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Die Sakramente der Kirche: Die Ehe

Antworten im Thema: 28 » Der letzte Beitrag (17. Juni 2016, 18:04) ist von diaconus.

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Teresa

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Samstag, 5. März 2011, 11:57

Die Sakramente der Kirche: Die Ehe

Was bedeutet das Sakrament der Ehe den Menschen in der heutigen Zeit?

Während Luther befunden hat, daß die Ehe ein "weltlich Ding" sei, ist dieses Sakrament, das sich die Brautleute gegenseitig spenden, in der RKK von unverändert hoher Bedeutung. Da geht es nicht um "Lebensabschnittpartnerschaften" sondern um eine Bindung für das ganze Leben.

Gedanken und Fragen zu diesem Thema sind hier herzlich willkommen!
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Montag, 7. März 2011, 18:27

Geschieden – Wiederverheiratet – Ausschluss von den Sakramenten


Grundsätzlich basiert diese Vorgangsweise der Kirche auf der Offenbarung (Altes und Neues Testament), wobei die Aussagen Jesus besonderes Gewicht haben.

Im Katechismus der Katholischen Kirche ist in den Punkten 1601 –1664 das Sakrament der Ehe im Detail genau erläutert.

Gott hat bereits Adam und Eva gesegnet: In Gen. 1,27c-28 steht: „Als Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehret euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch“

Auch bezüglich der Ehescheidung sind im KKK klare Aussagen, die auf den eindeutigen Worten Jesu basieren.

KKK 2482
Jesus betonte die ursprüngliche Absicht des Schöpfers, der wollte, dass die Ehe unauflöslich ist. Er hob die Duldungen auf, die sich in das alte Gesetz eingeschlichen hatten. (Mt 5,31-32; 19,3-9; Mk 10,9; Lk 16,18 )

Jesus sagte ganz klar in Mt 19,3ff: „... der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. .....Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.“

KKK 2384 bezüglich Ehescheidung
Das Eingehen einer, wenn auch vom Zivilrecht anerkannten, neuen Verbindung verstärkt den Bruch noch zusätzlich. Der Ehepartner, der sich wieder verheiratet, befindet sich dann in einem dauernden öffentlichen Ehebruch.

KKK 2386 verlassener Ehepartner, verlassene Ehepartnerin
Möglicherweise ist einer der beiden Gatten das unschuldige Opfer der durch das Zivilgesetz ausgesprochenen Scheidung. In diesem Fall verstößt er nicht gegen das sittliche Gebot. Es besteht ein beträchtlicher Unterschied zwischen dem Ehepartner, der sich redlich bemüht hat, dem Sakrament der Ehe treu zu bleiben und ungerechterweise verlassen wird und demjenigen, der durch ein schweres Vergehen eine kirchrechtlich gültige Ehe zerstört.

Dieser Punkt des KKK weist darauf hin, dass der Ehebrecher, der die Ehe verlässt schuldhafter handelt als der zurückgebliebene bzw. verlassene Ehepartner.

Dazu ein kleiner Auszug aus meiner schriftlichen theologischen Arbeit (Ende der 1980er Jahre), die auf der Offenbarung und verschiedener theologischer Literatur (auch Kirchschläger: Ehe und Ehescheidung im Neuen Testament), basierte, habe ich es u. a. so formuliert:

Die Ehe als Einheit zweier Menschen und nach dem Schöpferwillen untrennbar, bedeutet Gemeinschaft in guten und schlechten Tagen, in Freude und gemeinsam zu tragendem Leid.

Die Formulierung "soll der Mensch nicht trennen" (Mk 10, 9b), im heutigen Sprachgebrauch oft als Trennungsmöglichkeit gedeutet, stellt jedoch keine Möglichkeit zur Ehetrennung dar, da der grch. Wortlaut "darf ..." eindeutig eine Absage darstellt.

In den Antithesen der Bergpredigt (Mt 5-7) kommt ebenfalls das Problem der Ehescheidung und des Ehebruches zur Sprache, wobei die Ehe so unantastbar ist , dass schon die gedankliche Störung als Ehebruch und damit, nach damaligen Recht, als todeswürdiges Verbrechen qualifiziert wird.

Aus den Evangelien können nur wenige, aber präzise Anhaltspunkte über den Ehestand gewonnen werden, wobei Jesu-Worte kaum überliefert sind. Alle Texte sind jedoch eine Auseinandersetzung mit jener Praxis, die von Jesus abgelehnt wird oder bringen Missstände in der Eheverwirklichung zur Sprache.

Die Aussagen in den Evangelien gehen eindeutig auf Jesu zurück. Da nicht anzunehmen ist, daß die urchristlichen Gemeinden von sich aus die bisherige jüdische Praxis verschärften und als unzulässig zurückwiesen, kann die Dauerhaftigkeit der Ehe und ihre Rückbindung an die Schöpfungsordnung nicht dem nachösterlichen Denken der Urgemeinden zugeschrieben werden.

Auch bei Paulus finden wir sehr klare und unmißverständliche Positionen zum Eheverständnis. Die Ehe ist nicht der Weg des Paulus, aber ein möglicher positiver Weg.

Der Abschnitt über Ehe und Ehelosigkeit in 1 Kor muß im Gesamtzusammenhang des Schreibens betrachtet und in Beziehung zur Christologie und dem Selbstverständnis des Paulus gelesen werden.

Wenn Paulus auch meint, daß der Unverheiratete ausschließlich um die Sache des Herrn besorgt sein kann, weiß er doch um die Schwierigkeiten des ehelosen Lebens, wenn er schreibt: Wer heiratet, sündigt nicht, nur muß er sich der Bedeutung dieses Schrittes angesicht der Wiederkunft Christi bewußt sein.

Sowohl eine Berufung zur Ehe als auch zur Ehelosigkeit, kann aus der Aufzählung der Gnadengaben geschlossen werden.

Neben Hinweisen auf die Dauerhaftigkeit der Ehe und Anweisungen zur Eheregelung zwischen einem christlichen und einem heidnischen Partner ("Privilegium paulinum") sind Aussagen zur Ehepraxis zu beachten, wobei auch solche aus 1 Thess heranzuziehen sind.

Ehe ist kein Besitzanspruch, sondern Gabe und Überantwortung an den Partner, dessen Würde und Personalität zu achten ist und bedeutet daher, vollkommene Überantwortung des eigenen Ichs an das Du des Anderen, in seine freie Verfügbarkeit, getragen vom vollen Vertrauen auf seine personale Verantwortung.

Im Kol- und Eph-Brief wird zwar wenig Konkretes zum Verhalten im Ehestand ausgesagt, doch ist der ekklesiologische Zusammenhang wichtig, den Paulus darin herstellt, in dem er auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau im Bund der Ehe und das Verhältnis zwischen Christus und seiner Kirche im neu gestifteten Bund verweist. Die Einheit der Eheleute ist zugleich Zeichen für die Einheit Christi und seiner Kirche.

Eine Unterordnung der Frau in der Ehe liegt nicht in der Absicht des Verfassers der Briefe.

Die Bergpredigt, die den zentralen Verkündigungsinhalt Jesu in den Grundzügen darlegt, behandelt in der zweiten und dritten Antithese die Ehescheidung und den Ehebruch in aller Grundsätzlichkeit. Ausgehend von der Argumentation in diesen Versen, ist ein Rückschluß auf andere Textstellen in den Evangelien möglich. Beachtenswert ist dabei die Textstruktur und Wortwahl des Verfassers sowie der Text- und Aussagezusammenhang.

Daraus wird erkennbar, daß der ganze Abschnitt über Ehebruch handelt, der neu interpretiert wird. Ehebruch ist aber nicht nur das vollzogene Tun, wie es im Judentum bisher verstanden wurde. Schon der begehrliche Blick ist Ehebruch ebenso wie die Ausstellung des Scheidebriefes, die zu Ehebruch führt, da sie das Eingehen einer neuen Beziehung provoziert.

Die anderen Evangelien-Aussagen zu diesem Thema zeigen, daß die Antithesen keine isoliert stehende Sonderüberlieferungen sind, sondern im Sinngehalt und in der Aussageabsicht gleich sind, denn auch hier wird die Scheidebriefregelung als Zugeständnis an die Herzenshärte der Juden gewertet.

Mit der Person Jesu ändert sich die Scheidebriefpraxis. Was bislang wegen Verhärtung des Herzens möglich oder als Zugeständnis notwendig war, hat aufgrund der Zeit und Botschaft Jesu und seiner Bundeserneuerung keine Geltung. Die radikalste Fassung der Weisung muß als die älteste und als jene, die die Absicht Jesu widerspiegelt, gelten.

Dieses Verhalten Jesu ist auch gegenüber der Ehebrecherin geprägt. Die von den Pharisäern gestellte Fangfrage an Jesu ist so formuliert, daß jede von ihm gegebene Antwort für ihn nachteilig ist. Erhebt er Einspruch gegen den Strafvollzug mißachtet er das alttestamentliche Gesetz; gibt er der Vollstreckung statt, verhält er sich gegen seine Praxis und Zuwendung gegenüber den Sündern. Durch seine Antwort "Der Sündenlose werfe als erster ..." wird die Weisung Gottes und das Gesetz nicht angetastet; aber alle Menschen werden in ihrer Kompetenz der Strafvollstreckung in Frage gestellt. Damit wird den Pharisäern und den Schriftgelehrten die Zuständigkeit entzogen, die von Jesus selbst übernommen wird.

Vor allem ist darauf hinzuweisen, dass die Worte Jesu an die Pharisäer „Wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein“ insbesondere den Vollzug der Todesstrafe (Steinigung) betraf, die damals auf Ehebruch stand. Nachdem jeder Mensch ein Sünder ist, darf ein Mensch nicht den Anderen wegen einer Sünde töten. Das ist u. a. der Sinn der Aussage Jesu.

Jesus handelt so: Der Ehebrecherin wird vergeben. Sie wird nicht verurteilt. Es ist kein Freispruch mangels eines Schuldbeweises, keine Tatverniedlichung, keine Vergehensgeringfügigkeit, sondern eine den Strafvollzug aussetzende Tilgung durch Barmherzigkeit aufgrund einer neuen Ordnung. Jesus zeigt damit einen Weg aus ausweglos scheinender Schuld, nämlich jenen der Vergebung, der aber auch einen Neuanfang vom betroffenen Menschen fordert. Dies weist auch der Satz hin: „Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr.“ (Joh 8,11b).

Fazit: Wer aus einer sakramentalen Ehe geschieden und wiederverheiratet ist, lebt ständig in der schweren Sünde des Ehebruchs, der von den Sakramenten ausschließt.
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Dienstag, 15. März 2011, 19:36

Heutzutage ist es leider oft so, dass viele Menschen, die von den Sakramenten ausgeschlossen sind, trotzdem die Heilige Kommunion empfangen. Auf die Tatsache, dass Geschiedene, welche wiederverheiratet sind, automatisch exkommuniziert sind, wird von vielen Priestern nicht hingewiesen.
Der einzige Fall, in welchen Wiederverheiratete rechtmäßig zur Kommunion gehen können ist, wenn die Betreffenden in einer "Josefsehe" leben.

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Mittwoch, 7. September 2011, 19:26

Geschiedene Wiederverheiratete

Heutzutage ist es leider oft so, dass viele Menschen, die von den Sakramenten ausgeschlossen sind, trotzdem die Heilige Kommunion empfangen. Auf die Tatsache, dass Geschiedene, welche wiederverheiratet sind, automatisch exkommuniziert sind, wird von vielen Priestern nicht hingewiesen.
Der einzige Fall, in welchen Wiederverheiratete rechtmäßig zur Kommunion gehen können ist, wenn die Betreffenden in einer "Josefsehe" leben.

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Freitag, 9. September 2011, 11:38

Geschiedene Wiederverheiratete

Zitat

Zitat von »Lorger«
Heutzutage ist es leider oft so, dass viele Menschen, die von den Sakramenten ausgeschlossen sind, trotzdem die Heilige Kommunion empfangen. Auf die Tatsache, dass Geschiedene, welche wiederverheiratet sind, automatisch exkommuniziert sind, wird von vielen Priestern nicht hingewiesen.
Der einzige Fall, in welchen Wiederverheiratete rechtmäßig zur Kommunion gehen können ist, wenn die Betreffenden in einer "Josefsehe" leben.


Auch durch die Wortmeldungen von EB Zollitsch sowie Bischof Kapellari wurde dieses Thema „aufgewärmt“, das eigentlich längst klar entschieden ist und zwar leider in einer sehr missverständlichen Form, indem versucht wurde die Worte Jesu und die Lehre Seiner Kirche zu relativieren.

Jesus hat eindeutig zur Ehebrecherin gesagt „Geh hin und sündige nicht mehr“ und in den Antithesen zur Bergpredigt hat ER über die Ehescheidung und den Ehebruch auch deutliche Worte gesprochen. Diese Worte Jesu sind die Grundlage für die Lehre der Kirche.

Geschiedene Wiederverheiratete leben in einem ständigen Ehebruch und können daher die Sakramente der Heiligen Mutter Kirche nicht empfangen. Nicht die Scheidung ist das Problem sondern die Wiederverheiratung.

Außerdem möchte ich auch darauf hinzuweisen, dass diese geschiedenen Wiederverheirateten nicht aus der Kirche und der Seelsorge ausgeschlossen sind - sondern sie können und dürfen nicht die Sakramente empfangen, solange sie in dieser schweren Sünde verharren.

Wer daher die Forderung stellt, dass geschiedene Wiederverheiratete zu den Sakramenten, insbesondere zur Kommunion, zugelassen werden sollen, widerspricht nicht nur der Lehre der Kirche sondern vor allem direkt der Lehre Jesu und zeigt damit, dass ihm die Worte Jesu egal sind. Sie wollen damit sowohl die unverkürzbaren und unverfälschbaren Worte Jesu als auch die Lehre der Kirche dem Zeitgeist anpassen, was eindeutig im Widerspruch zum Auftrag Jesu steht.

Außerdem verweise ich auf meinen umfangreichen Post vom 7. März dieses Jahres.
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6

Freitag, 30. September 2011, 18:09

kfd-Aktion für wiederverheiratete Geschiedene

Unter diesem Titel veröffentlichte die Tagespost eine Meldung nach der der Katholische Frauenverband eine bundesweite Unterschriftenaktion für den Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen startet. Deren Ansicht ist es, dass die Kirche Menschen in dieser „häufig ohnehin schon schwierigen Situation“ nicht alleine lassen darf, denn ein Ausschluss vom Empfang der Kommunion sei für viele Betroffene gleichbedeutend mit einem Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Unauflöslichkeit der Ehe werde allerdings nicht in Frage gestellt. Außerdem meint der Verband, dass der Umgang mit Menschen, deren „Lebensweg Brüche aufweist“ fragwürdig sei und die Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen sagt: „Wir treten für eine Kirche ein, in der Frauen und Männer unabhängig von ihrer Lebenssituation vorbehaltlos akzeptiert werden“,

Kommentar:
Dass dieser Verband sich weit von der Offenbarung und Lehre der Kirche entfernt hat, so wie die meisten „katholischen“ Verbände ist ja nichts Neues und beweist damit, dass er der Akzeptanz der Sünde das Wort redet.

Nachdem ein geschiedener Wiederverheirateter ständig im Ehebruch lebt, kann er nicht die Sakramente empfangen, nicht nur die Eucharistie sondern alle. Jesus selbst hat zur Ehebrecherin gesagt: „Geh hin und sündige nicht mehr!“

Also tritt dieser Verband nicht nur gegen die Lehre der Kirche auf sondern auch direkt gegen die Offenbarung und Lehre Jesu (Joh 8,11 sowie den Antithesen zur Bergpredigt) auf und fördert damit den Ehebruch.

Wenn Frau Opladen meint, sie „trete für eine Kirche ein, die Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation vorbehaltlos akzeptiert“ so ist ihr einerseits zu antworten, dass die geschiedenen Wiederverheirateten nicht aus der Kirche und von der Seelsorge ausgeschlossen sind sondern vom Sakramentenempfang und andererseits, dass sie damit die Offenbarung und Lehre Jesu nicht anerkennt. Dass was diese Frau anstrebt ist eine pervertierte zeitgeistige Kirche, die mit Jesus-Lehre nichts mehr gemein hat. Außerdem wurden in der Urkirche schwere Sünder komplett aus der Gemeinde (Kirche) ausgeschlossen und erst nach entsprechender Reue nach längerer Zeit wieder aufgenommen, wobei Ehebrecher mit einer neuen Partnerin oder einem neuen Partner gar nicht mehr aufgenommen wurden. Übrigens waren damals Ehebrecher in Zweitehe nur sehr, sehr selten, denn auch in katholischen Kreisen ist die Scheidung und die Wiederverheiratung erst seit einigen Jahrzehnten „gesellschaftsfähig“ geworden, nämlich seitdem die Links-Roten die „Gesellschaft“ bestimmen.
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7

Montag, 17. Oktober 2011, 20:39

Marx will Lösungen für Menschen in Zweit-Ehe

Die Tagespost brachte heute Nachmittag eine Meldung mit der obigen Überschrift. Darin wird eine Aussage von Kardinal Marx veröffentlicht, die dieser am Freitag vor dem Diözesanrat in Freitag gemacht hatte und sagte, dass die katholische Kirche einen neuen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen finden muss. Er wies aber auch daraufhin, dass die Kirche niemals die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe abschaffen werden. Ebenso wies er auf die Frage der Eucharistie bei konfessionverschiedenen Ehepaare hin, dass die Kirche im Einzelfall auf die Bedürfnisse der Menschen reagieren müsse, wobei es aber nicht möglich sein wird, dass die Paare an einem Sonntag das evangelische Abendmahl erhalten und am darauffolgenden Sonntag zur katholischen Eucharistie gehen können.

Kommentar:
Bereits in meinem Kommentar vom 9. September habe ich bereits darauf hingewiesen, dass diese geschiedenen Wiederverheirateten nicht aus der Kirche und der Seelsorge ausgeschlossen sind - sondern sie können und dürfen nicht die Sakramente empfangen, solange sie in der schweren Sünde des Ehebruches verharren. Und diese durchaus gängige Praxis der Kirche Seelsorge und Messeteilnahme aber keine Sakramente für geschiedene Wiederverheiratete ist allgemein bekannt und so frage ich mich, was diese Aussage von Kardinal Marx bedeuten soll. Entweder hat er keine Ahnung von dieser Praxis, was ich nicht annehme oder er versucht wieder einmal, wie so oft, mit einer „politischen“ Rede über eine Hintertür die Eucharistie und Beichte für diese Menschen einzuführen. Aber wahrscheinlich will er wieder einmal sich an die Menschen anbiedern auf Kosten der Offenbarung und der Lehre der Kirche. Dies würde typisch seiner sonstiger Vorgangsweise entsprechen. Dasselbe gilt für die konfessionsverschiedenen Ehepaare, denn auch hier ist eine Lösung längst bekannt und wird in Ausnahmefällen bereits längst praktiziert.
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8

Samstag, 3. Dezember 2011, 17:58

Dreißig Jahre „Familiaris Consortio“

Anlässlich der Veröffentlichung dieses Apostolischen Schreibens über die Familie vor dreißig Jahren berichtet die Tagespost in ihren letzten beiden Ausgaben.

Aus diesem Grund wurde in Rom eine Tagung zum Thema „Die Fruchtbarkeit von Familiaris Consortio: von Johannes Paul II. zu Benedikt XVI.“ abgehalten, veranstaltet vom Büro für Familienpastoral der Italienischen Bischofskonferenz, vom Forum der Italienischen Familienverbände sopwie vom Päpstlichen Institut „Johannes Paul II.“ für Studien über Ehe und Familie.

Den Eröffnungsvortrag hielt der Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, Kardinal Ennio Antonelli, der die Motivationen Johannes Pauls II. für das Apostolische Schreiben Familiaris Consortio sowie eine Übersicht über die lehramtlichen Entwicklungen zu diesem Thema in den letzten dreißig Jahren gab. Er verwies einerseits auf die Krise von Ehe und Familie in den letzten Jahrzehnten aber andererseits dass die theologische und kirchliche Bedeutung der Familie seit dem II. Vaticanum auch eine zentrale Stellung im Lehramt von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. einnimmt.

In unserer Zeit gelten Ehe und Familie nicht mehr als selbstverständlich, sondern sie werden von allen Seiten in Frage gestellt und zwar durch die biotechnologische Entwicklungen, die Medien und die Globalisierung, dem kulturellen und religiösen Pluralismus, dem Relativismus, der Säkularisierung und nicht zuletzt durch die sexuelle Revolution, die zur Gleichgültigkeit gegenüber dem Geschenk der Liebe und zur Feindseligkeit gegenüber der Kirche geführt hat, die als rückständig und als Gegnerin der Lebensfreude betrachtet werde

Der Präsident des Päpstlichen Instituts „Johannes Paul II.“ für Studien über Ehe und Familie, Monsignore Livio Melina, knüpfte in seinem Vortrag bei der sexuellen Revolution und der daraus folgenden „Banalisierung der Sexualität“ an, um die Theologie des Leibes Johannes Pauls II. zu erläutern, die von Benedikt XVI. vertieft wird durch die „Theologie der Liebe“.

Soweit ein Kurzbericht von der Tagung,. In einem weiteren Beitrag der Tagespost, verfasst von Regina Einig verweist dieses auf einen weiteren Blickpunkt von Benedikt XVI., der die geschiedenen Wiederverheirateten betrifft. Auf den im Vorfeld der Deutschlandreise aufgebauten Druck auf den Papst zur Situation dieser geschiedenen Wiederverheirateten Stellung zu nehmen hat der Heilige Vater in seiner Weise sachlich und unaufgeregt reagieret. Der Osservatore Romano hat zu dem 30-jährigen Jahrestag von „Familiaris Consortio“ einen kaum bekannten Text vom damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger, in mehreren Sprachen gleichzeitig veröffentlicht, in dem Stil und Inhalt nahe legen, dass er auch als Benedikt XVI. keinen Spielraum für dogmatische Neubewertungen in puncto Zulassung zur Eucharistie sieht.

Dass die mantraartig, ich sage windmühlenartige, wiederholte Forderung der Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion kein wirkliches seelsorgliches Interesse beinhaltet sondern in Wirklichkeit ein gerütteltes Maß an seelsorglicher Gleichgültigkeit beinhaltet, sei nur am Rande erwähnt, so im Kommentar der Tagespost.

Kommentar:
Ich stelle dazu fest, dass eine reale barmherzige Seelsorge nicht auf dem Eucharistieempfang festgemacht ist sondern vor allem an menschlicher Zuwendung, die ohne weiteres durch verschiedene seelsorgliche Handlungen möglich ist, sei nur am Rande erwähnt Zu diesen barmherzigen, seelsorglichen Handlungen gehören Einzelsegen und Einzelgebet für die Betroffenen, Anleitung zur geistlichen Kommunion, geistliche Begleitung sowie Einladung in Gebetskreise usw. Doch dies alles wird in den Pfarren der Ortskirchen mehr oder weniger nicht vollzogen.

Die hier erwähnten seelsorglichen Handlungen sind barmherziger und vermitteln mehr Gnaden als ein Kommunionempfang für jemanden, der ständig in der schweren Sünde des Ehebruchs lebt und damit direkt gegen die Anweisungen Jesu (Mt. 5,27-32 – Antithesen zur Bergpredigt) handelt Und der Apostel Paulus hat im 1. Korintherbrief (11,27ff) deutlich festgestellt>: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn .… der zieht sich das Gericht zu.“
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Dienstag, 17. Januar 2012, 12:21

Eheannullierung

Gestern wurde ich in einem Seelsorgegespräch mit einem derartigen Fall aus dem näheren Bekanntenkreis konfrontiert und wobei ich die Personen seit fast 30 Jahren kenne. Die Ehe wurde nach einem Bestand von über 26 (in Worten: sechsundzwanzig) Jahren wegen „Eheunvermögensfähigkeit“ beider Partner annulliert. Dieser Ehe entsprangen zwei Kinder. Der wahre Grund die Ehegattin nahm sich einen Freund, brach die Ehe und will wahrscheinlich wieder kirchlich heiraten. Der zusätzliche Witz daran ist, dass das Ehepaar vor der kirchlichen Ehe bereits fast 10 Jahre standesamtlich verheiratet war, beide ab dem Kennenlernen Kirchengänger waren und trotzdem die annullierungsbeantragende Ehegattin, die damals auch die kirchliche Eheschließung betrieben hatte, unter anderem in ihrem Antrag erklärt hat, dass sie sich dieses Schrittes, des Ehesakramentes, nicht bewusst gewesen sei.

Nachdem ein Richter des Diözesangerichtes bereits vor einigen Jahren in einem Artikel in der Kirchenzeitung, den ich selbst gelesen habe, erklärt hat, dass rd. 60 Prozent aller Ehen annulliert werden könnten weil vermutlich in jeder irgendein Grund vorhanden sei wenn man nur genau sucht, sagt dies genug aus. Jedem Katholiken bleibt es daher überlassen darüber zu denken wie die zeitgeistige Kirche, vor allem im deutschsprachigen Raum, billig mit den Sakramenten Christi umgeht :thumbdown: :thumbdown: ; sicher nicht so wie es Jesus gemeint und gewollt hat.
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Dienstag, 17. Januar 2012, 14:29

RE: Eheannullierung

Gestern wurde ich in einem Seelsorgegespräch mit einem derartigen Fall aus dem näheren Bekanntenkreis konfrontiert und wobei ich die Personen seit fast 30 Jahren kenne. Die Ehe wurde nach einem Bestand von über 26 (in Worten: sechsundzwanzig) Jahren wegen „Eheunvermögensfähigkeit“ beider Partner annulliert. Dieser Ehe entsprangen zwei Kinder. Der wahre Grund die Ehegattin nahm sich einen Freund, brach die Ehe und will wahrscheinlich wieder kirchlich heiraten. Der zusätzliche Witz daran ist, dass das Ehepaar vor der kirchlichen Ehe bereits fast 10 Jahre standesamtlich verheiratet war, beide ab dem Kennenlernen Kirchengänger waren und trotzdem die annullierungsbeantragende Ehegattin, die damals auch die kirchliche Eheschließung betrieben hatte, unter anderem in ihrem Antrag erklärt hat, dass sie sich dieses Schrittes, des Ehesakramentes, nicht bewusst gewesen sei.

Nachdem ein Richter des Diözesangerichtes bereits vor einigen Jahren in einem Artikel in der Kirchenzeitung, den ich selbst gelesen habe, erklärt hat, dass rd. 60 Prozent aller Ehen annulliert werden könnten weil vermutlich in jeder irgendein Grund vorhanden sei wenn man nur genau sucht, sagt dies genug aus. Jedem Katholiken bleibt es daher überlassen darüber zu denken wie die zeitgeistige Kirche, vor allem im deutschsprachigen Raum, billig mit den Sakramenten Christi umgeht :thumbdown: :thumbdown: ; sicher nicht so wie es Jesus gemeint und gewollt hat.


So sehe ich das auch. Ob es da überhaupt noch um die Frage nach der Wahrheit, also nach den wahren Gründen, geht? Anscheinend nicht. Da legen sich die Entscheidungsträger offenbar recht willkürlich ihre Gründe für eine Annullierung zurecht. Das hat dann eher mit Bequemlichkeit in der Erledigung der Arbeit durch die Entscheidungsträger zu tun als mit der Lösung eines wirklich schwierigen Problems.
Ja, was würde Jesus Christus zu unserer Kirche im deutschsprachigen Raum wohl sagen? ?(
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Montag, 6. Februar 2012, 17:00

Auch Jesus hat Rechte

Zur Frage der wiederverheirateten Geschiedenen und des Kommunionempfangs. So lautet ein Artikel von Domherr Christoph Casetti in der heutigen Tagespost.

Der Domherr weist daraufhin, dass sich in Deutschland die Geschiedenpastoral nur um diese Frage dreht, wie es sich beim Papstbesuch gezeigt hat. Außerdem verweist er darauf, dass ein deutscher Moraltheologe in der Hildesheimer Kirchenzeitung Ende September 2011 offen für die Zulassung geschiedener Wiederverheirateter plädiert hat mit dem Argument der steigenden Zahl der Betroffenen und dem Rückgriff auf das Gewissen der Betroffenen,, da die wenigstens Betroffenen diese zweite Heirat in ihrem Gewissen als moralisch problematisch ansehen und daher rät der Moraltheologe dieses Gewissenurteil den Betroffenen zu überlassen und zu respektieren und die Kirche habe sich der Realität des Scheiterns vieler Ehen zu stellen.

Vollkommen berechtigt weist der Domherr auf die auffallende Argumentation des Moraltheologen hin, die jener ähnlich ist, die bei der Kontraverse um die Enzyklika Humanae vita gebräuchlich ist.

Casetti weist in diesem Zusammenhang auf die Überlegungen des französischen Theologen Bertrand de Margerie hin, der hinweist auf die Mahnung des heiligen Paulus im elften Kapitel des ersten Korintherbriefs: „Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt“ (1 Kor 11, 27–29). Diese Mahnung des Apostels Paulus ist nicht für den konkreten Fall in Korinth gültig sondern allgemein.

Die Kommunion ist kein Brot wie jedes andere, daher ist mit dem Leib des Herrn, den es zu unterscheiden gilt, ist sowohl die Eucharistie als auch die Kirche gemeint. Er wird unwürdig empfangen, wenn man ihn nicht von gewöhnlicher Nahrung unterscheidet. Weil er aber auch die Kirche verwirklicht, wird er ebenso unwürdig empfangen, wenn er – wie in Korinth – mit Spaltungen unter den Gläubigen verbunden ist. Auch der Ehebruch ist als Spaltung unter Gläubigen zu deuten. Der Mangel an Unterscheidung des Brotes führt in Korinth zu einer antikirchlichen Haltung. Man kann die Eucharistie nicht geringschätzen, ohne die Kirche geringzuschätzen und umgekehrt.

Ein Christ, der im Ehebruch lebt und kommuniziert macht gleichzeitig schuldig sowohl durch sein Tun als auch durch die fehlende Reue. Paulus betont ja an anderer Stelle die Verpflichtung zur ehelichen Treue selbst im Fall einer Trennung als ein Gebot Gottes: „Den Verheirateten gebiete nicht ich, sondern der Herr: Die Frau soll sich vom Mann nicht trennen – wenn sie sich aber trennt, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich wieder mit dem Mann – und der Mann darf die Frau nicht verstoßen” (1 Kor 7, 10–11).

Der Ehegatte, der in einer ehebrecherischen Situation verbleibt, trägt nicht mehr das hochzeitliche Gewand der Liebe. Seine Kommunion in diesem unwürdigen Zustand verschlimmert seinen Fehler. Denn er verrät seinerseits den Menschensohn mit einem Kuss. Indem er sich so der Eucharistie nähert, verurteilt er sich selbst als des ewigen Lebens unwürdig. De Margerie geht hier ein auf die Didache, auf die erste Apologie des heiligen Justin, auf die apokryphen Thomasakten, auf Origenes, den heiligen Athanasius, den heiligen Chromatius, Bischof von Aquileia, den heiligen Basilius, den heiligen Johannes Chrysostomus, den heiligen Cyrill von Alexandrien und vor allem den heiligen Augustinus, um die Wichtigsten zu nennen. Fazit: In ihrer Auslegung des Neuen Testamentes waren sich die Väter darin einig, dass alle Getauften von der Kommunion auszuschließen sind, welche sich dafür entscheiden, in einem schwerwiegenden Laster zu verharren. Dazu zählten sie namentlich den Ehebruch. Es ist deshalb nicht erlaubt, das Neue Testament im umgekehrten Sinn zu interpretieren. Desgleichen waren sich die Väter im Gedanken einig, dass ein Sünder, welcher sich in einem solchen Zustand der Eucharistie nähert, sich schuldig macht am Leib und Blut des Herrn. Er unterscheidet sie nicht und zieht sich so die eigene Verurteilung zu.

Auch die großen mittelalterlichen Theologen Petrus Lombardus, Bonaventura, Thomas von Aquin und Duns Scotus sind ganz auf der Linie der Väter, indem sie deren Lehre verfeinern und vertiefen

Obwohl die Liturgien sowohl des Ostens als auch des Westens den Gedanken kennen, dass die Eucharistie Sünden nachlässt, verneinen sie nie die eigenständige Bedeutung des Sakramentes der Buße und Versöhnung vor dem Empfang der Eucharistie. Von den Texten her ist es unmöglich, zu argumentieren, die Eucharistie lasse Sünden nach, in denen man verharren will. Das gilt selbstverständlich auch für eine ehebrecherische Situation. Das verletzt die unveräußerlichen Rechte des legitimen Ehepartners und von Jesus Christus, dem Urheber der unauflöslichen Ehe, der in der Eucharistie empfangen wird. Wie könnte man die Gnade des Gesetzgebers empfangen in dem Moment, wo man sein Gesetz missachtet?

Im Namen der einhelligen Tradition der Väter, die orientalischen eingeschlossen, kann die katholische Kirche der Lehre und Praxis in den orthodoxen Kirchen nicht folgen, was die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Eucharistie betrifft.

Für die Geschiedenenpastoral im weiteren Sinn ist der vierte Teil von Familiaris consortio des seligen Johannes Paul II. wegweisend. „Zusammen mit der Synode möchte ich die Hirten und die ganze Gemeinschaft der Gläubigen herzlich ermahnen, den Geschiedenen in fürsorgender Liebe beizustehen, damit sie sich nicht als von der Kirche getrennt betrachten, da sie als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen können, ja dazu verpflichtet sind. Sie sollen ermahnt werden, das Wort Gottes zu hören, am heiligen Messopfer teilzunehmen, regelmäßig zu beten, die Gemeinde in ihren Werken der Nächstenliebe und Initiativen zur Förderung der Gerechtigkeit zu unterstützen, die Kinder im christlichen Glauben zu erziehen und den Geist und die Werke der Buße zu pflegen, um so von Tag zu Tag die Gnade Gottes auf sich herabzurufen. Die Kirche soll für sie beten, ihnen Mut machen, sich ihnen als barmherzige Mutter erweisen und sie so im Glauben und in der Hoffnung stärken“. Das ist eine Seelsorge, die aus Liebe der Wahrheit des Herrn treu bleibt. Sie lässt sich zum Beispiel in gut begleiteten Gruppen von Betroffenen verwirklichen. In solchen Oasen der Barmherzigkeit können in einer geschwisterlichen Atmosphäre notwendige Schritte der Vergebung eingeübt, das Verständnis für die Lehre der Kirche vertieft und die Freundschaft mit Jesus Christus gefestigt werden.

Kommentar
Diesem Kommentar von Domherr Christoph Casetti, der eindeutig auf die Offenbarung Jesu, die Lehre der Kirchenväter und die Tradition der Kirche hinweist, ist nichts hinzuzufügen. Wer also die Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete fordert, die eindeutig ständig im Ehebruch leben, der steht nicht zu den Aussagen Jesu über den Ehebruch (Mt 5,27-32; 1 Kor 6,9) und handelt somit nicht nur der Lehre der Kirche zuwider sondern unmittelbar auch gegen die Lehre Jesu. Wenn der im Artikel erwähnte Moraltheologe meint, dass die Kirche ihre Haltung ändern soll weil es viele derartige Ehen gibt, so muss dazu festgestellt werden, dass dieser modernistische „Theologe“ damit faktisch meint, dass die auf der Offenbarung beruhende Lehre der Kirche durch „Mehrheitsentscheidungen“ zu ändern sei und Gott vorgeschrieben werden soll wie ER SEINE Lehre zu betrachten hat.
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12

Mittwoch, 15. Februar 2012, 19:29

kfd will Debatte über Geschiedene forcieren

So eine heutige Meldung der Tagespost. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) will mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion die kirchliche Debatte um den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen voranbringen. So hätten 97.772 Menschen dafür plädiert, wiederverheiratete Geschiedene zum Empfang der Sakramente zuzulassen, teilte der Verband am Dienstag in Köln mit. „Die große Resonanz auf unsere Aktion zeigt, wie drängend dieses Thema in unserer Kirche ist und das nicht nur für die Betroffenen selbst“, sagte kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen, denn ,mit ihrer Unterschrift hätten sich Menschen solidarisch gezeigt, die einen barmherzigeren Umgang mit jenen wünschten, die mit einer zweiten Ehe einen Neuanfang wagten. Viele Geschiedene fühlten sich nach einer Wiederheirat von der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen, weil sie beispielsweise die Kommunion nicht empfangen dürften.

Kommentar
Die kfd hat wie alle Laien-Gremien eine falsche Richtung. Nach den Konzilsdokumenten (LG Artikel 30 ff.) sollen die Laien den Glauben, die Kirche und ihre Lehre in der Welt vertreten und nicht die Welt in der Kirche zu bringen. Aber die meisten, die sich auch auf das 2. Vaticanum berufen, kennen entweder die Dokumente nicht oder sofern sie sie kennen machen bewusst das Gegenteil, weil sie eine Kirche wollen, die weltlich-zeitgeistig ist. Wahre Aufgabe der kfd wäre es den Frauen, die Katholiken sein wollen, die Lehre der Kirche nahezubringen und die Botschaft Jesu gegen Ehescheidung und Ehebruch zu forcieren und nicht fortwährenden Ehebruch noch mit der Forderung nach Kommunion zu unterstützen, denn zivilgeschiedene Wiederheiratete aus einer sakramentalen Vorehe leben im ständigen Ehebruch. Außerdem sollen sie Paulus beachten „Wer also unwürdig von diesem Brot isst, macht sich schuldig am Leib und Blut des Herrn …. wer davon isst, der zieht sich das Gericht zu.“ (vgl. 1 Kor 11,27.29c). Wer solche Forderungen erhebt steht nicht in der Lehre Jesu und seiner Kirche und ist häretisch (Can 751 CIC).
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13

Donnerstag, 10. Mai 2012, 18:36

Ist die Ehe ein Auslaufmodell?

Christliche Experten äußern sich zu den Prognosen von Zukunftsforschern über die Ehe.
So eine heutige Meldung der Nachrichtenagentur idea, die sich auf Prognosen von Zukunftsforschern beruft, die meinen, dass künftig Partnerschaften auch mit zwei, drei oder mehr Personen eingegangen werden. Als Muster auf diesem Gebiet gilt der politische Geschäftsführer der Piraten-Partei, Johannes Ponader (Berlin), der sich als „polyamant“ beschreibt. Nach Angaben des Monatsmagazins „Trend-Update“, das vom „Zukunftsinstitut“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main) herausgegeben wird, sind feste Beziehungen mit mehreren Sexualpartnern im Kommen. Der Geschäftsführer des Instituts, Andreas Steinle, meinte auch, dass andere Trends seien Intimität nach Terminkalender und Partnerschaften ohne Sex wobei die Beteiligten legten großen Wert auf Freiwilligkeit, Dauerhaftigkeit und Transparenz legten; sie grenzten sich deutlich von hemmungslosem Partnerwechsel ab.

Dazu warnt der Leiter des evangelischen Fachverbands für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“, Rolf Trauernicht (Ahnatal bei Kassel), vor einer Überbewertung solcher Stimmen. „Moderne“ Beziehungen könnten zwar diesbezügliche Reize ausüben, sie entsprächen aber weder der menschlichen Natur noch den Vorstellungen des Schöpfers über das Zusammenleben von Mann und Frau. Außerdem zeigen Umfragen, dass mehr als drei Viertel aller jungen Leute eine monogame Beziehung anstrebten und in der Regel heiraten wollten. Auch für die soziale Entwicklung von Kindern sei es wichtig, in stabilen Verhältnissen aufzuwachsen. Die Erfahrung gegenseitigen Vertrauens und lebenslanger Treue erleichtere es Heranwachsenden, später selber bindungsfähig zu werden, so Trauernicht,

Kommentar
So kann man sich selbst belügen und betrügen, wenn man Sexualität mit mehreren Partnern nicht als mit hemmungslosen Partnerwechsel vergleichbar macht. Wie schaut das dann in der Praxis aus? Kommen alle dann am „Runden Tisch“ mit Terminkalender zusammen und es wird gefeilscht wer, wann mit wem, wo und wie lange bzw. wie oft es passieren kann/darf. Hier kann von wirklichem Gefühl und Liebe zum Partner nicht die Rede sein sondern nur von einer krankhaften Perversion und Triebbefriedigung - mehr nicht. Ähnlich gab es schon früher: bei Prostituierten mit einem ständigen Kundenkreis, die keine Laufkundschaft hatten.
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14

Donnerstag, 10. Mai 2012, 19:24

RE: Ist die Ehe ein Auslaufmodell?

Christliche Experten äußern sich zu den Prognosen von Zukunftsforschern über die Ehe.
So eine heutige Meldung der Nachrichtenagentur idea, die sich auf Prognosen von Zukunftsforschern beruft, die meinen, dass künftig Partnerschaften auch mit zwei, drei oder mehr Personen eingegangen werden. Als Muster auf diesem Gebiet gilt der politische Geschäftsführer der Piraten-Partei, Johannes Ponader (Berlin), der sich als „polyamant“ beschreibt. Nach Angaben des Monatsmagazins „Trend-Update“, das vom „Zukunftsinstitut“ (Kelkheim bei Frankfurt am Main) herausgegeben wird, sind feste Beziehungen mit mehreren Sexualpartnern im Kommen. Der Geschäftsführer des Instituts, Andreas Steinle, meinte auch, dass andere Trends seien Intimität nach Terminkalender und Partnerschaften ohne Sex wobei die Beteiligten legten großen Wert auf Freiwilligkeit, Dauerhaftigkeit und Transparenz legten; sie grenzten sich deutlich von hemmungslosem Partnerwechsel ab.

Dazu warnt der Leiter des evangelischen Fachverbands für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“, Rolf Trauernicht (Ahnatal bei Kassel), vor einer Überbewertung solcher Stimmen. „Moderne“ Beziehungen könnten zwar diesbezügliche Reize ausüben, sie entsprächen aber weder der menschlichen Natur noch den Vorstellungen des Schöpfers über das Zusammenleben von Mann und Frau. Außerdem zeigen Umfragen, dass mehr als drei Viertel aller jungen Leute eine monogame Beziehung anstrebten und in der Regel heiraten wollten. Auch für die soziale Entwicklung von Kindern sei es wichtig, in stabilen Verhältnissen aufzuwachsen. Die Erfahrung gegenseitigen Vertrauens und lebenslanger Treue erleichtere es Heranwachsenden, später selber bindungsfähig zu werden, so Trauernicht,

Kommentar
So kann man sich selbst belügen und betrügen, wenn man Sexualität mit mehreren Partnern nicht als mit hemmungslosen Partnerwechsel vergleichbar macht. Wie schaut das dann in der Praxis aus? Kommen alle dann am „Runden Tisch“ mit Terminkalender zusammen und es wird gefeilscht wer, wann mit wem, wo und wie lange bzw. wie oft es passieren kann/darf. Hier kann von wirklichem Gefühl und Liebe zum Partner nicht die Rede sein sondern nur von einer krankhaften Perversion und Triebbefriedigung - mehr nicht. Ähnlich gab es schon früher: bei Prostituierten mit einem ständigen Kundenkreis, die keine Laufkundschaft hatten.


Dieses Gefasel von Polygamie ist doch nur ein weiterer Ausdruck der Dekadenz unserer heutigen Zeit! Ich verstehe auch nicht, weshalb eine Person, die offenbar unter psychischen Störungen leidet, weil sie nicht bindungsfähig ist, wie der sogenannte Piraten-Partei-Mensch, dessen Namen ich mir nicht merken kann und auch nicht will, für so wichtig genommen wird, dass man über seine verkorksten Verlautbarungen auch nur drei Minuten nachdenkt. Das ist reine Zeitvergäudung, dazu ist die Lebenszeit einfach zu schade. Und die Medien sollten sich dafür ebenfalls zu schade sein. Inzwischen wissen wir doch, dass die sogenannten "Piraten" nur Aufmerksamkeit bekommen, weil sie dauernd provokante Äußerungen von sich geben. Ein vernünftiges oder gar überzeugendes Konzept hat diese "Partei" bis heute nicht vorgelegt.

Deinem Kommentar, lieber Diaconus, stimme ich voll und ganz zu!
Obl.OSB

Gelobt sei Jesus Christus!

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15

Mittwoch, 18. Juli 2012, 18:34

Religiöser Gehorsam

Was die Kongregation für die Glaubenslehre über den Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen sagt.

Von Dr. Gerhard Maria Wagner, in „Groschenblatt“ 1/2012

Das Unheil, das heute die Welt und die Kirche belastet, hat seinen Grund weithin darin, dass Menschen ihrem Herrn und Gott nicht mehr gehorsam sein wollen, wie er es erwartet. Und nichts wird so sicher zu einem neuen Heil führen können, wie ein treuer Gehorsam dem Willen Gottes gegenüber, den uns die Kirche in verlässlicher Weise verkündet und auslegt. Dabei gehe ich davon aus, dass diese allgemeine Feststellung auch für die leidvolle Situation der wiederverheirateten Geschiedenen gilt, die zum Empfang der Hl. Kommunion nicht zugelassen sind. Die Kirche braucht Normen, und die Verpflichtung, dem Lehramt in Glaubens- und Sittenlehre anzuhangen, gilt selbstverständlich für Bischöfe, Priester und Laien, sodass ein Dissens in dieser Hinsicht als schwerwiegend anzusehen ist, weil er unter den Gläubigen Unsicherheit, Verärgerung und Verwirrung hervorruft. Durch den Gehorsam derer, die in der Kirche mitarbeiten, wird innerhalb einer Pfarre die gegenseitige Liebe begünstigt und auch jene Einheit, die ihre Grundlage in der Wahrheit hat. Indem der Glaubende im Gehorsam den Willen Gottes erfüllt und vertrauend mit ihm eins wird, nimmt der menschliche Wille die ganze Liebe Gottes in sich auf und wird so frei in einem Dasein für andere. Das bedeutet eine Existenz in der Grundform der Liebe.

So hat die Kongregation für die Glaubenslehre am 15. Oktober 1994 das „Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über den Kommunionempfang von wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen“ veröffentlicht. Papst Johannes Paul II. hat dieses Schreibien gebilligt und seine Publikation angeordnet. Der Papst tut dies in Verantwortung seiner Hirtenaufgabe, die die ganze Kirche umfasst, aber auch im Wessen um die Not wiederverheirateter Geschiedener, die wahrlich eine seelsorgliche Betreuung brauchen. Auf diesem Hintergrund ist es für mich als Seelsorger selbstverständlich, dass ich Geschiedene nicht übergehe. Ich gehe hin und besuche sie, höre ihnen zu, wenn sie aus ihrer leidvollen Geschichte erzählen und bemühe mich, ihnen Gottes Wort als Heilswort für ihr Leben zu vermitteln. In frohem Glauben die Hl. Messe mitzufeiern, sodass sie durch ihre inbrünstige Sehnsucht mit Christus sogar viel inniger verbunden sein können als jemand, der unandächtig, gedankenlos und unvorbereitet die hl. Kommunion empfängt. Da keiner von diesen aus der Kirche ausgeschlossen ist, lade ich jeden sehr herzlich ein, am Leben der Pfarrgemeinde teilzunehmen.

Obwohl der Protest gegen Rom im Jahr 1994 nicht lange auf sich warten ließ und bis zum heutigen Tag fortdauert, sind grundsätzliche Überlegungen dringend notwendig. Zunächst müssen Betroffene mit der Kirche und nicht gegen die Kirche die Probleme lösen, die sich daraus ergeben, dass jemand geschieden ist und in einer neuen Beziehung lebt. Unsere Antwort auf das, was Rom lehrt, darf nicht Kritik und Protest sein, und auch eine aufgeregte Diskussion von Kircheninsidern wird nicht weiterhelfen. Besser ist es, wenn wir uns unvoreingenommen zu eigen machen, was die Kirche lehrt, auch wenn wir im gegenwärtigen Klima eines übersteigerten Subjektivismus und eines wahrheitsscheuenden Sentimentalismus mit Unverständnis, Ablehnung und Aggression rechnen müssen. Unser „Ja“ zu dem, was Rom verkündet, ist Frucht unsers religiösen Gehorsams, „der sich zwar von der Glaubenszustimmung unterscheidet, sie aber unterstützt“ (KKK 892). Das Zweite Vatikanische Konzil sagt dazu in seiner Dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen gentium“ : „Der religiöse Gehorsam des Willens und Verstandes ist in besonderer Weise dem authentischen Lehramt des Bischofs von Rom, auch wenn er nicht kraft höchster Lehrautorität spricht, zu leisten, nämlich so, dass sein oberstes Lehramt ehrfürchtig anerkannt und den von ihm vorgetragenen Urteilen aufrichtige Anhänglichkeit gezollt wird“ (LG 25). Der religiöse Gehorsam umfasst auch die Verpflichtung, sich an amtliche Lehrschreiben zu halten, mit denen namentlich der Papst oder das Bischofskollegium die kirchliche Lehre erläutern oder irrige Ansichten verurteilen.

Die Weisung der Kirche für die betreffenden Paare, auf die hl. Kommunion zu verzichten, darf grundsätzlich nicht als „Strafe“ gedacht und verstanden werden. „Das Nein der Kirche zum Sakramentenempfang der wiederverheirateten Geschiedenen ist nicht Ausdruck der Unbarmherzigkeit sondern „Verteidigung der Liebe und Treue“ (Papstansprache an die Bischöfe Österreichs am 19. Juni 1987). Darüber hinaus sehe ich darin eine Einladung zu einem Glaubenszeugnis. Ehepaare, deren Ehe zerbrochen ist, die aber ebenso eine neue Beziehung eingegangen sind, bezeugen indem sie nicht die hl. Kommunion empfangen, weil die Voraussetzungen für die Absolution fehlt, dass sie an der Unauflöslichkeit der Ehe festhalten. Sie bezeugen und legen damit ein kostbares Bekenntnis für die Wahrheit Jesu Christi ab, der gesagt hat: In der Ehe sind Mann und Frau „nicht mehr zwei, sondern eins“ (Mt 19,6) und „Was Gott verbunden hat , das darf der Mensch nicht trennen“ (Mk 10,9). Und zur Ehebrecherin, der Jesus vergibt, sagt er: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr“ (vgl. Joh 8,1-11).

Unser Gehorsam gegenüber der klaren Weisung im Schreiben der Glaubenskongregation wird die Lage der geschiedenen Wiederverheirateten nicht bedrückender und hoffnungsloser machen. Er kann aber dahin führen, dass sie Gottes Barmherzigkeit in einer Weise erfahren dürfen, die ihnen hilft, ihren Pilgerweg in einem neuen Vertrauen zu gehen. Mit der ganzen Kirche haben wir die Zuversicht, „dass auch diejenigen, die sich vom Gebot des Herrn entfernt haben und noch in einer solchen Situation leben, von Gott die Gnade der Umkehr und des Heils erhalten können, wenn sie ausdauernd geblieben sind in Gebet, Buße und Liebe“ (FC 84). Mitarbeiter in der Kirche müssen sich in ihrer seelsorglichen Praxis an diese universalkirchlichen verbindlichen Prinzipien halten und niemand hat das Recht, Lösungen anzubieten, die im Widerspruch zum Willen Christi stehen und deshalb dem Menschen keinen Herzensfrieden bringen können.

Kommentar
Diesen Worten von Pfarrer Wagner ist nichts hinzuzufügen, da sie eindeutig Christus und die Lehre seiner Kirche vertreten. Wer also gegen diese Lehre auftritt, tritt daher in erster Linie nicht gegen die Kirche auf sondern direkt gegen Jesus Christus, der diese Lehre verkündet hat und damit können sich diese „Reformer“ nicht auf Jesus berufen sondern sprechen richtigerweise nur von ihrem eigenen Unglauben und ihrem Unverständnis der Lehre Christi. Und als Jünger Jesus wegen seiner Lehre verließen, sagte er zu den Aposteln: „Wollt auch ihr gehen?“ (Joh 6,67). Diese Frage stellt Jesu auch an alle, die nicht der Lehre Seiner Kirche folgen wollen.
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16

Montag, 23. Juli 2012, 17:50

Erzbischof Müller betont Unauflöslichkeit der Ehe

So meldet die heutige Tagespost unter Berufung auf eine Aussage Müllers gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag).

Der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hatte dabei die Unauflöslichkeit der Ehe neuerlich betont, denn lehrmäßig könne es keinen Zweifel geben am objektiven Widerspruch zwischen dem Eingehen einer zivilen Zweitehe und dem Kommunionempfang. Die Situation wiederverheirateter Geschiedener sei vor allem eine Frage der Seelsorge: Der frühere Bischof von Regensburg betonte, vielen Menschen sei die Bedeutung der Ehe im katholischen Sinn und ihre Umsetzung nicht mehr klar. Sorge um den einzelnen Menschen und Treue zum Lehramt schlössen sich nicht aus. Mit bloßer Konformität täte die Kirche den Menschen keinen Gefallen, erklärte der Erzbischof
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17

Mittwoch, 15. August 2012, 19:21

Diese Presseerklärung des Forums Deutscher Katholiken ist mir heute Nachmittag zugegangen und ich stelle sie ins Forum weil die darin erwähnte Absicht der steuerlichen Gleichstellung der Homo-Partnerschaften die Institution der Ehe zwischen Mann und Frau benachteiligt.

Zitat

PRESSEERKLÄRUNG
In einer gemeinsamen Presseerklärung distanzieren sich das Forum Deutscher Katholiken und die evangelische Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis vom Vorhaben einiger Politiker, die für so genannte Eingetragene Lebenspartnerschaften das Ehegattensplitting zuerkennen wollen.
Schon die Einführung der „Verpartnerung“ als Institut sei ein schwerer Fehler gewesen, so die Vorsitzenden Prof. Hubert Gindert (FDK) und Andreas Späth (KSBB). Nun dürfe aber auf einem bereits falschen Weg nicht konsequent weitergegangen werden, der womöglich in der Freigabe der Adoption von Kindern für Homosexuelle endet
Einer angeblichen Ungerechtigkeit bei der Vergabe staatlicher Subventionen könne auch dadurch entgegengetreten werden, dass man diese abschafft und Familien mit Kindern von vornherein entsprechend steuerlich befreit und ihnen nicht erst Geld wegnimmt, um es dann umzuverteilen und damit Gruppen zu fördern und zu bevorzugen, die zum generativen Fortbestand der Gesellschaft nicht beitragen.
Forum Deutscher Katholiken und Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis
Prof. Dr. Hubert Gindert und Andreas Späth
Diese Presseerklärung finden Sie auch unter blog.forum-deutscher-katholiken.de.
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18

Donnerstag, 30. August 2012, 17:59

Weihbischof Boom: Wiederverheiratete unter Segen Gottes

So die Überschrift einer Meldung aus der gestrigen Tagespost. Am Mittwoch sagte der Würzburger Weihbischofs Ulrich Boom, dass der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen nicht auf die Frage des Kommunionempfangs reduziert werden darf. Und wörtlich sagte Boom: „Oft geht es erst einmal darum, dass wiederverheiratete Geschiedene unter dem Segen Gottes leben“. Viele lebten unter dem Segen Gottes, „ob sie ihn ausdrücklich von der Kirche bekommen haben oder nicht. Der Segen ist ein Geschenk Gottes, er ist nicht zu verwalten.“

Kommentar
Herr Weihbischof Boom, ich frage Sie auf welche Stellen der Offenbarung und Aussagen Jesu berufen Sie sich mit der Feststellung, dass wiederverheiratete Geschiedene unter dem Segen Gottes leben? Als papst- und lehramtstreuer Kleriker, der natürlich die Offenbarung auch gut kennt, kenne ich eigentlich nur das Gegenteil, dass Gott den Sünder nicht segnet sondern ihn zur Umkehr; d. h. zum Ablassen von der Sünde, auffordert und dass Jesus wiederholt vom Verderben und von der Hölle gesprochen hat, für diejenigen, die nicht umkehren. Und im Psalm 5,13 heißt es: „Denn du, Herr, segnest den Gerechten.“ Und ein Sünder, der ständig in der Sünde des Ehebruchs verharrt, kann nie ein Gerechter vor Gott sein, auch wenn die Barmherzigkeit Gottes groß ist, denn diese Barmherzigkeit kommt erst dann zum Tragen wenn der Sünder von der Sünde ablässt und zu Gott und seinen Geboten und seinen Anordnungen zurückkehrt. Allein in den Antithesen zur Bergpredigt spricht Jesus vom Ehebruch und der Ehescheidung (Mt 527 ff) und der Apostel stellt in 1 Kor 6,9 klar, dass Ehebrecher nicht das Reich Gottes erben werden. Ich frage Sie, Herr Weihbischof, stehen Sie noch ohne Wenn und Aber zur Offenbarung und Lehre der Hl. Mutter Kirche? Oder ist Ihnen der Zeitgeist und eine gute Presse wichtiger? Oder halten Sie es mit Luther: „Ehe, ein weltlich Ding“ und damit die Ehe für Sie kein Sakrament, das auch die Verbindung zwischen Jesus und Seiner Kirche abbildet (vgl. Eph 5,27.32?
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19

Sonntag, 4. November 2012, 22:21

Kommunion für Wiederverheiratete - Der falsche Ansatz

Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete.
Eine Begriffsklärung


Gleich vorneweg: Zur Kommunion geht man - man wird nicht "zugelassen". Und die hl. Kommunion empfängt man, denn sie muss von der Kirche gespendet werden!
NIEMALS war die hl. Kommunion für diesen Personenkreis verboten, folglich kann man auch nicht über eine "erneute Zulassung" weder reden noch nachdenken
!
***

Man gewinnt langsam den Eindruck, dass die Medien immer Dasselbe kopflos und sinnlos dahertrommeln.
Es geht schlicht und ergreifend NICHT um eine Verweigerung der hl. Kommunion seitens der Kirche, ja, es geht ÜBERHAUPT NICHT UM DIE KOMMUNION bei diesem Thema, vielmehr müsste es heissen: Es muss zur Kenntnis genommen werden, dass geschiedene Wiederverheiratete NICHT ZUR HL. BEICHTE (!!!) aus Gründen des Dauerzustands der schweren Sünde gehen können (Ehebruch). Dass man ohne Beichte NICHT ZUR KOMMUNION gehen kann, sollte für einen Katholiken mehr als bekannt sein!
Damit ist auch ausgesagt, dass jeder, der nicht zur hl. Beichte gehen kann, sich selbst vom Kommunionempfang ausschliesst. Wie kommen dann einige drauf, diese Menschen quasi gegen ihren Willen zur Kommunion "zuzulassen"? Natürlich kann man einwenden, sie selbst würden es ja fordern, denn eine Nichtzulassung wäre eine Ausgrenzung. An diesem Punkt angekommen hat die Kirche die Pflicht, klare Begriffe zu benützen!

Die Kirche hat weder zu dieser oder jener Ehe verpflichtet und Lösen ("Scheiden") kann die gültige Ehe nur der Tod. So musste die Kirche (gedemütigt) zusehen, wie unter Heinrich VIII. DAS GANZE ENGLISCHE IMPERIUM aus der Kirche ausschied und der König sich zum Papst bzw. zum Herrn über Glauben und Gewissen der Menschen machte. Und das nur aus dem einen Grund, weil die Kirche auch die Ehe eines Königs nicht scheiden kann! DIE KIRFHE IST NICHT EIGENTÜMER, SONDERN VERWALTERIN DES GLAUBENS!!!

Wer also zur Kommunion gehen will, muss die entsprechende Disposition mitbringen - das bezieht sich eindeutig nicht nur auf diesen Personenkreis (also eben KEINE AUSGRENZUNG!), sondern auf alle jene, welche die hl. Kommunion empfangen wollen. Beim Jugendtag in Köln hat der Papst vor der hl. Kommunion darauf hingewiesen, dass nur jene zur hl. Kommunion gehen sollen, welche die richtige Disposition dazu haben. Warum sollte, was für die Jugend gilt, nicht auch für die geschiedenen Wiederverheirateten gelten?
Es geht eben nicht um eine "Zulassung zu irgendeinem protestantischen Abendmahl", wo es vorher keine Beichte braucht. Es geht hier um den Empfang des Leibes und Blutes Jesu Christi. Und da gilt noch immer was Paulus ganz klar sagt:

"Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? (1 Kor 10,16)
Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt. (1 Kor 11, 23-29)
."

So gesehen ist das völlig unnötige Geplänkel um eine "Zulassung" oder "Verweigerung" bzw. „Ausgrenzung durch die Kirche“ hochgradig unkatholisch, katholischerseits (wenn's Katholiken sagen) unehrlich, ignorant, pauschal und populistisch.
Klare Begriffe werden Niemand verwirren. Solange wir aber betonen, dass "man darüber nachdenken kann", führen wir in die Irre, als wäre es irgendwann dann anhand eines "Erlasses" doch noch möglich

diaconus

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20

Montag, 17. Juni 2013, 11:48

Geschiedene Wiederverheiratete

Erzbischof Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, hat eine diesbezüglich deutliche Aussage gemacht, die ganz der Offenbarung und Lehre der Kirche entspricht.

Ein entsprechender Kommentar zu den Annullierungsverfahren unter diesem Link
http://www.hafrakathblog.net/index.php?p…tID=373#post373
Beitrag Nr. 4
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