liegt also an der Entscheidung für oder gegen Gott sowie am Verhalten des Menschen in seinem irdischen Leben, ob er diese Krone Gottes, das Ewige Leben, erringen kann und will.

Allmächtiger Gott, gib uns jederzeit den Willen und die Kraft, dass wir unser Leben so gestalten, dass wird durch das enge Tor zu dir gehen können und des Ewigen Lebens würdig werden. Dir sei der Lobpreis, jetzt und in Ewigkeit!

Amen.
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Donnerstag, 10. November 2016, 15:32

33. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: Mal 3,19-20b
2. Lesung: 2 Thess 3,7-12
Evangelium: Lk 21,5-19

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche Lesung ist aus dem Buch Maleachi. Maleachi kann der Name des Propheten sein, der die Prophetie gegeben hat, aber Maleachi kann auch nur auf seine Tätigkeit hinweisen, da das Wort „mein Bote“ für das Volk Israel bezeichnet und somit auch auf die Aufgabe des Propheten hinweist. Auch die genaue Zeit seiner Tätigkeit ist unbekannt, aber aufgrund der Anzeichen muss sie in das 5. Jahrhundert vor Christus eingeordnet werden.

„Denn seht, der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen. Da werden alle Überheblichen und Frevler zu Spreu und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen, spricht der Heere der Heere. Weder Wurzel noch Zweig wird ihnen bleiben. Für euch aber, die ihr meinem Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen.“

Unter diesen Worten ist zu beachten, dass unter „Überheblichen“ und „Frevler“ alle jene Menschen zu betrachten sind, die gegen die Worte der Schrift bzw. des Gesetzes verstoßen, insbesondere weil sie glauben, dass sie sich ihre Auslegung der Schrift bzw. des Gesetzes selbst machen können. Diese freveln daher am Wort Gottes, d. h. sie sind die Frevler, und sie überheben sich, also sind sie die Überheblichen, weil sie sich über das Wort Gottes erheben um ihre eigene Auslegung zu machen. Sie sind das Spreu, das am Tag des Herrn, dass ist der Jüngste Tag, verbrannt werden wird und nachdem weder Wurzel noch Zweig bleiben wird, werden sie auch nie mehr austreiben können, um das Volk erneut irrezuführen.

Für jene aber, die im Wort der Schrift bzw. des Gesetzes bleiben und diesem folgen, für sie wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen.

Haben diese Worte für die heutige Zeit überhaupt eine Bedeutung? So werden sich viele fragen. Sicher, denn erstens weisen diese Worte auf das Gericht Gottes hin und zweitens gibt es auch in unserer Zeit genug Frevler und Überhebliche, die meinen die Worte Gottes als Frevler nicht befolgen zu müssen oder sogar dagegen auftreten zu können bzw. als Überhebliche die Worte Gottes in ihrem Sinne so zu verändern, dass sie nicht mehr dem ursprünglichen Sinn entsprechen. Das Tragische an dieser Tatsache ist jedoch, dass viele zu diesen Frevlern und Überheblichen gezählt werden müssen, die sich „katholisch“ nennen und in der Kirche tätig sind, ja selbst sogar Kleriker, die gegen die Offenbarung und Lehre der Kirche mit einer Irrlehre auftreten, die sich unter einer angeblichen Sorge um die Kirche äußert, aber in Wirklichkeit auf die Zerstörung der Grundlagen des katholischen Christentums hinarbeitet. Es soll das protestantische in der Hl. Mutter Kirche Macht gewinnen und wofür dieses protestantische steht sieht man an den Äußerungen der Kirchenleiter der EKD, die für Abtreibung, Pränatalimplationdiagnostik (PID), Euthanasie; Homo-Ehe usw. steht, ja die sogar ihren Konfessionsgründer Martin Luther konterkarieren in dem sie Frauen ordinieren, obwohl dieser. gemäß 1 Tim 2,12, damals gesagt hat: „Ich verbiete, dass eine Frau predigt.“

So hat Papst Benedikt XVI. schon vor einigen Jahren festgestellt, dass die „inneren Feinde“ der Kirche gefährlicher sind als die äußeren. Und Papst Paul VI. hat einige Zeit vor seinem Tod 1978 zu seinem Freund, dem französischen Philosophen, Jean Guitton, festgestellt: „Sorge macht mir der Protestantismus im Katholizismus – aber eine kleine Herde wird der Lehre treu bleiben.“

Und eine Religionsprofessorin hat Mitte der 90er-Jahre zu ihren Schülern gesagt: „Ich rate Euch, geht zu den Protestanten, dort könnt ihr Euch den Glaube so machen wie es Euch passt, die haben nicht wie die Katholischen ein Lehramt, das vorscheibt was zu glauben ist.“

Unter diesen Umständen ist die vom 2. Vaticanum gewünschte Ökumene, mit den Protestanten als „tot“ zu betrachten, wie ja auch bereits die Orthodoxen diese mehrmals sistiert haben.

Auch die Lesung aus dem zweiten Thessalonicher-Brief des Apostel Paulus ist hochaktuell. Der Abschnitt trägt die Überschrift „Zurechtweisung der Müßiggänger“.

„Wir haben auch kein unordentliches Leben geführt und bei niemand unser Brot umsonst gegessen, wir haben uns gemüht und geplagt. ..... Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten.“

Diese Worte können eins zu eins auf jene Berufsdemonstranten umgelegt werden, die Zeit haben tage- und wochenlang zu demonstrieren und tlw. sogar von einer Demonstration gleich zur nächsten weitergehen bzw. weiterreisen, wobei das berechtigte Auftreten gegen einzelne Vorhaben gar nicht zur Debatte steht. Nur von was leben diese Berufsdemonstranten? Sie lassen sich von der Allgemeinheit erhalten, sei es durch Studienbeihilfen und sonstige Unterstützungen, die die Allgemeinheit, d. h. der Steuerzahler, bezahlt.

Einer, der wirklich studiert, will mit seinem Studium so schnell als möglich fertig werden, der wird auch keine Vorlesungen, Seminare usw. „spritzen“ und einer, der arbeitslos ist, wird sich laufend bemühen, um eine neue Arbeit zu finden und für Demonstrationen keine Zeit vergeuden. Also wer so viel Zeit hat, tage- und wochenlang zu demonstrieren, der will alles Mögliche treiben und nur nicht arbeiten bzw. nicht studieren. Außerdem kosten die bei diesen Demonstrationen erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen der Allgemeinheit, d. h. dem Steuerzahler, horrende Summen und darauf sind diese Berufsdemonstranten noch stolz, denn sie selbst tragen ja zur Allgemeinheit meist nichts bei, weil sie keine Steuern zahlen. .

Auch wir haben in unserer Jugend, wenn es unbedingt erforderlich war, demonstriert, aber das waren einige Stunden, die außerhalb der üblichen Arbeitszeit war oder wir mussten diese Zeiten dann in irgendeiner Form „einholen“, denn uns unterstützten keine Beihilfen etc. ohne nachweisbare Tätigkeit. Denn es zählte bei uns nur der Erfolgsnachweis, nicht die Anmeldung.

Also gelten die Worte des Apostels auch für die heutige Zeit, was natürlich von diesen Berufsdemonstranten, die eindeutig in der Mehrheit, bis auf einzelne Ausnahmen, einer gewissen politischen linken Richtung angehören, nicht gern gehört werden. Denn genau aus diesen Kreisen wird die Offenbarung und die Lehre der Kirchen bekämpft und damit schließt sich der Kreis was das wirkliche Ziel dieser Szene ist.

Auch das Evangelium dieses Sonntags ist eines, das in Richtung Endzeit weist. Es ist der Endzeitrede von Jesus entnommen.

„Er (Jesus) antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinen Namen auftreten und sagen: Ich bin es! Und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach!“

Diese Warnung Jesu ist heute wesentlich aktueller wie in den früheren Zeiten der Geschichte der Kirche. Sicher es sind immer wieder einzelne aufgetreten, die die Lehre Jesu und Seiner Kirche verändern wollten. Aber noch nie in so massiver Anzahl wie in der Jetztzeit. Denn heute schließen sich jene, die die Veränderung, Verfälschung und Verkürzung der Offenbarung sowie der Lehre der Kirche fordern, in Gruppen und Organisationen gegen die Hl. Mutter Kirche zusammen und treten geschlossen gegen sie auf. Die derzeit größten Feinde der Kirche sind nicht die Atheisten, denn deren Gegnerschaft ist ja bekannt, sondern es sind genau jene Gruppen innerhalb der Kirche, die unter dem Deckmantel der Lehre von Jesu auftreten, die die Kirche unterwandern und in Wirklichkeit die Kirche gegen den Sinn und Lehre Jesus verändern wollen.

„Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden.“

Jesus hat am Ende der Bergpredigt es eindeutig erklärt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut und jubelt: Eurer Lohn im Himmel wird groß sei. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.“ (Mt. 5,11-12)

Und diesen Hass bekommen alle jene Katholiken, die in der unverfälschten und unverkürzten Offenbarung und Lehre der Kirche stehen, sowohl von den Atheisten als auch von den internen Kirchengegnern gründlich zu spüren. Nur diesen, die voll und ohne Wenn und Aber zur Kirche stehen ist jedoch die Verheißung Jesu gegeben: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.“

Das „Leben gewinnen“ wie es Jesus verheißen hat, ist das Ewige Leben bei Gott zu erhalten und bei IHM zu ruhen.

Lauft also diesen Irrlehrern nicht nach, sie haben ihren Lohn bereits erhalten (vgl. Mt 6,2c), auch wenn sie es selbst in ihrer geistigen Engführung noch nicht begriffen haben. Denn nur wer als Katholik voll in der Offenbarung Gottes und der Lehre der Kirche steht in der vollen Verheißung Jesu.

Herr Jesus Christus, gib uns die Standhaftigkeit immer zur Lehre DEINER Kirche zu stehen und sich nicht negativ beeinflussen zu lassen. Der Du lebst und herrscht mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist in alle Ewigkeit.

Amen.
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Donnerstag, 17. November 2016, 16:03

Christkönigsonntag
34. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung: 2 Sam 5,1-3
2. Lesung: Kol 1,12-20
Evangelium Lk 23,35-43

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leser!

Die alttestamentliche erste Lesung ist aus dem 2. Buch Samuels und weist auf die Anerkennung Davids als König durch die Stämme Israels hin.

„Der Herr hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israels sein, du sollst Israels Fürst werden.“


Dass diese Worte als erste Lesung am Christkönigsonntag verkündet werden, stellt daher den Zusammenhang mit Mt. 22,42 her, wo Jesus die Pharisäer fragte: „Was denkt ihr über den Messias? Wessen Sohn ist er? Sie antworten ihm der Sohn Davids“

Genau 20-mal wird Jesus als „Sohn Davids“ im Neuen Testament bezeichnet, vor allem von jenen, die von IHM eine Heilung wünschten und IHN daher so anriefen: „Sohn Davids, hab Erbarmen.“ oder von jenen, die ihm zujubelten: „Hosanna, dem Sohn Davids“

Jesus selbst wies auf diesen verwendeten Begriff „Sohn Davids“ für den Messias hin, indem ER zu den Pharisäern sagte: „Wie kann man behaupten, der Messias sei der Sohn Davids?“ (Lk 20,41), denn „David nennt ihn also Herr. Wie kann er dann Davids Sohn sein?“ (Lk 20,44) und verweist damit auf Psalm 110 Vers 1: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten.“

Wichtig ist bei dieser Lesung das Wort „Herr“, der der christologisch- messianische Titel für Jesus ist und auf SEINE Auferstehung und die Erhöhung zur Rechten Gottes betont.

Als Menschensohn ist Jesus zwar ein Sohn Davids, aber durch seine göttliche Natur ist ER der eingeborene Sohn Gottes, der von diesem in die Welt gesandt wurde.

Zusammengefasst muss gesagt werden, dass Jesus David Sohn, Messias und Herr zugleich ist sowie der zur Rechten erhöhte Sohn und Allherrscher, dem nach seiner himmlischen Inthronisation alle Feinde unterworfen werden und der durch das Kreuz, die Auferstehung und die Himmelfahrt offenkundig geworden ist. (Messianologie)

Die zweite Lesung aus dem Kolosserbrief singt ein Loblied auf Christus, das Ebenbild Gottes. Diese Brief an die Kolosser ist entweder um 57 - 59 während der Gefangenschaft des Paulus in Cäsarea oder nach 59- 60 in Rom abgefasst worden. Anlass war, dass in die Gemeinde Kolossäa eine Irrlehre eingedrungen war, die zwar einerseits den Christusglauben bestehen ließ aber andererseits andere Elemente integrierte.

„Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.“

Mit diesem Vers weist der Apostel Paulus auf eine wesentliche Aufgabe des Christus hin, den Menschen die Erlösung und Vergebung der Sünden zu bringen, den Menschen zu erlösen und die Sünden zu vergeben.

„Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgebotene der ganzen Schöpfung.“

Mit diesem Vers beginnt ein Hymnus, der den Christus als den Mittler der Schöpfung und Erlösung preist. Dieser Hymnus ist von Paulus ziemlich sicher aus der frühchristlichen Liturgie entnommen und in diesem Brief verwendet worden. Dieser Hymnus weist wichtige Aspekte des Glaubens auf.

„Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.“

Jesus, ER ist das Haupt des Leibes, der die Kirche ist. Paulus weist eindeutig darauf hin, dass Christus und die Kirche nie getrennt werden kann. Die heute oft verbreitete Meinung unter den Menschen „Jesus – ja, Kirche – nein“ ist also ein Widerspruch in sich. Wer diese Trennung vertritt, kann sich schwerlich als Katholik und nur in eingeschränkter Form als Christ bezeichnen. Denn nur in SEINER Kirche, die die heilige römisch-katholische ist sowie in den orthodoxen Kirchen des Ostens ist diese Einheit durch die apostolische Sukzession gewahrt. Alles andere sind Gemeinschaften, die sich zwar auf Christus berufen, aber denen die Kirchlichkeit fehlt, da diesen diese Zurückführung auf die apostolische Zeit fehlt.

„Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut:“

Dieser letzte Vers des frühchristlichen Liturgiehymnus weist ebenfalls in diese Richtung, dass nur in Christus und SEINER Kirche die ganze Fülle vorhanden ist. Auch die Aussage des Hl. Ambrosius weist darauf hin: „Ubi Petrus, ibi Ecclesia (wo Petrus ist, da ist die Kirche)“

Denn Jesus selbst hat diese Nachfolge festgelegt: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“(Mt 16,18 ). Also nur dort wo der Nachfolger Petri ist, der Hl. Vater, der Papst, ist die Kirche. Dieser Spruch gilt selbst auch dann, wenn ein Papst auch ein Häretiker oder sogar ein Antichrist wäre, wie es Thomas von Aquin und Robert Bellarmin in Traktaten formuliert hatten.

Das Evangelium des Christkönigsonntag ist ein Teil des Kreuzigungsberichtes von Jesu.

„Die führenden Männer des Volkes verlachten ihn“.

Dieser Satz macht eines deutlich, nicht das Volk verlachte ihn sondern nur die führenden Männer, also die Hohepriester und Schriftgelehrten, die seine Verurteilung auch betrieben hatten, während das Volk reserviert dabei stand.

„Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden!“

Pontius Pilatus hat mit dieser Tafel „Das ist der König der Juden“ die Führer der Juden präjudiziert, denn er hat die Antwort Jesu „Du sagst es“ auf seine Frage: „Bist du der König der Juden?“ (Mt 27,11; Mk 15,2; Lk 23,3; Joh 18,37) auf diese Tafel schreiben lassen. Darum waren die Hohepriester der Juden auch so empört und wollten eine Textänderung, dass Jesus es gesagt hat (Joh 19,21), was Pilatus mit den Worten ablehnte: „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben“ (vgl. Joh 19,22).

Jesus ist zwar der König, aber nicht von und in dieser Welt sondern im Reich seines Vaters, um die Lebenden und Toten zu richten (1 Petr 4,5).

Beugt daher, ihr Menschen, das Knie vor Jesus, der der Messias und Erlöser der Menschen ist und König im ewigen Reich Gottes ist.

Amen.
Preis den Herrn!